Motivationshilfen

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  • atlinblau
    Alter Hase
    • 10.06.2007
    • 2809

    • Meine Reisen

    #21
    AW: Motivationshilfen

    kurz zur Erklärung, was ich meine.
    Kinder wissen um die Möglichkeit, auch durch Verweigerung eine Form
    von "Anerkennung" oder Zuwendung zu suchen/zu bekommen.
    Dann sind jegliche Motivationshilfen denkbar ungeeignet,
    weil man das Kind nicht in seinen Bedürfnissen sieht.
    Erst einmal "anerkennen" dass die Kinder auch das Recht haben,
    und ihnen auch mal wieder so ist, mal nicht zu wollen,
    enspannt sehr oft die Situation.
    Im grunde will sich ja jedes Kind bewegen, wir als Eltern sollten aufpassen,
    ihnen dabei nicht im Wege zu stehen.
    Ein Trainer/Lehrer kann mit den Kindern ganz anders umgehen als die Eltern,
    weil dort eine ganz andere Beziehungsebene ist...

    Thomas

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    • Maltespalte

      Erfahren
      • 02.04.2011
      • 451

      • Meine Reisen

      #22
      AW: Motivationshilfen

      Kleiner Seitenast für alle, die es interessiert:

      In der Motivationsforschung wird (sehr vereinfacht dargestellt!) zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden.
      Zu den intrinsischen Motiven gehören: Interesse, besondere Bedeutung für die persönliche Lebensgestaltung (Lösung von persönlichen Problemen), der erlebte Aufforderungscharakter einer Sache (auch bei unnützen Dingen), der Drang etwas zu beenden…
      Zu den extrinsischen Motiven gehören: Noten, erwartbares Los, Prestige, alle materiellen Motive, Vermeidung von Bestrafung, Gruppengefühl…

      Extrinsische Motivation läuft eher bewusst ab, ist leicht reflektierbar und auch von Kindern oft schnell benennbar.
      Intrinsische Motivation läuft eher unbewusst ab, ist schwer reflektierbar und wird eher implizit angesprochen.

      Beide Motive stellen keine Gegenpole zueinander dar, sie können sogar deckungsgleich sein. In den meisten Fällen haben sie starken Einfluss aufeinander, teilweise bedingen oder fördern sie sich gegenseitig in ihrer Gesamtheit.

      Allerdings wurde durch verschiedene Versuche (z.B. mit Schulkindern) der sog. Korrumpierungs-Effekt festgestellt:

      Intrinsische Motivation kann durch überbetonte extrinsisches Anreize zerstört werden. Wenn ein Verhalten fast nur durch äußere Anreize wie eine versprochene oder erwartbare Belohnung motiviert ist, sinkt die intrinsische Motivation und das Gefühl von Selbstbestimmung.

      Wikipedia liefert sicher eine Menge mehr...

      Als Konsequenz heißt das wohl, dass immer zuerst die intrinsischen Motive eines Kindes angesprochen werden sollten. Eine Förderung der ganz eigenen Motivation des Kindes wäre damit wohl auch eine "Motivationshilfe":
      • Das Kind scheint einfach Spaß zu haben und hat "glücklicherweise" von sich ein Interesse. Dieses Interesse wird von den Eltern aktiv wahrgenommen und wohlwollend unterstützt, aber nicht (ein-)gefordert.
      • Das Kind hat z.B. eine Aufgaben, die ein "eigenes Problem" behebt: Zunderstöckchen auf dem Weg sammeln, damit wir nachher etwas kochen können. Wegmarkierungen suchen, damit wir ans Ziel kommen usw.
      • Dinge am Wegensrand laden zum Balancieren ein, Tanennzapfen zum Werfen etc. Ich denke wir Eltern haben dabei eine Vorbildfunktion, wie mit Phantasie Dinge mit anderen Augen gesehen werden können (Staubsauger spielen). Sicher kann man damit auch eine gewisse Sozialisation in Gang bringen. Kinder haben auf sowas doch immer Bock, oder?
      • Bei älteren: Das Kind fragen, womit es sich selbst belohnen will/wird?
      • Ansporn geben durch "ganz alein den höchste Berg des Harzes erklommen" oder ähnliches, falls das für das Kind irgendwie interessant ist.


      Weniger hilfreich sind dauernd und regelmäßig extrinsische Motive wie erwartbares Lob (Kinder durchschauen das), materielle Vorteile wie Eis und Spielzeug und vor allem die Androhung von Strafe. Wobei insgesamt wahrscheinlich wie beim Großteil der Erziehung die letzte Konsequenz die Inkonsequenz bleibt. Ich bin da entspannt.
      Wissen für Wintertouren im skandinavischen Winterfjell

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      • ckanadier

        Dauerbesucher
        • 24.02.2011
        • 565

        • Meine Reisen

        #23
        AW: Motivationshilfen

        Vom Kleinkind bzw. Säuglingsalter an sind unsere Kinder unterwegs dabei. Sei es nun beim Segeln, Paddeln, Wandern, Fischen, Jagen etc.. Vieles wird da schnell selbstverständlich und bedarf keiner Motivation.
        Motivation fand eher im Vorfeld statt, durch Gewöhnung an das Vorgelebte, durch Vorlesen, die richtigen Bücher zum selber Lesen, die richtigen Filme.
        Motivation gab und gibt es von uns durch gezieltes Wecken von für gut erscheinenden Bedürfnissen.
        Ist die Unternehmung gut geplant, gibt es eher selten Motivationsbedarf, da die Kinder draußen ihre eigenen Interessen entwickeln und von selbst verfolgen.
        Außer einem Aufmuntern bei normalen Durchhängern wie wir sie selber auch mal haben, gibt es in Ausnahmefällen Motivation durch in Aussicht gestellte Belohnung.
        Wenn ich zuviel motivieren muss, stelle ich erst mal mich selbst und unsere Planung in Frage und merke dann schnell wie sich vorherige Schwierigkeiten in Luft auf lösen.
        Im vergangenen Frühjahr hatte ich ein Tourenziel viel zu weit gesteckt. Mein jüngster Sohn hat mir am dritten Tag in aller Ruhe klar gemacht, dass ich langsamer machen muss. Dem Rechnung getragen war es unsere schönste gemeinsame Tour bisher.

        Jürgen
        http://www.canadierforum.de/t7285f19...Paddel-AB.html

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        • lenchen9988
          Neu im Forum
          • 08.02.2013
          • 6

          • Meine Reisen

          #24
          AW: Motivationshilfen

          Ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen!
          Zwar sind unsere Kids erst 2 und 4 aber der Grosse war letztes Jahr auf seiner ersten selbstgelaufenen Wanderung, ohne Meckern oder Jammern, gute Halbtagestour - er ist mitm Papa einen kleinen Klettersteig geklettert, das war Motivation genug!

          Wir leben ihnen aktiv unsere Lebensgestaltung vor, wodurch sie damit hineinwachsen und Spass und Freude allein an der Unternehmung haben!
          Papa ist bei der Bergrettung, Mama passionierte Weitwanderin/Kletterin!...mehr brauchts nicht!

          Was ihnen sehr grossen Spass bereitet ist ihr "Entdecker - Set" , also Taschenlampe, der grosse hat ein kleines Kindertaschenmesser, Helm, Ferngucker. Becherlupe, Seile, Karabiner etc. etc. ... das wird dann ab und an erweitert und ist Motivation für den nächsten Trip!
          Wir leben hier ringsum von Bergen, das gehen, wandern für uns eine absolute Selbstverständlichkeit, da wir auch kein zweites Auto haben und ich alles zu Fuss mache, bzw. mit dem Rad!
          Zwang gibt es bei uns keinen, wenn sie wirklich einmal nicht mögen, dann suchen wir nach einem anderen Weg/ Lösung!

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          • ChrisColumbus
            Gerne im Forum
            • 16.01.2012
            • 91

            • Meine Reisen

            #25
            AW: Motivationshilfen

            Bei unserem (7 Jahre) sind es zum einen offensichtliche Reize wie das Eis, der Badestrand oder ein Spielplatz oder die Schatzjagd nach dem nächsten Geocache.

            Manchmal läuft er dann aber einfach nur voraus weil die Neugier einfach riesig ist.
            Für die Eltern heißt das dann aber auch, dass im Zweifelsfall doch wieder 1-2kg tolle bunte Steine und "super" Stöcke getragen werden dürfen. Alles darüber hinaus muss dann selbst getragen oder getauscht werden.

            Neue Schätze sind in den Genen von Jägern und Sammlern einfach fest verdrahtet.

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            • Maltespalte

              Erfahren
              • 02.04.2011
              • 451

              • Meine Reisen

              #26
              Motivationshilfen

              Gerade als Motivationshilfe entdeckt, hat bei zwei Jungs ganz gut funktioniert:

              "Wir gehen in jeden McDoof von Oberstdorf bis Meran. Wirklich!"
              Wissen für Wintertouren im skandinavischen Winterfjell

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              • lina
                Freak

                Vorstand
                Liebt das Forum
                • 12.07.2008
                • 37126

                • Meine Reisen

                #27
                AW: Motivationshilfen

                ... gibt’s da eigentlich überhaupt welche?

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                • Philipp
                  Alter Hase
                  • 12.04.2002
                  • 2752

                  • Meine Reisen

                  #28
                  Motivationshilfen - manchmal gar nicht nötig.

                  Manchmal kommt es ganz von selbst: Seit Weihnachten hat unser Großer (5) seine eigenen Langlaufski. Bislang gab es ja kaum Schnee, so daß er nur recht bescheidene Möglichkeiten zum Ausprobieren hatte. Erwartungsgemäß traten die Frustrationserlebnisse schnell ein, Skilaufen war doof, die vielen Stürze brachten ihn schnell dazu, hilflos und mutlos auf dem Hosenboden zu sitzen und zu weinen.

                  Jetzt waren wir das Wochenende über wieder im Schnee, und siehe da, er wollte ganz von selbst seine Ski anschnallen und ausprobieren ! Das hätte ich nie gedacht ! Und plötzlich klappte es auch schon ganz gut. Klar, er schaffte keine großen Distanzen, aber ein paar auf eigenen Ski zurückgelegte Kilometerchen kamen schon zustande. Auch das Hinfallen machte ihm kaum etwas auf, meistens rappelte es sich schnell wieder selbst auf, mal zogen wir ihn wieder hoch, geweint wurde fast nie. Wenn er keine Lust mehr hatte (oder in eigenen Worten müde war - wahrscheinlich stellt diese ungewöhnliche Bewegung hohe Anforderugen an die Konzentrationsfähigkeit eines Kindes), durfte er sich zur Kleinen vorne auf die Pulka setzen und wurde von mir mitgezogen (zwei Kinder durch Tiefschnee zu ziehen ist schon grenzwertig), seine Ski befestigten wir am Gestänge. Während einer solchen Pause sammelte er wieder Kraft für den nächsten Abschnitt. Sogar während der Essenspausen rutschte er ganz freiwillig und lernbegierig herum.

                  Wir waren so erstaunt und erleichtert, daß er als Anerkennung am Abend in der JH sogar ein Winter-Eis spendiert bekam, was ihn selig machte.

                  Solche Momente lassen das Elternherz gleich höher schlagen .

                  Gruß, Philipp
                  "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

                  Kommentar


                  • Christian J.
                    Lebt im Forum
                    • 01.06.2002
                    • 8753

                    • Meine Reisen

                    #29
                    AW: Motivationshilfen


                    Post als Moderator
                    Da es einen zweiten Thread zu exakt dem gleichen Thema gibt, mache ich den hier mal zu und bitte, in dem anderen Thema weiter zu diskutieren.

                    Christian J.

                    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der
                    "Er hat die Finsternis der Latrinen ertragen, weil in der Scheiße nach Mitternacht sich manchmal die Sterne spiegelten"
                    Durs Grünbein über den Menschen

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