Anlegen einer Wildblumenwiese

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  • peter-hoehle

    Lebt im Forum
    • 18.01.2008
    • 5095

    • Meine Reisen

    Anlegen einer Wildblumenwiese

    Hallo liebe Forengemeinde.

    Bei mir am Arbeitsplatz habe ich ca.1600m² Wiese, welche in den letzten 27 Jahren
    immer kurz gehalten wird. Ich möchte von dieser Fläche ca. 600m² in eine
    Blumenwiese umwandeln, welche nur ein mal im Jahr kurz vor dem Fallen der Blätter
    gemäht werden soll. Die Wiese ist oben auf einem Berg (350 m ü NN). Der Untergrund
    ist Kalkstein und liegt direkt in der Sonne, also kein Schatten und meist trocken.
    Die Wiese soll danach optisch was hermachen, denn es ist ein Ausflugsziel.
    Was sollte da eingesäht werden? Wo bekommt man qualitativ guten Samen?
    Im Netz gibt es genug Anbieter. Ich hoffe aber hier auf die Erfahrung von den
    "Blumenwiesengärtnern".
    Besten Dank im Voraus für eure Tipp`s.

    Gruß Peter
    Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  • lina
    Freak

    Vorstand
    Liebt das Forum
    • 12.07.2008
    • 36706

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

    Ich würde mich beim örtlichen NABU erkundigen.

    Hier in der Gegend stehen Infoschilder an den Wildblumenwiesen, die auf eine Zusammenarbeit mit einer Bienenforschungseinrichtung verweisen. Wenn ich mal wieder da vorbeiradel, gucke ich mal nach. Hübsch sehen die Wiesen/Blühstreifen auf jeden Fall aus, Beispiel:



    Außerdem ist wohl erforderlich, im Folgejahr neu zu säen.
    Hier gab es letztes Jahr einen wunderschönen bunten Blühstreifen, dieses Jahr hat sich dort wieder normales Gras durchgesetzt, mit vereinzelten Kleinversionen der Blumen vom letzten Jahr. Es ist natürlich auch möglich, dass die Samenauswahl von vorneherein nicht zum Untergrund gepasst hat.

    Edit: Noch ein Foto dazu gefunden:



    Orangene/gelbe Ringelblumen waren auch darunter, dazu Mohn und Margeriten. Letztere beide wachsen hier eigentlich sowieso, sind dieses Jahr aber nicht mehr wiedergekommen.
    Zuletzt geändert von lina; 10.08.2019, 09:54.

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    • ronaldo
      Moderator
      Lebt im Forum
      • 24.01.2011
      • 9407

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

      Ja, das ist ein guter Tip mit dem NABU. Der Landesbund für Vogelschutz ist in solchen Dingen auch sehr gut, die haben fähige Berater.
      Nicht dass ich der Fachmann wäre, aber mir deucht, das Hauptproblem dürfte zunächst sein, all die Nährstoffe aus dem Boden zu bekommen (supersimplifiziert: je nährstoffarmer, desto blüh). Ein teilweiser Humusabtrag könnte angebracht sein.
      Hältst du uns auf dem laufenden?

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      • peter-hoehle

        Lebt im Forum
        • 18.01.2008
        • 5095

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

        Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
        ... Ein teilweiser Humusabtrag könnte angebracht sein.
        Hältst du uns auf dem laufenden?
        Humusabtrag ist nicht notwendig. Nach 10-20 cm Tiefe kommt der blanke Fels.
        In dieser Fläche wächst zum Beispiel der Violette Sommerwurz.

        Gruß Peter
        Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
        Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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        • Harry
          Meister-Hobonaut

          Alter Hase
          • 10.11.2003
          • 4753

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

          Nix fremdes einsähen sondern standortgerechte Gräser oder Blumen von alleine wachsen lassen.
          Diese dann 1-2 x im Jahr nur mähen oder mulchen.
          Zuletzt geändert von Harry; 11.08.2019, 14:27.
          Gruß Harry.
          Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

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          • Martin206
            Alter Hase
            • 16.06.2016
            • 3438

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

            Zitat von Harry Beitrag anzeigen
            Nix fremdes einsäen sondern standortgerechte Gräser oder Blumen von alleine wachsen lassen.
            Diese dann 1-2 x im Jahr nur mähen oder mulchen.
            +1

            Genau das sollte auch LBV, NABU und Bund Naturschutz (BN) sagen.
            Und was natürlich dort vorkommt hat auch beste Chancen sich selbst auszusähen bzw. sich selbst auszubreiten bzw. zu erhalten.
            Wenn es nicht ganz so "wunderbar-bunt" ist wie man sich's vorstellt, könnte ein kleines Info-Schild aufklären warum, also da "nützlich" vor schön gestellt wurde.

            Peter, evtl. machst Du dort mal eine Exkursion vorab mit zum Thema Blühwiesen/Artenschutz ...dann ist das nicht nur optisch gut, sondern auch noch für eher seltene Insekten u. Kleintiere.
            "Die Tatsache, dass eine Meinung weithin geteilt wird, ist noch lange kein Beweis dafür, dass sie nicht absolut absurd ist." BERTRAND RUSSELL

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            • Abt
              Lebt im Forum
              • 26.04.2010
              • 5726

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

              Hallo Peter,
              ich experimentiere ja auch an meiner naturbelassenen Wiese herum.
              In diesen Jahr einfach mal sehen, was dort so ausblüht bei dir. Ob du Fördermittel beantragst, wäre ein GedankeNa ja.
              Der ureigene Gedanke ist mein eigener Wille.

              Man muss nun nicht alles so machen, wie andere das in den Äther schreiben.

              Ich hab in frühen Jahren hier Krokusse und Osterglocken als Fremdkörper und optischen Tupfer gepflanzt. Mit dem Pflanzholz einfach Löcher in den Boden stechen und dann die Zwiebeln hinenlegen, Erdklümpchen drauf. Fertig. Die hab ich natürlich nicht wieder ausgegraben.
              Die Narzissen hab ich durch zu frühes Mähen im Juno geschädigt. die Krokusse blühen rechtzeitig und ziehen sich zurück.
              Himmelschlüsselblumen blühen auch und Kuhschelle (Annemonen).
              Wenn es nicht gar zu sonnig und trocken ist, würde ich mal Samen vom Fingerhut, Glockenblumen Mohnkapseln sammeln und aussähen. was kommt kommt eben.kostet nichts und du hast ein Naturerlebnis unterwegs.
              Fingerhut liebt keine Konkurrenzpflanzen. Das sind aber nur ein-zweijahrige Pflanzen, dann verschwinden die ohnehin wieder,-oder vermehren sich...
              Als Mähvariante bevorzuge ich immer noch Schnitt. Durch den Mähfaden zerschlägt man das Schnittgut.

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              • peter-hoehle

                Lebt im Forum
                • 18.01.2008
                • 5095

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                Zitat von Abt Beitrag anzeigen
                ... Samen vom Fingerhut, Glockenblumen sammeln und aussähen. was kommt kommt eben...
                Nebenan auf der noch nicht angefressenen Kuhweide steht die Glockenblume.
                Ich befürchte aber, bis der Samen reif ist haben die sie abgefressen.
                Also Glockenblumensamen kaufen und einsähen.
                Fingerhut geht nicht!!!...öffentliches Gelände mit Kinderspielplatz neben der Wiese.

                Gruß Peter
                Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
                Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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                • Bulli53
                  Fuchs
                  • 24.04.2016
                  • 1723

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                  Preiswertes Saatgut für Blühstreifen gibt es sackweise bei Raiffeisen oder ähnlichen landwirtschaftlichen Produkthandlungen.

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                  • Martin206
                    Alter Hase
                    • 16.06.2016
                    • 3438

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                    Oder bei so nem Shop

                    https://www.rieger-hofmann.de/home.html

                    Kann man zumindest gucken was es so gibt.
                    "Die Tatsache, dass eine Meinung weithin geteilt wird, ist noch lange kein Beweis dafür, dass sie nicht absolut absurd ist." BERTRAND RUSSELL

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                    • peter-hoehle

                      Lebt im Forum
                      • 18.01.2008
                      • 5095

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                      Danke für den Tipp. Um so etwas geht es.
                      Heimisch, sortenrein und von guter Qualität.
                      Was dann eingesäht wird/soll muss noch mit den Fachleuten abgesprochen werden.

                      Gruß Peter
                      Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
                      Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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                      • Kuckuck
                        Erfahren
                        • 02.08.2005
                        • 399

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                        Ich habe mit dem Saatgut im Garten nur guteERfahrungen gemacht - allerdings sind die empfohlenen Aussaat zu beachten. Gearde auch angesichts unserer zunehmenden Frühjahrstrockenheiten.
                        Ich mache bei uns in der Gemeinde auch bei einem Blühwiesenprojekt mit. Unserer erste Saatmischung hat leider aufgrund der Trockenheit kaum gekeimt und ist wohlweitgehend vertrocknet. Jetzt haben wir eine "Billigmischung" eingesät, vor allem aus Akzeptanzgründen der ausgesuchten, öffentlich stark beachteten Fläche vor der hiesigen Amtsverwaltung und um die Fläche nach einem Jahr "Schwarzbrache" nicht erneut schier machen zu müssen.
                        Die neue Mischung ist zwar aufgrund von stärkeren Niederschlägen besser gekeimt und es sind jetzt viele Blüten vorhanden. Gleichwohl ist der Insektenbesuch im Vergleich zu meiner Gartenfläche eher dürftig. Außerdem sind es viele Arten, die im nächsten Jahr nicht wieder blühen werden, z.B. Phacelia.
                        Insofern lohnt auch nach meiner persönlicher ERfahrung dias Verwenden von höherwertigem, regionalem Saatgut. Ich erfreue mich jetzt schon 5 Jahre daran. Wichtig ist vor allem eine späte Mahd. Ein Teil der Fläche ist noch immer nicht gemäht und ich warte noch weiter auf das Reifen der Samen.
                        Kuckuck

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                        • Abt
                          Lebt im Forum
                          • 26.04.2010
                          • 5726

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                          Als ich vor 25 Jahren mein Gelände hier kaufte, hab ich nach der Beräumung und Einebung auch eine gekaufte Rasenmischung ausgesäht und ein Desaster erlebt. Ich schiebe es einfach auf die Überlagerung des Saatgutes. Daher bin ich sehr vorsichtig mit solchen Angaben wie ...gibt es sackweise im Baumarkt...
                          Der Nachbar hat auch aus dem Baumarkt gekauft, und ein grüner Teppich hat sich gebildet.

                          Inzwischen liegen Phasen der Erprobung und Rückschläge dazwischen. Das A und O scheint wirklich am späten Schnitt zu liegen. Die Mehrzahl der Grünmasse bilden ohnehin Gräser.
                          Unterscheiden zwische Anlegen einer Neuwiese (umackern, eggen und ansähen) und dem dazu pflanzen/einsähen auf kleinen Flächen.
                          Ansonsten wird die Monotonie von Wirtschaftlichkeit immer vorgehen.

                          Kommentar


                          • Enja
                            Alter Hase
                            • 18.08.2006
                            • 4213

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                            Bei meiner momentanen Wanderung geht es überwiegend durch Felder. In der Nähe der Orte haben die einen Blühstreifen die Wege entlang. Verziert mit all den hübschen Schildern zum Thema Bienenweide etc. Direkt daneben beginnen die Felder, in denen kein einziges Kraut neben Getreide oder was auch immer wächst. Sieht unheimlich aus.

                            Eines Tages schönen Tages traf ich unterwegs einen Botaniker. Der war auf diese Streifen gar nicht gut zu sprechen. Einerseits sei es völlig nutzlos, sie so schmal und direkt neben die Glyphosat-getränkten Ackerflächen zu legen. Und andererseits sei das die Sackware aus dem Baumarkt mit ihrer typischen Mischung. Die weder zum Boden noch zu den anzulockenden Insekten passe. Nabu-Schilder waren da genug dran.

                            Ganz so einfach ist das offensichtlich nicht, wenn es nicht nur bunt aussehen soll, sondern auch Sinn machen.

                            Praktischerweise bekamen wir auch noch ein Discounter-Blumenwiese-Tütchen in die Hand gedrückt. Zum Ausstreuen im eigenen Garten.

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                            • eames68
                              Erfahren
                              • 15.05.2017
                              • 137

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                              Zitat von Harry Beitrag anzeigen
                              Nix fremdes einsähen sondern standortgerechte Gräser oder Blumen von alleine wachsen lassen.
                              Diese dann 1-2 x im Jahr nur mähen oder mulchen.
                              +1

                              "Natur aus der Saatguttüte" ist meiner Meinung nach Unfug bzw. ein Widerspruch in sich. Gerade an einem anspruchsvollen Standort wie dem vom TO Beschriebenen (felsig, trocken, kalkhaltig).

                              Einfach wachsen lassen und zweimal im Jahr mähen. Die zum Boden/Standort passende Wildpflanzengesellschaft wird sich dort von selbst einstellen und durchsetzen. Etwas Geduld sollte man schon haben.

                              Ich beobachte das derzeit auf unserem Grundstück, wo sich der Rasen in den letzten 3 Jahren durch mangelnde "Pflege" (Verzicht auf wässern, düngen, kurz schneiden) in eine Blumenwiese verwandelt hat. Vielleicht keine so bunte wie auf dem Foto auf den Saatguttüten, aber es ist eine schön anzusehende Artenvielfalt entstanden und Insekten hat's auch immer mehr.

                              Kommentar


                              • Sarekmaniac
                                Freak

                                Liebt das Forum
                                • 19.11.2008
                                • 10781

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                                Hallo Peter, das klingt nach einem tollen projekt.

                                Ich möchte mich Harry und eamus68 anschließen: Was Du schilderst: Trocken, Südhang, sonnig, Kalk, klingt nach einem (ökologisch gesehen) wertvollen Stück Land. Außerdem seit fast 30 Jahren gemäht, also nicht verbuscht, und bestimmt sehr mager.

                                Ich würde vermuten: Es ist eine Wildblumenwiese. Violetter Sommerwurz (sicher keine "Allerweltsart") und Schafsgarbe (an der parasitiert der Sommerwurz) wachsen ja in jedem Fall schon dort.

                                Über den Satz:

                                Die Wiese soll danach optisch was hermachen, denn es ist ein Ausflugsziel.
                                Solltest Du noch mal nachdenken. Umpflügen und einen "bombastischen" Blühstreifen einsähen, würde die Fläche eventuell eher "gefährden". Auch wenn das die Erwartungshaltung von Besuchern ist, das "was Gutes für die Insekten" auch optisch ansprechend sein muss.

                                Zumal vorher in jedem Falle herauszufinden wäre, ob es überhaupt erlaubt ist, das Grünland (ich nehme ja an, Außenbereich) einfach so umzubrechen.

                                Was ich machen würde:

                                1) Bestandsaufnahme: Was wächst denn da jetzt schon? Jetzt blüht ja nicht mehr viel. Am besten im nächsten Frühjahr, Frühsommer mit einem Fachmann (z.B. NABU anfragen), der vorhandene Arten bestimmen und die Fläche beurteilen kann.

                                2) Mit fachlicher Hilfe ein Mahdregime festlegen, was die bestehenden Arten erhält/verstärkt.

                                3) Wie ist es mit der direkten Umgebung bestellt? Gibt es dort intakte Wiesen, aus denen weitere Arten einwandern können?

                                4) Falls ja, reicht abwarten.

                                5) falls, nein, oder zusätzlich zu 4) : z.B von artenreichen Wiesen der Umgebung frischen Drusch übertragen (das "gespendete" Heu wird auf der Wiese verteilt, und die darin enthaltenen Samen verteilen sich in der Wiese). Oder passendes Regiosaatgut (passende Region, passender Wiesentyp) kaufen und in der bestehenden Wiese einsäen. Man kann auch in der Umgebung Samen mit der Hand sammeln, aber das ist natürlich viel Arbeit, und man muss die Arten kennen.

                                Zu den Maßnahmen könnte man eine Infotafel machen, und dann in die Teilfläche ein paar schmale Spazierwege reinmähen und die durch regelmäßiges Mähen kurz halten. Dann auf das Schild noch schreiben: "Vorsicht Zecken! Betreten auf eigene Gefahr.", Dann sollte eine ausreichend Besucherlenkung gegeben sein, dass Eure Naturwiese nicht plattgetrampelt wird.

                                Stell mal Bilder ein von Eurer Wiese!
                                Zuletzt geändert von Sarekmaniac; 28.08.2019, 14:16.
                                Eshche odin zhitel' Ekaterinburga zabralsja na stolb, chtoby dokazat' odnoklassnice svoju bespoleznost'.
                                (@neural_meduza)

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                                • Sarekmaniac
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                                  • 19.11.2008
                                  • 10781

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                                  Und ergänzend:

                                  https://www.thueringen.de/mam/th9/in...eil._gl-fl.pdf

                                  Ein PDF des thüringischen Landwirtschaftsministeriums über die Kennarten für "artenreiches Grünland", differenziert nach Wiesentypen (feuchte, trockene Standorte)

                                  Das wäre ein Ausgangspunkt, um festzustellen, welche Arten auf Eure Wiese, wenn sie artenreich ist/werden soll, typischerweise vorkommen sollten, und gegebenfalls gezielt von euch angesiedelt werden könnten, falls nicht vorhanden.
                                  Eshche odin zhitel' Ekaterinburga zabralsja na stolb, chtoby dokazat' odnoklassnice svoju bespoleznost'.
                                  (@neural_meduza)

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                                  • nunatak

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                                    • 09.07.2014
                                    • 2708

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                                    Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
                                    Hallo Peter, das klingt nach einem tollen projekt.

                                    Ich möchte mich Harry und eamus68 anschließen: Was Du schilderst: Trocken, Südhang, sonnig, Kalk, klingt nach einem (ökologisch gesehen) wertvollen Stück Land. Außerdem seit fast 30 Jahren gemäht, also nicht verbuscht, und bestimmt sehr mager.

                                    Ich würde vermuten: Es ist eine Wildblumenwiese. Violetter Sommerwurz (sicher keine "Allerweltsart") und Schafsgarbe (an der parasitiert der Sommerwurz) wachsen ja in jedem Fall schon dort.

                                    Über den Satz:



                                    Solltest Du noch mal nachdenken. Umpflügen und einen "bombastischen" Blühstreifen einsähen, würde die Fläche eventuell eher "gefährden". Auch wenn das die Erwartungshaltung von Besuchern ist, das "was Gutes für die Insekten" auch optisch ansprechend sein muss.

                                    Zumal vorher in jedem Falle herauszufinden wäre, ob es überhaupt erlaubt ist, das Grünland (ich nehme ja an, Außenbereich) einfach so umzubrechen.

                                    Was ich machen würde:

                                    1) Bestandsaufnahme: Was wächst denn da jetzt schon? Jetzt blüht ja nicht mehr viel. Am besten im nächsten Frühjahr, Frühsommer mit einem Fachmann (z.B. NABU anfragen), der vorhandene Arten bestimmen und die Fläche beurteilen kann.

                                    2) Mit fachlicher Hilfe ein Mahdregime festlegen, was die bestehenden Arten erhält/verstärkt.

                                    3) Wie ist es mit der direkten Umgebung bestellt? Gibt es dort intakte Wiesen, aus denen weitere Arten einwandern können?

                                    4) Falls ja, reicht abwarten.

                                    5) falls, nein, oder zusätzlich zu 4) : z.B von artenreichen Wiesen der Umgebung frischen Drusch übertragen (das "gespendete" Heu wird auf der Wiese verteilt, und die darin enthaltenen Samen verteilen sich in der Wiese). Oder passendes Regiosaatgut (passende Region, passender Wiesentyp) kaufen und in der bestehenden Wiese einsäen. Man kann auch in der Umgebung Samen mit der Hand sammeln, aber das ist natürlich viel Arbeit, und man muss die Arten kennen.

                                    Zu den Maßnahmen könnte man eine Infotafel machen, und dann in die Teilfläche ein paar schmale Spazierwege reinmähen und die durch regelmäßiges Mähen kurz halten. Dann auf das Schild noch schreiben: "Vorsicht Zecken! Betreten auf eigene Gefahr.", Dann sollte eine ausreichend Besucherlenkung gegeben sein, dass Eure Naturwiese nicht plattgetrampelt wird.

                                    Stell mal Bilder ein von Eurer Wiese!
                                    Guter Vorschlag. Was die vorkommenden Arten betrifft, kannst du gern hier auch Bilder einstellen, wenn du keinen Pflanzenkenner vor Ort findest. Zusammen bekommen wir schon raus, was bei dir wächst

                                    Mit der Sommerwurzart Orobanche purpurea hast du schon eine wirklich seltene Zeigerart (RL 2) für mehr oder weniger nährstoffarme Verhältnisse. Die Wiese wird sich automatisch weiterhin gut entwickeln, wenn du sie nicht düngst, nicht zu früh (ab Anfang Juni) und nicht mehr als 1-2 mal/Jahr mähst. Bei nur einmaliger Mahd nicht erst im September mähen, weil du sonst eine Versaumung bekommst mit spät blühenden Arten der Säume bei Verdrängung seltener früher blühender Arten. Für eine solche Wiese kann man fast schon pauschal sagen, dass man damit nichts falsch machen kann.

                                    Auf keinen Fall umbrechen, das halte ich auch zum einen für verboten und du bekommst erstmal für lange Zeit Ruderalarten rein. Samen einbringen musst du nicht unbedingt und wenn dann nur echte Wiesenarten wie Margerite, Witwenblume, Wiesenflockenblume etc.. Normalerweise wandern andere Arten mit der Zeit von außen ein, wenn es auch andere ordentliche Wiesen gibt im weiteren Umfeld. Wenn du unbedingt einsähen möchtest, funktioniert da meist nur, wenn du kleine(!) offene Stellen schaffst, damit die Sämlinge hochkommen.

                                    Eigentlich reicht es doch aus, wenn man eine Blumenwiese von der Seite aus einsehen kann. Mit dem hohen Gras passiert es eher selten, dass Leute reinlatschen. Und wenn das nicht ständig passiert, schadet das der Wiese nicht wirklich. Gehstreifen anlegen führt wahrscheinlich bei häufiger Begehung eher zu einer Störung in diesem Bereich.

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                                    • peter-hoehle

                                      Lebt im Forum
                                      • 18.01.2008
                                      • 5095

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                                      Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
                                      ...Stell mal Bilder ein von Eurer Wiese!
                                      Hier ein Bild der Fläche. Sie ist etwa 350 m² groß.



                                      Da sie 25 Jahre gemäht wurde (mit Rasenmäher...und oft) sieht sie jetzt nach einem Jahr ohne mähen so aus.
                                      Auf der gegenüberliegenden Seite ist noch eine Fläche von 150m².
                                      Im Bestand gibt es Schafgarbe, Johanniskraut, Disteln, Gänseblümchen ????.
                                      Im September werden die Flächen mit einem Mulcher bearbeitet. Nächstes Jahr soll eingesäht werden.
                                      Mir schwebt vor, ein paar optische Punkte in die Wiese einzusähen.
                                      Wegwarte, Klatschmohn, Kornblume, Glockenblume...
                                      Die Beschilderung ist auch schon ausgesucht. klick.
                                      Da es ein touristisches Ausflugsziel ist, sollte eben es auch optisch etwas hermachen.

                                      Gruß Peter
                                      Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
                                      Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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                                      • Sarekmaniac
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                                        Liebt das Forum
                                        • 19.11.2008
                                        • 10781

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: Anlegen einer Wildblumenwiese

                                        Mulchen und einsäen passt nicht zusammen. Abmähen, einige Tage trocknen lassen, zusammenrechen und abräumen (bei der geringen Größe der Fläche mit Motorsense, Rechen und Heugabel ein Klacks).

                                        Klatschmohn und Kornblume sind keine Wiesenblumen, sondern Acker(un)kräuter. Die brauchen offene Bodenstellen (Wegwarte auch), sonst werden sie nicht hochkommen.

                                        Also wenn das Mähgut weg ist, eventuell einige sowieso schon schüttere, kahle Bereiche mit einer Harke manuell nachbearbeiten. Man sieht schon auf dem Bild Stellen die sich dafür anbieten. Beispielsweise die Flanke des kleinen "Hügels" rechts.

                                        Einsäen würde ich direkt danach, also jetzt im September, Oktober.
                                        Zuletzt geändert von Sarekmaniac; 29.08.2019, 09:41.
                                        Eshche odin zhitel' Ekaterinburga zabralsja na stolb, chtoby dokazat' odnoklassnice svoju bespoleznost'.
                                        (@neural_meduza)

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