Tag 1 - Fr. 22.08.25: Bodø - Fauske – Sulitjelma – Lomihytta
Strecke: ca. 9km, 2 ½ h, 500Hm
Schön ausgeschlafen gönne ich mir ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. Das Buffet ist reichlich und lecker. Während des Frühstücks checke ich die Wetterlage für die kommenden Tage. Hm... Für Sulitjelma und Pieskehaure ist für heute ab dem frühen Abend bis mindestens morgen Nachmittag Regen angesagt.

Ab Sonntag Mittag soll sich dann aber eine stabile Schönwetterperiode ausbilden. Gut, einen Tag schlecht und dann soll es gut werden?! Das klingt doch vielversprechend.

Ich schaue mir auch die Wettervorhersage für meine Plan B & C – Lösungen an, aber diese weichen nur wenig von der Sulitjelma-Prognose ab oder sind eher schlechter. Gut, dann bleibts bei meinem ursprünglichen Plan von Sulitjelma nach Schweden rüber, dann als Grenzgänger in den Junkerdalen Nationalpark mit noch offenem Ausstiegspunkt.
Nach dem Frühstück packe ich meinen Kram und mache danach einen kleinen Spaziergang durch die nähere Umgebung bei leicht bewölktem Wetter. Ich habe allerdings Hummeln im Hintern und möchte endlich los auf Tour. Daher gehe ich wieder zurück, deponiere meine Reservekleidung im Hotel und nehme schon den Bus um kurz nach halb 12 Uhr gen Fauske. Mein Anschluß nach Sulitjelma fährt zwar erst um 16 Uhr ab Fauske, aber die Wartezeit kann ich genauso gut dort vertrödeln. In Fauske angekommen versorge ich mich beim Coop mit einem Mittagssnack und verziehe mich dann an die Fjordpromenade zum Essen und Vögel beobachten. Tatsächlich kann ich weit entfernt auf dem Fjord eine Schmarotzerraubmöwe beobachten, die ihrem Namen alle Ehre macht und den heimischen Möwen versucht ihre Nahrung abzuschmarotzen. Leider war es zu weit für Bilder... Ich nutze die Zeit um mir das schöne Aussengelände des Fauske Folk Museum anzuschauen. Dabei entdecke ich diese interessanten Marmortische im Wasser:
Die beiden Marmortische im im Fauskevika / Skjerstadtfjorden stellen eine Skulptur „Ein gedeckter Tisch“ des Künstlers Per Barclay dar.
Um Punkt 16 Uhr rollt der Bus vom Zentrumsterminal ab und nach einer weitgehend ereignislosen Fahrt komme ich um etwa 17 Uhr in Sulitjelma an der Kirche an. Es ist kühl mit knapp unter 10°, es nieselt bereits und so mache ich meinen Rucksack und mich regenfest. Dann nehme ich den langen Anstieg in Angriff mit meinem etwas über 25 kg schweren Rucksack. Das erste Stück auf der Straße komme ich gut voran. Am Abzweig nehme ich links den Pfad anstelle der Straße, was ich ein paar hundert Meter weiter bereuen werde. Der Pfad ist mittlerweile ziemlich zugewachsen, so dass der Weg nun dank des Regens wie eine Waschstraße fungiert und ich mich noch dazu durch die Birken und Gebüsche arbeiten muss. Bäh! :motz:Ich schrecke zwei Moorschneehühner und ein paar weitere Vögel auf. Endlich komme ich an eine Lichtung und kann dort die Aussicht über Langvatnet und Richtung Fagerli / Daja geniessen, nachdem ich meine Brille trockengelegt habe.
Freier Blick am Anstieg nach Ny Sulitjelma. Man sieht schön über den Langvatnet auf Fagerli und den gut wasserführenden Balmielva.
Eines der beiden Moorschneehühner am Anstieg Richtung Ny Sulitjelma
Wenig später stosse ich dann wieder auf die Straße und kurze Zeit später bin ich dann schon oben am Abzweig. Dort nehme ich den Tourpfad Richtung Lomi. Die Sicht ist - nun ja - bescheiden... Es hat sich mittlerweile richtig eingeregnet und die Wolken hängen sehr tief. Ich folge dem Pfad und entdecke dennoch den ein oder anderen Hinweis auf bergbauliche Tätigkeiten, z.B. Halden oder Stollen. Bei dem Wetter halte ich mich daran aber nicht lange auf und außerdem ist es bald 19 Uhr. Der Pfad führt in einem auf und ab durch eine Landschaft von der ich kaum etwas erkennen kann, denn die Sicht wird durch die einsetzende Dämmerung immer schlechter. Um halb Acht entdecke ich unvermittelt rechts vor mir die Lomihytta. Ich überlege kurz zwischen zelten oder abhütten, schwenke dann in Richtung Hütte ab. Zunächst scheint die Hütte dunkel darzuliegen, aber es riecht nach verbranntem Holz. Als ich an der Hütte ankomme sehe ich dann auch Licht und im Inneren drei Personen. Okay, die Hütte hat nur 4 Plätze... Innerlich hatte ich mich schon mit einem Aufenthalt in der Lomihytta angefreundet, aber mal schauen ob das passt.
Ich betrete den Vorraum der Hütte, der gleichzeitig als Küche fungiert. Dort schlüpfe ich aus meinen nassen Regensachen und betrete die warme Stube. Die Stube ist eng, vollgestellt mir Rucksäcken und drei Norwegerinen sitzen dort gerade beim Essen. Ich stelle mich kurz vor und Frage, ob noch ein Bett frei wäre. Das wird wenn auch nicht euphorisch bejaht. Ich danke, trage mich in das Hüttenbuch ein und verziehe mich erstmal wieder in den Vorraum um mir trockene Sachen anzuziehen. Ich nutze direkt die Küche um mir einen Tee sowie Wasser für einen leckeren Rentiereintopf zu kochen. Danach geselle ich mich mit Essen und trinken zu den Damen in die Stube. Diese kommen aus der Nähe von Mo I Rana und sind für einen Wochenendtrip in der Gegend. Wir unterhalten uns über die geplanten Touren sowie über dies und das. Die drei Damen erklären, dass sie morgen trotz schlechter Wettervorhersage in jedem Fall zur Tjalalveshytta wollen. Ich entgegne, dass ich morgen eigentlich weiter Richtung Schweden und Pieskehaure möchte, so fern das Wetter halbwegs mitspielt. Irgendwann ist es nach 22 Uhr und ich verziehe mich geschafft ins Bett.
Zugemauerter alter Bergwerksstollen. Dieser gehörte entweder noch zur Grube Gudrun
oder wurde im Zuge der Wasserkraftnutzung angelegt.
Schlechte Sicht auf dem Weg zum Lomivatnet. Zum Glück ist der Pfad gut ausgetreten und deutlich markiert.
Die Lomihytta ist bei einsetzender Dämmerung und schlechter werdenden Wetterbedingungen gerade noch auszumachen.