Seite 8 von 9 ErsteErste ... 6789 LetzteLetzte
Ergebnis 141 bis 160 von 161
  1. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Mitreisende: slarti, berniehh, BohnenBub
    Zitat Zitat von BohnenBub Beitrag anzeigen
    ...Wie schon oft gesagt hoffe ich sehr, dass dich die Kombination aus deiner unglaublichen Intuition gepaart mit Glück nie verlassen werden...
    Diesen Wünschen möchte ich mich gerne anschließen. Bin gerne "virtuell" mitgewandert. Berni, wenn ich gewußt hätte, daß du auch über den Tarsalamu willst, hätte ich vielleicht mit Infos von einem "Trekking-Pionier" helfen können, der leider nicht mehr unter uns weilt. Ich habe von Uli F. noch einige alte Beschreibungen und Skizzen, u.a. auch vom Tarsalamu La.





    Diese hätten dir bestimmt auch heute noch bei der Orientierung geholfen. Das 3. Tal nach Khanjar wäre wohl richtig gewesen...
    Geändert von simurgh (03.12.2017 um 17:35 Uhr)
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  2. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Hier müßte der Pass doch richtig markiert sein, oder?
    http://wikimapia.org/#lang=de&lat=32...67125&z=15&m=b
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  3. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Zitat Zitat von simurgh Beitrag anzeigen
    Berni, wenn ich gewußt hätte, daß du auch über den Tarsalamu willst, hätte ich vielleicht mit Infos von einem "Trekking-Pionier" helfen können, der leider nicht mehr unter uns weilt. Ich habe von Uli F. noch einige alte Beschreibungen und Skizzen, u.a. auch vom Tarsalamu La.





    Diese hätten dir bestimmt auch heute noch bei der Orientierung geholfen. Das 3. Tal nach Khanjar wäre wohl richtig gewesen...
    Simurgh, Vielen Dank für die angehängten Skizzen Sehr interessant
    Aus denen geht eindeutig hervor daß der Tarsalamu der Pass ist auf dem ich auch gewesen bin (3rd Valley) = (aus meiner Richtung gesehen 1.Tal). = nur mit Bergsteigerausrüstung machbar.

    Der Passübergang den ich auserkoren hatte ist auf seiner Skizze als 2nd Valley markiert. (aus meiner Richtung gesehen 2.Tal) = vermutlich auch ohne Seil und Bergsteigerausrüstung machbar.

  4. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Zitat Zitat von simurgh Beitrag anzeigen
    Hier müßte der Pass doch richtig markiert sein, oder?
    http://wikimapia.org/#lang=de&lat=32...67125&z=15&m=b
    ja auf den Pass war ich.

    Der Pass, den ich meine, ist hier:
    32°51'57.75"N 76°57'41.76"E
    Geändert von berniehh (03.12.2017 um 18:28 Uhr)

  5. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Hmmm ... in der mehrseitigen Beschreibung dieses Treks lese ich über den Abstieg:

    [...] Vom Pass sehr steil hinab über Schnee oder Felsen (Seil oder Reepschnur zur Sicherung dringend anzuraten!) ins Gletscherbecken, Camp auf dem Gletscher (ca. 4800m).[...]
    Uli war auf diesen Touren aber meines Wissens auch nie solo unterwegs, sondern immer mit ortskundigen Einheimischen.
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  6. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    [...] Vom Pass sehr steil hinab über Schnee oder Felsen (Seil oder Reepschnur zur Sicherung dringend anzuraten!) ins Gletscherbecken, Camp auf dem Gletscher (ca. 4800m).[...]
    genauso habe ich es auch gesehen. Schnee war da oben zwar keiner mehr, nur ein sehr steiler Felshang, gemischt mit loosen Steinen und Geröll. Der Abstieg war mir ohne Seil zu heikel

  7. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Das Mitlesen ist echt spannend. Danke!

  8. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Die Anreise

    Meine nächste Etappe startet in Sarchu, 90 Kilometer von Keylong auf der Straße nach Leh. Dort hinzukommen ist kein Problem. Man nimmt einfach einen der täglich verkehrenden Busse nach Leh und fährt bis nach Sarchu mit. Es sind fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit für 160 Rupees (=knapp über 2 Euro).

    Die Straße von Keylong nach Leh ist teilweise zwar noch ziemlich schlecht und holperig, aber mittlerweile schon besser ausgebaut, mit mehr Verkehr und weniger abenteuerlich, wie ich sie noch von meiner ersten Indienreise in Erinnerung habe. Landschaftlich zählt sie mit zu den spektakulärsten Highwaystrecken Asiens, die über mehrere hohe Pässe führt. Man sollte also versuchen im Bus einen guten Platz zu erwischen, von dem aus man die Landschaft bestmöglichst genießen kann.


    nach etwa einer Stunde Fahrtzeit, kurz nach Sonnenaufgang, gibt´s die erste Teepause in Darcha. Dieses 300-Einwohner-Dorf ist die letzte permanent bewohnte Siedlung für die nächsten 11 Stunden Busfahrt Richtung Leh.


    kurzer Stop in Darcha! Bei Darcha zweigt übrigens das Tal Richtung Shingo La ab, in dem ich urprünglich rein wollte.


    aus dem Busfenster fotografiert. Von Darcha sind es noch viereinhalb Stunden Fahrt bis Sarchu. Die Strecke führt über den fast 4900 m hohen Baralacha La.




    spektakuläre Landschaft auf der Fahrt nach Sarchu.
    Wenn man auf Vergrößerung klickt, sieht man unten auf dem Talboden eines der vielen Straßenbauarbeitercamps, die auf der Strecke nach Leh recht zahlreich vertreten sind.



    hinter dem Baralacha La führt der Highway durch ein weites offenes Hochtal. Dieses Bild ist auf 4690 m Höhe gemacht.


    ....hier die nächste Pause. Ein paar Essenszelte säumen den Straßenrand.


    der Bus stoppt für ne halbe Stunde, so daß man genug Zeit hat was zu essen.


    dann ist es nicht mehr weit nach Sarchu,.......wieder aus dem Busfenster fotografiert


    Ankunft in Sarchu, das in einem weiten Hochtal auf 4290 m liegt, wo mehrere Täler zusammenfließen.
    Sarchu ist kein permanent bewohnter Ort, sondern besteht nur aus einem Polizeiposten und einer Ansammlung von Hotels und Restaurants, die als einfache Wellblechhütten links und rechts die Straße säumen.



    eines der 5-Sterne Hotels in Sarchu


    der Bus fährt weiter nach Leh und ich starte hier in Sarchu meinen letzten Trekkingabschnitt


    bevor ich loslaufe gehe ich in einem der Etablissements noch was Essen.



    Dritter Trekkingabschnitt

    Durch die Zanskar Schluchten

    335 Kilometer

    25 Tage


    Dieser Trekkingabschnitt führt über 9 Pässe durch das Zanskar Gebirge, 6 davon über 5000 m hoch und die restlichen um die Ende Viertausend.
    Es geht durch die einsamste Gegend seit meinem Start in Srinagar. Keine bewohnten Dörfer, keine Nomadencamps, nur alle paar Tage mal eine organisierte Trekkinggruppe. Erst ab dem 20.Tag (im oberem Markha Valley) habe ich einige Hirten gesehen.

    Die Landschaft ist völlig anders wie in den vorigen beiden Abschnitten.
    Das Zanskar Gebirge ist Teil des Himalayas, recht schroff und durchzogen mit einem Labyrinth tief eingeschnittener Schluchttäler.

    Aufgrund seiner Lage im Regenschatten des Himalaya Hauptkammes, erhält das Zanskar Gebirge nur wenig Niederschläge. Entsprechend trocken und steppenartig ist die Vegetation.

    Ein Großteil meiner Route führt durch den Hemis Nationalpark, Indiens größtem Nationalpark, eine abgelegene alpine Hochregion zwischen 3300 und 6100 m Höhe.

    Landschaftlich ist diese Route absolut Hammermäßig!!

    1. und 2.Tag Lingti Chu Valley


    1.Tag: Um 11:00 starte ich. In Sarchu (4290 m) verlasse ich die Straße, wander hier runter zum Fluss, dann furten und auf der anderen Seite das hier im Hintergrund zu sehende weite offene Hochtal des Lingti Chu aufwärts.


    die Flusssenke ist zwar etwas gestrüppig, man findet aber überall genügend Lücken, wo man problemlos durchkommt.


    auch das Furten ist kein Problem


    hier treffe ich eine organisierte Trekkinggruppe, die auch gerade den Fluss furtet. Sie sind aus Padum über den 5570 m hohen Phirtse La gekommen und beenden hier in Sarchu ihre Tour.
    Seitdem sich der Shingo La als Trekkingroute erledigt hat, scheint sich der Trek über den Phirtse La zur neuen Standardroute zu entwickeln. Ich treffe hier im Schnitt eine organisierte Gruppe pro Tag.



    Blick zurück nach Sarchu, das man auf der anderen Flussseite oberhalb der Böschung am rechten Bildrand sieht.


    nochmal letzter Blick zurück nach Sarchu, bevor die Zivilisation entdgültig aus der Sicht verschwindet


    Lingti Chu Fluss


    ich folge den gut sichtbaren Pfad das Lingti Chu Valley aufwärts Richtung Phirtse La.


    es geht durch ein weites offenes Hochtal!
    Vorteil: schnelles Vorwärtskommen
    Nachteil: landschaftlich wird es mit der Zeit monoton.
    .....aber das ändert sich spätestens morgen. Ab dann wird´s mega spannend



    Lingti Chu Valley


    es wird Zeit das Camp aufzuschlagen und dahinten ist eine gute Stelle


    Camp 1 (4420 m)


    2.Tag: weiter geht´s das Lingti Chu Valley aufwärts.


    nach 4 Kilometer erreiche ich diese große Talgabelung.


    ich werde von einer Gruppe Einheimischen überholt, die über den Surichun La nach Kargiak wollen.


    auf ihren Pferden sind sie recht flott unterwegs.


    hier an der Talgabelung muss der Fluss gefurtet werden.


    die Furtstelle ist etwas heftig, aber geht


    hübsche Landschaft....


    Blick ins linke Tal


    ich folge weiter den gut erkennbaren Pfad das rechte Tal rein Richtung Phistse La.


    nochmal Blick zurück ins linke Tal


    Blick zurück - ich verlasse den Pfad, furte nochmal den Fluss und wander weglos auf der orographisch linken Seite weiter talaufwärts.


    Blick zurück zur anderen Flussseite - dort sieht man den Pfad zum Phirtse La den Hang entlangführen.


    kurz darauf die nächste Talgabelung. In´s linke Tal führt der Pfad Richtung Phirtse La und Surichun La.
    Ich wander weglos das rechte Tal aufwärts zu meinem ersten namenlosen Fünftausender Pass.



    nochmal Blick zurück


    dieses Tal geht´s aufwärts. Momentan sieht noch alles recht problemlos aus.




    weglos um Flussbett




    Camp 2,......die letzten grünen Grasflächen auf 4700 m Höhe.
    Geändert von berniehh (07.12.2017 um 00:04 Uhr)

  9. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Immer wieder absolut unglaublich, Deine Touren! Echt Hammer, mega - ach was, da gibt es gar keine passenden Worte mehr für!
    Danke, dass Du uns teilhaben läßt!

  10. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    3. und 4.Tag über den namenlosen Pass Nr.16 ins Tsarap Valley

    Gestern auf dem Pfad Richtung Phirtse La habe ich die letzten Leute getroffen. Für die nächsten 4 Tage treffe ich niemanden mehr.......


    3.Tag: Weglos wander ich weiter im Flussbett talaufwärts zum ersten Fünftausender Pass, ein namenloser und unbekannter Pass.
    Kurz hinter meinem Camp passiere ich die letzten spärlichen Grasflächen.



    ab dann wird es völlig vegetationslos, ein karges grau-braunes Fels- und Gerölltal. Es sind noch 7 Kilometer bis zum Fuße des Passes.


    nach einiger Zeit erreiche ich die obere Talgabelung, hier biege ich ins linke Tal. Das Tal ist eng eingeschnitten, das Flussbett schmal und flach, leicht bewanderbar. Die Höhe in Verbindung mit meinem schweren Rucksack macht mir aber etwas zu schaffen


    es sind noch einige Kilometer bis zum Fuße des Passes......


    echt faszinierende Gegend hier






    nach 7 Kilometer schlage ich im eng eingeschnittenen Bachbett am Fuße des Passes mein Zelt auf. Es wurde nur ein halber Wandertag.
    Camp 3 (4910 m)
    Es fehlen noch fast 400 Höhenmeter zur Passhöhe. Der direkte Aufstieg ist zu steil und die Routenfindung gestaltet sich etwas komplizierter



    von meinem Camp steige ich mal ein Stück nach oben für eine coole Aussicht


    Blick von meinem Camp Richtung Talende.

    4.Tag: Weil man bis hinter dem Pass nun kein Wasser mehr findet fülle ich meine Trinkflaschen auf. Wie schon geschrieben, der direkte Aufstieg zum Pass ist zu steil. Vom Camp steige ich in einem kleinen nach Westen hochführenden bachlosen Talzweig und folge ihn für einen Kilometer aufwärts, bis auf 5000 m. Dann den recht steilen Geröllhang direkt nach oben bis zur 5300 m Höhenline. Nun für einen Kilometer den steilen Hang traversieren zurück nach Osten zum Pass. Das hat etwas gedauert weil ich erstmal ausgekundschaftet habe.....


    den steilen Geröllhang geht´s direkt nach oben. Blick zurück in den kleinen bachlosen Talzweig.


    Blick diesen trockenen Talzweig nach oben


    je weiter nach oben ich komme, desto cooler wird die Aussicht


    Blick runter in das Tal, das ich gestern hochgewandert bin.









    Auf der Passhöhe mache ich Mittagspause
    Pass Nr.16 (5300 m)



    grandiose Aussicht über das karge Zanskar Gebirge - hier blickt man in das Tal das ich hochgekommen bin




    auf der anderen Seite geht´s dieses karge Tal abwärts.
    Dort unten im Flussbett sieht man einen kleinen Bach. Der versickert kurz darauf aber wieder im Grund und taucht zwei Kilometer weiter talabwärts wieder auf.


    Wegen einer firnbedeckten Steilabbruchkante ist der direkte Abstieg zu gefährlich. Vom Pass steige ich links noch für 25 Meter höher zu einem kleinen Felsnippel, dahinter dann den steilen Geröllhang runter auf die kleine flache Bachsenke.


    Abstiegsroute vom Pass


    über Steine und Geröll geht´s runter zu einer Talgabelung dort vorne


    bei der Talgabelung in 4750 m Höhe taucht der Bach wieder auf.


    weglos geht´s weiter das karge Tal abwärts Richtung Tsarap Valley.




    das Tal wird spektakulärer, eng und schluchtig




    Drei Kilometer von der Talgabelung schlage ich mein Zelt auf.
    Camp 4 (4540 m).
    Es sind noch über 15 Kilometer bis dieses Schluchttal ins Tsarap Valley einmündet, mit dem mulmigen Gefühl daß es vielleicht irgendwann nicht mehr weitergehen könnte. Hoffentlich ist dieses Tal passierbar
    Geändert von berniehh (09.12.2017 um 12:06 Uhr)

  11. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    5. und 6.Tag Tsarap Valley

    Weglos wander ich für 15 Kilometer das Canyontal weiter abwärts, bis es ins Tsarap Valley einmündet. Es fällt auf dieser Strecke von 4540 auf 4040 m ab.
    Auf Google Earth hatte ich dieses Schluchttal zwar abgecheckt und als wahrscheinlich gangbar beurteilt, hatte aber trotzdem ein etwas mulmiges Gefühl. Es braucht nur eine unpassierbare Stelle in der Schlucht zu kommen und schon bin ich in einer Sackgasse und komme nicht mehr weiter.

    Vorsichtshalber hatte ich mir auf halbem Weg Schluchtabwärts eine Notaustiegsroute zurechtgeplant, die aus der Schlucht raus über den 5000 m hohen Kamm führt. Das verspricht laut den Höhenlinien machbar zu sein und ist so ziemlich die einzigste Ausstiegsstelle, die ich gefunden habe. Tatsächlich habe ich an genau dieser Stelle auch ein Steinmännchen gefunden,.....das einzigste Steinmännchen in der gesamten Schlucht.

    Nächster Unsicherheitsfaktor ist der Tsarap River. Den muss ich unbedingt queren um zu dem Pfad auf der anderen Flussseite zu gelangen und meine Route weiter fortzusetzen. Mir war natürlich klar daß der Tsarap absolut unfurtbar ist und daß da auf den Karten auch nirgends eine Brücke eingezeichnet ist. Auf Google Earth habe ich aber eine entdeckt. Ob sie auch wirklich existiert ist die spannende Frage


    5.Tag: Blick vom Camp am Morgen (4540 m)


    es geht den ganzen Tag weglos im steinigen Flussbett das Canyontal abwärts.




    Blick zurück talaufwärts


    es ist ein gewaltiges U-förmiges Canyontal, mit flachen steinigen Flussbett, das gut gangbar ist. So geht es die ersten 8 Kilometer......


    Blick zurück talaufwärts




    Es geht Kurve um Kurve. Diese Gegend ist einfach nur grandios












    natürlich wandert man hier den ganzen Tag in nassen Schuhen, weil der Fluss ständig hin- und hergequert werden muss.


    Je weiter ich abwärts komme, desto mehr Büsche wachsen im Canyongrund.


    Nach 8 Kilometern wird das Vorwärtskommen deutlich langsamer und anstrengender. Die Schlucht wird nun bis zur Einmündung in den Tsarap recht eng und V-förmig, mit einige extrem enge Stellen, wie diese hier.




    vor einigen extrem enge Stellen dachte ich daß es gleich nicht mehr weitergeht. Aber es geht doch bis zum Ende durch.....


    die Buschbestände werden häufiger und dichter. Die Bachquerungen und das Waten im Wasser länger und häufer..... Aber diese Route ist ein geiles Abenteuer


    hier die engste Stelle der gesamten Schlucht
    Das Wasser ist zum Glück nur etwas über knietief





    es ist nicht mehr weit bis zum Tsarap River.....


    das Tal ist eng V-förmig eingeschnitten und man watet die meiste Zeit im Wasser.....




    einen Kilometer vor der Einmündung in den Tsarap schlage ich schön versteckt in den Büschen mein Zelt auf.
    Camp 5 (4040 m)



    von einem Bergrücken beim Camp hat man einen überwältigenden Blick ins Tsarap Valley. Der Fluss donnert durch eine gewaltige Schlucht und auf der anderen Seite verläuft der Pfad. Die angebliche Brücke kann ich von hier aus nirgends entdecken


    Tsarap Valley - Blick talaufwärts = meine Route für morgen.

    6.Tag: Falls die Brücke nicht da sein sollte habe ich erstmal ein Problem.
    Der Pfad, der auf meiner Flussseite talabwärts zur nächsten Brücke führt, ist an Steilhangabschnitten wegerodiert und nicht mehr begehbar.


    über 1 Kilometer von meinem Camp mündet das Schluchttal hier in den breiten Tsarap ein


    Zwanzig Meter weiter oben sehe ich die Brücke über die Schlucht führen. Um dort hinzukommen muss ich erstmal eine Stelle finden, wo man aus der Schlucht raus aufs Plateau klettern kann.


    Brücke über den Tsarap


    Von der anderen Seite blickt man hier zurück in die Schlucht, aus der ich gekommen bin.

    Das Tsarap Valley ist ein großes Haupttal. Der Fluss fließt runter bis nach Padum und mündet dort in den Zanskar ein. Richtung talaufwärts würde man irgendwo in der Nähe von Sarchu auf den Manali-Leh Highway stoßen. Ich wander für einen Tag talabwärts Richtung Padum.
    Das Tsarap Valley scheint in diesem Bereich unbewohnt zu sein. Die auf der Olizane Karte eingezeichneten Minisiedlungen (Mune Le, Tichip, Yurskun, Hormoch etc....) sind alle verlassen, teils schon verfallen und teils am Beginn des Verfalls.
    Die Trekkingroute ist landschaftlich grandios, abgelegen und abenteuerlich.


    Ich stoße auf den Hauptpfad, den ich nun für den Rest des Tages talabwärts folge.....


    letzter Blick zurück zur Brücke bei der Schluchtgabelung.


    Tsarap Valley


    immer wieder hat man Hammerblicke runter zum Fluss


    nach 3 Kilometer erreiche ich die Ruinen der verlassenen Siedlung Mune Le (3970 m)




    Mune Le


    Blick zurück talaufwärts - der Pfad ist gut erkennbar und das Vorwärtskommen gut.


    nach der nächsten Tallinkskurve wird das Tsarap Valley plötzlich eng und schluchtig. Der Pfad verläuft manchmal weit oberhalb des Flusses die steilen Hänge entlang, ist schmal und teilweise ausgesetzt - für Trittsichere und Schwindelfreie aber kein Problem












    nach einigen Kilometern wird das Tal langsam wieder weitläufiger






    dort vorne mündet von rechts der blaue Zara Chu aus einem engen Canyontal ein, der gefurtet werden muss




    Zara Chu - das Wasser ist knapp hüfttief und die Furtung kein großes Problem.

    Hier treffe ich zwei Trekker aus Bayern, die ersten Individualtrekker überhaupt auf dieser Reise, die ohne Führer und Packpferde unterwegs sind. In Hemis, bei Leh, sind sie vor 22 Tagen gestartet und haben unterwegs einen Einkaufsabstecher nach Padum gemacht. Sie wollen talaufwärts und in drei Tagen am Manali-Leh Highway ihre Tour beenden. Wir unterhalten uns eine Weile und dann müssen wir auch schon weiter weil sie heute noch bis Mune Le kommen wollen und ich bis nach Hormoch.




    Tsarap Valley






    auf der anderen Flussseite sieht man die paar Häuser von Yurshun. Ich sehe niemanden dort und von hier aus sieht auch diese Siedlung verlassen aus.


    die verlassene Siedlung Hormoch.


    das scheint das Wohnzimmer gewesen zu sein.....


    das Nachbarzimmer

    Kurz hinter Hormoch mündet von rechts ein Bach aus einer Nebenschlucht ein, wo ich ein gutes Plätzchen für mein Zelt finde.

    Von hier aus hätte man eigentlich zwei Möglichkeiten. Entweder das Tsarap Valley weiter talabwärts bis zur Einmündung des Niri Cha. Oder rechts die Seitenschlucht hoch über den 5150 m hohen Gotunta La Pass und dann runter ins Niri Cha Valley.
    Die beiden Bayern haben mir am Nachmittag erzählt daß der auf der Olizane Karte eingezeichnete Pfad Richtung talabwärts teilweise wegerodiert sein soll und nicht mehr begehbar ist. Dann bleibt also nur die noch die Route über den Gotunta La, die ich dann morgen in Angriff nehmen will.


    schönes Abendpanorama von Camp 6 (3930 m)

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
    Dabei seit
    18.07.2013
    Ort
    überall und nirgends
    Beiträge
    543

    AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Ju hu, es geht in bekannte Gefilde...

    Die Brücke vor 11 Jahren


  13. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Sehr spannend! Du bist dann immer weiter durchs Wasser gewandert und hattest keine Angst , dass der Pegel zu tief sein koennte?
    Wie bist du denn nun ueber die Bruecke gekommen? Bist du die 20m diese Waende ohne Sicherung hochgeklettert?
    Und woher kamen die zwei Menschen aus Bayern?
    Haettest du genug Essen fuer den Rueckweg gehabt?
    VG
    blue

  14. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
    Dabei seit
    29.08.2009
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    720

    AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Zitat Zitat von Baciu Beitrag anzeigen
    Ju hu, es geht in bekannte Gefilde...

    Die Brücke vor 11 Jahren

    Das ist ja wieder mal sowas von cool
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  15. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Ich habe mich ja schon gewundert, dass die Brücke hält - aber dass die seit 11 Jahren hält
    Die wird wohl wirklich regelmässig benutzt und unterhalten.
    Ich hätte mich nicht drübergetraut, aber ich hätte mich schon vorher schon sehr viel nicht getraut - z.B. das waten in der Schlucht.
    Danke für's "mitnehmen".

  16. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Und ich hab mich gefragt, wo das Material herkommt. Aber dann habe ich auf dem alten Foto von Baciu den Baum gesehen.

    FRAGE: Gibt es in der Höhe noch Vieh, Jagd, Bergbau oder irgend eine andere wirtschaftliche Aktivität?
    Außer Touristen und einheimischen Helfern kommt doch dort keiner mehr hin, oder?
    Ohne menschliche Aktivitäten würden vielleicht ein paar mehr Büsche und Bäume wachsen?

  17. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Vielen Dank für Eure Kommentare

    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Sehr spannend! Du bist dann immer weiter durchs Wasser gewandert und hattest keine Angst , dass der Pegel zu tief sein koennte?
    Generell war der Bach nur maximal etwas mehr wie knietief. An so enge Schluchtabschnitte muss man aber immer damit rechnen dass plötzlich auch mal tiefere Pools kommen können oder Wasserfallstufen, die man ohne Seil nicht mehr runterkommt. Das war vorher auch meine Sorge.
    Hat sich aber glücklicherweise als unbegründet herausgestellt

    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Wie bist du denn nun ueber die Bruecke gekommen? Bist du die 20m diese Waende ohne Sicherung hochgeklettert?
    Um zu der Brücke zu gelangen bin ich von der Schluchtmündung wieder für paarhundert Meter zurück schluchtaufwärts gewandert, wo ich eine Stelle gefunden habe von der aus man gut aus der Schlucht raus auf das Plateau steigen kann.

    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Und woher kamen die zwei Menschen aus Bayern?
    Das weiss ich nicht mehr.
    Sie werden es mir sicher erzählt haben, ich kann mich aber nicht mehr erinnern

    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Haettest du genug Essen fuer den Rueckweg gehabt?
    Ich hatte beim Start Essen für über zwei Wochen dabei. Für den Rückweg würde es theoretisch auf jeden Fall ausreichen, aber einen Rückweg würde ich mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht antreten.
    Selbst wenn die Schlucht unpassierbar wäre, hätte ich auch noch andere Möglichkeiten im Kopf, die ich dann ausprobieren würde. Wie z.B. eine Route über die Berge nach Yurshun und dann die Brücke bei Tichip benutzen. Diese Route wäre wohl zeitaufwendiger, aber vermutlich machbar.

  18. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    FRAGE: Gibt es in der Höhe noch Vieh, Jagd, Bergbau oder irgend eine andere wirtschaftliche Aktivität?
    Außer Touristen und einheimischen Helfern kommt doch dort keiner mehr hin, oder?
    Vieh: In der Höhe ja, aber speziell entlang meiner Wanderroute im Tsarap Valley, jein. Ich habe dort zwar kein Vieh gesehen, aber manchmal deren getrockeneten Hinterlassenschaften. Wobei ich jetzt auch nicht genau einschätzen konnte, wie alt die waren
    In einigen anderen Tälern entlang meiner Gesamtroute nach Leh wird Vieh gehalten.

    Von Jagd, Bergbau und andere wirtschaftliche Aktivitäten habe ich nichts gesehen,
    außer natürlich organisierter Trekkingtourismus.


    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Und ich hab mich gefragt, wo das Material herkommt. Aber dann habe ich auf dem alten Foto von Baciu den Baum gesehen.
    Das ist mir auch aufgefallen,.....ein deutlich rückläufiger Bestand an Bäumen (Koniferen), in einigen Tälern, verglichen mit meiner ersten Ladakhreise.
    Ebenfalls habe ich eine deutliche Tendenz der Abwanderung aus abgelegenen Regionen festgestellt (speziell im Tsarap Valley), verlassene Dörfer und Häuser, wegerodierte und nicht mehr begehbare Pfade.......

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Ohne menschliche Aktivitäten würden vielleicht ein paar mehr Büsche und Bäume wachsen?
    denfinitiv!!
    Vor allem es würden noch viel mehr Bäume dasein, wenn es keine menschliche Aktivitäten gegeben hätte.
    Geändert von berniehh (10.12.2017 um 21:38 Uhr)

  19. AW: [IN] Großer West Himalaya Trek

    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für Eure Kommentare
    Danke fuer deine Antworten!

    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Generell war der Bach nur maximal etwas mehr wie knietief. An so enge Schluchtabschnitte muss man aber immer damit rechnen dass plötzlich auch mal tiefere Pools kommen können oder Wasserfallstufen, die man ohne Seil nicht mehr runterkommt. Das war vorher auch meine Sorge.
    War denn alles in wasserdichten Packsaecken verstaut, wenn du haettest schwimmen muessen?
    Was ich noch fragen wollte, dir macht es dann auch nichts aus, diese Geroellhalden einfach so hoch- und runterzulaufen?

    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Um zu der Brücke zu gelangen bin ich von der Schluchtmündung wieder für paarhundert Meter zurück schluchtaufwärts gewandert, wo ich eine Stelle gefunden habe von der aus man gut aus der Schlucht raus auf das Plateau steigen kann.
    Danke, das war mir nicht klar, wo du den Ausstieg gefunden hast.


    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Das weiss ich nicht mehr.
    Sie werden es mir sicher erzählt haben, ich kann mich aber nicht mehr erinnern
    Ich meinte eigentlich, woher die beiden dort vor Ort kamen. Auf einmal schreibst du, dass du zwei Bayern trafst. Waren die auch auf Trekkingtour unterwegs?


    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Ich hatte beim Start Essen für über zwei Wochen dabei. Für den Rückweg würde es theoretisch auf jeden Fall ausreichen, aber einen Rückweg würde ich mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht antreten.
    Selbst wenn die Schlucht unpassierbar wäre, hätte ich auch noch andere Möglichkeiten im Kopf, die ich dann ausprobieren würde. Wie z.B. eine Route über die Berge nach Yurshun und dann die Brücke bei Tichip benutzen. Diese Route wäre wohl zeitaufwendiger, aber vermutlich machbar.
    Danke!

  20. Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    War denn alles in wasserdichten Packsaecken verstaut, wenn du haettest schwimmen muessen?
    Nein, nichts war wasserdicht verpackt. Auf Schwimmabschnitte war ich nicht vorbereitet,.....außerdem wäre mir das Wasser zum Schwimmen auch zu kalt

    Wenn ich hätte schwimmen müssen, wär´s eine Sackgasse. Ich wäre nicht mehr weitergegangen und hätte eines meiner anderen Routenmöglichkeiten in Angriff genommen.


    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Was ich noch fragen wollte, dir macht es dann auch nichts aus, diese Geroellhalden einfach so hoch- und runterzulaufen?
    natürlich können Geröllhalden nervig sein. Aber was soll man machen? Wenn man da durch muss, lässt sich das nicht ändern....

    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Ich meinte eigentlich, woher die beiden dort vor Ort kamen. Auf einmal schreibst du, dass du zwei Bayern trafst. Waren die auch auf Trekkingtour unterwegs?
    Ja, die waren auf Trekkingtour. Sie sind in Sumdo (bei Hemis) gestartet und teilweise die gleiche Route gegangen wie ich auch. Über Zangla haben sie einen Einkaufsabstecher nach Padum gemacht und über Phuktal Gompa wieder eingestiegen.
    22 Tage waren sie zu dem Zeitpunkt unterwegs, den Einkaufsabtecher nach Padum nicht mitgezählt.
    3 Tage hatten sie noch. In der Zeit wollten sie den Tsarap aufwärts wandern zum Manali-Leh-Highway, wo sie ihre Tour beenden wollten.
    Jedenfalls soweit ich noch alles richtig in Erinnerung habe.......
    Geändert von berniehh (11.12.2017 um 21:10 Uhr)

Seite 8 von 9 ErsteErste ... 6789 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)