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  1. AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Mitreisende: andrea2
    Wow, sind das wieder schöne Bilder!!! Und mit Euren Elchsichtungen werdet Ihr ja langsam unverschämt!!!

  2. Gerne im Forum

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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Eine Frage hätte ich, da ihr genau zu der Zeit dort gewesen seid in der ich nächstes Jahr dort sein werde. Es wird immer berichtet von der Kungsledenautobahn, Massen an Menschen. Wenn man das so als unerfahrener liest denkt man das ein Festivalgelände betreten wird. Was ist denn jetzt wirklich anfang September rund um Vistas, Sälka-singi los? Gelesen hab ich das es wohl jedes Jahr mehr werden aber auch das für manche schon 5 Menschen eine große Masse darstellen.

    Vg Maik

  3. Erfahren
    Avatar von andrea2
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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Nächstes ODS-Treffen in Vistas? Ist ja echt herrlich, das zu lesen. Schöne Tage die ihr da noch hattet.
    Gute Idee! Mich wundert ja schon fast, dass uns noch keiner angesprochen hat, nach dem Motte, DEN Hund kenne ich aber.

    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Super Bericht und ganz tolle Bilder, da steigt die Vorfreude nächstes Jahr . Vielen Dank dafür
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Herrliche Final - Tage; das entschädigt ( zum Teil ).
    Zitat Zitat von freuch Beitrag anzeigen
    immer wieder ein Genus den Bericht zu lesen und dazu die tollen Aufnahmen..
    danke für die viele Mühe!!
    Zitat Zitat von Vintervik Beitrag anzeigen
    Schöne Bilder aus dem Stuor Reaiddavagge!
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Wow, sind das wieder schöne Bilder!!! Und mit Euren Elchsichtungen werdet Ihr ja langsam unverschämt!!!
    Vielen Dank allen! Ja, das waren wirklich noch ganz tolle Tage, zu den Sommertagen hab ich sie nicht dazugezählt, da es teilweise doch schon sehr kalt war. Aber, die Tour ist noch nicht zu Ende.


    Zitat Zitat von Vintervik Beitrag anzeigen
    Das finde ich so prima da oben, dass der oberste Stein der Steinmännchen meist ein Quartzstein ist. Man sieht die Linie schon von weitem.
    Der höchste Gipfel, der hinter dem Rücken von Nallo hervorschaut, ist übrigens der Sielmatjåkka, Schwedens neuester 2000er (durch eine neue Vermessung ist er 11 Meter ”gewachsen”).
    Die weißen Steine hat man wirklich sehr gut gesehen. Für einen nicht markierten Weg, ist die Strecke ausgesprochen gut zu finden. Besser als Teile des Nordkalottledens.
    Jetzt weiß ich wenigstens was für ein Berg das ist. Ich versuche nach Möglichkeit die Berge auf den Fotos zu benennen, aber gerade dort fiel es mir sehr schwer, da die meisten Gipfel nur eine Angabe der Höhenmeter haben und mir ist nicht ganz klar welcher Gipfel zu welchem Berg gehört, gerade im Nachhinein nur mit den Fotos und der Karte.Wahrscheinlich gehören alle direkt nördlich des Nállu und des Šielmmávággi zum Šielmmáčohkkamassiv.

    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Eine Frage hätte ich, da ihr genau zu der Zeit dort gewesen seid in der ich nächstes Jahr dort sein werde. Es wird immer berichtet von der Kungsledenautobahn, Massen an Menschen. Wenn man das so als unerfahrener liest denkt man das ein Festivalgelände betreten wird. Was ist denn jetzt wirklich anfang September rund um Vistas, Sälka-singi los? Gelesen hab ich das es wohl jedes Jahr mehr werden aber auch das für manche schon 5 Menschen eine große Masse darstellen.

    Vg Maik
    Genau, viel ist immer relativ. Wir haben im Grenzgebiet an manchen Tagen gar keine Leute getroffen, da sind dann 5-10 Leute schon eine riesige Menge.

    Als wir vor Alesjaure auf den Kungsleden kamen, konnte man drei oder vier Gruppen am Alesjaure entlang laufen sehen, bei den Hütten waren noch mal 8-10 Leute unterwegs, wie viele Zelte dort stande, kann ich dir gar nicht sagen, da hab ich nicht drauf geachtet.

    Bei Sälka standen locker 10 Zelte als wir morgens ankamen, ein paar Wanderer liefen dort auch noch rum. Ich denke aber das ein großer Teil auch schon weg war. Wir sind dann nur etwa 3,5 km auf dem Kungsleden gelaufen, in der Zeit haben wir, wenn ich mich recht erinnere 5 Leute getroffen.

    Vistas ist schon ganz was anderes als Kungsleden. Vintervik hatte irgendwo geschrieben, dass in diesem Jahr die Hütten nie ganz voll waren. Von Alesjaure bis Vistas sind uns vielleicht 6 oder 8 Leute begegenet, je nachdem ob man die Tagestouristen bei Alesjaure mitrechnet oder nicht.

    Autobahn ist der Kugsleden allerdings auf jeden Fall, breit ausgetreten, oft mehrere Spuren nebeneinander. Verfehlen kann man den Weg auf jeden Fall nicht.

  4. Erfahren
    Avatar von andrea2
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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Freitag 08.09.2017 - Kurz vor Sälka bis Bajimus Čuhčajávri im Čuhčavággi – 16 km

    Nachts ist es immer noch etwas windig, es wird wolkiger, aber bis zum Morgen haben sich die meisten Wolken weiter in den Süden verzogen. Dort hängt eine dicke Wolkenwand während es Richtung Tjäktjapass sonnig ist. Nordlicht kann ich in dieser Nacht wieder keines sehen. Nach dem Aufstehen um 7.00 Uhr folgt die übliche Morgenroutine. Benny bekommt sein Fressen, für uns gibt es wieder Knäckebrot mit Heißgetränk.


    Sälka


    Wolken im Süden und ...


    ... blauer Himmel nach Norden.


    Sälkastugorna vor dem Sälka


    Noch mal ein Blick zurück ins Stuor Reaiddávággi

    Die Sonne hat es noch nicht über den Berg geschafft, so ist es im Wind ziemlich kalt. Wir packen und bauen das Zelt ab. Um 9.15 Uhr geht es los. Ein kleines Stück den Weg runter steht ein Akto. Es ist der Wanderer von gestern Abend. Ist er also doch nicht mehr weit gegangen. Er hat im Gegensatz zu unserem Platz schon Sonne. Wir sagen kurz Guten Morgen und laufen dann weiter.


    Als wir starten ist die Wolkenwand schon näher gerückt.

    Nach 15 Minuten haben wir Sälka erreicht. Auf dem Zeltplatz an der Hütte stehen noch einige Zelt, ein paar Wanderer haben schon zusammen gepackt und auch vor den Hütten sind einige Leute unterwegs. Wir suchen den Shop und haben kaum die Rucksäcke abgesetzt, als auch schon die Hüttenwirtin kommt und uns den Laden öffnet. Hier gibt es ja wirklich alles und man kann sogar mit Karte zahlen. Wir decken uns für die letzten Tage ein. 4 x Blåband dazu 600g Snabbmakarona, 2 x Knäckebrot dazu 1 x Renost, 6 Tafeln Marabou, 2 x 50 g Schokolierte Nüsse mit Früchten und 2 x 50 g Studentenfutter, 1 Packung Ballarinakekse für die nächste Pause, 1 x Lakritze für meinen Mann (ich mag die nicht) und 1 x Gott&Blandat original. Ruck Zuck sind wir schon wieder über 900 skr los.

    Der Wetterbericht liegt auch aus. Sun, Cloudy, Sun …. Wind, aber bis Dienstag kein Regen. Das sieht doch gar nicht so schlecht aus. Wir schauen nur auf den Regen, den Wind beachten wir nicht wirklich, der ist sowieso immer da. Die Entscheidung steht eh schon mehr oder weniger. Wir werden über Hukejaure und Sitasjaure gehen.

    Wir verteilen den Einkauf packen die Rucksäcke und um 10.15 Uhr geht es weiter. Wir folgen jetzt dem Kungsleden, der auch hier sehr breit ausgetreten ist. Richtung Tjäktja ist noch viel blauer Himmer aber im Süden steht die dunkle Wolkenwand. Wir laufen noch in der Sonne und inzwischen ist es auch angenehm warm. Hinter der großen Hängebrücke über den Gaskkasjohka geht es etwas bergauf, und durch den Rentierzaun. Kurz darauf erreichen wir bei dem Meditationsplatz unseren Abzweiger Richtung Hukejaure. Sofort ist der Weg wieder ein schmaler Pfad.


    Sälka


    Tjäktjavagge mit Sälka und rechts Stuor Reaiddávággi


    Und noch einmal das Stuor Reaiddávággi


    Wolken im Süden


    Kaskasavagge


    Tjäktjavagge und Stuor Reaiddávággi


    Tjäktjavagge und Stuor Reaiddávággi


    Hängebrücke über den Gaskkasjohka





    Inzwischen sind wir unter der Wolkengrenze. Mal scheint die Sonne, mal sieht es aus, als wolle es gleich regnen. Etwa ein Kilometer ist es bis zur Brücke über den Tjäktjajåkka. Dieses Mal ist sie auch dort wo sie sein soll. 1991 auf unserer Tour, die uns später auch durchs Caihnavagge führte, kamen wir hier an, und es gab keine Brücke. Damals mussten wir ein ganzes Stück weiter unten, wo der Fluss breiter und damit auch flacher wird, furten. Die Strömung war nicht so stark, aber knietief war das Wasser immer noch. Damit haben wir heute zum Glück kein Problem.


    Tjäktjajåkka



    Hier an der Brücke gibt es einige sehr schöne Zeltstellen, schade dass wir gerade erst auf gebrochen sind. Der Wind hat inzwischen stark aufgefrischt, die Sonne ist gerade verschwunden und es ist ziemlich kühl geworden. Da es aber sowieso Zeit ist für eine Pause, suchen wir uns eine Stelle zwischen den Felsen, die schön windgeschützt ist und essen die Ballerinas.

    Lange bleiben wir nicht sitzen, es wird schnell zu kalt. Wie gut, dass es nun aufwärts geht, so ist uns auch bald wieder warm.

    Der Weg führt nun ins Čuhčavággi. An das Tal hab ich nur noch vage Erinnerung. Ich erinnere mich an ein eher liebliches Tal mit viel Grün und Gras. Hätte ich mal die alten Einträge ins Tourenbuch gelesen!


    Čuhčavággi


    Blick über den Kungsleden ins Kaskasavagge


    Blick das Tjäktjavagge abwärts, dort müssen wir 1991 irgendwo den Tjäktjajåkka gefurtet haben.


    Čuhčavággi aufwärts


    Čuhčavággi aufwärts mit Rabotsgletscher

    Bald schon kommen wir an den ersten See auf 818 Meter, den Vuolimus Čuhčajávri. Hier verliert sich der Weg teilweise, aber die Richtung ist ja klar. Immer mal wieder finden wir die Steinmännchen wieder. Ab und zu sehen wir auch ein paar alte Bohlen. Nur scheinen die Markierungen irgendwie nicht ganz zusammen zu passen. Es macht fast den Eindruck, als hätten wir es hier mit zwei unterschiedlichen Routen zu tun, die aber beide gleich schlecht markiert sind, die eine etwas höher am Hang als die andere. So kommt es, dass wir mehrmals am Hang auf- oder absteigen, da wir meinen jetzt den ultimativ richtigen Weg gefunden zu haben, der nach kurzer Zeit aber wieder verschwunden ist. All dieses hätte ich wissen könne, denn damals war es nicht viel besser, wie ich nach dem Urlaub festgestellt habe.


    Vuolimus Čuhčajávri


    Alter Bohlenweg oberhalb des Vuolimus Čuhčajávri

    Je höher wie kommen, desto schöner wird die Aussicht auf den Kebnekaise. Der Gipfel hüllt sich leider in Wolken, aber Teile des Berges und den Rabotsgletscher kann man schön sehen.


    Blick zurück Vuolimus Čuhčajávri im Hintergrund Rabotsgletscher und Kebnekaise


    Rabotsgletscher und Kebnekaise

    Am Ende des Sees kommt eine ausgedehnte Verlandungsfläche, bevor wir an eine Steilstufe mit einem schönen Wasserfall gelangen. Hier haben wir endlich wieder einen gut erkennbaren Weg vor uns. Mal sehen für wie lange. Da die Sonne gerade wieder scheint, und es hier relativ windgeschützt und warm ist, nutzen wie die Gelegenheit für eine kleine Pause.

    Nach der Steilstufe erreichen wir den Gaskkamus Čuhčajávri. Am Beginn des Sees müssen wir über ein kurzes etwas fieses Blockfeld, danach ist der Weg wieder einfach und jetzt auch deutlich markiert und gut zu finden. Inzwischen hat der Wind stark zugelegt, die Sonne verschwindet immer öfter hinter den Wolken, es wird kalt.


    Gaskkamus Čuhčajávri


    Trollblumen, im Sturm waren sie nicht wirklich gut zu fotografieren.

    Hinter dem Gaskkamus Čuhčajávri, als es an die Watstelle geht, verliert sich der Weg wieder. Egal wir queren hier, der Fluss ist sehr breit, wer weiß ob es weiter oben besser wird. Und laut Karte soll es hier rüber gehen. Mit Stiefel kommen wir nicht rüber, also Crocs an und durch. Aua, ist das kalt, und dann noch der eisige Wind! Bis wir wieder umgezogen sind, haben wir kaum noch ein Gefühl in Zehen und Fingern, auch Benny klappert, so nass wie er ist. Handschuhe und Mütze kommen wieder zum Einsatz und dann nur schnell weiter. Einen Weg sehen wir keinen, also gehen wir erst mal weiter talaufwärts. Wir kommen auf einmal richtig schnell voran, da uns so kalt ist, und wir uns einfach nur bewegen wollen.


    Blick zurück auf die Watstelle und den Gaskkamus Čuhčajávri


    Blick zurück auf die Watstelle und den Gaskkamus Čuhčajávri

    Der nächste gute Zeltplatz ist unserer. Dumm nur, dass da nichts kommt. Entweder pfeift der Wind wie blöd oder es ist zu nass, aber auf den Weg treffen wir irgendwann wieder.


    Čuhčavággi aufwärts

    Wir folgen dem Bach noch weitere drei Kilometer, bis wir endlich oberhalb des Bajimus Čuhčajávri eine brauchbare Stelle finden. Die hat zwar ein paar Kuhlen, aber das ist uns egal. Zeltaufbau im Sturm, einer hält das Zelt, während der andere die Heringe reinsteckt und abspannt. Alleine sähen wir heute alt aus. Steine auf alle Heringe, dann Rucksäcke und Benny ins Zelt, schnell noch einmal Pipi machen und Wasser holen, und dann hinein ins rettende Zelt. Überlebt!!

    Jetzt können wir in Ruhe die Isomatten aufblasen, Benny bekommt seinen Platz und wir können uns die trockenen, warmen Zeltklamotten anziehen. Kurz aufwärmen, dann bekommt Benny sein Futter, danach ist er zufrieden, rollt sich zusammen und schläft. Das war auch für ihn anstrengend, nass vom Fluss und der kalte Wind.

    Es muss ca. 16 Uhr sein, ist also noch recht früh. Wir trödeln etwas rum und essen die Schokolade aus dem Tagesproviant, die wir mal wieder nicht gegessen haben.

    Während mein Mann anfängt in der Apsis das Abendessen zu kochen, schreibe ich Tagebuch. Inzwischen ist die graue Wolkenwand aus dem Süden schon lange über uns angelangt. Mal sehen was das Wetter uns morgen bringt. Nach dem Abendessen gibt es noch einen Kaffee und einen Tee. Dann sind wir für heute fertig. Es ist noch zeitig am Abend, noch nicht mal 20 Uhr, aber so müde wie wir sind, fallen uns bald die Augen zu. Erst als es dunkel ist, werden wir wieder wach. Schnell noch mal den Hund raus lassen, Pipi machen und Zähneputzen und dann ab in die Schlafsäcke. Die ganze Zeit rüttelt der Sturm am Zelt.




    Nach Norden schaut das Wetter nicht schlecht aus.


    Hier sieht man, wie sehr der Sturm aufs Zelt drückt.


  5. Erfahren

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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Euer Benny ist ein Hit, bin erst jetzt dazugekommen, den ganzen Reisebericht zu lesen! Schön, dass wir euch getroffen haben, auch wenn es kälte- bzw. windbedingt sehr kurz war. Eure Tour gefällt uns gut, da werden wir uns den einen oder anderen Abschnitt auch mal live ansehen. Bis dahin, danke für den ausführlichen und bilderreichen Bericht!
    www.lustwandler.at – Island 2017: Fimmvörðuháls – Laugavegur – Hellismannaleið
    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

  6. Erfahren
    Avatar von andrea2
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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Benny sollte vielleicht bald mal seine eigene Sicht der Dinge schreiben.

    Einen Teil unserer Strecke seid ihr ja dieses Jahr schon gelaufen. Es war wirklich schade, dass es da oben im Stuor Reaiddávággi trotz Sonne so ungemütlich war. Müssen wir uns halt hier austauschen.

  7. Erfahren
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    AW: [SE][NO] Zwischen Akkajaure und Torneträsk im Herbst 2017

    Samstag 09.09.2017 - Bajimus Čuhčajávri bis Kaisejaure – 9 km

    In der Nacht stürmt es weiter. Ich wundere mich immer wieder, dass man bei dem Krach überhaupt schlafen kann. Morgens fällt es uns sehr schwer aufzustehen. Draußen ist es feucht und kalt und es stürmt unvermindert. Zum Glück nieselt es nur leicht, aber auch das ist im Sturm unangenehm. Um 7.30 Uhr stehen wir dann doch auf. Abwettern wollen wir eigentlich nicht. Wir haben bis Ritsem noch über 40 km und müssen allerspätestens im Laufe des 13.09. dort sein, lieber einen Tag früher. Wenn es zu schlimm wird, gehen wir heute nur bis Hukejaure.

    Zum Frühstück gibt es wieder Knäckebrot mit Renost. Die Brote sind schon längst aufgegessen, als das Wasser für den Kaffee endlich kocht. Bei dem Sturm können wir den Trangiabrenner in der Apsis nur auf der kleinsten Stufe brennen lassen. Nach dem Frühstück müssen wir uns unbedingt noch einmal aufwärmen. Auch das Packen dauert heute länger, da wir absolut unmotiviert sind. Der Zeltabbau gestaltet sich abenteuerlich. Jeden Moment rechnen wir damit, dass uns das Zelt vom Sturm aus den Händen gerissen wird.

    Heute haben wir die langen Unterhosen gleich angelassen, ebenso die Fleecejacken unter der Regenjacke. Dazu kommen noch die Regenüberhosen, Handschuhe und wasserdichte Überhandschuhe. Auch den Poncho ziehen wir gleich über. Mal sehen ob das gut geht im Wind. Die Kamera hab ich unter der Regenjacke. Jedes Foto ist sehr umständlich, da erst die zwei Paar Handschuhe ausgezogen werden müssen, dann muss ich unter dem Poncho und den Rucksackriemen den Reisverschluss der Jacke finden, Kamera raus, Foto machen und dann das Ganze in umgekehrter Reihenfolge. Demzufolge gibt es heute nur sehr wenige Fotos. Zum Glück hat mein Mann auch einige Bilder gemacht.

    Um 10.15 Uhr brechen wir im Nieselregen auf. Es ist ungemütlich aber wenigstens kommt der Wind von hinten, so merkt man nicht so viel vom Regen. Auch die Ponchos halten erstaunlich gut. Die Landschaft ist eigentlich wunderschön, hügelig, felsig mit einzelnen Seen. Heute sieht man allerdings nicht sehr viel, nur ab und ein haben wir einen Ausblick auf die Berge in Richtung Norden und Westen. Rückwärts können wir gar nichts sehen, da hängen überall die Wolken.





    Der Weg ist jetzt gut zu finden, etwas steinig aber doch relativ einfach. Bald ist uns zu warm, besonders wenn der Weg ansteigt, aber eine Pause zum Umziehen wollen wir nicht machen. Der Wind wird immer stärker. Zum Glück sind wir nicht immer voll exponiert. In den Nieselregen mischen sich die ersten Schneeflocken. Na super, das kann ja was werden heute.
    Wir laufen zwischen den Seen hindurch, es geht etwas auf und ab, am Abzweiger nach Gautelis vorbei. Bald können wir den Hukejaure sehen, auch die Hütten erkennt man am andern Ufer des Sees.


    Hukejaure


    Die Hütten in der Vergrößerung

    Bevor es aber runter geht zum See, müssen wir noch über einen Fluss. Die eingezeichnete Brücke ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Ein paar Bretter liegen zwar über dem Wasser, das sieht uns aber doch etwas zu unsicher aus. Benny ist allerdings der Meinung, er geht über diese Bretter und nicht durchs Wasser. Dabei reißt er meinen Mann auf den nassen Felsen fast von den Füssen. Mein Mann ist sauer, Benny ist verwirrt und ich hab keine Lust hier in Sturm und Regen zu stehen, bis die beiden das ausdiskutiert haben. Am Ende hat natürlich Herrchen das Sagen und Benny muss mit durchs Wasser. Das geht so gerade noch ohne auf die Crocs wechseln zu müssen.



    Inzwischen regnet, bzw. schneit es immer stärker, zudem wird es immer schwieriger gerade aus zu laufen, da der Sturm jetzt von der Seite kommt. Bei jedem Schritt wird man unweigerlich ein Stück zur Seite gedrückt. Eine Pause brauchen wir sowieso, also beschließen wir den Abstecher zu den Hütten zu gehen, dort ausgiebig Pause zu machen, und dann zu entscheiden, ob wir noch weiter gehen sollen.


    Blick über den Hukejaure nach NW


    Das gibts doch nicht, auf den Bergen scheint die Sonne!

    Wir müssen nur noch um die Bucht herum, und am See ein kleines Stück zurück, dann sind wir bei den Hütten. Heute ist der Stugvärd noch da, morgen schließt er die Hütte und läuft nach Sitasjaure raus. Wir dürfen Benny mit in den Vorraum nehmen, dort bekommt er seine Matte und seine Decke, dazu noch unsere Jacken oben drüber. So sollte er nicht frieren.

    In der Stube ist es etwas ungemütlich, da heute groß geputzt und aufgeräumt werden muss. Aber wir finden eine Ecke, in der wir nicht stören. Hauptsache kein Wind und keine Scheeregen mehr und etwas Warmes zu trinken. Bald kocht das Wasser und wir können einen schönen heißen Kaffee trinken, später gibt es noch Tee, dazu Schokolade.

    Während wir hier gemütlich sitzen kommt eine weitere Wanderin. Sie ist heute in Gautelis gestartet und inzwischen auch gut nass und ausgekühlt und freut sich sehr, als wir ihr einen heißen Kaffee und das letzte Stück Schokolade anbieten. Schnell stellen wir fest, dass sie ebenfalls Deutsche ist. Inzwischen schneit es draußen waagrecht und sie beschließt sehr bald heute hier zu bleiben. Wir sind uns da noch nicht schlüssig. Eigentlich wollten wir gerne noch ein paar Kilometer hinter uns bringen, aber bei dem Wetter?

    Bisher haben wir kein Feuer gemacht, aber nun lohnt es sich ja. Ich habe noch ein paar Grillanzünder für den Hobo, damit brennt schnell ein feines Feuer im Ofen. Der Hüttenwirt wechselt derweil draußen die riesigen Gasflaschen aus, unsere angebotene Hilfe mag er nicht annehmen. So sitzen wir gemütlich in der warmen Hütte und unterhalten uns über die Wege, das Wetter und dies und das. Als es wieder Gas gibt, kochen wir noch einen Kaffee und noch einen Tee, nur um nicht wieder raus zu müssen.

    Langsam wird es klarer draußen, der Regen lässt nach, nur der Sturm bläst unvermindert. Wir entscheiden uns, noch ein paar Kilometer zu gehen, dann ist es morgen nicht so weit bis Sitasjaure. Also packen wir wieder zusammen, ziehen die Regenklamotten über und um 14.30 Uhr geht es weiter.

    Zuerst denke ich, Glück gehabt, das Wetter ist besser, aber sobald wir aus dem Windschatten kommen, merken wir, dass der Sturm noch einmal zugelegt hat. Immerhin hat der Regen aufgehört. Wir laufen jetzt um den Kaisejaure herum zu den Brücken über den Ráktasjohka und den Čuolakjohka. Die Brücken wölben sich zur Seite, so sehr drückt der Sturm. Ich bin froh, als ich drüber bin, zumal mir ausgerechnet hier der Sturm den Poncho über den Kopf nach vorne bläst und ich nichts mehr sehen kann. Mein Mann muss mir helfen, dann wird der Poncho wieder im Hüftgurt festgesteckt.


    Kaisejaure


    Kaisejaure

    Jetzt geht es an den Anstieg zum Pass auf über 900 m. Wir haben kein gutes Gefühl dabei, wenn es hier unten schon so stürmt, wie sieht es erst dort oben aus? Nein, das wollen wir nicht riskieren, auch wenn wir seit Hukejaure gerade mal drei Kilometer gelaufen sind. Bald finden wir eine Stelle, die wunderbar windgeschützt hinter einer Rippe liegt, und selbst wenn der Wind drehen sollte, kommt ein paar Meter weiter die nächste Rippe in die andere Richtung. Die Stelle ist zwar etwas abschüssig und steinig, doch das ist das geringere Übel. Hier bleiben wir, auch wenn gerade die Sonne durchkommt, aber wir müssen nur auf den Kaisejaure hinaus sehen, dort tobt der Sturm, an den kleinen Felsinseln und am Ufer spritz die Gischt hoch.


    Blick von unserer Rippe auf den Kaisejaure..


    ... und nach Osten.



    Trotz des Windschutzes braucht es jede Hand beim Zeltaufbau. Alle Heringe werden zusätzlich mit Steinen gesichert. Davon gibt es hier ja genug. Jetzt noch die Wasservorräte auffüllen, dann geht es ins Zelt, einräumen und trockene Sachen anziehen. Aus dem Tagesproviant haben wir noch Snickers über, die gibt es jetzt, dazu Vitamine. Eigentlich ist es richtig gemütlich hier. Wir trödeln noch etwas herum, fangen aber bald an mit Kochen. Noch ist es trocken draußen, und so müssen wir nicht wieder bei Sturm in der Apsis kochen.

    Nach dem Essen noch ein Tee und Tagebuch schreiben. Jetzt ist es 19.15 Uhr und somit noch recht früh. Der Wind hat inzwischen etwas nachgelassen. Oben auf der Rippe bläst es noch ordentlich, aber die Brecher und Schaumkronen auf dem Kaisejaure sind weg. Hoffentlich bleibt es so. Ab und zu nieselt es noch etwas, aber meist ist es trocken.



    Hier noch einmal die Grafik für Losi von wetter.com zur Windstärke am 09/10.09.17. Da kann man gut die hohen Windgschwindigkeiten erkennen. Leider ist inzwischen nur noch der Rückblick fürs ganz Jahr zu sehen. Der Sturm, denn wir in Pauro am 30.08. hatten, war dagegen harmlos.

    Wetter.com - Skjombotn

    Geändert von andrea2 (Gestern um 22:55 Uhr)

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