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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    [IR] ein bisschen Irland

    #1
    Mitreisende: Sternenstaub
    Wegen Unruhen im Freundeskreis finde ich nach meiner Irlandreise nicht in meine Tour zurück. Diese Verwerfungen machen mich unruhig und verursachen eine Art Schreibblockade bis ich beschließe:
    Ich werde morgen einfach beginnen zu schreiben, ich muss da wieder hinein finden in mein Schreiben.
    Und nun ist morgen und deswegen beginne ich jetzt.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen ein gänzlich anderes Gefühl von Freiheit haben als ich - da ist man im draußen, schlimm, der Regen macht einen nass, widerliche Insekten umschwirren einen, Schafsscheiße liegt auf den Wegen, die unter den Füßen quietschen vor lauter Nässe, die Modderpampe quillt in die Wanderstiefel und der Rucksack bricht einem förmlich den Rücken, einfach grauenvoll ...
    und ich denke - Ireland at its best!

    Nachdem meine Nichte mich am Flughafen Düsseldorf rausgeworfen hat, die Ärmste fährt nun zu einer Klausur, wandere ich über den spektakulären ;) Düsseldorfer Flughafen, finde mein Eincheckgate, entlasse den Rucksack auf das Transportband und wandere entspannt zum Abfluggate. Wird Zeit, dass es los geht. Ich bin des ganzen alltäglichen Einerleis so müde, wird Zeit, dass ich fort komme.
    Und es geht los, Cork ist bald erreicht, nun muss ich noch den Bus in die Parnell Street erwischen, alles klar, kein Problem. Ich bin erstaunt, wie gut ich mich nach all der Zeit noch orientieren kann. Fast automatisch laufen meine Schritte in die richtige Richtung, zweimal kurz überlegen und ich bin am B ohne Breakfast.



    Es ist noch relativ früh, so gehe ich in die Stadt, die ich so lange nicht mehr besucht habe.






    Der Busbahnhof, von wo ich morgen nach Glengarriff fahren werde





    Ich bin erstaunt, dass an einem normalen Wochentag die Geschäfte schon so früh schließen, laut den Tafeln an den Geschäften überwiegend bereits um 18.00 Uhr



    Wie gut, dass ich im letzten Moment den kleinen Kocher daheim gelassen habe, eine Kartusche kann ich heute eh nicht mehr erwerben und morgen fahre ich zu früh los für Einkäufe.
    Ich treffe auf Altbekanntes und wandere etwas beziehungslos durch die Straßen, fühle mich aber allmählich wohler als zu Beginn.

    Dunnes Store (darüber gibt es sogar einen song) fehlt natürlich in keiner irischen Stadt



    Pubs gibt es en masse, aber mich lockt heute nichts hinein





    Ich kaufe mir etwas undefinierbares zum Abendbrot, Fast food halt und gehe durch den Abend zurück.

    Auf der Brücke über den River Lee



    schaue ich hin zum Hafen, dort in der Nähe landen ein Stück weiter auch die Fähren von Swansea



    Nach dem Überqueren der Brücke sehe ich im Eingangsbereich eines kleinen geschlossenen Geschäftes einen alten Mann, der offensichtlich mit seiner Krücke Probleme hat und versucht auf zu stehen. Ich denke zuerst, er ist gefallen und eile zu ihm, um ihm hoch zu helfen. Es scheint aber sein Ruheplatz zu sein, von dem er es nun nicht schafft hoch zu kommen. Er bedankt sich - ganz Gentleman, als ich ihm helfe und noch seine Dose Bier aufhebe und reiche. Formvollend lüftet er seinen speckigen Hut und lächelt ein reichlich zahnloses Lächeln.
    ich verbiete mir, Mitleid mit ihm zu haben, was weiß ich schließlich über ihn, das ist in meinen Augen auch eine Form von Respektlosigkeit und schenke ihm ein freundliches Lächeln und ebensolche Worte, worauf er noch einmal seinen Hut lüftet und langsam die Straße hinunter geht.

    Ich gehe weiter und komme in Fotografierlaune (aber keine Bange, ihr bekommt nur einen Bruchteil zu sehen ;) )









    Dann erreiche ich die Pension, koche mir noch einen Tee und falle in tiefen Schlaf.



    Morgen geht es wirklich los.
    Geändert von Sternenstaub (08.10.2017 um 12:04 Uhr)
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  2. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #2
    Eigentlich hatte ich ja geplant, ab Dursey Head den europäischen Fernwanderweg E 8 zu wandern, möglichst weit in Richtung Dublin, aber wie es scheinbar für mich Normalität ist, kam dann doch etliches anders.
    Nach Dursey Head kommt man mit keinem Bus, deshalb hatte ich die geniale Idee, einfach ab Glengarriff den Beara Way zu gehen, von dort ist es nicht weit bis Dursey Island und von dort über Allehies nach Kenmare und Killarney. Das war an sich auch ein guter Plan, nur kam einiges dazwischen. zB, dass ich als Hundeoma eine Woche mich zur Verfügung stellte, damit meine Tochter, welche völlig überraschend Urlaub genehmigt bekam (das ist jetzt wirklich keine Ironie, sie und ihr Schatz bekamen wider eigenes Erwarten zur selben Zeit und sehr kurzfristig Urlaub, den ich ihnen herzlich gönnte), was die Zeit schon einmal reduzierte. Konnte ich es in dem Zeitraum bis Killarney schaffen? Ja, natürlich schaffe ich das, dachte ich mehr oder minder euphorisch. okok, das wurde dann auch wahr, aber doch anders als geplant.
    Und soll ich euch etwas sagen, das macht mir letztlich gar nichts, meine Art des Unterwegs sein ist halt anders als bei so manch anderem.
    Die anderen Realitätsanpassungen wurden durch das Wetter hervorgerufen und nette Menschen, die mich ab und an irgendwo im mehr oder minder Nichts bei Sauwetter auflasen...
    Wie ihr lest, bin ich mit mir und meiner Reise im reinen. cool vor allem, weil sie mein positives Vorurteil über Irland bestätigte - es gibt ab und an ein Problem, aber immer eine Lösung.

    aber weiter im Text - der zweite Tag meiner Reise

    Um 08.30 fährt der Bus von Cork über Bantry nach Glengarriff, ich habe mir das Handy als Wecker gestellt und nach einer Tasse Tee (ich vermisse nicht einmal ein Frühstück) stiefele ich los zum Busbahnhof, den ich mehr als rechtzeitig erreiche, der Weg ist nicht weit.
    Zuerst herrscht etwas Chaos, zu viele Busreisende finden ihr jeweiliges Abfahrtgate nicht sofort, was mich auch erst etwas verunsichert, aber dann löst sich alles in friedliches Nichts auf und ich stehe mit einem jungen Mann um die 30, der mich nach dem richtigen Bus fragt, tatsächlich am richtigen Einstieg. Er erzählt mir, dass er nach Bantry zu einem Bewerbungsgespräch fährt und fragt mich, wohin ich mit dem Rucksack möchte. So plauschen wir etwas, er gegen seine Nervosität und ich in Urlaubsstimmung und steigen dann ein.
    In Bantry winkt er noch freundlich und wünscht mir eine wundervolle Tour und ich ihm viel Erfolg, für mich geht es weiter nach Glengarriff.

    Die Fahrt von Cork nach G dauert ca 2 1/4 Stunden, pünktlich rollen wir ein und ich steige an der Pharmacie aus. In etwa weiß ich, wo es vermutlich los geht, schließlich war ich schon 2-3 mal in G, aber erst gehe ich in den supermarket, der auch immer noch an der selben Stelle ist.



    Ich lasse mir ein leckeres Sandwich machen (so langsam bekomme ich Hunger) und kaufe noch Wasser, Kekse und einen Apfel hinzu.

    ja, G hat sich nicht wirklich verändert



    Blick ins Bergland, dahin werde ich gleich wandern



    Ich quere die Brücke über den verträumten Fluss



    an dessen Ufer ich erstmals die wundervollen orangenen Blüten sehe, fragt mich nicht, wie diese Wasserpflanze heißt, ich weiß es leider nicht, sie wird mich auf jeden Fall sehr lange begleiten.



    ge/]

    und hier geht es nach rechts - auf gehts



    Frohgemut mache ich mich auf den Weg, es macht Spaß zu gehen, der Rucksack ist überhaupt nicht schwer, aber bald muss ich stehen bleiben, weil ich etwas erstaunliches sehe

    Sind das Gemsen (jaja, ich weiß, die schreiben sich heute anders)???



    Wie ich später recherchiere, sind das wie vermutet Ziegen und zwar wilde Ziegen, ich wusste vorher nicht einmal, dass solche Viecherl in Irland leben. Echt spannend.
    etwas zu naschen am Wegesrand...



    Weiter geht es, es ist nun ein lookout angezeigt, nämlich der von Lady Bantry, da muss ich natürlich hoch.

    eine kleine Rast ist ja auch ganz nett und der Blick vom lookout ebenfalls, auch wenn es etwas diesig ist.








    morgen oder besser heute geht es weiter - wenn ihr wollt.
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  3. Erfahren

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #3
    Du machst mich neugierig. Hau' rein.

  4. Gerne im Forum

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #4
    Ich warte schon seit längerem gespannt auf deine Berichte aus der Freiheit, der Anfang hört sich ja schon mal gut an. Also bitte bald weiter schreiben

  5. Anfänger im Forum

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #5
    Das fängt ja super an! Irland ist so eine faszinierende Insel. Ich bin gespannt wie es weiter geht!

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #6
    Ich danke euch, ich bin auch gespannt, was ich mit meiner neuen Freiheit beginnen werde.


    und weiter geht es:

    Die Pause auf dem lookout hat mir gefallen, aber jetzt zieht es mich doch weiter, habe ja immerhin noch ein Stück weit zu laufen. Mein Tagesziel heute ist es nach Adrigole zu kommen oder zumindest ein gutes Stück bis dorthin. Mal schauen, wo ich tatsächlich lande.

    Dieses Sträßchen, dem ich folge, ist gut zu laufen, es geht immer wieder auf und ab, eigentlich läuft es sich wie von selbst. Es gibt jede Menge Dinge zu schauen, jeglicher Gedanke an speed geben erlischt. Ich bin eh kein besonders ehrgeiziger Mensch und die Planung besteht letztlich darin, irgendwann anzukommen und ansonsten unterwegs zu sein.

    Es ist verhangen und grau, ab und an tröpfelt es, aber mein Regencape bleibt eingepackt, so schlimm ist es wirklich nicht.
    Der Beara Way macht einen Abstecher zum Fluss, dem ich aber nicht folge, es gefällt mir gerade gut auf dem Sträßchen.



    links von mir liegt eine wirklich wunderschöne Wiese, leider gibt es das Foto nicht so wirklich wieder, das Gras sieht so weich und sanft aus, dass ich Lust bekomme, mich dort einfach hin zu legen. Ich bewundere sie einige Minuten lang und denke: gut, dass der Weg etwas verbarrikadiert ist, dann ist die Versuchung nicht zu groß.



    der boreen wird immer schmaler und die umgebenden Berge kahler, wo werde ich da lang gehen? ich weiß, dass irgendwann ein Pfad kommt, der nach links in die Berge führt.







    hier fisselt es mal gerade nicht



    Der Weg teilt sich, rechts runter geht es zu einer Farm, da in der Nähe soll auch ein kleiner Campingplatz sein, wo dann der Weg endet.



    ich aber muss noch links, wenn ich den Zugang zum Bergpfad finden möchte. Viel weiter geht der boreen auch links nicht, irgendwann ist dann Ende.

    ein nicht mehr wirkliches fahrbereites landwirtschaftliches Gerät, aber spannend im Auflösungsprozess





    dort endet irgendwo die Welt und ich stelle mir einen Moment vor, für einige Zeit dort zu wohnen, ich mag ja einsame Ecken



    und er wohnt hier



    nun endet die befahrbare Welt auch auf dieser Seite des Tales



    Da es gerade immer dusterer wird, wenn auch irgendwo ein Stück Helligkeit zu erahnen ist, mache ich erst einmal eine kleine Rast am Fuß des style, außerdem bin ich etwas platt, passt also. Ich trinke einen Schluck Wasser und träume vor mich hin, als zwei Männer so Ende der 50 ankommen, die ein Stück in die Berge gehen wollen, zu einem lookout, wie der eine lächelnd erklärt, während seiner Freund langsam vor geht. Dann mustert er mich, guckt auf meine Stiefel, als er meinen fragenden Blick sieht, erklärt er, offensichtlich käme ich nicht aus den Bergen, dann wären Stiefel und Beine mehr als mit Schlamm bedeckt.
    Dann zögert er, ob er mir einen Rat geben dürfe? Natürlich ja, antworte ich erstaunt. Er käme ursprünglich hier aus der Gegend und würde sich gut auskennen, mit seinem Freund aus der Stadt ginge er jetzt auch nur ein kurzes Stückchen bis zu einem bestimmten Blick. Und fährt fort, dass es in den letzten Wochen, ach eigentlich Monaten sogar für Irland viel geregnet hätte und mit Gepäck würde er jetzt sicherlich nicht auf die andere Seite wandern. Er würde mich bitten, jetzt nicht diesen Weg zu gehen, erstens wären manche Teilstücke sehr schlecht passierbar, zweitens sei ich alleine und mit schwerem Gepäck. Eine Funkabdeckung gäbe es in den Bergen so gut wie nirgendwo. Irgendwann käme ich doch sicherlich mal wieder nach Irland und bei vorher trockenem Wetter wäre der Weg für mich sicherlich durchaus zu begehen.
    Sein Freund winkt schon ungeduldig und er schüttelt den Kopf : typisch Städter, die hätten meist keine Geduld.
    Ich danke ihm recht herzlich und erkläre, dass man doch dumm sein müsse, den Rat eines Ortskundigen nicht anzunehmen und mich meine Kinder sicherlich in einem Stück wieder zurück haben wollten. Er ist sichtlich erleichtert, dass ich seinem Rat folge. Während er nun seinem ungeduldigen Freund folgt und ich meinen Rucksack schultere, dreht er sich noch einmal und winkt mir zu.

    Und nun?
    Wenn es heute zu rutschig und zu gefährlich ist, wird das morgen auch nicht anders sein. Es macht also keinen Sinn zu dem Campingplatz zu wandern, ich muss also die ganze Strecke bis zur Straße in Glengarrif zurück gehen. Das stört mich als solches nicht, die Strecke ist ja schön, aber irgendwie möchte ich doch ein Stück weiter kommen in Richtung Adrigole. Ach egal, irgendwie bekomme ich das schon geregelt, erst einmal zurück.
    Inzwischen hat es begonnen, erst leicht und dann immer heftiger zu regnen, in mein Cape vermummt, betrete ich dann die Straße zwischen Glengarriff und Adrigole. In A ist ein Campingplatz, da habe ich vorher geplant zu übernachten. hm
    Für heute aufgeben und zurück nach G?? Mit Sicherheit nicht, jetzt bin ich stur. Zum Glück ist der Randstreifen an der befahrenen Straße recht breit, dass ich problemlos auf der linken Seite lang latschen kann, falls ich doch noch versuchen möchte, ein Stück weit zu trampen. aber so nass wie ich inzwischen bin? Ich gehe etwa eine Stunde, dann versuche ich einen Lift zu bekommen. Na klar, es hält niemand, ich bin ja auch zu nass und in eine undefinierbare blaue Hülle gekleidet. Gut, dann gehe ich eben weiter, stur sein kann ich ganz gut. Plötzlich bremst ein mich überholender Lieferwagen und fährt links ran. Hält der für mich? Ich also hurtig hin, der Fahrer telefoniert gerade und ich denke: achso, also bin nicht ich gemeint. Während ich mich anschicke weiter zu gehen, springt ein älterer Mann aus dem Auto und winkt mich heran, immer noch telefonierend und öffnet die Schiebetür des Lieferwagens, dahinter stehen oder besser liegen ein paar offensichtlich leere Fässer, ich soll meinen Rucksack dort hinein packen und einsteigen. öh, gut, dann mache ich das mal. Das Cape werfe ich da auch hinein, schließlich will ich ihm den Beifahrersitz nicht völlig einsauen.
    Er ist inzwischen wieder eingestiegen, nachdem er die Tür zugeschoben hat und öffnet mir von innen die Beifahrertür. Ich klettere hinein und bin gespannt, was sich nun für ein Gespräch entwickelt. Er hat inzwischen das Handy verstaut und fragt mich freundlich nach woher und wohin.
    Achso, der Cplatz in A, ja, den kenne er, mal schauen, ob er sein Auto überreden könne, dorthin zu fahren. wäre ja auch nicht wirklich ein Umweg für es. Er fragt nach Kindern und als ich bereitwillig erzähle, taut er noch mehr auf und erzählt von seinen vier Kindern und Enkelkinder habe er auch schon, wie seine Frau das immer alles schaffen würde, da würde er sie echt bewundern. Was ich denn in Irland schon kennen würde und ob ich schon öfters hier gewesen wäre. Als wir ein paar gemeinsame Orte entdecken, wo er auch bereits war, erklärt er, seine Frau würde sich immer sehr interessieren, wen er alles unterwegs treffe, sie käme ja kaum aus ihrem Kaff heraus, außer wenn sie im Urlaub selbst die grüne Insel unsicher machen würden. jetzt hätten sie ja mehr Zeit und Geld, weil die Kinder alle aus dem Haus wären.
    Dann hält er plötzlich in einer Auffahrt, hier sei der Cplatz, ich bedanke mich fürs Halten und Mitnehmen und er antwortet, es sei ihm eine Freude gewesen. Frohgemut wandere ich die Auffahrt zur Rezeption hoch, gerade ist ein wenig die Sonne heraus gekommen, ich kann mir den Platz aussuchen, wo ich mein Zelt aufbauen will, was ich dann auch mache. Der Platzwart erklärt mir, dass nahebei ein kleiner Shop sei, wo ich einkaufen könne. Ich gehe dorthin, kaufe mir ein Sandwich und scones, in der Campingküche koche ich Tee und esse Abendbrot, bevor ich dann recht früh ins Zelt gehe.
    In der Nacht regnet es ohne Unterlass und ist ein wenig stürmisch, so bin ich ganz froh, auf den guten Mann am style gehört zu haben und schlafe tief, fest und lange.
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  7. Erfahren

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #7
    ... sehr schön, habe auch schon auf deinen Bericht gewartet und jetzt sitze ich in der Sonne und lese von dem vielen Regen...

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #8
    Bin mal gespannt wie es weiter geht. Hab auch gerade eine Regenwanderung hinter mir, also ich glaub Irland wäre dann doch nix für mich...

  9. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #9
    jaja, so habe ich mir das gedacht:
    Galadriel in der Sonne sitzend und grinsend über den großen Regen lesen, boah wie bösartig
    und Baciu, der das arme Irland so diskreditiert, nene, so ist das nicht, ich hatte auch öfters über 30 Grad mehrere Tage (ok, während eines anderen Aufenthaltes. Und 11 Regenbogen an einem Tag muss ein Land auch erst einmal toppen.

    ach, es war einfach nur herrlich, mal wieder bestätigt zu finden, warum dieses Irland für mich ein so wichtiges Land ist, die Leute entsprechen einfach in vielem meiner Art des Denkens und des Fühlens. Und da ist es egal, ob es regnet, schneit, Regenbogen den Himmel umspannen oder die Sonne zu viel Wärme schickt.
    Freut mich, wenn euch meine Geschichte/Wanderung gefällt. *mir fehlt gerade ein umarm-smilie*
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  10. Dauerbesucher
    Avatar von rockhopper
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #10
    Danke für die beeindruckende Zeilen und die schönen Fotos !
    Die Landschaft gefällt mir außerordentlich gut, wenn der viele Regen nicht wäre.
    Und auf der linken Straßenseite Radeln wäre, glaube ich, auch nichts für mich Habe eh' schon Probleme mit der Orientierung.

    Grüße
    rockhopper

  11. Erfahren

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #11
    Vielen Dank für den schönen Bericht!

    an dessen Ufer ich erstmals die wundervollen orangenen Blüten sehe, fragt mich nicht, wie diese Wasserpflanze heißt, ich weiß es leider nicht, sie wird mich auf jeden Fall sehr lange begleiten.
    Mir ist gerade eine Montbretie über den Weg gelaufen. Die soll es aber laut Wikipedia nur "südlich der Sahara" geben, was jetzt zu leichter geographischer Verwirrung führt.

  12. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #12
    Oh wie schön, vertraute Bilder incl. Cork
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #13
    Zitat Zitat von rockhopper Beitrag anzeigen
    Danke für die beeindruckende Zeilen und die schönen Fotos !
    Die Landschaft gefällt mir außerordentlich gut, wenn der viele Regen nicht wäre.
    Und auf der linken Straßenseite Radeln wäre, glaube ich, auch nichts für mich Habe eh' schon Probleme mit der Orientierung.

    Grüße
    rockhopper
    och, mit dem Regen ist es auch nicht schlimmer als dort, wo du gerade radeln warst
    Es kommt halt sehr auf den Monat an, Juli und August sind meines Wissens (ich müsste mal in eine Klimatabelle gucken) die regnerischsten Monate in Irland, ich habe dort auch zB im Mai wirklich stabiles Sommerwetter gehabt. Ist halt Glücksache (wie in Deutschland und einigen Teilen Frankreichs auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich), dieses Jahr war ja überwiegend überall sehr viel Regen. Das mit dem links fahren ist eigentlich kein Problem, habe ich in Australien ja fast ein Jahr auch problemlos geschafft, das ist weniger schwierig, als ich vorher dachte.

    Zitat Zitat von Gernstel

    Vielen Dank für den schönen Bericht!
    [...]
    Mir ist gerade eine Montbretie über den Weg gelaufen. Die soll es aber laut Wikipedia nur "südlich der Sahara" geben, was jetzt zu leichter geographischer Verwirrung führt.
    Ich habe mal etwas recherchiert, es sind tatsächlich Montbretien, die wurden wie zB Palmen und etlicher andere "südliche" Pflanzen irgendwann erst in Parks von Herrenhäusern angesiedelt und sind dann mehr und mehr aufgrund des milden Klimas überall heimisch geworden. manches von dem, was ins Land geholt wurde, wird inzwischen als schädlich angesehen, nämlich da, wo die für die Gegend üblichen Pflanzen quasi "abgewürgt" werden. Was für die Montbretien aber wohl nicht gilt, ich finde sie einfach wunderschön

    Zitat Zitat von Rattus

    Oh wie schön, vertraute Bilder incl. Cork
    Du wirst noch mehr vertrautes zu lesen/sehen bekommen
    Cork mag ich inzwischen sehr, vor allem die second hand book shops!

    Mal schauen, denke, es wird heute weiter gehen
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  14. Dauerbesucher
    Avatar von grenzenlos
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #14
    Freiheit beflügelt egal ob mit oder ohne Regen Und wir dürfen dabei sein. Dankeschön!
    Unsere Webseite: http://www.grenzenlosabenteuer.de

    Gruß, Wi grenzenlos

  15. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #15
    danke dir, Wi!

    Ich wache auf, in der Nacht haben mich die Regengeräusche immer wieder in den Schlaf gewiegt - ich liebe das - krabbele aus dem Zelt und wundere mich, dass mein Zelt in einem See steht. Aber es ist ja nichts hinein gelaufen, also kann ich zufrieden sein. Erst einmal duschen, dann Frühstück machen in der Küche und dann mal schauen. Frühstück machen klingt nun gar großartig, ich habe noch 2 scones und Teebeutel, aber das ist ja echt ausreichend.

    eine spanische Familie kommt herein, drei kleine Kinder + Eltern und wir unterhalten uns in meinem äußerst rudimentären Spanisch und ihrem ebenso kargen Englisch, lustig ist das.

    Ich hole nun nach und nach meine Sachen vom Zelt in die Küche, um im Trockenen einzupacken, was die Kiddies wahnsinnig spannend finden - sie reisen in einem kleinen Wohnmobil. nasse Zelte/Sachen sind sie also nicht wirklich gewohnt.
    Irgendwann bin ich fertig und breche auf.
    Es regnet, wie so mancher unschwer eh erahnt, aber guten Mutes mache ich mich auf den Weg. Dann regnet es eben und ich gehe eben und es ist eh so wie es ist. So what???
    Ich wandere die Straße entlang, denn am Hungry Hill durch den Sumpf zu waten, empfiehlt sich nun nicht wirklich, es mögen etwa zwei Stunden vergangen sein, als vor mir ein Auto hält, eine Limousine. Ob ich einen Lift haben möchte, sie fahren nach Castletownbere. Susan und Dave aus Dublin unterhalten sich lebhaft mit mir, während wir fahren. Dave freut es besonders,dass ich Cape Clear Island kenne und liebe, er ist von dort, wir unterhalten uns über die Insel und er ist bass erstaunt, was ich über die dortige Geschichte weiß. So rollen wir in Castlewonbere ein und bedauern es, uns nun zu trennen, aber sie müssen einen Verwandtenbesuch absolvieren. Bye und danke und so stehe ich nun in C und überlege wohin und ein bisschen auch warum wohin. ;)

    Ich versuche nun zum TO zu gehen, was nicht so wirklich einfach ist, weil es quasi 2 gibt, eine Kooperative der Gewerbetreibenden und ein Semidingens, was wohl offiziell ist. Wirklich helfen kann man mir in beidem nicht, als ich frage, wo ein bezahlbares B&B ist. Nachdem ich in Erfahrung bringe, dass momentan jede Menge Festivals, Sonderveranstaltungen touristischer und sonstiger Art statt finden, verstehe ich das auch. Vermutlich sind alle B&b komplett voll. örks. Ich frage in mehreren B&B, aber alles ist bereits belegt. Entschlossen wandere ich in die Außenbezirke und frage dann in einem (mir von einer Radfahrerin empfohlenen B&B) mach einem freien Zimmer, da ist aber auch nichts! Der Landlord, der seine hüpfende und singende Enkelin betreut, überlegt und ruft dann bei einer Freundin an, also, sie hat noch ein freies Zimmer und reserviert mir das, wenn ich wirklich verspreche zu kommen. Weil im Moment - das sind die Wochen, wo alles überbelegt ist...
    puh ok, ich danke und sage fest zu und wandere etliche Kilometer wieder zurück, weil das Riallt Mara noch vor dem Eingang in Castletownbere liegt, also schlicht viele, viele Meter zurück.
    Ich mache unterwegs einige Fotos, anders würde ich mich für die Strecke auch nicht motivieren können, seht selber.







    wunderschön oder?





    Und endlich bin ich da. ich drücke auf die Klingel und mir wird geöffnet.
    Die Landlady führt mich ins Zimmer und ich bin - wie sie erwartet - von der Aussicht überwältigt, ja, das ist es!

    der Blick vom Zimmerfenster



    Tee wird mir angeboten und ich sage gern ja, bevor ich dann wieder den langen Weg in den Ort antrete, ich brauche etwas essbares für den Abend.

    Nur mit Kamera und meiner roten Krempeltasche beschwert gehe ich nach einiger Zeit wieder nach Castletownbere, gemächlich wandere ich die Küstenstraße entlang.

    Es ist ziemlich düster, aber das passt ganz gut zur Landschaft, mich bedrückt das nicht. Ich mag solche Stimmungen durchaus.



    Vor dem Reallt Mara stehend



    Da hinten regnet es offensichtlich, aber noch ist es trocken



    teilweise sieht es echt dramatisch aus, mir gefällt das



    eine etwas andere Sicht oder alles eine Sache der Perspektive



    Ich gelange zum Hafen, habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Häfen überaus spannend finde?



    der Blick auf Bere Island



    e/]

    ein buntes Haus, welches mir vorhin schon aufgefallen ist



    und diese Gesellen mag ich auch





    Ich gehe aber nun weiter in den Ort, dort habe ich vorhin einen supermarket gesehen, kaufe mir Baguette, Cheddar, einen Apfel, sowie eine Dose Cider (eine Flasche ist mir einfach zu viel. Da es nun anfängt, leicht zu regnen, mache ich mich auf den Rückweg.

    das hier ist eine bekannte Brücke, die schon recht alt ist

    e/]

    etwas dazu findet man hier

    http://bearatourism.com/bwctb.html

    man schaue unter Brandy Hall Bridge - es gibt nicht allzu viel darüber im net

    ich gehe langsam ein Stückchen weiter, weil ich einige Vögel erspäht habe



    das sind Reiher oder? Ne, eher nicht, weiß da jemand genaueres?



    das Foto mag ich besonders



    beschwingt gehe ich weiter und setze mich auf den Sessel, der hinter den Betten direkt am Fenster steht und genieße den Abend bei Cider, später Tee und Brot, Apfel und Käse

    Geändert von Sternenstaub (27.09.2017 um 17:23 Uhr)
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  16. Neu im Forum

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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #16
    Schöner Bericht, er macht Lust aufs weiter lesen und auch darauf, die Ecke zu Fuß zu erkunden

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #17
    hey Richie, danke dir und ich kann die Ecke echt nur empfehlen!
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  18. Dauerbesucher
    Avatar von blackteah
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #18
    oh Irland (ich brauche dringend einen Herzsmilie...)

    und dann auch noch eine Ecke die ich überhaupt nicht kenne. Bin gespannt, wo du sonst noch so hinkommst . Schöner Bericht!

  19. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #19
    Wirklich gut.

    Danke,
    Rainer

  20. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [IR] ein bisschen Irland

    #20
    Hallo Sterni, schön dein neuer Reisebericht und die Art wie du auf die Schwierigkeiten gelassen reagierst.

    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    zB, dass ich als Hundeoma eine Woche mich zur Verfügung stellte,
    Pass nur auf dass nicht zu viel Nebenjobs aufgedrängt bekommst, nach dem Motto: "Du bist doch jetzt in Rente und hast Zeit, kannst du nicht mal...?" sonst ist es mit deiner "Freiheit wie ein Vogel" bald vorbei.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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