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  1. Erfahren

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    Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #1
    Nachdem ich mit meinen beiden Chinakochern nicht so richtig glücklich war (der 25g Titakocher wird unten zu heiß, der andere Kocher war mir auf Dauer nicht hochwertig genug), habe ich mich auf die Suche nach einem guten Schraubkocher gemacht. Dabei bin ich auf den Soto Windmaster gestoßen. Den fand ich schön hochwertig, er hat die gewünschte Piezozündung, ist super leicht und recht windstabil, aber andererseits doch recht voluminös und mit einem Preis ab ca. 80 Euro vor allem teuer. Der Amicus scheint die kleinere Ausgabe vom Windmaster zu sein, etwas kompakter, aber auch schwerer, aber vor allem preiswerter. Ebenfalls mit windfester Flamme, aber leider ohne Piezozündung. Jedenfalls beim hier in Deutschland angebotenen Modell. Auf der Herstellerseite hingegen fand ich ihn alternativ auch mit integrierter Piezozündung und begab mich auf die Suche nach einem Händler.

    Ein Import aus Übersee kam allein wegen Zoll und Mehrwertsteuer nicht in Frage (hätte sich schlicht gegenüber dem Windmaster nicht mehr gelohnt), dann fand ich Outnorth.de, einen schwedischen Shop mit deutschem Ableger. Der Soto Amicus ist dort als Julbo Amicus zu finden, womöglich ein Fehler seitens des Produktmanagements. Die Produktseite dort war zudem etwas verwirrend. Im Artikelnamen und den Bildern war der Igniter (Piezozündung) erwähnt bzw. zu sehen, in der Beschreibung stand das Gegenteil. Bei einem Preis von 39,90 Euro (gerade einmal die Hälfte vom Windmaster) zzgl. 4,90 Versand und kostenloser Rücksendung riskierte ich es, zumal der Amicus selbst ohne Piezozündung hier kaum billiger zu bekommen ist. Ich bestellte Freitag den Kocher (zu früh, seit gestern gibt es als Aktion eine versandkostenfreie Lieferung), der Montag verschickt wurde und heute bereits ankam. Der Soto Amicus kam direkt aus einem Outnorth-Lager in Neumünster. Da hier im Forum kaum etwas zum Amicus zu finden ist und im deutschsprachigen Web kaum etwas zur Version mit Piezozündung, habe ich mich entschlossen, meine Eindrücke in diesem Testbericht niederzuschreiben, vielleicht hilft es dem einen oder anderen Leser, der sich ebenfalls für diesen Kocher interessiert.

    Der Karton enthält neben dem Kocher, der tatsächlich über die gewünschte Piezozündug verfügt, eine Tasche sowie Anleitungen in verschiedenen Sprachen, darunter sogar Deutsch. Da verwundert es schon, dass ich den Kocher hier nur ohne die nützliche und wunderschön integrierte Piezozündung finden konnte (vielleicht bin ich auch nur zu doof zum Suchen).



    Der Kocher baut etwa 8 cm hoch und die vier Topfauflagen haben einen Durchmesser von 10,5 cm. Laut Anleitung soll man im Durchmesser maximal 14 cm große Töpfe verwenden. Ich sehe das nicht so eng, meine größeren 1,75 l Töpfe messen gut 20 cm und die konnte ich bisher problemlos auf Kochern mit kleineren Topfauflagendurchmessern verwenden.



    Der Brennerkopf ist wie beim Windmaster konkav geformt, aber mit knapp 4 cm etwas kleiner im Durchmesser. Der Hersteller gibt eine Leistung von 3000 Watt an, das ist meines Erachtens völlig ausreichend. Richtig schön unauffällig integriert ist die Piezozündung. Sie verläuft im Kocherhals und kommt in der Mitte aus dem Brennerkopf heraus. Der Zündknopf hingegen ist unten neben dem Regelventil angebracht. Sollte die Zündung einmal nicht mehr funktionieren, kann man bei Soto Ersatzteile beschaffen. Die UVP dafür beträgt hierzulande 14,95. Das finde ich sehr nachhaltig und ist für mich mit ein Argument, ein Markengerät billiger Chinaware vorzuziehen. Die konkave Form des Brennerkopfes soll einen gewissen Windschutz bieten, das funktioniert tatsächlich ganz gut. Die Flamme lässt sich nicht so leicht auspusten, wobei das stark davon abhängt, wie weit man das Ventil aufgedreht hat.



    Apropos Ventil: Hier kommt dieselbe Technik wie beim Windmaster zum Einsatz, das Wandventil erlaubt eine sehr feine Flammenregulierung. 1 3/4 Umdrehungen braucht es von geschlossener zu voll geöffneter Stellung, das Ende des Regelbereichs ist sehr eindeutig spürbar und der Regler lässt sich gleichmäßig leicht drehen.



    Zwei O-Ringe dichten den Anschluss ab, einer innen, einer außen. Durch die kleine Nase sowie das Regelventil entsteht ein Anschlag, so dass man den Kocher nicht zu fest auf die Kartusche schrauben kann. Soto empfiehlt in der Anleitung, die Dichtungen alle drei Jahre auszutauschen. Ersatzteile gibt es auch dafür angeblich direkt beim Hersteller, im Gegensatz zum Piezo-Reparaturkit habe ich dafür aber hierzulande keine Bezugsquelle gefunden. Da das simple Gummiringe sind, findet man die anhand des Durchmessers vielleicht auch woanders.



    Zusammengeklappt misst der Soto Amicus etwa 7 x 4 cm (Länge mal Durchmesser).



    Den Einklappmechanismus der Topfauflage-Arme finde ich sehr clever gelöst. Die Arme falten sich unter den Brennerkopf und liegen eng an, wodurch das kompakte Packmaß entsteht. Die Drehgelenke der Arme haben eine Federlagerung, die ein leichtes Ausschwenken nach links erlaubt. Dadurch können die Arme in der oberen Position über kleine Häkchen geschwenkt werden und einhaken, wobei man sicherstellen sollte, dass die Arme richtig im Haken sitzen. Ist das der Fall, steht ein Topf wirklich sehr stabil auf dem Kocher, die vier Arme sorgen für eine bessere Auflage als drei. Ab ca. 5 cm Durchmesser stehen zudem Tassen sicher auf dem Kocher.



    Zum Lieferumfang gehört eine kleine Tasche, die mir ehrlich gesagt nicht so gut gefällt. Der Stoff ist recht dick und steif, die Zugkordel ist mit einem dicken Knubbel zum Raffen versehen. Aber schützen tut sie den Soto Amicus sicher gut.



    Die Version des Soto Amicus ist ohne Piezozündung natürlich etwas leichter als diese hier mit Piezozündung. Aber das spielt sich alles im einstelligen Grammbereich ab. 79 g bringt der Soto Amicus auf meine Küchenwaage. Zum Vergleich: Der Windmaster wiegt laut Hersteller mit der leichteren Triflex-Aufnahme 67 g, ist also gerade einmal 12 g leichter. Der Amicus ohne Piezozündung soll je nach Quelle etwa 72-75 g wiegen, d. h. das Gewicht der Piezozündung liegt gerade einmal irgendwo zwischen 4 und 7 g.



    Der kleine Beutel wiegt ungefähr 11 g, so dass der verpackte Kocher es auf 90 g bringt.



    Der Soto Amicus lässt sich prima mit dem Kartuschen-Windschutz von Optimus kombinieren. Letzterer wird im Betrieb übrigens recht warm bzw. heiß (oben), zumindest bei meinem Test im windfreien geschlossenen Raum. Der Soto Amicus hingegen blieb am Fuß bei meinem Test kalt. Hier wird also kaum Wärme in die Gaskartusche eingeleitet. Das wäre bei kalten Temperaturen zwar praktisch, im Sommer aber potentiell gefährlich.



    Ebenfalls wunderbar passt das ganze zu meinem 0,8 l Quechua Popote Kochtopf mit Wärmetauscher. Der Topf steht dank der größeren Auflagen im Vergleich zu meinen bisherigen China-Kochern sogar besser auf dem Amicus.



    Die Flamme brennt blau und ist kaum zu sehen, man muss schon in dunklerer Umgebung kochen. Hier brennt der Kocher auf Sparflamme, womit sich Wasser wunderbar am Köcheln halten lassen kann.



    Voll aufgedreht wird die Flamme ohne Topf auf dem Kocher entsprechend hoch. Die Leistung soll bei knapp über 3000 Watt liegen. Mit seinem lauten Fauchen ist der Brennvorgang unüberhörbar.



    Mit einem Topf Wasser drauf sieht das dann so aus:



    Ein kleiner unwissenschaftlicher Test ohne Anspruch auf Genauigkeit mit frisch gezapftem Wasser hat eine Kochzeit von 1 Minute und 50 Sekunden für 500 ml Wasser ergeben. Dabei wurden etwa 5 g Gas verbraucht. Der Hersteller gibt eine Brenndauer von 1,5 Stunden mit 250 g Gas an, was einem Verbrauch von 2,78 g pro Minute entspricht. Das stimmt mit meinem kleinen Praxistest also gut überein.

    Insgesamt bin ich mit meinem Kauf des Soto Amicus mit Igniter/Piezozündung sehr zufrieden, er wird mir auf meinen Touren sicher viel Freunde bereiten.
    Geändert von bkx (20.09.2017 um 19:16 Uhr)

  2. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #2
    Kleiner Nachtrag:
    Bei etwas weniger als Halbgas fängt der Brennerkopf gut an zu glühen. Bei weniger Gas kühlt er wieder ab, da reicht die Hitzeentwicklung nicht, bei mehr Gas steigt die Hitze weiter nach oben und das Glühen hört jeweils auf. Der Fuß wird trotz glühenden Kopfes nicht heiß.


  3. Lebt im Forum
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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #3
    Der Brennerkopf darf nicht gluehen,damit zerstoert man sich den Brennerkopf.
    Weiter aufdrehen oder reklamieren
    Es kann sein das die Loecher im Brennerkopf nicht sauber entgratet sind?

  4. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #4
    Der Brennerkopf sieht für mich sauber entgratet aus. Ich habe mal den Hersteller angeschrieben, ob das normal ist und ob es dem Kocher schadet. Laut diesem Beitrag hier im Forum soll es bei Gaskochern auf kleiner Flamme wohl öfter vorkommen und damit normal sein: https://www.outdoorseiten.net/forum/...=1#post1578441

  5. Moderator
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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #5
    ..auf jeden mal Danke für den ausführlichen Bericht!

  6. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #6
    Der Support von Soto hat bereits gestern geantwortet. Allerdings hat man mich um ein paar Tage Geduld gebeten, da man die Entwicklungsabteilung zu Rate ziehen möchte, bevor man mir wieder schreibt. Ich vermute, die machen jetzt Tests, ob das bei ihnen auch passiert.

  7. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #7
    Zitat Zitat von bkx Beitrag anzeigen
    Der Support von Soto hat bereits gestern geantwortet. Allerdings hat man mich um ein paar Tage Geduld gebeten, da man die Entwicklungsabteilung zu Rate ziehen möchte, bevor man mir wieder schreibt. Ich vermute, die machen jetzt Tests, ob das bei ihnen auch passiert.
    ...und dann bitte hier berichten, denn der Kocher sieht eigentlich sehr verlockend aus.

  8. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #8
    Das werde ich selbstverständlich machen.

  9. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #9
    Heute Morgen hatte ich eine E-Mail aus Japan in meinem Postfach. Man fragte nach meiner Adresse, um mir einen neuen Kocher zuschicken zu können. Außerdem möchte man meinen Kocher zugeschickt bekommen, um ihn zu untersuchen. Eine Versandadresse habe ich aber noch nicht.

    Es liegt also die Vermutung nahe, dass mit meinem Amicus etwas nicht stimmt, Soto aber auch nicht so genau weiß, was damit los ist. Ich bin nun gespannt, wie lange der Austausch dauert.

  10. Erfahren

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    AW: Soto Amicus with Igniter (mit Piezozündung)

    #10
    Montag kam der neue Amicus an. Leider hat er dasselbe Glühproblem, wenn auch nicht so ausgeprägt. Auf meine Mail mit der Vermutung, das könnte ein Nachteil des konkaven Brennerkopfes sein und dass der alte Brenner abgeholt werden könne, hat bisher niemand reagiert.

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