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  1. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #61
    Zitat Zitat von jeskodan Beitrag anzeigen
    kurz off topic:

    welchen doloführer für leichtes Zeug 4-5? den welchen ich kaufen wollte ist ausverkauft
    hallo jeskodan,

    was ist es denn jetzt geworden? dolos oder arco?

    gruß

    opa

  2. Fuchs
    Avatar von jeskodan
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #62
    dolos im nebel und regen (also bissl steinere stadt am sella) und dann hat mein Rücken aufgegeben und es gab nur noch sauna und rückfahrt

  3. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #63
    Zitat Zitat von jeskodan Beitrag anzeigen
    dolos im nebel und regen (also bissl steinere stadt am sella) und dann hat mein Rücken aufgegeben und es gab nur noch sauna und rückfahrt
    schade. na dann gute besserung, falls der rücken noch zwickt!

  4. Fuchs
    Avatar von jeskodan
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #64
    ja leider dauerpatiententum, aber zumindest ist die suche nachm neuen job erfolgreich gewesen da hab ich eh viel Zeit investieren müssen und konnte net soviel klettern.

  5. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #65
    ich möchte auch ein paar Erfahrungen aus den Dolomiten beisteuern. Landschaftlich immer toll, aber immer auch etwas heikel in Touren ohne Bohrhaken oder mit steinschlaggefährdeten Abstiegen.

    Ich habe den Auswahlführer aus dem Rother-Verlag, Topoguide und Kletterführer von Mauro Bernardi (Klettern in Cortina d' Ampezzo und Umgebung, Klettern um Gröden, Klettern in den Dolomiten im 3. und 4. Grad) benutzt.

    Dummerweise wird das bohrhakenfreie Prinzip in Dolomiten-Klassikern meist komplett durchgezogen, das auch an Stellen, die sich nicht vernünftig mit Friends, Keilen, NH etc. absichern lassen. Normalhaken gibt es zwar immer wieder mal, man kann sich aber nicht darauf verlassen. Der Preußriss (V, immerhin 1 BH in der gesamten Tour) an den Drei Zinnen sollte laut Führer in der Schlüsselstelle z.B. voller Normalhaken sein, letztlich war aber nichts drin, wohl weil manche Kletterer in leichten Touren die Haken herausschlagen, um Material für ihre schweren Touren zu haben. Ohne Haken zur groben Orientierung in Passagen mit wenig strukturiertem Fels ist natürlich auch die Orientierung schwieriger. In der Fedele am Pordoi (so was um die 1000m Kletterei bis 5-) klettert man schnell mal eine 6er-Stelle, wenn man nicht in der Ideallinie ist, ganz abgesehen davon, dass die Bewertungen in den Dolomiten im Bereich 3-5 eh oft nicht mit der Realität übereinstimmen und bei abgespecktem und damit schwieriger werdendem Fels nicht angepasst werden.

    Normalhaken halte ich per se für heikel: Man sieht ihnen nicht immer ihren Zustand an, d.h. ob sie nicht im Riss schon längst erodiert sind, obwohl sie von außen gut aussehen. Oft lässt sich schlecht abschätzen, ob sie einen Sturz aushalten, z.B. in vertikalen Rissen. Dazu kommt, dass die Haltekraft von Friends im glatten Kalk wohl oft überschätzt wird, sie können zuweilen auch bei parallelen Risswänden rausrutschen.

    Beim Abstieg habe ich schon grausige Abseilstellen erlebt mit großen in die Erde geschlagenen Erdnägeln.

    Letztlich also sehr schön und erlebnisreich in den Dolomiten, solange nichts passiert. Auf eine Redundanz darf man in den Dolomiten nicht immer hoffen.

    Es gibt so viele tolle, gut gesicherte oder gut absicherbare Touren in den Alpen, dass man ein ganzes Kletterleben damit sehr glücklich werden kann und eigentlich nicht auf heikle Touren angewiesen ist. Eine super Felsqualität erlebt man im Allgemeinen eher im Granit (z.B. Zentralschweiz, Chamonix, Dauphine, Bergell), bei dem auch die Klassiker im Gegensatz zu vielen Klassikern im Kalk meist ohne brüchige und steinschlaggefährdete Passagen auskommen. Natürlich gibt es aber auch alpine Kalkgebiete wie die Berchtesgadener Alpen, Wetterstein oder die Engelhörner, in denen man auch in gemäßigten Touren perfekten Kalk erleben kann, oft bei guter bis sehr guter Absicherung mit Bohhaken.

    Man sollte sich genau überlegen, welches Risiko man eingehen möchte, wenn man in den Dolomiten klettert. Es ist dort nach dem, was ich erlebt habe, oft höher als in vielen anderen tollen Gebirgsgruppen der Alpen. Gefallen hat es mir in den Dolomiten natürlich trotzdem sehr. Die Fedele, die Fehrmann an der Guglia di Brenta oder die Dülfer an der Großen Zinne waren allesamt tolle Touren. Ein bisschen habe ich mich aber immer dabei gefürchtet, entweder beim Klettern oder beim Abstieg. Wer die Große Zinne auf dem Normalweg abgestiegen ist, weiß was ich meine, bei all dem Schutt, der auf den Bändern liegt und nur darauf wartet, von den lieben Mitwanderern hinunter gestolpert zu werden.


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    Fuchs
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #66
    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Normalhaken halte ich per se für heikel: Man sieht ihnen nicht immer ihren Zustand an, d.h. ob sie nicht im Riss schon längst erodiert sind, obwohl sie von außen gut aussehen. Oft lässt sich schlecht abschätzen, ob sie einen Sturz aushalten, z.B. in vertikalen Rissen.
    Interessanter Artikel/Position eines Südtirolers zu dem Thema:
    http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2012/2/84-87%20%28unsere%20heiligen%20haken%29.pdf

    Finde jetzt leider den Artikel über die Haltbarkeit von Schlaghaken nicht mehr, aber die Dinger halten überraschenderweise schon unter optimalen Bedingungen so gut wie keinen richtigen Sturz. Für mich ist es, aber dann zumindest eine mentale Hilfe. Ich falle jedoch 1000x lieber in einen Keil oder Friend als in einen Normalhaken...brrr... Gottseidank noch nie passiert...

    Aber nicht nur Normalhaken können ein schönes Desaster sein...
    http://www.topoguide.de/topoguide-Magazin/Sicherheit_am_seidenen_Haken.pdf

  7. Fuchs
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #67
    Mir geht es auch so, dass ich Normalhaken gern mitbenutze und mich damit auch wohler fühle, als hätte ich an dieser Stelle keine Sicherung. Man muss sich nur klar machen, dass man sich auf Normalhaken nicht verlassen kann und auch bei mehreren NH hintereinander bei einem Sturz alle NH herausgerissen werden können inkl. Stand. Die Sanierungen am Colodri bei Arco sind meines Wissens in Gang gekommen, nachdem es in dieser hohen Wand mehrfach zu Totalabstürzen von Seilschaften gekommen ist.

    Man muss also auch in NH-Linien bewusst immer wieder sichere Keile und Friends zwischendrin legen, um eine sichere Basis zu haben. Das braucht manchmal etwas Disziplin, weil es schneller geht, einfach nur viele vorhandene NH zu klinken. Dumm nur, wenn es keine sicheren Placements für Keile und Friends gibt. Die Diskussion, dass auch Friends in glattem Kalk, wie er in den Dolos oft vorkommt, oft nicht zuverlässig greifen, war für mich auch recht neu. In der Schweiz wird sie aber geführt, was zu maßvollen Sanierungen von Klassikern wie der Zuestoll-Südwand geführt hat, auch an Stellen wo man optisch gut liegende, aber letztlich unsichere Friends legen könnte.

    Aus meiner Sicht ginge es nicht darum, in den Dolomiten die gesamte Route zu sanieren, sondern nur manche heikle Passagen, die sich über längere Strecken sonst nicht sichern lassen und bei einem Sturz sehr verletzungsträchtig wären. Dafür würde oft schon 1 Bohrhaken ausreichen.

    Dummerweise würde der 1 BH die gesamte Tour zu einer BH-Tour machen, was für manche den gesamten Charakter der Tour ändern würde. Ich habe so was mal an der Grundschartner Nordkante erlebt, die ich für unsere DAV-Sektion geführt habe. Wirklich eine geniale Tour (Granit) übrigens, mit 2050Hm vom Tal aus, 19 SL zum Selbstsichern und einem fast halbtägigen, in den oberen 1400Hm mehr oder weniger weglosen Abstieg. Wir haben 18 h gebraucht, kommt also nahe an eine Tagestour im engeren Sinn ran.
    Im Bildband "Himmelsleitern" steht, dass die schwierigsten Passagen mit Bohrhaken gesichert sind. Faktisch war kein BH in der Tour, warum auch immer, oder ich habe was übersehen. Die Tour lässt sich wirklich gut mit Friends, Keilen und Schlingen sichern, NH gibt es auch einige. Ausgerechnet die Schlüsselstelle, frei geklettert eine 6+, lässt sich aber nur über zwei komplett umgebogene NH sichern, die bei einem Sturz früher oder später wohl auch herausfallen werden. Der letzte sichere Friend liegt ein paar Meter tiefer. Die meisten greifen hier in eine alte Schlinge, die von oben herabhängt, und versuchen wegen der schlechten Sicherung erst gar nicht, diese tolle, knifflige boulderähnliche Passage frei zu klettern. Ein BH hier wäre absolut sinnvoll. Evtl. gab es an dieser Stelle tatsächlich mal einen BH, heute gibt es aber keinen mehr. Durch den einen Bohrhaken in der 800m langen Kletterstrecke wäre es aber eine BH-Tour, für die Liebhaber wohl die falsche Kategorie. Ich stell gleich mal noch ein Bild davon ein. In den Dolomiten würden die 1-2 BH zur Sanierung von Klassikern den Einheimischen als Verrat am Abenteuer vorkommen und ihnen den Freiraum nehmen, von dem in deinem Link die Rede ist.

    Wahrscheinlich wird aber auch in den Dolomiten irgendwann ein Umdenken einsetzen und wir werden die letzte Generation sein, die mit NH aufgewachsen ist und dort auf BH verzichtet. Ein befreundeter Jurist meinte übrigens kürzlich beim Klettern in der Pfalz zu mir, dass er davon ausgeht, dass es künftig schon aus Haftungsgründen kaum noch Routen ohne Bohrhaken geben werde.

  8. Fuchs
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #68
    Hier mal noch ein Bild der Schlüsselstelle in der Grundschartner Nordkante. Der letzte einigermaßen sichere Friend liegt im Riss, links beim Seilknick. Danach kommen nur alte unsichere NH. Wenn die rausfallen, wird es schmerzhaft. Die Blöcke sehen im übrigen zwar wackelig aus, sie werden aber umgangen. Insgesamt ein Granit-Klassiker mit durchgehend sehr guter Felsqualität. So eine durchgängig gute Felsqualität habe ich in den Dolos bei den wenigen Touren, die ich dort geklettert bin, selten erlebt.



    Und noch ein Bild vom Grundschartner wie aus der guten alten Zeit, das Traditionalisten die Freudentränen kullern lässt.


  9. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #69
    Zitat Zitat von sudobringbeer Beitrag anzeigen

    Finde jetzt leider den Artikel über die Haltbarkeit von Schlaghaken nicht mehr, aber die Dinger halten überraschenderweise schon unter optimalen Bedingungen so gut wie keinen richtigen Sturz.
    hab da vor vielen jahren mal einen artikel darüber gelesen. quintessenz nach meiner erinnerung vor allem nicht mal, dass sie generell nicht halten. sondern vor allem, dass bei vorhandenen geschlagenen haken auch eine exquisite testgruppe (bergführer...) definitv nicht einschätzen konnte, was (und ob) ein geschlagener haken noch hält.

    generell war es zu meiner zeit zum glück zumindest in vielbegangenen touren schon so, dass wenigstens viel gesteckt ist. in den modetouren konntest du davon ausgehen, dass, sobald es in richtung 6ter grad gegangen ist, noch ausreichend material zum technisch klettern drinnen war. da hast du halt alles geklippt und gehofft, dass irgendeiner schon halten wird. bzw. eher vorsichtig belastet und ein kleines päuschen eingelegt, bevor du einen sturz riskiert hast.

    keine ahnung wei es heute ist - habe schon ewig nichts klassisch abgesichertes mehr gemacht. könnte mir aber vorstellen, dass rausgefaulte / rausgestürzte haken nicht mehr so zalreich ersetzt werden. im 6ten grad braucht halt heute keiner mehr die behakung zum technisch klettern.

  10. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #70
    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    In der Schweiz wird sie aber geführt, was zu maßvollen Sanierungen von Klassikern wie der Zuestoll-Südwand geführt hat, auch an Stellen wo man optisch gut liegende, aber letztlich unsichere Friends legen könnte.
    alte süd bin ich dieses jahr mal durchgeschleift worden. da muss man schon zugeben, dass die mittlerweile (für ein bekennendes weichei wie mich durchaus erfreulich ) auf plaisir-niveau saniert wurde. für einen kleinen dicken wie mich klettertechnisch doch noch immer ganz schon herb ,der zustieg bei weitem nicht so dramatisch, wie es auf den ersten blick ausschaut, aber schon gewöhnungsbedürftig.

    du bist den grundschartner schon als führungstour gegangen? volle hochachtung! sniep - wenn ich auf meine alten tage wider erwarten nochmal groß und stark werden und das klettern unwahrscheinlicherweise doch noch lernen sollte, würde der ziemlich weit oben afu meiner wunschliste stehen...


  11. Administrator
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #71
    NHs durch BH ersetzen ist schon ein schwieriges Thema. Wenn jedem klar wäre das NHs nur bedingt sicher sind wäre es kein Problem, aber viele Leute sehen in einem NH einen BH und das wird dann zum Problem. Jetzt kann man eben argumentieren, die Leute müssen anders geschult werden oder NHs durch BHs ersetzen. Ich bin da sehr hin und her gerissen, weil Übersanierung in der Schweiz leider immer wieder ein Thema ist. Insbesondere bei populären Klassikern, damit die Bergführer ihre Kunden rüber bekommen. Jüngstes Beispiel für mich Südgrat Galenstock. Unsinniger Klettersteig am Einstieg und dann oben BH neben exzellenten Rissen... Grund dafür? Zu viele Leute mittlerweile auf dem Südsporn, so dass die Bergführer mit Unterstützung des Hüttenwartes den Grat eingebohrt haben um Entlastung zu schaffen. Wieso ist es auf dem Sporn so voll geworden? Weil dort auch BH gesetzt wurden... Ist aber wohl ein Prozess der kaum aufzuhalten ist...

  12. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #72
    Zitat Zitat von sudobringbeer Beitrag anzeigen
    NHs durch BH ersetzen ist schon ein schwieriges Thema. Wenn jedem klar wäre das NHs nur bedingt sicher sind wäre es kein Problem, aber viele Leute sehen in einem NH einen BH und das wird dann zum Problem.
    echt - so leute gibt es? also ich kenne niemanden, der in einen normalhaken ähnlich entspannt reinbombt wie in einen bohrhaken.

  13. Dauerbesucher

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #73
    Gibt's denn nicht schon genug totsanierte Klassiker?
    Ein alter Spruch und trotzdem (oder genau deswegen) richtig:
    Wem's nicht gefällt oder wer's nicht kann, soll was anderes klettern!

    Und totsaniert wäre in diesem Fall genau das Beispiel von nunatak.
    Wenn die ausgeprägte Schlüsselstelle an der Grundschartner Nordkante direkt mit der Sicherungssituation zusammen hängt, dann laßt das so! Um Gottes Willen! Wer hier den Bohrhaken setzt (und wenn's nur einer auf 800m ist), verändert den kompletten Charakter der Tour.
    Will ich nicht! Mag ich nicht! Bin dagegen!!!

    Mal davon abgesehen, zähle ich bei dem Bild 5 eingehängte Exxen auf 4m Kletterstrecke. Hallo?! Und selbst wenn diese Sicherungen fragwürdig sind!
    Wenn es sowas nicht mehr gibt, gibt es keine Klassiker mehr, sondern nur noch x-beliebige, austauschbare Touren. Pfui!!! Laßt doch die Leute, welche noch Abenteuer erleben wollen, ihre kleine Spielwiese.

    Und by the way, das Routen am Colodri wegen wiederholter Totalabstürzen saniert werden, halte ich für eine äußerst gewagte Aussage, wenn nicht sogar für ein übles Schauermärchen. Ich bin sehr häufig in Arco, bewege mich auch ein kleines bißchen in der dortigen Szene, aber davon habe ich noch nie was gehört. Auch in der Presse ist davon kein Pieps zu lesen...
    Geändert von tuan (08.11.2017 um 08:45 Uhr)


  14. Administrator
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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #74
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    echt - so leute gibt es? also ich kenne niemanden, der in einen normalhaken ähnlich entspannt reinbombt wie in einen bohrhaken.
    Das will ich auch für dich hoffen Ich hatte aber schon Unterhaltungen mit Leuten über bestimmte Routen wo ich meinte: War wirklich schwer neben den alten NH noch was Anständiges zu legen und mein gegenüber meinte: Aber die Haken waren doch alle super! Ich schaute ihn dann etwas entsetzt an, da es in der ganzen Route nur an den Ständen BH gab... War ein starker Kletterer und ist nat. nicht gefallen, aber er war dann doch etwas erstaunt als ich ihm erklärte, dass NHs nicht das Gleiche halten wie BH...

  15. Alter Hase

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    #75
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen

    Und by the way, das Routen am Colodri wegen wiederholter Totalabstürzen saniert werden, halte ich für eine äußerst gewagte Aussage, wenn nicht sogar für ein übles Schauermärchen. Ich bin sehr häufig in Arco, bewege mich auch ein kleines bißchen in der dortigen Szene, aber davon habe ich noch nie was gehört. Auch in der Presse ist davon kein Pieps zu lesen...
    colodri wüsste ich auch nicht. in den tannheimern war nach meiner erinnerung ein seilschaftsabsturz der auslöser für die sanierung.

    ansonten halt schweres thema. im endeffekt sollte man traditionalisten wir tuan halt schon noch ihre spielwiese lassen, wobei ich als weichei natürlich gar nichts gegen todsanieren habe. es stellt sich dann halt die frage: welche touren sanieren, welche nicht? die mehrheit freut sich halt schon an solider absicherung.


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    #76
    Sanierung ist immer ein schweres Thema. Ich kann den Drang dazu absolut verstehen, provozierend gesagt ist es aber einfach das Verlangen physisch und mental schwacher das Gleiche klettern zu können wie physisch und mental starker. Für eine V ohne fixe Absicherung und einigen nicht absicherbaren runouts muss man eben min. VI eher VII OS klettern können, sonst sollte man es lassen oder mit den Konsequenzen leben (oder nicht mehr). Ist das fair? Sicherlich nicht abschliessend zu beantworten, ich finde es ok, denn mir gibt so etwas den nötigen Anreiz um zu trainieren und stärker werden zu wollen, um es dann entspannt klettern zu können.

  17. Dauerbesucher

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #77
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    es stellt sich dann halt die frage: welche touren sanieren, welche nicht? die mehrheit freut sich halt schon an solider absicherung.
    Genau, das ist das Problem.
    Wo anfangen und wo aufhören?
    Soll z.B. eine Separate Reality eingebohrt werden? Nur weil viele weder die Eier noch das Können haben diese Tour zu klettern? Oder die Pumprisse? Oder oder oder...?! Nur um mehr Kletterer in die Tour zu bringen?
    Es gibt genug Touren auf dem Planeten, in denen gefahrlos und entspannt geklettert werden kann.

    Und nach wie vor bin ich der Meinung, man sollte sein Kletterkönnen an die Tour anpassen, und nicht die Tour an sein Kletterkönnen!

  18. Alter Hase

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #78
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Genau, das ist das Problem.
    Wo anfangen und wo aufhören?
    Soll z.B. eine Separate Reality eingebohrt werden? Nur weil viele weder die Eier noch das Können haben diese Tour zu klettern? Oder die Pumprisse? Oder oder oder...?! Nur um mehr Kletterer in die Tour zu bringen?
    Es gibt genug Touren auf dem Planeten, in denen gefahrlos und entspannt geklettert werden kann.

    Und nach wie vor bin ich der Meinung, man sollte sein Kletterkönnen an die Tour anpassen, und nicht die Tour an sein Kletterkönnen!
    schwer. so rein vom "grünen theorie-tisch" aus betrachtet, passt du natürlich auch mit normalhaken die tour dem kletterkönnen an. wie oben schon erwähnt habe noch einige klassiker (natürlich nur kdg-taugliche!!!) ende der 80er und in den 90ern vor sanierung gemacht, da hast du dann dafür noch die ganzen rostgurken aus dem bergschuh-zeitalter, teilweise im meterabstand zum nullen gehabt. besonders in erinnerung wäre mir da zum beispiel der quergang in der schüle/diem am predigtsstuhl (kaiser). wunderschöne kletterei, aber da bist du vor lauter clippen kaum noch zum klettern gekommen. auslassen habe ich mich auch nicht getraut - dafür war das vorhanden material nicht vertrauenerweckend genug. mit ein paar bohrhaken und rostgurken auslassen hätte es mehr spass gemacht. aber wie gesagt - endlosdikussion ohne schwarz und weiß. dafür viel grautöne. im moment können meiner meinung nach in den alpen noch alle - vom plaisirkasper wie mir bis zum hardcorer - glücklich werden, gibt für alle was. kleine dicke wie ich freuen sich halt auch, wenn sie was zum klettern finden, auch wenn die tour mit bolts dem nicht vorhandenen kletterkönnen angepasst wurde.

  19. Fuchs
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    #79
    Ich kann deine Argumente schon verstehen, irgendwie haben diese komplett selbst abzusichernden Touren schon was Tolles und man genießt sie als Abenteuer und weil man darin alles geben kann und muss. Ich mache so was gern, so lange man sie (v.a. die schwierigen Passagen) vernünftig absichern kann. Klettern ist immer ein (mal mehr, mal weniger harmloses) Spiel mit dem Risiko. Es geht mir um diese nur mit NH "abgesicherbaren" Passagen, die potenziell tödlich enden bei einem Sturz. Ein übler Sturz ist schließlich nicht immer nur das Ergebnis von Leistungsschwäche, sondern kann auch durch einen herabfallenden Stein, einen Griffausbruch, eienn Krampf oder halt doch mal eine falsche Bewegung oder die falsche Lösung eines Kletterproblems ausgelöst werden. So was kommt selten vor, ab und zu aber halt doch.
    So was gibt mir einfach nicht so einen tollen Kick gibt, dass ich mein Leben aufs Spiel setzen möchte. Aus dem Grund klettere ich auch nicht solo.

    Dazu kommt noch was: Ich war mal vor gut 15 Jahren in der Luna Nascente im Val di Mello, das ist ein großer Granit-Klassiker mit perfektem Fels ohne Bohrhaken, bei dem die Stände aus Normalhaken bestehen, die z.T. mit Rolladenband verbunden sind, sonst ist mehr oder weniger alles selbst abzusichern. Im alten Plaisir-Führer stand drin, dass man Friends bis Gr. 3 braucht. In der berühmten sichelmondförmigen Riesenschuppe (5c) hätte man da aber einen 4er- oder 5er-Friend gebraucht. So bin ich die ersten 20 m ohne Sicherung geklettert, empfand es als irrsinnig intensiv und positiv und war noch Tage danach im Adrenalinrausch. Eigentlich ist mir so was aber zu heikel. Was ich damit andeuten möchte: Bei manchen Touren sind die verfügbaren Infos falsch, die Gefahren werden verschwiegen oder werden aus heroischen oder Angeber-Gründen heruntergespielt. Gerade bzgl. der Felsqualität entsprechen v.a. alte Beschreibungen nicht mehr der Realität oder heutigem Verständnis von guter Felsqualität. Wenn man in eine Tour einsteigt, weil man sie nach den verfügbaren Infos für machbar, absicherbar und nicht heikel hält, ist es schon unschön, wenn die Entscheidungsgrundlage unverschuldeterweise falsch war und man in nicht absicherbaren Passagen abstürzt. Aus dem Grund gehe ich nur noch in Touren, zu denen genügend aktuelle Informationen von verschiedenen Seiten zu finden sind und ich das Gefühl habe, dass die grundlegenden Passagen vernünftig absicherbar ist. Im Zweifelsfall entscheide ich mich für eine Tour jüngeren Datums mit Bohrhaken, einfach auch weil neuere BH-Touren meist in kompakterem, sichererem Fels verlaufen als alte Klassiker, die gezwungenermaßen Maßen den klassischen Linien folgen mussten, weil im kompakten Fels keine NH u.ä. unterzubringen waren.

  20. Dauerbesucher

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    AW: Dolomiten [aus: Pressemitteilungen]

    #80
    Zitat Zitat von tuan Beitrag anzeigen
    Gibt's denn nicht schon genug totsanierte Klassiker?
    Ein alter Spruch und trotzdem (oder genau deswegen) richtig:
    Wem's nicht gefällt oder wer's nicht kann, soll was anderes klettern!
    Ich bin ja der Meinung wenn du die Tour nicht Free-Solo schaffst lass es, diese ganzen Normalhaken verändern den Charakter einer Tour: Will ich nicht! Mag ich nicht! Bin dagegen!!! Ich will meine Spielwiese behalten!

    Pass deine Touren eben deinem Können an

    OT: Ja Provokant, beim Tauchen vertrete ich übrigens genau deinen Standpunkt, das ist mir alles zu "todreguliert"

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