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  1. Erfahren
    Avatar von uniuk
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    Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #1
    Grüezi und guten Morgen alle !

    Bei den meisten Touren schlafe ich in der Hängematte, unterm Tarp. Nun würde ich aber gerne wieder einmal am Boden nächtigen und dies dann auch wahlweise wieder tun. Zunächst aber meine bestehende (Schlaf-) Ausrüstung - nicht immer ist alles dabei (z.B. Footprint).

    - HM: 90° Hammock Gamma UL, 430g
    - Schlafsack: Western Mounteneering Apache MF, 905g
    - Iso: Exped SynMat 7 LW, 1100g
    - Tarp: DD Hammocks SuperLight Tarp, 460g (ohne Zeltnägel)
    - Footprint: Von einem 1P Zelt, 257g

    Ein Zelt möchte ich mir nicht anschaffen, da ein Tarp, eine HM, o.ä. nicht so auffällt und eher in den tollerierten Bereich gehört. Unsere Touren sind in der Schweiz, meist unter der Baumgrenze und so schlafen wir meist im Wald. Die Touren sind meist von Herbst bis Frühling, da wir während dieser Zeitspanne am ehesten Zeit finden und beschränken sich meist auf wenige Tage. Die Temperaturen bewegen sich zwischen -10 und +10 Grad.

    Die erste Idee um am Boden zu schlafen ist natürlich unterm Tarp. Die Zweite: In einem Biwaksack und hier kommen nun meine Fragen Er soll mich vor aller Witterung schützen, von innen aber gut atmen (siehe Daunenschlafsack). Gerne hätte ich einen, der nicht auf der Nase aufliegt und ein Moskitonetz hat. So bin ich mal auf den Exped Ventair/PU gestossen.

    - Ist meine Idee utopisch bzgl. Kondenswasser und Daunenschlafsack im besagten Temperaturbereich?
    - Welchen könnt Ihr mir aus eigener Erfahrung empfehlen?
    - Idealerweise habe ich kein Tarp dabei. Sind die Bivys dicht (Nähte, Einstieg/Lucke)?
    - Iso in den Sack vs. untenrum? Ventair 100% vs. Ventair/PU
    - Soll ich das lieber lassen und umtern Tarp schlafen?


    Danke für Eure Meinungen! Grüsse aus Zürich
    Geändert von uniuk (23.08.2017 um 08:14 Uhr)

  2. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #2
    ... ich habe zwei gebrauchte Hooped Bivi Bags der NL Armee. Es gibt diese regelmässig in der Bucht und auch bei einigen Händlern. Die L Version ist 240 lang, die XL 270. Sind aus Goretex (oder ähnlich) und nicht im UL Bereich anzusiedeln.
    Soweit das.
    Im Kopfbereich haben die einen Bügel, so dass man dort ausreichend Raum hat. Lesen kann ich dort auch, allerdings nur noch mit Brille, sonst reicht der Platz nicht für ausgestreckte Arme.
    Ich habe damit mehrfach im Winter genächtigt und war überrascht über Null Kondens. Andere denen ich den Sack auch empfohlen habe, berichten das auch. Nix. Fast unheimlich. Ich habe bereits im vollständig geschlossenen Sack genächtigt, war ein komisches Gefühl, aber ich bin morgens noch wach geworden, das Gewebe atmet anscheinend genug. Meist allerdings lasse ich in dem Bereich wo der Bügel läuft so ca. 20cm offen. Moskitonetz ist vorhanden.
    Bei Sonneneinstrahlung ist das eine Saunatüte. Dunkles Flecktarn halt.
    Zu den Längen. Ich habe mit dem 240er angefangen. Bereits dort habe ich im Fußbereich meinen Rucksack untergebracht. Dann liegt man aber oben mit der Rübe schon arg an. Daher hab ich mir dafür noch den längeren geholt. Gerade bei Schnee auf dem Sack ist das mit dem Rucksack fein. Den dann kann man den Sack fast wie ein Zelt spannen und bis zu einer gewissen Schnee Last liegt der Sack dann nicht auf. Ab dem Moment nämlich wo er aufliegt... naja... dann ist auch die Schlaftüte platt und es wird sehr frostig.
    Ich kann den nur empfehlen.. einziger Nachteil das Gewicht. Man könnte dafür auch ein Zelt mitnehmen.

  3. AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #3
    Im Vergleich zum Tarp punktet der Biwaksack bei der Tarnung und dem besseren Windschutz. Auch der Wärmeschutz kann ein Vorteil sein. Da Du aber nicht im offenen Gelände, sondern im Wald übernachten willst, sehe ich keinen Vorteil im Biwaksack.
    Im Gegenteil, unter dem Tarp kannst Du auch sitzen oder stehen, was bauartbedingt im Sack nicht funktioniert. Kochen unter dem Tarp macht sich besser als im Biwaksack. Der nächtliche Toilettengang bei strömendem Regen zwingt Biwaksackbenutzer zu sportlichen Höchstleistungen. Bis man sich dann endlich wieder reingezwängt hat, dürfte man einigermaßen nass geworden sein.

    Meine Einschätzung: Nein, ein Biwaksack lohnt sich für Dich nicht.

  4. Erfahren
    Avatar von uniuk
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #4
    Danke ihr zwei und sorry für die späte Antwort.

    Zitat Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
    ... ich habe zwei gebrauchte Hooped Bivi Bags der NL Armee. Es gibt diese regelmässig in der Bucht und auch bei einigen Händlern.
    (...)
    Ich habe damit mehrfach im Winter genächtigt und war überrascht über Null Kondens.
    Klingt ja schon mal toll aber wie schwer ist der denn konkret? Wie warm/kalt war es denn im Winter bei Dir? Ich spreche ja auch rund um den Gefrierpunkt mit Nebel-/Tauwetter.

    Frage am Rande: Was ist die Bucht resp. wofür steht es konkret sorry für diese noob Frage....

    Zitat Zitat von Mittagsfrost Beitrag anzeigen
    Im Vergleich zum Tarp punktet der Biwaksack bei der Tarnung und dem besseren Windschutz. Auch der Wärmeschutz kann ein Vorteil sein. Da Du aber nicht im offenen Gelände, sondern im Wald übernachten willst, sehe ich keinen Vorteil im Biwaksack.
    (...)
    Meine Einschätzung: Nein, ein Biwaksack lohnt sich für Dich nicht.
    Ich müsste mal testen wie sturmstabil das Tarp sein kann. Hast Du hier schon Erfahrungen?

    Hrm ja gut das stimmt und für alle Eventualfälle kann ich mich ja nicht eindecken ohne Zelt oder viel Gewicht aufm Buckel.



    Danke, ich glaube ich teste das mal mit dem Tarp - ist ja anyway mitdabei - und steige ggf. wieder auf die HM um.

  5. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #5
    Die Bucht ist ebay.

    Gewicht von dem Ding ist so bei 1300Gramm.
    Ich war damit bei ca. -10 Grad draußen, alles fein. Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und kondensierenden Luftfeuchtigkeit war alles fein. Bei der kalten Nacht war noch ein Tarp drüber, weil wir heftigen Schneefall hatten.

    Sonst ist er meist bei niedrigen Plus Temperaturen im Einsatz.

  6. Erfahren
    Avatar von uniuk
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #6
    Ach soooo, alles klar - danke!

    Jut danke. Ich überdenke mal den Wunsch/die Idee eines Bivy. Merci aber auf jedenfall für die Infos!!

  7. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von MaxD
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #7
    Edit....zu spät. Schon erledigt.
    ministry of silly hikes

  8. AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #8
    Zitat Zitat von uniuk Beitrag anzeigen
    Ich müsste mal testen wie sturmstabil das Tarp sein kann. Hast Du hier schon Erfahrungen?
    Ein Tarp ist so sturmstabil wie Du es abspannst. Je flacher und tiefer am Boden, desto stabiler. Im Extremfall kann man sich damit einwickeln und hat eine Art Biwaksack.

  9. Fuchs
    Avatar von wilbert
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #9
    moin uniuk,
    nur mit einem bivi, bin ich nie wirklich zufrieden gewesen.

    entweder ist es trocken, dann braucht es nicht den extremen wetterschutz von goretex & co. oder es regnet, dann braucht man irgendwas über dem kopf als schutz.
    damit werden die bivis meist wieder so schwer, dass andere shelter vom gewicht vergleichbar, und vor allem komfortabler werden. zudem verringert sich die atmungsaktivität eines membranstoffes, sobald die oberfläche mit wasser benetzt ist.

    lange rede, kurzer sinn.
    ich teste in der nächsten zeit einen nicht wasserdichten bivi plus tarp.

    da mir mein 3x3 tarp geschützt aufgebaut, in der liegelänge zu kurz ist, habe ich mir gerade ein 2 x 3,5 meter tarp selbst konfiguriert. das tarp kann ich als hexamid-verschnitt halboffen aufbauen und bekomme so drei geschlossene seiten.





    den "bristlecone bivy" von katabatic gear habe ich günstig gebraucht bekommen. ich hätte aber auch andere bivis genommen die einen stark atmungsaktiven oberstoff haben.

    so wiegt setup mit allem gebimmel zusammen 800 g, und ist von der überdachten fläche echt geräumig.
    (tarp, 450 g, heringe 130 g, bivi 220 g)

    vg. -wilbert-
    Geändert von wilbert (25.08.2017 um 11:36 Uhr)

  10. Erfahren

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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #10
    Moin!
    Einen Biwaksack als alleinige Übernachtungs-Außenhülle habe ich immer als eher unbequemen Behelf empfunden; mit einem heringsbefestigten großen Stockschirm hingegen war's für mich perfekt. Gegen Mücken half ein am Schirm befestigtes, rundherum auf Biwaksack & Boden reichendes Moskitonetz.
    Mit freundlichem Gruß,
    Janhimp

  11. Moderator
    Alter Hase
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #11
    DIe Frage ob du einen Bivy brauchst, kannst du nur selbst beantworten. Selbst zwei Personen mit objektiv gleichen Anforderungen, werden zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen in Abhängigkeit ihrer persönlichen Präferenzen.

    Da der Tenor hier aber stark richtig Bivy oder Tarp geht, kann ich dir kurz mein Setting aus Bivy und Tarp vorstellen und wieso ich es gewählt habe.

    Begonnen hat es mit einem puren Bivy. Vorteil ist WIndschutz, Schlafsackschutz und Insektenschutz. Wenn es nieselt, kommt noch Niederschlagsschutz dazu. Starkregen würde mein Bivy wohl aushalten, aber außrhalb hätte ich u.U. keinen Regenschutz, das wäre doch unangenehm. Gerade zum Abwettern...

    Bei längeren Touren, wo ich "maximal niesel" nicht sicher prognostizieren kann, habe ich mir deshalb noch ein 500g 3m x 3m Tarp dazugekauft. Damit sind wir bei < 1,8kg für 2 Personen (2 Bivies, 1 Tarp). Ein gutes Zweipersonenzelt kann ähnlich wiegen, aber nicht zu dem selben Preis. Also ökonomische Gedanken spielen auch rein. Ein Schaden ist auch nicht mehr so tragisch. Wenn das Wetter gut ist, lass ich das Tarp, obwohl dabei. weg. Gerade in der Natur wäre es Schade, nicht die Sterne zu sehen.

    Durch die wasserdichten Bivies spare ich mir auch eine Unterlage. Bei Regen kann ich auch außerhalb des Sacks auf dem Sack unter dem Tarp trocken bleiben.

    Aber alleine schwinden viele Vorteile wahrscheinlich schnell... Kommt also wieder auf deine Vorlieben an.

  12. Erfahren
    Avatar von uniuk
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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #12
    Huh danke Leute. Ja das mit dem Bivy hab ich mir anders erhofft. Wenn ich anyway ein Tarp dabei haben sollte, dann bleib ich wohl vorerst beim Tarp. Ich glaube bei einem argen Sturm ist das Tarp dann sekundär. Da mach ich mir mehr Sorgen um fallende Äste. Über der Baumgrenze ist das natürlich was anderes aber im Notfall kann ich auch abbrechen (so exponiert sind wir eig. nie und einen kleinen Silber-Not-Bivy hab ich auch dabei).

    Danke für alle Hinweise!!!

  13. Dauerbesucher

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    AW: Lohnt sich ein Biwaksack für mich?

    #13
    Frage,
    Black diamond macht mit dem Twilight bivy Werbung für einen vier Jahreszeiten Biwaksack. Was ist an diesem anderes als an anderen atmungsaktiven Biwaksäcken und was macht diesen speziell für den Winter aus?
    Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.

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