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  1. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #61
    Moin. Offensichtlich lassen es sich viele Leute einfach nicht verbieten im Wald herum zu laufen und zu pennen (oder zu jagen), und versuchen durch Tarnung den tendenziell unangenehmen Begegnungen mit anderen Interessensgruppen aus dem Weg zu gehen.

    Dadurch entsteht ein geringes Risiko versehentlich verletzt zu werden, und offensichtlich auch ein Leidensdruck bei den Jagenden. Denn, die Verantwortung für die Sicherheit eines Schusses liegt imo allein beim Schießenden, unabhängig davon, ob sich jemand anderes nun irgendwo aufhalten darf oder nicht. Das macht es für mich sehr nachvollziehbar, dass viele Jagende erstmal aufplatzen bei dem Thema.
    Die Fragestellung ist nach meinem Verständnis die: Wie kann eine Person, welche sich legal in einem potenziellen Jagdgebiet beim (Nacht-)wandern oder Schlafen aufhält, verhalten, um den eventuell dort gerade jagenden Personen das Leben nicht unnötig schwer zu machen, beziehungsweise das Ansprechen als "Mensch mit anderem Hobby" zu vereinfachen.

    Eine winzige, meinetwegen rote, weil weniger störende, led Lampe, vor allem solange man sich bewegt, würde doch schon einiges ausmachen?

    Was spricht dagegen, eine Hängematte direkt an einem Hochsitz anzubinden, bzw. sich direkt unter/neben den Sitz zu hauen?

    Dann begegnet man sich in den meisten Fällen gleich, bevor irgendetwas gefährlich und somit wirklich störend wird.

    Motto: Begegnung suchen statt vermeiden?

  2. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #62
    Florian, der Ansatz kann ja gut gemeint sein. Praxis und Gesetz sind aber eher dagegen. In den jeweiligen Landes-Waldgesetzen (also nicht den Landes-Jagdgesetzen) ist das Betreten oder die Fremdnutzung jagdlicher Einrichtungen wie Hochsitze, Kanzeln, Böcke, Leitern verboten oder nur mit Zustimmung des Jägers zulässig. Die sind alle für den einen Zweck Jagd errichtet und werden so auch vom Gewicht und der Statik her unterhalten. Da stören schon ein Zusatzgewicht von 80 oder 100 kp und fremder Geruch wie ein Hauch Deo oder Parfüm.
    Es kommt hinzu, dass damit eher die Jagdausübung gestört wird, weil der Jäger weis, warum er erst 20.30 Uhr nach dem Reh und vor der Sau/dem Rotwild auf den Sitz steigt, der Zufallsbesucher ab 18:30 Uhr jedoch alles Wild mindestens mit seinem Körper-Geruch und wahrscheinlich zusätzlich den intensiven Gerüchen von Lebensmitteln/Getränken/kleinem und großem Gang des Kaisers zu Fuß vergrämt oder beunruhigt. Mir hat heute in der klaren Nacht ein Sternen-Fotograf eine starke Sau vertrieben - die hat er gar nicht gesehen und war dann nach ruhiger Aufklärung und Zeigen erschrocken ob deren Größe. Den Jäger hat er übrigens auch nicht gesehen gehabt, den zweiten 120 m gegenüber auch nicht. Vorsätzliche Störung der Jagdausübung ist wieder nach Landes-Jagdgesetz und Beunruhigen von Wild nach Bundes-Jagdgesetz verboten und strafbewehrt.
    Kein Jäger würde unter dem von ihm genutzten Hochsitz eine Hängematte mit Person darin dulden und auch nicht dulden dürfen. Es sei denn, er will gleich eine Selbstanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung des outdoorers abgeben - allein ein Schussknall aus nächster Nähe und wegen der Örtlichkeit neben oder vor dem Lauf, nicht dahinter, kann zur Dauerschädigung des Gehörs führen. Gehörschäden sind nicht reparabel. Die auch vor dem Lauf verbrennenden Pulverteile würden dann auch den "Schläfer" schädigen. Spätestens dann findet der das gar nicht mehr lustig, schreit nach der Polizei und will Schmerzensgeld.
    Ruhige Gespräche kann man mit dem Jäger vorher führen und sich dabei abstimmen. In Deutschland kennt normalerweise jeder örtliche Gastwirt oder der Bäcker im Ort den örtlichen Jäger. Da kann auch ein Naturerlebnis der anderen Art herausspringen - 15 Sauen, 50 Stück Rotwild oder 90 Muffel in 40 oder 60 oder 200 m Entfernung über längere Zeit in freier Wildbahn zu beobachten hat auch was.

  3. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #63
    Ich schrieb ja das kleine Wörtchen "legal". Also jetzt nicht wieder damit kommen was alles verboten ist.
    Das Hängematte an den Hochsitz binden meinte ich symbolisch, hätte ich anders sagen müssen.
    Wenn irgendwo wer eine störende Duftmarke hinterlässt muss man Wohl oder Übel damit leben, dass muss ich ja auch, wenn 20 Bewaffnete um meinen Garten pirschen ohne mir vorher Bescheid zu sagen, und meine Kinder in der Sandkiste hocken.

  4. Anfänger im Forum

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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #64
    Hallo reinergeorg und FlorianHomeier, Eure letzten beiden Beiträge fassen doch eines sehr gut zusammen: Man braucht etwas Toleranz auf beiden Seiten. Der Naturfreund muss tolerant sein, dass die Jagd stattfindet, und er sich dann eben mal in einen anderen Teil des Waldes verziehen muss, um die Natur zu beobachten und ggf. darin zu übernachten. Und der Jäger muss tolerant sein, dass außer ihm auch noch andere Leute im Wald unterwegs sind, die dabei eventuell unabsichtlich die Jagd stören, indem sie Gerüche verbreiten oder das Wild anderweitig durch ihre Anwesenheit stören. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Toleranz auf Seiten der Jäger nicht so groß ist, weil sie das Gefühl haben, das Revier "gehöre" ihnen allein, aber da kann ich mich auch täuschen.

    FlorianHomeier, das mit dem roten Lämpchen werde ich jetzt so praktizieren (siehe weiter oben im Thread). Ist eine super Methode, um nachts auf sich aufmerksam zu machen.

    Reinergeorg, das Abstimmen mit dem Jäger fände ich auch super, allerdings ist das auch nur praktikabel, wenn ich eine Tour vorher genau plane, nicht wenn ich irgendwo durch Deutschland fahre und mir dann abends schnell einen Lagerplatz für die Nacht suche.

  5. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #65
    Ja, scheinbar gibt es durchaus einfach Überschneidungen von Interessen, auch ohne dass einer Gesetze übertritt. Sprich es kann durchaus dort gejagt werden, wo sich jemand unbeteiligtes ganz legal aufhält, bzw andersherum.

    Was mich sehr interessieren würde, sind die Meinungen der Leute mit Wald-Abi, ob das überhaupt was bringt sich in der Dämmerung/Dunkelheit eine kleine einzelne led auf die Birne zu schnallen, wenn man legal durch Wald und Heide latscht.

    Konkrete Vorschläge zum "sich kenntlich machen" würden mir sehr weiterhelfen.

    So ganz kann ich mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, auch meinen legalen Schafplatz per Licht zu markieren.
    Irgendwie widerspricht das meinem Instinkt. Muss ich wohl noch etwas drauf herumdenken...

  6. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #66
    Da kann es sehr auf die Umstände ankommen. Im stadtnahen Wald rechnet wohl jeder Jäger auch Nachts mit Joggern und Waldläufern oder Liebespaaren, im weiten und dunklen Tann an der Bundesgrenze eher nicht mit solchen, aber mit kriminell bewaffneten (Menschen- oder Sachwert-)Schmugglern. Ein kleines rotes Licht ist eben besser als nichts. Reflektierende Streifen an der Kleidung wäre auch hilfreich. Selbst nur bei einem Sturz-Unfall über einen Ast oder Stamm oder in ein Loch und der Suche anderer nach dem Unfallverletzten.
    Zum Verständnis: selbst in einem 1.000-ha-Jagdrevier stimmen sich die Jäger vorher konkret ab, wer heute Abend/Nachts/Morgen früh von wann bis wann wo konkret bis zu welchem Weg oder Pfad oder Wildwechsel Nachts ansitzt, pirscht oder/und Nachsuche betreibt. Wer das als Jagdgast oder Begeher auch nur 10 m oder 10 Minuten überschreitet, darf dort sicher nicht mehr jagen. Das ist einfach auch unter Jägern eine Sicherheitsfrage. Ich will nicht auf dem Seziertisch oder der Anklagebank landen. In bestimmte Reviere gehe ich auch trotz Einladung nicht mehr hin, weil die dortigen Jäger "das nicht so genau sehen" wollen. Eigenschutz.
    Bitte auch beachten, dass ein Wildschwein ein sehr wehrhaftes und starkes wildes Schwein ist. Da rennt die führende Bache/Muttersau mit Frischlingen/Kindern auch sofort einen unverhofft auftauchenden Waldgänger/Jäger oder einen auf dem Wechsel/dem Weg der Sauen nächtigenden Outdoorer zum Schutz ihrer Frischlinge um - eine ganze Rotte/Gruppe von 15 oder 35 Sauen auch. Wenig bekannt ist, dass auch Bachen Hauer haben. Ich habe selbst erlebt, dass ein einen Hochsitz im eigenen Revier angehender Jäger von zwei Sauen überrascht wurde, die direkt unter dem Hochsitz lagen. Die eine Sau ist direkt an ihm vorbei, die andere zwischen seinen Beinen durch. Das waren zum Glück nur Überläufer/junge Sauen. Den stellv. Vorsitzenden einer Jagdgenossenschaft hat es bei der Einladungsjagd im mittelsächsischen Nachbarrevier erwischt - eine ihn annehmende Sau hat ihm im Oberschenkel die Hauptschlagader durchtrennt. Er ist an Ort und Stelle verblutet. Also bitte beachten, dass das Wild nicht unbedingt gefährlich ist, aber gefährlich werden kann. Ganz ohne Jäger.
    Der Sternen-Fotograf von inzwischen vorgestern hat den für Jäger sichtbaren und bekannten Wildwechsel nicht als solchen erkannt gehabt und ist das damit verbundene Risiko unbewusst eingegangen. Derzeit sind selbst auf den Feldern niedergedrückte Stellen im Weizen oder umgehauene Maisstängel mit Verlauf im Feld Anzeichen von Wildaktivitäten - solche Stellen sollten von Wanderern mit erhöhter Aufmerksamkeit passiert werden. Selbst Hirsche hauen zur Zeit den Mais um - sie wollen ihren Bast auf dem Geweih loswerden. Im bevorstehenden September/Oktober zur Brunft werden die Hirsche liebestoll und unberechenbar. Eine Nacht allein im tiefen Wald verkraftet moralisch-psychisch nicht jeder, weil die Geräusche der Bäume, des Windes und des Wildes vielen Städtern unbekannt sind und furchteinflößend. Es kann jedoch unter Nutzung oder Außerachtlassung der Erfahrungen auch anderer Outdoorer ein prägendes Erlebnis werden - so oder so. Ich wünsche nur angenehme Erlebnisse in Wald und Flur und auf der Heide.

  7. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #67
    Vielleicht sollte man es andersherum handhaben, und die Jäger sollten sich mit einem roten Winpel am Hochsitz und einem Lämpchen kenntlich machen, damit der geneigte Naturfotograf gleich sieht wo es gerade gefährlich ist, und sich direkt verpieseln kann?
    Irgendeine Möglichkeit schaffen, wo sich unbeteiligte informieren können, wann und wo gejagt wird?

  8. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #68
    Der Naturfotograf hat den Wildwechsel nicht gesehen, zwei in Rot als Warnfarbe über die gesamte Jacke gekleidete Jäger in seiner Sichtweite auch nicht. Zwei deutlich sichtbare Pkw am Waldrand mit sehr deutlicher Großschrift auf Schild "Jagd" und Mobilfunknummer ebenso nicht.
    Gejagt wird jederzeit - der Wald betreten auch. Da sollte jeder jederzeit mit dem anderen rechnen.
    Groß-Jagden werden "ortsüblich" am Brett der Ortsverwaltung an der Dorfstraße oder im örtlichen Amtsblatt oder in der Kreisausgabe der führenden Zeitung vorher konkret bekannt gemacht und am Jagdtag konkret vor Ort ausgewiesen und je nach Lage/Genehmigung der betreffende Wald für Nicht-Jäger gesperrt.
    Wer will hier eventuell seine nächtlichen oder abendlichen oder frühmorgendlichen Wandertouren per pedes oder Rad vorher konkret nach Uhrzeit und Weg- sowie Zeit-Verlauf sowie Übernachtungs-Biwak wann wo veröffentlichen? Der Themeneröffner fragte gerade wegen seiner vorher nicht konkret geplanten Touren. Das sollte beiderseits auch so bleiben. Regelungen haben wir wahrlich genug.
    Im nahen Ausland gibt es solche rotgekleideten Jäger übrigens eher nicht - in Tschechien oder Frankreich oder Österreich nicht und auch im entfernten, für Outdoorer sehr interessanten Sibirien oder Kanada oder Alaska wird eher Wert auf tarnfarbene Kleidung der Jäger gelegt. Dort wird einfach von allen überall und immer mit Jagd gerechnet. Jagd gehört zum Wald. Erholung durch Outdoorer wie mich selbst auch.

  9. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #69
    Ich persönlich bin auch nicht an neuen Regelungen interessiert, sondern an Verhaltenstips, möglichst jenseits von "geh nicht nach draußen, da ist es gefährlich" ;).

  10. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #70
    Zweierlei: Auch Pilzesammler hinterlassen Geruchsmarken und: Wildtiergeräusche muss man auch beim Zelten auf Campingplätzen in Waldgebieten "verkraften"

  11. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #71
    Die Zahl der Verkehrstoten ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken. 2016 starben 3214 Menschen bei Unfällen in Deutschlands Straßenverkehr, – Quelle: https://www.shz.de/16197106 ©2017
    https://www.shz.de/deutschland-welt/...d16197106.html

    2016 gab mindestens 13 Tote durch Jäger und Jägerwaffen.
    https://www.tierschutzpartei.de/ersc...erwaffen-2016/

    ... ich vermute auf den strassen ist es gefährlicher als im wald.

  12. Alter Hase
    Avatar von Scrat79
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #72
    OT:
    Zitat Zitat von wilbert Beitrag anzeigen
    Relativier das noch kurz durch die Masse an Autofahrern und die Anzahl an Jägern:
    Wenn wir jetzt noch die Zeiten, die die Autofahrer im Auto sitzen und die Zeiten der Jäger im Wald...
    ...lassen wir das.
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.

  13. Fuchs
    Avatar von Lobo
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #73
    Wenn du die Zahlen quantifizierst auf die Anzahl derer, die am Straßenverkehr teilnehmen und den Leuten die im Wald unterwegs sind bin ich mir nicht mehr so sicher.

    Und im Wald lauern ja noch viel mehr Gefahren als nur die bösen Jäger.
    Fiese Wildtiere, unberechenbare Forstarbeiter ect.

    In welche Statistik geht es eigentlich ein wenn ich im Wald von einem Jäger überfahren werde.

    Fragen über Fragen....

    Leute macht es euch doch nicht schwerer als es ist.

    Wo das schlafen im Wald nicht verboten ist dort braucht man sich nicht "tarnen", das heißt der geneigte Jäger wird einen schon sehen. Und wo es verboten ist würde ich mir auch nicht gerade eine rote Laterne aufs Zelt binden.

    Grüße
    Thomas

  14. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #74
    Lina, bin selbst auch Pilzsammler. Da sind Gerüche völlig normal. Das liebe Wild kann aber das Alter der Geruchsspuren im Sinne von gerade erst oder von vor zwei Stunden unterscheiden. Sehen/äugen kann es je nach Wildart auch sehr gut (Rotwild) oder eher schlecht (Sauen). Wild bekommt die Menschen durch aktuelle Gerüche und durch Bewegung, dabei die Eigenart der Bewegung und verbunden mit welchen Geräuschen oder nicht mit. Eine sich unterhaltende Wandergruppe wird als Nicht-Gefahr eingeschätzt und das Wild tritt nur 5 (fünf) oder 10 m hinter der Gruppe auf den Weg oder Pfad oder die Lichtung - bei nur einem auch noch schleichenden (pirschenden) Menschen wird es meistens in Deckung bleiben.
    Zeltplätze sind bei uns in D auch im Wald meistens umzäunt - da sind die Camper schon dadurch geschützt. Dazu kommt, dass dort meistens eine Vielzahl übel riechender Pkw steht, um die herum eine Vielzahl lustiger Camper ihre Freizeit auch lautstark genießen und der Zeltplatzwart sowieso ständig dort wohnt. Die Zelthaut eines Zeltes oder die Blechhaut eines Wohnmobils schützen extra. Das Wild meidet solche Zeltplatz-Stellen aus Erfahrung - liebestolle Hirsche im September/Oktober und unvernünftig "angefütterte" Wildschweine als hier relevantes Großwild ausgenommen.
    Allein im Wald (außerhalb eines Zeltplatzes) Zelten ist jedoch in D fast überall - Ausnahme Bayern - verboten.
    Der Themeneröffner will jedoch allein und nur mit dem Rad und sowieso nur unter einem Tarp oder in einem Biwaksack im Wald nächtigen - da sind die vielen Schutzmöglichkeiten eines Zeltplatzes oder nur eines Zeltes einfach nicht da. Zeltplätze oder Campgrounds in ausländischen Outdoorgegenden im Wald egal ob im bulgarischen Rila, der slowakischen Tatra, den ukrainischen Beskiden, im russischen Sibirien, "türkischen Kurdistan" oder im kanadischen B.C. bzw. YT oder in Alaska haben kaum einen Zaun, selten einen ständig anwesenden Verwalter und je nach Lage keinen oder nur einen zeitweise vorhandenen Pkw. Zelten echt allein im Wald oder Hochgebirge kenne ich auf vier Kontinenten - Erfahrungen anderer auch. Man sollte aus Erfahrungen anderer lernen, da es für das Sammeln eigener Erfahrungen mitunter zu spät sein kann.
    Geräusche im Schutzbereich eines Zeltplatzes können interessant und lehrreich sein. Wenn Du mitten in der Nacht wie ich vorgestern auf dem Boden hockend und wegen dich umschlagenden Geräuschen angespannt in eine Schneise blickend plötzlich etwa 5 m hinter dir eine Sau blasen hörst, weil die dich mit dem Wind gehend nicht vorher bemerkt hat, läuft es auch einem Jäger kalt den Rücken herunter. Da sind außer 5 m Luft keine Hindernisse mehr dazwischen. In B.C. hatten wir im Tipi auf einer schneebedeckten Lichtung plötzlich einen Elch an der Zeltwand entlang schabend und 100 m gegenüber drei Bären, am Yukon River einen heulenden Wolf und in Sibirien einen "Waldschrat" im Steven-Seagal-Look, der auf Bärenjagd zu Fuß direkt hinter dem Blockhaus/der Isba hinwies, vor der wir gerade im Kajak angelandet waren. Dem Waldradler unter seinem Tarp kann (nicht: muss) es in so einer Situation mit von ihm nicht vorhergesehenen Risiko und unbeherrschter Reaktion schlecht ergehen, wenn er sich z. B. wegen günstiger Lage den gleichen Platz am Rand der Lichtung für sein Tarp ausgesucht hätte.
    Wie es im deutschen Waldgesetz steht: Betreten des Waldes auf eigenes Risiko - da hilft keine Kasko-Versicherung und auch kein Betonen des Rechts auf Freizügigkeit oder Betreten, sondern Umsicht und Vorsicht sowie sinnvolle Vorbereitung inklusive geeigneter Ausrüstung. Die Diskussion hier allein kann schon zur besseren Vorbereitung für Wald-Gänge oder -Fahrten führen. Ansonsten wäre es hilfreich, wenn auch andere Kombinierer Outdoorer - Jäger Laut geben.

  15. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #75
    OT:
    Relativier das noch kurz durch die Masse an Autofahrern und die Anzahl an Jägern:
    Wenn wir jetzt noch die Zeiten, die die Autofahrer im Auto sitzen und die Zeiten der Jäger im Wald...
    ...lassen wir das.
    interessant!

  16. Vorstand
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #76
    Danke für Deine Ausführungen, reinergeorg, das ist sehr interessant und bestärkt mich darin, in der Nähe der Wege zu bleiben.
    Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte. F. W. Nietzsche

    Nordlicht bleibt Nordlicht und Tüdelkram is Tüdelkram.

  17. Moderator
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #77
    Zitat Zitat von reinergeorg Beitrag anzeigen
    ...
    Allein im Wald (außerhalb eines Zeltplatzes) Zelten ist jedoch in D fast überall - Ausnahme Bayern - verboten...
    Nein, ist es nicht und wird auch durch Wiederholung nicht wahr.

    Echt, hier gibts Leute, die sich nachts im Wald ein rotes Blinklicht auf den Kopf schnallen? Warn Scherz, oder?

  18. Gerne im Forum
    Avatar von Bankhar
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #78
    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen

    Echt, hier gibts Leute, die sich nachts im Wald ein rotes Blinklicht auf den Kopf schnallen? Warn Scherz, oder?
    Ich fürchte die meinen dass ernst.

  19. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #79
    OT:
    Allein im Wald (außerhalb eines Zeltplatzes) Zelten ist jedoch in D fast überall - Ausnahme Bayern - verboten...
    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Nein, ist es nicht und wird auch durch Wiederholung nicht wahr.
    Stimmt, habe gerade bei Vivialranger nachgeschaut, scheint auch in Bayern nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt zu sein, wie in anderen Bundesländern auch. In einigen Bundesländern gibt es auch ein Wegegebot, d.h. da ist das Betreten abseits der Wege nicht erlaubt. Brandenburg könnte noch die liberalste Regelungen haben.
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