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  1. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #21
    Ich nehme auch an, dass es in Wäldern wesentlich mehr Geocacher gibt als Wildzelter.

  2. Anfänger im Forum

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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #22
    Das Thema dieses Threads ist nicht, ob man beim Wildzelten "erwischt" werden kann (das wurde schon endlos diskutiert, außerdem ist das ungefährlich), sondern ob man versehentlich angeschossen oder erschossen werden kann.

  3. Vorstand
    Lebt im Forum
    Avatar von lina
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #23
    Du kannst auch von einem Reh umgerannt werden: klick

  4. Moderator
    Fuchs
    Avatar von MaxD
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #24
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Du kannst auch von einem Reh umgerannt werden: klick
    Insofern sollte ein Grünrock die Situation doch sogar ungefährlicher machen.

    Die Wahrscheinlichkeit hier von einem Vertreter der Zunft angeranzt zu werden ist größer als die, zum Studienobjekt der Aufpilzung von Tungstengeschossen in menschlichem Gewebe zu werden.
    ministry of silly hikes

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #25
    Natürlich ist die chance gering- aber nicht unmöglich. Ist doch wie bei Gewitterdie chance eines dierekten Blitzsclages sind gering und doch wird jeder von uns vermutlich eher in die Schutzhütte gehen als ins Zelt.... so ist das hier doch auch. genau wie man guckt ob man inn ner Senke Zeltet oder auf nem Wildwehsel oder nicht neben frischen Wildschwein wühlspuren. ICh hätte mal fast auf der Mittelinsel eines Kriesverkehrs Gezeltet, dann aber dagegen entschieden weil mir das eigentlich kleien risiko das da einer gradeuas drüberb bretter zu groß war.
    Wir wägen doch immer risiken ab, udn auch wenn sie klein sidn minimieren wir sie anch möglichkeit. Da kann man doch auch mal überlegen wie man solschen Jagdunfällen aus dem weg gehen kann.
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
    Und nur zu Nur zu Gast auf dieser Welt.

  6. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #26
    In Deutschland wird der Wald immer (!) auf eigene Gefahr betreten - § 14 Bundeswaldgesetz.
    Und bevor hier einige eine Art ungewollte Selbstanzeige erstellen: das Zelten im Wald ist entweder verboten wie in NRW (§ 3 WaldG NRW) oder bedarf wie in RLP, Hessen, Sachsen, Thüringen, BW der Zustimmung des Waldbesitzers (Eigentümer oder Nutzungsberechtigter). Nur im Bayerischen Waldgesetz ist zum Zelten direkt nichts verboten oder vom Waldbesitzer abhängig. Ein Tarp oder ein Biwaksack sind kein Zelt. Wild-Wald-Camper sind also auch deshalb sehr selten, weil sich viele bzw. die meisten Wandersleut an die Regeln halten.
    Bericht eines Erzgebirgs-Revierförsters November 2016 bei gemeinsamer Ansitz-Drückjagd: gestern (also im November) Nachts kurz nach 04:00 Uhr im Wald auf Hochsitz vor Brombeerhecke, in die sich immer Sauen einschieben. Knacken, Brechen, Bewegung. Revierförster denkt an Sauen, legt die Büchse in den Voranschlag Richtung Brombeeren, entsichert. Geräusche kommen näher bis auf etwa 20 m. Revierförster sieht aber nichts konkretes (kann nicht sicher ansprechen) und lässt den Finger aus dem Abzug. Auf etwa 15 m geht plötzlich ein Licht an. Ein Camper vom etwa 500 m entfernten Campingplatz steht im Trainingsanzug mitten in den Brombeeren und flucht ob der Stacheln. Revierförster sichert seine Büchse. Camper verschwindet - dass er im absoluten Nahbereich vor einer durchgeladenen und entsicherten Büchse stand, weiß er bis heute nicht. Was der Camper um diese Uhrzeit in tiefster Dunkelheit und bei Kälte im Wald gesucht hat, weiß der Revierförster auch nicht.
    Jogger und Wanderer hört man meistens (nicht immer) von weitem, im relevanten näheren Bereich bekommt man ihre Bewegung als solche mit und kann sie - dann - sehen. Als Wanderer oder Bergsteiger ziehe ich selbst auch lieber signalfarbige Kleidung an - man weiß so besser, dass man von den Jägern gesehen oder nach einem Unfall mit Stolpern/Abrutschen überhaupt oder eher gefunden wird.

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Martin1978
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #27
    Ich glaube die Anzahl an Kontakten zwischen Jägern und der handvoll Wildcamper dürfte sehr überschaubar sein. Allerdings halte ich es trotzdem für keine gute Idee sich nachts im Wald getarnt ins Unterholz zu schlagen. Wenn man sich so manches "Tarnsetup" anschaut, dürfte es selbst am Tage oder mit ausreichend Licht zum Ansprechen sehr schwer sein den Busch am Hang als Zelt oder Hängematte zu erkennen.

    Sich in voller militärischer Tarnung nachts in den Wald zu packen entspricht so in etwa sich nachts in asphaltgrau auf die Autobahn zu legen. Klar dass einen keiner überfahren darf und auch nicht will, aber dafür sollte man von einander wissen. In meinem Umfeld hat noch kein Jäger Erfahrungen mit Wildcampern gemacht, demzufolge rechnet da auch keiner mit.
    Geändert von Martin1978 (14.08.2017 um 12:51 Uhr)
    Du gamla, Du fria, Du fjällhöga nord
    Du tysta, Du glädjerika sköna!
    Jag hälsar Dig, vänaste land uppå jord,
    Din sol, Din himmel, Dina ängder gröna.

  8. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #28
    Bin selbst kein Jäger, aber gilt nicht die Regel beim "ansprechen", dass ein Schuss erst auf Sicht gesetzt werden darf und nicht einfach so auf Verdacht, weil da hinten was raschelt.
    Wie sonst soll man waidgerecht ein Tier erlegen, also ohne das es unnötig geqäult wird, denn nur angeschossen verblutet es einige Zeit später?

  9. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #29
    Zitat Zitat von Bluebalu Beitrag anzeigen
    Bin selbst kein Jäger, aber gilt nicht die Regel beim "ansprechen", dass ein Schuss erst auf Sicht gesetzt werden darf und nicht einfach so auf Verdacht, weil da hinten was raschelt.
    Wie sonst soll man waidgerecht ein Tier erlegen, also ohne das es unnötig geqäult wird, denn nur angeschossen verblutet es einige Zeit später?
    Ist ja nicht so, dass das in diesem Thread schon besprochen wurde. Ja, natürlich darf niemand auf ein Rascheln schießen ohne genau zu wissen und zu sehen, was es ist... Aber der Thread hat trotzdem andere mögliche Gefahren aufgzeigt. Jäger, die sich nicht an die Regeln halten, Treibjagden, ungünstig im Kugelfang liegen, etc.

  10. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #30
    ergänze: Jäger, die die 80 locker überschritten haben, entsprechend nicht mehr gut sehen etc.
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  11. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #31
    Zitat reinergeorg:
    Revierförster sichert seine Büchse. Camper verschwindet - dass er im absoluten Nahbereich vor einer durchgeladenen und entsicherten Büchse stand, weiß er bis heute nicht.
    Vielleicht gut für den Förster, daß der Camper es nicht weiß. Man fragt sich ja immer, wie solche Unfälle wie in post 19 geschehen können? Jeder, der einmal mit Waffen umgegangen ist, weiß, wie schnell sich unbeabsichtigt ein Schuß löst. Ich habe das dreimal erlebt. Als ich als Jugendlicher bei einer Treibjagd als Treiber geholfen habe, wurde in meinem Beisein ein Treiber angeschossen, als alle am Ende der Jagd zusammenstanden. Als Soldat auf Wache hat ein Kamerad neben mir beim Entladen der Waffen oben in die Uhr des Wachgebäudes geschossen. Auch als Soldat: Ich hatte Aufsicht beim Üben mit der Pistole, und ein Rekrut hat wenige Zentimeter neben meinem rechten Fuß in den Boden geschossen.
    Angesichts solcher Vorfälle muß man zu obigem Zitat fragen, ob es nicht bereits grob fahrlässig war, wenn der Revierförster seine geladene und entsicherte Waffe auf eine Geräuschquelle richtete, deren Ursache nicht sicher feststand.
    Da haben beide Glück gehabt -- der Camper und der Förster--, daß nicht ein neuer Fall zur Liste des Fehlhandlungen hinzugekommen ist.
    Ditschi

  12. Freak Lebt im Forum

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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #32
    Unfälle mit Schusswaffen entstehen meist aus Dummheit und der Ignoranz von Sicherheitsbestimmungen.
    Mancher sollte erst gar keinen Umgang mit sowas haben.
    Hierzulande sind Unfälle selten, immerhin laufen mittlerweile 370.000 Jäger hier herum.
    Viel mehr Gedanken um seine Sicherheit auf Tour sollte man sich während der Jagdsaison im Mittelmeerraum machen, oder zur Elchjagd in Skandinavien, oder ganz gesonders in den USA.

    Im übrigen würde unser Senior mit 84 vorlauten Weibern was husten.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  13. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #33
    Zitat Zitat von reinergeorg Beitrag anzeigen
    Ein Camper vom etwa 500 m entfernten Campingplatz steht im Trainingsanzug mitten in den Brombeeren und flucht ob der Stacheln. ..... Was der Camper um diese Uhrzeit in tiefster Dunkelheit und bei Kälte im Wald gesucht hat, weiß der Revierförster auch nicht.
    Der wollte in Ruhe kacken und die Toiletten vom Campingplatz waren ihm zu unsauber oder unruhig

  14. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #34
    Zitat Zitat von Bluebalu Beitrag anzeigen
    Bin selbst kein Jäger, aber gilt nicht die Regel beim "ansprechen", dass ein Schuss erst auf Sicht gesetzt werden darf und nicht einfach so auf Verdacht, weil da hinten was raschelt.
    Wie sonst soll man waidgerecht ein Tier erlegen, also ohne das es unnötig geqäult wird, denn nur angeschossen verblutet es einige Zeit später?
    Die Rede war von Voranschlag, das heißt der Lauf zeigt mit dem gefährlichen Ende in die richtige Richtung und die Waffe ist schußbereit. Das ermöglicht nach dem erfolgreichen Ansprechen einen sauberen und waidgerechten Schuß.

    Die Alternative wäre, nach dem erfolgreichen Ansprechen das Gewehr hektisch herumzureissen und zu entsichern, und dann einen hastigen Schuß abzugeben. Das führt dann zu unnötiger Qual.

  15. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #35
    Zitat mac0816:
    Die Rede war von Voranschlag, das heißt der Lauf zeigt mit dem gefährlichen Ende in die richtige Richtung und die Waffe ist schußbereit. Das ermöglicht nach dem erfolgreichen Ansprechen einen sauberen und waidgerechten Schuß.

    Die Alternative wäre, nach dem erfolgreichen Ansprechen das Gewehr hektisch herumzureissen und zu entsichern, und dann einen hastigen Schuß abzugeben. Das führt dann zu unnötiger Qual.
    Hier führte der Voranschlag dazu, daß eine geladene und entsicherte Waffe auf einen Menschen gerichtet war, weil die Ursache der Geräuschquelle noch unbekannt war. Das hätte schief gehen können, denn das Richten eine geladenen und entsicherten Waffe auf einen Menschen hat ein hohes Gefährdungspotential.
    Die Alternative wäre, zur Vermeidung der Gefährdung eines Menschenlebens auf den Jagderfolg zu verzichten, wenn man keine Zeit hat, nach erfolgreichem Ansprechen in Ruhe in Anschlag zu gehen. Dann gefährdet man weder Mensch noch Tier.
    Der Jagderfolg kann doch nicht höherwertiger sein als die Gefährdung eines Menschenlebens?

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (17.08.2017 um 00:31 Uhr) Grund: Man entdeckt immer wieder Schreibfehler

  16. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #36
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Zitat mac0816:

    Der Jagderfolg kann doch nicht höherwertig sein als die Gefährdung eines Menschenlebens?

    Ditschi
    Da hast Du völlig recht, und ich habe nicht gesagt, daß ich das gut finde. Schau mal an den Beginn von Post #2, ich stehe häufiger auf der falschen Seite von dem Lauf.

    Es hilft aber bei der Einschätzung einer möglichen Gefährdung, die üblichen Verhaltensmuster und Vorgehensweisen zu verstehen. Wer an einem Ansitz zwischen Waldrand und Maisfeld nicht in den Voranschlag geht, kann die Waffe auch zu Hause lassen, also wird das haüfig gemacht.
    Wie in Post #26 beschrieben. bleibt der Finger außerhalb des Abzugsbügels, damit kann sich kein Schuß lösen, auch wenn der Jäger mal zuckt.

    Von der falschen Seite aus betrachtet ist das trotzdem unangenehm, Als Jogger etc. muß ich in meiner Gegend aber mit sowas rechnen, also mache ich mich sichtbar, laufe am Waldrand auf der Feldseite des Weges, und komme bestimmt nicht auf die Idee, in der Dämmerung hinter Hochsitzen durchs Gestrüpp zu turnen.

    Martin

  17. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #37
    Zitat Zitat von mac0816 Beitrag anzeigen
    Als Jogger etc. muß ich in meiner Gegend aber mit sowas rechnen, also mache ich mich sichtbar, laufe am Waldrand auf der Feldseite des Weges, und komme bestimmt nicht auf die Idee, in der Dämmerung hinter Hochsitzen durchs Gestrüpp zu turnen.

    Martin
    Hm, also in dem Punkt "ich mache mich sichtbar" gebe ich dir uneingeschränkt recht.
    Allerdings wenn kein Jäger ohne Sichtkontakt schiessen darf, ist die nachfolgende Aussage hinfällig.

    Wenn alles ordentlich abläuft kann ich mich am Boden oder zwischen den Bäumen hin und her wälzen wie ich will, ohne Sichtkontakt kein Schuss, eine Treibjagd tangiert mich auch nicht solange ich liegen bleibe (wenn nicht gerade das Fluchtwild durch diese hohle Gasse, in der ich liege, durch muss) und ich nicht im geplanten Schussfeld lagere und das wird wohl eher eine grössere überschaubare Fläche sein, denn ein verbuschtes Stück Wald.

    Bleibt der eigentlich seltene Fall der Sonnenfinsternis:
    Ich bin genau zwischen Jäger und Wild und das Projektil bleibt nicht im Tierkörper bzw. der Jäger schiesst daneben.
    Irgendwie schon komisch, es gibt technisch aufgerüstete Jäger, die eine Maus auf 200m erkennen können und dann gibt es solche die ein Tarp mit seinen unnatürlichen geraden Linien trotz Feldstecher nicht erkennen können und ja ich weiss im Strassenverkehr dürfte es ebenfalls keinen Toten geben, wenn sich denn alle an die Regeln halten würden.
    Menschliches Versagen gibt es vielerorten.
    Genauso aber auch Menschen, die mit dem Fehlverhalten anderer rechnen und sich auf die daraus resultierenden Situationen einstellen.

  18. Freak Lebt im Forum

    Dabei seit
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #38
    Würden sich alle an die Regeln halten gäbe es kaum noch Verkehrsunfälle, die Unfälle mit Schusswaffen betreffen i.d.R. Teilnehmer von Gesellschaftsjagden, also Treiber, Hunde oder andere Jäger, weil sich einer eben nicht an die Regeln gehalten hat.
    Unfälle mit Zivilisten sind derartig selten, daß es praktisch keine Gefahr gibt.
    Sämtliche anderen Unfallgefahren sind wahrscheinlich häufiger in den Statistiken vertreten.

    Glücklicherweise ist es bei uns in Hessen einfach, KEIN Zivilist hat nach Einbruch der Nacht (1,5 Stunden nach Sonnenuntergang) etwas abseits der Wege im Wald verloren, per Gesetz.
    Das Leben kann so einfach sein.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  19. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #39
    Das Thema lautet "Wald-Radeln-Lagerplatz-Jagd".
    Im Wald ist für Jäger überall (!) "Schussfeld". Markierungen für Schussfelder gibt es nur zeitweilig für einen oder zwei Tage im Jahr bei den größeren oder großen organisierten Ansitz-Drück-Jagden mit 40 oder auch 140 Schützen und 50 oder 150 Treibern. Diese Markierungen sind dann für den jeweiligen Jäger von seinem mitten im Wald stehenden Drückjagd-Bock aus sichtbar und deutbar - ein Radler sieht die meistens gar nicht und kann sie auch nicht deuten. Bei solchen Jagden wird das betreffende Waldgebiet auch zulässigerweise für Radler und Fußgänger deutlich markiert und mit Hinweis auf Lebensgefahr gesperrt - wer dann meint, dort trotzdem auf Pilzsuche gehen zu müssen, handelt illegal wegen Verstoß gegen das Waldgesetz und ist zudem lebensmüde.
    Eine "hohle Gasse" wie bei Wilhelm Tell gibt es in fast in jedem Wald in der Mehrzahl. Ob dort ein Wildwechsel und wenn ja von wo nach wo mit Nutzung durch welches Wild und wann verläuft, weiß der Jäger - der Radler darf dort aber nur hin, wenn dort ein Weg verläuft, weil er nach jedem deutschen Landes-Waldgesetz nur auf vorhandenen Wegen radeln darf.
    Nochmals: der gesamte Wald ist Jagdgebiet. Auch und gerade Buschwerk oder Dickungen - dort schiebt sich das Wild nämlich ein um zu ruhen und tritt dann nach der Ruhepause zum Äsen aus.
    Sich allein im Wald zu "wälzen" ist schon etwas seltsam - erlaubt ist das Betreten.
    Eine "größere überschaubare Fläche" kann für den Wald-Jäger zwar interessant sein, ist aber in deutschen Wäldern wegen dem seit Jahrhunderten praktizierten Aufbau des Forsts nach Cotta mit "preußischer Ordnung" der Bäume eher nicht oder kaum vorhanden. Ausnahmen sind meist durch Blitzschlag mit Brand oder an Sumpfstellen vorhanden. Gerodete Flächen werden regelmäßig sofort wieder bepflanzt und zum Schutz der Setzlinge werden diese Flächen umzäunt - dort kommt ein Fußgänger also nur illegal und mit Zerstörung oder Beschädigung des Schutzzaunes hin.
    Ansonsten spricht der Wald-Jäger nach Bemerken von Wild durch dessen Bewegung oder durch dessen Geräusche Wild durch das Zielfernrohr auf seiner Büchse an. Für "ruhig mit Fernglas beobachten, dann Büchse in Voranschlag bringen, entsichern, zielen und abdrücken" ist bei der Feld-Jagd vom Ansitz aus über kilometerlange Felder hinweg minutenlang oder sogar halbstundenlang Zeit, im Wald nicht. Das hat der Vorredner schon richtig beschrieben. Ansonsten beobachtet auch der Wald-Jäger ständig seine Umgebung - Wanderer, Radler oder Pilzsucher hört und sieht man als Jäger schon aus der Entfernung und diese selbst bekommen den ruhig stehenden oder sitzenden Jäger gar nicht mit.
    Der vor und bei jedem Schuss vorhanden sein müssende natürliche Kugelfang wurde bereits angegeben. Foristen sollten und Jäger werden auch beachten, dass Geschosse aus Jagd-Büchsen eine Reichweite von 5 - 6 km (fünf bis sechs Kilometer) haben und Querschläger wegen Fehlschuss oder Schuss auf Gestein hinter dem sauber durchschossenen Wild oder wegen Ablenkung bei Treffer auf Knochen immer noch Hunderte Meter weit fliegen können. Da muss man als Jäger stoisch hinnehmen, dass man vom eigentlich jagderfahrenen Häcksler-Fahrer bei der Maisernte sogar angeschnauzt wird, weil man als nur 30 m entfernt stehender Jäger nicht auf die Wildschwein-Rotte mit 20 oder 30 Stück fünf Meter vor seinem Schneidwerk schießt - wenn die Sau sauber fällt, kann ein von Knochen abgelenkter Geschossteil nämlich immer noch seine starke Schutzglas-Scheibe vor dem Fahrersitz durchschlagen und ihn verletzen.
    Der Jäger kennt auch genauestens alle Wege und Wanderpfade in seinem Revier und wird dorthin nicht einmal anlegen, geschweige denn schießen - das Risiko eines dort auch unvermutet Nachts auftauchenden Joggers, Wanderers oder Skiläufers/Schneeschuhgehers ist viel zu groß.
    Pilzsucher oder Schatzjäger sollten sich im Wald nicht tarnen - das gebietet schon der gesunde Menschenverstand, weil sie eben sonst bei einfachem Unfall durch Stolpern oder Abrutschen erst spät oder nicht rechtzeitig gefunden werden. Nur mal probieren, nach Hilferuf per Handy eine nur einfach-grün gekleidete, am Boden liegende Person mitten im Wald abseits von Wegen zu finden. Da gehen/steigen die meisten in nur drei Meter Abstand vorbei und sehen den Verletzten nicht.
    Übliche Radler haben im Wald von Jägern also nichts zu befürchten, Wanderer auch bei Rast ebenfalls nicht.

  20. Moderator
    Lebt im Forum
    Avatar von Christian J.
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #40
    Mal eine Frage an die Jäger: Würdet ihr eine Schutzhütte als Kugelfang akzeptieren? Sprich: Bin ich gefährdet, wenn ich in der Schutzhütte liege? In dunkler Nacht ist ja so ein Mensch im Schlafsack in der Hütte leicht zu übersehen.
    "Er hat die Finsternis der Latrinen ertragen, weil in der Scheiße nach Mitternacht sich manchmal die Sterne spiegelten"
    Durs Grünbein über den Menschen

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