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  1. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #81
    Sekundärliteratur kann auch hinsichtlich Zelten im Wald hilfreich sein als Orientierung. Allgemeine Behauptungen oder Unwillen helfen jedoch nicht.
    Besser ist es, die konkreten Regelungen zu kennen und umzusetzen. Seit der Besetzung Germaniens durch die Römer vor 2.000 Jahren gilt: Unkenntnis schützt vor Strafe nicht.
    Im Einzelnen nach Bundesland und dem jeweiligen Landes-Waldgesetz:
    1. Baden-Württemberg: § 37 Absatz 4 Nr. 2 Zelten nur mit besonderer Befugnis
    2. Rheinland-Pfalz: § 22 Absatz 4 Nr. 3 Zelten nur mit Zustimmung des Waldbesitzers
    3. Niedersachsen: § 27 Zelten außerhalb Campingplätze nicht gestattet
    4. Hessen: § 15 Absatz 5 Nr. 3 Zelten bedarf Zustimmung des Waldbesitzers
    5. NRW: § 3 Absatz 1 lit. e) Zelten verboten
    6. Schleswig-Holstein:§ 17 Absatz 2 Nr. 3 Zelten nicht gestattet, es sei denn es liegt hierfür Zustimmung der waldbesitzenden Person vor.
    7. Saarland: § 25 Absatz 3 Nr. 5 Zelten nur mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt
    8. Hamburg: § 9 Absatz 3 Zelten nur mit besonderer Erlaubnis des Waldbesitzers
    9. Mecklenburg Vorpommern: § 29 Absatz 1 Zelten unzulässig, Ausnahmen nur mit vorheriger Genehmigung Forstbehörde und Zustimmung Waldbesitzer
    10. Brandenburg: § 17 Absatz 1 Nr. 1 Das gelegentliche und auf einen Tag begrenzte Zelten darf vom Waldbesitzer gestattet werden (§ 15 regelt als gestattet nur das Betreten)
    11. Berlin: § 23 Absatz 1 Nr. 4 Zelten oder ähnliche Lagerstätten verboten (Anmerkung: Damit auch Tarp)
    12. Sachsen-Anhalt: § 22 Absatz 2 Nr. 1 Zelten bedarf vorheriger Zustimmung des Nutzungsberechtigten
    13. Sachsen: § 11 Absatz 4 Zelten nur mit besonderer Genehmigung des Waldbesitzers
    14. Thüringen: § 6 Absatz 6 Nr. 3 Zelten nur mit Zustimmung des Waldbesitzers
    15. Bremen: keine spezielle Regelung zum Zelten, nur allgemein keine unzumutbare Beeinträchtigung Naturschutz und Interessen der Eigentümer
    16. Bayern: keine spezielle Regelung zum Zelten, Artikel 13 Absatz 1 regelt nur das Recht zum Betreten und verweist auf das Bayerische Naturschutzgesetz - dort in Artikel 28 ist nur geregelt, dass jeder Mann auf Privatwegen in der freien Natur Wandern darf
    17. Österreich: In Kenntnis, dass das eine eigene Bundesrepublik ist hier wegen vielfacher Nutzung mit angeführt. Österreichisches Forstgesetz § 33 Absatz 3 Zelten und Lagern bei Dunkelheit (Anmerkung: Tarp und Biwak sind Lagern) nur mit Zustimmung des Waldeigentümers zulässig.
    Die jeweiligen Waldgesetze sind einfach mit Angabe Waldgesetz und jeweiliges Bundesland aufrufbar bei Google oder unter www.gesetze-im-internet.de .

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #82
    @ reinergeorg, warum das Rad neu erfinden? Wir sind in der Lage, die Gesetze zu finden und zu lesen. Ich habe auf die Quelle bei Vivelranger hingewiesen. Ich habe mich selbst einmal ausgiebig mit den Rechtsfragen zum Betreten und Zelten des Waldes und der freien Landschaft beschäftigt und mir überlegt, die Erkenntnisse zusammenzufassen. Überflüssig, da es diese Aufstellung schon gibt und sie -- nach meiner persönlichen Überzeugung-- zuverlässig ist. Die einzige verwertbare Quelle im net im Vergleich zu Bemühungen ähnlicher Art. Einmal dort nachsehen, dann übersieht man auch nicht so schnell etwas.
    Z.B. wie Du im Bayerischen Waldgesetz den Art. 46 Abs. 4 Nr. 3 ( Hervorhebung durch mich). ( Und bei Betreten hast Du nur den Art. 28 BaynatSchG genannt, den Art. 27 übersehen. )



    (4) Mit Geldbuße kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig in einem Wald unbefugt

    1.
    Holz schleift oder stürzt,
    2.
    Vorrichtungen, die zum Sperren von Wegen oder dem Schutz von Waldverjüngungsflächen dienen, öffnet und offen stehen lässt, entfernt oder in anderer Weise unwirksam macht,
    3.
    Zelte oder Wohnwagen aufstellt,
    4.
    entgegen Art. 17 Abs. 3 in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober raucht.

    Österreich hat z.B. eine Fülle unterschiedlicher Regelungen je nach Region. Darüber gibt es einen thread hier. Wieder der gleiche Fehler in Deiner Darstellung mit dem Versuch einer pauschalen Beschreibung .
    Niemand will Dir zu nahe treten, aber wir sind durch langjährige Diskussionen weiter, während Du Dich erst reintastest.

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (Heute um 09:52 Uhr) Grund: Man entdeckt immer wieder Schreibfehler und Ergänzung

  3. Freak Lebt im Forum

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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #83
    4. Hessen: § 15 Absatz 5 Nr. 3 Zelten bedarf Zustimmung des Waldbesitzers
    wie ditschi schreibt, es gibt mehr als ein Gesetz welches da greifen könnte.

    In Hessen steht schlicht im Jagdgesetz:

    (11) Das Stören des Wildes durch unberechtigtes Verlassen befestigter Wege im Wald zur Nachtzeit ist verboten; § 19a des Bundesjagdgesetzes bleibt hiervon unberührt.

    Also geht das hier über das zelten hinaus.

    §19a des Bundesjagdgesetz ist sowieso ein hübscher Paragraph in dem Zusammenhang.

    § 19a BJagdG – Beunruhigen von Wild

    Verboten ist, Wild, insbesondere soweit es in seinem Bestand gefährdet oder bedroht ist, unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören. Die Länder können für bestimmtes Wild Ausnahmen zulassen.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

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