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  1. Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #1
    Hallo liebe Foristen

    Vorgestern hatte ich gegen 20h gerade einen schönen Lagerplatz in der Eifel gefunden, als ein Jäger vorbeikam und mich wegschickte, da jetzt eine Jagd stattfinden werde. Da wollte ich natürlich nicht hinein geraten, radelte daher nervös weiter und habe bei der überhasteten Suche nach einem anderen Lagerplatz erstmal einen Sturz hingelegt! Die Problematik eines möglichen Jagdunfalls beim Lagern draußen ist mir aber dadurch erst bewusst geworden. Die besten Informationen im Netz habe ich in einem alten Thread hier gefunden (klick), der aber leider geschlossen worden ist. Daraus habe ich vor allem folgende Ergebnisse mitgenommen:
    - Drückjagden sind gefährlich, finden aber nur von Oktober bis Januar statt und fangen erst morgens um 9h an
    - Ansitzjagden finden immer statt, vor allem bei Mondlicht (so wie Vorgestern)
    - Liste von AlfBerlin (dortiger post #476)

    Zwei Fragen beschäftigen mich noch, und ich würde mich freuen, wenn einer der Jäger hier etwas dazu sagen könnte:
    - Die Hochsitze stehen ja meist am Waldrand. Wenn ich direkt hinter dem Hochsitz im Wald meine Hängematte aufhänge, bin ich doch sicher? Denn die Fenster gehen ja auf das Feld hinaus, nicht in den Wald hinein. (Lagerplätze ohne Hochsitze finde ich oft nicht, selbst im dichten Wald stehen die herum)

    - Gestern habe ich eine orangefarbene Warnweste und ein rotes Blinklicht gekauft. Die werde ich an meinem Tarp anbringen, um von Jägern gesehen zu werden. Ist das eine sinnvolle Lösung?

    - Tags zuvor habe ich in dieser hübschen Baumgruppe auf dem Feld übernachtet. Sind solche Plätze sicher?


    Liebe Grüße
    Waldradler

  2. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #2
    Hallo,

    aus eigemer Erahrung als Dämmerungsjogger und Draußenschlafer mit sehr viel jagender Verwandschaft:

    Legal darf der Jäger nur schießen, wenn er das Wild klar als jagbar, abschußreif etc.... erkannt hat, und sicher ist, daß niemand sonst gefährdet werden kann. Das wird auch sehr ernst genommen, allein schon, weil jeder sehr viel Zeit und Geld in die Ausbildung und Ausrüstung gesteckt hat, da will keiner die Jagderlaubnis verlieren.

    In der Regel kennen die Jäger auch ihren Wildbestand und überlegen vorher, ob und welches Stück geschossen werden soll, so richtig planlos auf alles schießen, was sich bewegt, ist eher unüblich.

    Es gibt aber zwei Situationen, die kritisch werden könnten:

    1. Drückjagd
    Bei Drückjagden stehen die Schützen unter Zeitdruck, weil das Wild nur für kurze Zeit im Schußfeld ist, und wollen sich auch nicht als erfolglose Schützen blamieren. Da möchte ich nicht im Wald rumlaufen.
    In unseren Revieren ist bei Drückjagden an jedem Ansitz die Schußrichtung zu den benachbarten Ansitzen mit orangen Warnzeichen markiert, damit keiner im Jagdeifer versehentlich den Kollegen vom Ansitz ballert.

    Üblicherweise wird bei Drückjagden aber vernünftig abgesperrt, wobei es bei uns immer wieder Idioten gibt, die darüber diskutieren, ob der Jagdpächter Ihnen den Durchgang verbieten darf.


    2. Ansitzjagd in später Dämmerung
    Üblicherweise sitzen Jäger zu der Zeit am Waldrand oder an Lichtungen, mitten im Wald ist da zum Schießen schon zu dunkel.

    Insbesondere Wildschweine sind sehr lernfähig und wechseln erst sehr spät in der Dämmerung vom Wald in die Äcker, dabei sammelt sich die Rotte meist kurz vorm Waldrand, dann läuft ein Tier rüber, wenns nicht knallt, kommen dann die anderen.

    Auch hier ist wieder das Problem, das sehr wenig Zeit zum Ansprechen des Stückes bleibt. Da wird prophylaktisch öfter schon mal in Richtung von Geräuschen am Waldrand angelegt (gezielt, nicht geschossen) damit das Gewehr schon mal in die richtige Richtung zeigt, falls ein jagdbares Tier aus dem Wald kommt.

    Wenn Du beim Schlafen grunzende Schnarchgeräusche machst, solltest Du eher nicht am Waldrand schlafen.

    Die Warnweste hilft Dir da nichts, weil die Farbe in der späten Dämmerung nicht zu erkennen ist, im Zielfernrohr sieht das genau so grau aus wie die Büsche.
    Reflektoren helfen auch nichts, weil Zielen mit Lampe verboten ist.

    Das einzige was wirklich hilft sind Blinklampen, da ist jedem sofort klar ist, daß das jetzt eher kein Wildschwein ist.

    Die im Foto gezeigte Baumgruppe wäre mir zu gefährlich, das ist ein typischer Ort, wo sich Rehe oder Wildschweine tagsüber verstecken. Früh morgens zum Pinkeln an den Waldrand gehen, ist da übrigens auch nicht ratsam, auch die Morgendämmerung ist Jagdzeit.


    Hinter Hochsitzen am Waldrand ist keine gute Idee: Einige Wildschweine scheinen gelernt zu haben, daß die Überlebenswahrscheinlichkeit höher ist, wenn Sie sehr nahe am Hochsitz wechseln, ich habe schon erlebt, daß sich eine Rotte keine 10 Meter hinter einem besetzten Hochsitz gesammelt hat.

    Wenn Du einen sicheren Schlafplatz suchst, dann gehe mindestens 50 Meter in den Wald rein, da ist es ab der Dämmerung zu dunkel zum Jagen.
    Wenn Du ganz sicher sein willst, dann hänge Deine Hängematte nicht hinter, sonder quer vor einen Hochsitz, im Zweifel fällt der Jäger dann über Dich, und vor allem schießt bei der Ansitzjagd kein Jäger in Richtung eines anderen Ansitzes.


    Realistisch gesehen ist das Risiko, weggeknipst zu werden eher gering, ich hätte beim Lagern auf dem Boden eher Bedenken, daß mich der Jagdpächter bei der morgendlichen Pirsch mit seinem SUV überfährt

    Viele Grüße

    Martin

  3. Gerne im Forum
    Avatar von JokkmokkA
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #3

  4. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #4
    hallo Waldradler,
    Hochsitze/Leitern/Kanzeln/Böcke stehen überall. Mitten im Wald, mitten in Feldern und auch am Waldrand. Die hast Du eventuell wegen deren Verblendung/Tarnung bisher wahrscheinlich nur noch nicht bemerkt. Also bitte auch mitten im Wald mit Jägern rechnen - die Jäger im Bundesforst oder den riesigen Landesforsten jagen nur im Wald, weil deren Reviere eben nur im Wald liegen und keinen Feldanteil haben.
    Von den sieben ab Mai erlegten Sauen habe ich sechs im Wald und eine im Maisfeld erlegt. Die sechs im Wald alle mitten in der Nacht, nur die im Mais in der Morgendämmerung. Jäger können auch mit heute üblichen Wärmebildgeräten mitten in der Nacht bis ca. 1.300 m (tausenddreihundert Meter) Wild überhaupt in Anblick bekommen und je nach Witterung sowie Gelände/Bewuchs auch sicher ansprechen, d. h. identifizieren, was es konkret ist. Die Man Detection Range (MDR) bei hochpreisigen Geräten wie Pulsar XQ 50 geht bis 1.900 m - bis dahin kann also ein aufrecht stehender Mann von 1,75 m Größe oder entsprechendes Wild wie Sauen oder derzeit Rotwild erkannt/angesprochen werden. Bei den billigeren Geräten wie Flir Scout beträgt die Reichweite immer noch ca. 400 m. Mit meinem Gerät kann ich Mäuse oder Vögel mitten in der Nacht und Mäuse im Winter auch unter dem Schnee bis 400 m ausmachen. Das sind allerdings Beobachtungsmittel - zum Erlegen muss der Jäger auch im Zielfernrohr (ZF) auf der Büchse sichere Ansprache haben, was dann je nach Qualität und Preis des ZF sowie Licht durch Umgebung oder/und Mond Nachts mal nur 25 oder 50 oder auch 150 m sein können. Jedenfalls ist es unrichtig, dass in oder ab der Dämmerung im Wald nicht mehr gejagt wird, weil die Jäger in der Nacht nichts mehr sehen.
    Am besten eine der wirklich vielen Info- oder Not-Hütten am Weg oder am Waldrand nutzen - als Radler kannst Du die immer sehen und hast Abends Zeitreserven zur Auswahl. Solche Hütten sind selbst bei openstreetmap eingetragen, in jeder normalen 1:25.000 oder 1:30.000-Wanderkarte auch.
    Warnweste und Blinklicht sind besser als nichts. In der Nacht sind aber alle Katzen grau - der Mensch sieht nachts nur schwarz-weiß. Das Blinklicht müsste am Tarp oben zur Rundum-Warnung sein, nicht nur nach einer Seite gerichtet bzw. von einer Wand des Tarp oder einem dicht anstehenden Baum verdeckt.
    (Ansitz-)Drückjagden können jederzeit und über das ganze Jahr stattfinden. Als "Drückerchen" von nur zwei Jägern, von denen einer durchgeht und der andere einen Wildwechsel abstellt oder auch mit 120 Treibern und 100 Schützen. Auch zu jeder Tageszeit, nicht nur ab 09:00 Uhr.
    Die Baumgruppe wäre auch m. E. eher riskant, da sich dort tatsächlich Rehe oder/und Sauen einschieben, die irgendwann auswechseln und dann von einem Jäger erlegt werden dürfen - Rehe, Damwild und Rotwild zwar nur ab 1,5 h vor und bis 1,5 h nach Sonnenuntergang, Sauen jedoch über die ganze Nacht. Derzeit sind früh am Morgen in der Dämmerung die Rehböcke aktiv und wollen die Ricken beschlagen, was dann zu "Gewusel" im Wald und Feld führt. Rotwild ist z. Z. noch getrennt unterwegs - also Alttiere, Schmaltiere und Kälber zusammen, Hirsche davon getrennt. Das wird sich je nach Wald aber Ende August und im September mit der Brunft der Hirsche sehr ändern - für die Jäger ist jedenfalls je nach Bundesland jetzt schon Jagdzeit auch auf Rotwild. Im Wald, an den Waldrändern und auf den Feldern.
    Jedenfalls sitzen die Jäger nicht nur auf Kanzeln oder Hochsitzen, sondern pirschen auch (zu Fuß also) durch den Wald und über die Felder. Das hängt zwar sehr vom Jäger und seiner Bequemlichkeit oder körperlichen Verfassung ab, ist aber für revierunkundige Waldgänger oder Waldradler nicht konkret vorhersehbar. Der Jäger kann also immer und überall ansitzen, pirschen oder drücken. Solchen Baumgruppen wie auf dem Foto widmet ein Jäger eher besondere Aufmerksamkeit.
    Zur Beruhigung: der Jäger darf nur bei sicherer Ansprache/Identifikation des Wildes überhaupt und zudem nur dann schießen, wenn hinter dem Wild natürlicher Kugelfang wie gewachsener Erdboden ist. Bäume reichen als Kugelfang nicht aus, Mais auch bei Kilometern an Länge und Breite des Feldes ebenfalls nicht.
    Augen auf und nicht den Spaß an der Freude in der Natur verderben lassen wünscht
    Reiner

  5. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #5
    Hey, vielen Dank Martin und Reiner für die ausführlichen Infos! Das hat mir schon sehr weiter geholfen, vor allem weiß ich jetzt, dass Jäger auch außerhalb der Hochsitze "herumpirschen" und ggf. schießen. Genau die Frage stellte ich mir nämlich vorgestern, als ich meine Hängematte in dieser Senke in der untersten Baumreihe aufgehängt hatte und dann gegen 22 Uhr ein Schuss ertönte!



    Da habe ich schnell das Blinklicht angestellt, mir ansonsten aber keine weiteren Sorgen gemacht, weil auf der gegenüberliegenden Seite eben kein Hochsitz stand. Jetzt weiß ich, dass der Jäger schlicht dorthin hätte pirschen und z.B. auf ein Reh schießen können, das in der Senke am Waldrand steht. Das wäre sogar fachgerecht gewesen, da der dahinterliegende Hang - in dem ich hing - dann als Kugelfang gedient hätte. Na ja, da ich nicht als Kugelfang enden will, werde ich in der Tat Reiners Rat beherzigen und in Zukunft nur noch Schutzhütten aufsuchen, auch wenn es dort nicht so nett ist wie z.B. hier mit Ausblick auf das Rheintal:



    Ähnliche Fotos von schönen Lagerstätten aus den letzten Jahren habe ich noch mehrere; bei genauer Betrachtung waren sie fast alle ziemlich unsicher! Natürlich hat Martin Recht, wenn er schreibt, dass das Risiko sehr gering ist. Aber es passiert wohl auch deswegen wenig, weil nur sehr wenige Leute nachts im Wald übernachten.

    Reiner, wann der Jäger schießen "darf", darauf möchte ich mich nicht so gern verlassen. Mein obiges Beispiel mit der Senke zeigt ja, dass ich auch bei korrekter Ansprache des Wildes als Kugelfang enden kann. Außerdem gibt es immer mal wieder Jäger, die sich ohnehin nicht an diese Regeln halten: http://www.bild.de/regional/berlin/prozess/jaeger-zu-drei-jahren-haft-verurteil-49918410.bild.html Hier hatte der Jäger einfach "blindlings" geschossen, weil er eine Bewegung gesehen hatte. Das kann man jetzt sicher nicht verallgemeinern, aber auf die Regeln allein möchte ich mich daher trotzdem nicht verlassen.

    Hat jemand von Euch eigentlich schon mal eine gefährliche Situation mit Wanderern/Joggern/usw. erlebt?

    Ebenfalls viel Freude in der Natur wünscht
    Waldradler

  6. Fuchs
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #6
    Zitat Zitat von waldradler Beitrag anzeigen
    Hat jemand von Euch eigentlich schon mal eine gefährliche Situation mit Wanderern/Joggern/usw. erlebt?
    Ein Frage die mich auch interessiert, bzw wo oft sind die hier anwesenden Jäger und Förster schon mal über Wildzelter in ihrem Revier gestolpert?
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #7
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #8
    Wenn in so einem Thread der Eindruck entsteht, dass der Aufenthalt im Wald im Prinzip überall und zu jeder Zeit gefährlich ist, dient das zwar gewissermaßen den Interessen der Jägerschaft, zugleich wird aber tendenziell das Betretungsrecht ausgehebelt.

    Der Mann meiner Cousine (Landwirt mit Jagdschein) zu diesem Thema: »Also wenn ich da auf Sauen ansitzen würde und es käme so jemand wie Du angelatscht, um sein Zelt aufzubauen – ich glaube, ich würde platzen.« [Kleine Kunstpause] »Aber in Wirklichkeit prallen natürlich nur zwei verschiedene Hobbies aufeinander.«

    Einen pirschenden Jäger würde ich auch gerne mal treffen. Ist mir aber noch nicht passiert.

    Inzwischen neige ich dazu, meinen Lagerplatz so auszuwählen, dass ich für einen Jagdausübenden jedenfalls hinreichend sichtbar bin, ohne dass ich mir ein Blaulicht aufs Zelt pflanzen muss. Zugegebenermaßen ist das schwieriger, wenn man mit einer Hängematte unterwegs ist.
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #9
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Inzwischen neige ich dazu, meinen Lagerplatz so auszuwählen, dass ich für einen Jagdausübenden jedenfalls hinreichend sichtbar bin, ohne dass ich mir ein Blaulicht aufs Zelt pflanzen muss. Zugegebenermaßen ist das schwieriger, wenn man mit einer Hängematte unterwegs ist.
    Auf was achtest Du dabei?
    Geändert von Leitwolf (12.08.2017 um 15:50 Uhr)
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
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  10. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #10
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Wenn in so einem Thread der Eindruck entsteht, dass der Aufenthalt im Wald im Prinzip überall und zu jeder Zeit gefährlich ist, dient das zwar gewissermaßen den Interessen der Jägerschaft, zugleich wird aber tendenziell das Betretungsrecht ausgehebelt.
    Na ja, tagsüber auf den Wegen ist man wohl sicher. Aber nachts rechnet eben niemand mit Leuten im Wald, obwohl das Betretungsrecht natürlich auch nachts gilt. Dann muss man eben selbst Vorsicht walten lassen und ein Blinklicht anschalten. Auf sein Recht zu pochen, nützt eben nichts. Wenn ich Rad fahre, nehmen mir auch öfter mal Autofahrer die Vorfahrt, trotzdem würde ich dann nicht einfach weiterfahren und es auf eine Kollision ankommen lassen

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Inzwischen neige ich dazu, meinen Lagerplatz so auszuwählen, dass ich für einen Jagdausübenden jedenfalls hinreichend sichtbar bin, ohne dass ich mir ein Blaulicht aufs Zelt pflanzen muss. Zugegebenermaßen ist das schwieriger, wenn man mit einer Hängematte unterwegs ist.
    Nachts bist Du überhaupt nur sichtbar, wenn Du eine Lichtquelle aufbaust! Ansonsten ist alles grau in grau. Wie im Straßenverkehr, nur dass Jäger keine Scheinwerfer benutzen!

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    Avatar von Igelstroem
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #11
    Zitat Zitat von Leitwolf Beitrag anzeigen
    Auf was achtest Du dabei?
    Das ist ganz simpel gemeint: Ich zelte nicht im Unterholz, sondern auf der Wiese, auf dem Grasstreifen am Waldrand oder an ähnlichen Stellen, wo ich ein bisschen freies Sichtfeld um mich herum habe. Das kann man sich auch in meinen Reiseberichten angucken.

    Wenn es sich nicht vermeiden ließe, das Lager in der Nähe eines Hochsitzes aufzuschlagen, würde ich das Zelt so aufstellen, dass es vom Hochsitz aus sichtbar ist. Falls der Jäger dann nach mir eintrifft, habe ich ihm eventuell den Abend verdorben, mehr aber auch nicht.

    Mit dem Biwaksack (d.h. ohne Zelt) würde ich mich z.B. in einem lichten Bereich des Waldes und ggf. auch in Waldrandnähe niederlassen und vorher die Umgebung so weit erkunden, dass ich nicht im Schussbereich eines Hochsitzes liege. Das Risiko der Pirschjagd würde ich dann großzügig ignorieren. Aber auch bei solchem Biwakieren ohne Zelt wäre ein Lagerplatz auf einer waldnahen Wiese bzw. Brachfläche (d.h. in einem nicht »mit Forstpflanzen bestockten« offenen Gelände) denkbar und eventuell die bevorzugte Alternative.
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  12. Vorstand
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #12
    Wobei nach LNT-Gesichtspunkten der Waldrand suboptimal ist, da dort am meisten Wild unterwegs ist, das man dann stört ...

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #13
    Hm, das trifft ja auf blinklicht auch zu, mich würds allemal nerfen. Zumal man ja eigentlich nicht endeckt werden will,(abgesenen vom Jäger der in meine richtung schiesst).
    Ber was Nun oben steht nicht am Waldrand (Wo dann ggf die Dorfjugend nicht weit ist) weil da auch besonders veil Wild ist. Unten Steht am Waldrand
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  14. Fuchs

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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #14

    Editiert vom Moderator
    bitte keine diskussion über jagd und jäger, die hatten wir zur genüge


    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden. Dein Team der

    Ich hol mir...

  15. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #15
    Zitat Zitat von Leitwolf Beitrag anzeigen
    Zumal man ja eigentlich nicht endeckt werden will,(abgesenen vom Jäger der in meine richtung schiesst).
    Ja, in der Nähe von Siedlungen sollte man wohl besser kein Blinklicht verwenden, sonst kommt die übermütige Dorfjugend vorbei, im tiefen Wald dagegen kann ein Blinklicht nicht schaden.

    Habe auch ein schönes Rundumlicht gefunden: https://www.fire-shop.net/de/technische-Hilfeleistung/Absicherung-82/Blinkleuchte-fuer-Faltleitkegel--orange.html

  16. Vorstand
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #16
    Na dann pass mal auf, dass da nicht eine Horde kamerabewehrter Naturforscher anrückt, in der Hoffnung auf Anblick eines Monsterglühwürmchens

  17. Gerne im Forum
    Avatar von JokkmokkA
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #17
    Ich möchte jetzt doch mal was fragen. ( Ja die Frage meine ich ernst.) Hast du(ihr) echt Angst oder bedenken von einem Jäger angeschossen zu werden? ist das nicht ein bisschen ganz arg weit hergeholt? Ich mein, warum wollt ihr/du denn jetzt auf wirklich schöne Lagerplätze verzichten? kann ich mal so garnicht nachvollziehen.

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #18
    Anektdote: Vor vilen jahren war ich mit ner Jugendgruppe unterwegs. Nachmittags bzw Frühen abend Die Kohte in das Waldstückchen gestellt, wo bei wir die regel in der Dämmerung Aufbauen bei Sonneaufgang nicht beherzigt haben (Zum Glück!)
    Wir waren grade fertig mit dem Aufbau da kam ein Netter man vorbei und fragte uns Ob wir den gedenken zu bleiben. HAten schon angst wegen Wild Cmapen ärger zu bekommen, haben dies aber bestätigt.
    Da meinter der Gute her es wäre sein Revier und er hätte ja grundsätzlich kein problem damit wenn wir beleiben und alles sauber hinterlassen, aber Heute möchten wir doch bitte zus ehen hier zu verschwinden, denn in der nacht wäre hier ne Treibjagd ....

    Wir waren nicht sehr tief im Wald, aber Im dunkel hätte man unsere Kohte Kaum gesehn, und wäre der Jäger nicht zufällig vorbeigekommen oder wir hätten später aufgebaut dann wären wir mitten im Jagdgeschehen gewesen.
    Und Ohne mir Sicher zu sein meine ich das der Weg Höher lag und wir ne böschung runter mussten also wäre der Kugelfang auch gegeben gewesen.

    Daher finde ich die diskusion schon interessant.
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
    Und nur zu Nur zu Gast auf dieser Welt.

  19. AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #19
    Zitat Zitat von JokkmokkA Beitrag anzeigen
    Ich möchte jetzt doch mal was fragen. ( Ja die Frage meine ich ernst.) Hast du(ihr) echt Angst oder bedenken von einem Jäger angeschossen zu werden? ist das nicht ein bisschen ganz arg weit hergeholt? Ich mein, warum wollt ihr/du denn jetzt auf wirklich schöne Lagerplätze verzichten? kann ich mal so garnicht nachvollziehen.
    Ein bisschen Angst oder Bedenken habe ich schon - das ist jetzt einfach ein Aspekt für mich, den ich bei der Suche nach einem Lagerplatz berücksichtigen muss. Genauso wie man nach oben schaut um sicher zu gehen, dass dort keine großen morschen Äste über einem sind. Auch wenn Jagdunfälle nicht häufig sind, so ist der im Falle des Falles zu erwartende Schaden eben sehr groß. Und rein theoretisch ist das Risiko ja nicht, wie z.B. der von mir oben verlinkte Pressebericht zeigt. Der Jäger hat einfach geschossen, weil sich etwas "bewegt hat":

    http://www.bild.de/regional/berlin/prozess/jaeger-zu-drei-jahren-haft-verurteil-49918410.bild.html

    Habe mal ein bisschen weiter gegoogelt - nach dem, was man so findet, wurde wohl noch kein Nachtcamper erschossen, wohl aber ein Nachtwanderer:

    https://www.welt.de/regionales/bayern/article137641648/Bewaehrung-fuer-Jaeger-der-Mann-erschoss.html

    Der Jäger dachte hier, ein Wildschwein zu sehen! (Stichwort Ansprechen...)

    Hier hat jemand einen braun gekleideten Studenten mit einem Reh verwechselt und erschossen:

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/ticker/Jaeger-erschoss-statt-Reh-20-jaehrigen-Studenten;art449,1998599

    Nach diesem Bericht gab es schon mehrere tödliche Unfälle mit Geocachern, die nachts unterwegs waren. Die Jäger wurden aber immer frei gesprochen:

    http://osthessen-news.de/n11496040/j%C3%A4ger-raten-augen-auf-beim-waldspaziergang.html

    Die meisten Unfälle enden nicht gleich tödlich, sind aber trotzdem besorgniserregend:

    https://www.morgenpost.de/vermischtes/article209757573/Buestenhalter-bewahrt-Frau-vor-Schussverletzung-durch-Jaeger.html
    http://www.bild.de/regional/hamburg/jaeger/schiesst-radfahrerin-nieder-42567620.bild.html
    http://www.bild.de/regional/leipzig/unfaelle/jagdunglueck-traktorfahrer-von-schuessen-getroffen-42595130.bild.html
    http://www.bild.de/regional/berlin/schiesserei/schuesse-im-wald-39472280.bild.html

    Also, ja, ein bisschen Angst/Vorsicht ist wohl angebracht!

  20. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Suche nach Lagerplatz / Jagdbetrieb

    #20
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Ein Frage die mich auch interessiert, bzw wo oft sind die hier anwesenden Jäger und Förster schon mal über Wildzelter in ihrem Revier gestolpert?
    Ich glaube ich muss meine Frage umdrehen.

    Wie oft seit ihr beim Wildzelten schon von Jägern/Förstern "gefunden" worden?

    Hängen wir das ganze Thema Wildzelten vieleicht etwas zu hoch? Langsam habe ich den Eindruck, dass nicht so viele Wildzelter unterwegs sind, wie wir hier den Eindruck haben. Als Outdoorforum sind hier bestimmt mehr Nachts im Wald als im Durchschnitt der Bevölkerung. Im Endeffekt sind es dann so wenig, dass eine Begegnung der Beiden Gruppen "Wildzelter" - Jäger eher selten ist.
    Trifft meine Vermutung zu?
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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