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  1. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #41
    Mitreisende: Wafer
    1./21. Tag: Gasthof Baumgartner – Kahlkogelhütte / Koca Na Golici
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    Sonntag, 16. September 2018
    Strecke: 24 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.850 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit ohne Pausen: 8 h 15

    Strecke Etappe: 24 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 1.850 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit Etappe: 8 h 15

    Strecke Gesamt: 393 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 23.315 m, ↓ 23.175 m
    Gehzeit Gesamt: 102 h

    Der Morgen begrüßt mich mit einer leichten Bewölkung und Nebel im Tal unter mir. Die Wolken fließen um die aus dem Nebel herausragenden Bergspitzen herum. Da brauche ich beim Zusammenpacken gleich etwas länger weil ein Auge immer zum Fenster rausschaut um das Schauspiel zu bewundern.


    Wolkenspiel über dem Faaker See

    Kurz vor 8 stehe ich vor dem Haus (919 m). Am Hang entlang führt mich der Südalpenweg nach Osten. Zunächst über Wiesen und durch Wälder, dann aber auch ein Stück auf einem kleinen Sträßchen. Von dem biege ich am Marinihof in Untergreut (791 m) ab.


    Im Tal der Gesetzlosen

    Scheint ja eine aufregende Gegend zu sein!
    Ab hier geht es aufwärts. Der Worounitza Bach wird überquert und im Wald geht es erst auf einer kleinen Schotterstrasse und auf Waldwegen den Berg hinauf. Nach 800 Höhenmetern komme ich an der Bertahütte (1.567 m) an.


    Die Bertahütte vor der Südwand des Mittagskogels

    Genau richtig für eine Pause mit einem zweiten Frühstück: Apfelstrudel mit reichlich Vanillesoße. Vor der Hütte hat man einen guten Blick auf das nächste Ziel und vor allem Sonne. Hier ist doch einiges los.
    Der Südalpenweg will mich hier eigentlich wieder ins Tal nach Rosenbach hinunter führen. Davon halte ich jetzt aber nicht so viel. Der Mittagskogel hat seinen Gipfel zwar in den Wolken aber einen so markanten Gipfel so dicht am Weg lasse ich nicht aus. Zudem wollte ich ja auf den alten Grenzwegen der Slowenen am Grat entlang wandern.
    Frisch gestärkt gehe ich den Gipfel an.


    Wegimpressionen beim Aufstieg auf den Mittagskogel

    Zunächst sind die Wege noch recht moderat. Die Ausblicke in nördliche Richtungen werden aber immer lohnender.


    Blick auf Rosenbach und die Drau mit den Stauseen

    Weiter oben wird es aber deutlich felsiger und die eine oder andere Sicherung ist nicht unbegründet angebracht.


    Versicherter Aufstiegsweg auf den Mittagskogel

    Was dann folgt ist weniger schön: Es geht in die Wolken hinein. Mit mal mehr und mal weniger Sicht geht es immer weiter aufwärts.


    Der Sattel liegt in den Wolken

    An dem Sattel liegt die Staatsgrenze zwischen Österreich und Slowenien. Das Schild, das die Österreicher da immer hinstellen mit „Achtung Staatsgrenze“ ist nicht mehr lesbar. Und was ist da so gefährlich daran?
    Vom Sattel ist es gar nicht mehr weit hinauf auf den Gipfel des Mittagskogels (2.145 m), oder Kepa, wie der Gipfel auf Slowenisch heißt. Die letzten Meter vom Sattel zum Gipfel sind nicht schwierig. Und siehe da: es gibt Wolkenlöcher!


    Blauer Himmel am Gipfel des Mittagskogels

    Und hier sitzen schon einige Wanderer, die das Wetter an diesem Sonntag für wandertauglich befunden haben. Und die Aussicht belohnt die Mühe!


    Der Mittagskogel

    Die Wolken hängen mehr auf der Südseite der Karawanken, also in Slowenien. Als es mal aufreißt hat man einen tollen Blick auf die Julischen Alpen.


    Die Julischen Alpen vom Mittagskogel aus

    Das ist ein toller Aussichtsberg. Schade, dass der Blick in Richtung Süden nicht ganz frei ist. Aber das scheint in Slowenien öfter der Fall zu sein. Blauloke berichtete ja auch, dass er die Karawanken im Nebel überquert hat.
    Da ich noch ein paar Meter vor mir habe breche ich wieder auf. In der Karte, diesmal Freytag&Berndt, ist ein Weg vom Mittagskogel zum Hühnerkogel (2.034 m) eingezeichnet. Aber nicht weiter. Zumindest nicht rot. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass in Hellgrau ein gestrichelter Weg weiter führt. Den will ich mir ansehen. Laut Aussage des Hüttenwirts der Bertahütte soll der gut zu gehen sein. Und auf den Slowenischen Karten ist er ebenfalls drauf. Und markiert soll er auch sein.
    Der Weg zum Hühnerkogel ist ein alter Grenzerweg der Slowenen und ist zurecht nur gepunktet eingezeichnet. Es geht recht ausgesetzt über felsige Grate.


    Etwas ausgesetzte Wege führen vom Mittagskogel zum Hühnerkogel

    Hinter dem Hühnerkogel ändert sich der Weg eigentlich so gut wie gar nicht. Die Markierungen der Slowenen sind gut zu sehen und der Weg ist gut gesichert.


    Abwechslungsreich geht es am Grat entlang

    Eigentlich schade, dass diese Wege auf einer österreichischen Karte nicht eingezeichnet sind. Direkt auf dem Grat verläuft auch die Grenze zwischen Österreich und Slowenien.


    Im Augenblick bin ich mal eben in Österreich

    Der Weg führt etwas abwärts bis er auf den Weg trifft, der von Dovje heraufführt. Wieder etwas aufwärts geht es über Wiesen zum Mlinzasattel (1.581 m).


    Der Frauenkogel ist frei von Wolken

    Die Wolkenuntergrenze liegt in etwa bei 2.000 Höhenmetern. Meist in der Sonne steigt der Weg weiter an um in Richtung Frauenkogel zu führen.


    Die Grenze zwischen Slowenien (links) und Österreich

    Aber es geht nicht ganz bis hinauf. An der Südflanke wird der Gipfel umgangen. Tolle Wege hier. Und kaum was los.


    Der Gipfel des Frauenkogel wird in Slowenien südlich umgangen

    Hier ist von Wolken plötzlich nichts mehr zu sehen. Die hängen wohl alle am Mittagskogel fest. Leicht auf und ab geht es über Almen weiter nach Süd-Ost.


    Genusswandern in Richtung Rosenkogel

    Am Rosenkogel treffe ich tatsächlich auf 2 Wanderer, die auch einen größeren Rucksack aufhaben. Dieser Berg ist eher ein Grasberg und gewährt eine tolle Aussicht nach Österreich (Norden) und Slowenien (Süden). Ich lasse mich auf der Wiese nieder und döse ein wenig vor mich hin. Einfach toll hier oben!


    Am Rosenkogel

    Meist am Grat führt ein kleiner Pfad entlang. Einfach toll zu gehen. Der verrostete Stacheldrahtzaun ist nur noch ein Relikt vergangener Zeiten. Ganz in der Ferne kann ich bereits mein Tagesziel ausmachen. Das ist aber noch ein ganzes Stück weg.


    Gratwandern in den Karawanken vom Rosenkogel zum Rosenbachsattel

    Um den Hahnkogel führt der Weg wieder herum um mich zum Eckele Sattel (1.481 m) zu bringen. Den Weg hinauf auf den Kahlkogel habe ich leider nicht gefunden. Aber es ist eh schon recht spät und ich merke, dass die Tage wieder kürzer werden. Und gerade am ersten Wandertag soll man es ja nicht übertreiben. So nehme ich den direkten Weg am Hang entlang zur Kahlkogelhütte (1.580 m).


    Die Kahlkogelhütte kommt in Sicht

    Als ich dort ankomme sitzen ein paar Wanderer davor und vespern. Die Hütte liegt am Südhang und bietet eine großartige Sicht auf die Julischen Alpen. Heute Nachmittag leider fast alles in den Wolken.


    Ankunft an der Koca Na Golici

    Die Hüttenwirtin ist eine ältere Slowenierin, die gut deutsch spricht. Wir unterhalten uns ein wenig über das Abendessen und die slowenische Küche. Sie putzt gerade einen Korb voll Pilze. Die gibt es hier massig. Alles steht voll. Und was für Prachtexemplare. Wir werden uns einig, dass ich neben der Karte etwas von den Pilzen kriege. Sie macht mir Rührei mit Pilzen. Lecker!
    Ich beziehe ein Zimmer nur für mich. Leider ist hinter der sehr dünnen Holzwand das Italienische Paar mit ihrer kleinen Tochter einquartiert. Die schreit in der Nacht alle 2 Stunden. So wird es eine etwas unruhige Nacht. Aber nach der Wanderung schlafe ich immer wieder recht schnell ein.
    Das war eine tolle Tour und die Südhänge der Karawanken mit dem leider nur sporadischen Blick in die Julischen Alpen gefällt mir sehr gut. Der Südalpenweg wollte mich von der Bertahütte wieder ins Tal nach Rosenbach hinunter leiten um durch das Bärental zur Klagenfurter Hütte zu führen. Da gefällt mir diese Tour obenrum deutlich besser!

  2. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #42
    2./22. Tag: Kahlkogelhütte / Koca Na Golici – Gasthof Deutscher Peter
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    Montag, 17. September 2018
    Strecke: 27 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.200 m, ↓ 2.000 m
    Gehzeit ohne Pausen: 9

    Strecke Etappe: 51 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 3.050 m, ↓ 3.200 m
    Gehzeit Etappe: 17 h 15

    Strecke Gesamt: 420 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 24.515 m, ↓ 25.175 m
    Gehzeit Gesamt: 111 h

    Der Morgen begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein. Auf dem Balkon vor meinem Zimmer bietet sich ein atemberaubendes Panorama.


    Die Julischen Alpen von der Kahlkogelhütte aus gesehen

    Ich brauche eine Weile bis ich das in mich aufgenommen habe. Ich packe meine Sachen und gehe frühstücken. Rührei und selbst gemachte Marmelade, Brot und Butter von der Alm nebenan. Und das zu moderaten Preisen. Auf die Frage wie denn der Weg zum Hochstuhl so sei nimmt mich die Wirtin mit hinaus auf den Balkon und erklärt mir wo sich der Weg entlangzieht und wie er verläuft.


    Der Weg zum Hochstuhl wird erklärt

    Ich mache mich gegen 8 Uhr 15 auf den Weg. Der ist sehr gut markiert und führt mich zunächst ein paar Meter abwärts um dann am Hang entlang zu ziehen. So geht es direkt an der Waldgrenze entlang und es gibt viel zu sehen.


    Auf dem Weg von der Kahlkogelhütte zum Hochstuhl

    Der Weg ist hier etwas breiter als gestern. Hier sind wohl mehr Wanderer unterwegs. Alle, die ich auf der Hütte getroffen hatte, sind diesen Weg gegangen oder wollen ihn gehen. Immer in Südlage, mal unter den letzten Bäumen und mal über Almen geht es gen Osten hinüber zum Maria Elend Sattel (1.439 m). Der liegt damit einige Höhenmeter unterhalb der Hütte.


    Der Maria Elend Sattel

    Von dort geht es meist knapp unterhalb des Grates entlang. Der Kotschna wird südlich umgangen. Ein kleiner See liegt in einer Senke und die Almwiesen werden beweidet. Schön hier!


    Tolle Landschaft am Kotschna

    Ab hier zieht der Weg wieder weiter hinauf zum Kotschnasattel (1.469 m). Wo der Weg am Grat entlang geht hat man einen tollen Blick nach Österreich hinein.


    Auf Grenzwegen zwischen Österreich und Slowenien

    Der Abhang im Süden ist grün und wird von Kühen kurz gehalten während es im Norden meist raue Abbrüche gibt. Direkt auf der Grenze verläuft wieder ein uralter Zaun.


    Kotschna und Julische Alpen

    Das Wetter scheint sich prächtig zu entwickeln. Die Sicht hinüber zu den Julischen Alpen und in das Bergland von Kärnten ist großartig.


    Grenzübergang am Kotschnasattel

    Der Grat wird nun wieder verlassen. Immer weiter aufwärts geht es meist durch lichten Wald und offene Wiesen. Bis zum Hochstuhl müssen noch einige Höhenmeter dazukommen. Die Belska Alm ist dann leider nicht bewirtschaftet. So ausgetreten wie der Weg hier ist würde sich das aber evtl. lohnen. Sie wurde wohl erst kürzlich renoviert. Sie sieht recht neu aus. Am Brunnen lasse ich mich nieder und mache eine kleine Pause. Grandiose Aussicht inklusive.


    Belska Planina

    Ab hier entwickelt sich der Weg immer markanter. Teilweise habe ich das Gefühl, dass hier auch bald Fahrzeuge unterwegs sein können. Recht zügig komme ich zum Bärensattel (1.703 m) hinauf.


    Am Bärensattel

    Hier steht eine kleine Hütte neben den Ruinen einer ehemaligen. Der Weg bekommt einen immer alpineren Charakter. Unter einer Felswand zieht er entlang und zieht durch Latschenfelder hinauf.


    Auf dem Weg zum Brezov

    Immer knapp unter dem Grat geht es stetig aufwärts. Leider ziehen von Süden Wolken heran und stauen sich am Hang. Unter dem Weinasch geht es entlang bis man am Grat einen Blick ins Weinaschkar erhält.


    Blick ins Weinaschkar und auf den Geißberg mit der Klagenfurter Hütte

    Mal ist der Grat mit den nächsten Bergspitzen zu sehen und mal nicht. Auf dem Grat führt der Weg hinauf zum Potoski Stol (2.018 m), einem Vorgipfel des Stol – auf Deutsch: Hochstuhl.


    Es zieht wieder etwas zu am Potoski Stol

    Ab und zu kann ich erkennen, wie der Weg hinauf zum Hauptgipfel führt. Meist am Grat entlang. Wenn man einen Blick nach Österreich hinein hat liegt die Klagenfurter Hütte weit unterhalb in dem grünen Tal der Matschacher Alm.


    Der Hochstuhl verschwindet in Wolken

    Ich scheuche ein paar Schneehühner auf, die entlang des Weges flüchten. Durch ein Geröllkar zieht der Weg dann vom Hochstuhl weg zu einem Nebengipfel, dem Kleinstuhl (2174 m), hinauf. Dort steht die Preschernhütte.


    Aufstieg zur Preschernhütte - Presernova Koca

    Hier mache ich Mittagspause. Es gibt einen leckeren Krauteintopf mit Fleisch. Sowas habe ich auf österreichischen Speisekarten noch nicht gesehen. Was so ein paar Meter hinter einer Grenze doch ausmachen. Diese Hütte macht nächste Woche schon zu. Und die nächste auf Slowenischer Seite hat schon geschlossen, erfahre ich. Damit hat sich die Möglichkeit hier auf der Sonnenseite der Karawanken zu bleiben und erst weiter östlich wieder nach Österreich und auf den Südalpenweg zurück zu kehren wohl leider erledigt. Mit der Wirtin, die sehr gut Deutsch spricht erörtere ich diverse Möglichkeiten. Aber ich werde wohl zur Klagenfurter Hütte weiter gehen.
    Vorher besteige ich aber noch den höchsten Gipfel der Karawanken, den Hochstuhl (2.236 m). Von der Hütte aus sind das nur 15 Minuten.


    Auf dem Hochstuhl

    Hier ist trotz Montag einiges los. Die meisten sehen aber eher nach Tagestouristen aus. Auf slowenischer Seite geht es dann durch ein recht steiles Geröllkar abwärts.


    Steiniger Abstieg zur Klagenfurter Hütte

    Genau auf dem Grat verläuft die Grenze. Das Geröll hat genau die richtig Größe und Steilheit zum gemütlichen Abfahren mit den Stiefeln. Mit den Wanderstöcken geht das recht gut. Da ist man ungemein schnell. Unten muss man meist die Stiefel ausziehen um eingedrungene Steinchen zu entsorgen. Und hier ist der Herbst schon eingezogen.


    Herbstliche Farben unter der Edelweiß Spitze

    Durch grobes Blockgestein geht es weiter bis sich die Wege trennen: Zur Klagenfurter Hütte nach Österreich und weiter zu den Slowenischen Hütten, die ja leider schon geschlossen haben. Der Weg zur Klagenfurter Hütte zieht hinauf zum Bielschitzasattel (1.840 m).


    Aufstieg zum Bielschitzasattel

    Auf der anderen Seite sieht man dann die Hütte unten vor einem liegen. Bis dorthin geht es aber noch über viel Geröll abwärts. Das ist dann aber recht schnell bewältigt.


    Der Bielschitza mit Sattel von der Klagenfurter Hütte aus

    Die Klagenfurter Hütte (1.664 m) ist recht groß und renoviert. Es sitzen ein paar Gäste auf der Terrasse in der Sonne und genießen den Nachmittag. Der Hüttenwirt steht in der Küche und sitzt die Zeit ab. Wie ich gehört habe will er nach einer Saison bereits wieder aufhören und wartet jetzt nur noch bis die Hütte schließt. Die Motivation von ihm und seinem Team ist leider entsprechend.


    Die Klagenfurter Hütte

    Nach einer Pause entschließe ich mich dann doch noch ins Bodental hinab zu steigen. So weit soll das nicht mehr sein. 2 Stunden 30 sagt der Führer, 3 h sagt das Schild an der Hütte. Das kriege ich heute noch hin.
    Zunächst geht es hinauf zum Matschacher Sattel (1.714 m) um dann über den Stinzesteig hinab zu führen. Der ist gar nicht so ohne. Sehr schön zu gehen aber durchaus mit einigen zurecht versicherten Passagen. Macht wirklich Spaß!


    Abstieg über den Stinzesteig

    Über die Orgis-Alm kommt man dann wieder auf den Kärntner Grenzweg, der einen noch mit interessanten Ausblicken und zwischenzeitlich herbstlichen Farben verwöhnt.


    Abstieg ins Bodental

    Das Bodental streckt sich dann ein wenig. Aber endlich komme ich am Gasthof Sereinig (1.010 m) an. Ich lasse mich auf der Terrasse in den letzten Sonnenstrahlen nieder und lösche meinen Durst. Eigentlich wollte ich hier übernachten. Aber der Wirt ist sehr hartnäckig im Abwimmeln. Wie es aussieht wäre ich sein einziger Gast. Irgendwann kommt er raus und meint, er habe im Gasthof Deutscher Peter angerufen und da sein noch ein Zimmer für mich frei. Ob ich da nicht noch hin wolle. Der ist mal sehr direkt!
    Da ich keine Lust habe jemandem den Abend zu versauen und dann auf ihn als Wirt angewiesen zu sein packe ich nochmal meine 7 Sachen und ziehe los. Aus der angekündigten ¾ h werden dann 1 h 15 und ich komme fast mit dem letzten Büchsenlicht beim Gasthof Deutscher Peter (702 m) im Tal an. Und das ist hier ein ganz anderer Empfang! Und ein echt toller Gasthof mit guter Küche. Zum Glück bin ich noch weiter gegangen!
    Hier wird mir dann im Laufe des Abends offenbart, dass in Waidisch, dem nächsten Etappenort, aktuell keine Gasthäuser geöffnet haben. Einzig das Gasthaus Linde etwas weiter unten im Tal würde noch betrieben, habe aber aktuell wegen Urlaub geschlossen. Alternativen gäbe es nicht. Somit ist das Ferlacher Horn und der Jauernik für mich leider gestorben.
    Ich werde morgen das Koschuta Haus direkt ansteuern. Der Panoramaweg-Südalpen, der von Rosenbach ziemlich genau auf der von mir gewanderten Route geführt wird, nimmt auch diesen Weg. Ich bekomme einen Prospekt mit Etappenbeschreibungen und einer sehr einfachen Karte. Dann ist es aber auch schon wieder Zeit ins Bett zu gehen. Das war heute ein sehr langer und anstrengender, aber sehr abwechslungsreicher und schöner Tag!
    Geändert von Wafer (09.11.2018 um 00:22 Uhr)

  3. Fuchs

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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #43
    Immer wenn Wafer Reiseberichte schreibt, wird meine Wunsch-to-do-Liste länger!

  4. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #44
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Immer wenn Wafer Reiseberichte schreibt, wird meine Wunsch-to-do-Liste länger!
    Hallo Qwertzui,

    das freut mich sehr, dass es dir gefällt! Dass deine ToDo-Liste immer länger wird liegt aber sicher mehr an den Karawanken als an mir. Die sind einfach der Knaller! Und kaum jemand unterwegs. Ich hatte das im Vorfeld schon gehört, konnte es mir aber nach den eher vollen Karnischen Alpen in deren direkter Nachbarschaft nicht wirklich vorstellen. Ich hoffe mal für die Hütten, dass es genug Wanderer bleiben, damit sie nicht schließen müssen.

    Fortsetzung folgt ... (sobald ich wieder am großen Rechner sitze)

    Gruß Wafer

  5. Fuchs
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    #45
    3./23. Tag: Gasthof Deutscher Peter – Koschuta Haus
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    Dienstag, 18. September 2018
    Strecke: 16 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.450 m, ↓ 900 m
    Gehzeit ohne Pausen: 6 h 15

    Strecke Etappe: 67 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 4.500 m, ↓ 4.100 m
    Gehzeit Etappe: 23 h 30

    Strecke Gesamt: 436 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 25.965 m, ↓ 26.075 m
    Gehzeit Gesamt: 117 h 15

    Gegen 8 Uhr stehe ich nach einem guten Frühstück vor der Tür. Hier im tiefen Tal mitten in den Wäldern ist noch nicht viel von der Umgebung und dem zu erwartenden Wetter zu sehen. Es geht zunächst ein paar Meter an der Straße entlang, bis links der E5 in den Wald abbiegt. Heute geht es wieder näher an den Hauptkamm der Karawanken heran. Aber richtig hoch hinaus geht es heute nicht. Es wird also viel Wald vorherrschen.


    Morgendlicher Start am Gasthof Deutscher Peter

    Auf einer Forststraße geht es aufwärts bis der Weg wieder zum Pfad wird.


    Im Wald geht es hinauf zum Eselsattel

    Teilweise recht steil geht es aufwärts. Nun, die gestern so großzügig hergegebenen Höhenmeter wollen wieder erarbeitet werden. Vereinzelt liegen Höfe auf Lichtungen im Wald, die die Karte aber gar nicht kennt. Sehr groß sind die Lichtungen aber nicht. Einziger Vorteil: Man kann ab und zu einen Blick auf die Landschaft erhaschen.


    Der Hochstuhl hat den Kopf schon wieder in den Wolken

    Im Zick-Zack geht es weiter aufwärts bis man vor einem kleinen Marterl steht. Der Eselsattel (1.175 m) ist erreicht.


    Das Marterl am Eselsattel

    Damit habe ich vorerst den Aufstieg hinter mir. Jetzt geht es auf der anderen Seite in das sehr schöne Ribnitzatal hinunter. Es geht nicht ganz so steil abwärts wie auf der anderen Seite aufwärts. Und der Wald wird auch etwas lichter.


    Auf dem Abstieg nach Winkel

    Als ich nach Winkel komme, habe ich ein Stück weit das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Einige Höfe und Häuser liegen auf einer Wiese in der Sonne. Auf der Straße gehen Enten spazieren.


    An den Wiesenwegen nach Male

    Es geht durch diesen Weiler und dahinter über Wiesen weiter abwärts. Einige Höfe liegen noch am Südhang in der Sonne. Es gibt aber auch recht schnuckelige kleine Häuser.


    Karawankenhaus im Ribnitzatal

    Als es wieder in den Wald geht steht wieder alles voll mit Pilzen. Wenn ich Selbstversorger wäre könnte man sich hier gut eindecken. Aber man(n) sollte nicht alle nehmen ...


    Pilze jeglicher Art wachsen hier am Wegesrand

    Von der Menge her kein Vergleich zu unserer Gegend zuhause.
    Ein paar Meter geht es dann im Talgrund an der Straße entlang bis man zu der Grundschule von Male (660 m) kommt. Ein kleines Haus, das kaum mehr als 2 Klassenräume haben kann. Am Bach mache ich Mittagspause.
    Es folgt ein Aufstieg in der prallen Sonne. In der Karte ist hier noch Wald eingezeichnet. Der wurde aber im letzten Winter durch viel Schnee und Sturm komplett umgelegt. Da bereits begonnen wurde, das Holz ab zu transportieren ist der Aufstieg etwas schwierig weil der Weg stellenweise kaum erkennbar ist. Aber das Leben geht weiter!


    Heuschrecke am Aufstieg von Male nach Mitterwinkel

    Dafür wird mir allerdings ein toller Blick auf die Kaschuta geboten. Diese Felswand beginnt in der Gegend des Loiblpasses und zieht sich ungefähr bis zum Schaidapass.


    Hainschsattel mit Hochturm und Loibler Baba

    Bei der Namensgebung lässt sich meiner Meinung nach die Nähe zum Slowenischen teilweise nicht verleugnen.
    Nicht mehr ganz so steil geht es dann am Hang aufwärts in Richtung Süden das Tal hinter. Wieder liegen einige Höfe am Weg. Eine Versorgung mit Trinkwasser ist also kein Problem.
    Der Wald lichtet sich langsam wieder und es geht über die Malealm (1.222 m). Auch hier hat der Sturm deutliche Spuren hinterlassen und die Wegfindung erfordert viel Fingerspitzengefühl. Jetzt ist es aber nicht mehr sehr weit zum Pischenzasattel (1.392 m).


    Wege rund um den Pischenzasattel

    Ab hier ändert sich dann der Weg grundlegend: Er entwickelt sich zur Steigspur und führt immer näher an die Koschutawände heran. Ich bin wieder auf dem Kärntner Grenzweg unterwegs. Und da hier im Geröll keine Bäume stehen hat man eine tolle Aussicht nach Norden.


    Der Jauernik

    Der Weg zieht nun die Höhe haltend unter den Wänden entlang.


    Unter der Koschutawand geht es über die Geröllfelder

    Da komme ich nicht sehr schnell voran. Und ab und zu gibt es auch keine Markierungen weil das Geröll sie verdeckt. Der Weg ist immer etwas in Bewegung. Aber zu sehen gibt es genug – langweilig wird es also nicht!


    Ferlacher Horn und Jauernik

    Endlich ist das Ende des Gerölls erreicht. Hier ist ein Felsriegel zu überwinden. Die Wegbauer haben hier ein paar Hilfen eingebaut, damit man es einfacher hat.


    Der Ausstieg aus dem Geröll unter dem Lärchenturm

    Der Weg wird zur Abwechslung etwas ausgesetzter. Schön zu gehen!


    Das Ferlacher Horn

    Wo man den Fels verlässt geht es wieder in den Wald.


    Es folgt eine Waldpassage

    Steil geht es im Wald abwärts. Die Hütte ist nicht mehr weit.


    Das Koschuta Haus der Naturfreunde

    Die Hütte gefällt mir. Hier bleibe ich. Ich bekomme ein Zimmer und ich checke ein. Die Terrasse ist gut besucht. Ein Altenheim hat einen Ausflug hier her gemacht. Die Wirtin gibt mir den Tipp, mich hier in den Karawanken immer an den Hütten im Vorfeld an zu melden, wenn ich absehen kann, wo ich übernachten möchte. Viele Hütten verfügen hier über einen Fahrweg und wenn nach den letzten Tagestouristen niemand mehr da ist fahren die Wirte auch ins Tal. Spät ankommende Wanderer haben dann das Nachsehen.
    Ich drehe noch eine Runde um die Hütte. Sehr schön hier!


    Die Koschutawand mit dem Koschutnikturm

    Das Abendessen ist gut und üppig.


    Spagetti mit Steinpilzen und Salat

    Da finden sich die Pilze wieder, die ich heute den ganzen Tag gesehen habe. Wiedermal verbringe ich einen Abend alleine mit den Wirtsleuten. Obwohl der Tag heute nicht sehr lang war bin ich bald im Bett. Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (11.11.2018 um 11:51 Uhr)

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