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  1. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #41
    Mitreisende: Wafer
    1./21. Tag: Gasthof Baumgartner – Kahlkogelhütte / Koca Na Golici
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    Sonntag, 16. September 2018
    Strecke: 24 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.850 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit ohne Pausen: 8 h 15

    Strecke Etappe: 24 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 1.850 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit Etappe: 8 h 15

    Strecke Gesamt: 393 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 23.315 m, ↓ 23.175 m
    Gehzeit Gesamt: 102 h

    Der Morgen begrüßt mich mit einer leichten Bewölkung und Nebel im Tal unter mir. Die Wolken fließen um die aus dem Nebel herausragenden Bergspitzen herum. Da brauche ich beim Zusammenpacken gleich etwas länger weil ein Auge immer zum Fenster rausschaut um das Schauspiel zu bewundern.


    Wolkenspiel über dem Faaker See

    Kurz vor 8 stehe ich vor dem Haus (919 m). Am Hang entlang führt mich der Südalpenweg nach Osten. Zunächst über Wiesen und durch Wälder, dann aber auch ein Stück auf einem kleinen Sträßchen. Von dem biege ich am Marinihof in Untergreut (791 m) ab.


    Im Tal der Gesetzlosen

    Scheint ja eine aufregende Gegend zu sein!
    Ab hier geht es aufwärts. Der Worounitza Bach wird überquert und im Wald geht es erst auf einer kleinen Schotterstrasse und auf Waldwegen den Berg hinauf. Nach 800 Höhenmetern komme ich an der Bertahütte (1.567 m) an.


    Die Bertahütte vor der Südwand des Mittagskogels

    Genau richtig für eine Pause mit einem zweiten Frühstück: Apfelstrudel mit reichlich Vanillesoße. Vor der Hütte hat man einen guten Blick auf das nächste Ziel und vor allem Sonne. Hier ist doch einiges los.
    Der Südalpenweg will mich hier eigentlich wieder ins Tal nach Rosenbach hinunter führen. Davon halte ich jetzt aber nicht so viel. Der Mittagskogel hat seinen Gipfel zwar in den Wolken aber einen so markanten Gipfel so dicht am Weg lasse ich nicht aus. Zudem wollte ich ja auf den alten Grenzwegen der Slowenen am Grat entlang wandern.
    Frisch gestärkt gehe ich den Gipfel an.


    Wegimpressionen beim Aufstieg auf den Mittagskogel

    Zunächst sind die Wege noch recht moderat. Die Ausblicke in nördliche Richtungen werden aber immer lohnender.


    Blick auf Rosenbach und die Drau mit den Stauseen

    Weiter oben wird es aber deutlich felsiger und die eine oder andere Sicherung ist nicht unbegründet angebracht.


    Versicherter Aufstiegsweg auf den Mittagskogel

    Was dann folgt ist weniger schön: Es geht in die Wolken hinein. Mit mal mehr und mal weniger Sicht geht es immer weiter aufwärts.


    Der Sattel liegt in den Wolken

    An dem Sattel liegt die Staatsgrenze zwischen Österreich und Slowenien. Das Schild, das die Österreicher da immer hinstellen mit „Achtung Staatsgrenze“ ist nicht mehr lesbar. Und was ist da so gefährlich daran?
    Vom Sattel ist es gar nicht mehr weit hinauf auf den Gipfel des Mittagskogels (2.145 m), oder Kepa, wie der Gipfel auf Slowenisch heißt. Die letzten Meter vom Sattel zum Gipfel sind nicht schwierig. Und siehe da: es gibt Wolkenlöcher!


    Blauer Himmel am Gipfel des Mittagskogels

    Und hier sitzen schon einige Wanderer, die das Wetter an diesem Sonntag für wandertauglich befunden haben. Und die Aussicht belohnt die Mühe!


    Der Mittagskogel

    Die Wolken hängen mehr auf der Südseite der Karawanken, also in Slowenien. Als es mal aufreißt hat man einen tollen Blick auf die Julischen Alpen.


    Die Julischen Alpen vom Mittagskogel aus

    Das ist ein toller Aussichtsberg. Schade, dass der Blick in Richtung Süden nicht ganz frei ist. Aber das scheint in Slowenien öfter der Fall zu sein. Blauloke berichtete ja auch, dass er die Karawanken im Nebel überquert hat.
    Da ich noch ein paar Meter vor mir habe breche ich wieder auf. In der Karte, diesmal Freytag&Berndt, ist ein Weg vom Mittagskogel zum Hühnerkogel (2.034 m) eingezeichnet. Aber nicht weiter. Zumindest nicht rot. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass in Hellgrau ein gestrichelter Weg weiter führt. Den will ich mir ansehen. Laut Aussage des Hüttenwirts der Bertahütte soll der gut zu gehen sein. Und auf den Slowenischen Karten ist er ebenfalls drauf. Und markiert soll er auch sein.
    Der Weg zum Hühnerkogel ist ein alter Grenzerweg der Slowenen und ist zurecht nur gepunktet eingezeichnet. Es geht recht ausgesetzt über felsige Grate.


    Etwas ausgesetzte Wege führen vom Mittagskogel zum Hühnerkogel

    Hinter dem Hühnerkogel ändert sich der Weg eigentlich so gut wie gar nicht. Die Markierungen der Slowenen sind gut zu sehen und der Weg ist gut gesichert.


    Abwechslungsreich geht es am Grat entlang

    Eigentlich schade, dass diese Wege auf einer österreichischen Karte nicht eingezeichnet sind. Direkt auf dem Grat verläuft auch die Grenze zwischen Österreich und Slowenien.


    Im Augenblick bin ich mal eben in Österreich

    Der Weg führt etwas abwärts bis er auf den Weg trifft, der von Dovje heraufführt. Wieder etwas aufwärts geht es über Wiesen zum Mlinzasattel (1.581 m).


    Der Frauenkogel ist frei von Wolken

    Die Wolkenuntergrenze liegt in etwa bei 2.000 Höhenmetern. Meist in der Sonne steigt der Weg weiter an um in Richtung Frauenkogel zu führen.


    Die Grenze zwischen Slowenien (links) und Österreich

    Aber es geht nicht ganz bis hinauf. An der Südflanke wird der Gipfel umgangen. Tolle Wege hier. Und kaum was los.


    Der Gipfel des Frauenkogel wird in Slowenien südlich umgangen

    Hier ist von Wolken plötzlich nichts mehr zu sehen. Die hängen wohl alle am Mittagskogel fest. Leicht auf und ab geht es über Almen weiter nach Süd-Ost.


    Genusswandern in Richtung Rosenkogel

    Am Rosenkogel treffe ich tatsächlich auf 2 Wanderer, die auch einen größeren Rucksack aufhaben. Dieser Berg ist eher ein Grasberg und gewährt eine tolle Aussicht nach Österreich (Norden) und Slowenien (Süden). Ich lasse mich auf der Wiese nieder und döse ein wenig vor mich hin. Einfach toll hier oben!


    Am Rosenkogel

    Meist am Grat führt ein kleiner Pfad entlang. Einfach toll zu gehen. Der verrostete Stacheldrahtzaun ist nur noch ein Relikt vergangener Zeiten. Ganz in der Ferne kann ich bereits mein Tagesziel ausmachen. Das ist aber noch ein ganzes Stück weg.


    Gratwandern in den Karawanken vom Rosenkogel zum Rosenbachsattel

    Um den Hahnkogel führt der Weg wieder herum um mich zum Eckele Sattel (1.481 m) zu bringen. Den Weg hinauf auf den Kahlkogel habe ich leider nicht gefunden. Aber es ist eh schon recht spät und ich merke, dass die Tage wieder kürzer werden. Und gerade am ersten Wandertag soll man es ja nicht übertreiben. So nehme ich den direkten Weg am Hang entlang zur Kahlkogelhütte (1.580 m).


    Die Kahlkogelhütte kommt in Sicht

    Als ich dort ankomme sitzen ein paar Wanderer davor und vespern. Die Hütte liegt am Südhang und bietet eine großartige Sicht auf die Julischen Alpen. Heute Nachmittag leider fast alles in den Wolken.


    Ankunft an der Koca Na Golici

    Die Hüttenwirtin ist eine ältere Slowenierin, die gut deutsch spricht. Wir unterhalten uns ein wenig über das Abendessen und die slowenische Küche. Sie putzt gerade einen Korb voll Pilze. Die gibt es hier massig. Alles steht voll. Und was für Prachtexemplare. Wir werden uns einig, dass ich neben der Karte etwas von den Pilzen kriege. Sie macht mir Rührei mit Pilzen. Lecker!
    Ich beziehe ein Zimmer nur für mich. Leider ist hinter der sehr dünnen Holzwand das Italienische Paar mit ihrer kleinen Tochter einquartiert. Die schreit in der Nacht alle 2 Stunden. So wird es eine etwas unruhige Nacht. Aber nach der Wanderung schlafe ich immer wieder recht schnell ein.
    Das war eine tolle Tour und die Südhänge der Karawanken mit dem leider nur sporadischen Blick in die Julischen Alpen gefällt mir sehr gut. Der Südalpenweg wollte mich von der Bertahütte wieder ins Tal nach Rosenbach hinunter leiten um durch das Bärental zur Klagenfurter Hütte zu führen. Da gefällt mir diese Tour obenrum deutlich besser!
    Geändert von Wafer (11.12.2018 um 22:55 Uhr)

  2. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #42
    2./22. Tag: Kahlkogelhütte / Koca Na Golici – Gasthof Deutscher Peter
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    Montag, 17. September 2018
    Strecke: 27 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.200 m, ↓ 2.000 m
    Gehzeit ohne Pausen: 9

    Strecke Etappe: 51 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 3.050 m, ↓ 3.200 m
    Gehzeit Etappe: 17 h 15

    Strecke Gesamt: 420 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 24.515 m, ↓ 25.175 m
    Gehzeit Gesamt: 111 h

    Der Morgen begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein. Auf dem Balkon vor meinem Zimmer bietet sich ein atemberaubendes Panorama.


    Die Julischen Alpen von der Kahlkogelhütte aus gesehen

    Ich brauche eine Weile bis ich das in mich aufgenommen habe. Ich packe meine Sachen und gehe frühstücken. Rührei und selbst gemachte Marmelade, Brot und Butter von der Alm nebenan. Und das zu moderaten Preisen. Auf die Frage wie denn der Weg zum Hochstuhl so sei nimmt mich die Wirtin mit hinaus auf den Balkon und erklärt mir wo sich der Weg entlangzieht und wie er verläuft.


    Der Weg zum Hochstuhl wird erklärt

    Ich mache mich gegen 8 Uhr 15 auf den Weg. Der ist sehr gut markiert und führt mich zunächst ein paar Meter abwärts um dann am Hang entlang zu ziehen. So geht es direkt an der Waldgrenze entlang und es gibt viel zu sehen.


    Auf dem Weg von der Kahlkogelhütte zum Hochstuhl

    Der Weg ist hier etwas breiter als gestern. Hier sind wohl mehr Wanderer unterwegs. Alle, die ich auf der Hütte getroffen hatte, sind diesen Weg gegangen oder wollen ihn gehen. Immer in Südlage, mal unter den letzten Bäumen und mal über Almen geht es gen Osten hinüber zum Maria Elend Sattel (1.439 m). Der liegt damit einige Höhenmeter unterhalb der Hütte.


    Der Maria Elend Sattel

    Von dort geht es meist knapp unterhalb des Grates entlang. Der Kotschna wird südlich umgangen. Ein kleiner See liegt in einer Senke und die Almwiesen werden beweidet. Schön hier!


    Tolle Landschaft am Kotschna

    Ab hier zieht der Weg wieder weiter hinauf zum Kotschnasattel (1.469 m). Wo der Weg am Grat entlang geht hat man einen tollen Blick nach Österreich hinein.


    Auf Grenzwegen zwischen Österreich und Slowenien

    Der Abhang im Süden ist grün und wird von Kühen kurz gehalten während es im Norden meist raue Abbrüche gibt. Direkt auf der Grenze verläuft wieder ein uralter Zaun.


    Kotschna und Julische Alpen

    Das Wetter scheint sich prächtig zu entwickeln. Die Sicht hinüber zu den Julischen Alpen und in das Bergland von Kärnten ist großartig.


    Grenzübergang am Kotschnasattel

    Der Grat wird nun wieder verlassen. Immer weiter aufwärts geht es meist durch lichten Wald und offene Wiesen. Bis zum Hochstuhl müssen noch einige Höhenmeter dazukommen. Die Belska Alm ist dann leider nicht bewirtschaftet. So ausgetreten wie der Weg hier ist würde sich das aber evtl. lohnen. Sie wurde wohl erst kürzlich renoviert. Sie sieht recht neu aus. Am Brunnen lasse ich mich nieder und mache eine kleine Pause. Grandiose Aussicht inklusive.


    Belska Planina

    Ab hier entwickelt sich der Weg immer markanter. Teilweise habe ich das Gefühl, dass hier auch bald Fahrzeuge unterwegs sein können. Recht zügig komme ich zum Bärensattel (1.703 m) hinauf.


    Am Bärensattel

    Hier steht eine kleine Hütte neben den Ruinen einer ehemaligen. Der Weg bekommt einen immer alpineren Charakter. Unter einer Felswand zieht er entlang und zieht durch Latschenfelder hinauf.


    Auf dem Weg zum Brezov

    Immer knapp unter dem Grat geht es stetig aufwärts. Leider ziehen von Süden Wolken heran und stauen sich am Hang. Unter dem Weinasch geht es entlang bis man am Grat einen Blick ins Weinaschkar erhält.


    Blick ins Weinaschkar und auf den Geißberg mit der Klagenfurter Hütte

    Mal ist der Grat mit den nächsten Bergspitzen zu sehen und mal nicht. Auf dem Grat führt der Weg hinauf zum Potoski Stol (2.018 m), einem Vorgipfel des Stol – auf Deutsch: Hochstuhl.


    Es zieht wieder etwas zu am Potoski Stol

    Ab und zu kann ich erkennen, wie der Weg hinauf zum Hauptgipfel führt. Meist am Grat entlang. Wenn man einen Blick nach Österreich hinein hat liegt die Klagenfurter Hütte weit unterhalb in dem grünen Tal der Matschacher Alm.


    Der Hochstuhl verschwindet in Wolken

    Ich scheuche ein paar Schneehühner auf, die entlang des Weges flüchten. Durch ein Geröllkar zieht der Weg dann vom Hochstuhl weg zu einem Nebengipfel, dem Kleinstuhl (2174 m), hinauf. Dort steht die Preschernhütte.


    Aufstieg zur Preschernhütte - Presernova Koca

    Hier mache ich Mittagspause. Es gibt einen leckeren Krauteintopf mit Fleisch. Sowas habe ich auf österreichischen Speisekarten noch nicht gesehen. Was so ein paar Meter hinter einer Grenze doch ausmachen. Diese Hütte macht nächste Woche schon zu. Und die nächste auf Slowenischer Seite hat schon geschlossen, erfahre ich. Damit hat sich die Möglichkeit hier auf der Sonnenseite der Karawanken zu bleiben und erst weiter östlich wieder nach Österreich und auf den Südalpenweg zurück zu kehren wohl leider erledigt. Mit der Wirtin, die sehr gut Deutsch spricht erörtere ich diverse Möglichkeiten. Aber ich werde wohl zur Klagenfurter Hütte weiter gehen.
    Vorher besteige ich aber noch den höchsten Gipfel der Karawanken, den Hochstuhl (2.236 m). Von der Hütte aus sind das nur 15 Minuten.


    Auf dem Hochstuhl

    Hier ist trotz Montag einiges los. Die meisten sehen aber eher nach Tagestouristen aus. Auf slowenischer Seite geht es dann durch ein recht steiles Geröllkar abwärts.


    Steiniger Abstieg zur Klagenfurter Hütte

    Genau auf dem Grat verläuft die Grenze. Das Geröll hat genau die richtig Größe und Steilheit zum gemütlichen Abfahren mit den Stiefeln. Mit den Wanderstöcken geht das recht gut. Da ist man ungemein schnell. Unten muss man meist die Stiefel ausziehen um eingedrungene Steinchen zu entsorgen. Und hier ist der Herbst schon eingezogen.


    Herbstliche Farben unter der Edelweiß Spitze

    Durch grobes Blockgestein geht es weiter bis sich die Wege trennen: Zur Klagenfurter Hütte nach Österreich und weiter zu den Slowenischen Hütten, die ja leider schon geschlossen haben. Der Weg zur Klagenfurter Hütte zieht hinauf zum Bielschitzasattel (1.840 m).


    Aufstieg zum Bielschitzasattel

    Auf der anderen Seite sieht man dann die Hütte unten vor einem liegen. Bis dorthin geht es aber noch über viel Geröll abwärts. Das ist dann aber recht schnell bewältigt.


    Der Bielschitza mit Sattel von der Klagenfurter Hütte aus

    Die Klagenfurter Hütte (1.664 m) ist recht groß und renoviert. Es sitzen ein paar Gäste auf der Terrasse in der Sonne und genießen den Nachmittag. Der Hüttenwirt steht in der Küche und sitzt die Zeit ab. Wie ich gehört habe will er nach einer Saison bereits wieder aufhören und wartet jetzt nur noch bis die Hütte schließt. Die Motivation von ihm und seinem Team ist leider entsprechend.


    Die Klagenfurter Hütte

    Nach einer Pause entschließe ich mich dann doch noch ins Bodental hinab zu steigen. So weit soll das nicht mehr sein. 2 Stunden 30 sagt der Führer, 3 h sagt das Schild an der Hütte. Das kriege ich heute noch hin.
    Zunächst geht es hinauf zum Matschacher Sattel (1.714 m) um dann über den Stinzesteig hinab zu führen. Der ist gar nicht so ohne. Sehr schön zu gehen aber durchaus mit einigen zurecht versicherten Passagen. Macht wirklich Spaß!


    Abstieg über den Stinzesteig

    Über die Orgis-Alm kommt man dann wieder auf den Kärntner Grenzweg, der einen noch mit interessanten Ausblicken und zwischenzeitlich herbstlichen Farben verwöhnt.


    Abstieg ins Bodental

    Das Bodental streckt sich dann ein wenig. Aber endlich komme ich am Gasthof Sereinig (1.010 m) an. Ich lasse mich auf der Terrasse in den letzten Sonnenstrahlen nieder und lösche meinen Durst. Eigentlich wollte ich hier übernachten. Aber der Wirt ist sehr hartnäckig im Abwimmeln. Wie es aussieht wäre ich sein einziger Gast. Irgendwann kommt er raus und meint, er habe im Gasthof Deutscher Peter angerufen und da sein noch ein Zimmer für mich frei. Ob ich da nicht noch hin wolle. Der ist mal sehr direkt!
    Da ich keine Lust habe jemandem den Abend zu versauen und dann auf ihn als Wirt angewiesen zu sein packe ich nochmal meine 7 Sachen und ziehe los. Aus der angekündigten ¾ h werden dann 1 h 15 und ich komme fast mit dem letzten Büchsenlicht beim Gasthof Deutscher Peter (702 m) im Tal an. Und das ist hier ein ganz anderer Empfang! Und ein echt toller Gasthof mit guter Küche. Zum Glück bin ich noch weiter gegangen!
    Hier wird mir dann im Laufe des Abends offenbart, dass in Waidisch, dem nächsten Etappenort, aktuell keine Gasthäuser geöffnet haben. Einzig das Gasthaus Linde etwas weiter unten im Tal würde noch betrieben, habe aber aktuell wegen Urlaub geschlossen. Alternativen gäbe es nicht. Somit ist das Ferlacher Horn und der Jauernik für mich leider gestorben.
    Ich werde morgen das Koschuta Haus direkt ansteuern. Der Panoramaweg-Südalpen, der von Rosenbach ziemlich genau auf der von mir gewanderten Route geführt wird, nimmt auch diesen Weg. Ich bekomme einen Prospekt mit Etappenbeschreibungen und einer sehr einfachen Karte. Dann ist es aber auch schon wieder Zeit ins Bett zu gehen. Das war heute ein sehr langer und anstrengender, aber sehr abwechslungsreicher und schöner Tag!
    Geändert von Wafer (09.11.2018 um 00:22 Uhr)

  3. Fuchs

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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #43
    Immer wenn Wafer Reiseberichte schreibt, wird meine Wunsch-to-do-Liste länger!

  4. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #44
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Immer wenn Wafer Reiseberichte schreibt, wird meine Wunsch-to-do-Liste länger!
    Hallo Qwertzui,

    das freut mich sehr, dass es dir gefällt! Dass deine ToDo-Liste immer länger wird liegt aber sicher mehr an den Karawanken als an mir. Die sind einfach der Knaller! Und kaum jemand unterwegs. Ich hatte das im Vorfeld schon gehört, konnte es mir aber nach den eher vollen Karnischen Alpen in deren direkter Nachbarschaft nicht wirklich vorstellen. Ich hoffe mal für die Hütten, dass es genug Wanderer bleiben, damit sie nicht schließen müssen.

    Fortsetzung folgt ... (sobald ich wieder am großen Rechner sitze)

    Gruß Wafer

  5. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #45
    3./23. Tag: Gasthof Deutscher Peter – Koschuta Haus
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    Dienstag, 18. September 2018
    Strecke: 16 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.450 m, ↓ 900 m
    Gehzeit ohne Pausen: 6 h 15

    Strecke Etappe: 67 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 4.500 m, ↓ 4.100 m
    Gehzeit Etappe: 23 h 30

    Strecke Gesamt: 436 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 25.965 m, ↓ 26.075 m
    Gehzeit Gesamt: 117 h 15

    Gegen 8 Uhr stehe ich nach einem guten Frühstück vor der Tür. Hier im tiefen Tal mitten in den Wäldern ist noch nicht viel von der Umgebung und dem zu erwartenden Wetter zu sehen. Es geht zunächst ein paar Meter an der Straße entlang, bis links der Südalpenweg in den Wald abbiegt. Heute geht es wieder näher an den Hauptkamm der Karawanken heran. Aber richtig hoch hinaus geht es heute nicht. Es wird also viel Wald vorherrschen.


    Morgendlicher Start am Gasthof Deutscher Peter

    Auf einer Forststraße geht es aufwärts bis der Weg wieder zum Pfad wird.


    Im Wald geht es hinauf zum Eselsattel

    Teilweise recht steil geht es aufwärts. Nun, die gestern so großzügig hergegebenen Höhenmeter wollen wieder erarbeitet werden. Vereinzelt liegen Höfe auf Lichtungen im Wald, die die Karte aber gar nicht kennt. Sehr groß sind die Lichtungen aber nicht. Einziger Vorteil: Man kann ab und zu einen Blick auf die Landschaft erhaschen.


    Der Hochstuhl hat den Kopf schon wieder in den Wolken

    Im Zick-Zack geht es weiter aufwärts bis man vor einem kleinen Marterl steht. Der Eselsattel (1.175 m) ist erreicht.


    Das Marterl am Eselsattel

    Damit habe ich vorerst den Aufstieg hinter mir. Jetzt geht es auf der anderen Seite in das sehr schöne Ribnitzatal hinunter. Es geht nicht ganz so steil abwärts wie auf der anderen Seite aufwärts. Und der Wald wird auch etwas lichter.


    Auf dem Abstieg nach Winkel

    Als ich nach Winkel komme, habe ich ein Stück weit das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Einige Höfe und Häuser liegen auf einer Wiese in der Sonne. Auf der Straße gehen Enten spazieren.


    An den Wiesenwegen nach Male

    Es geht durch diesen Weiler und dahinter über Wiesen weiter abwärts. Einige Höfe liegen noch am Südhang in der Sonne. Es gibt aber auch recht schnuckelige kleine Häuser.


    Karawankenhaus im Ribnitzatal

    Als es wieder in den Wald geht steht wieder alles voll mit Pilzen. Wenn ich Selbstversorger wäre könnte man sich hier gut eindecken. Aber man(n) sollte nicht alle nehmen ...


    Pilze jeglicher Art wachsen hier am Wegesrand

    Von der Menge her kein Vergleich zu unserer Gegend zuhause.
    Ein paar Meter geht es dann im Talgrund an der Straße entlang bis man zu der Grundschule von Male (660 m) kommt. Ein kleines Haus, das kaum mehr als 2 Klassenräume haben kann. Am Bach mache ich Mittagspause.
    Es folgt ein Aufstieg in der prallen Sonne. In der Karte ist hier noch Wald eingezeichnet. Der wurde aber im letzten Winter durch viel Schnee und Sturm komplett umgelegt. Da bereits begonnen wurde, das Holz ab zu transportieren ist der Aufstieg etwas schwierig weil der Weg stellenweise kaum erkennbar ist. Aber das Leben geht weiter!


    Heuschrecke am Aufstieg von Male nach Mitterwinkel

    Dafür wird mir allerdings ein toller Blick auf die Kaschuta geboten. Diese Felswand beginnt in der Gegend des Loiblpasses und zieht sich ungefähr bis zum Schaidapass.


    Hainschsattel mit Hochturm und Loibler Baba

    Bei der Namensgebung lässt sich meiner Meinung nach die Nähe zum Slowenischen teilweise nicht verleugnen.
    Nicht mehr ganz so steil geht es dann am Hang aufwärts in Richtung Süden das Tal hinter. Wieder liegen einige Höfe am Weg. Eine Versorgung mit Trinkwasser ist also kein Problem.
    Der Wald lichtet sich langsam wieder und es geht über die Malealm (1.222 m). Auch hier hat der Sturm deutliche Spuren hinterlassen und die Wegfindung erfordert viel Fingerspitzengefühl. Jetzt ist es aber nicht mehr sehr weit zum Pischenzasattel (1.392 m).


    Wege rund um den Pischenzasattel

    Ab hier ändert sich dann der Weg grundlegend: Er entwickelt sich zur Steigspur und führt immer näher an die Koschutawände heran. Ich bin wieder auf dem Kärntner Grenzweg unterwegs. Und da hier im Geröll keine Bäume stehen hat man eine tolle Aussicht nach Norden.


    Der Jauernik

    Der Weg zieht nun die Höhe haltend unter den Wänden entlang.


    Unter der Koschutawand geht es über die Geröllfelder

    Da komme ich nicht sehr schnell voran. Und ab und zu gibt es auch keine Markierungen weil das Geröll sie verdeckt. Der Weg ist immer etwas in Bewegung. Aber zu sehen gibt es genug – langweilig wird es also nicht!


    Ferlacher Horn und Jauernik

    Endlich ist das Ende des Gerölls erreicht. Hier ist ein Felsriegel zu überwinden. Die Wegbauer haben hier ein paar Hilfen eingebaut, damit man es einfacher hat.


    Der Ausstieg aus dem Geröll unter dem Lärchenturm

    Der Weg wird zur Abwechslung etwas ausgesetzter. Schön zu gehen!


    Das Ferlacher Horn

    Wo man den Fels verlässt geht es wieder in den Wald.


    Es folgt eine Waldpassage

    Steil geht es im Wald abwärts. Die Hütte ist nicht mehr weit.


    Das Koschuta Haus der Naturfreunde

    Die Hütte gefällt mir. Hier bleibe ich. Ich bekomme ein Zimmer und ich checke ein. Die Terrasse ist gut besucht. Ein Altenheim hat einen Ausflug hier her gemacht. Die Wirtin gibt mir den Tipp, mich hier in den Karawanken immer an den Hütten im Vorfeld an zu melden, wenn ich absehen kann, wo ich übernachten möchte. Viele Hütten verfügen hier über einen Fahrweg und wenn nach den letzten Tagestouristen niemand mehr da ist fahren die Wirte auch ins Tal. Spät ankommende Wanderer haben dann das Nachsehen.
    Ich drehe noch eine Runde um die Hütte. Sehr schön hier!


    Die Koschutawand mit dem Koschutnikturm

    Das Abendessen ist gut und üppig.


    Spagetti mit Steinpilzen und Salat

    Da finden sich die Pilze wieder, die ich heute den ganzen Tag gesehen habe. Wiedermal verbringe ich einen Abend alleine mit den Wirtsleuten. Obwohl der Tag heute nicht sehr lang war bin ich bald im Bett. Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (11.12.2018 um 23:09 Uhr)

  6. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #46
    4./24. Tag: Koschuta Haus – Eisenkappler Hütte
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    Mittwoch, 19. September 2018
    Strecke: 20 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.750 m, ↓ 1.450 m
    Gehzeit ohne Pausen: 8 h 30

    Strecke Etappe: 87 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 6.250 m, ↓ 5.550 m
    Gehzeit Etappe: 32 h

    Strecke Gesamt: 456 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 27.715 m, ↓ 27.525 m
    Gehzeit Gesamt: 125 h 45

    Kurz nach 8 Uhr komme ich heute Morgen am Koschuta Haus (1.280 m) weg. Im Wald – wer hätte es gedacht? – geht es auf kleinen Steigen aufwärts. Hinauf zu den Wänden der Koschuta.


    Die Kuschutawand oberhalb vom Koschuta Haus liegt noch im Schatten

    Hier ist erstaunlich viel Verkehr dafür, dass keiner auf der Hütte übernachtet hat. Das sind aber auch die Zustiegswege zu den Kletterrevieren am Lärchenturm und Koschutnikturm. Die wollen alle zum Klettern.
    Unter den Wänden geht es aus dem Wald hinaus. Wieder ist es der Kärntner Grenzweg dem ich folge. Gut markiert und gut zu gehen führt mich der Südalpenweg unter den Felswänden dahin.


    Der Weg unter der Koschutawand entlang

    Im Norden liegt mein heutiges Hauptziel schon in der Sonne und wartet auf mich: Der Hochobir.


    Der Hochobir mit den verteilten Häusern von Zell

    Auf ca. 1.800 Höhenmeter zieht der Weg nach Osten und als ich durch einen kleinen Sattel am Wilze steige kommt auch die Sonne zu mir.


    Die Sonne kommt raus

    Das Geröll ist hier etwas stabiler als gestern. Ich rutsche nicht ganz so viel. Immer leicht auf und ab geht es dahin.


    Unter dem Koschutnikturm geht es entlang

    Hinter der dicken Koschuta geht es wieder in den Wald. So ist der Blick in den Potokgraben mit seinen wilden Wänden leider häufig verstellt. Hier führt ein Geotrail durch die Flanken zur kleinen Koschuta hinüber. Leider reicht mir die Zeit nicht das noch mit zu nehmen.


    Die rauen Wände des Potokgrabens vor den Steiner Alpen

    Der Weg wird erstaunlicherweise immer kleiner. Teilweise hat auch hier der Sturm des letzten Winters Spuren hinterlassen und man muss auch mal einen Stamm überklettern. Aber der Weg ist immer gut erkennbar.


    Im Wald auf dem Weg zum Potoksattel

    Ab dem Potoksattel (1.411 m) wird der Weg in der Karte zwar wieder gestrichelt aber gepunktet wäre realer: Ein kleiner Steig geht meist auf der Südseite knapp unter dem Kamm hinüber zum Kalisnikturm (1.575 m).


    Herbst an der Kleinen Koschuta

    Die Berge liegen hier zwar im Wald aber trotzdem ist es recht felsig und es geht ständig rauf und runter. Der Weg ist recht ausgesetzt und bedarf deutlich mehr Zeit, als man normalerweise so einplant. Aber wunderschön zu gehen! Und wie üblich begegnet mir wieder kein Mensch.


    Kleine Wege führen durch die Wände des Potokgrabens

    Am Reschounikturm (1.504 m) ist die wilde Wegführung dann vorbei. Bei einem Blick zurück kann man gut erkennen, wie die Koschutawände enden.


    Auf diesem Grat turnt der Weg von der Dicken Koschuta über den Kalisnikturm und hierher zum Reschounikturm

    Die Wege werden jetzt wieder normal: Also einigermaßen eben und etwas breiter. Damit aber auch wieder im Wald ohne Aussicht. Am Maleschniksattel (1.164 m) steht eine kleine Kapelle aus Holz. Davor steht ein Brunnen, an dem sogar ein Trinkglas mit einer Schnur angebunden ist.


    Sehenswertes auf dem Weg zum Schaidasattel

    Ich fülle meine Flaschen und gehe weiter. Irgendwie verpasse ich auf diesen breiten Wegen aber die richtige Abzweigung und lande zu tief. Nach Zell-Schaida (966 m) wollte ich eigentlich gar nicht runter. So muss ich eben wieder aufsteigen. An der Straße entlang steige ich wieder zum Schaidasattel (1.068 m) auf. Hier hat man eine grandiose Sicht auf das Tal in dem Zell mit seinen diversen Ortsteilen liegt.


    Mittagspause am Schaidasattel

    Fast jedes Auto mit fremder Nummer bleibt stehen und macht Fotos. Wenn hier ein Gasthaus stünde würde ich heute nicht mehr sehr weit kommen. Nach einer Stunde Mittagspause reiße ich mich los und beginne den Aufstieg auf den Hochobir. Der Wanderweg geht im Zick-Zack gleichmäßig aufwärts. Es dauert ein wenig aber ab ca. 1.800 Meter wird der Wald lichter. Mir kommt ein Radfahrer entgegen. Der erste Mensch, den ich heute abseits von Straßen treffe. An einer schönen Stelle lasse ich mich nochmal zu einer Pause hinreißen.


    Pause am Simon Rieger Steig

    Sehr weit wird es jetzt nicht mehr sein. Über Wiesen geht es immer weiter aufwärts. Endlich kommt der Hochobir in Sicht.


    Erstmals kommt der Hochobir ins Blickfeld

    Der Weg schlägt nochmal einen Bogen und führt mich zu einer verfallenen Hütte.


    Die verfallene Rainer Schutzhütte am Hochobir

    Hier oberhalb der Baumgrenze gibt es wieder reichlich Aussicht. In alle Richtungen!


    Aufstiegsimpressionen zum Hochobir

    An der verfallenen Hütte kommt ein Weg von Osten hoch. Dort geht es nachher zur Eisenkappler Hütte. Und auf dem Weg ist richtig betrieb. Der Hochobir (2.139 m) scheint ein sehr beliebter Gipfel zu sein. Wenn man sich das Panorama so ansieht kann ich sehr gut verstehen warum!


    Das große Hochobir-Panorama

    Ich lasse mich nieder, sage noch auf der Hütte Bescheid, wann mit mir ungefähr zu rechnen ist und genieße den Nachmittag. Damit bin ich aber nicht alleine.


    Abendliches chillen hoch über der Drau

    Über diese Berge bin ich die letzten Tage hierhergekommen. Die Drau und Klagenfurt mit dem weltberühmten Wörthersee liegen mir zu Füßen.
    Im Südwesten stehen die Steiner Alpen und auch die Koschutawand ist gut zu sehen.


    Das alte Gipfelkreuz des Hochobir vor den Karawanken und Steiner Alpen

    Im Osten kann ich in etwa überblicken, was in den Karawanken noch auf mich wartet: Das Tal mit Bad Eisenkappel und der Petzen.


    Der Hochobirgipfel mit dem Petzen in den Wolken

    Es ist nun schon fast 17 Uhr. So langsam sollte ich mich auf die Socken machen. Mit den letzten Wanderern breche auch ich auf und steige zu der verfallenen Hütte ab und nehme den Weg hinunter zur Eisenkappler Hütte (1.553 m). Die ist über eine kleine Mautstraße zu erreichen. Dadurch lebt die Hütte ganz gut von Tagesgästen und der Gipfel ist einfach zu erreichen. Die Hütte ist gut voll. Nach dem klassischen Schweinebraten mit Knödel und Kraut lichten sich aber die Reihen. Kurze Zeit später bin ich mit den beiden Wirtinnen mal wieder alleine.


    Die Eisenkappler Hütte

    Oben unter dem Dach gibt es einige Räume mit Betten. Lager haben die hier gar nicht mehr. Ich kann mir einen Raum aussuchen. Mit Wasser ist die Hütte allerdings nicht gut gesegnet. Die nächste Quelle liegt unterhalb der Hütte. Der Abend wird nicht lang. Ich bin heute ganz gut geschafft. So dauert es nicht lange und ich ziehe mich in mein Séparée zurück. Herrlich diese Betten! Da dauert es nicht lange und ich bin eingeschlafen.

  7. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #47
    5./25. Tag: Eisenkappler Hütte – Pirkdorfer See
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    Donnerstag, 20. September 2018
    Strecke: 33 Km
    Höhenmeter: ↑ 2.000 m, ↓ 1.900 m
    Gehzeit ohne Pausen: 9 h 30

    Strecke Etappe: 120 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 8.250 m, ↓ 7.450 m
    Gehzeit Etappe: 41 h 30

    Strecke Gesamt: 489 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 29.715 m, ↓ 29.425 m
    Gehzeit Gesamt: 135 h 15

    Ich habe herrlich geschlafen! Der erste Blick geht wie üblich aus dem Fenster.


    Morgendlicher Fensterkontrollblick auf die Steiner Alpen

    Der Morgennebel hängt im Tal. Die Hütte liegt aber drüber. Einfach genial! Sowas kann man im Tal nicht erleben. Ich packe meine Sachen und gehe frühstücken. Kurz nach 8 Uhr bin ich startklar.


    Die Eisenkappler Hütte am Morgen

    Die Wolken im Tal bewegen sich so gut wie gar nicht. Da werde ich wohl auch noch von tangiert werden. Also nochmal ein Blick in die Landschaft bevor diese verschwindet!


    Die Steiner Alpen über den Wolken

    Der Südalpenweg führt von hier abwärts ins Tal. Der Wanderweg ist hier kleiner als der, der von der Hütte auf den Gipfel hinaufführte. Da zeigt sich, dass viele Tagesgäste mit dem Auto bis zur Eisenkappler Hütte hinauffahren. Aber gut markiert ist der Weg! Daran kann es nicht liegen.


    Markierungen am Weg nach Bad Eisenkappel

    Am Potschula Sattel (1.461 m) gibt es nochmal einen grandiosen Ausblick auf die Steiner Alpen.


    Der Morgennebel liegt vor den Steiner Alpen

    Ich sehe schon, ich werde von dem Nebel wohl nicht verschont werden. Und ein paar Meter tiefer bin ich dann auch mitten drin in der Suppe.


    Der Südalpenweg führt mich durch den Morgennebel

    Landschaftlich ist jetzt nicht mehr viel zu sehen. Aber dafür treten jetzt ganz andere Dinge deutlich zu Tage.


    Der Morgentau visualisiert die Arbeit der Spinnen

    Am Jovan Berg (1.499 m) geht der Weg nochmal etwas aufwärts um dann rapide an Höhe zu verlieren. Im Zick-Zack geht es durch den Wald abwärts. Viele Bäume liegen im Wald. Teilweise auch über den Weg. Ab und zu ist eine kleine Umleitung ausgeschildert. Für Wanderwege! Respekt! Der Sturm im letzten Winter hat wohl auch hier zugeschlagen.
    Nach den ersten 200 Höhenmetern Abstieg stehe ich vor einer Quelle.


    An der Agnes-Quelle

    Zügig verliere ich weitere Höhenmeter. Immer häufiger muss ich aber vom Weg abweichen und Umleitungen folgen. Die letzte Umleitung ist dann recht großräumig. Hier liegt wieder der ganze Wald. Ich werde über Trobe umgeleitet.


    Abstieg mit Blick auf die Trobewände

    Der Weg leitet mich über einen Bach und blühende Wiesen.


    Herbstzeitlose

    Ab hier geht es dann leider auf Teer vollends ins Tal nach Bad Eisenkappel (556 m) hinunter. Das ging erstaunlich schnell. Oben hatte was von 2,5 h dran gestanden. Nach knappen 2 bin ich unten. Der recht kleine Ort schmiegt sich ins Tal und rund herum liegen wieder viele Wälder.


    Bad Eisenkappel

    Auf der anderen Talseite zieht sich der Ort etwas weiter den Hang hinauf. Der Morgennebel hat sich zwischenzeitlich verzogen. So kann ich gut sehen, wo ich gerade abgestiegen bin.


    Rückblick auf meine Abstiegsroute

    Zunächst auf kleinen Sträßchen und dann wieder auf Wanderwegen geht es aufwärts. Verdammt tief diese Täler hier in den Karawanken! Am Hang, über den ich aufsteige liegen diverse Bauernhöfe und vereinzelt auch normale Wohnhäuser. Bei einem Haus sitzen ein paar Rentner in der Sonne. Hier frage ich nach Wasser. Meine Flaschen sind schon wieder leer. Mal geht es über Wiesen, mal durch Wälder weiter rauf. Sehr abwechslungsreich und schön hier!


    Auf dem Weg zum Gasthof Riepl

    Die meisten Höfe sind hier bewirtschaftet. Ab dem Sattel hinter Topitschnig hat man dann erstmals einen Blick auf das, was mir noch bevorsteht. Am Hang über mir liegt ein Gehöft, bei dem der Gasthof Riepl liegt. Das ist mein nächstes Ziel.

    Der Petzen mit dem Gasthof Riepl

    Dieses Bild ist für den Aufstieg geradezu typisch. Zwar hat man hier häufiger mal recht breite Wege aber Landschaftlich sehr schön. Der Petzen, der hier von seiner zahmen Seite zu sehen ist, ist der letzte große Bergstock der Karawanken.
    Ich wandere weiter, komme an einem kleinen Museum, dem Peršmanhof, vorbei, das den Widerstand gegen das NS-Regime im zweiten Weltkrieg thematisiert.
    Über Wiesen geht es weiter. Vor dem Gasthof muss ich nochmal ein paar Höhenmeter durch Wald hinauf.


    Aufstieg zum Tschemer Sattel

    Hier darf ich eigentlich gar nicht durch. Aber ich höre nix, also gehe ich einfach mal weiter. An einem Hof vorbei komme ich zu dem Gasthof Riepl. Hier bin ich erstaunlich früh angekommen. Es ist gegen halb 2. Ich bekomme ein gutes Mittagessen serviert und unterhalte mich mit dem Wirt, wie er den weiteren Weg einschätzt und ob ich wohl am Petzen ein Bett finden werde. Er meint, da oben gäbe es 3 Hütten sehr dicht beieinander. Da wäre sicher was zu kriegen.
    So breche ich doch nochmal auf und nehme den Aufstieg mit ca. 900 Höhenmetern noch in Angriff. Was mir der Wirt aber nicht gesagt hat: Auch hier liegt der ganze Wald und der Wanderweg wird auch hier großräumig umgeleitet. Auf Forststraßen geht es in langen Kehren aufwärts. An ein abkürzen ist nicht zu denken. Erst am Jagdhaus Petzenstall komme ich wieder auf den Wanderweg.


    Pilze im Wald beim Petzenstall

    Hier stehen wieder Pilze in unglaublichen Mengen rum. Diese beiden würde ich beide als Essbar einstufen.
    Der Wanderweg ist eine Erholung nach der Forststraße. Aber die meisten Höhenmeter liegen noch vor mir. Irgendwann wird der Wald immer lichter und geht in Latschen über. Ab und zu kann man an einem Gipfel ein Kreuz erkennen. Aber es dauert noch, bis ich am Sattel zwischen der Wackendorfer und der Feistritzer Spitze ankomme.


    Die Wackendorfer Spitze

    Der weitere Weg führt genau auf dem Grat entlang. Immer leicht auf und ab und öfter mal auch in einem Bogen weil man einem Latschenfeld ausweichen muss. So stehe ich dann erst nach 17 Uhr auf der Feistritzer Spitze (2.114 m), einer der höchsten Gipfel des Petzen. Vor mir liegt ein schon fast abendliches Bleiburg im Tal.


    Auf der Feistritzer Spitze (Hochpetzen)

    Nun mache ich mir dann doch etwas Sorgen, wegen der Übernachtung und versuche eine der Hütten zu erreichen. Ich kriege aber niemanden ans Telefon. So verweile ich nicht lange und wandere am Grat weiter. Von Slowenien ziehen ein paar Wolken heran. Das ist nicht das, was ich jetzt brauche! Über den Knieps (2.110 m) komme ich zum Kniepssattel (2.072 m). Schon eine Weile kann ich die Liftanlagen des Skigebietes am Petzen erkennen. Eine Seilbahn, eine Sesselbahn und ein Schlepplift.


    Das Ende der Karawanken mit Bleiburg und Koralpe

    Am Knieps und am Sattel wandere ich wieder auf der Grenze zwischen Österreich und Slowenien. Ich verlasse die Grenzwege und steige nach Norden hin ab. Sehr schöne Wege sind das hier. Bis ich von oben in das Skigebiet komme. Hier wird der Weg leider am Rand der Pisten geführt. Schön geht anders! So kann ich aber die 3 Hütten nicht verpassen. Aber alle sind geschlossen. Kein Wunder, ich habe niemanden ans Telefon gekriegt.
    Zum Glück treffe ich aber auf eine Familie, die mit dem Auto heraufgefahren ist um eine der Hütten für das Wochenende vor zu bereiten. Hier läuft die Bahn von Freitag bis Sonntag und sie erwarten 400 Gäste. Ich helfe ein wenig mit und fahre dann mit ihnen hinunter. Ihnen gehört auch der Campingplatz am Pirkdorfer See. Ein idyllisch gelegener See am Fuß des Petzen.


    Ankunft am Pirkdorfer See

    Bei der Ankunft ist es dann aber schon recht dunkel. In dem zum Platz gehörenden Gasthof bekomme ich ein Zimmer. Das war heute ein sehr langer Tag. Und wenn das mit der Mitfahrt im Auto nicht geklappt hätte, hätte ich das entweder noch zu Fuß angehen müssen oder in einem offenen Raum einer der Hütten notdürftig übernachten müssen. Die drei Hütten sind übrigens alle im Sommer nicht mehr bewirtschaftet. Aber weder die Eisenkappler Hütte noch der Wirt am Gasthaus Riepl war das bekannt.
    Irgendwann muss ich auf den letzten Metern vom Knieps bis zu den Hütten noch meine Wanderkarte verloren haben. Da muss ich mir noch eine neue besorgen. So ganz ohne Karte fühle ich mich nackt. Aber das verschiebe ich mal auf Morgen.
    Müde falle ich nach einem schnellen Abendessen ins Bett.

  8. Fuchs
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #48
    6./26. Tag: Pirkdorfer See - Bleiburg
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    Freitag, 21. September 2018
    Strecke: 9 Km
    Höhenmeter: ↑ 25 m, ↓ 50 m
    Gehzeit ohne Pausen: 2 h

    Strecke Etappe: 130 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 8.275 m, ↓ 7.500 m
    Gehzeit Etappe: 43 h 30

    Strecke Gesamt: 498 Km
    Höhenmeter Gesamt: ↑ 29.740 m, ↓ 29.475 m
    Gehzeit Gesamt: 137 h 15

    Der Morgen begrüßt mich mit Sonne und leichtem Morgennebel. Ich packe meine Sachen und gehe frühstücken. Eine kleine Runde zum See drehe ich vorher aber noch. Die Morgenstimmung ist sensationell!


    Morgendlicher Pirkdorfer See

    Der Petzen ist frei von Wolken und Morgennebel. Er liegt quasi direkt über dem See.


    Die Karawanken spiegeln sich im Pirkdorfer See

    Nach dem Frühstück ist es dann schon halb 9 als ich endlich loskomme. Eine Wanderkarte war hier nirgends zu kriegen. So muss das Handy mit hiking.waymarkedtrails.org reichen, bis ich mir eine neue Wanderkarte organisiert habe.
    Zwischen den Feldern wandere ich nach Feistritz ob Bleiburg.


    Morgennebel liegt über Kärnten – hier vor dem Petzen

    Es braucht dann ein wenig bis ich den Südalpenweg hinter Feistritz im Wald finde. Auf ihm geht es dann nach Bleiburg. Der Bahnhof ist nicht gerade eine Schönheit.


    Unspektakulärer Bahnhof von Bleiburg

    Auf den Blick auf den Petzen mit seinem Morgennebel trifft diese Bezeichnung schon eher zu.


    Der Petzen am Morgen

    Der Bahnhof liegt hier etwas außerhalb vom Ort bzw. Bleiburg hat eigentlich zwei Bahnhöfe. Dann wird der Ort ja so groß sein, dass ich dort eine Wanderkarte kaufen kann. Optimistisch mache ich mich auf den Weg.


    Ankunft in Bleiburg

    Ich halte auf die Innenstadt zu, weil ich mir für meinen Einkauf dort die besten Chancen verspreche. Hier werde ich aber von Pontius zu Pilatus geschickt. Keiner hat Wanderkarten. Aber ein schönes Schloss haben die da!


    Schloss Bleiburg

    Heute soll das Wetter nochmal gut werden. Ab morgen soll es dann richtig kalt werden und es soll auch Niederschlag geben. Da sollte ich noch über das Vorgebirge mit seinen max. 1.000 Höhenmeter bis Lavamünd kommen. Aber nicht ohne eine Karte! Ich soll es noch bei der Stadtverwaltung probieren. Die schicken mich zu einem Tabakladen und der zu einem Supermarkt. In ganz Bleiburg scheint es keine Wanderkarten zu geben.


    St. Petrus und Paulus Kirche mit dem Schloss Bleiburg

    Als mich der Supermarkt dann zum Bahnhof schickt habe ich von diesem Einkaufsbummel dann genug. Ich kaufe mir dort dann keine Wanderkarte sondern ein Bahnticket nach Hause.


    Moderne Kunst in Bleiburg

    Von Lavamünd wäre ich eh nur sehr schlecht weg gekommen und hier fährt in einer halben Stunde ein Zug nach Klagenfurt wo ich einen guten Anschluss nach Hause mit wenig Umsteigen bekomme. So bin ich dann am Abend gegen 22 Uhr zuhause.
    Durch die Karawanken bin ich damit komplett durch. Und die letzte Etappe über die Vorberge und an der Mur entlang bis Bad Radkersburg muss eben auf ein nächstes Mal warten.
    Geändert von Wafer (03.12.2018 um 14:01 Uhr)

  9. Gerne im Forum

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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #49
    Ein wunderschöner und spannender Bericht, den ich mit Genuss verfolgt und mich an den tollen Bildern erfreut habe! Vielen Dank dafür!
    Besonders der letzte Abschnitt in Südkärnten hat mich sehr berührt! Ich bin dort auch schon seit mehr als 40 Jahren unterwegs und es ist immer noch so still und abgeschieden wie damals! Eine traumhafte Gegend!
    Deine Erlebnisse bezüglich Wanderkarte in Bleiburg haben mich sehr amüsiert, - das war schon vor Jahrzehnten so , aber zeigt eben auch, wie abseits von jeder touristischen Vermarktung diese Gegend (zum Glück) immer noch ist (möge es auch so bleiben!). Möglicherweise hättest du im Werner-Berg-Museum (wo ja heuer die große Jubiläumsausstellung war) eine brauchbare Karte bekommen. Ich war im August anlässlich einer 2-Tages-Radtour bis Bleiburg unterwegs und hab dort imMuseum zumindest eine recht gute Übersichtskarte bekommen. Wundert mich, dass am Campingplatz (Pirkdorfersee) keine Karte zu bekommen war? ich hab vorher auf einem Camping im Rosental in der Nähe eine sehr gute Wanderkarte (ein grenzüberschreitendes Kartenprojekt zwischen Österreich und Slowenien, sowas taucht im Zuge der EU immer öfter auf!) gratis (!!) bekommen, die gibts im Verkauf sonst gar nicht und liegt meist nur auf Campingplätzen auf. Schau mal hier, das ist die offizielle Seite, vielleicht kannst du dir für deinen Weiterweg hier eine Karte runterladen? http://www.karavanke.eu/de/seien-sie-aktiv/wandern

    "Der Petzen" ist übrigens weiblich und "die Petzen" (vom slowenischen "Peca"). Aber dass ist dem schönen Berg wahrscheinlich ziemlich egal !

    Liebe Grüße
    Meerlie

  10. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #50
    Hallo Wafer,

    immer schön deine Berichte zu lesen und dich zu verfolgen.
    Dann warte ich mal auf das letzte Stück deiner Wanderung und freue mich besonders auf die Etappe entlang der Mur, da meine Frau und ich diese von unserer Radfahrt entlang der Mur kennen und ebenfalls in Bad Radkersburg Schluss gemacht haben.
    Die dortige Therme kann ich dir zur verdienten Erholung nach deiner Wanderung empfehlen.

    Edith fragt: Haben die in Bad Bleiburg keine Tankstelle? In Tankstellen bekommt man neben den Straßenkarten auch oft Wanderkarten aus der Gegend.
    Geändert von blauloke (03.12.2018 um 23:19 Uhr)
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #51
    ich stimme Locke zu, es ist immer wieder ein Gewinn, deinen Wanderungen zu folgen.
    (Und ich frage mich, warum ich dazu nie die Zeit finde, also zu den Wanderungen selber, vermutlich mache ich da etwas falsch )
    aber du bist echt eine Inspiration.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  12. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #52
    Hallo zusammen.
    So, leider jetzt erst - ich war etwas unterwegs. Vielen Dank aber auf jeden Fall schon mal für das gesammelte Lob! Liest man immer wieder gerne!

    Zitat Zitat von Meerlie Beitrag anzeigen
    Ein wunderschöner und spannender Bericht, den ich mit Genuss verfolgt und mich an den tollen Bildern erfreut habe! Vielen Dank dafür!
    Hallo Meerlie.
    Gerne geschehen. Deshalb macht man sich ja die Mühe.
    Zitat Zitat von Meerlie Beitrag anzeigen
    Besonders der letzte Abschnitt in Südkärnten hat mich sehr berührt! Ich bin dort auch schon seit mehr als 40 Jahren unterwegs und es ist immer noch so still und abgeschieden wie damals! Eine traumhafte Gegend!
    Deine Erlebnisse bezüglich Wanderkarte in Bleiburg haben mich sehr amüsiert, - das war schon vor Jahrzehnten so , aber zeigt eben auch, wie abseits von jeder touristischen Vermarktung diese Gegend (zum Glück) immer noch ist (möge es auch so bleiben!).
    Ich glaube nicht, dass es an der Vermarktung fehlt. Wenn ich mir ansehe, was für ein "Lärm" um den Südalpenweg, den Panoramaweg-Südalpen oder um den Alpe-Adria-Trail gemacht wird, die hier ja alle durch gehen, tun die in der Richtung einiges: Riesige Plakatwände an den Hütten, Faltblätter mit Karten und Beschreibungen, gute Wegmarkierungen, ... Aber bei dem Gros der Wanderer ist diese Region einfach nicht angekommen. Vor Fernsehwerbung schrecken die zum Glück noch zurück und über Facebook und co ist wenig über diese Region zu lesen. So wird das wohl noch eine Weile so bleiben, bis es sich herumgesprochen hat.
    Zitat Zitat von Meerlie Beitrag anzeigen
    Möglicherweise hättest du im Werner-Berg-Museum (wo ja heuer die große Jubiläumsausstellung war) eine brauchbare Karte bekommen. Ich war im August anlässlich einer 2-Tages-Radtour bis Bleiburg unterwegs und hab dort imMuseum zumindest eine recht gute Übersichtskarte bekommen. Wundert mich, dass am Campingplatz (Pirkdorfersee) keine Karte zu bekommen war? ich hab vorher auf einem Camping im Rosental in der Nähe eine sehr gute Wanderkarte (ein grenzüberschreitendes Kartenprojekt zwischen Österreich und Slowenien, sowas taucht im Zuge der EU immer öfter auf!) gratis (!!) bekommen, die gibts im Verkauf sonst gar nicht und liegt meist nur auf Campingplätzen auf. Schau mal hier, das ist die offizielle Seite, vielleicht kannst du dir für deinen Weiterweg hier eine Karte runterladen? http://www.karavanke.eu/de/seien-sie-aktiv/wandern
    Das mit dem Museum habe ich nicht probiert. Und am Campingplatz war leider nix zu kriegen. Aber der Link schaut schon mal ganz gut aus. Wurde meiner Sammlung einverleibt! Danke!
    Zitat Zitat von Meerlie Beitrag anzeigen
    "Der Petzen" ist übrigens weiblich und "die Petzen" (vom slowenischen "Peca"). Aber dass ist dem schönen Berg wahrscheinlich ziemlich egal !
    Tja, mit den Artikeln habe ich so meine liebe Not. Hatte ich auf dieser Tour ja schon mal das Problem. In der Karte stehen die nicht mit drin. Im Kopf hat man dann ja eine Vorstellung und die setzte sich dann eben fest. Nur dumm, wenn sie eben falsch ist.

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,

    immer schön deine Berichte zu lesen und dich zu verfolgen.
    Dann warte ich mal auf das letzte Stück deiner Wanderung und freue mich besonders auf die Etappe entlang der Mur, da meine Frau und ich diese von unserer Radfahrt entlang der Mur kennen und ebenfalls in Bad Radkersburg Schluss gemacht haben.
    Die dortige Therme kann ich dir zur verdienten Erholung nach deiner Wanderung empfehlen.
    Hallo Blauloke.
    Das geht mir mit deinen Touren ähnlich. Ich verfolge aufmerksam wo du so unterwegs bist. Ich hoffe, ich werde den letzten Teil auch noch mal irgendwann hinkriegen. Mal sehen. Jetzt steht nächstes Jahr aber erstmal der E5 an. Mein Freund ist wieder einigermaßen fit und wir wollen in 2 Wochen Skilaufen gehen. Da werde ich ja sehen wie es da um seine Knochen bestellt ist. Und vielen Dank für den Tipp mit der Terme. Mal sehen was ich damit anfange.

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Edith fragt: Haben die in Bad Bleiburg keine Tankstelle? In Tankstellen bekommt man neben den Straßenkarten auch oft Wanderkarten aus der Gegend.
    Ich war auch an 2 Tankstellen. Die eine lag recht weit draußen. Kann man am GPS-Track ganz gut erkennen. Aber die hatten auch nichts. Schade um den Tag! Aber so war die Heimfahrt wenigstens bei sehr gutem Wetter und ich konnte all die vielen Berge sehen, über die ich bei einer der Touren hier gekommen bin. Am nächste Tag wäre das nicht mehr möglich gewesen. Und spätestens da hätte ich heimfahren müssen. So hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
    Übrigens: Ein Kurort ist Bleiburg nach meinem Kenntnisstand nicht. Das war bei Bad Eisenkappel der Fall.


    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    ich stimme Locke zu, es ist immer wieder ein Gewinn, deinen Wanderungen zu folgen.
    (Und ich frage mich, warum ich dazu nie die Zeit finde, also zu den Wanderungen selber, vermutlich mache ich da etwas falsch )
    aber du bist echt eine Inspiration.
    Hallo Sternenstaub.
    Ich würde auch gerne mehr machen aber es gibt leider auch einige Dinge, die einen zuhause halten. Aber dieses Jahr hatte ich recht viel Glück auch mit dem Wetter. Ich will also nicht meckern. Und sooo wenig war ich dann auch nicht unterwegs ...

    Viele Grüße auf jeden Fall an alle Leser und diejenigen, die den Südalpenweg begehen oder Teile davon kennen lernen. Sie dürfen sich hier gerne mit ein paar Eindrücken melden - oder mit einem eigenen Reisebericht (wird auch gerne genommen! ). Lohnen tut sich die Gegend auf jeden Fall!

    Wafer

  13. Anfänger im Forum

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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #53
    Die Hüttenwirtin ist eine ältere Slowenierin, die gut deutsch spricht. Wir unterhalten uns ein wenig über das Abendessen und die slowenische Küche. Sie putzt gerade einen Korb voll Pilze. Die gibt es hier massig. Alles steht voll. Und was für Prachtexemplare.

    Bin vor zwei (?) Jahren von der slowenischen Seite her auf den Kahlkogel gewandert. Man hat wirklich einen schönen Ausblick auf den Wörthersee. Pilze gab es ebenfalls in Massen. War das erste Mal, dass ich Trompetenpfifferlinge gesammelt habe. Die Hütte hatte im September aber bei erstem Schnee bereits zu.
    Die Rückfahrt mit den Wohnmobil von Polina pod Golica ins Tal war dafür der blanke Horror. Aufgrund einer Baustelle mussten wir einmal rund um den Kahlkogel fahren. Wir sind tausend Tode gestorben.
    Ein Abenteur ist es nur, wenn es schief geht.

  14. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #54
    Zitat Zitat von Petetheneed Beitrag anzeigen
    Die Hütte hatte im September aber bei erstem Schnee bereits zu.
    Ja, diese Erfahrung habe ich auch gemacht: Die Hütten auf slowenischer Seite schließen sehr früh! Da muss man sich drauf einstellen.


    Epilog 3. Etappe
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    Das waren 130 großartige Kilometer durch eine sehr verlassene aber sehr schöne und abwechslungsreiche Gegend. Von den Karawanken hatte ich schon viel gehört. Und sie sind so schön, wie man hört! Was ich dabei nicht verstehe ist, dass die Wanderer auf dem Karnischen Hauptkamm in Massen auftreten und einen Gebirgszug weiter östlich kaum ein Mensch unterwegs ist. Gut, die Karawanken sind nicht so hoch. Die Hohe Warte war ca. 500 Meter höher als der Hochstuhl. Fehlt es den Leuten hier an Superlativen?
    Mit der Slowenischen und Österreichischen Küche zu beiden Seiten des Grates gibt es einige kulinarische Unterschiede, die die Gegend interessant machen. Auch der kulturelle Unterschied auf den Hütten ist klar erkennbar und eine Reise wert.
    Ich finde es schade, wenn so eine tolle Gegend so selten besucht wird, dass die Hütten und Übernachtungsmöglichkeiten aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Mit dem Panorameweg Südalpen versucht man dem Südalpenweg wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Aber es scheint nicht ausreichend zu wirken. Wer also in einer verlassenen Gegend wandern möchte, dem seien die Karawanken ans Herz gelegt.
    Als Karten hatte ich diesmal die Wanderkarten von Freitag&Berndt im Maßstab 1:50.000 dabei. Zuerst war ich mit dem Blatt WK 233 „Wörthersee Ossiacher See Faaker See Karawanken ...“ (ISBN 978-3-85084-733-9) unterwegs. Sie beginnt ein paar Kilometer vor dem Gasthof Baumgartner und geht bis zum Ferlacher Horn bzw. der Grundschule Male. Dann hatte ich das Blatt WK 238 „Südkärnten Klopeiner See Völkermarkt Bleiburg Karawanken“ (ISBN 978-3-7079-0603-5) dabei, bis ich es verloren habe. Dieses Blatt geht vom Gasthof Deutscher Peter bis Lavamünd.

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