Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 38
  1. [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #1
    Mitreisende: Wafer
    Reiseart: Wanderung
    Region: Mitteleuropa
    Reisezeit: Fortlaufend

    Prolog
    Letztes Jahr habe ich mehr oder weniger durch Zufall einen Teil des Südalpenweges kennen gelernt: Vom Nassfeld bis zur Porzehütte. Und der Weg hat mir richtig gut gefallen! Zudem wollte ich mal wieder das Herz-Jesu-Feuer, das am 6. Sonntag nach Pfingsten in Südtirol stattfindet, miterleben. Es ergab sich dann, dass die ersten drei Tage ein Freund mitkommen wollte und danach ein anderer den Rest mitgehen wollte.
    Das Ziel war den Südalpenweg von Westen nach Osten zu begehen. Idealerweise bis zur Porzehütte. Ob das reichen würde musste die Zeit zeigen.

    Langfristig will ich irgendwann mal in Bad Radkersburg ankommen. Vielleicht auch darüber hinaus wandern. Z.B. zum Balaton und dann den E4 weiter nach Budapest. Aber das liegt noch weit in der Zukunft. Ob es je dazu kommen wird, wird die Zeit zeigen. Jetzt will ich erst Mal die hochalpinen Regionen des Südalpenweges kennen lernen. Und dann auch die Karawanken - von denen haben ich schon viel gehört aber noch wenig gelesen. Leer sollen sie sein und recht verlassen - bis auf wenige Ausnahmen.

    Bleibt dann noch die Frage offen, wo ich einen Reisebericht dieser Art einstellen soll. In Europa weil ja Italien dabei ist? Ich stelle ihn aber lieber hier in das DACH-Forum weil zum Einen der Südalpenweg eigentlich eine rein österreichische Angelegenheit ist und jemand der etwas zum Südalpenweg sucht ihn am ehesten hier suchen wird und zum Anderen zähle ich mal Südtirol mit seinen deutschensprachigen Wurzeln zum deutschsprachigen Kulturraum und der wird am besten in diesem Forum repräsentiert.

    1. Tag: Anreise nach Bozen und Oberbozen
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Freitag, 23. Juni 2017
    Strecke: 2 Km
    Höhenmeter: ↑ 75 m, ↓ 25 m
    Gehzeit ohne Pausen: 30 Minuten

    Mein Freund kann am Freitag leider erst etwas später los weil er geschäftlich stärker eingebunden ist als ich. Da für mich das Endziel der Reise noch unbekannt ist bevorzuge ich die Anreise mit der Bahn. Zumal an diesem Tag einige nordische Staaten und nördliche Bundesländer bereits mit ihren Sommerferien beginnen traue ich dem Verkehr auf den Straßen nicht. Mein Freund hat aber keine Wahl: er muss mit dem Auto anreisen. So kommt es dann, dass er sehr gut durchkommt, sein Auto in Brixen parkt und zu mir in den Zug steigt. Er hat bis Montagmittag Zeit und wir planen bis dahin bis Brixen zu kommen.
    So starten wir dann in Bozen (266 m) am Bahnhof auf unsere Tour. Wir wollen heute noch bis Oberbozen aufsteigen. Als wir Bozen verlassen liegt eine Gaststätte am Weg, die uns zusagt. Wir beschließen noch eine Kleinigkeit zu essen. Und wie das immer so ist wenn man sich länger nicht gesehen hat: es dauert länger als erwartet. Also planen wir kurzfristig um und entscheiden uns für die Rittener Seilbahn. So gehen wir wieder zurück zum Bahnhof wo die Talstation der Bahn liegt.


    Am Stadtrand von Bozen geht es steil aufwärts

    Zum Glück sind wir nach dem Essen nicht mehr losgelaufen. Das wäre noch ein ganzes Stück gewesen! Als wir in Oberbozen ankommen ist es schon recht spät.


    Spät kommen wir in Oberbozen an

    Wir suchen uns ein Quartier, checken ein und beschließen den Tag bei einem Bier auf der Terrasse. Uns wird ein grandioser Sonnenuntergang geboten.


    Der Abend geht in Oberbozen zu Ende

    Als die Sonne dann untergegangen ist wird es kühl und wir gehen ins Bett. Wir sind gespannt auf Morgen!
    Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (24.08.2017 um 17:51 Uhr)

  2. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #2
    2. Tag: Oberbozen – Latzfonser Kreuz
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Samstag, 24. Juni 2017
    Strecke: 26 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.525 m, ↓ 475 m
    Gehzeit ohne Pausen: 7 h 30
    Strecke Etappe: 28 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 1.600 m, ↓ 500 m
    Gehzeit Etappe: 8 h

    Ich wache mit dem bestimmten Gefühl auf, dass irgendwas nicht stimmt. Irgendwas habe ich vergessen. Nur was? Beim Zähneputzen wird mir klar was es ist: Ich habe meine Wanderstöcke nicht dabei. Schnell wird klar, dass ich sie gestern beim Essen stehen lassen habe. Und da stehen sie noch.
    Also hurtig anziehen und im Laufschritt zur Bahn zurück. Die fährt schon alle paar Minuten.


    Bozen am Morgen von oben

    Durch die Gästekarte muss ich auch kein Ticket kaufen. Da sie als öffentliches Verkehrsmittel gilt fängt sie früh am Morgen schon an und läuft bis kurz vor 23 Uhr. Praktisch!
    Bei der Auffahrt sehe ich dann alte Bekannte: Schlern, Rosengarten und Latemar – Hier habe ich vor Jahren schon viel Zeit zugebracht.


    Schlern, Rosengarten und Latemar von Westen aus gesehen

    Bereits eine halbe Stunde nach meinem Blitzstart sitze ich am Frühstückstisch. Ich hoffe mal, damit habe ich das Thema „Pannen“ für diese Tour abgehakt!
    Wir kommen gegen viertel vor 9 los. Erst geht es noch etwas durch Oberbozen (1.246 m) aber der Weg steigt langsam aber stetig an und verlässt urbane Zonen.


    An und auf den Wegen ist einiges los

    Die Sarntaler Alpen, durch die wir hier wandern geben sich sehr grün und mit viel Wald versehen. Ab und zu hat man eine gute Sicht auf die Umgebung.


    Das Hochplateau von Oberbozen

    Neben Viehzeug ist hier auf den Wegen aber durchaus etwas los. Einige Radfahrer überholen uns. Die Wege hier sind dafür aber auch gut geeignet. Das Riggermoos gibt sich dann weltoffen ...


    Wo die alle hinwollen ...

    Weiter geht es auf die Talstation der Rittener Hornbahn (1.530 m) zu. Noch ist der Weg vornehmlich im Wald geführt. Bei den aktuellen Temperaturen durchaus eine Wohltat! Ab und zu kann man aber einen Eindruck der Umgebung erhaschen.


    Seiser Alm und Schlern sind zunehmend von Norden zu sehen

    Ab der Bahn geht es dann etwas steiler aufwärts. Grund genug nochmal kurz die Flüssigkeitsspeicher auf zu füllen.
    Es geht zuerst auf einem Weg aufwärts, der im Winter wohl als Rodelbahn Verwendung findet. Dann führt uns der Weg über Pisten aufwärts.


    Sommerliche Pistennutzung

    So langsam wird es warm! Und wir kommen recht gut voran. Als Ziel für den ersten vollen Wandertag haben wir uns das Rittner-Horn-Haus vorgenommen. Grund genug eine Etage tiefer – im Gasthof Unterhorn (2.044 m) – nochmal kurz Pause zu machen. Man sieht wie von dort der Weg hinauf zum Rittner-Horn-Haus neben der Piste hinaufzieht. Ein geplättelter Weg, der vermutlich bahnbedingt recht gut begangen wird.
    Nach der Pause brechen wir auf und schließen uns der Masse an.


    Rückblick auf dem Weg zum Rittner-Horn-Haus

    Am Rittner-Horn-Haus (2.261 m) sitzt alles vor der Hütte – in der prallen Sonne. Das ist uns zu heiß! Wir gehen lieber in die leere Stube. Hier wird uns dann eröffnet, dass die Hütte ausgebucht ist. Naja, an einem Wochenende - Samstag auf Sonntag – nach Ferienbeginn bei so einem Wetter und bei der Nähe zur Bahn ...
    Also planen wir um. Hier können wir ja schlecht bleiben. Es ist auch erst Mittag. Also essen wir etwas und schauen uns dann an, was noch vor uns liegt.


    Geisslergruppe, Sella, Langkofel und Seiser Alm vom Rittner-Horn-Haus aus

    Mit Stoffelhütte und dem Schutzhaus am Latzfonser Kreuz haben wir zwei Optionen. Das wollen wir mal auf uns zukommen lassen. Mal sehen wie weit wir kommen. Das Schutzhaus am Latzfonser Kreuz würde mich schon reizen: Die haben eine kleine Kirche und die Tochter der Wirtin soll den K2 bezwungen haben.
    So steigen wir nach Norden hinab auf die vor uns liegende Hochfläche und halten nach Norden zu.


    Flora und Fauna in den Sarntaler Alpen

    Und so gemütlich wie es in Oberbozen heute Morgen begonnen hat geht es weiter: Leicht gewellt geht es über ein Hochplateau mit toller Flora und Fauna und mit grandiosem Blick auf die Süd-Östlich liegenden Dolomiten. So dicht an den weltbekannten Dolomiten hatte ich mit so grünen und wasserreichen Bergen nicht gerechnet!


    Im Süd-Osten stehen die bekannten Berggruppen

    In Richtung Norden sieht es hingegen völlig anders aus: Grüne Weiden und sanfte Gipfel so weit das Auge reicht – welch ein Kontrast! Und die Wege sind hier wirklich gut markiert!


    Wegmarkierung in den Sarntaler Alpen

    Dass diese beiden so nahe stehenden Gebirgsgruppen aus völlig unterschiedlichem Holz – äh ... Gestein – geschnitzt sind ist auf den ersten Blick erkennbar!


    Wasserreiche Hochebene der Sarntaler Alpen

    Wir ziehen über diese Hochebene und machen dabei mehr Kilometer als Höhenmeter.


    Ständig sind irgendwelche Wasserläufe zu überqueren

    Und das Wasser tut den Pflanzen hier sehr gut! Überall blüht es und die Wiesen sind saftig und grün.


    Grüne Sarntaler Alpen

    Sogar das wasserliebende Wollgras gedeiht hier oben. Irgendwie erwartet man sowas so dicht an den Dolomiten in Höhen über 2.000 Meter nicht wirklich – zumindest ich nicht!


    Rückblick mit Rittner Horn, Schlern und Seiser Alm

    Teilweise ist es so sumpfig und moorig, dass man Holzplanken für den Weg gelegt hat. Das geht mitunter recht weitläufig. Das gehen mit Stöcken macht da nur noch wenig Sinn. Sobald man sich neben dem Holz abstützt sinken die Stöcke heftig ein.


    In den Sarntaler Alpen ist man öfter mal auf dem Holzweg ...

    Die Stoffelhütte lassen wir dann links – pardon: rechts – liegen und steuern das Schutzhaus am Latzfonser Kreuz an. Das ist zwar noch etwas weiter aber wir haben dort angerufen und 2 Lager reserviert. Lange geht es über das Hochplateau ohne dass man die Hütte sieht. Erst kurz vor Schluss kommt man um eine Bergkuppe und sieht die Hütte am Hang gegenüber liegen.


    Das Schutzhaus am Latzfonser Kreuz mit seiner Kirche

    Wir haben nun doch reichlich Strecke für den ersten Tag in den Beinen und sind froh, als wir die Hütte sehen. Wir gehen die letzten Meter recht gemütlich und wundern uns noch wie hektisch doch die Wirtin hier irgendwas abdeckt. Als wir zurückblicken sehen wir, wie nahe uns ein Regenschauer unbemerkt gekommen ist. Wir sehen zu, dass wir in die Hütte kommen.


    Die Hütte am Latzfonder Kreuz

    Für den ersten vollen Tag war das dann aber extrem viel! Ich bin ziemlich fertig! Ich brauche etwas Zeit, bis ich soweit bin mir die Schuhe zu wechseln und ein Lager zu beziehen. Betten gibt es hier leider keine mehr. Aber in der Zeit zieht ein Gewitter auf, das sich gewaschen hat! So langsam verstehe ich, dass die Wirtin ihre selbst gezogenen Pflanzen abgedeckt hat.
    Zum Abendesse hin reißt es nochmal etwas auf. Zwischen den Gängen der sehr guten Halbpension wage ich mich mal kurz nach draußen.


    Die Kirche am Latsfonser Kreuz mit Blick auf Klausen und Feldthurns

    Danach gibt es dann nur noch Gewitter mit Hagel und Blitz und Donner. Und das den ganzen Abend. Da bin ich froh, dass uns das nicht unterwegs erwischt hat! Es nimmt auch kein Ende. Irgendwann gehen wir trotz des Unterwetters direkt über uns in unser Lager direkt unter dem Dach. Erstaunlicherweise dauert es nicht lange und ich bin eingeschlafen.
    Geändert von Wafer (09.09.2017 um 20:09 Uhr)

  3. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #3
    Schöne Tour und Bericht aus einer wohl vertrauten Region

  4. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #4
    3. Tag: Latzfonser Kreuz – Radlseehütte
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Sonntag, 25. Juni 2017
    Strecke: 11 Km
    Höhenmeter: ↑ 725 m, ↓ 725 m
    Gehzeit ohne Pausen: 4 h
    Strecke Etappe: 39 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 2.325 m, ↓ 1.225 m
    Gehzeit Etappe: 12 h 15

    Morgens gewittert es immer noch! So ein Gewitter in den Bergen ist eben etwas ausdauernder als bei uns im Flachland! Ich drehe mich gleich nochmal rum und will weiter schlafen. Aber es gibt nur eine Stunde lang Frühstück. Also muss ich doch irgendwann raus. Nach dem Frühstück liegt der Hagel vor der Hütte und das Gewitter zieht immer noch nicht weiter. Also legen wir uns nochmal hin. Gegen Mittag hört es auf zu regnen. Wir drehen eine Kontrollrunde um die Hütte.


    Das Latzfonser Kreuz mit Schutzhaus und Kirche

    Das Spiel der Wolken im Tal ist sehenswert. Und nach 14 h Gewitter – es soll eines der heftigsten der letzten 10 Jahre gewesen sein – ist es eine Wohltat sich wieder draußen zu bewegen.


    Die Dolomiten in Wolken

    Gegen Mittag beschließen wir dann auf zu brechen. Wir planen kleinräumig – man weiß ja nie wann es wieder anfängt! Wir gehen um die Kassianspitze herum zur Fortschellscharte (2.299 m).


    Der Weg zur Fortschellscharte

    Weglos wandern wir hinauf zum Plankenhorn (2.543 m). Bei diesem Gelände problemlos. Über den Grat geht es dann hinüber zur Lorenzispitze (2.483 m). So langsam macht sich Wetterbesserung breit. So werden die Pausen an den Gipfeln auch etwas länger.


    Im Abstieg von der Lorenzispitze

    Hier finden wir ausgetretene Steige, die irgendwann auch mal Markierungen hatten. So steigen wir bis knapp unter 2.000 m ab und halten dann auf den Königsanger (2.436 m) zu.


    Von Süden her droht Wetterbesserung

    Die Steinmanderl zur Wegmarkierung sind hier nicht von schlechten Eltern! Das ist hier aber auch im Winter ein beliebtes Skitourengebiet. Da sind solche markanten Wegweiser von Nutzen. Aber auch die normalen Wanderwegmarkierungen sind hier sehr gut gemacht.


    Der Weg Nr. 7 bringt uns heute zur Radlseehütte

    Wir genießen noch eine Pause auf dem Königsanger und machen uns dann auf zur Radlseehütte (2.284 m), die kurz unterhalb liegt. Wir checken ein und ruhen uns auf der Terrasse aus.


    Die Radlseehütte vor den Dolomiten

    Ich ziehe dann nochmal los. Denn ich suche einen guten Platz, von dem aus man das Herz-Jesu-Feuer gut beobachten kann. Den finde ich auch direkt am Hundskopf. Ca. 10 Minuten von der Hütte aus zu gehen. Kurz unterhalb sind ein paar Leute dabei ein Feuer vor zu bereiten. Das werde ich mal im Auge behalten!


    Es reißt auf und die Dolomiten grüßen herüber

    So bin ich dann bald schon wieder auf der Hütte. Hier entwickelt sich das Wetter richtig gut!


    Gewaltiges Nachmittagspanorama auf der Radlseehütte

    So begeben wir uns zum Abendessen. Dort sitzen dann auch diejenigen, die ich bei den Vorbereitungen für das Herz-Jesu-Feuer beobachtet habe. Wir kommen ins Gespräch und vereinbaren, dass wir nachher, wenn es dunkel ist auch zu ihrem Feuer kommen.
    Der weitere Abend gestaltet sich hitverdächtig!


    Abends an der Radlseehütte

    Als es dann dämmrig wird ziehen wir los. Die ersten Feuer im Tal brennen schon. Da kann man von der Hütte aus schon einige einsehen. Und das obwohl die Dolomiten oben drüber noch in der Abendsonne leuchten.


    Geisler, Puez, Sella und Langkofel in der Abendsonne

    So ziehen wir nochmal zum Hundskopf. Die meisten Angestellten der Hütte und einige Gäste sind dabei. Dort stehen bereits brennende Fackeln. Im Norden ist es noch recht bewölkt aber im Süden ist es klar. Es ist eine Unmenge an Feuern zu sehen. Wenn man bedenkt, dass hinter jedem Feuer ein Haufen Arbeit und mindestens eine Gruppe von 5 Personen steckt dann ist heute Nacht einiges auf den Beinen!


    Selbstgebaut Fackeln bilden Figuren und Texte

    Langsam wird es ganz dunkel. Die Fackeln aus Eigenproduktion brennen erstaunlich lange und sind sehr robust. Beinahe hätte das Spektakel wegen zu großer Trockenheit gar nicht stattgefunden. Dank des ausgiebigen Gewitters heute Nacht hat sich das Blatt aber nochmal gewendet. Glück gehabt!


    Am Hang unter uns feuert die Schützenbrigade aus Brixen

    Wir besuchen die Feuerteufel und werden sogar mit Bier und Vesper versorgt. Einen ganz herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle!
    Mit viel Aufwand haben die Schützen nicht nur eine Figur sondern auch einen Schriftzug am Hang aufgebaut. Die Schrift und die Figuren müssen aber in die Länge gezogen werden, damit man sie von unten richtig erkennen kann. Da steckt ein gewaltiger Aufwand dahinter! Die arbeiten schon seit Wochen an der Vorbereitung: Positionen abstecken, Schrift und Figuren entwerfen und am Hang anbringen, Versorgungszelt, Feuerholz und Frugales musste heraufgetragen werden, ... Ein gewaltiger Aufwand für eine alte Tradition. Da muss man schon voll dahinter stehen!
    Und das Ergebnis hat sich gelohnt!!!


    Direkt unter dem Abgrund hinter dem Feuer leuchtet Brixen zu uns herauf

    Wir sitzen sehr lange am Feuer. Ich staune immer wieder wo die noch weiteres Feuerholz her holen. Es gibt Decken – denn von hinten wird es kalt. Liederbücher werden verteilt und es wird gesungen.


    Ein toller Abend nimmt seinen Lauf ...

    Da wir unsere eigene Schrift und Figur von hier nicht sehen können hat mir einer der Schützen ein Bild zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Habt Dank!


    Und so sieht dann das alles von unten aus

    Der hellere Punkt über dem Kreuz ist das Feuer an dem wir sitzen.
    Als wir alle zusammen zur Hütte zurückgehen ist es weit nach 2 Uhr. Gegen 3 Uhr sind wir dann nach einem allerletzten Absacker endlich in den Betten.
    Toll, dass man solche Traditionen so hautnah miterleben darf! Ich werde die freundliche Aufnahme und das tolle Fest so schnell nicht vergessen!

  5. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #5
    4. Tag: Radlseehütte – Brixen - Schatzerhütte
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Montag, 26. Juni 2017
    Strecke: 25 Km
    Höhenmeter: ↑ 725 m, ↓ 2.025 m
    Gehzeit ohne Pausen: 8 h 45
    Strecke Etappe: 64 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 3.050 m, ↓ 3.250 m
    Gehzeit Etappe: 21 h

    Der Tag beginnt etwas zäh. Nach einem ersten Blick aus dem Fenster ist das aber schnell vorbei.


    Radlsee und Königsanger beim morgendlichen Fensterkontrollblick

    Schnell sind wir angezogen und setzen uns zum Frühstück – mit grandiosem Panoramablick inklusive!


    Frühstücksblick von der Radlseehütte

    Da wir heute einen gewaltigen Abstieg zu bewältigen haben brechen wir dann doch recht schnell auf. So sind wir gegen 8 Uhr 30 auf dem Weg. Das Wetter ist heute einfach der Traum!


    Der Weg Nr. 8 bringt uns ins Tal

    Langsam und stetig geht es abwärts. Je später es wird desto diesiger wird die Sicht. Im Prinzip ist mir das eigentlich ganz recht – denn klare Sicht bedeutet immer auch einen Wetterwechsel. Und so wie es heute ist kann es gerne ein paar Tage bleiben!


    Als es wärmer wird führt uns der Weg in den Wald

    Damit schwinden aber auch die Aussichtsmöglichkeiten. Im Wald geht es dann gleichmäßig immer weiter abwärts. Teilweise auf Forststraßen aber meist auf schönen Waldwegen.


    Wegeindrücke beim Radlseehüttenabstieg

    Am Hof Feichter (1.362 m) haben wir dann gut die Hälfte der Höhenmeter geschafft. So ein Abstieg geht heftig in die Beine! Mir wäre es lieber gewesen am Freitag die Höhenmeter aufwärts zu gehen und hier mit einer Bahn abfahren zu können. Abstieg mag zwar nicht ganz so anstrengend sein wie Aufstieg aber beim Abstieg sind Knie und Gelenke deutlich mehr belastet.


    Am Feichterhof hat sich die Perspektive schon deutlich verändert

    Und hier unten ist es gut warm! Zum Glück geht es gleich wieder in den Wald. Da ist es deutlich angenehmer!


    Auf wirklich schönen Wegen geht es immer weiter ins Tal

    500 Höhenmeter tiefer kommen wir in die ersten Orte. Die Zivilisation hat uns wieder! Aber die Hitze leider auch!


    Tils

    Leider geht der Weg jetzt auch öfter mal über freie Felder. Und dann kommen wir nach Brixen (561 m) hinunter. Hier steht die Hitze. Wir haben noch Zeit bis der Zug mit meinem neuen Begleiter kommt. So peilen wir die Innenstadt an, die ich ja schon kennen gelernt habe als ich mit meiner Tochter und den Rädern hier durchgefahren bin – und einige Reifen zu flicken hatte .


    In den Gassen der Altstadt von Brixen

    Zum Mittagessen lassen wir uns im Schatten der alten Häuser nieder und genießen eine Pizza. Bis die Wanderablösung am Bahnhof eintrifft ist dann aber immer noch Zeit. Ein Besuch des Doms darf dann natürlich nicht fehlen.


    Der Dom zu Brixen

    Dann wird es Zeit. Wir machen uns auf zum Bahnhof. Leicht verspätet trifft mein Freund ein. Und eine Straße weiter verabschieden wir dann meine Begleitung der letzten Tage.
    Vom Bahnhof müssen wir nun auf die andere Talseite. Wir wählen den Weg über die Hofburg.


    Die Hofburg von Brixen mit der Plose im Hintergrund

    Der Eisack wird überquert und dann suchen wir uns wieder einen Weg im Wald. So nehmen wir die Karlspromenade am Waldrand in Richtung Süden und steigen dann auf in Richtung St. Andrä. Sobald wir etwas Höhe gewonnen haben hat man wieder eine tolle Aussicht.


    Der Blick geht das Eisacktal nach Süden entlang

    Aber leider auch wieder freies Feld. So steigen wir in der prallen Mittagssonne unserem Zwischenziel St. Andrä entgegen. Der Wasserverbrauch geht drastisch nach oben. Aber dafür wird uns auch der Hauptkamm präsentiert.


    Die Zillertaler Alpen

    In St. Andrä wird zuerst ein Supermarkt gestürmt. Mein Wasser ist aus! Und etwas Verpflegung für die nächsten Tage kann auch nix schaden. Wir ziehen weiter hinauf zur Talstation der Plosebahn. Ich bin ja nun schon ein paar Tage im Training aber die 1.000 Höhenmeter kürzen wir dann doch ab.
    Und dann liegen sie direkt zum Greifen nahe: Die gewaltigen Gipfel von Puez- und Geisler-Gruppe.


    Die wilden Spitzen der Puez- und Geisler-Gruppe

    Geologisch gehört die Plose noch nicht zu den Dolomiten. Aber direkt südlich fangen sie unverkennbar an. So können wir auf den Hängen der Plose dem Dolomiten-Panoramaweg folgen und diese großartige Aussicht genießen.


    Unterwegs auf dem Dolomiten-Panorama-Weg

    Durch die Bahn ist hier zwar einiges los aber da müssen wir jetzt halt durch. Und hinter der Rossalm lässt das dann auch schlagartig nach. Und das obwohl der Weg hier immer noch einfach nur traumhaft ist: Ein kleiner Pfad schlängelt sich am Hang entlang nach Osten und gewährt uns tolle Einblicke in die Umgebung.


    Das Eisacktal von der Plose aus gesehen

    Jedes Mal wenn ich hier bin fasziniert mich diese Umgebung aufs Neue! Leider schaffe ich es nur ca. alle 10 Jahre mal hierher. Wenn ich mir das so anschaue frage ich mich warum ich es nicht öfters schaffe!


    Traumwege entlang der Geislerspitzen

    Der Höhenweg zieht ein kleines Tal hinter und wir sind zwischenzeitlich wieder alleine unterwegs. Die Bahn schließt bald und die Tagestouristen sind weg. Wasser ist hier eigentlich kein Problem. Überall stehen Brunnen rum. Aber jetzt ist es auch schon nicht mehr so heiß.


    Wir sind auf den Dolomitenhöhenwegen 2 und 8 unterwegs – nicht 4!

    Der Dolomitenhöhenweg 2 zieht von Brixen nach Feltre im Süden der Alpen. Das wäre auch mal eine Idee ... Oder der 8er nach Salurn im Etschtal? Es gibt so viele schöne Ecken hier ...
    Wir machen nochmal eine Pause und lassen die Landschaft auf uns wirken. Hoffentlich bleibt das Wetter so die nächsten Tage. Der Wetterbericht sagt eher „Nein“.


    Der Tag neigt sich am Peitlerkofel seinem Ende zu

    Über Wiesen wandern wir dann auf unsere Unterkunft zu, die Schatzerhütte. Sie liegt knapp über 2.000 Höhenmeter und hat eine grandiose Lage! Sie wurde mir auf dem Latsfonser Kreuz als sehr gute Hütte wärmstens empfohlen. Ich bin mal gespannt, was der Tipp wert ist!


    Die Schatzerhütte

    Das Essen ist auf jeden Fall schon mal wirklich richtig gut! Und die Ausstattung der Hütte auch. Und die Lage, und die Zimmer, ... War also wirklich ein guter Tipp!
    Nach über 2.000 Höhenmeter abwärts und über 700 Aufwärts und der doch recht kurzen Nacht werde ich heute Abend aber nicht alt. Viel zu schnell wird es dunkel um mich.
    Geändert von Wafer (22.08.2017 um 16:00 Uhr)

  6. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #6
    5. Tag: Schatzerhütte – St. Martin in Thurn
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Dienstag, 27. Juni 2017
    Strecke: 16 Km
    Höhenmeter: ↑ 450 m, ↓ 1.300 m
    Gehzeit ohne Pausen: 5 h 30
    Strecke Etappe: 80 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 3.500 m, ↓ 4.550 m
    Gehzeit Etappe: 26 h 30

    Auch heute Morgen geht der erste Blick aus dem Fenster. Was es da zu sehen gibt ist nicht sehr viel – außer Wolken! Also drehen wir uns nochmal rum. Vielleicht wird es ja mit der Zeit besser.
    Wird es leider nicht. Also machen wir uns fertig und gehen zum Frühstück. Und auch das ist wieder grandios: Mit frisch gepresstem Orangensaft, Rührei mit Speck, frischen Brötchen, ... Der absolute Knaller auf einer Hütte!
    Gegen 9 Uhr ziehen wir dann los. Erstmal geht es an der kleinen Schotterstraße entlang. Bei dem Wetter kein Beinbruch.


    Der Peitlerkofel will heute Morgen noch nicht so recht

    Irgendwann geht das Sträßchen in einen Wanderweg über und führt uns ins Hinterlüssental bis ca. 1.750 m hinab. Durch den Wald geht es wieder aufwärts. Da es nicht regnet ist auf der nahen Straße über das Würzjoch doch einiges los. Und diese Straße müssen wir dann auch mehrfach überqueren. Auch ohne Fernsicht gibt es einiges zu sehen!


    Kreative Kunst am Weg

    Ein Bauernhof will wohl auf seine Weise auf seine Tiere aufmerksam machen. Ob das so bei den Auto- und Motoradfahrern ankommt?


    Die Brixener Landmusikanten

    Ab und zu gibt es dann aber auch blaue Stellen am Himmel die sich die Sonne erkämpft. Und die hinterlässt dann interessante Beleuchtungssituationen auf den Wiesen und Berghängen.


    Die Sonne kommt ab und zu durch

    Am Würzjoch haben wir dann zum Einen wieder ungefähr die 2.000-Höhenmeter-Marke aber zum Anderen kommen wir auch nach Ladinien. Das ist eine Region hier in Norditalien, die eine eigene Kultur und Sprache erhalten hat. Das zentrale Tal, von dem diese Kultur sich entwickelt hat, ist das Gadertal, in das wir nun absteigen werden. Hier ist dann sowohl in der Karte als auch auf Schilden alles 3-Sprachig: Ladinisch, Deutsch und Italienisch – in dieser Reihenfolge!
    Dieser Abstieg gestaltet sich allerdings nicht ganz so wie wir uns das vorgestellt haben: Es beginnt zu regnen. Erst ganz leicht. Aber dann müssen wir doch die Regensachen montieren. Kaum ist das erledigt hört es auch schon wieder auf. Also wieder raus aus der Gummihaut.
    Über eine Rodelbahn geht es abwärts nach Untermoi. Ein letzter Blick zurück zum Peitlerkofel bleibt aber unbefriedigend.


    Der Peitlerkofel gibt heute keine Audienzen

    Der Weg ist hier nicht immer klar markiert – oder wir beide sind heute nicht ganz bei der Sache. So schlagen wir uns an Untermoi vorbei über steile Wiesen abwärts durch.


    Untermoi - Mit aufziehendem Regenschauer

    Hinter Untermoi steigt der Weg dann unerwartet nochmal an. Bei dem Wetter schaue ich nicht ständig auf die Karte. Als der Regenschauer uns erreicht kommen wir gerade bei dem Gasthaus Valander an. Hier ist aber alles geschlossen und kein Mensch da. Da es recht kräftig zu regnen beginnt ziehen wir uns unter ein Vordach zurück und machen Pause. Einzig macht uns anfangs der angekettete Hund Sorgen. Das ändert sich allerdings als wir sehen wie er um Streicheleinheiten bettelt. Ein guter Wachhund verhält sich eigentlich anders.


    Der Wachhund des Gasthofes Valdander

    Als wir nach dem Schauer weiter ziehen gibt es lange Gesichter – zumindest eines!


    Ein enttäuschter Wachhund bleibt zurück

    Wir müssen dann nochmal einige Höhenmeter aufsteigen bis wir auf der anderen Seite dann ins Tal absteigen können. Am Pass haben wir nochmal einen schönen Blick zurück auf Untermoi wie es an seinem steilen Hang klebt.


    Untermoi

    Der Abstieg gestaltet sich dann teilweise etwas zäh: Es geht auch mal an der Straße entlang. Aber nicht sehr lange. Dann geht es wieder auf tollen Waldwegen abwärts. Auf der anderen Talseite sehen wir, was uns als nächstes erwartet: Der Aufstieg auf den Enneberg.


    Enneberg - Ausläufer des Skigebietes am Kronplatz

    So kommen wir von oben nach St. Martin in Thurn rein. An diesem Ortseingang liegt das Schloss Thurn mit seinem Ladiner Museum. Hier machen wir nochmal Pause und schauen uns ein wenig um.


    Das Schloss Thurn mit der Kreuzkofelgruppe

    Wir drehen eine kleine Runde um das Schloss.


    Ein ladinisches Exponat

    Ziehen aber bald doch wieder weiter.
    Die Abstiegskondition meines Freundes ist am zweiten Tag noch nicht wirklich auf dem Höhepunkt. So beschließen wir den Aufstieg auf den Enneberg heute nicht mehr an zu gehen sondern hier im Tal zu bleiben. Über Wiesen geht es hinunter nach St. Martin in Thurn.


    Wiesenblumen in den nördlichen Dolomiten

    Wir finden eine Unterkunft mit Sauna. Das entspannt die strapazierten Muskeln. Das Wetter bessert sich heute nicht mehr. Aber vielleicht morgen?

  7. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #7
    6. Tag: St. Martin in Thurn – Rifugio Pederü
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Mittwoch, 28. Juni 2017
    Strecke: 21 Km
    Höhenmeter: ↑ 900 m, ↓ 500 m
    Gehzeit ohne Pausen: 6 h
    Strecke Etappe: 101 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 4.400 m, ↓ 5.050 m
    Gehzeit Etappe: 32 h 30

    Mhhmmm! Rund rum bewölkt aber über uns ein blaues Loch. So wirklich prickelnd beginnt der Tag nicht. Aber auch nicht abschreckend. Wir frühstücken und satteln die Hühner – oder die Wanderer! So kommen wir gegen halb 9 weg. Kurz darauf stehen wir unten am Garderbach bei ca. 1.050 Höhenmetern.


    Am Garderbach - Das Wetter hat Entwicklungspotential

    Wir ziehen hinüber nach Pikolein. Das einzige blaue Loch am Himmel liegt über Schloss Thurn.


    St. Martin in Thurn

    Und welch Überraschung: Die kleine Kirche in Pikolein hat sogar offen! In letzter Zeit eine Seltenheit!


    Die kleine Kapelle in Pikolein

    Und dann folgt ein schweißtreibender Aufstieg! Die Hänge sind teilweise dermaßen steil und der Weg führt in einem sehr steilen Winkel aufwärts. Aber wenigstens einigermaßen gleichmäßig. Trotzdem sind die Wiesen alle sauber gemäht. Wie das bei der Steilheit geht ist mir allerdings nicht klar.


    Endlich lässt sich der Peitlerkofel mal wieder blicken

    Gegen 10 Uhr sind wir dann oben in Gran Ju. Die Ortsteile hier oben scheinen nur Ladinische Namen zu haben. Völlig durchnässt machen wir Pause.


    Die Aussicht von Gran Ju

    Das blaue Loch scheint uns zu folgen. Wir ziehen hinüber zum Sattel und stellen fest, dass hier der Sommerbetrieb der Bergbahn noch nicht begonnen hat. So müssen wir die 500 Höhenmeter genauso steil auch wieder absteigen. Hier hatten wir eigentlich auf eine Bahn gehofft.
    Im Osten sind die Pragser Dolomiten zu sehen. Sieht vielversprechend aus – bis auf den wolkenverhangenen Himmel. Wir gehen den Abstieg an und kehren auf halber Höhe erstmal ein um ein paar Tropfen aus zu weichen. Aber unser „blaues Loch“ zeigt uns den Weg.


    Das Rautal in den Pragser Dolomiten

    Wenn wir dem Südalpenweg folgen wollen müssten wir von St. Vigil (1.200 m) auf das Kreuzjoch (2.283 m) und wieder zum Pragser Wildsee (1.491 m) hinunter. Das ist uns dann doch etwas viel für heute. So planen wir um und entscheiden uns das Rautal hinter zu wandern und dort in der Rifugio Pederü zu übernachten. Damit verpassen wir zwar den Pragser Wildsee aber den kenne ich zum Glück schon.


    Ort der Entscheidung - Links das Kreuzjoch und rechts das Rautal

    Unser blaues Loch ist uns schon Mal etwas vorausgeeilt und zeigt uns den Weg. So müssen wir uns sputen damit wir es wieder erwischen. Aber etwas Zeit für die Fauna der Region bleibt immer!


    Falter in Ladinien

    So einfach das von oben auch aussah: Wir schaffen es trotzdem den Spazierweg das Tal hinter nicht zu treffen. Wir landen erstmal im Ort und müssen nochmal ein paar Meter aufsteigen. Aber unser Wetterglück bleibt uns trotzdem treu: Immer mal wieder schaut die Sonne durch die Wolken.


    St. Vigil in Enneberg mit dem Rautal

    Als wir den richtigen Weg dann haben ist es navigatorisch keine Herausforderung mehr. Landschaftlich kann sich das Rautal aber durchaus sehen lassen!


    Ein schöner Weg führt das Rautal hinter

    Nach einer Mittags-Vesper-Pause ziehen wir dann in den Naturpark hinein. Die Bebauung wird spärlicher, die Landschaft ursprünglicher. Unser „blaues Loch" liegt ein Stück vor uns und hinter uns zieht eine graue Wolke auf.


    Das Rautal im Naturpark Fanes - Sennes – Prags

    Das Tal streckt sich aber ganz schön! Und wir sind nicht die einzigen hier auf dem Weg.


    Da ist tierisch Betrieb auf den Wanderwegen des Rautals

    Bei Tarnesc machen wir für heute unsere letzte Pause. Das ist ein uralter Hof mit Wirtschaftsgebäuden, der vermutlich schon stand als der Naturpark ausgerufen wurde. Wir beobachten unser blaues Loch vor uns und die Regenwolke hinter uns.


    Das Rautal bei Tarnesc

    Leider scheint die Regenwolke zu gewinnen. Ein kleiner Rumpler macht uns dann klar, dass wir wieder starten sollten. Im verschärften Schritt geht es dann die letzten Kilometer das Tal hinter zur Rifugio Pederü (1.548 m).


    Rifugio Pederü

    Kaum haben wir unser Zimmer bezogen geht es mit dem Regen auch schon los. Da haben wir heute eigentlich wirklich Glück gehabt!
    So plätschert der Nachmittag vor sich hin und wir erholen uns ein wenig.


    Hölzerne Kunst im Rautal

    Zum Abendessen lässt sich dann wieder der blaue Himmel sehen. Das stimmt uns optimistisch für morgen. Aber der Wetterbericht sagt nochmal so einen durchwachsenen Tag wie heute voraus. Na, wir werden sehen! Wenn es so ist wie heute können wir gut damit leben!


    An der Rif. Pederü Richtung Süden – Fanes

    Morgen geht es in die Pragser Dolomiten hinauf. Hier sind die Wege mit Hütten geradezu gepflastert. So können wir es auch riskieren bei nicht ganz so guten Wetterbedingungen zu wandern. Es wird dann immer eine Hütte in erreichbarer Weite sein. Das hört sich bei dem Wetterbericht nach einem Plan an!
    Geändert von Wafer (24.08.2017 um 19:58 Uhr)

  8. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #8
    Toller Bericht und tolle Fotos! Wusste garnicht, dass da noch ein Wanderweg durchführt, abgesehen von den Dolomiten Höhenwegen.

    So planen wir um und entscheiden uns das Rautal hinter zu wandern und dort in der Rifugio Pederü zu übernachten. Damit verpassen wir zwar den Pragser Wildsee aber den kenne ich zum Glück schon.
    Das verstehe ich jetzt nicht ganz, ihr könnt doch über Sennes und Seekofel zum Pragser Wildsee absteigen?

  9. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #9
    Wie war es denn im Rifugio Pederü? Ist das Haus am Ende der Zugangsstraße empfehlenswert?

  10. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #10
    Hallo Octopi.
    Zitat Zitat von Octopi Beitrag anzeigen
    Toller Bericht und tolle Fotos!
    Vielen Dank für die !
    Zitat Zitat von Octopi Beitrag anzeigen
    Wusste garnicht, dass da noch ein Wanderweg durchführt, abgesehen von den Dolomiten Höhenwegen
    In den Dolomiten gibt es wirklich reichlich Wanderwege. Die brauchen sie aber auch, so voll wie es da häufig ist! Aber das ist bei der grandiosen Landschaft auch nachvollziehbar. Die Sarntaler Alpen haben mir aber auch extrem gut gefallen. Aber da war deutlich weniger los!
    Zitat Zitat von Octopi Beitrag anzeigen
    Das verstehe ich jetzt nicht ganz, ihr könnt doch über Sennes und Seekofel zum Pragser Wildsee absteigen?
    Nun, das hat einen sehr einfachen Grund: genau den Weg, den wir dann runter wären führt der Südalpenweg hinauf! Und so prickelnd war das Wetter dann auch wieder nicht, dass wir uns den selben Weg 2 Mal angetan hätten. Zudem hatten wir ein Fernziel, das wir zumindest erreichen wollten. Da hatten wir nicht wir nicht unbegrenzt Zeit.

    Hallo Juno234.
    Zitat Zitat von Juno234 Beitrag anzeigen
    Wie war es denn im Rifugio Pederü? Ist das Haus am Ende der Zugangsstraße empfehlenswert?
    Das Haus als Refugio zu bezeichnen halte ich für untertrieben. Ich würde das auch als ein 3-Sterne-Hotel durchgehen lassen! Wir hatten ein anständiges Doppelzimmer mit Bad. Essen war OK. Ist halt auch mit Bus und Auto erreichbar.

    Grüße Wafer

  11. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #11
    7. Tag: Rifugio Pederü – Berggasthaus Plätzwiese
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Donnerstag, 29. Juni 2017
    Strecke: 20 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.325 m, ↓ 875 m
    Gehzeit ohne Pausen: 8 h 30
    Strecke Etappe: 121 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 5.725 m, ↓ 5.925 m
    Gehzeit Etappe: 41 h

    Als ich in der Nacht mal aufwache und einen Blick zum Fenster hinaus werfe haben wir einen Sternenhimmel. Das sieht schon mal sehr vielversprechend aus!


    Nächtlicher Sternenhimmel über der Rif. Pederü

    Am Morgen ist dann aber alles wieder wolkenverhangen. Aber es regnet nicht! Eigentlich fehlt nur unser „blaues Loch“.
    Gegen halb 9 starten wir. Direkt hinter der Hütte führt eine kleine Fahrstraße in Serpentinen steil den Hang hoch. Wir legen einen niedrigen Gang ein und steigen langsam auf. Es scheint auch einen Abholservice von den Hütten oben zu geben. Aber das ist nicht so mein Stil. Nach zwei Kilometern und ca. 350 Höhenmetern biegen wir auf einen Wanderweg ab.


    Aufstieg von der Rif. Pederue - erst steile Serpentinen und dann Wanderwege

    Damit ist die erste Hütte, die Rif. Fodara Vedla, aus dem Spiel. Bei ca. 2.000 Höhenmetern kommen wir auf die Hochebene der Sennesgruppe. Die Wolken hängen sehr tief und Gipfel lassen sich bestenfalls erahnen.


    Auf der Hochfläche der Sennes

    Dafür fängt es an zu tröpfeln. Anfangs ignorieren wir es und geben Gas. Laut Karte kann die Senneshütte nicht mehr weit sein. An der nächsten Kurve legen wir dann aber doch die Regenklamotten an. Und wie das dann immer so ist: kaum hat man sie an, hört es auch wieder auf! Und hinter der nächsten Kurve liegt dann auch schon die Senneshütte (2.126 m).


    Die Senneshütte mit seiner Landebahn

    Direkt vor der Hütte liegt eine alte Landebahn, die im Gebirgskrieg wohl gebaut wurde. Wer hier landen will muss das aber voll im Griff haben! Sehr lang ist die nicht!
    Lange hält es uns hier nicht: Die umfangreichen Reinigungsmaßnamen verströmen keine heimelige Atmosphäre. So dauert es nicht lange und wir sind wieder unterwegs. An der Abzweigung zur Seekofelhütte wäre die nächste Hütte – die kleine Senneshütte – nur noch 10 Minuten entfernt. Von wem leben diese Hütten hier oben? Wir haben heute noch nicht viele Wanderer getroffen! Liegt wohl am Wetter und der Saison.
    Die Hochebene ist toll hier oben! Mit Sonnenschein wäre sie sicher noch toller aber man kann nicht alles haben.


    Die Wolken liegen auf - auf dem Weg zur Seekofelhütte

    Ständig hat man das Gefühl gleich reißt es auf – tut es aber leider nicht. In der Ferne ist also nicht viel zu sehen. Aber in der Nähe gibt es auch genug zu sehen.


    Bergblumen in den Sennesdolomiten

    Seit der Rif. Pederü sind wir heute auf dem Dolomitenhöhenweg Nr. 1 unterwegs. Der führt vom Pragser Wildsee nach Belluno. Wie es aussieht wird das nicht der letzte Dolomitenhöhenweg sein, den wir auf dieser Tour treffen.
    Auf den letzten Metern zur Seekofelhütte – oder Rif. Biella wie sie auf Italienisch heißt – erwischen uns dann doch noch ein paar Tropfen. Aber nix wo wir die Regenhaut auspacken. Das kennen wir heute ja schon. So sind wir zur Mittagszeit auf der Hütte und sehen zu wie es draußen regnet. Ein Glück, dass Häuser innen hohl sind!
    Nach anderthalb Stunden hört es aber wieder auf und die Wolken heben sich. Es wird doch nicht sogar aufreißen wollen? Da wir heute noch nicht wirklich viel gemacht haben beschießen wir kurzfristig doch nicht schon hier zu übernachten sondern noch eine Hütte weiter zu gehen. Diese liegt aber doch noch 4 h entfernt.


    Der Weg 28 über Fosses Riedl zur Rossalmhütte

    Was dann folgt ist bei gutem Wetter sicher ein Genuss! Der abwechslungsreiche Weg führt uns über die Kämme und durch die Berge der Sennesdolomiten. Nur leider sehen wir außer dem Weg direkt vor uns nicht wirklich viel. Daher nur ein paar kurze Eindrücke.


    Tolle Wege mit wenig Sicht - auf dem Weg zur Rossalm

    Dafür rückt bei mir aber die Flora dieser Bergwelt etwas mehr in den Fokus – was sie durchaus verdient hat!


    Die Welt der Bergflora in den Dolomiten

    Je niedriger wir kommen desto besser wird das Wetter. Ab und zu sehen wir sogar wieder die Farbe Blau.


    Da geht's lang zur Rossalm

    Was mir nie aufgefallen ist: Die Latschenkiefern blühen in Lila!


    Wenn die Latschenkiefern blühen ...

    Wir halten wacker auf die Rossalmhütte zu. Am Hang gegenüber ist ein ganz rostiger Ton zu sehen. Und am Wegesrand auch!


    Rost - in seiner natürlichen und künstlichen Form

    Die Rossalmhütte entpuppt sich dann als sehr kleine Alm in Holzbauweise. Kaum zu glauben, dass hier mehrere Personen dauerhaft leben. Übernachten kann man hier leider nicht! Richtig gemütlich hier! Es gibt Hausmannskost, eine tolle Stube, hinter der Alm plätschert ein Bach, ... Ein Platz, der zum Verweilen einlädt!


    Die Rossalmhütte

    Als wir gehen wollen werde ich noch auf die Sperrung des Weges hingewiesen. Am Kleinen Gaisl war letztes Jahr der größte Bergsturz, der in den Dolomiten passiert ist. Da kam der rostige Ton am Gegenhang her. Das Eisenhaltige Gestein rostet vor sich hin. Und das Plätschern des Baches kommt nicht von einem Bach sondern von ständig nachstürzenden Steinen, die nach wie vor ständig noch aus der Wand fallen. Der Wanderweg wurde dabei komplett verschüttet. Wir erfahren aber auch, dass mit Holzpfosten bereits die neue Wegführung abgesteckt wurde. Aber aufgrund des nachfallenden Gesteins ist der Weg noch gesperrt.
    Wir ziehen weiter und diskutieren was wir tun sollen: Ins Tal absteigen und wieder aufsteigen oder den Schuttkegel umgehen? Unser präferierter Weg ist klar erkennbar: Er hält die Höhe und zieht unter den Wänden entlang.


    Unser weiterer Weg unter den Gaisls entlang zur Plätzwiese

    Wir entscheiden uns für die neu abgesteckte Variante und steigen zu dem Abbruch hinauf. Wenn man so unter dem Berg steht, der letztes Jahr mit über 1 Mio. Kubikmetern Gestein gen Tal gerauscht ist, merkt man, wie unbedeutend und klein man doch eigentlich ist.


    Der größte bekannte Bergsturz der Dolomiten von 2016

    Wir kommen gut um die Abbruchstelle herum. Die ständige Geräuschkulisse der nachstürzenden Steine hinterlässt ein leicht mulmiges Gefühl im Magen. Aber wenn man sich die steilen Zähne der Dolomiten so anschaut liegt unter jedem so eine Schutthalde. Die meisten werden auf dem gleichen Weg entstanden sein. Nur ist das halt schon ein paar Jahre länger her.
    Der Steig ist absolut lohnenswert! Als kleiner Pfad steigt er sachte an und zieht unter den Wänden dahin. Teilweise ist gut Wegführung aus der Ferne recht gut erkennbar.


    Es geht zum Schlechtgaisl hinauf

    Am Schlechtgaisl ist der Steig dann etwas gesichert –nichts spektakuläres. Aber sehr schön zu gehen!


    Gesicherter Steig am Schlechtgaisl

    Den Dürrenstein kann man schon längere Zeit gut sehen. An seinem Fuß liegt unser heutiges Tagesziel. Der Weg gewinnt dann doch nochmal anständig an Höhe. Er geht bis über 2.300 Meter nochmal hinauf. Ein ganz toller Weg!


    Toller Höhenweg zwischen Rossalm und Plätzwiese

    Dann senkt sich der Weg seinem Ziel zu. Erst langsam und manierlich. Immer den Hausberg unseres Tagesziels vor Augen.


    Es geht erst etwas gemäßigter kurz vor dem Abstieg zur Plätzwiese

    Dann geht es zackig 400 Höhenmeter abwärts. Hier im Abstieg trifft uns nochmal ein kurzer Schauer. Wir haben gehofft ihn auf der nächsten Alm aussitzen zu können. Aber kaum haben wir die Regenhaut an hört es auch schon auf. Die Stolla Alm hat dann leider zu. So nehmen wir die letzten paar Meter gemäßigten Weges in Angriff und kommen ganz gut geschafft auf der Plätzwiese (1.991 m) an.


    Die letzten Meter zum heutigen Ziel, dem Gasthof Plätzwiese

    Hier steht ein großes Hotel. Das hätte zwar Sauna und Pool aber das spricht uns nicht wirklich an. Der Gasthof daneben gefällt uns besser. Wir kriegen ein Doppelzimmer mit Betten und Dusche – mehr brauchen wir eigentlich nicht.
    Trotz des sehr durchwachsenen Wetters war das heute eine abwechslungsreiche Tour mit sehr unterschiedlichen Charakteren. So darf es gerne noch eine Weile weiter gehen! Und der Wetterbericht wird auch optimistischer – Passt doch!
    Geändert von Wafer (15.08.2017 um 15:47 Uhr)

  12. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #12
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Direkt vor der Hütte liegt eine alte Landebahn, die im Gebirgskrieg wohl gebaut wurde. Wer hier landen will muss das aber voll im Griff haben! Sehr lang ist die nicht!
    Die Straße, die ihr von Pederü hochgelaufen seid, wurde übrigens auch im Krieg gebaut, eine der weniger Stellen, die von den Italienern nicht beschossen werden konnten. Auf dem Plateau oben haben sie sich ja gegenseitig auch viel Blei geschickt.

    Die Aussicht ohne Wolken ist wirklich klasse von da oben, schade, dass ihr einen schlechten Tag erwischt habt. Und die Flora lässt sich natürlich auch sehen, mein Vater sagt immer, das ist der einzige Ort in den Alpen, den er kennt, an dem man zuverlässig Edelweiß findet. Ihr seid nicht zufällig über welches gestolpert?

    Freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung, ihr verlasst jetzt das Gebiet, das ich kenne

  13. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #13
    Zitat Zitat von Octopi Beitrag anzeigen
    ... mein Vater sagt immer, das ist der einzige Ort in den Alpen, den er kennt, an dem man zuverlässig Edelweiß findet. Ihr seid nicht zufällig über welches gestolpert?
    Hallo Octopi.
    Ja, von der Art haben wir viele gesehen. Ich war der Meinung an diesem Tag in Bild 9 "Die Welt der Bergflora in den Dolomiten" unten rechts eines hier eingestellt zu haben. Ist das keins?
    Alpine Grüße
    Wafer

  14. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #14
    8. Tag: Berggasthaus Plätzwiese – 3-Zinnen-Hütte
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Freitag, 30. Juni 2017
    Strecke: 18 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.350 m, ↓ 950 m
    Gehzeit ohne Pausen: 6 h 30
    Strecke Etappe: 139 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 7.075 m, ↓ 6.875 m
    Gehzeit Etappe: 47 h 30

    Lange haben wir gestern Abend noch gerätselt wie und wohin wir morgen gehen wollen. Auch für heute haben wir uns nicht direkt für den Südalpenweg entschieden sondern werden eine Variante gehen. Der führt eigentlich von hier nach Schluderbach hinunter um im Tal entlang zum ehemaligen Landro zu führen. Wir folgen ab hier lieber dem Dolomitenhöhenweg Nr. 3 ein Stück und steigen in Richtung Strudelkopf auf. Die morgendliche Sonne kämpft um ihr Recht als wir gegen halb 9 starten.


    Morgens an der Plätzwiese

    Über die Almwiesen an der Plätzwiese geht es aufwärts.


    Ein Aquädukt zur Wasserversorgung der Alm auf der Plätzwiese

    Wir kommen oberhalb der Dürrensteinhütte vorbei. Das wäre auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit gewesen. Aber so weit wollten wir gestern nicht mehr.


    Die Dürrensteinhütte

    Zum warm werden gehen wir hinauf zum Strudelkopf (2.307 m). Am Strudelkopfsattel lassen wir die Rucksäcke liegen und gehen die letzten Meter ohne Gepäck. Die Aussicht ist leider etwas mäßig – es sind heute einfach wieder zu viele Wolken unterwegs.


    Am Strudelkopfsattel

    Wir holen unsere Rucksäcke am Sattel und steigen dem Dolomitenhöhenweg Nr. 3 folgend das Halltal hinab.


    Unsere Abstiegsroute durch das Halltal

    Der Weg ist sehr gut zu gehen und führt an militärischen Ruinen aus dem ersten Weltkrieg vorbei. Wobei das hier wohl eher nicht die erste Frontlinie war, sondern eher eine zurückgezogene Verteidigungslinie. Der entwickelt sich zu einem versicherten Steig, der durch die Felsen führt. Genusswandern pur!


    Der Dolomitenhöhenweg Nr. 3 führt auf einem Steig durch die Felsen des Halltals

    Auf kleinen Pfaden – auf der Karte nur noch gepunktet – geht es abwärts. Einfach toll angelegt!



    Der Steig durch das Halltal

    Allerdings wird spätestens hier klar, dass dieser Weg einen militärischen Ursprung hat: Für Wanderwege werden eigentlich nie Tunnel durch den Felsen gegraben. Hier wurde also in der Vergangenheit schweres Gerät transportiert.


    Auch der Steig durch das Halltal ist militärischer Herkunft

    Durch den Wald geht es fast endlos abwärts. Immerhin müssen fast 1.000 Höhenmeter abgestiegen werden. Unten kommen wir direkt an einem gut besuchten Klettergarten heraus. Das sieht aber gar nicht so einfach aus – der Fels steilt hier ganz schön auf!


    Der Klettergarten bei Landro - Leicht überhängig

    Auf der anderen Bachseite steht ein Hotel, das auch schon bessere Jahre gesehen hat. Vor dem ersten Weltkrieg stand hier mal eine Hotelanlage für die oberen Zehntausend. Davon ist aber nichts mehr zu sehen.
    Beim Mittagessen beschließen wir den Aufstieg zur 3-Zinnen-Hütte noch an zu gehen. Zum Einen war das zwar viel Abstieg aber in Summe noch nicht genug für heute. Und zum Anderen spricht uns das Hotel nicht wirklich an.
    So gehen wir die 3,5 h noch an. Der Wanderweg – jetzt wieder auf dem „originalen“ Südalpenweg – führt mit gleichmäßiger Steigung das Rienztal hinter.


    Es geht das Rienztal hinter - Ab und zu mit Blick auf die 3 Zinnen

    Der Weg führt recht lange auf einer alten Schotterstraße entlang. Bei den Seitentälern wird aber klar, dass hier schon langer keiner mehr gefahren ist. Ganz gleichmäßig geht es aufwärts. Wir suchen unser Tempo und tiegern vor uns hin. Richtig viel sieht man von der Landschaft nicht weil die Felswände hier recht steil sind.


    Zu sehen gibt es aber immer was

    Wie sich doch auch die Blumen regional unterscheiden!


    Die Flora im Rienztal

    Irgendwann ist der Talschluss erreicht und der Weg windet sich – immer noch mit gleichmäßiger Steigung – den Berg hinauf.


    Je höher wir kommen desto mehr sehen wir von den 3 Zinnen

    Auf den Wegen rund um die berühmten Zinnen ist einiges los. Hier auf dem Weg hinauf haben wir gerade mal 4 Wanderer getroffen. Mit dem Auto geht es halt doch anstrengungsfreier hier rauf. Mit dem kommt man bis direkt zur Auronzohütte hinter den 3 Zinnen. Alternativ mit dem Bus!
    Wir sehen zu, dass wir von den Wanderautobahnen weg bleiben.


    Wir begrüßen den Dolomitenhöhenweg Nr. 4

    Wir sammeln hier die Dolomitenhöhenwege wie andere Leute Briefmarken!
    Der Weg führt aber immer noch weiter aufwärts. Die 3-Zinnen-Hütte wird heute gleichzeitig unser höchster Punkt auf unserer heutigen Tour sein. Und dann liegt sie auch endlich vor uns: die 3-Zinnen-Hütte. Nach einem Aufstieg von über 1.000 Höhenmetern. So ganz klein ist die Hütte ja nicht. Dafür liegt sie viel zu dicht an einem Weltkulturerbe und ist viel zu gut erreichbar. In der Hochsaison wimmelt hier alles wie bei den Ameisen. Im Vergleich dazu ist es heute noch recht leer!


    Die 3-Zinnen-Hütte

    Wir kriegen noch Lager. In einem riesen Raum durch den man noch in ein weiteres kommt. Das kann ja heiter werden!
    Ich drehe noch eine Runde um die Hütte. Hier wächst erstaunlich viel. Einiges bekanntes und einiges mir unbekanntes.


    Bergblumen in den Sextner Dolomiten

    Die Sonne kommt zwar nicht mehr raus aber ab und zu heben sich die Wolken ein wenig an, so dass man die Berge rund rum auch mal als Ganzes erahnen kann.


    Der Paternkofel, durch den ein Klettersteig führt

    Im ersten Weltkrieg haben die Österreicher hier einen Tunnel durch gegraben und wollten so ihren Gegnern in den Rücken fallen. Was hier in den Kriegsjahren geleistet und vor allem auch im Winter gelitten wurde füllt einige Bücher.
    Bei den drei Zinnen hat es heute nicht mehr geklappt, die ohne Wolken zu kriegen.


    Die weltberühmten 3 Zinnen - leider in Wolken

    Das Abendessen ist typisch italienisch: Sehr gute Halbpension mit mehreren Gerichten zur Auswahl. Gekocht wird teilweise draußen vor der Küche in einem Zelt.
    Wir sind bereits vor der Hüttenruhe im Bett. Das war heute wieder ein Tag mit einer ganz schönen Strecke und mit vielen Höhenmetern – rauf wie runter!

  15. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #15
    Ich bin mir nich sicher, habe selber leider noch keine gesehen. Kann aber gut sein, passt zu den anderen Bildern, die man im Netz findet.

  16. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #16
    9. Tag: 3-Zinnen-Hütte - Sexten
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Samstag, 1. Juli 2017
    Strecke: 14 Km
    Höhenmeter: ↑ 450 m, ↓ 1.400 m
    Gehzeit ohne Pausen: 5 h 30
    Strecke Etappe: 153 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 7.525 m, ↓ 8.275 m
    Gehzeit Etappe: 53 h

    Ab 6 Uhr wird es unruhig im Lager. Was wollen die alle so früh? Es setzt ein ständiges Kommen und Gehen ein. Irgendwann mag ich nicht mehr und schäle mich auch aus dem Bett. Beim Blick aus dem Fenster wird mir allerdings klar wo die Unruhe herkommt: Die Sonne scheint und die Wolken haben sich verzogen. Es hat heute Nacht leicht geschneit und jeder sucht seine Kameras. Ich tue es ihnen gleich und drehe die erste Runde um die Hütte.


    Die 3 Zinnen - diesmal fast ohne Wolken

    Es ist unglaublich! Ich kriege den Finger schier nicht vom Auslöser! Endlich ist das Wetter so, wie wir es uns gewünscht haben! Durch die Reste an Wolken sogar noch etwas interessanter!


    Der Sextner Stein mit Kapelle

    Das größte Problem ist ein Bild ohne andere Fotographen drauf zu machen! Überall stehen sie rum. Die meisten sogar mit Stativen. Den Ausrüstungen nach dürften da auch ein paar professionelle Fotographen dabei sein.


    Und nochmal das berühmte Motiv der 3 Zinnen

    Überall liegt ein Hauch von Schnee. Der sich allerdings sehr schnell verflüchtigt. Die Sonne heute Morgen hat doch schon einiges an Kraft!


    Schneebedeckte Bergblumen

    Irgendwann sehe ich ein, dass ich heute auch noch frühstücken muss – auch wenn es schwer fällt!
    Durch das Wetter und den dadurch verursachten Tumult ist die ganze Hütte früh auf den Beinen. So sind wir recht früh mit dem Frühstück fertig und stehen gegen 8 Uhr vor der Hütte um zu starten. Nicht ohne vorher nochmal drauf zu halten.


    Der Paternkofel

    Den Plan, dem Südalpenweg direkt zu folgen, haben wir beim Frühstück über den Haufen geworfen. Bei so einem Wetter kann man nicht einfach einen schlichten Talabstieg machen!
    So nehmen wir den Weg hinab zur Bödenalpe halten aber südlich und steuern das Büllelejoch an.


    Die Oberbachernspitzen (Mitte) mit dem Büllelejoch (rechts im Schnee)

    Wir kommen nicht wirklich schnell voran. Nach den Tagen mit nicht so schönem Wetter und der Vielzahl an Motiven um uns herum brauchen wir ein wenig.


    Der Sextner Stein ziert sich noch etwas

    Die Höhe haltend wandern wir unter den Wänden des Paternkofels entlang.


    Die Schusterplatte und der Innichriedlknoten

    Den Paternkofel erkenne ich von dieser Seite kaum.


    Die Ausläufer des Paternkofels von hinten

    Unter dessen Flanken geht es entlang immer auf das Büllelejoch zu. Der Weg ist bei so einem Wetter schon von weitem zu erkennen und verspricht keine Schwierigkeiten zu machen.


    Der Weg zum Buellelejoch

    Auch das Ziel der nächsten Tage ist heute gut zu sehen.


    Einer der Bödenseen mit den Karnischen Alpen im Hintergrund

    Je näher wir dem Joch kommen, desto mehr Schnee liegt auch. Die Sonne ist im Juli zwar schon sehr stark aber hier scheint sie noch nicht so lange. Wir sind schließlich in der Nordflanke unterwegs.


    Schnee im Juli auf den Bergblumen am Weg zum Büllelejoch

    Der Weg zieht hinauf zum Joch. Hier auf der Nordseite liegt noch richtig viel Schnee – für Juli. Im Zick-Zack geht es hinauf.


    Schneebedeckter Zick-Zack-Kurs zum Büllelejoch

    Oben werden wir schon erwartet und interessiert gemustert. Von Scheu keine Spur! Die sind hier wohl mehr Verkehr gewöhnt.


    Ein interessierter Piepmatz

    Uns ist ganz gut warm geworden da rauf. Am Joch sieht man gut, dass die nahe Büllelejochhütte mit Fahrzeugen versorgt wird. Wenn man sich die Konstruktionen so ansieht scheint das aber kein normaler SUV zu sein. Und mit dem Schnee sicher eine interessante Herausforderung.


    Der Zwölferkofel mit der Zufahrt zur Büllelejochhütte

    Die Büllelejochhütte (2.528 m) ist dann nicht mehr weit. Auf dem Weg dorthin liegen ein paar cm Schnee. In der Sonne kann man aber zuschauen wie er dahin schmilzt. Hier machen wir erstmal eine Pause.


    Die Büllelejochhütte

    Die Hütte ist nicht sehr groß. Sie hat gerade mal 15 Nächtigungsmöglichkeiten. Zum Glück wollen wir hier nicht übernachten - denn sie ist voll! Und sehr gemütlich! Nur sind einige Bänke vor der Hütte außer Betrieb - ständig rutscht Schnee vom Dach und macht alle am Tisch nass.
    Gerade als wir unsere Getränke bekommen brechen ein paar auf um die Oberbachernspitzen zu ersteigen. Das sind nur noch 150 Höhenmeter. Das überlegen wir uns auch. Die Aussicht ist heute sicher grandios! Nach der Pause lassen wir die Rucksäcke hier und steigen hinauf. Auch hier sind überall Schützengräben aus dem ersten Weltkrieg und Spuren des Gebirgskrieges. Es sollen hier mehr Soldaten durch Unwetter und Naturgewalten umgekommen sein als durch gezielte Schüsse. Grausam!
    Der Weg führt direkt durch die Reste der Schützengräben und Lager. Auch hier wurden Tunnel gebaut um auf die andere Seite der Berge zu kommen.


    Blick nach Norden auf Sexten und den Helm am Karnischen Kamm

    Wir bleiben eine halbe Stunde auf dem Gipfel. Die Sicht ist grandios!


    Blick von der Oberbachernspitze auf die 3 Zinnen

    Beim Abstieg gibt es dann nochmal Motive ohne Ende!


    Der Zwölferkofel von den Stellungen an den Oberbachernspitzen aus

    Zurück an der Hütte beobachten wir die Dohlen wie sie um die Happen der Bergsteiger streiten.


    Bergdohlen

    Irgendwann müssen wir aber auch los. Obwohl eine Gruppe Bergsteiger gerade ein paar Lieder singt. Wir haben schließlich noch einen recht langen Talabstieg vor uns.
    Über den Dolomitenhöhenweg Nr. 9 steigen wir zunächst zur Zsigmondy-Hütte ab.


    Die Zsigmondy-Hütte vor dem Elferkofel

    Hier ist erstmal Mittagspause angesagt. Wir sind schließlich ziemlich früh gestartet heute. Vor der Hütte treffen wir eine Gruppe, die mit ihren Fahrrädern hier raufgekommen ist. So wie ich den Weg kenne hat das aber herzlich wenig mit Fahrradfahren zu tun gehabt. Die werden ihre Drahtesel mehr getragen als gefahren haben. Was haben solche Räder auf Hütten verloren, die über keine fahrtauglichen Wege verfügen? Das werde ich wohl nie begreifen. Und wenn sie dann oben an der Büllelejochhütte sind fahren sie den Fahrweg zur Auronzohütte vor und dann ins Tal ab. Warum dann die Räder hier rauftragen?


    Talabstieg zur Talschlusshütte und nach Sexten

    Ab hier geht es dann mal wieder auf einen neuen Dolomitenhöhenweg: Die Nummer 5 lebt! Damit haben wir auf dieser Tour 8 von 10 Dolomitenhöhenwegen kennengelernt.
    Der Abstieg zur Talschlusshütte gestaltet sich etwas mühsam. Bis Sexten sind es immerhin noch 1.000 Höhenmeter! Gerade noch vor einem Schauer kommen wir dort unten an. Eine Stunde später scheint wieder die Sonne. Wir wandern noch an der Fahrstraße entlang zur Fischleinbodenhütte. Wenige Minuten nachdem wir dort ankommen fährt ein Bus nach Sexten. Wir sparen uns die 4 Kilometer Talhatsch nach Sexten vor und steigen ein.
    In Sexten nehmen wir uns ein Zimmer, erledigen den Waschtag und gehen einkaufen. Die Vorräte sind ziemlich dezimiert. Nach einer großen Pizza sind wir aber recht müde und schnell im Bett. Morgen soll es schließlich in die Karnischen Alpen gehen!
    Das war heute ein absoluter Hammertag! So darf es gerne noch eine Weile bleiben! Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (22.08.2017 um 17:05 Uhr)

  17. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #17
    10. Tag: Sexten - Obstanserseehütte
    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Sonntag, 2. Juli 2017
    Strecke: 17 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.675 m, ↓ 675 m
    Gehzeit ohne Pausen: 6 h 45
    Strecke Etappe: 170 Km
    Höhenmeter Etappe: ↑ 9.200 m, ↓ 8.950 m
    Gehzeit Etappe: 59 h 45

    Der Tag beginnt nicht gut: Bei meinem Freund ist ein altes Hüftleiden wieder zutage getreten. Er kennt es gut aber kriegt es so kurzfristig nicht in den Griff. Es ist wohl nix gravierendes aber kurzfristig schmerzhaft. Für ihn heißt es: Abbruch. Nach langer Diskussion beschließen wir, dass er heim fährt und ich weitergehe. Sehr schade! Zu zweit macht es deutlich mehr Spaß!
    So steigt er in Sexten in den Bus und ich auf – in Richtung Karnischen Hauptkamm.


    Sexten mit Sextner Rotwand und Helmbahn

    Das tolle Wetter von gestern scheint vorbei. Es zieht immer weiter zu. Schade!
    Der Südalpenweg hält sich hier an geteerte Fahrstraßen und zieht zur Bergstation der Helm-Bahn hinauf. Beides ist nicht ganz so mein Ding. Ich steige oberhalb vom Ort im Wald auf und quere nach Osten. An einer kleinen Kapelle komme ich wieder auf eine kleine Straße.


    Eine kleine Kapelle am Weg hinauf auf den Helm

    Das Fischleintal mit Oberbachernspitzen, Zwölferkofel und Sextner Rotwand auf der anderen Talseite sehe ich immer mehr von oben.


    Die Sextner Dolomiten mit dem namensgebenden Ort

    Auf dem Heimatsteig steuere ich den Helm direkt an. Der Weg führt auf kleinen Pfaden durch Wald gleichmäßig aufwärts. Auf diesem Teil des Weges bin ich alleine unterwegs. Das ändert sich als ich in den Einzugsbereich der Bahnen komme: Hundertschaften an Tagestouristen pilgern von den Bergstationen auf den Helm und zur Sillianer Hütte hinter.


    Auf dem Helm liegt einem das Pustertal zu Füßen

    Hier betrete ich auf dieser Tour das erste Mal Österreichischen Boden.


    Die Grenze auf dem Helm

    Leider ist kaum noch blauer Himmel zu sehen. Beim Wandern ist es ja ganz angenehm, wenn es nicht zu heiß wird. Aber die Sicht ist damit leider auch eingeschränkt.


    Über den Kammweg geht es zur Sillianer Hütte

    Auf der Sillianer Hütte hatten wir gestern sicherheitshalber schon mal 2 Lager reserviert. An den Wochenenden und in bergbahnnähe bin ich vorsichtig geworden. Aber jetzt ist es gerade mal Mittagszeit. So bestelle ich die Lager wieder ab und reserviere mir eines in der Obstanserseehütte.
    Als ich wieder vor die Hütte trete liegen die Wolken auf dem Kamm auf. War ich doch etwas zu voreilig? Aber ich habe ja noch reichlich Zeit. Aber gute 4 Stunden sind das noch.


    Die Sillianer Hütte

    Wieder begegnen mir reichlich Radler. Hier verstehe ich das ja noch etwas eher als drüben in den Sextner Dolomiten. Aber auf dem Kammweg finde ich es schon recht grenzwertig.


    Radler vor der Hollbrucker Spitze

    Was dann folgt ist das, was man auf einem Höhenweg erwartet: Es geht auf dem Karnischen Hauptkamm entlang, immer die Höhe haltend mal auf und mal ab von einem Gipfel zum nächsten.


    Wandern auf dem Karnischen Höhenweg

    Seit der Hollbrucker Spitze bin ich wieder so gut wie alleine unterwegs. Die Fahrradfahrer und die Massen bleiben wohl im Dunstkreis der Sillianer Hütte. Im Süd-Westen stehen die Dolomiten und im Nord-Osten grüßen die Villgrater Berge. Der Weg ist abwechslungsreich und eigentlich nicht zu verfehlen.


    Die Villgrater Berge

    Ganz alleine bin ich hier dann aber zum Glück doch nicht.


    Murmeltiere gibt es in den Karnischen Alpen reichlich

    Mich wundert immer wieder wie dicht man hier an die kleinen Racker herankommt. Und das obwohl der Karnische Höhenweg eigentlich doch recht stark begangen ist.


    Der Karnische Höhenweg ist gut ausgebaut und gut markiert

    Auch auf diesem Kamm sind wieder die Stellungen des ersten Weltkriegs zu sehen. Obwohl wir hier genauso hoch sind wie in den Dolomiten erscheinen die Stellungen durch den meist grünen Kamm und die weniger felsigen Gipfel nicht ganz so hochalpin.
    Die höchsten Gipfel heute haben so schöne Namen mit Demut (2.592 m), Schöntalhöhe (2.635 m) oder Eisenreich (2.665 m). Leider gibt es heute von den Gipfeln keine Aussicht – Die Wolken hängen einfach zu tief.


    Der Südalpenweg zwischen Sillianer und Obstanserseehütte

    Der Weg führt um eine letzte kleine Spitze herum.


    Ein letzte Mal geht es für heute aufwärts

    Dann kann ich mein Tagesziel von heute vor mir liegen sehen.


    Der Obstansersee mit seiner Hütte

    Die Obstansersee-Hütte (2.304 m) hat keine Zufahrt und auch keine Materialseilbahn. Sie wird also mit dem Helikopter versorgt. Trotzdem liegen am Ufer des Sees ein paar Boote, die man ausleihen kann um auf dem See herum zu gondeln. Liegestühle stehen vor der Hütte – leider fehlt aktuell die Sonne dazu.
    Ich checke ein und beziehe mein Lager. Das waren jetzt doch noch über 4 Stunden, die ich gebraucht habe. Und so viel Pause habe ich nicht gemacht.


    Die Obstansersee-Hütte

    Nach dem Abendessen kommt dann sogar nochmal die Sonne heraus. Und gleich sieht alles noch freundlicher aus: Der kleine See, die Hütte, das Lesachtal unter uns, ...


    Am Abend kommt nochmal die Sonne raus

    Die Wolken verziehen sich und es wird noch ein schöner Abend. Hoffentlich bleibt das morgen auch so! Mir hat es heute ganz gut gereicht. So bin ich pünktlich im Bett und schlafe gut.
    Als ich einmal kurz nach Mitternacht aufwache scheint mir der Mond durch das Fenster ins Gesicht. Ich schnappe mir die Kamera und verziehe mich nochmal nach draußen.


    Die Obstanserseehütte bei Vollmond

    Aber leider zieht es schon wieder zu.

  18. Fuchs
    Avatar von blauloke
    Dabei seit
    22.08.2008
    Ort
    Schnaittenbach
    Beiträge
    1.509

    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #18
    Hallo Wafer,

    eine tolle Gegend hast du dir da ausgesucht. Bin gespannt wie es weiter geht, vor allem wann.

    Wie viel "Projekte" hast du zur Zeit eigentlich am Laufen die du noch fertig machen willst? Bei dir verliert man leicht den Überblick.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  19. AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #19
    Hallo Blauloke.

    Es freut mich immer, zu sehen, dass man sich die Mühe nicht umsonst macht! Und du scheinst mich sehr regelmäßig zu lesen. Aber unsere Touren ähneln sich auch verblüffend oft!

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,

    eine tolle Gegend hast du dir da ausgesucht. Bin gespannt wie es weiter geht, vor allem wann.
    Das würde mich ehrlich gesagt auch interessieren. Ich habe hier ja was im Süden begonnen, wo man auch mal am Ende des Jahres die eine oder andere Etappe machen kann. Aber die Anreise ist schon ein Aufwand. Wegen einem Wochenende lohnt sich das nicht!

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Wie viel "Projekte" hast du zur Zeit eigentlich am Laufen die du noch fertig machen willst? Bei dir verliert man leicht den Überblick.
    Nun, da müsste ich mal kurz nachdenken ...
    • Dieses hier natürlich.
    • Der E1 von Reutlingen nach Norden - Hier wollte ich dieses Jahr nochmal los. Wir waren zwar im Sommerurlaub da oben - das hast du vielleicht im "Wo bin ich?"-Faden mitbekommen - aber zum Wandern sind wir nicht gekommen. Und wie weit das geht ist ja auch noch völlig offen.
    • Der Westweg - Hier war ich kürzlich unterwegs. Die Bilder schauen mich von der Platte schon ganz schief an weil ich diesen Bericht vorgezogen habe beim Schreiben. Ich könnte mir auch vorstellen, aus dem dann eine Tour "E1 nach Süden" zu machen.
    • Mit dem Fahrrad wollte ich dieses Jahr den Weg über Neckar und Rhein an die Nordsee abschließen. Leider musste ich dann aber wegen widrigem Wetter einen Tag vor Schluss abbrechen. Also ist das auch noch offen.
    • Auch der Radweg mit Neckar und Donau ist noch offen. Da bin ich ja dieses Jahr bis Budapest gefahren. Hoch spannend. Der geht auf jeden Fall noch weiter!

    Mehr fällt mir gerade nicht ein. Oder habe ich den Überblick auch schon verloren? Ich stelle mir das so vor, dass ich immer ein Projekt im Norden (das ist aktuell der E1) offen habe, das man bei gutem Wetter dort oben weiter verfolgen kann. Eines im Süden (Südalpenweg) das man auspacken kann wenn es sonst nirgends mehr geht. Und dann natürlich eines direkt vor der Haustür (Westweg). Für die Wochenenden und so. Dass ich das jetzt auch für das Fahrrad mache ist mir so direkt noch gar nicht aufgefallen.

    Gruß Wafer

  20. Fuchs
    Avatar von MaxD
    Dabei seit
    28.11.2014
    Ort
    Bruchköbel
    Beiträge
    1.041

    AW: [IT][AT][SI]Der Südalpenweg – Von Bozen nach Osten

    #20
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Blauloke.

    Es freut mich immer, zu sehen, dass man sich die Mühe nicht umsonst macht! Und du scheinst mich sehr regelmäßig zu lesen. Aber unsere Touren ähneln sich auch verblüffend oft!
    Tatsächlich, da ist etwas dran. Eure Berichte muten sehr ähnlich an.
    Also, zum Bericht. Danke für das Teilhaben lassen! Habe mich tatsächlich ein wenig "mitgenommen gefühlt".
    Mir gefällt die gelassene Art und Weise, wie Du diese und andere Touren angegangen bist. Das möchte ich für mich noch lernen, aber allzu oft dauert das Gelassenheit finden länger als die Tour.

    Neben den interessanten Strecken ist das ein Grund mehr, Deine Berichte zu lesen.
    Btw...das Einbinden der Hüttenstempel ist eine wirklich nette Idee.
    ministry of silly hikes

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)