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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #41
    Mitreisende: willo
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen

    Und irgendwie erinnert die Landschaft ein bisschen an Litauen. Es fehlen dazu nur noch die vereinzlten Sauerampfer-/Pilze-/Beeren-sammelnden Bürger im Wald.

    Und vielen Dank für die Taschen-Info. 28 l Inhalt (zusammen) bedarf schon einiger Planung, wenn man eher die 40 l von Ortlieb gewohnt ist, obwohl, wenn man die sowieso nie vollständig nutzt ... ich werde mal nachmessen :-)
    Blaubeeren-Sammler sehen wir tatsächlich recht viele auf der gesamten Strecke bisher.
    Das mit den Taschen funktioniert nur solange mir der Summerlite reicht - wenn ernsthaft längere Zeit mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu rechnen wäre - würde das packtechnisch eine große Herausforderung werden. Letztes Jahr in den Rocky Mountains hätte ich nachts alle Klamotten an die ich dabei hatte und es war immer noch kalt - aber die Temperaturen haben sich dann schnell gebessert.
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #42
    Tag 13

    Nach dem mittlerweile gewohnt frühen aufstehen und der obligatorischen Dusche bauen wir leise unser Zelt auf dem ansonsten noch komplett verschlafenen Platz ab. Unser erstes Etappenziel für heute wird das Örtchen Flen in ca 12 km Entfernung sein. Dort befindet sich der nächstgelegene Supermarkt, der nicht erst um neun aufmacht. Bis Flen nehmen wir leider eine recht viel befahrene Straße, aber der Gedanke an ein schönes Frühstück lässt uns auch den Verkehrslärm ertragen.

    Nachdem wir das Frühstück eingekauft haben verlassen wir Flen auf einer Nebenstraße in Richtung Südwesten. Wenige Kilometer hinter dem Ort machen wir an einem Grabfeld aus der Bronzezeit unsere Frühstücksrast. Die Sonne brennt schon ordentlich und vom angekündigten Regentag ist bisher nichts zu sehen.

    Wir fahren weiter durch eine wunderschöne Sommerlandschaft. Goldgelber Roggen und Hafer wechseln sich mit grünen Weiden und kleinen Waldstücken ab. Leider weht der Wind immer noch stark aus West Süd-West, so dass bei unserem aktuellen Südkurs jede Linkskurve temporäre Erleichterung bedeutet und jede Rechtskurve direkt in die Beine geht. Ansonsten verläuft die Etappe erstmal unspektakulär, außer dem winzigen Ålberga passieren wir keine Dörfer oder Städte. Irgendwann treffen wir auf eine einsame Tankstelle an der wir uns noch ein Eis gönnen. Da der Regen allerdings komplett auszubleiben scheint und die sonne uns weiter kräftig einheizt, freuen wir uns über den schönen Tag und radeln weiter Kilometer um Kilometer.

    Leider fangen irgendwann meine Oberschenkel an zu schmerzen und wünschen sich einen Tag Pause; Kati geht es ganz ähnlich. Die mittlerweile 300 km Gegenwind der letzten Tage und das ausgesprochen zackige Wellenprofil heute tun ihr Übriges. Immerhin haben wir nun wieder fast die Küste erreicht und steuern auf die Fähre in Säterholmen zu. Die sehr lange Abfahrt runter an die Küste ist eine Wohltat und sich das hier bietende Bild lässt und die Strapazen kurzzeitig vergessen. Auf der fast türkisen Ostsee schaukeln unzählige Boote sanft in den Wellen und überall am Horizont sind kleine grüne Inseln zu sehen. Die Sonne taucht das ganze in ein wunderschönes Licht und der weite Sandstrand von Kvarsebo, eingebettet in schroffe Felswände, lädt zu einem Bad ein.

    Nach einer kurzen Rast an diesem wunderschönen Ort fahren wir noch zwei Kilometer die Küste in Richtung Westen entlang bis wir auf den Fähranleger treffen. Nach kurzer Wartezeit setzen wir über und mobilisieren für die letzten 20 km noch einmal die letzten Kräfte.

    Der Campingplatz von Stegeborgsgården liegt genau vor der nächsten Fährpassage in einer kleinen Bucht eingerahmt von einem Naturschutzgebiet. Auf der gegenüberliegenden Uferseite thront die Ruine von Schloss Stegeborg. Das wir hier noch einen Freien Platz in Waschmaschine und Trockner ergattern können macht unser Glück perfekt. Wir lassen den Abend im kleinen aber feinen Restaurant des Platzes, dass sich ganz der Verwendung lokaler Zutaten verschrieben hat, ausklingen. Beim Essen spielen wir verschiedene Optionen für einen Ruhetag durch. Wahrscheinlich werden wir ihm im Spa und Wellnessbereich des Schwimmbades Västervik verbringen - leider liegen da noch rund 140 km Wegstrecke dazwischen.
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #43
    Danke, jetzt hast Du ausgerechnet den Ortsnamen genannt, in dessen Nähe ich die Sommer meiner Kindheit verbracht habe.

  4. Administrator
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #44
    Heute gibt es leider keinen Bericht. Ein Kind hat im Schwimmbad mein iPhone runtergeschmissen und es ist kaputt. Wenn ich morgen ein neues bekomme geht es hier weiter...
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #45
    Oh, der hier jetzt fehlende Bericht ist da ja noch ein geringer Verlust (Bitte nicht falsch verstehen!).
    So ein vollständig kaputtes Handy ist da viel weniger zu verschmerzen.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #46
    Das ist ja ärgerlich. Ich hoffe, Du bekommst es ersetzt.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #47
    Bekomme es nich ersetzt. Kind ist erschrocken abgedampft. Wird mich aber nicht aus der Bahn hauen - morgen machen wir sowieso einem Ruhetag hier in Västervik. Wenn ich da irgendwo ein neues bekomme trage ich den heutigen Tag nach und es geht normal weiter.
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #48
    da drücke ich dir und uns die Daumen, dass es klappt mit einem neuen Handy.
    Dein Bericht weckt viele Erinnerungen und Sehnsucht, mal wieder in Schweden zu radeln.
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #49
    Es war tatsächlich möglich in västervik ein aktuelles iPhone ohne Vertrag zu bekommen. Geht also heute Abend weiter...
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  10. Administrator
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #50
    Tag 14

    Heute stehen wir extra früh auf und beeilen uns sehr mit der Wäsche und dem Zusammenpacken, denn wir wollen unbedingt die Fähre um 6:40 Uhr direkt vom Campingplatz nehmen. Im verschlafenen Schweden sind wir natürlich die einzigen Passagiere auf der nicht besonders kleinen Fähre. Nach dem Übersetzen gibt es ein sehr rudimentäres Frühstück aus den Resten die wir noch dabei haben: Wasa, Tubenkäse und einen Apfel. Außer den großen Supermärkten machen in Schweden fast alle Läden erst um zehn auf, schließen dafür auch schon um sechs. Die meisten Cafés am Wegesrand machen zwischen elf und eins auf…

    Der lange angekündigte Wetterumschwung scheint heute tatsächlich stattzufinden - dunkle Wolken ziehen nach und nach auf. Bei ungewöhnlich stillem Wind, fahren wir die ersten 40 km nach Waldemarsvik auf dem wunderschönen Kustlinjen Radweg in einem Stück durch. Dort angekommen machen die ersten Cafés zu unserer Überraschung schon um neun auf und wir gönnen uns ein sehr leckeres zweites Frühstück. Während wir die feinen Teilchen genießen und uns über das noch stabile Wetter freuen planen wir die heutige Etappe um. Anstatt bis Gamleby zu fahren wollen wir ca. 30 km weiter bis Västervik um dort unseren zweiten Ruhetag zu verbringen - unsere Beine Verlangen danach.

    Gegen Mittag - wir folgen immer noch dem Kustlinjen und fahren einen Großteil der Schärenküste aus - haben wir schon über 80 km geschafft und gönnen uns ein gutes Stück vor Gamleby einen Imbiss in einem kleinen Kunst-Café. Das Wetter wird nun merklich schlechter und der aufziehende Regen liegt förmlich in der Luft.

    Am frühen Nachmittag kommen wir im Västervik Ressort an - ein gigantischer Campingplatz mit eigener Schwimmhalle und diversen Restaurants. Eigentlich ein echter Alptraum, aber für einen Ruhetag genau richtig. Als ich nach dem Einchecken - unverschämte 40 Euro pro Nacht - aus der Rezeption komme fängt es an zu regnen. Wir haben echt Glück gehabt und einen weiteren trockenen Tag auf dem Rad zu verbuchen.

    Nach dem Aufbau des Zeltes auf einer kleinen abgeschirmten Zeltwiese machen wir uns auf ins Schwimmbad. Seine 15 Euro Eintritt ist es auf keinen Fall wert, aber es gibt eine Sauna, diverse Whirlpools und noch ein Spielbecken für Kinder. Ein richtiges Schwimmbecken gibt es gar nicht. Beim umziehen ragt dann noch ein ca. fünf jähriger Junge, ohne irgendwelche Elternbegleitung, alle meine Sachen von der Bank. Dabei zerspringt das Glas meines IPhones in tausend Stücke - Scheisse! Als ich etwas lauter fluche rennt der Junge weg. Da ich das Telefon unbedingt für meinen Job brauche, muss also morgen ein neues besorgt werden - sicher nicht die leichteste Aufgabe in einer schwedischen Kleinstadt.
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  11. Administrator
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #51
    Tag 15

    Leider habe ich mir am gestrigen Ruhetag einen Magen Darm Infekt oder was ähnliches eingefangen und habe die gesamte zweite Tageshälfte mit rumliegen im warmen Whirlpool verbracht. Immerhin hatte ich auch gegen Abend noch kein Fieber bekommen und wir beschließen zumindest einen Wecker zu stellen und dann spontan zu entscheiden ob wir heute weiterfahren oder nicht.

    Als ich heute morgen aufwache ist mein Allgemeinbefinden deutlich besser geworden, aber ich habe immer noch leichte Bauchschmerzen. Wir beschließen die 100 km Etappe bis Oskarsham in Angriff zu nehmen, zumal es entlang der Strecke einige weitere Campingmöglichkeiten gibt.

    Die Etappe führt uns weiter durch die Küstenlandschaft, aber leider ohne den ständigen Kontakt zur Wasserlinie die uns der Kustlinjen in den letzten Tagen beschert hatte. Trotzdem ist die Landschaft schön und das Wetter gerade noch im Bereich des Schönen. Es ziehen von Zeit zu Zeit dunkle Wolken auf und der Wind bläst uns leider immer noch recht stramm entgegen.

    Nach dem Frühstück direkt hinter unserem Startpunkt Västervik passieren wir keine größeren Siedlungen und Dörfer für fast 80 km. Das bedeutet leider auch, dass wir mit Wasser aus der Trinkflasche als einzige Erfrischung vorlieb nehmen müssen. Entgegen unserer Planungen entwickelt sich die Etappe mehr und mehr zur echten Herausforderung. Nicht nur dass es wesentlich mehr Höhenmeter zu bewältigen gibt als geplant, zusätzlich sind auch rund 50 % der Strecke auf unbefestigten wegen zurückzulegen und meine Magenschmerzen Schwächen mich doch recht stark.

    Eine zusätzliche Motivation bietet allerdings, das wir seit gestern Abend wissen, dass Freunde von uns mit einem Wohnwagen in Oskarsham Station gemacht haben und wir die Option auf ein gemeinsames Grillen haben.

    So pflügen wir uns weiter Kilometer um Kilometer durch den steinigen Untergrund und gegen den kalten Wind. Die nach wie vor sehenswerte Landschaft nehmen wir fast nur noch zur Kenntnis wenn sich eine schönes Motiv zum fotografieren bietet. Immerhin bietet sich nach rund 80 km mit einem Golfclub eine Gelegenheit für ein Eis und ein kaltes Getränk - beides wird dankend mitgenommen.

    Der Campingplatz in Oskarsham, den ich nach etwas mehr als 100 km völlig erschöpft erreiche, liegt sehr schön direkt an der felsigen Küste und bietet gute Bademöglichkeiten. Noch besser ist allerdings, dass wir kurz nach aufbauen der Zelte direkt auf unsere Freunde treffen und die Einladung auf Grillen und ein kaltes Bier noch steht. So verbringen wir einen angenehmen Abend mit Ihnen bevor es morgen weiter Richtung Süden geht.
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #52
    das klingt im Fazit gut, aber unfit solche Strecken zu radeln - da gibt es angenehmeres. Ist die Windrichtung eigentlich typisch für die Ecke? Wenn ja, wäre das ja eine Sache, die man eventuell bei eigenen Planungen berücksichtigen kann. Bisher bin ich eigentlich immer von Süd nach Norden gefahren und eben Teilstrecken wieder zurück.
    Gute Besserung!
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #53
    Da du gestern und auch heute Abend noch nichts geschrieben hast, fürchte ich, deine Schmerzen sind stärker geworden.
    Ist alles in Ordnung?
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #54
    Ja, musste zwei Tage aussetzen. Waren ganz kurz vor dem Abbruch der Tour, sind dann heute aber doch weiter gefahren. War eine der besten Etappen heute. Bericht kommt gleich
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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #55
    Tag 16

    Die letzten zwei Tage sind wir nicht gefahren, sondern weiter in Oskarsham geblieben. Der Grund war, dass sich mein Infekt weiter verschlimmert hatte und ich nicht mehr in der Lage war überhaupt noch das Zelt zu verlassen. Dankenswerter Weise konnte Kati auf dem Campingplatz ein Ferienhaus mit Toilette und Dusche ergattern, so dass ich die Krankheit etwas komfortabler ausstehen konnte.

    Leider liege ich wie schon geschrieben, den Großteil der Zeit im Bett. Oskarsham erweist sich definitiv als der bisher schönst gelegene Platz der Tour. Inmitten der wunderschönen Schärenküste und von schön angelegten Wanderwegen umgeben. Dazu gibt es viele Badestellen und tolle Aussichten. Kati langweilt sich die zwei Ruhetage lang jedenfalls nicht, zumal das Wetter weiter recht stabil bleibt und der Sommer im Vordergrund steht.

    Heute morgen müsste dann eine Entscheidung getroffen werden, ob wir die restlichen 400 km noch angehen können oder wir uns lieber einen Mietwagen und Hotels für die letzten Tage nehmen sollten. Bis auf ein flaues Gefühl im Magen fühle ich mich ganz gut und wir entscheiden die heutige Etappe nach Nybro in Angriff zu nehmen. Zumal sich in Kalmar eine weitere Stadt mit allen Optionen auf dem Weg befindet.

    Wir essen also noch ein gutes Frühstück in unserem Ferienhaus und sind dann gegen halb zehn auf der Strecke. Wir folgen der Ostseeküste Richtung Süden bis Kalmar um dann den Ostseeküstenradweg zu verlassen und den Sverigeleden nach Nybro zu nehmen.

    Alle äußeren Faktoren meinen es heute extrem gut mit uns. DasWetter ist perfektes Radfahrwetter, schön warm, kaum Wind und die Sonne brennt nicht zu stark. Die Strecken selber führt uns zunächst durch eine offene Heidelandschaft die immer wieder durch lichten Kiefernwald unterbrochen wird. Immer wieder zeigt sich auch die Ostsee mit der langsam ausklingenden Schärenlandschaft. Später wechselt die Heide zunehmend in eine offene Kulturlandschaft mit vielen Brachen und Wiesen auf denen Rinder stehen.

    Wir kommen sehr fix voran und sowohl die nicht vorhandenen Höhenmeter als auch die frischen Beine tragen ihr bestes dazu bei. Auch nach 50 km fühlen wir uns noch komplett frisch. Sehr schön sind auch die vielen alten Dörfer entlang der Strecke. Sie kündigen sich oft schon Kilometer vorher durch beidseitige uralte Trockenmauern entlang des Weges an.

    Eine ausgiebige Rast machen wir an einem schönen Café in Ljungnäs Villan. Hier gibt es viele frische kleine Teilchen in einem sehr gepflegten Garten zu genießen. Die Badestelle in der Ostsee ist uns allerdings zu kalt.

    Kurz vor Kalmar biegen wir in Richtung Westen ab. Die Landschaft verändert sich nicht groß, aber die Anzahl der Trockenmauern steigert sich nochmals deutlich. Bis Nybro liegen leider keine Dörfer mehr auf dem Weg die noch Möglichkeit zu einer weiteren Erfrischung geboten hätten. Also fahren wir gegen kurz nach vier auf dem Campingplatz in Nybro ein, der an einem kleinen See am Stadtrand gelegen ist. Der Platz ist sehr klein und hat nur minimalste Ausstattung, ist aber eigentlich ganz schön wenn auch etwas zu stadtnah für meinen Geschmack.

    Nybro selber ist eine der trostlosesten Städte die ich je in Schweden gesehen habe. Jeder zweite laden in der Innenstadt steht leer und 50% der redlichen Läden sind typische Ramschläden. Ausnahmslos alle Restaurants sind Pizza-Döner Imbisse oder Billig-Asia-Restaurants. Da Alle Läden hier spätestens um sechs schließen und mit ihnen die meisten Restaurants wirkt die Altstadt zusätzlich wie ausgestorben. Wer kann, ist wahrscheinlich sowieso schon weggezogen.

    Nach dem “Genuss” einer Pizza laufen wir wieder zurückzunehmen Platz. Leider stellen sich einige der Gäste als lärmende Trinker heraus - mal sehen was die Nacht noch bringt.
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  16. Freak Liebt das Forum

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #56
    Na hättest du mal was gesagt, bis Oskarsham sind keine 40 Kilometer, war ich letzten Donnerstag und in Kalmar war ich heute.
    Allerdings blies der Wind kräftig und sehr angenehm, morgen ab etwa Mittag ist Regen angesagt, hat heute Abend schon zugezogen. Donnerstag wieder schönes Wetter.
    Nybro wird immer schlimmer.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #57
    Zitat Zitat von willo Beitrag anzeigen
    Ja, musste zwei Tage aussetzen. Waren ganz kurz vor dem Abbruch der Tour, sind dann heute aber doch weiter gefahren. War eine der besten Etappen heute.
    Prima
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

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    AW: [SE] Radtour entlang der schwedischen Ostsee.

    #58
    Tag 17

    Leider haben wir in der letzten Nacht, wie befürchtet, nur wenig Schlaf bekommen. Die Trinker haben den ganzen Abend über Zuwachs bekommen und waren extrem laut. Bis drei Uhr nachts war an schlafen nicht zu denken. Dementsprechend gelaunt brechen wir in den überall und seit Tagen angekündigten Regentag auf. Immerhin ist es bisher nur stark bewölkt. Zur Belohnung kaufen wir uns beim ICA ein extra leckeres Frühstück, welches wir schon nach wenigen Kilometern, solange es trocken ist, mitten in der Natur verdrücken.

    Unsere Laune ist ob der herrlichen Umgebung natürlich schnell besser geworden und wir genießen ohne merklichen Wind oder Höhenmeter das gute vorankommen. Wir folgen zunächst dem Sverigeleden, bis wir dann in Skruv auf den Utvandraleden stoßen. Dieser führt uns durch malerische kleine Dörfer und Ortschaften die alle in dem Buch “Die Emigranten” von Vilhelm Moberg eine Rolle spielen. In Skruv machen wir auch eine kleine Rast in einer schönen Bäckerei in der im hinteren Bereich offensichtlich sogar noch komplett selber gebacken wird. Die angebotenen Teilchen schmecken uns vorzüglich.

    Langsam wird auch der Himmel nicht mehr dunkler und dunkler, sondern wieder langsam heller. Laut Regenradar ist das Unwetter über uns hinweggezogen ohne uns mit regen zu beschenken. Diesen Sommer haben wir wirklich Glück. Wir befinden uns seit fast drei Wochen in einem Tiefdruckgebiet und haben erst 1.5 Regentage hinter uns und einige Tage sogar echtes Sommerwetter gehabt. Petrus scheint noch ein schlechtes Gewissen von unser Tour 2015 zu haben.

    Uns über das Wetter freuend geht es weiter auf der Auswanderer-Route. Wir passieren weiter schöne kleine Dörfer und viel Kulturlandschaft. Größere Waldflächen bleiben hier im Süden die Ausnahme. Dort wo mal ein Lichtes Stück Wald passiert wird, beobachten wir viele Beerensammler links und rechts des Weges. Kurz hinter dem Ort Bro hält ein Landwirt auf einer Wiese eine große Menge Rotwild, welches sich mit merkwürdigen Grunzen über uns beschwert.

    Kurz vor Tingsryd, unserem heutigen Ziel, treffen wir auf einen alten Bekannten aus 2015: den Banvallsleden. Dieser Radweg hatte uns damals schon ausgesprochen gut gefallen und wir überlegen unsere Strecke etwas umzuplanen um diesen nochmal bei schönem Wetter zu fahren. Am Campingplatz angekommen lesen wir dann noch vom 2016 neu eröffneten Premiumradweg SydOstLeden der den Banvallsleden weitgehend einschließt und bis runter nach Simrisham führt. So einen Premiumweg wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und wir beschließen die Tour etwas zu verlängern und Morgen auf diesem neuen Weg der Extraklasse über Urshult, Ryd, Mörrum bis nach Ahus zu fahren und am Freitag dann von dort über Simrisham nach Löderup, so dass wir am Samstag bequem die Fähre von Trelleborg nehmen können.

    Der Campingplatz ist ganz schön an einem See gelegen, aber ansonsten fest in Dauercamperhand. Ein guter Platz für eine Nacht, aber auch nichts was in Erinnerung bleibt. Das gilt natürlich auch wieder für das Abendessen: In Tungsryd können wir aus sechs Pizza-Döner wählen - Alternativen gibt es keine.

    Anzumerken bleibt noch, dass ich endlich mal wieder im Minigolf zu alter Stärke gefunden habe und eine glatte 2er Runde spiele - ein klarer Sieg und somit die Führung dieses Jahr. Allerdings ist mit traditionell 2 verschiedenen Bahnen in Löderup noch alles offen.
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    #59
    Zitat Zitat von willo Beitrag anzeigen
    ... über Urshult, Ryd, Mörrum
    Mörrum - das kenne ich. Da war ich mal im "Winter" zu Fuß auf dem Blekingeleden unterwegs. Der Ort schien hauptsächlich vom Lachs(fischen) zu leben.
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    #60
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Bisher bin ich eigentlich immer von Süd nach Norden gefahren und eben Teilstrecken wieder zurück.
    Wir wollten auf jeden Fall von Nord nach Süd fahren damit es im Laufe der Tour eben immer wärmer wird. Andersherum wäre ziemlich demotivierend für uns. Ist auch gut aufgegangen so. Der Wind war für einen Sommer einfach viel zu stark in der zweiten Woche.
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