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  1. Eierlegende Wollmilchsau

    #1
    Hallo liebe Gemeinde,

    Ich brauche einen neuen Schlafsack, und da ich vorhabe, in einem Jahr eine Fahrradreise von hier nach Vietnam zu starten, möchte ich hier definitiv nicht am falschen Ende sparen.
    Ich habe mich bei anderen Weltreisenden informiert und ein paar Ideen gefunden, aber jetzt erstmal der Fragebogen:

    1. Bei welchen Temperaturen soll der Sack eingesetzt werden?
    Gute Frage, also das extremste was ich bisher gefunden habe waren -12 bis 40 Grad, aber ich vermute bzw hoffe, dass sich mein durchschnittlicher Bereich zwischen -5 und 30 Grad befinden wird.

    2. Wie groß bist du? Gewicht ? Geschlecht ? Statur?
    (eher schmal, normal, kräftig, ...)
    Größe 1.91, Gewicht 70 KG, männlich, also dünn, aber nicht ganz unmuskulös

    3. Wie ist dein persönliches Kälteempfinden?
    Ich glaube, ich bin nicht besonders Kälteempfindlich, aber ich laufe nicht im Schnee mit kurzer Hose rum.

    4. Hättest du gern einen breiteren Schlafsack? (Körperbau / unruhiger Schläfer / Seitenschläfer)
    Nein, da ich jedes zusätzliche Gewicht mitschleppen muss und normalerweise überall und in allem schlafen kann.

    5. Wieviel Geld willst du ausgeben?
    Nicht wichtig, ich möchte eher ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Also nicht für einen extra Grad 300 Euro mehr ausgeben.

    6. Beschreibe bitte in wenigen Sätzen den Einsatzbereich des Schlafsacks (wichtig: Jahreszeit, Witterung, Land, Einsatzdauer)
    Hier wird es kompliziert, da der Einsatzbereich so unterschiedlich ist. Ich werde im März in Deutschland los, aber mitten im Hochsommer vermutlich in Iran etc unterwegs sein. Einsatzdauer wird denke ich so 9 Monate, aber ich möchte den Schlafsack natürlich auch für kleinere Touren davor benutzen.

    7. Wo liegen Deine Prioritäten? (Gewicht/ Preis/ Komfort/ ...)
    Priorität ist definitiv Gewicht und Isolation.

    So, also meine Ideen waren folgende:
    1. cumulus comforter L500+Hüttenschlafsack
    2. Cumulus Lite Liner 400+Thermolite Reactor
    3. Alpkit PipeDream 600 Long Hydrophobic
    4. Cumulus Panyam 600 + leichtes Inlet

    Als Isomatte würde ich denke ich die Therm-a-Rest Ridgerest Solar nehmen, da dies die wärmste Schaumstoffmatte ist, die ich gefunden habe. Aufblasbare Isomatten denke ich sind zu gefährdet.

    Also mein Hauptproblem sind die krassen Temperaturunterschiede, weswegen ich bei der Entscheidung einfach nicht weiterkomme. Im Moment denke ich, das sinnvollste System wäre vermutlich mittelwarmer Schlafsack + Hüttenschlafsack, als Art Zwiebelsystem. Der Comforter hat es mir aber vom Gewicht her angetan.

    Habt ihr sonst noch Ideen/Vorschläge/Anregungen?
    Soweit schon mal vielen Dank fürs durchlesen.

  2. Dauerbesucher
    Avatar von Freierfall
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    AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #2
    Ich habe den Comforter, (L430) und finde ihn für so einen weiten Anwendungsbereich geradezu ideal. Sehr flexibel, im Sommer als Decke, ggf. sogar mit "zur Seite geschüttelten" Daune. Ich halte normalerweise nichts von Linern, ein dünnee (Seiden-?)-Inlet ist aber ggf. nicht verkehrt, bsp. auch wenn du Unterkunft irgendwo bekommen solltest, wo du aus hygiene-Gründen nicht die Bettwäsche nutzen möchtest. Alternativ würde ich mir aber auch einen Kunstfaser-Quilt ansehen, bsp. den von AsTucas. Bei Dauerbeanspruchung in der Nässe muss man sich bei Daune regelmäßig Pausen zum Trocknen nehmen, das ist auf dem Rad zwar gut möglich, kann aber ggf. nerven.

  3. AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #3
    Du wirst kaum die krassen Temperatunterschiede innerhalb einer Woche haben, wie wäre es mit hin und weg schicken? Wenn zu warm das Isozeug nach Hause, und luftiges postlagernd in Empfang genommen haben. Und später dann wieder andersrum..

  4. AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #4
    Danke an euch beide schon mal für die Antworten.

    Kunstfaser habe ich mir noch mal angeschaut, aber das ist einfach doppeltes Gewicht und Packmaß. Also ich werde es mir noch mal überlegen, aber ich glaube ich investiere lieber in ein trockenes Zelt und einen guten Trockensack.
    Hin und Weg schicken ist tatsächlich eine gute Idee, in diesem Fall brauche ich aber am Anfang den warmen Schlafsack, korrigieren wir also die Anforderung auf den -5 bis 15° Bereich.

    @Freierfall, hast du den Comforter bei den Temperaturen schon getestet? Auf einer anderen Seite habe ich zwar auch gutes darüber gelesen, aber meine größte Sorge ist einfach, dass ich zu viel Temperatur über den Kopf verliere, sodass sich das Gewichtsersparnis wieder ausgleicht.

  5. Gerne im Forum

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    AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #5
    Wenn Du wirklich mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt rechnest, und das ist bei Deiner Tour ja fast vorhersehbar, solltest Du Deinen Kopf entsprechend isolieren-meine bescheidene Meinung. Über den Kopf verlierst Du einen erheblichen Teil Deiner Körperwärme und das merkt man. Ich habe keines der von Dir genannten Modelle, Cumulus wird aber häufig empfohlen, wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Allerdings liest man hier im Forum auch immer wieder, dass die Temperaturangaben sehr optimistisch sind.

    Ich empfehle einen Schlafsack, den Du alternativ auch als Decke nutzen kannst, für etwas wärme Temperaturen. Wenn es richtig warm wird, etwa in Vietnam, wirst Du wahrscheinlich ja ganz ohne Schlafsack pennen.

    Den Liner finde ich persönlich übrigens gerade bei längeren Touren durchaus praktisch, aber da scheiden sich die Geister. Zum einen schonst Du den Schlafsack, zum anderen kannst Du ihn ggf. auch alleine einsetzen. Wenn es richtig kalt wird, mag er Dir etwas mehr Isolation geben, aber da ist dann ein guter Schlafsack ausschlaggebend.

    Mit Daune bin ich bislang gut gefahren-selbst, wenn ich ein paar Tage am Stück meinen Schlafsack nicht lüften konnte, auch in feuchten Gebieten wie Schottland, hat der Schlafsack tadellose Dienste geleistet. Und irgendwann gibt es immer eine Möglichkeit, bei der man die Tüte kurz lüften kann.

    Aber es gibt auch mittlerweile sehr leichte Kunstfaser, die sehr gut zu transportieren ist.

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Freierfall
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    AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #6
    Die beste Verfügbare Kunstfaser ist mWn climashield apex, dass ist immer noch erheblich voluminöser als Daune bei gleicher Isolation. Und geht, wir ich gehört aber nicht selbst getestet habe, durch 'aggressive kompression' schneller kaputt.

    @Kopfisolation: hast du nicht sowieso etwas passendes dabei? Ich hab in meinem l430 bis zum Gefrierpunkt geschlafen, dabei am Oberkörper longsleeve+Fleece mit Kapuze + Mütze + Buffet getragen (und unten rum longjohns, meine Wanderhose und mitteldicke Merino Socken) (ich bin insg. Verfroren)
    Bei -5° hätte ich die Daunenjacke noch mit angezogen. Der 500er comforter sollte noch etwas wärmer sein, und insb weniger Problematisch mit zur Seite Rutsche den Daunen haben (der 430er ist bewusst unterfüllt)

  7. Lebt im Forum

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    AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #7
    WM Megalite & Reactor Extreme bei mir ohne Klamotten gut bis ca - 9 Grad, darunter halt mit Klamotten.
    Nach oben durch die Deckenoption no Prob.

    Kleines Packmass, Gewicht gesamt ca 1100 g.

  8. AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #8
    Ok noch mal Danke an alle Vorschläge. Ich habe eine Mail an Cumulus abgeschickt. Dort wurde mir (von ihren Optionen) der Panyam 450 empfohlen. Ich wiege inzwischen jedoch doch eher wieder zu einem Kunstfaserschlafsack, da ich jetzt online häufig gelesen habe, dass Kunstfaser auch Kompression besser wegsteckt. Packvolumen ist gar nicht so entscheidend, der Schlafsack kommt eh hinten auf den Gepäckträger, Gewicht dagegen natürlich durchaus. Aber was bringt mir ein Daunenschlafsack, wenn er nicht trocknen/lüften kann und dann Isolation verliert? Oder ist das unbegründet?

    Zu dem Comforter: Ja natürlich habe ich warme Sachen dabei, aber so richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, wie eine Mütze und ein Schal die Schlafsackmütze ersetzt, vielleicht aber auch nur, weil ich es noch nie versucht habe.

    Hat irgendjemand Erfahrungen mit folgenden Modellen?

    https://www.vaude.com/en-BE/Products...ags/Arctic-800 Kunstfaser, angeblich 1.2 KG, bei Komforttemp 0 Grad
    https://www.bergfreunde.de/alvivo-ib...nenschlafsack/ "billiger" Daunenschlafsack, wobei ich mich frage, wie die die Temperaturen schaffen mit 650 CUIN Entendaune 85/15
    https://www.rei.com/product/103294/t...2-sleeping-bag Siehe Arctic 800

  9. Gerne im Forum

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    AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #9
    Zitat Zitat von witchent Beitrag anzeigen
    Aber was bringt mir ein Daunenschlafsack, wenn er nicht trocknen/lüften kann und dann Isolation verliert? Oder ist das unbegründet?
    Kompression wegstecken ist nur dann ein Thema, wenn Du die Schlafsäcke über einen langen Zeitraum komprimiert lässt. Das mag kein Schlafsack, bzw. die Füllung. Üblicherweise ist ein Schlafsack ja nur während der Tour komprimiert-sobald man am Ziel angekommen ist, und das Zelt steht, wird das Ding ausgepackt, kurz durchgeschüttelt und der Loft kann sich erholen. Gut iss'...Das gilt für beide Schlafsackarten-KuFa als auch Daune.

    Ich gehe davon aus, dass Du in einem Zelt schläfst und dann ist die schlimmste Feuchtigkeit, mit der Du es zu tun hast, die die durch Dich entsteht-Kondens. Die killt Daune aber nicht. Was zur Not immer geht, ist den Schlafsack nach dem Aufstehen im Zelt etwas Zeit zu geben zum Lüften. Ergebnis an der frischen Luft und bei Sonne ist natürlich besser, aber es geht. Wie gesagt, ich hatte noch nie Probleme mit Daune, selbst in feuchten Gebieten oder im Winter, wobei Daune das Klima eigentlich mag.

    Wenn Du also nicht gerade mit Deinem Daunenschlafsack bei Regen unter freiem Himmel schläfst, ist alles gut. Viele Hersteller arbeiten auch mit hydrophober Daune und arbeiten noch Schutzschichten ein, um die Daune noch besser zu schützen.

    Meiner bescheidenen Meinung wird Zuviel Bohei um Daune oder KuFa gemacht. Die Argumente die dafür oder dagegen sprechen relativieren sich einfach. Daune wurde lange Zeit nachgesagt, langlebiger zu sein, besser komprimierbar und das bessere Gewichts-Isolationsverhältnis zu haben aber empfindlich bei Feuchtigkeit. Aber die KuFa hat da mittlerweile aufgeholt, deswegen kann man das so pauschal nicht mehr sagen. Ebenso wenig, wie man pauchal sagen kann, dass Daune so furchtbar feuchtigkeitsempfindlich ist. Klar-sie kann Feuchtigkeit schlechter ab, aber bis Du das Maß erreicht hast, an dem die Isolation verloren geht, habe ich noch nicht erlebt. Irgendwo hier im Forum gab es auch mal einen Thread dazu, in die meisten User ähnliche Erfahrungen beschreiben. Viele, mich eingeschlossen, beschreiben das Schlafklima als angenehmer in Daune, aber gut schlafen tut man, gerade nach einer Tour, auch in KuFa.

  10. AW: Eierlegende Wollmilchsau

    #10
    Also noch für Leute in der Zukunft, die mitlesen:
    Ich habe mich jetzt für einen Custom Cumulus LiteLine 400 entschieden, long version, Pertex Endurance und 50g mehr Daune.
    Falls Bedarf besteht werde ich nach meiner ersten Tour ans Nordkap berichten, wie der Schlafsack sich geschlagen hat.

    Ansonsten noch mal ein großes Dankeschön an alle, die mir Tipps gegeben haben

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