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    [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #1
    Mitreisende: evernorth
    Prolog

    ISLAND 2016 stand zunächst unter keinem guten Stern, mussten wir doch unsere Tour von Skaftafell nach Hólaskól abbrechen: Klick!
    Ein neuer Plan musste her, und so entstand folgende Idee:
    Mit dem RE - Bus zurück nach Kirkjubæjarklaustur und deponierte Vorräte aufnehmen. Übernachtung dort und am anderen Morgen den Bus zur Eldgjá nehmen. In Hólaskól kurz aus dem Bus springen ( der hat hier keinen Aufenthalt! ) und den Proviant erneut deponieren.
    An der Eldgjá aussteigen und von dort in einem Tag an den Langisjór. Umrundung des Sees in drei Tagen und in einem Tag zurück nach Hólaskól, Proviant aufnehmen. Über den Strútsstígur nach Hvanngil und über den Laugarvegur zur Þórsmörk. Ende Gelände.
    Da der Langisjór ein absoluter Landschafts - Höhepunkt schon der ursprünglichen Tour war, möchte ich unbedingt an den See. Der Wetterbericht sagt aber nichts Gutes, mein Optimismus hält dagegen. Doch erstens kommt es anders und zweitens.........


    31.07.16

    Um die Mittagszeit erreiche ich Kirkjubæjarklaustur und mache mich gleich auf den Weg zum CP. Leider ist die Rezeption noch nicht besetzt und so baue ich zunächst einmal das Zelt auf.
    Unterwegs habe ich auf meine email Antwort von Jens bekommen, der hier heute auch noch am späten Abend eintreffen wird. Das nenne ich mal Maßarbeit. Bis dahin habe ich noch viel Zeit und kaufe erst einmal etwas im Ort ein. Zurück auf dem CP ist nun auch die kleine Rezeption geöffnet und ich lasse mir meinen deponierten Proviant - Rucksack aushändigen.
    Nach dem Einchecken beginne ich mit der Zubereitung des Abendessen. Es sind ja noch etliche Stunden bis zum Eintreffen von Jens. Inzwischen hat es stark zu regnen begonnen. Die Stunden ziehen sich, doch plötzlich steht Jens neben mir. Wir halten uns nur kurz mit der Begrüßung auf, denn Jens geht nun rasch daran, sein Zelt im strömenden Regen zu errichten. Dann gehen wir in die Küche, die zu diesem Zeitpunkt und bei dem schlechten Wetter von zahlreichen Zeltern in Beschlag genommen worden ist. Wir haben Glück und finden noch einen guten Platz. Zeit, bei einem guten Whiskey von unseren Erlebnissen zu berichten.
    Jens ist über den Strútsstígur nach Hvanngil gewandert und hat von dort den Bus nach Landmannalaugar genommen. Nun ist er also wieder hier gelandet, um ebenfalls seinen Proviant wieder aufzunehmen. Ein Trauerfall in der Familie könnte seinen Aufenthalt auf Island schon bald wieder beenden. Whiskey von uns beiden ist genug da, doch ich möchte unbedingt mit halbwegs klarem Kopf durch die Nacht kommen, denn mein Bus nach Hólaskól / Eldgjá geht schon recht früh ( 9 Uhr? ). Ich muss schnell sein, um dort meinen Proviant für den zweiten Teil meiner Tour zu deponieren, denn es ist mit denen noch nichts abgesprochen und der Bus hat dort keinen Aufenthalt.
    Ich verabschiede mich von Jens gegen 1 Uhr morgens und verschwinde für eine kurze Nacht in meinem Soulo.

    01.08.16

    Die ganze Nacht hat es mehr oder weniger geregnet, so dass ich mein Zelt nass einpacken muss. Jens schläft noch tief und fest.
    Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Der Bus nach Landmannalaugar verlässt pünktlich die Bushaltestelle in Kirkjubæjarklaustur. Ich habe den Busfahrer informiert, dass ich in Hólaskól noch einen Rucksack deponieren will. Er ist zwar nicht begeistert, will aber kurz warten. Als wir Hólaskól erreichen, muss ich mich kurz orientieren, da ich mich hier nicht auskenne. Ich sprinte sofort zu einem großen, massiven Haus, aber hier bin ich leider falsch, weil die Isländerin, die hier das Hütten - Sagen hat, in einem Holzhaus gegenüber wohnt. Ich sprinte also wieder zurück und bitte sie freundlich, für die nächsten Tage auf meinen Proviant - Rucksack aufzupassen. Ein herzliches Lächeln, ich nenne noch meinen Namen und der Tag meiner geplanten Rückkehr und schon renne ich los, um noch den Bus zu erreichen. Der will los und hat auch schon sein Hubwerk angeworfen. Ja,ja, ich bin ja schon da!
    Es dauert nun nur noch etwa zehn Minuten und wir biegen ein in die Eldgjá - Schlucht. Die meisten nutzen den längeren Bus - Stop, um die Schlucht und den nahen Wasserfall zu erkunden. Ich halte mich hier nicht lange auf und breche sofort auf. Das ich nicht durch die Schlucht laufe, sondern oberhalb, soll sich schon bald als sehr glückliche Entscheidung erweisen. Von hier aus kann ich nicht nur den Öfærufoss bestens betrachten, nein, bei dem jetzt guten und sonnigen Wetter kann ich den gesamten Verlauf der Schlucht überblicken.
    Wow, das ist großartig und begeistert mich.




    Die Eldgjá





    Bushaltestelle in der Eldgjá





    Öfærufoss










    Es dauert gar nicht lange und ich habe das Ende der ca. 8km langen Vulkanspalte / Schlucht erreicht. Schon von weitem kann ich zwei Personen erkennen, die sich gerade, von oben kommend, im Abstieg befinden. Der schnellere der beiden ist bereits weiter hinunter in die Vulkanspalte abgestiegen, doch den deutlich langsameren begegne ich noch. Sie kommen beide aus Deutschland und haben die Nacht in Skærlingar verbracht. Sie kommen vom Langisjór und haben den See umrundet. Ich erzähle ihm, dass ich heute auch noch zum See will, doch er hält das für unwahrscheinlich. " Ist zu lang und zu schwieriges Gelände " sagt er. " Ist ja noch früh am Morgen ", entgegne ich und verabschiede mich von ihm.
    Ich komme gut und zügig voran, denn der Weg ist sogar gut markiert. Den Abschnitt bis Skærlingar habe ich sehr genossen. In Skærlingar mache ich eine kurze Pause.




    Skærlingar



    Blick von der Skærlingar - Hütte


    Leider muss ich hier feststellen, dass auf einen Schlag die Markierungen aufhören, nein, schlimmer noch, mein GPS - Track ist plötzlich vom Gerät verschwunden. Nun muss ich mich also ganz auf die Karte verlassen. Leider verpasse ich die kaum sichtbare Abzweigung, so dass ich mich widerwillig entschließe, einem Jeep - Track zum See Blautulón zu folgen. Das ist meist sehr öde und macht nur wenig Spass. Der See ist allerdings interessant, insbesondere, wenn gerade ein Jeep dort durch den See muss.
    Das sieht dann so aus:




    Blautulón










    Im Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit - es ist bereits kurz vor 20 Uhr - habe ich nun doch den Eindruck gewonnen, dass ich es heute nicht mehr bis an den See schaffen kann. Der Jeep - Track macht eben sehr viele Bögen und Schleifen; da benötige ich viel mehr Zeit voran zu kommen, als ich erhofft hatte. Als es auch noch an zu regnen fängt, mache ich für heute Schluss. An einer Furt und kurz vor dem Hellnafjall, schlage ich direkt neben der Piste rasch das Soulo auf. Kein schöner Platz, aber das ist mir im Augenblick völlig egal.
    In dem Augenblick, als ich gerade mit dem Essen beginnen will, höre ich plötzlich ein schnell näher kommendes Motorengeräusch. Schon hat es mich passiert und wird rasch immer leiser. Mist, den ganzen Tag bin ich nur zwei Fahrzeugen begegnet, dazu noch aus der falschen Richtung, und ausgerechnet hier und jetzt fährt ein Jeep an mir vorbei: In Richtung See! Zu spät, so ein Pech! Beinahe wäre ich heute doch noch an den Langisjór gelangt.
    Mehr Sorgen bereitet mir die Schlechtwetter - Front, die mich nun - wie angekündigt - erreicht hat. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ich die Umrundung des Sees - wie geplant - morgen beginnen kann.
    Mit unsicheren und schwankenden Gefühlen schlafe ich bald ein.

    Am frühen Morgen, etwa gegen 4 Uhr, fährt ein weiteres Fahrzeug an meinem Camp in Richtung See vorbei. Schade, schade.......aber das letzte, kleine Stück bis zum See werde ich auch ohne Lift zu Ende bringen.




    Keine guten Wetteraussichten am Ende des ersten Tages
    Geändert von evernorth (25.04.2017 um 11:25 Uhr)
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  2. AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #2
    Tolle Berichte und Fotos, lese und sehe die sehr gerne!

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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #3
    Vielen Dank. You are welcome.
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  4. AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #4
    Sehr schön!

    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen

    Öfærufoss


    Als Teenager konnte ich noch die natürliche Lavabrücke über den Wasserfall bewundern.

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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #5
    Hallo SouthWest,

    ich hatte auch noch das Glück! Lang, lang ist´s her........
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  6. Gerne im Forum
    Avatar von Styg
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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #6
    Herzlichen Dank für den Bericht! Eldgjá, dieses Grün! Eine Gegend, die ich ebenfalls noch besuchen werde.
    Ich bin gespannt, wie sich das Wetter am nächsten Tag entwickelt.
    Geändert von Styg (25.05.2017 um 20:28 Uhr)

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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #7
    02.08.16

    In der Nacht hat es geregnet, also muss das Zelt nass in den Packsack. Als ich etwa um 8.30 Uhr aufbreche, ist es allerdings trocken, stark bewölkt und schaut nach weiteren Niederschlägen aus. Neunzig Minuten später erreiche ich den südlichen Teil des Langisjór und kann kaum etwas erkennen. Weiterer Regen ist bisher ausgeblieben. Immerhin. Es ist nichts zu sehen von der vielgerühmten Schönheit des Sees. Ich passiere einen abgegrenzten Parkbereich, doch Fahrzeuge stehen hier keine - niemand hier? Bei diesem Endzeit - Wetter komme ich mir zum ersten Mal sehr alleine vor. Ein Gebäude weckt meine Neugier und ich laufe ein Stück bergauf, bei sehr moderater Steigung. Es ist auch hier niemand im Haus, kein Fahrzeug davor. Eine Aufenthalts - Hütte für seismologisches Fach - Personal? Die rege, vulkanische Umgebung lässt dies vermuten.




    Langisjór - Land unter - kaum sichtbar: Die Park - Begrenzung



    Seismologen - Unterkunft?



    Trübe Aussichten











    Hoffnung?


    Das Wetter wird besser. Ich kann es kaum glauben. Das Grau in Grau weicht und es wird nicht nur heller, nein, hier und da schaut sogar etwas blauer Himmel hindurch. Die Kontraste der gegenüberliegenden, westlichen Seeseite werden zusehends deutlicher. Ich laufe entlang des südlichen Seeufers. Das geht anfänglich am knappen Strandufer recht gut, doch dann ist es plötzlich vorbei mit dem Strand und es geht einen kaum sichtbaren Pfad kontinuierlich, schräg und steil - ansteigend nach oben. Damit bin ich sehr einverstanden, denn wer oben steht, kann weiter gucken und das will ich ja. Ich will den ganzen See überblicken und das besser - werdende Wetter kann mir genau das ermöglichen. Schon hier im Anstieg mache ich immer wieder Fotos, denn inzwischen kommt sogar häufiger die Sonne durch.




    Wohin entwickelt sich das Wetter?





    Aus dieser Richtung bin ich gekommen....hmm...



    Über dem See klart es auf







    Wetterschutz





    Aufstieg






    Dann stehe ich plötzlich oben auf einem Grat, etwa 2 bis 300 Meter über dem See - Spiegel. Ich erkenne die schmale, natürliche Strand - Verbindung zwischen zwei Landteilen wieder, an die ich mich von Fotos erinnere. Hinter mir thront der Sveinstindur, der aber noch gänzlich in Wolken gehüllt ist. Vom Gipfel, in 1089m Höhe, habe ich den besten Blick auf und über den See, das weiss ich natürlich. Doch auch von meinem Grat kann ich bereits weite Teile des Sees überblicken. Ganz plötzlich sind auch die Wolken um den Gipfel verschwunden und ich überlege, sofort zum Gipfel aufzusteigen, um mich dann doch schnell wieder selbst auszubremsen, indem ich die Möglichkeiten abwäge. Wäre doch zu ärgerlich, am Gipfel anzukommen und dann doch wieder in den Wolken zu stehen? Ich treffe hier und in diesem Moment sehr rasch zwei Entscheidungen: 1. Ich habe gerade Glück mit dem Wetter, obwohl die Prognose nichts Gutes verheißt. Ich verzichte auf die Umrundung des Sees, da mir mein Bauchgefühl ( Wetter - Prognose und nur begrenztes Zeitfenster ) davon abrät. 2. Ich steige nicht auf den Sveinstindur, weil mir die bisherige Foto - Ausbeute genügt.




    Grat

















    Sveinstindur. Hinauf!! Oder??









    Im Hintergrund: Vatnajökull




















    Ich steige weiter ab und durchschreite ein kleines Tal, immer entlang des Sveinstindur. Unvermittelt beginnt es zu regnen und das nicht zu knapp. Jedesmal ist es eine hektische Prozedur, an und in die Regenhose zu kommen. Am Ende der kleinen Ebene angekommen, treffe ich auf die ersten Wanderer heute. Es ist ein sehr junges Paar und sie machen einen erbarmungswürdigen Eindruck. Nein, Hilfe brauchen sie nicht, sie haben sich nur zu lange in der Sveinstindur - Hütte aufgehalten und sind auf dem Wege zurück zu ihrem Zelt, dass ganz in der Nähe, an einem namenlosen See steht. Schnell haben wir uns wieder verabschiedet. Ja, richtig, die Sveinstindur - Hütte, die kommt jetzt wie gerufen, doch wie es dann im Regen immer so ist, dauert es noch eine kleine Ewigkeit, bis die Hütte endlich am Hang, und nicht allzu weit von der Skafta entfernt, aus dem feucht - nassen Dunst auftaucht.




    Sveinstindur - Hütte


    Als ich die Hütte in triefend - nasser Montur betrete, ist sie leer. Ich bemerke allerdings zurückgelassenes oder deponiertes Gepäck; augenscheinlich sind es nicht mehr als vielleicht vier oder fünf Personen. Die Hütte hat Platz für mehr als 20 Personen, aber ich will ja zunächst nur den schlimmsten Regen " abwettern " und dann noch ein Stück weitergehen.
    Nur.....es wird nicht besser, ganz im Gegenteil. Die Schlecht - Wetter - Front hat diesen Ort fortan fest im Griff, es regnet ohne Unterlass aus vollen Kannen. Langsam wird mir klar, dass ich mich wohl auf eine kostspielige Übernachtung einstellen darf. Umgerechnet 35 € kostet die Übernachtung, aber hej, ich bin sowas von in Sicherheit, da hätte es mich aber erheblich schlimmer treffen können.
    Ich breite mich in einem Teil der Hütte aus, schalte die Gasheizung ein, da mir inzwischen in meinen feuchten Klamotten etwas fröstelig geworden ist und hänge meine Sachen zum Trocknen auf.




    Küche mit fließend-kaltem Wasser






    Ehe ich mich versehen habe, ist es auch schon 18 Uhr und da ich heute noch nicht viel gegessen habe, mache ich mich sogleich an mein Abendessen. Nachdem ich das Nötigste abgewaschen habe, höre ich ein Motorengeräusch. Aha, die Gepäck - Besitzer kommen zurück. Vier Personen entsteigen einem Gelände - Jeep und mehrere, große Kisten werden ins Hütten - Innere geschoben. Wie sich gleich herausstellt, handelt es sich um eine dreiköpfige Reise - Gruppe: Ranchii ( ich nenne ihn einmal so ), Ende Dreißig, ein Pakistani aus London, George, Mitte Zwanzig, aus Honkong, Bellatrix, Ende Zwanzig ( Name natürlich erfunden ), aus Cambridge und Gudrun, ihre Reiseleiterin, Fahrerin, Köchin, Guide, eine waschechte Isländerin, im, wie sollte es anders sein - Island - Pullover - etwa Mitte Vierzig.
    Sie kommen direkt vom Gipfel des Sveinstindur und hatten beste Sicht und einen tollen, wenn auch zuletzt nassen, Tag!
    Hmmh.....ich bin jetzt doch ein wenig neidisch auf die Gruppe, aber schnell denke ich an meine gute Foto - Ausbeute, die ich mir bereits auf dem Kamera - Display anschauen konnte.
    Ruck Zuck steht ein riesiger Topf auf dem Hütten - Herd und in einer beeindruckenden Geschwindigkeit schnibbelt Gudrun beachtliche Mengen von Gemüse. Fleisch, Brühe und Gewürze kommen auch noch hinein, und ehe sich alle versehen haben, ist ein dampfender, wunderbar duftender Eintopf entstanden. Da sich der Appetit der Gruppe in Grenzen hält, bleibt wohl noch einiges im Topf zurück, und schon werde ich gefragt, ob ich auch etwas davon essen mag. Klar mag ich das, auch, wenn ich ja eigentlich schon gegessen hatte und fertig war. Wirklich fertig? Nein, von diesem leckeren Essen, geht allemal noch etwas in meinen Bauch. Nach zwei! gefüllten Tellern bin ich dann aber wirklich satt - vielen Dank dafür.
    Wir haben noch eine gute Unterhaltung an diesem Abend. Leider können sie mich morgen nicht mitnehmen, da sie zu einem Laki Krater wollen und danach geht es in eine andere Richtung weiter, die nicht auf meiner Route liegt. Gegen 23 Uhr begeben wir uns alle zur Nachtruhe.
    Gudrun schärft allen Teilnehmern ihrer Gruppe noch einmal ein, dass sie morgen zeitig aufbrechen müssen, da ein langer Tag auf sie wartet. Acht Uhr ist Wecken, spätestens. Na, das soll mir recht sein.


    03.08.16

    Am anderen Morgen sind alle schon früh auf den Beinen; Bellatrix bereits vor 7 Uhr, gefolgt von Ranchii. Ich stehe gemeinsam mit den Beiden auf. Gegen 7.30 Uhr gesellt sich George noch dazu. Es wird acht, achtuhrdreißig, ja, neun Uhr, aber Gudrun, ausgerechnet der Tour - Guide, schläft - trotz geschäftigem Hütten - Treibens - tief und fest. Erst gegen 9.15 Uhr erhebt sie sich langsam, aber nur mäßig überrascht, von ihrem Matratzenlager. Ohne große Hektik macht sie sich sogleich an die Zubereitung des Frühstücks. Na, das nenne ich tiefen - entspannt.
    Nach dem Frühstück kommt aber doch noch etwas Hektik auf, da nun noch etliche Taschen und ganze Kisten in den Jeep geladen werden müssen. Später finde ich am Strand der Skafta noch eine Grapefruit, die bei der raschen Verlade - Aktion wohl herausgefallen ist.
    Diese Vitamin C - Spende habe ich natürlich dankend angenommen.
    Der Jeep fährt nun rasch davon und die Hütte gehört nun wieder alleine mir.
    Ich bin bereits fertig und startklar, als ein weiterer, heftiger Regen niedergeht. Das ist nun wirklich etwas ärgerlich, denn zuvor war es trocken. Es hatte die ganze Nacht immer wieder heftig geregnet. Ich war voller Hoffnung, losgehen zu können, bis......
    In kompletter Montur, aber ohne den Rucksack geschultert zu haben, warte ich auf das Ende des Regens. Das kommt auch, doch als ich gerade einen Schritt vor die Tür gesetzt habe, beginnt es von neuem zu schütten. Das passiert mir noch etliche Male, bis ich, nun bereits am frühen Nachmittag, entnervt aufgebe und beschließe, hier eine weitere Nacht zu verbringen. Zwischendurch hatte ich bereits das Zelt in der Hütte zum Trocknen aufgebaut und nun ist es an der Zeit, das nun trockene Zelt wieder einzupacken.
    Den Rest des Tages verbringe ich mit Lesen, Essen und Musik hören. Dann gehe ich früh schlafen, auch, wenn ich zunächst nicht einschlafen kann: Zu wenig Bewegung.
    Mitten in der Nacht erwache ich abrupt wegen eines lauten Geräusches: Es klingt wie ein motorisches Pöttern. Ach, herrje, bekomme ich so spät in der Nacht noch Besuch von einem weiteren Jeep?? Als ich aufstehe und durch eine Glasscheibe der Hüttentür angestrengt ins Dunkle hinausspähe, kann ich keine Scheinwerfer eines Fahrzeuges entdecken.
    Dann fällt es mir auf: Die Heizung, die auf kleinster Flamme über Nacht in Betrieb geblieben war, ist nun aus. Der Rest des Gases muss ein stotterndes, Motoren - gleiches Geräusch produziert haben, bis die Gasflasche ganz leer war. Da bin ich aber nun doch beruhigt, die wahre Ursache dieses merkwürdigen Geräusches gefunden zu haben.
    Wieder besänftigt schlafe ich rasch wieder ein.


    04.08.16

    Gegen 6 Uhr werde ich von meiner Uhr geweckt. Der erste Blick geht nach draußen und ja, es ist trocken, wie auch schon der größte Teil der Nacht. Als ich noch vor 8 Uhr die Hüttentür hinter mir fest schließe, habe ich es vorher natürlich nicht versäumt, im Schuppen nach einer vollen Gasflasche zu suchen, nur leider ohne Erfolg: Alle Flaschen waren leer - schade, für die Nächsten.
    Schon auf den ersten Metern wird das Wetter viel besser, ja, sogar abschnittsweise sonnig.
    Schon geht meine Laune einen ganzen Sprung nach oben.
    Der Weg ist nun in Form eines Pfades über weite Strecken des ganzen Tages gut sichtbar. Das macht zur Abwechslung mal richtig spaß und so folge ich ihm Stunde um Stunde. Zunächst geht es für ein paar Kilometer dicht entlang an der Skafta.




    Blick von der Hütte vor dem Aufbruch



    Kurzes Stück Piste an der Skafta









    Im Vordergrund: Der Pfad












    Schließlich stehe ich an einer Abbruchkante und schaue hinunter in das tiefer liegende Flusstal der Skafta: Hier warten mehrere, kurze Furten auf mich, die einzigen, bedeutsamen des heutigen Tages. Auf der anderen Seite sehe ich schon die Uxatindar, ein kleiner Höhenzug.




    Mehrere Furten




    Zu meiner Überraschung gibt es zahlreiche Fußspuren, die eine Richtungsorientierung sehr erleichtern. Der Wasserstand ist jeweils moderat und eher niedrig, so dass ich das Flusstal schnell überquert habe. Puh, das ging ja mal leicht, obwohl es zunächst anspruchsvoller ausgesehen hatte.




    Blick zurück: Rechts die Skafta




    Ich komme rasch voran und der Weg ist nicht zu verfehlen. Immer wieder wechselt mein Blick hinüber auf die östliche Seite der Skafta. Hier reihen sich nacheinander die imposanten Krater der Laki - Gigar wie an einer Perlenkette auf. Sehr beeindruckend, auch wenn die Sicht etwas diesig ist.




    Uxatindar



    Entlang eines Baches....wie noch oft am heutigen Tag



    Laki - Krater






    Schon bald stoße ich auf den Jeep - Track, den ich schon vom Hinweg zum Langisjór kenne. Für etwa einen Kilometer folgt der Pfad dem Track, um ihn dann wieder zu verlassen. Nun wird es richtig schön und der Pfad folgt erst einer, dann weiteren, kleinen Schluchten. Ein Bach fließt hindurch und der Pfad wechselt mal auf die linke, dann wieder auf die rechte Seite. Manchmal fließt der Bach unter einem Altschnee - Feld weiter und der Pfad geht mitten über diese, doch öfter mal zweifelhaften Schneebrücken. Meine deutsche Weg - Bekanntschaft, die ich am Ende der Eldgjá - Schlucht traf, hatte mich eindringlich vor diesen Schneebrücken gewarnt, doch ich finde das Laufen hierauf völlig unkompliziert. Vielleicht auch alles eine Frage der Erfahrung?




    Hier hindurch.....









    Einzelner Markierungstaste - Pflog







    Zuweilen gut sichtbar: Der Pfad














    Es ist ein geradezu beschwingtes und leichtes Laufen, dazu reich an landschaftlicher Abwechselung. Hinter jeder Bach - Biegung schaut es wieder anders aus. Konzentriertes und vorausschauendes Agieren ist hier aber auch klar von Vorteil - stupides " vor die Füsse schauen " nicht ungefährlich. Sehr angenehm ist auch die dominierende Farbe Grün. Hinzu kommt die jetzt auch in den engen Schluchten öfter scheinende Sonne. So komme ich nicht nur schnell vorwärts, auch die Zeit vergeht wie im Fluge.









    Ich habe heute wieder reichlich Gelegenheit zum Fotografieren. Gegen 16.30 Uhr verbreitert sich die Schlucht in ein kleines, grünes Tal. Während ich noch darüber nachsinne, ob mir hier nicht irgend etwas bekannt vorkommt, sehe ich nur wenige hundert Meter vor mir, die geduckt - liegende Hütte von Skærlingar. Das ist ja wirklich schnell gegangen. Ab hier betrete ich wieder bekanntes Terrain. Im Innern der Hütte mache ich eine kleine Lunch - Pause, und noch während ich etwas esse, gehen mehrere, teils kräftige Regenschauer nieder. Dafür tauchen gleich mehrere Regenbögen die Landschaft in ein bizarres Licht.




    Skærlingar














    Etwa eine gute Stunde später mache ich mich wieder auf den Weg. Meinen Platz für die Nacht habe ich mir schon auf dem Hinweg ausgesucht. Zunächst furte ich einen kleinen Fluß, der in die Skafta fließt. Bereits nach 30 Minuten erreiche ich meinen vorbestimmten Platz und schlage das Camp direkt neben einem kleinen Bach auf. Später im Zelt beginnt es wieder zu regnen, aber das ist mir in diesem Moment sowas von egal. Die Zwangspause in der Sveinstindur-Hütte hatte nicht nur ihre guten Seiten. Die lange Untätigkeit zehrt auch an meinen Nerven. Körper und Geist wollen irgendwann weiter.....und dürfen nicht. Schon aus diesem Grunde habe ich den heutigen Tag ganz besonders genossen - der abwechslungsreiche, super Weg hat dann noch die Krone oben drauf gepackt.

    Die ganze Nacht über gluckert und plätschert der Bach neben meinem Zelt, beruhigt mich und sorgt für angenehme Träume.
    Mein Gott, wie ich das liebe!




    Camp 4


    - to be continue -
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  8. AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #8
    Ich finde die Bilder am See mit dunklen Wolken fast noch stimmungsvoller und typischer als die mit Sonne. Aber wandern tut sich natürlich bei Sonnenschein besser...

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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #9
    Zitat Zitat von SouthWest Beitrag anzeigen
    Ich finde die Bilder am See mit dunklen Wolken fast noch stimmungsvoller und typischer als die mit Sonne. Aber wandern tut sich natürlich bei Sonnenschein besser...
    Ja, ich finde auch, dass diese Nebel - feuchten, schwarzen Wolken viel Atmosphäre und Dramatik vermitteln; etwas, dass ohne Zweifel fest zur isländischen Landschaft gehört, wie Sauron zu Mordor.

    Leuchten kann die Landschaft aber nur, wenn Licht ins Spiel kommt.
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  10. Dauerbesucher
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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #10
    05.08.16

    Gegen 9 Uhr verlasse ich meinen Platz und erreiche auf einem gut markierten Pfad nach 1,5 Stunden den Anfang der Eldgjá - Schlucht. Diesmal möchte ich die Schlucht vom Grund kennenlernen und steige dafür vom Rand tief hinab. Das gelingt schneller als erwartet und so kann ich immer mal wieder ein Foto machen:




    Die Eldgjá ist nicht mehr weit.....



    ......und da isse!



    On the edge....Abstieg zur Hölle



    In der Eldgja



    Hraun/Lava





    Parkplatz in Sicht


    Nach einer weiteren, guten Stunde erreiche ich den offiziellen Parkplatz. Von hier ist der weitere Weg Richtung Hólaskjól klar vorgegeben. Ich orientiere mich weiterhin nach Karte, doch der Pfad, den ich schon bald finde, führt mich bis zur Straße, die ich quere, um mich dann, meist querfeldein, frei zu orientieren.




    Entlang der Norðeri Öfæra






    Nach etwas HickHack erreiche ich etwa um die Mittagszeit Hólaskjól. Mein erster Weg ist die Hütte des warden. Die Dame ist nicht zu Hause, aber ein junger Praktikant?, der sonst in der Nähe bei seinen Eltern auf einem Bauernhof lebt, weiss sofort Bescheid und händigt mir meinen deponierten Rucksack aus.
    Übernachten möchte ich in Hólaskjól nicht, es ist noch viel zu früh dafür. Ich gehe hinüber zum Hauptgebäude und betrete einen großen Raum mit Tischen und Betten. Der Raum strahlt den diskreten Charme einer Jugendherberge vom alten Schlag aus. Das wäre für mich keine Option zum Verweilen / Übernachten. Nachdem ich in aller Ruhe umgepackt habe, nutze ich die Küche und bereite mir einen Kaffee. Während ich mir eine Mahlzeit, sitzend am Tisch(!) gönne, lädt derweil mein Mobiltelefon an einer der Haussteckdosen. Dabei schaue ich schon einmal auf der Karte, wie mein weiterer Weg verläuft.
    Für heute habe ich mir nur ein kurzes Stück Weg von vielleicht 2,5 Stunden vorgenommen. Am Álftavötn, einem kleinen See, an dem auch eine Hütte von Útivist liegt, will ich direkt an der Hütte campieren. Sehr schön soll es dort sein und die 1500 Iskr. für die Übernachtung sind wohl gut angelegt. Das hatte mir Jens, der diesen Weg ja schon gegangen war, noch in Kirkjubæjarklaustur bestätigt. Ich bin gespannt.
    Gegen 16 Uhr verlasse ich Hólaskjól. Für den Abend sieht der Wetterbericht ergiebigen Regen vorher und ich hoffe, noch trocken bis zum Álftavötn zu kommen. Der Weg ist angenehm zu gehen und sehr abwechslungsreich. Nach etwa 1,5 Stunden erreiche ich die Furt, an der Markus einmal, bei hohem Wasserstand, wieder umkehren musste. Diesmal reicht der Wasserstand nur bis zum Knie und ich gehe rasch hinüber zum anderen Ufer.






    Geschafft - die Furt kurz vor dem Álftavötn


    Nun ist es nicht mehr weit bis zum Álftavötn, doch trocken werde ich den See heute wohl nicht mehr erreichen. Nachdem es schon kurz vor der Furt immer dunkler wurde, fängt es nun - ohne Vorspiel - kräftig an zu regnen. Als ich die Hütte nach einer weiteren, halben Stunde erreiche, bin ich schon richtig nass. Ich freue mich auf eine trockene Hütte, stelle aber schon am Eingang fest, dass sie belegt ist. Im Umfeld der Hütte stehen etwa sechs bis acht Zelte; die Hütte ist also voll belegt. Im Innern schlägt mir sofort der feucht - nasse, modrige Geruch von zum Trocknen - aufgehängter Kleidung entgegen. Der Geruch ist unbeschreiblich und spontan unerträglich. Erst nach einigen Minuten hat sich mein Geruchssinn daran gewöhnt: Geruchsverdrängung durch Psycho - Imagination. Resultat: Ich rieche jetzt gar nichts mehr - nicht schlecht. Die französische Gruppe ist das erste Mal auf Island wandern und macht einen äußerst bedauernswerten und komplett entkräfteten Eindruck. Später erzählt mir der erfahrene, französische Guide, dass einige Mädels weinend im Regen, zitternd vor Kälte, mitten in der Furt standen und sich weigerten, auch nur einen Fuß vor, oder zurück zu setzen. Das Grauen steht insbesondere einigen Mädels noch tief ins Gesicht geschrieben.
    Ich bringe es irgendwie fertig, auch für meine nassen Sachen noch einen Platz, einen Haken zum Aufhängen oder dergleichen zu finden. Die Gruppe hat schon gegessen, so dass ich die Kochecke für mich alleine habe. Ein heißer Tee wirkt auch bei mir jetzt Wunder und eine warme Mahlzeit bekommt meinem hungrigen Magen gut. Draußen regnet es kräftig und munter weiter. Im Regen möchte ich mein Zelt nicht aufbauen und hoffe deshalb auf eine spätere Regenpause. Bis auf den Guide findet sich niemand in der Gruppe für ein Gespräch. Franzosen sprechen nicht gerne in englischer Sprache, so scheint es hier jedenfalls. Meist betretene Gesichter mit gesengtem Blick zum Boden. Gedanklich habe ich den Hüttenaufenthalt schon als " Unidentified boring forcible stay " abgehakt. Eigentlich ist mir das hier viel zu viel, zu voll, zu laut und......nun funktioniert auch meine Geruchs - Blockade nicht mehr. Ich will raus hier und muss doch bleiben, weil die Kleidung noch etwas trocknen soll und es immer noch regnet.
    Gegen 23 Uhr bin ich endlich " erlöst ", da es aufgehört hat zu regnen.
    Ich baue mein Zelt auf, putze meine Zähne und schlafe im Handumdrehen ein.


    06.08.16

    Gegen 6 Uhr werde ich wach. Ich habe Glück und kann noch vor der Gruppe alleine in der Hütte frühstücken. Nach und nach finden sich dann die Gruppenmitglieder am Tisch ein.
    Doch da bin ich längst fertig. Das Wetter verspricht schön zu werden und ich mache, noch vor dem Zeltabbau, ein paar Fotos. Erst jetzt kann ich die Schönheit der Lage und die wundervolle Landschaft entsprechend würdigen. Ich entdecke nun zahlreiche Plätze am See und in direkter Nähe, die ganz wunderbar zum campen geeignet scheinen. Schade, na, dann vielleicht beim nächsten Mal.




    Camp 5: Álftavötn












    Das Ziel des Tages ist die heiße Quelle Strútslaug, auch Holmsabotnalaug genannt. Vielleicht die schönste, heiße Quelle auf Island?
    Gleich hinter der Hütte geht es zunächst durch hügeliges Gelände. Dann überquere ich die Syðri Ófæra, freundlicherweise über eine Brücke. Ich folge eine ganze Weile dem Fluß, bis der Pfad sich wieder entfernt.




    Entlang der Syðri Ófæra
















    Von dort, wo der Pfad erneut auf die Syðri Ófæra trifft, ist es nicht mehr weit bis zur heißen Quelle. Doch zunächst schaue ich etwas ungläubig hinab auf das Becken ( oder ist es eine Ebene? ) des Hólmsárbotnar. Großartige Landschaft mit dem wunderbaren, milchig - türkisfarbenen Hólmsárlón im Hintergrund. Das sind die Momente, für die es sich zu leben lohnt. Unfassbar schön ist es hier.




    Hólmsárbotnar







    Hólmsárlón












    Es dauert einen Moment, bis ich, dank Karte, realisiere, das die Strútslaug nicht mehr weit entfernt ist. Eine Furt über die Hólmsár liegt allerdings noch vor mir, aber das ist unkompliziert und schnell erledigt.




    Camp 6



    Strútslaug


    Eine kleine Erhebung noch und schon stehe ich auf dem zugehörigen Campground; Platz für mehr als ein halbes Dutzend Zelte. Zelte sehe ich keine, aber eine kleine Dreier - Gruppe isländischer Mountain Biker tummelt sich schon in der heißen Quelle. Ich entscheide mich für einen weitgehend windgeschützten Lagerplatz. Nach dem Aufbau ( es ist etwa 18 Uhr ) bin ich allein. Wirklich allein? Nein, denn gerade kommen zwei französische Ehepaare die letzten Meter zur Quelle hinauf. Sie kommen aus der Richtung, wo es morgen für mich weiter geht.
    Als ich dann selbst in die Quelle steige, soll ich ein paar Fotos mit der Mobilfunkkamera von den vieren machen. Eigentlich wollte ich ein paar Aufnahmen vom Stativ und von mir in der Quelle machen, doch die vier haben gutes Stehvermögen und wollen einfach nicht aus dem Wasser. Als sie endlich das Wasser verlassen und aufbrechen, ist es schon spät und etwas duster geworden. Na, dann springe ich morgen vor dem Frühstück noch mal für ein Foto in die Quelle.
    Ich gehe zum Zelt und bereite mir mein Abendessen. Inzwischen hat der Wind ordentlich aufgefrischt, so dass ich alle Abspannungen am Zelt setze. Das tolle Abendlicht zaubert ein wenig mit den umliegenden Bergen. Ist schon ein toller Platz hier.
    In der Nacht pustet der Wind zum ersten Mal recht kräftig, und das Zelt wird ein, zweimal heftig durchgerüttelt. Das war es dann auch schon mit dem Wind und das Soulo steht und hält dem Wind unbeeindruckt stand.
    Der Schläfer merkt von alledem nichts. Ich schlafe danach ruhig und fest.











    ....to be continued.
    One way to get the most out of life is to look upon it as an adventure.
    William Feather

  11. AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #11
    Sehr beeindruckend - was für Farben !

  12. Dauerbesucher
    Avatar von evernorth
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    AW: [IS] ISLAND 2016 - Allein zum Langisjór - über Strútsstígur zum Laugarvegur

    #12
    Yep - vielen Dank.
    One way to get the most out of life is to look upon it as an adventure.
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