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  1. [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #1
    Mitreisende: aachenbenne
    Land: Schweden
    Reisezeit: Mai 2016
    Kontinent: Nordeuropa

    Ich freue mich ja immer eine kleine Markierung auf der großen ODS-Landkarte setzen zu dürfen. Noch besser wird es, wenn es (bisher) die Einzige ist.
    Da ich 2016 gute drei Wochen auf einer Charity-Auto-Rallye rund um die Ostsee war, reichte es nur für einen kurzen Urlaub im Norden. Aufgrund anderer Termine blieb auch nur die Zeit nach Pfingsten. Ich hatte schon Angst vor den großen Scandtrack-Trupps. Zusammenfassend lassen sich meine Erwartungen so:

    -voller See
    -viele Angler
    -schönes Wetter
    -und das alles immer anders kommt, als man denkt

    Unterwegs war ich mit meiner Freundin, meinem mittlerweile ehemaligen Mitbewohner und seiner Freundin. Ziemlich genau gegen 00.00 Uhr am 16.05 machen wir uns vom schönen Niederrhein mit dem Auto auf in Richtung Norden. Das Ziel ist der MJÖLKNABBENS Campingplatz am Åsnen. Dort haben wir zwei Linder-Kanadier für uns reserviert.


    Auf Richtung Norden

    Wir kommen super durch und müssen nur an der dänisch-schwedischen Grenze ein wenig das Auto ausräumen. Da wir das meiste bereits in Deutschland eingekauft haben, machen wir noch einen kurzen Stopp in Tingsryd um Geld zu holen (der einzige Geldautomat auf der süd-östlichen Seite des Åsnen). Natürlich decken wir uns auch mit Allerlei schwedischen Leckereien ein und fahren dann die letzten Kilometer Richtung MJÖLKNABBENS Camping.
    Dort angekommen fängt es natürlich erst mal an, wie aus Eimern zu schütten. Der Eigentümer Sven zeigt uns unsere Boote und überlässt uns zwei Karten. Er gibt uns auch eine kurze Einweisung. Da es sich beim Åsnen auch um ein großes Vogelschutzgebiet handelt, gibt es einige Betretungs- und Übernachtungsverbote. Diese sind aber auf der Karte gut eingezeichnet (die Karte hieß "Karta över Åsnenomradet"). Weiterhin gibt es viele empfohlene Schlafplätze. An diesen ist es auch erlaubt ein Lagerfeuer zu machen. Ansonsten ist Feuer nämlich rund um den Åsnen verboten.
    Für die Schlafplätze soll man eigentlich bezahlen. 20 Kronen pro Person. Sven hat uns darauf hingewiesen, doch bitte nur zu bezahlen wenn jemand zu den Schlafplätzen kommt. Geld, was in die manchmal vorhandenen Briefkästen gesteckt wird, käme nach seiner Aussage zumeist den falschen Leuten zu Gute. Von den sechs Übernachtungen auf den eingezeichneten Plätzen wollten wir 5 mal bezahlen. Zwei mal durften wird nicht. Es waren immer sehr nette Gespräche mit älteren Herren. Uns kam wahrscheinlich zu Gute, dass ich ein wenig und die Freundin meines Mitbewohners recht gut schwedisch sprechen. Sehr oft haben uns die Herren auch noch extra Wasser in Kanistern vorbei gebracht, wobei wir eigentlich das Seewasser ungefiltert oder ab und zu gefiltert getrunken haben (gefiltert habe ich im Bereich von Torne, da dort sehr viele Schwebeteilchen im Wasser waren).
    Wir kaufen noch eine Angelkarte (ein Infoblatt zu den Fangregularien gibt es dazu) und fangen an, die Boote zu beladen. Unser Auto dürfen wir netterweise kostenlos auf dem Gelände des Platzes parken. Nach einer kurzen Stärkung in Amy's Café, welches zum Campingplatz gehört, geht es ab aufs Wasser.


    Das Wetter sieht schlecht aus...

    Es ist ziemlich windig und es regnet immer noch. Da ist schon einigermaßen spät geworden ist und das Wetter wirklich ungemütlich paddeln wir nur etwa 5km bis zum nächsten, eingezeichnetem Lagerplatz. Der Wind lässt uns ganz schön kämpfen und zeigt uns sofort eine Besonderheit des Åsnen. Trotz einer mittleren Tiefe von um die 3m, trifft man immer wieder auf riesige Felsblöcke, die irgendwo aus dem Nichts kommen und sich knapp unter der Wasseroberfläche befinden. Bei ziemlichem Wellengang sind diese Dinge einfach schlecht zu sehen. So schaffe ich es bereits nach einigen Minuten auf einem solchen Festblock aufzusetzen. Ziemlich nass erreichen wir den Lagerplatz, bauen unsere Zelte auf und konstruieren aus eine großen Plane und Stämmen eine Überdachung für die Feuerstelle. Zwei weitere Holzunterstände befinden sich am Lagerplatz.


    Welche ein Meisterwerk


    Ein weiterer Unterstand


    Ausblick auf den See

    Danach wurde erst mal ein Feuer gemacht, um die Klamotten zu Trocknen und natürlich endlich etwas zu kochen. Es gab ein wenig trockenes Holz unter den Unterständen. Ein größeres Holzlager gab es auch, dies habe ich aber erst am nächsten Morgen entdeckt. Dennoch war es relativ schwer ein Feuer zu entfachen, da alles nass war. Mit ein bisschen Hilfe des Kochers, konnten wir aber dennoch einen schönen Abend mit leckerem Essen am Feuer verbringen. Recht früh ging es dann für uns ins Bett, da es doch verdammt kalt wurde.


    Aller Anfang ist mühsam


    Pilze, Kartoffeln und Fleisch zum Abendessen
    Geändert von aachenbenne (03.08.2017 um 11:35 Uhr)
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  2. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #2
    Na, dann sind wir mal gespannt von den bildlichen Eindrücken schwedischer Binnengewässer ... Ich schaue wieder rein!

  3. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #3
    OT: Is nich schon Wochenende? Freue mich auf erkältungsbedingten Zeitvertreib...
    Grüße, Tie
    "Wenn das, was du sagen möchtest, nicht schöner ist als die Stille, so schweige!" (chinesische Weisheit)
    Free Tibet peacefully!

  4. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #4
    Zitat Zitat von Tie_Fish Beitrag anzeigen
    OT: Is nich schon Wochenende? Freue mich auf erkältungsbedingten Zeitvertreib...
    OT: Sofort alles tun um gesund zu werden! Wir wollen Dich doch dabei haben bei unserer "Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu"-Tour nächtes WE
    „Genaugenommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart,
    die meisten bereiten sich gerade vor, demnächst zu leben.“ - Jonathan Swift

  5. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #5
    So ihr lieben, leider hat es etwas länger gedauert. Tag 1 ist fertig geschrieben und ein paar Fotos sind eingefügt. Auch habe ich eine kleine Verbesserung gemacht: Der Geldautomat steht natürlich in Tingsryd und nicht in Urshult. Danke Herntrei für die Info.

    Tag 2:


    So schnell kann es mit dem Wetter gehen. War es um 7 Uhr beim ersten Aufwachen noch am Regnen, kommt jetzt um halb 9 die Sonne raus. Vor dem Frühstück erkunde ich den Platz jetzt genauer und finde am anderen Ende einige Schilder. Hier erfahre ich auch, dass der Platz Teil der "Värendsleden-Tour", einem 120km langem Kanu-Trail ist. Außerdem befindet sich eine weitere Infotafel, mit einer Gewässerkarte und weiteren Informationen an dem Platz. Der Briefkasten für die Bezahlung der Plätze liegt zerstört auf dem Boden.


    Der Värendsleden Kanutrail


    Diese Tafeln im mehr oder weniger zerstörtem Zustand, stehen an allen Lagerplätzen (an dem Fleck hing der Briefkasten)

    Neben dem bereits erwähntem Holzlager, befinden sich auch noch zwei Naturtoiletten mit Sägemehl am hinteren Ende des Platzes.
    Weiter ging es mit einem ausgiebigen Frühstück und schon waren wir wieder auf dem Wasser und genießen die Sonne. Trotz des schönem Wetter, weht immer noch ein kräftiger Wind, der das Paddeln an manchen Stellen recht anstregend gestaltet. Unsere Route führt vorbei an vielen Inseln und wir genießen die Flora und Fauna. Das Grau des Sees ist verschwunden und oben wie unten strahlt es blau.


    Endlich schönes Wetter


    Ganz am Morgen war der See noch sehr glatt

    Nach etwa 10 Kilometern wollen wir einen Lagerplatz anfahren. Dieser liegt an der südlichen Spitze der Insel Getnö, auf der sich auch der größte Campingplatz Getnö Gard befindet. Leider war dieser Platz überhaupt nicht nach unseren Vorstellungen. Unmengen an Mücken, kein direkter Wasserkontakt, kein schöner Ausblick & kein Unterstand.


    Quack Quack Quack

    Wir entschließen uns also nach kurzer Pause den nächsten Lagerplatz etwa 3 Kilometer südlich anzufahren. Ein wirklich toller Platz, leicht erhöht über dem See. Unterstände, zwei Naturtoiletten, Feuerholz, Sitzgelegenheiten und sogar ein Spülbecken. Kurz vor der Dämmerung kommt noch ein älterer Herr vorbei, der von uns die Gebühr kassiert und uns kurze Zeit später noch 10l Frischwasser sowie dünnes trockenes Holz zum Anzünden bringt. Dieses sollen wir ruhig zu anderen Plätzen mitnehmen, er wisse ja wie nass alles ist. Wir lassen den Abend bei gedörrtem Chilli con Carne & Rotwein ausklingen und hoffen, dass das Wetter morgen genauso schön wird.

    Abendessen
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  6. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #6
    Das klingt ja schon sehr vielversprechend! Kommt noch mehr?

    Wir stecken gerade in den ersten Planungen und Überlegungen für unsere erste Kanutour in Schweden, darum:

  7. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #7
    Genau.....geht doch bestimmt noch weiter.

    Das letzte Mal hatte ich´s in der zweiten April-Hälfte probiert. Mücken gab´s da keine soweit ich mich erinnere, aber es war dann doch noch zu ungemütlich auf dem Wasser, um länger als ein Wochenende zu bleiben. Skaneleden war dann doch die bessere Wahl.

  8. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #8
    Frisch zurück vom Jakobsweg, geht es hier in den nächsten Tagen weiter.
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  9. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #9
    Tag 3

    Relativ früh werden wir wach und packen unsere sieben Sachen zusammen. Die Nacht war doch relativ kalt und es hat sich eine Menge Tau auf den Zelten gebildet. Wir lassen sie noch etwas stehen und stärken uns zunächst mit einem ausgiebigen Frühstück. Heute soll es weiter Richtung Westen gehen. Da es weiter im Süden schwierig ist (laut der Karte nur durch eine Portage) in Richtung Horgefjorden zu kommen, paddeln wir wieder in Richtung der Insel Getnö und unterqueren die Straße zu großen Campinganlage.
    Zwischen der Insel Getnö und der westlich davon gelegenen Insel (leider gibt weder die Karte noch Google Maps einen Namen her) ist das Wasser oftmals recht flach und man muss aufpassen, wo man entlang fährt. Andere Paddler treffen wir nicht, hören aber immer wieder lautstarke "Gespräche" vom Campingplatz. An der Nordspitze der namenlosen Halbinsel, dringt man wieder ins Naturschutzgebiet ein. Dort ist es ganzjährig absolut verboten außerhalb der gekennzeichneten Plätze das Zelt aufzuschlagen, Feuer zu machen oder Blumen/Pflanzen etc. zu pflücken. Unser Weg führt uns jetzt weiter wieder Richtung Süden durch eine tolle sehr felsige Inselwelt.


    Eines der wenigen Fotos mit Sonne

    Leider war das Wetter eher bescheiden, somit habe ich kaum Fotos gemacht. Unser Lager schlagen wir einige Kilometer weiter im Süden auf, am Rande des wunderschönen Naturschutzgebietes Toftåsa myr.
    Am späten Nachmittag wird auch das Wetter besser und wir bauen unsere Zelte am Rand eines über 400 Jahre alten Kiefernwaldes auf.


    Unser Zeltplatz für die Nacht


    Ein toller Ausblick

    Auch an diesem Lagerplatz gibt es ein Kompost-WC und winzigen Unterstand mit etwas Holz. Der Briefkasten für die Lagerplatzgebühr war aber auch hier abgerissen.
    Nach der allabendlichen Zeltroutine haben wir noch ein wenig geangelt. Und siehe da, auch im Åsnen gibt es Fische. Nach bereits kurzer Zeit holen wir einen ordentlichen Hecht raus. Und das natürlich stilecht mit einem Stück Salami. Frischer Fisch zum Nachtisch, was kann es besseres geben.


    Abendliche Zeltroutine


    Leider zu viele Wolken für einen tollen Sonnenuntergang


    Morgen geht es weiter Richtung Norden
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  10. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #10
    Ein schöner Bericht, danke
    Ihr habt ja anscheinend kaum andere Paddler getroffen, oder lässt du die in deiner Erzählung geschickt weg?

    Auch wenn das Wetter anscheinend manchmal nicht so mitgespielt hat, auf den Fotos macht es sich ganz gut...

  11. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #11
    Tag 4
    Gut ausgeschlafen wollen wir uns heute an die Westküste des Åsnen begeben. Da das Wetter heute sehr schön ist, bleiben wir noch lange beim Frühstück sitzen und kommen erst gegen 12 Uhr los. Wir lassen es merklich langsam angehen und paddel gemütlich weiter Richtung Norden. Da die Zeltmöglichkeit hinter Hulevik gesperrt ist, müssen wir heute noch ein gutes Stück weiter paddeln.


    Auf Richtung Norden

    Nach etwa 12km erreichen wir einen einfachen Zeltplatz mit Kompost-WC. Leider liegt dieser direkt am Radweg und bietet nicht wirklich besonders schöne Möglichkeiten das Zelt aufzustellen. Immerhin gibt es einen schönen Steg, an dem wir Angeln können.


    Der vordere Teil des Stegs

    Einen Unterstand, eine Bank mit Tisch gibt es auch, sodass wir das bisschen Frust über den Platz gemütlich wegessen & trinken. Am Abend kommt noch der "Platzpate" vorbei, kassiert die Gebühr und bringt uns Wasser und Feuerholz.
    Da es recht schnell kalt wird, gehen wir heute schon früh ins Bett.


    Müde Esel?


    Frust-Essen-Chaos

    Gegen 4.30 Uhr werde ich kurz wach und gehe raus. Endlich kann ich ein paar tolle Fotos schießen, in den Farben, die ich an Skandinavien so liebe. Leider setzt gegen 5 Uhr der Regen ein und das wird sich auch an diesem Tag nicht mehr ändern. Ich verkrieche mich erst mal zurück in meinen Schlafsack.







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  12. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #12
    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Ein schöner Bericht, danke
    Ihr habt ja anscheinend kaum andere Paddler getroffen, oder lässt du die in deiner Erzählung geschickt weg?

    Auch wenn das Wetter anscheinend manchmal nicht so mitgespielt hat, auf den Fotos macht es sich ganz gut...
    Paddler werden wir nur am letzten Tag treffen. Ansonsten war der See wirklich leer, bis auch einige wenige Angler mit Motorbooten.
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  13. Lebt im Forum
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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #13
    Der Åsnen sollte eigentlich 2017 Nationalpark werden. Hier steht`s geschrieben:

    https://www.visitsmaland.se/de/gegen.../der-see-asnen

    Weiß jemand, wie weit das gediehen ist und welche Restriktionen daraus erfolgen? Vermutlich wird sich nicht viel ändern, weil es am Åsnen, wie auch im Bericht beschrieben, ohnehin viele Naturschutzgebiete gibt mit entsprechenden Regeln.

    Den Åsnen kennen meine Frau und ich noch aus den 70er-Jahren und sind schon damals auf dem Campingplatz Getnö Gard eingekehrt. Da war der Platz noch nahezu unbekannt und viel kleiner. Das hat sich gewaltig geändert.

    2015 auf dem Weg nach Gotland und 2016 auf dem Weg zu Åland Inseln haben wir jeweils im Herbst am Åsnen Station gemacht. Der See ist von unserem Heimatort aus mit dem Auto bequem an einem Tag erreichbar und daher ideal als Zwischenstation.
    2015 haben sind wir auf der Hinfahrt nach Gotland ein paar Tage Rast gemacht auf dem urigen Platz Hätteboda Vildmarkscamping. Auf dem Rückweg sind wir eine Woche auf dem Platz Getnö Gard geblieben. Es war schon Ende September und der Platz war bis auf drei Zelte leer. Wir hatten einen wunderschönen Standplatz direkt am See und haben die Ruhe genossen. Mit dem Mietcanadier unternahmen wir Tagestouren auf dem See. Vieles an dem Bericht von aachenbenne kommt mir zusammen mit den Bildern sehr vertraut vor.

    2016 sind wir ende August zu den Åland Inseln aufgebrochen und wollten wieder auf dem Platz Getnö Gard Station machen. Unser Sohn ist mit Schwiegertochter eine Woche früher aufgebrochen zu einer Rundreise durch Schweden. Wir hatten ihnen von Getnö Gard vorgeschwärmt und verabredet, uns dort zu treffen. Sie sind also eine Woche vor uns dort eingetroffen.
    Was für ein Flop! Panikanruf von meinem Sohn: sie hätten grade noch auf dem riesigen Platz den allerletzten Zeltplatz ergattert. Es sei laut und knallevoll mit langen Schlangen vor Waschraum und Klo.

    Plan B mußte her. Der Bruder einer dänischen Bekannten betreibt am Åsnen den Campingplatz in Torne. Sie hat mir sogar ein kleines Empfehlungsschreiben aufgesetzt.

    http://www.tornecamping.com/

    Per Telefon haben wir unseren Sohn dann dorthin geschickt. Es kam die erlösende Nachricht: schöner Platz, ruhig, halb voll.
    Dort wollten sie erstmal bleiben, und dort haben wir uns dann eine Woche später getroffen. In der Tat: wir waren von dem Platz ebenfalls sehr angetan. Viele Radfahrer und Kanuten mit Zelten, wenig Wohnwagen und Wohnmobile, keine Dauercamper.

    Resümee: wer am Åsnen zelten will, sollte Getnö Gard erst anlaufen, wenn die Sommerferien in Schweden und in NRW beendet sind. Danach ist der Platz schön, vorher offenbar überlaufen. Das hat mir die Besitzerin in einem Gespräch auch bestätigt.

    Für mich sind in dem Bericht von aachenbenne spannend zu lesen seine Erfahrungen mit den Campingplätzen. Man muß offenbar auch in der Saison den Åsnen nicht meiden, sollte aber sehr darauf achten, daß man zum Start in die Kanutour einen ruhigen Platz erwischt. Die gibt es, aber Gentnö Gard sollte man meiden.

    Bin gespannt, wie es weitergeht?

    Ditschi

    Bootssteg Camping Torne:

    Geändert von Ditschi (27.07.2017 um 18:48 Uhr) Grund: Ergänzung

  14. Freak Lebt im Forum

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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #14
    http://www.naturvardsverket.se/Nyhet...-nationalpark/

    Noch steht nix fest. Planungen laufen noch, offensichtlich gehts momentan um die Planung für Info-Gebäude.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  15. Lebt im Forum
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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #15
    Danke für die Info. Die Mühlen mahlen also noch.

    Ditschi

  16. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #16
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    2016 sind wir ende August zu den Åland Inseln aufgebrochen und wollten wieder auf dem Platz Getnö Gard Station machen. Unser Sohn ist mit Schwiegertochter eine Woche früher aufgebrochen zu einer Rundreise durch Schweden. Wir hatten ihnen von Getnö Gard vorgeschwärmt und verabredet, uns dort zu treffen. Sie sind also eine Woche vor uns dort eingetroffen.
    Was für ein Flop! Panikanruf von meinem Sohn: sie hätten grade noch auf dem riesigen Platz den allerletzten Zeltplatz ergattert. Es sei laut und knallevoll mit langen Schlangen vor Waschraum und Klo.

    Plan B mußte her. Der Bruder einer dänischen Bekannten betreibt am Åsnen den Campingplatz in Torne. Sie hat mir sogar ein kleines Empfehlungsschreiben aufgesetzt.

    http://www.tornecamping.com/

    Per Telefon haben wir unseren Sohn dann dorthin geschickt. Es kam die erlösende Nachricht: schöner Platz, ruhig, halb voll.
    Dort wollten sie erstmal bleiben, und dort haben wir uns dann eine Woche später getroffen. In der Tat: wir waren von dem Platz ebenfalls sehr angetan. Viele Radfahrer und Kanuten mit Zelten, wenig Wohnwagen und Wohnmobile, keine Dauercamper.

    Resümee: wer am Åsnen zelten will, sollte Getnö Gard erst anlaufen, wenn die Sommerferien in Schweden und in NRW beendet sind. Danach ist der Platz schön, vorher offenbar überlaufen. Das hat mir die Besitzerin in einem Gespräch auch bestätigt.

    Dort werden wir auch noch nächtigen. Ein wirklich sehr schöner Platz mit netten Hütten.
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  17. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #17
    Tag 5
    So richtig besser wird das Wetter heute nicht mehr. Es ist sehr wolkig, windig und regnet immer wieder. Eigentlich wollten wir heute noch bis zur Übernachtungsmöglichkeit auf einer kleinen Halbinsel vor Skatelöv, aber bei dem Wetter hält sich die Paddellust in Grenzen. Kurz vor Torne durchfährt man eine kleine Brücke, unter der uns ein Speedboot ganz schön zum Wackeln bringt. Jetzt beginnt die große Suche nach dem Campingplatz. Der erste Anleger, liegt ziemlich zentral im Ort. Hier können wir keinen Campingplatz entdecken. Als nächstes landen wir an einem schönen Sandstrand an. Nach etwas Suchen finden wir ein Schild, das auf den Campingplatz in etwa 500 Metern hinweist. Also wieder rein in die Boote und weiter Richtung Norden gepaddelt.


    Eine kurze Regenpause


    Ganz brav mit Schwimmweste, wohl eher dem kalten Wind geschuldet

    Wir erreichen einen ziemlich waldigen und schlammigen Anleger und ziehen unsere Boote an Land. Es regnet immer stärker und wir entschließen uns, für heute eine kleine Hütte zu mieten. Wir zahlen etwa 55€ für 4 Personen und sind auch die einzigen Gäste auf dem Platz (Wichtig: man kann nur mit Bargeld zahlen, der nächste Geldautomat ist etwa 8km? entfernt). Nach einer heißen Dusche (wie immer mit Münzautomat) trocknen wir unsere sieben Sachen. Es hat tatsächlich aufgehört zu regnen. Der Supermarkt ist einen knappen Kilometer entfernt. Dort decken wir uns im allerlei schwedischen Leckereien ein.
    Getreu dem Motto - Deutsche trifft man überall auf der Welt - laufen wir beim Verlassen des Supermarktes in die Arme einer schwäbischen Familie, die uns im feinsten Schwäbisch über unsere Reise ausfragt. Sie sind zum Angeln hier, haben aber noch nichts gefangen. Wir können dort natürlich mit unserem Hecht punkten.


    Sanitäranlagen Torne Camping


    Torne


    Hier kommt die Post mit dem Zug


    Tierische Nachbarn


    Schwedische Leckereien, weiß jemand wo es Digestive Oliv in Deutschland gibt?


    Tag 6
    Sehr grau geht es am heutigen Tag weiter. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Pancakes (ich habe mal diesen Teig mit Milchpulver vermischt, schmeckt ganz gut) und selbstgemachter Marmelade paddeln wir zunächst wieder nach Torne zum Supermarkt um unsere Keksvorräte aufzustocken. Danach queren wir den Skatelövfjorden (bekannt aus dem Hörspiel ) und paddeln stetig wieder Richtung Süden. Unser Ziel soll heute der Übernachtungsplatz des ersten Tages sein. Auf dem Weg werden wir noch Zeuge eines kleinen Kampfes. Ein Fischadler muss seinen Horst gegen mehrere Raben? verteidigen. Auch eine Möve mischt munter mit. Ein wirklich lautstarkes Schauspiel.


    Grau geht es weiter


    Dem Adler sein Horst


    Gleitstudie


    Angriff von Hinten



    Wir lassen die Duellanten in Frieden und setzen unseren Weg weiter Richtung Süden fort. Hier auf der Ostseite des Armes gibt es mehr Inseln. Manche sogar mit kleinen Hütten drauf. Unser Weg führt uns durch das Västra Åsnens övärld Reservat, was auch Kernstück des neuen Nationalparks werden soll. Am Lagerplatz unserer ersten Nacht müssen wir feststellen, dass dieser von einer Horde (bestimmt 30 Boote) Menschen belagert ist. Wie das mit einer Toilette funktionieren soll, ist mir ein Rätsel . Wir landen erst gar nicht an, sondern Paddel direkt weiter zum Lagerplatz unserer zweiten Übernachtung. Ziemlich spät und in der Dämmerung kommen wir an, bauen unsere Zelte auf und fallen müde in die Schlafsäcke. Dies war heute mit etwa knapp 18km unser längster Tag und auch das Maximum, was ich mit meiner Freundin schaffen würde (wenn auch nicht täglich). Zum Vergleich: 2014 in der Saimaa sind wir das mindestens am Tag gefahren (wenn wir nicht schon mittags in der Sonne lagen )


    Ganz schön einsam


    Nur noch wenige Meter bis zum Schlafplatz
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  18. AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #18
    Tag 7
    Heute bricht der letzte Tag an. Wir haben nur noch ein recht kurzes Stück zurück zum Mjölknabbens Camping Platz zu paddeln. Wie es nicht anders seien kann, weckt uns der Åsnen mit strahlend blauem Himmel und Sonne. Schnell wird der Lagerplatz geräumt und wir genießen die letzten Stunden in der Sonne.


    Die Sonne kommt sieben Tage zu spät raus

    Angekommen am Campingplatz räumen wir unsere Boote, säubern sie und machen uns auf, alles im Auto zu verstauen. Wir wollen heute noch bis Malmö fahren und dort auf dem Campingplatz übernachten. Die Fahrt bis Malmö geht gut und die Sonne lacht vom Himmel. Malmö ist auch eine wirklich schöne Stadt, die ich mir bei Gelegenheit einmal genauer anschauen werde.


    Ein bisschen windig war es schon


    Der Rückweg nach Malmö


    Hobbingen

    In Malmö haben wir dann auf dem First Camp Malmö mit Blick auf die Öresundsbron geschlafen. Ein riesiger Campingplatz der auch noch ziemlich voll war. Zumindest im Bereich der Hütten und Caravan-Plätze. Unsere beiden Zelte waren auch hier die einzigen. Die Sanitäranlagen sind dort wirklich top und der Ausblick auf die Brücke hat auch etwas besonderes.


    Öresundsbron

    Fazit
    Der Åsnen ist ein schönes, anfängerfreundliches Paddelrevier. Selbst bei Wind werden die Wellen nicht unglaublich hoch und es gibt immer Möglichkeiten in Ufernähe zu paddeln. Besonders große Kreuzungen über freie Wasserfläche gibt es nicht. Einzig die großen Steine können einen manchmal ziemlich überraschen.
    Die Bereiche mit Betretungsverboten sind auf der Karte, aber auch durch entsprechende Schilder gut gekennzeichnet. Schlafplätze gibt es im Mai genügend, wie es in der Hochsaison aussieht, kann ich nicht sagen. Für 7-10 Tage ist das Revier optimal, ich glaube wenn man länger unterwegs ist, könnte der See zu klein sein. Wir haben den östlichen Teil des Sees ziemlich ausgelassen. Dies lag am Wetter, aber auch daran, dass es dort mehrere große Abschnitte mit Betretungsverboten gibt um See- und Fischadler zu schützen. Das allgemeine Feuerverbot gilt vom 1.April bis zum 30. September, mit Ausnahme der eingezeichneten Plätze. Kocher sind immer erlaubt, wie die Regelung für Hobos aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Mjölknabbens Camping kann ich auf empfehlen. Sehr nette Besitzer und ordentliches Material. Dabei günstiger als Getnö Gard.
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  19. Lebt im Forum
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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #19
    Schöner Bericht, danke. Der Åsnen ist, wie ganz Småland , Schweden pur, ohne daß man weit fahren muß.

    Das 4. Bild im letzten Bericht -- das rote Haus mit dem Schild "Torne"-- zeigt den alten Bahnhof. Mitten über den Campingplatz Torne und durch den Ort läuft eine alte Bahntrasse, heute Wander- und Radweg immer am Asnen entlang. Wir sind ein Stück drauf gewandert.
    Hier noch einmal ein Blick auf den Campingplatz Torne ende August.



    Wirklich heimelig und nicht überlaufen. Auf dem Campingplatz Torne steht auch das schöne Schild, nach dem man Bären nur zum Eigenbedarf sammeln darf.



    Ditschi

  20. Freak Lebt im Forum

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    AW: [SE] Es gibt kein schlechtes Wetter im Kanu

    #20
    Der Åsnen ist das größte Regenloch in Smaland, Växjö hat weit und breit die höchsten Niederschlagsmengen in Smaland, also wer mal etwas mehr Sonne sehen will, goßen Bogen drumherum machen.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

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