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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Antracis
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    AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #21
    Ich gehe in der Regel ziemlich fit und gut trainiert auf Tour. Wenn ich dann trotzdem komplett kaputt und fertig im Zelt liege, weil es viel anstrengender wurde, als erwartet, gibt das eher ein Gefühl der Befriedigung. Aber in der Regel ist das, wass ich mir im Sport an Training oder im Wettkampf zwischen den Urlauben zumute, deutlich härter, als das was ich auf Tour mache. Da stehe ich ja auch nicht unter Druck, ist halt kein Wettkampf oder Training, sondern Urlaub .

    Natürlich gibts auch Momente, wo ich mal an (vor allem mentale) Grenzen gekommen bin und das war nicht immer in dem Moment erbaulich, aber wenig später fand ich es schon wieder toll und blicke sehr gern auf diese Momente zurück. Natürlich sind die meisten Tourtage eher entspannt. Wenn es anders wäre und mir zuviel, würde ich meine Touren einfach anders planen.

    Trainieren und angemessen Planen, dann wird die Tour auch nicht zur Tortour und die unplanbaren/unkalkulierbaren Situationen zum Erlebnis.

  2. AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #22
    Wenn sich die Frage "Was mach ich denn hier?" häuft und nicht wie üblich auf die miesen Momente oder die erste Nacht im Zelt beschränkt, dann könnte es aber vielleicht auch an etwas anderem liegen.
    Es muss ja nicht zwangsläufig an der schlechten/falschen mentalen und körperlichen Vorbereitung oder Ausrüstung liegen. Vielleicht ist schlicht und ergreifend der Zeitpunkt gekommen mal einen anderen Urlaub zu machen oder vielleicht dauerhaft andere Urlaube zu machen.
    Nicht alles taugt für jeden und nicht alles bleibt für immer. Manchmal kann sich da ganz schnell was ändern.
    Du bist mit dem Trekken ja nicht verheiratet, also probier doch mal was anderes aus. Etwas mit mehr Komfort. (Den Helden spielen und sich zusammenreißen muss man ja häufig im Alltag schon oft genug.). Du hast ja nix zu verlieren und du bist damit nu nicht der einzige in diesem Forum, der diesen Punkt (mal) erreicht hat.

  3. AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #23
    Nein das "was mach ich denn hier?" beschränkt sich meistens nur auf den ersten Tag. Wenn man dann mal unterwegs ist kommt man häufig nicht mehr dazu, großartig darüber nachzudenken weil man in seinem Trott ist und sich nur auf seine Etappe konzentriert. Was ich mir während der Tour denke ist dann meistens nur "Hoffentlich kann ich bald mein Zelt aufschlagen und was essen"

  4. Moderator
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    AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #24
    Oh ja, die Gedanken an die nächste Mahlzeit sind bei mir auch omnipräsent, nicht nur auf Tour . Wobei, der Gedanke "hoffentlich komme ich hier auch runter" ist bei so mancher Bergtour auch steter Begleiter ..
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  5. AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #25
    Interessante Frage... Ich weiß auch immer nicht wie ich mich auf eine Trekkingtour vorbereiten soll und meistens mache ich dann leider gar nichts. Resultiert aber nur in kürzeren Tagesetappen.

    Die Frage "was mache ich bloß hier" habe ich mir erst sehr selten auf ner Tour gestellt und noch nie am Anfang. Wenn es losgeht kann ich es immer kaum erwarten endlich loszulaufen und bin von Glücksgefühlen durchflutet. Es fühlt sich einfach nur gut an zu gehen, alles dabei zu haben was man braucht, in der Natur zu sein, den Alltag hinter sich zu lassen... Gepaart mit der Aufregung was man wohl so alles erleben wird ist das für mich Glück pur.
    Wenn ich das nicht hätte würde ich es auch nicht machen. Ein "so ist das halt, da muss ich durch" Gefühl bzw ein "gefangen-im-Tagestrott" habe ich auch zu Hause, dafür muss ich nicht in Urlaub fahren....

    Richtig krasse Schmerzen hatte ich zum Glück nie, liegt vielleicht auch an meiner vorsichtigen Streckenplanung. Blasen und Fußschmerzen sind schon immer dabei, aber im Rahmen. Wenn es wirklich richtig weh tut oder Probleme auftreten verkürze ich einfach die Etappen oder plane um.
    Das einzige was mich wirklich bei den ersten Touren genervt hat waren aufgescheuerte Stellen an Hüfte und Schultern bei ca 20kg Startgepäck. Aber da habe ich jetzt eher versucht, das Gewicht zu reduzieren. Das ist ja auch eine geistige Vorbereitung für die Tour ;) .

    Generell ist die Planung von Strecke und Gepäck die wichtigste Vorbereitung für mich, viel wichtiger als die körperliche. Ich denke eh dass es mehr bringt, wenn man geistig voll bei der Sache ist als wenn man fit ist. Ist man nicht fit, kann man eine Tour bei kluger Planung und Flexibilität trotzdem glücklich abschließen. Wenn aber die Motivation oder Freude verschwindet, etwa weil man schlechte Tagesetappen geplant hat oder sich auf bestimmte Gegebenheiten nicht gut vorbereitet hat, wird man selbst als fittester Mensch höchstwahrscheinlich abbrechen oder aber unzufrieden "ins Ziel kommen".

    Aber im Alltag mit schwerem Gepäck wandern mache ich nicht, dazu fehlt mir einfach die Motivation. Ich versuche immer, so wenig Gepäck wie möglich dabei zu haben wenn ich Tagestouren mache. Und halt zusätzlich ein bisschen Oberschenkelmuskulatur und Ausdauer aufzubauen. Macht dann doch mehr Spaß, wenn man bergauf nicht dauernd das Gefühl hat, gleich zu kollabieren...

  6. AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #26
    Also bei mir sieht die Vorbereitung u.a. auch so aus.... ich schone mich vorher ein bißchen.

    Das aber eher deswegen, weil ich lange Zeit wirklich jedes zweite Wochenende eine Tour gelaufen bin und vor dem großen Trekking-Urlaub ist´s dann ganz gut auch mal 4-6 Wochen nicht zu laufen. Heißt natürlich andersrum, daß mich das ganze Jahr vorbereite. Nur das mit dem schwereren Rucksack ist im Urlaub dann immer wieder...

    Für den Paddel-Urlaub schaue ich schon, daß ich vorher wenigestens 1 bis 2 Wochenendtouren zum Training gemacht habe.

    In der Schonzeit schaue ich dann auch ein bißchen drauf etwas öfters am Wochenende zu Hause zu sein und dort alles zu machen/ erledigen, was mir dann vielleicht unterwegs wenn´s mal schlecht läuft als "eigentlich würde ich ja jetzt gerne..." einfallen könnte.

  7. Erfahren

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    AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #27
    Zitat Zitat von Omitier Beitrag anzeigen
    Nein das "was mach ich denn hier?" beschränkt sich meistens nur auf den ersten Tag. Wenn man dann mal unterwegs ist kommt man häufig nicht mehr dazu, großartig darüber nachzudenken weil man in seinem Trott ist und sich nur auf seine Etappe konzentriert. Was ich mir während der Tour denke ist dann meistens nur "Hoffentlich kann ich bald mein Zelt aufschlagen und was essen"
    Es klingt nicht so, als ob Dir das Wandern Spaß macht.
    So würde ich meinen Urlaub nicht verbringen wollen.

    Vielleicht analysierst Du mal, was Dir Spaß macht (Menschen treffen, Natur erleben, einsam sein, Kulturen entdecken, gutes Wetter usw usf) und suchst Dir dann eine Urlaubsform, die dazu passt.

  8. AW: Körperliche und geistige Vorbereitung vor Trekkingtour

    #28
    Zitat Zitat von Omitier Beitrag anzeigen
    Ich persönlich habe fast jedesmal Probleme meinen Urlaub zu genießen - sei es auf einer Trekkingtour oder bei einem Strandurlaub. Bei mir kommt sofort dieses Gefühl des "Ausgeliefertseins" auf und Nervosität. Ich kann nicht abschalten und genießen, ich will es einfach hinter mich bringen. Irgendwie paradox, weil ich eigentlich für mein Leben gern reise
    Dieses Gefühl, ab und zu zu denken: Warum mach ich das bloß?", das kennen hier sicher ganz viele. Ich auch. Aber das zieht sich nicht durch die gesamte Reise/Trekkingtour, sondern kommt bei bestimmten Situationen auf. Es regnet seit 3 Tagen, der Rucksack drückt höllisch auf die Beckenknochen und die Schuhe sind total durchgeweicht. Sobald die Sonne dann rauskommt, mache ich wieder Luftsprünge und das mit dem Rucksack und den Schuhen ist nicht mehr so schlimm :-)

    So wie das bei dir klingt, hast du aber ein anderes Problem?
    Prinzipiell zu genießen was du tust ...
    Stellst du zu hohe Ansprüche an dich oder den "Erfolg" deiner Reise? Erfolg kann ja vieles sein: möglichst braun werden, einen anspruchsvollen Weg in begrenzter Zeit schaffen, beeindruckende Bilder mit nach Hause bringen ...

    Klar, ein bisschen nervös bin ich vor jeder größeren Tour auch. Habe ich alles? Sind meine Strecke-Zeit-Berechnungen ok? Wie wird das Wetter -> wie viel Wasser führen die Flüsse, die ich durchqueren muss -> kann ich Plan A durchziehen oder muss ich auf Grund der Verhältnisse umplanen? Hoffentlich passiert nichts! ...

    Dabei plane ich aber so viel Reserve ein, dass es mich nicht gleich aus der Bahn schmeißt, wenn ich einen Umweg nehmen muss oder eine Weile im Zelt abwettern muss. Oder wenn ich meine geplante Strecke pro Tag nicht schaffe.
    Die Strecke wird so geplant, dass ich sie auch mit reichlich Fotografiererei eigentlich locker schaffen sollte.
    Das macht mich insgesamt recht entspannt.
    Ich kann ganz großartig mit mir alleine sein, kann stundenlang dem Regen, den Vögeln, einem Bach zuhören. Ich brauche nicht mal ein Buch zum Lesen.
    Ich gebe selten die Hoffnung auf, dass alles gut wird :-)

    Und ich mache im Urlaub das, was ich wirklich machen will. Keiner hat irgendwelche Ansprüche an mich außer ich selbst, und die passe ich auf Tour dann auch schon mal an, wenn die Bedingungen nicht wie gewünscht sind.
    (Solange ich nicht in einer festen Gruppe reise, aus der ich nicht ausscheren kann.)

    Schlimmstenfalls bin ich auch bereit, alles über den Haufen zu schmeißen, und ganz was anderes draus zu machen. Das hatte ich einmal in Südfrankreich. Da war es im Sommer so unerträglich heiß, dass ich nach 2 Tagen meinen Kram gepackt habe und an einen Gletscher in die Schweiz gefahren bin :-) Und einmal wollte mich ein Freund mit anderen Freunden mit auf Skitour nehmen. Gleich am ersten Tag stellte ich fest, dass ich völlig ungeübt bin, während die anderen in Ironman-Manier auf den Berg rasten. Da bin ich wieder ins Tal abgefahren, habe mir einen Liftpass gekauft und mich nach der Tour mit dem Freund wieder getroffen. Sonst hätte ich auf der Tour absolut keine Freude gehabt (und die anderen auch nicht).


    Überleg dir halt VOR deiner Tour, WAS du wirklich willst. Und vielleicht WARUM du das willst. Und was du von der Tour und von dir erwartest. Und was du machst, wenn es anders kommt.


    Sonst, Vorbereitung:
    Ich nehme mir vor jeder Trekkingtour vor, diesmal jedes Wochenende eine längere Wanderung mit etwas Gepäck zu machen.
    (Mentale Vorbereitung)
    Das schaffe ich meistens genau 1-2 mal. (Körperliche Vorbereitung)

    Die Tour muss eben auf meinen Fitness-Zustand angepasst werden. Solange ich keine Antarktis-Durchquerung plane, ist das kaum ein Problem.

    Genießen ist für mich einer der wichtigsten Bestandteile der Tour, nicht sportliche Höchstleistung. Dennoch gehören Muskelkater, Druckstellen, Ausgepowert-sein, vielleicht mal Frust, vielleicht mal ein bisschen Schiss vor einer Passage etc. auch dazu.

    Und: Der Kopf muss beim Körper sein.

    Viele Grüße,
    Sylvia
    *Kalender: Papageitaucher 2017*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

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