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  1. Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #1
    Hallo,

    ich habe mir jahrelang etwas vorgeträumt von Goretex und Co. Zum einen die absolute Wasserdichtigkeit bei voller Atmungsaktivität und zum anderen die Vorstellung damit auf jede Situation bestens ausgerüstet zu sein.
    Naja – ich muss nicht „immer für alles“ ausgerüstet sein, erst recht wenn so eine Jacke hauptsächlich für den Alltag ist. Zum anderen ist die Enttäuschung über die Realität und die Kurzlebigkeit sehr groß gewesen...

    Aus diesem Grund ist Paramo für mich sehr interessant geworden. Nun interessiert mich, ober deren Prinzip wirklich auf den unglaublichen Stoffen von Nikwax basiert, oder ob das nicht einfach nur die Kombination aus Fleece + Windjacke ist.
    Lässt sich das Prinzip mit gleichem Ergebnis mit einfachen Stoffen nachbauen? Sollte die äußere Schicht irgendwie besonders verarbeitet sein (Kalandrierung, DWR?) oder „pur“ sein?

    Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen, Ideen usw. Danke schonmal dafür im Voraus.

    ps: Für alle, die von Direktionalität und Paramo das erste mal hören, hier deren Vermarktungs-Beschreibung:
    http://www.paramo-clothing.com/de-de...ncetechnology/

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #2
    Viel hohles Werbegeschwurbel. Direktionalität....? Na ja. Das Adjektiv " direktional" bedeutet linguistisch " in eine Richtung". Das Substantiv "Direktionalität" wurde zumeist selten und in anderem Zusammenhang verwendet. Aber Werbeleute sind erfinderisch. Wer das Geschwurbel durchdringt, stellt schnell fest, daß nur von " wasserabweisend" geschrieben wird, nicht von " wasserdicht". Das ist, wie wir alle wissen, ein erheblicher Unterschied. Daß die Jacken in der Tat nicht wasserdicht sind und es auch nicht sein wollen, bekräftigt auch dieser Test:

    https://www.outdoor-professionell.de...wax-windproof/

    Insoweit tritt das Material wohl garnicht in Konkurrenz zu den in post 1 genannten Materialien wie Gore-Tex etc. .

    Grundsätzlich ist wohl auch die hydrophobe und hydrophile Beschichtung von Geweben ein alter Hut. Neu könnte das Zusammenwirken sein. Wenn ich den Test s.o. richtig gelesen, soll man ja zwei Kleidungsstücke kaufen.

    Ansonsten: Erfahrungen damit sammeln! Einer fängt mal an und berichtet.

    Ditschi

  3. Dauerbesucher
    Avatar von entropie
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #3
    Die scheinen keinen kuststoff zu benutzen, bei der herstellung. Alleine aus dem grund bin ich auch interessiert an einem erfahrungsbericht.
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    -- Oscar Wilde

  4. AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #4
    Ich habe mir die Infos auf der Herstellerseite und den verlinkten Test durchgelesen. Aber so ganz verstehe ich das Konzept noch nicht. Das ist doch im Grunde dass selbe, wenn ich unter eine imprägnierte Etaproof oder G1000 Jacke ein Woolpower-Oberteil oder ein Fleece/Faserpelz anziehe, oder gibt es da irgendeinen wesentlichen Unterschied, den ich nicht begriffen habe?

    Meine Erfahrung zum Thema imprägnieren ist, dass das nie wieder so gut wird, wie es bei der Auslieferung war. Ein Konzept, dass also wesentlich darauf aufbaut, sehe ich erstmal grundsätzlich kritisch.

    Edit: Wenn dem so ist wie oben von mir beschrieben: Was macht man, wenn es für ein Fleece eigentlich zu warm ist? Wie bekommt man das im Zelt wieder trocken?
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  5. Dauerbesucher
    Avatar von entropie
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #5
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Edit: Wenn dem so ist wie oben von mir beschrieben: Was macht man, wenn es für ein Fleece eigentlich zu warm ist? Wie bekommt man das im Zelt wieder trocken?
    OT: Am körper trocknen. Richtig nass wird microfleece sowieso schwerlich. Polartecpro kannst du direkt aus der waschmaschine anziehen
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    -- Oscar Wilde

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #6
    Zitat der Föerster:
    Aber so ganz verstehe ich das Konzept noch nicht.
    Geht mir auch so. Das ist wohl Absicht. Daher das wortreiche, nichtssagende Geschwurbel. Es kann zwei Gründe haben: Entweder erklären sie das Funktionprinzip nicht eindeutig, weil es ein gewichtiges Betriebsgeheimnis ist ? Oder es wird nicht erklärt, weil es nur " des Kaisers neue Kleider" sind?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Des_Kaisers_neue_Kleider
    Ditschi

  7. Dauerbesucher

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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #7
    Warum nicht einfach mal " Paramo" oben in die Suche eingeben ? Da findet man haufenweise Fäden wo das Konzept diskutiert wird , auch von usern mit eigener Erfahrung .

    MfG, windriver

  8. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #8
    "Paramo Test" eingeben, nicht nur " Paramo". Hatte ich vor meinem ersten post im Faden gemacht. Fand ich im Ergebnis aber nicht sehr hilfreich. Eher Nacherzählungen der Werbetexte. Und wenn ein Tester als " Pro" Wasserdichtigkeit attestiert, was nicht einmal Paramo selbst behauptet, verlinke ich den " Test" nicht.
    Ditschi

  9. AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #9
    Moin,

    ein Bekannter von mir aus England hat zwei Paramo-Jacken und mehrere Buffalo-Teile und schwört darauf - mit Einschränkungen. Solange man in Bewegung ist und Wärme produziert, soll der Schweiß nach außen geleitet und eindringendes Regenwasser vom Körper ferngehalten werden, sagt er. Bei längeren Pausen soll das Zeug dann aber nass und schwer werden, weil nicht mehr genug Körperwärme erzeugt wird, um die Feuchtigkeit nach außen zu treiben. Er trägt es deshalb nur auf Touren, wo er lediglich kleine Pausen macht.

    So wie ich ihn verstanden habe, ist die fleeceartige Innenseite aus Polyestergarnen aufgebaut, die zur Körperseite enger und zur Außenseite hin weiter gesponnen sind, um durch diese "Tunnelbauseite" das von der Körperwärme erzeugte Druckgefälle dabei zu unterstützen, die Feuchtigkeit nach außen zu leiten.
    Mit freundlichem Gruß

    The Idahoian

  10. Dauerbesucher

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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #10
    Zitat Zitat von Idahoian Beitrag anzeigen
    So wie ich ihn verstanden habe, ist die fleeceartige Innenseite aus Polyestergarnen aufgebaut, die zur Körperseite enger und zur Außenseite hin weiter gesponnen sind, um durch diese "Tunnelbauseite" das von der Körperwärme erzeugte Druckgefälle dabei zu unterstützen, die Feuchtigkeit nach außen zu leiten.
    Das wäre dann das selbe Prinzip , wie bei dem im Forst üblichen Faserpelz . Der Niederschlag verfängt sich im langen Flor an der Aussenseite und die Wärme vom Körper sorgt dafür das er dort verdunstet und nicht durchsickert . Klappt bei Niesel oder leichten Regen , Schnee ganz gut . Die Jacke darüber sorgt nur noch für den Windschutz .

    MfG, windriver

  11. Gerne im Forum

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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #11
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    ..... Und wenn ein Tester als " Pro" Wasserdichtigkeit attestiert, was nicht einmal Paramo selbst behauptet, verlinke ich den " Test" nicht.
    Ditschi
    Ich kenne die Paramo Jacken nicht, habe aber 3 Softshell und 2 Polyamid Jacken mit Nikwax völlig wasserdicht bekommen.
    Da würde es mich doch wundern, wenn das bei ihren eigenen Jacken nicht funktioniert.

  12. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #12
    Ich bekomme meine G1000- Jacke mit Grönlandwachs auch wasserdicht -- aber nur für ganz kurze Zeit. Ist das Zeug abgewaschen, läuft das Wasser durch und die Jacke wird pitschnaß und schwer. Ähnlich meine alten Timberland Yellow Boots, die nur wasserdicht sind, solange sie frisch mit Silikon behandelt sind. Ist das Zeug abgewaschen, was schnell geht, suppt es durch. Unter " wasserdicht" versteht man ja gemeinhin einen Stoff, der dauerhaft ohne spezielle Nachimpränierung kein Wasser durchläßt. Alles andere ist " wasserabweisend". Nach Palamo selbst sind ihre Jacken nur wasserabweisend.
    Ditschi

  13. Freak Lebt im Forum

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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #13
    Unter wasserdicht versteht man die DIN Norm, die einem Gewebe dauerhafte Wasserdichtigkeit unterstellt, wenn es 1500 mm Wassersäule widersteht.

    Deswegen IMO das Geschwurbel um die Wasserfestigkeit.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  14. AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #14
    na da hab ich ja was losgetreten...

    Ich glaube es ist sehr zu unterscheiden, ob man sich die Analogy-Jacken oder die Windproof-Fleece-Kombis anschaut, oder?
    Mehr interessieren tut mich natürlich die Windjacken-Fleece-Kombi.

    Eigentlich denke ich, dass die Außenschicht ja nichts so aufregendes sein dürfte. Irgendein winddichter Nylonstoff sollte das doch auch können. Und dann ist wohl die Frage mit dem Fleece: ist es ein Faserpelz oder normales Fleece? Die Beschreibung bei dem verlinkten Test klang ja eher nach kurzhaarigem Fleece.

    Bei besagter Testseite gibt es auch einen Test zum Analogy-Stoff: 4h Regen sollen wohl mit der Jacke drin sein. Das ist für 98% meiner Fälle ja wohl ausreichend und würde somit meinen Vorstellungen entsprechen.

    Ich bin auf weitere Fragen, Anregungen und Grübeleien gespannt.

  15. AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #15
    Ich bin am Sonntag im Berliner Niesel- und etwas mehr -Regen ungefähr eine halbe Stunde mit einer billigen, dünnen Fleece-Jacke draußen gewesen und nicht durchgenäßt. Was habe ich falsch gemacht?!?

    Gruß,
    Markus
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

  16. Gerne im Forum

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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #16
    Zitat Zitat von markrü Beitrag anzeigen
    ..... Was habe ich falsch gemacht?!?

    Gruß,
    Markus
    Zu früh wieder reingegangen

  17. Alter Hase
    Avatar von JonasB
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #17
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    IEtaproof oder G1000 Jacke ein Woolpower-Oberteil oder ein Fleece/Faserpelz anziehe, oder gibt es da irgendeinen wesentlichen Unterschied, den ich nicht begriffen habe?
    Zitat Zitat von windriver Beitrag anzeigen
    Das wäre dann das selbe Prinzip , wie bei dem im Forst üblichen Faserpelz . Der Niederschlag verfängt sich im langen Flor an der Aussenseite und die Wärme vom Körper sorgt dafür das er dort verdunstet und nicht durchsickert . Klappt bei Niesel oder leichten Regen , Schnee ganz gut . Die Jacke darüber sorgt nur noch für den Windschutz .
    Genau, daher funktoniert es mit EtaProof aussen und Wolle innen (gewalkte,gestrickte oder gewebte (Loden) oder auch einem Fleece eben auch. Oder eben nur Wolle / Faserpelz.
    Das Prinzip ist alt- älter als Gore-Tex
    Nature-Base Individuelle Bekleidung aus EtaProof und Walkwolle ° Reperaturen & Änderungen ° Sonderanfertigungen

  18. AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #18
    Das Paramokonzept unterscheidet sich auch außerhalb von werbestrategisch angelegten Sprüchen von allen mir bis davor bekannten Konzepten um eine Jacke waßerdicht zu bekommen. Wichtig ist dabei Bewegung, weil der Schweiß/Waßerdampf Regen draußenhält (Kurzversion vom Konzept).

    Es gibt auch wenige Firmen an welche das Windjackenmaterial verkauft wird. Das "waßerdichte" wird glaube ich nur von Paramo selbst verarbeitet. Wenn ich mir ohne Budgetlimit eine Regenjacke auswählen dürfte wäre es eine von Paramo. Das Windjackenmaterial ist toll. Meiner Meinung nach nicht für warme Temperaturen geeigent, aber für kühles und kaltes Wetter umso mehr.

    Vielleicht sollte der Thread anders genannt werden, wenn noch möglich.
    Dachte nämlich erst es ginge um Antroposophie oder ähnliches. Deshalb hab ich bis vor wenigen Minuten nicht mal geschaut im welchem Unterforum der Thread steht.

  19. Fuchs
    Avatar von Lobo
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #19
    Wasser, die klare Flüssigkeit heißt Wasser. das weiß doch jeder* Mensch*

    Ich glaube du bist der erste Mensch in diesem Forum bei dem ich die Ignorier-Funktion ausprobieren werde.

  20. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Direktionalität – Zauber oder altbekannte Technik?

    #20
    Ich lese im gesamten Werbetext von Paramo nicht einmal das Wort " wasserdicht". Dann müßte sie nämlich die DIN-Norm für Regenbekleidung erfüllen. Daher heißt es, die Kleidung sei " wasserabweisend". Wer sich nur ein bißchen auskennt, weiß, was den Unterschied ausmacht zwischen "wasserdicht" und " wasserabweisend". Einige user scheinen, wenn sie das Wort " wasserdicht" verwenden, mehr zu wissen als Paramo selbst.

    Zitat:
    Direktionale Stoffe gibt es in zwei Versionen:
    Wasser abweisende Direktionalität - hydrophobe Materialien
    Alle Materialien der Marke Nikwax sind wasser abweisend.
    Ditschi

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