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    Avatar von Borgman
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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #21
    Mitreisende: Mortias
    Ja, das macht wirklich Spaß zu lesen. Danke für den unterhaltsam geschriebenen Bericht und die stimmungsvollen Bilder. Auch die Fotos an den Regentagen finde ich gelungen, man spürt richtig, wie die nasse Kälte durch die Regenjacke sickert...

  2. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #22
    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    ...Und so wie ich es sehe, war ich ja nicht der einzige, der zu der Zeit dort oben unterwegs war und sich über dieses "schöne" Wetter freuen konnte.
    Jaaa, stimmt wohl, aber davon lassen wir uns ja weder abhalten noch uns die Stimmung vermiesen
    Bisher bist Du ja auf in der Karte verzeichneten Wegen unterwegs, so kenne ich das gar nicht von Dir
    Aber schöön, trotz der vielen Regenwolken, freue mich auf die Fortsetzung

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    Avatar von Mortias
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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #23
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Bisher bist Du ja auf in der Karte verzeichneten Wegen unterwegs, so kenne ich das gar nicht von Dir
    Ja ist doch schön wenn ich noch mit etwas Neuem überraschen zu kann. Ich glaub das Verhältnis von querfeldein zu Wegen lag bei dieser Tour so bei 60 zu 40 zugunsten der Wege. Und ist ja nicht so, dass ich per se querfeldein laufe nur um zu demonstrieren was für ein cooler Checker ich bin. Wenn ich querfeldein laufe, dann doch nur weil ich mir eine schöne Route davon verspreche und es keine entsprechenden Wege gibt. Sofern es die doch gibt, nutze ich die natürlich gerne, weil es ja letztendlich meist leichter ist als querfeldein.

    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Aber schöön, trotz der vielen Regenwolken, freue mich auf die Fortsetzung
    Dann gedulde Dich noch bitte bis morgen. Ich verspreche Dir, es sind auch wieder ein paar Wölkchen mit dabei.

  4. Dauerbesucher
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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #24
    Tag 8 (08.09.)
    Das positive heute: Es war windstill und trocken. Und auch nicht allzu kalt. Nur die Wolken störten. Aber egal, es war definitiv besser als die letzten beiden Tage. Somit gute Bedingungen zum Wandern. Da ich aufgrund des schlechten Wetter nicht so gut wie erwartet vorangekommen bin, musste ich heute einiges an Strecke durchziehen, sofern ich meine ursprüngliche (für schönes Wetter geplante) Route noch durchziehen wollte. Aber das störte mich nicht. Vielmehr war ich enorm motiviert als ich um 20 vor 10 los lief und freute mich auf die vor mir liegende Etappe.


    Immerhin trocken; mehr konnte ich wirklich nicht verlangen.

    Der Weg war in gutem Zustand und leicht zu laufen und die umliegende Landschaft mit der rötlichen-orangenen Verfärbung der Tundra sehr malerisch. Gegen Viertel nach 11 war ich dann aufm Själbma. An dem kleinen namenlosen See, wo ich nun pausierte, hatte ich ursprünglich vorgehabt letzte Nacht zu zelten. 1 1/2 Stunden habe ich dafür gebraucht diesen Rückstand aufzuholen. Jetzt war es 11:20 Uhr. Ich war somit noch ganz gut in der Zeit. Mein Schönwetterplan sah nun eigentlich vor in nördlicher Richtung ins Skärrimvagge zu hoch zu steigen um dann eventuell sogar einen Aufstieg des Baergna in Angriff zu nehmen. Das wäre sicherlich eine unheimlich spannende Route geworden. Aber bei dem vorherrschenden Wetter nicht sonderlich reizvoll. Besonders die dunklen Wolken an den Berghängen waren alles andere als einladend.


    Gemütlich zu laufender Wanderweg


    Herbstliche Tundra


    Sumpfige Landschaft; der Weg war allerdings gut mit Planken ausgebaut.


    Besagter namenloser See (wo ich eigentlich schon gestern Abend sein wollte)


    Wolkenverhangenes Skärrimvagge

    Also entschied ich mich (schweren Herzens) für Plan B, der darin bestand dem markierten Wanderweg weiter zu folgen. Dieser führte mich nach gut zwei Kilometern zum Silvervägen; Schwedens einziger Straße die oberhalb der Baumgrenze durchs Kahlfjäll verläuft (zumindest kenne ich keine andere solche Straße in Schweden). An dem Rastplatz schnackte ich kurz mit einem älteren Paar aus Norwegen. Ich konnte es mir nicht verkneifen nach dem Wetterbericht zu fragen. Ein Fehler. Was der Mann mir sagte, war wenig aufbauend. Prinzipiell sollte es (zumindest in Norwegen) so bleiben wie die letzten Tage. Das hieß kühl, bewölkt, recht feucht und durchaus etwas windig. Vom ursprünglich schönen Wetterbericht, der mich zu Beginn noch so optimistisch gestimmt hat, war nun wirklich nichts mehr übrig. Schade.


    Kurze Sonnenphase


    Zugewachsener Weg am Guoletisjavrre


    Silvervägen

    Aber immerhin ließ sich nochmal die Sonne ganz kurz blicken, als ich später an einem Bach eine kurze Pause machte. Das ließ mich nochmal Hoffnung schöpfen. Der Anblick, den ich aber einige Zeit später auf den Stuor-Jiervas und Årjep Savllo werfen konnte, ließ dann aber wenig Gutes erahnen. Dichte regenbringende Wolken schienen sich über dem Iggesjavrre zu sammeln und vertrieben meine Hoffnung, dass sich heute das Wetter grundsätzlich doch noch bessern sollte.


    Nach dem Straßenabschnitt ging es erstmal ca. 2 km über eine hügelige Hochebene.


    Kurze Pause im Sonnenschein


    Blick Richtung Stuor-Jiervas und Årjep Savllo. Sieht irgendwie ungemütlich aus.

    Der Weg ging nun bergab und führte mich durch einen Birkenwald und zur Jurun Hütte. Hier war einiges los. Angler kamen mir entgegen und eine Schulklasse tummelte sich an der Hütte und hatte dort etliche Zelte aufgestellt. Naja, die Nähe zur Straße macht aus der Hütte nunmal ein gutes Reiseziel für Ausflüge jeglicher Art. Jenseits der Hütte änderte sich das schlagartig. Auch war der Weg hier deutlich spärlicher markiert. Holplanken waren nicht mehr vorhanden und sonderlich ausgetreten war der Weg auch nicht. Irgendwann stellte ich dann fest, dass ich anscheinend einem nicht markierten Trampelpfad gefolgt bin anstatt dem eigentlichen Weg. Aber war nicht weiter wild.


    Seldutjåhkå


    Meine Mittagspause habe ich dann etwas abseits von den Zelten und dem ganzen Trubel gemacht.


    Jurunjavrre

    Beim Aufstieg zum Iggesjavrre begegnete mir dann der Lehrer der Schulklasse, der einen kurzen Abstecher zum See gemacht hatte und hier mit der Schulklasse (aus Arjeplog) das Wochenende verbrachte. Ja das ist der Vorteil, wenn man als Kind in Nordschweden aufwächst und zur Schule geht. Man kommt da schon von Kindesbeinen an mit der Fjällnatur in Berührung und lernt diese schöne Landschaft kennen. Ich glaub aber für mich wäre das nichts gewesen (Ich bin da doch eher der Großstadtmensch). Gegen Viertel vor 5 erblickte ich dann den Iggesjavrre, der wie ein großer Spiegel in der windstillen Berglandschaft dalag. Schick schick, auf diesen Anblick habe ich mich auch schon lange gefreut, da auch des Iggesjavrre einer der Fixpunkte bei meiner Routenplanung war.


    Blick zurück


    Iggesjavrre voraus

    Der Weg führte nun direkt am Ufer lang und war gut zu gehen und landschaftlich sehr ansprechend. Highlight war dann ein ca. 2 km langer Strandabschnitt, der natürlich nochmal besonders Spaß machte und eine willkommene Abwechslung darstellte. Das fühlte sich beinahe schon etwas surreal an, da Strand und Fjäll in der Regel eher Gegensätze darstellen. Gegen Viertel vor 6 schlug ich dann direkt am Strand mein Zelt auf. Es war zwar bewölkt, aber angenehm mild, windstill und trocken. So konnte ich endlich mal wieder gemütlich mein Abendbrot außerhalb des Zeltes verspeisen und mich an dem Anblick ergötzen, den mir der langgezogene, von den schroffen Berghängen eingefasste, See geliefert hat. Richtig ruhig und friedlich war es hier und endlich verspürte ich mal wieder so etwas wie Entspannung und Zufriedenheit.


    Am Ostufer vom Iggesjavrre


    So macht Wandern Spaß.


    Das nenne ich mal Strandurlaub.


    Ein Grill und ein kaltes Bier wären jetzt noch die Krönung gewesen.


    Cooles Steinchen


    Ich hatte schon schlechtere Zeltplätze.

    Als dann spät abends noch die Wolkendecke langsam aufriss und ich dadurch sogar noch ein wenig von der Abenddämmerung genießen konnte, war ich nun endgültig happy und wagte sogar die Hoffnung, dass mich morgen dann die Sonne begrüßen würde. Nur von den Nordlichtern war nachts leider nichts zu sehen. Diese faulen Säcke hätten sich ruhig mal mehr anstrengen können.


    Es klart auf.


    Abenddämmerung übern Iggesjavrre

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #25
    Tag 9 (09.09.)
    Der klare Nachthimmel verdichtete sich in den frühen Morgenstunden wieder, so dass mich morgens die altbekannte graue Wolkendecke begrüßte. Nur hingen die Wolken diesmal etwas tiefer hingen als gestern noch. Das war insofern etwas ärgerlich, da ich gerade für die heutige Etappe gerne besseres Wetter gehabt hätte. Mein Ziel war es nämlich den Pass beim Årjep Savllo zwischen Hauptgipfel und Ballek zu überqueren. Dieses würde mich auf über 1400 m führen, wo aufgrund der Wolken nichts zu sehen war. Eine markierte Route gibt es nicht, so dass das querfeldein Wandern im Nebel dann immer ein gewisses Risiko darstellt. Ich überlegte daher, ob ich nicht lieber zum Mavasjaure runterlaufen sollte und mich dann am Südufer durch den Wald schlagen sollte (die Boote bei Mavas fuhren zu dieser Jahreszeit nicht mehr). Laut Karte müsste der Abschnitt machbar sein. Aber vermutlich auch recht langweilig und nervig (viel dichter Wald und eventuell steilere Uferhänge). Ich entschied mich daher für die Herausforderung der Passüberquerung. Irgendwie hatte es ja auch seinen Reiz.


    Morgendämmerung um 20 vor 6


    Bewölktes Wetter beim Aufbruch

    Zuerst ging es noch gemütlich am Strand entlang. Bei der Ikesjaure Rasthütte machte ich noch eine kleine Pause. Diese blöde Hütte hatte doch tatsächlich keine Sitzbänke gehabt. Sowas aber auch. Anschließend ging es nun dem Skårvåjåhkå folgend sukzessive bergauf. Relativ unspektakulär das Ganze. Viel zu sehen gab es dank der Wolken nicht. Auf ca. 1100 Höhenmetern machte ich nochmal eine längere Pause. Ich war nun kurz unterhalb der Wolkendecke und prägte mir daher gut die Karte ein. Ganz trivial war die Passüberquerung nämlich nicht. Ich konnte nicht einfach nur stumpf geradeaus laufen und dem Skårvåjåhkå folgen. Stattdessen musste nach einem kurzen Stück in nordwestlicher Richtung nach Westen einschlagen um zu einem kleinen See zu gelangen. Von dort aus galt es dann wieder in nordwestlicher Richtung den richtigen Aufstieg zum Pass zu treffen. Ein Zustieg an der falschen Stelle würde einen unnötigen zusätzlichen Aufstieg bedeuten und könnte sogar die Gefahr mit sich bringen irgendwo zu landen wo es ziemlich steil ist.


    Nochmal bisschen am Stand laufen, bevor es zum Pass hochgehen sollte.


    Samihütte bei der Ikesjaurestuga


    Beim Aufstieg zum Pass


    Nochmal gut die Karte studieren, bevor es in den Nebel gehen sollte.

    Frisch gestärkt und mit griffbereiten Kompass machte ich mich nun auf und schritt in die Wolken. Ich find es ja immer wieder faszinierend, wie sich der Nebel so auf die Umgebung und die eigene Stimmung auswirkt. Alles kommt mir irgendwie verzerrt und größer vor und man fühlt sich ausgesetzt und hilflos. Nach einem kurzen schweißtreibenden Anstieg wurde das Gelände flacher und ich erblickte den See auf 1262 Metern. Ein wichtiges Zwischenziel war erreicht. Immerhin. Meine Entscheidung am Nordufer langzulaufen war allerdings weniger klug. Hier lagen riesige Felsen von Gerölllawinen rum. Diese verliehen der Landschaft zwar einen faszinierend gespenstischen Anblick, waren aber sehr schwer zu überwinden, so dass dieser kurze Abschnitt nochmal sehr kraftraubend war und viel Konzentration erforderte.


    An der Wolkengrenze auf ca. 1100 Höhenmeter


    Namenloser See auf 1262 m


    Geisterhafte Erscheinungen im Nebel; waren aber nur Steine.


    Dieses Geröllfeld war alles andere als witzig. Bei klarer Sicht hätte ich es vermutlich gleich gesehen und wäre am Südufer vom See langgelaufen.

    Als ich am Nordende des Sees dann erneut pausierte, lichteten sich für einen kurzen Moment die Wolken ein wenig und ich konnte einen Blick auf den Aufstieg zum Pass werfen. Das war Gold wert. Nun wusste ich wo der beste Zustieg war. Rechts davon hätte mich eine miese Steilwand erwartet. Dort wäre ich nur sehr ungerne hochgestiegen. Voller Motivation machte ich mich nun an die letzten 150 Höhenmeter. Die hatten es nochmal gut in sich, da der Anstieg sehr steil war und der Boden teilweise von losem Schutt bedeckt war der unter den Füßen wegrutschte. Irgendwann hatte ich es dann aber geschafft und stand oben auf der Passhöhe. Ich war überglücklich und erleichtert. Richtig gut fühlte es sich an diese Herausforderung geschafft zu haben.


    Nochmal kurz pausieren, bevor es zum finalen Anstieg ging.


    Vor dem finalen Anstieg; dadurch dass sich die Wolkendecke kurz etwas lichtete konnte ich gut erkennen wo ich lang musste.


    Geschafft, die Passhöhe ist erreicht.

    Zum Abstieg auf der Westseite fand ich dann einen langes gezogenes Schneefeld (aus dem weiter unten ein namenloser Bach entspringt) dem ich gut und leicht folgen konnte. Links und rechts davon waren allerdings steile, glatte Felsen, wo das Laufen nicht nur beschwerlich sondern vermutlich auch höchst gefährlich gewesen wäre. Erst jetzt wurde mir klar, welch großes Glück ich gehabt hatte. Wären die Wolken vorhin nicht kurz aufgerissen, wäre ich vielleicht etwas weiter links aufgestiegen und hätte dann beim Abstieg den Schneefleck nicht gefunden und mich stattdessen durch diese miese Felslandschaft kämpfen dürfen. Unschöner Gedanke.


    Abstieg über ein Schneefeld


    Rechts und links davon wäre es nicht so komfortabel gewesen.

    Irgendwann wurde die Landschaft dann auch wieder freundlicher und grüner. Die Sicht war aber immer noch schlecht. Schade, ich hatte mir eigentlich viel von dem Ausblick versprochen, der sich mir bei dem Abstieg (bei gutem Wetter) bieten würde. Ich folgte nun weiter dem Lauf des Baches und erreichte gegen 16 Uhr eine Stelle, wo der Bach einen relativ steilen Hang runterfloss. Da wollte ich aber erst morgen runter. Für heute hatte ich mir zum Zelten eigentlich einen kleinen See etwas weiter westlich ausgeguckt, da ich mir von dort aus (im Falle einer Wetterbesserung) einen cooleren Ausblick auf die Umgebung versprochen hatte.


    Immer noch Nebel


    Erst auf etwa 1050 m wurde die Sicht wieder etwas besser.

    So lief ich noch ein wenig durch diese stark zerklüftete Gegend. Große Felsplatten und kleine steile Hänge prägten hier auf 1000 Metern Höhe die Landschaft. Resultat war, dass es keinen See gab, wo das Ufer ausreichend flach und der Boden trocken genug war um gut zelten zu können. So kehrte ich nach einer knappen Stunde des in der Gegend Rumirrens wieder an die Ausgangsstelle zurück um dort mein Zelt aufzuschlagen. Ziemlich stumpfe Aktion irgendwie.


    Mavasjaure


    Hier zu zelten wäre echt nicht leicht gewesen.


    Hier hätte ich auch schon eine Stunde eher mein Zelt aufschlagen können.

    Abends zog dann eine fette Wolke durch das Tal, was recht cool aussah. Ich befand mich quasi in einem Wolkensandwich mit einer Wolkendecke über und unter mir. Später allerdings verschwand dann die gesamte Landschaft wieder komplett im Nebel. Zu sehen gab es nun nichts mehr. Und ich war einfach nur heilfroh und erleichtert diese etwas kritische Passüberquerung heute hinter mich gebracht zu haben.


    Nebel von unten und von oben...


    ...und direkt vor meiner Tür

  6. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #26
    Mit und ohne Wege immer eine Wonne, Deine Berichte zu lesen und sich obendrein Anregungen für die eigenen Touren zu holen

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #27
    Ich bin überwältigt, Atemlos!
    Echt tolle Fotos, man kann nachvollziehen, wie der Regen sich anfühlt.Sofort werden erinnerungen wach.
    Die Holzbrücke könnte bei Nässe schnell zur Rutsche werden!
    Der Aufbau des Zeltes, bei Regen ist wenn man im warmen Schlafsack liegt schnell vergessen, oder ?
    Die Pausen fallen ja sowieso eher kürzer aus bei Wind und Regen dazu.
    Wie bist du mit deiner Bergans Jacke zufrieden? Ohne vernünftiges Regenzeug macht das keinen Spass
    Ich war in so einem Nebel, in dem man wie bei dir gezeigt, wirklich die Hand vor Augen nicht mehr sieht, auf dem Hochplatou
    unterwegs.
    Egal wie , kommt die Sonne raus , dann ist das echt das gröste!
    Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #28
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Mit und ohne Wege immer eine Wonne, Deine Berichte zu lesen und sich obendrein Anregungen für die eigenen Touren zu holen
    Vielen Dank. Wie heißt es doch so schön bei Herr der Ringe? "Guter Sméagol, hilft immer".

    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Ich bin überwältigt, Atemlos!
    Echt tolle Fotos, man kann nachvollziehen, wie der Regen sich anfühlt.Sofort werden erinnerungen wach.
    Ebenfalls vielen Dank.

    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Die Holzbrücke könnte bei Nässe schnell zur Rutsche werden!
    Du sagst es. Ein bisschen mulmig war mir auf der Brücke (und auch bei paar anderen Brücken) dann schon.

    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Der Aufbau des Zeltes, bei Regen ist wenn man im warmen Schlafsack liegt schnell vergessen, oder ?
    Ja für den Moment überwiegt bei mir immer die Erleichterung es geschafft zu haben. Und irgendwie ist es auch verdammt gemütlich im warmen Schlafsack zu liegen, während der Regen gegen das Zelt prasselt und einem nichts mehr anhaben kann. Wenn aber die Sachen noch naß sind und keinerlei Wetterbesserung in Sicht ist, dann hält sich die Freude insgesamt doch eher in Grenzen bei mir.

    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Wie bist du mit deiner Bergans Jacke zufrieden? Ohne vernünftiges Regenzeug macht das keinen Spass
    Das mit meiner Bergans Jacke ist so ne Sache. Früher war ich sehr zufrieden mit der Jacke (gekauft habe ich sie 2012). Aber bereits bei meiner Alaska Tour letztes Jahr war ich nicht mehr ganz so zufrieden, da die Jacke bei Regen schnell Feuchtigkeit aufgenommen hat. Also habe ich sie zu Bergans zurückgeschickt in der Hoffnung, dass sie die Wasserdichtigkeit wiederherstellen können. Bergans meinte allerdings, dass es normal sei, wenn eine Regenjacke nach paar Jahren und mehreren Touren ihre Fuktionsfähigkeit etwas einbüßt, weil sich die Imprägnierung abnutzt und das Obermaterial dann mit Wasser vollsaugt. Denen Zufolge rechnen sie mit einer durchschnittlichen "Lebenserwartung" von ca. 4 Jahren. Dies auch bei guter Pflege (die sie mir auf Nachfrage ebenfalls bestätigt haben). Sie haben die Jacke nochmal imprägniert und mir dann zurückgeschickt. Da ich den Tragekomfort der Jacke so mag, beschloss ich ihr für diese Tour noch eine Chance zu geben. Ich musste aber feststellen, dass sie Ihre besten Tage als Regenjacke hinter sich hat und bestenfalls nur noch für Tagestouren taugt. Bei meiner nächsten Tour werd ich mir deshalb definitiv eine neue Jacke kaufen müssen.

    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Ich war in so einem Nebel, in dem man wie bei dir gezeigt, wirklich die Hand vor Augen nicht mehr sieht, auf dem Hochplatou
    unterwegs.
    Egal wie , kommt die Sonne raus , dann ist das echt das gröste!
    Wenn die Sonne rauskommt, dann ist es wirklich ein Traum. Ansonsten einfach nur meganervig. Gerade Hochplateaus finde ich dann besonders mies, wenn Du keine markenten Orientierungspunkte hast und nur nach Kompass laufen musst. Sobald ja ein Fluß, ein markantes Tal oder sogar ein Weg vorhanden ist, ist das ja alles nicht so wild. Aber ohne jegliche Orientierungspunkte ist das schon recht anstrengend ständig quasi blind unterwegs zu sein. Das sind dann die Momente wo ich eingestehen muss, dass ein GPS Navi schon so seine Vorteile hat.

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #29
    Tag 10 (10.09.)
    Wirklich verzogen haben sich die Wolken nicht. Es war weiterhin recht bewölkt und windig. Rau und ungemütlich; wie gewohnt. Nur weiter im Westen, in Norwegen, schien es etwas freundlicher zu sein. Aber da wollte ich leider nicht hin, sondern Richtung Nordosten zum Nuortta Savllo, der sich leider größtenteils in den Wolken versteckte. Zuersteinmal musste ich jetzt aber den knapp 400 m hohen Hang absteigen. Das ging größtenteils recht einfach, da die Hänge, trotz der relativ starken Steigung, meist grasbewachsen und gut zu laufen waren. Unten im Tal wuchsen dann einige Bäume und Beeren und es war erfreulicherweise windstill. Richtig friedlich und angenehm war es hier.


    Wechselhaftes Wetter am Morgen; ziemlich windig war es.


    Der Nuortta Savllo schaut kurz aus den Wolken hervor.


    In Norwegen sah es zumindest etwas freundlicher aus.


    Unten angekommen

    Mein nächstes Ziel war nun der Hügel Vuozzas auf der norwegischen Seite. Von dort erhoffte ich mir einen schicken Ausblick auf den Balvatnet. Der Aufstieg ging recht gut voran, große Hindernisse gab es nicht. Nur der Wind nervte doch ein klein wenig. Dafür hat sich der kurze Abstecher aber auch wirklich gelohnt. Westlich von mir bot sich nun eine tolle Aussicht auf den Balvatnet. Trotz der Wolken und der damit etwas tristen Stimmung konnte ich mich doch sehr an dem Anblick erfreuen. Östlich von mir wiederrum hatte ich einen schönen Blick auf den Mavasjaure. Wirklich ein tolles Plätzchen. Das hat doch enorm die Stimmung angehoben. Der Balvatnet (bzw. der Vuozzas) war letztendlich auch ein weiterer Fixpunkt bei meiner Routenplanung gewesen. Definitiv nicht zu unrecht. Das Wandern hier oben war auch ein Vergnügen. Nur der Wind nervte etwas. So fand ich auch zur Mittagspause irgendwie kein wirklich windgeschütztes Plätzchen.


    Neugierige Freunde


    Blick zurück; links von dem Bach bin ich vorhin abgestiegen.


    Auf dem Vuozzas mit dem Balvatnet im Hintergrund


    Mavasjaure


    Panoramablick über den Balvatnet (Doppelklick für vergrößerte Darstellung)

    Weiter unten, beim Gaddelabme, überquerte ich dann wieder die norwegisch-schwedische Grenze und passierte dabei einen Trampelpfad. Getroffen habe ich hier in der Ecke aber niemanden. Während des folgenden Aufstiegs zum Ballekjavratj ließ sich sogar ganz kurz die Sonne blicken und sorgte für ein recht schönes Licht. Sie verschwand aber wieder nach kurzer Zeit und ward fortan nicht mehr gesehen. Der Aufstieg selbst ging größtenteils über leicht hügelige Grashänge. Zwar nicht schwer zu laufen, aber irgendwie zog es sich doch länger hin als erwartet. Meine Motivation hatte mittlerweile spürbar nachgelassen. Eigentlich wollte ich nur noch am Ballekjavratj ankommen und dort mein Zelt aufstellen. So schleppte ich mich relativ lustlos voran.


    Beim Abstieg vom Vuozzas mit Blick Richtung Gaddelabme; der Nuortta Savllo versteckte sich mal wieder.


    Grenzerfahrung


    Herbststimmung

    Gegen kurz nach 6 erreichte ich dann den Ballekjavratj, der sich am Fuße des Nuortta Savllo ausbreitet. Hier am Ufer schlug ich mein Zelt auf. Landschaftlich war das eine recht schöne Umgebung. Schöner wäre es allerdings noch gewesen, wenn die ganzen Wolken nicht soviel von den Bergen verdeckt hätten. Aber immerhin bot der Ballek einen recht lustigen Anblick. Der sah irgendwie so aus, als ob ein Riese mal Hunger gehabt hatte und dann einfach mal ein Stückchen vom Gipfel weggeknuspert hat.


    Ballekjavratj


    Ballek

    Nach dem Abendbrot (das mal wieder im Zelt verspeist wurde) machte ich dann noch einen ausgedehnteren Spaziergang. Das tat mal wieder richtig gut. Mittlerweile war es nicht mehr so windig und die Wolken lagen etwas höher, so dass ich sogar zum Årjep Savllo zurückblicken konnte. Vielleicht würde das Wetter morgen ja endlich mal ein bisschen besser werden. Mein Plan sah nämlich vor den Pass zwischen dem Ballek und dem Nuortta Savllo zu nehmen und anschließend einen Abstecher auf den Tjähpisbaktte zu machen. Das wäre sicherlich ein schöner Abschnitt mit einem geilen Blick auf den Pieskehaure und das Sulitelma Massiv. Aber bei einem Wetter wie heute wäre das halt nicht ganz so geil, da ich dann wieder größtenteils in den Wolken unterwegs wäre. Also mal schaun was kommt…


    Zeltplatz am Ballekjavratj


    Hatte irgendwie etwas Gespenstisches wie die Wolken hier entlang gekrochen kamen.


    Årjep Savllo

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #30
    Tag 11 (11.09.)
    Ha, das Wetter hatte sich tatsächlich geändert. Und zwar eindeutig zum Schlechten. Sturmböen rüttelten an meinem Zelt, während kontinuierlich Regen niederging und von der Landschaft aufgrund des Nebels nichts zu sehen war. Widerlich. Bei so einem Wetter setze ich mich eigentlich am liebsten Zuhause vor die Glotze. Das war nur hier leider etwas schwierig. Meine geplante Passüberquerung konnte ich definitiv knicken. Bei dem Wetter wäre mir das einfach zu bäh. Außerdem ich hatte keine große Lust den ganzen Tag nur durch‘n Nebel zu irren. Ich entschloss mich daher dem Sårjåsjåhkå bergab zu folgen und unten im Tal dann um den Tjähpisbaktte zu laufen. Diese Route wäre zwar länger, aber bei dem Wetter die einzig sinnvolle Option.


    Bäääh


    Man kann sogar auf dem Foto erkennen, dass es nicht ganz windstill war.

    Während es also noch stürmte und regnete, schaffte ich es dann gegen halb 12 meine Sachen und das Zelt zusammenzupacken. Trotz des offensichtlichen Schietwetters war ich froh unterwegs zu sein (bei zu langer Warterei im Zelt werde ich immer etwas ungeduldig) und zu wissen immerhin bald aus dem blöden Nebel rauszukommen. Dieser lichtete sich beim Abstieg dann auch nach kurzer Zeit und der Wind war auch nicht mehr ganz so stark. Aber der Regen ließ leider nicht nach. Und sonderlich spektakulär fand ich die Landschaft dann auch nicht. Teilweise gab es beim Abstieg dann auch einige steilere Hänge die ich umgehen oder runtersteigen musste. An einem etwas steileren Abschnitt am Bachufer bin ich dann auch noch auf dem feuchtem Boden ausgerutscht und etwa einen knappen Meter runter geschlittert. Das war nicht gut, zeigte es doch, dass ich leicht unkonzentriert war und ich die Gegend nicht unterschätzten sollte.


    Igitt, bloß weg aus dieser unwirtlichen Gegend.


    Bei diesem kleinen Wasserfall bin ich ausgerutscht. Das hätte mit Pech etwas schmerzhaft werden können.


    Sårjåsjåhkå

    Weiter unten gab es dann kleinere Birkenwälder und größere Sumpfflächen. Insgesamt ließ es sich aber recht angenehm laufen. Immerhin gab es hier keine Geröllhalden oder steilen Hänge . Während einer kurzen Regenpause gegen halb zwei konnte ich dann endlich auch mal den Rucksack absetzten, durchschnaufen und etwas essen. Das tat gut.


    Zum Glück musste ich nicht durch diesen Sumpf hier.


    Kurze Pause am Sårjåsjåhkå

    Ich verließ nun den Sårjåsjåhkå, der eine Schleife nach Süden machte, um weiter in östliche Richtung zu laufen. Dabei musste ich zuerst über eine ausgedehnte Sumpffläche und anschließend durch einen Waldabschnitt der teilweise auch noch von ziemlichem Dickicht bewachsen war. Dabei regnete es fast dauerhaft in einem Stück durch. Mal irgendwo gemütlich hinsetzten und mich länger erholen war da nicht drin. Stattdessen ging es auch noch leicht bergauf. Das alles zusammen war einfach nur noch kräftezehrend und super nervig. Ohne auch nur ein Auge für die Landschaft (die unter normalen Umständen sicherlich ganz schick gewesen wäre) zu erübrigen schleppte ich mich lust- und mutlos voran.


    Dicht bewachsene Uferlandschaft vom Sårjåsjåhkå


    Längerer Sumpfabschnitt, war zwar super nervig...


    ... aber trotz allem sind immerhin meine Füße einigermaßen trocken geblieben.

    Gegen Viertel nach drei setzte ich dann endlich mal während einer kurzen Trockenphase meinen Rucksack ab und stopfte mir schnell noch etwas zu essen in den Mund. Das hab ich echt gebraucht. Ich war einfach nur noch bedient und ausgepowert. Meinem Körper tat die Energiezufuhr echt gut. Mich hinzusetzten hatte ich aber keine Lust. Dafür war mir dann doch der Boden zu nass. Und mit meinen mittlerweile recht feuchten Sachen wäre es auch nicht allzu gemütlich gewesen.


    Blick zum Ahkarisjavratj; hier machte ich meine kurze Pause.

    Lieber wollte ich zügig weitergehen als allzu lange an einem Fleck zu verharren. Mein Ziel war es oberhalb der Baumgrenze auf den markierten Wanderweg zu treffen und dann an der ersten Brücke (also kurz vorm Ahkarisitkkajavratj) mein Zelt aufzuschlagen. Das waren sicherlich noch mindestens 3 km die vor mir lagen. Klingt nicht grad nach viel, aber bei dem Wetter, meiner Stimmung und dem nervigen Wald war das mehr als genug für mich. Als ich dann endlich den Wald verließ, war ich zwar das Dickicht los, aber dafür wurde der Wind wieder stärker. Der Regen prasselte weiterhin auf mich herab und ich lief eigentlich nur noch stumpfsinnig weiter. Immerhin traf ich auf den Weg und konnte durch die Wolken einen ersten Blick auf den Pieskehaure werfen.


    Erster Blick auf den Pieskehaure


    Ich muss wohl kaum ausführen wie meine Laune war...


    Einsamer Baum


    Ahkarisitkkajavratj voraus

    Gegen halb 5 erreichte ich dann die Brücke. Hier gab es sogar eine gute Zeltmöglichkeit. Im Regen schlug ich dann das Zelt auf und verkroch mich schnell darin. Endlich konnte ich mich hinsetzten und war im Trockenen. Aber meine Sachen waren doch ziemlich durchnässt. Und da ich sie schlecht draußen an der frischen Luft trocknen konnte, saß ich nun also mit einem Haufen nasser und feuchter Sachen im Zelt. Ich tat nun etwas, was ich nur bedingt weiter empfehlen kann. Und zwar habe ich meinen Kocher angeworfen und über leichter Flamme meine feuchten Sachen gewärmt. Kleine Sachen wie meine Isomattenhülle oder meinen Hut habe ich damit sogar einigermaßen trocken bekommen. Und außerdem tat die Wärme einfach gut und das Gefühl etwas gegen die Feuchtigkeit unternehmen zu können. Das so etwas natürlich nicht ganz unkritisch ist, war mir klar. In der Situation fand ich es aber angemessen. Ich glaub hier hat sich auch einer der entscheidenden Vorteile der Gaskocher gegenüber Spirituskochern offenbart. Und zwar die leichte Regelbarkeit der Flamme. Bis zum letzten Jahr hatte ich immer mit Spiritus gekocht (einfach weil ich es so gewohnt war) und erst bei meiner Alaska Tour hat der Umdenkprozess eingesetzt. Mit nem Spirituskocher wäre eine solche Aktion jedenfalls deutlich riskanter und komplizierter gewesen.


    Sachen trocknen (so gut es ging)


    Immerhin die Spot Nachrichten gingen zuverlässig raus.

    Letztendlich regnete es den ganzen Abend durch, so dass ich mein Zelt nur noch für Klo Gänge und zum Abwaschen verließ. Zu allem Überfluss stellte ich fest, dass ich meine Neutralseife am Ballekjavratj vergessen hatte (vermutlich nachdem ich gestern Abend meinen Topf abgewaschen habe). Sehr ärgerlich. Zum einen weil die Seife zum Waschen recht hilfreich ist, und zum anderen weil ich schon versuche mich an das „Leave No Trace“ Prinzip zu halten. Und da in dieser Ecke selten jemand vorbeikommt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die bis zum heutigen Tag immer noch da rumliegt. Insgesamt also ein ziemlich verhunzter Tag heute. Meine Motivation war mehr als im Keller. Wenn jetzt ein Helikopter vorbeigekommen wäre um mich kostenlos zurück in die Zivilisation zu bringen, weiß ich echt nicht ob ich dem Angebot hätte widerstehen können.


    Zeltplatz im Regen

  11. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #31
    Die Ballek-Bilder von nahem sind echt super mit den Wolken drumherum gekrochen. Aber schade, dass Du nicht den Weg hoch nehmen konntest, wäre sehr gespannt auch den Pieskehaure-und-Sulitjelma-Blick von dort oben gewesen. Und schön, dass endlich jemand den Zeltplatz an der Brücke beim Aharisitkkajavratj genutzt hat, der lädt doch wirklich dazu ein.

    Jetzt bin ich gespannt, ob Du nach dem Muorkiabzweig den Weg halten konntest ...

  12. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #32
    Den Nuortta Savllo habe ich bisher immer aus der Ferne, vom schwedischen Fjäll aus bewundert.

    Schön, dass du aus der Nähe ... na ja, wenigstens einen Blick darauf erhaschen konntest.

    Deine Route gefällt mir!

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #33
    Wirklich schöne Tour
    Klar im Wetter steckt man nie drin .
    Muste ich leider auch schon oft genug erfahren.
    Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

  14. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #34
    Wiedermal ein wunderbarer Bericht von Dir!
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #35
    Tag 12 (12.09.)
    Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Ich wurde doch tatsächlich von blauem Himmel begrüßt. Zwar waren noch einige Wolken zu sehen, aber die Sonne schien und bot mir die Möglichkeit meine feuchten Sachen zu trocken. Wie geil, endlich mal wieder angemessenes Wetter. Um Punkt 10 Uhr hatte ich dann meine Sachen zusammen gepackt und machte ich aufm Weg. Ich war hochmotiviert und freute mich auf die Etappe die mich gemütlich den Wanderweg oberhalb des Ufers vom Pieskehaure zur Pieskehaurestuga führen sollte.


    So, endlich sah es mal wieder etwas freundlicher aus. Das tat echt gut.


    Ahkarisitkkajavratj

    Zwar wehte auch weiterhin ein kräftiger Wind, aber es war richtig belebend die Natur durch den Sonnenschein in den schönsten Herbstfarben genießen zu können, während weiter hinten die große türkise Wasserfläche des malerischen Pieskehaure lag und einen famosen Anblick bot. Der Weg war soweit ordentlich zu gehen, gut markiert und führte durch einige herbstliche Birkenwälder gut 100 m oberhalb des Pieskehaures entlang. Schade nur, dass die Wolken (es waren mittlerweile doch mehr als anfangs gedacht) mir kaum einen Blick auf das Sulitelma Massiv gewährten. Das wäre nochmal ein sehr geiler Anblick gewesen.


    Herbstliche Birkenwälder


    Der Weg war grundsätzlich gut zu gehen...


    ..und bot einen schönen Ausblick auf den Pieskehaure.


    Pieskehaure Panorama (Doppelklick für vergrößerte Darstellung)


    Blick nach Süd-Osten zum Gadsatj

    Gegen Mittag, ich war mittlerweile kurz vorm Vassjajavrre, stellte ich fest, dass die Wolken zunehmend mehr und auch dunkler wurden. Die Sonne schien jetzt nicht mehr und weiter vorne ging der erste Regenschauer nieder. Es war nur eine Frage der Zeit bis es auch mich erreichte. Und schon fand ich mich wieder, wie ich, in alter Gewohnheit, durch den Regen latschte während mir ein strammer Wind ins Gesicht pfiff. Das kam mir leider nur allzu bekannt vor. Ätzend war außerdem, dass die Landschaft hier doch etwas steiniger und zerklüftet war und daher auch so schon etwas anspruchsvoller im Wandern (den Weg habe ich natürlich auch noch verloren). Irgendwie musste ich lachen vor lauter Ironie. Da hoffte ich doch, dass ich endlich die ganze Kacke hinter mir hätte, nur um dann wieder von dem ganzen altbekanntem Mist eingeholt zu werden. Spaß geht anders...


    Dunkle Wolken ziehen auf.


    Im Süden sah es noch ganz OK aus...


    während vor mir bereits der Regen auf mich wartete.

    Kurz vor der Brücke beim Vassjajavrre ließ der Regen aber netterweise nach. Zum Glück war dies nur ein kurzer regional begrenzter Schauer. Und vor mir schien jetzt ein längerer Sonnenabschnitt zu liegen. Der Wind war zwar weiterhin ziemlich bissig, aber immerhin war es trocken. Nach meiner Mittagspause schien sich das Wetter dann auch wieder etwas stabilisiert zu haben. Südlich von mir gingen zwar auch weiterhin noch paar Schauer nieder, aber bei mir hatte sich nun die Sonne durchgesetzt und der Wind etwas beruhigt. Endlich konnte ich auch mal im T-Shirt laufen. Ja da kam Freude auf. Nun hatte ich wieder Spaß, zumal der Abschnitt mit dem Ausblick auf den Pieskehaure wirklich sehr spektakulär ist.


    Brücke beim Vassjajavrre


    Für meine Mittagspause habe ich Deckung hinter einem großen Stein gesucht und mich schön ins Gras gelegt um möglichst wenig Wind abzubekommen.


    Einfach nur wunderschön dieser See. Besonders bei Sonnenschein, wenn die türkise Wasserfläche so schön zum Vorschein kommt.


    Wechselspiel aus Sonne und Wolken


    Endlich mal wieder mit T-Shirt unterwegs.

    Ich kam nun gut und flott voran. Dem Weg war auch leicht zu folgen. Gegen 16 Uhr machte der Weg dann eine Kurve und führte durch die Deltalandschaft vom Lajrosläddo. Eine schöne rötliche Tundrafläche mit reichlich Blaubeeren lag nun vor mir. Sehr geil. Bei der ersten Brücke übern Lajrrojåhkå hatte ich jetzt erstmals einen richtig schönen Blick auf das Sulitelma Massiv. Das war echt beeindruckend. Eigentlich plante ich hier auch mein Zelt aufzuschlagen. Es war erst halb 5 und noch angenehm warm. Somit ne gute Möglichkeit um mich endlich mal zu waschen (was ich bisher auf dieser Tour noch nicht getan habe). Mir gefiel aber das Gletscherwasser nicht, da es doch ziemlich viel Sediment enthielt. Davon wollte ich nicht so gerne allzuviel trinken. Außerdem war ich noch motiviert und entschied mich daher noch bis zur Pieskehaurestuga weiterlaufen, die ich dann gegen halb 6 erreichte.


    Lajrosläddo


    Leckere Blaubeeren


    Hier wollte ich ursprünglich mein Zelt aufstellen.


    Bei der Pieskehaurestuga

    Am Nordufer vom Varvvekjåhkå schlug ich dann mein Zelt auf. Hier hatte ich noch schön Abendsonne und außerdem auch einen guten Blick zum Pieskehaure Massiv. Herrlich. Nur zu einem Bad konnte ich mich nicht mehr so richtig motivieren. Dafür war es mir mittlerweile dann doch etwas zu frisch. Ich genoss es aber unheimlich in den letzten Strahlen der Abendsonne dann außerhalb des Zeltes mein Abendbrot zu verspeisen. Das ist doch um einiges geiler als mit feuchten Sachen bei Dauerregen im Zelt zu sitzen.


    Zeltplatz mit tollem Ausblick zum Sulitelma Massiv


    Varvvekjåhkå


    Sulitelma Massiv

    Anschließend schaute ich noch bei der Pieskehaurestuga vorbei. 2013 bin ich bei meiner damaligen Tour schonmal hier vorbeigekommen. Alles sah noch sehr vertraut aus. Aber die Saison war jetzt schon beendet, so dass niemand mehr bei der Hütte war und sie wie ausgestorben da lag. Da ich von hier aus einen noch besseren Ausblick auf das Sulitelma Massiv hatte, nutze ich das milde Wetter um noch haufenweise Fotos zu machen. Endlich konnte ich wieder die Freuden genießen, die es mir bereitet abends die Stille der Tundra auf mich wirken zu lassen, während sich die Dämmerung langsam übers Land senkt. Insgesamt ein sehr versöhnlicher Tag heute. Das tat echt gut.


    Herrlich. Wie sehr habe ich es doch genossen mal wieder abends gemütlich die Landschaft genießen zu können.


    Abenddämmerung überm Pieskehaure


    Sulitelma im Abendlicht


    Varvvekjåhkå in der Abenddämmerung; ein schöner Tag geht zu Ende.

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #36
    Tag 13 (13.09.)
    Gut ausgeruht und erholt wurde ich von einem bewölkten Himmel geweckt. Schade, sah so aus, als sei das mit dem schönen Wetter gestern nur ein kurzes Intermezzo gewesen. Immerhin war es schön mild und windstill. Gemütlich ließ ich mir Zeit und brach dann gegen 10.15 Uhr auf. Erneut passierte ich die verlassene Pieskehaurestuga und machte mich dann daran dem Nordkalottleden nach Vajmok zu folgen.


    Bewölkter Morgen


    Pieskehaurestuga

    Gemütlich folgte ich also dem Weg, bis ich nach 3 km an eine Furt kam. Anhand der Betonfundamente war klar zu erkennen, dass hier früher mal eine Brücke war. Aber die wurde anscheinend weggespart. Schade, denn der Bach war so tief, dass ich (trockenen Fußes) nicht mit meinen Wanderschuhen durch konnte, sondern hierfür meine Crocs anlegen musste (was ja immer ein bisschen zusätzlicher Aufwand ist). Am anderen Ufer wollte ich mir erstmal ne gemütliche Pause gönnen, als es dann zu regnen anfing. Super, scheint so als blieb ich nicht mal wenigstens einen Tag von dem Mist verschont. Und auch gerade jetzt wo ich ein bisschen chillen wollte und meine Füße noch feucht waren vom Furten eben. Grmpf.


    Einsamer Baum vorm Sulitelma Massiv


    Hier war wohl früher mal ne Brücke.


    Es regnet. Welch vertrauter Anblick.

    Lange im Regen rumsitzen wollte ich aber auch nicht. Also hab ich mal wieder meine Regensachen angezogen bin recht lustlos weitergelaufen. Nach einem angenehm ebenen Abschnitt ging es nun leicht bergauf zum Muorannjunnje. Glücklicherweise hörte der Regen nach kurzer Zeit wieder auf und es begann langsam warm zu werden. Hin und wieder zeigte sich die Sonne und irgendwann beschloss ich, zum ersten Mal auf dieser Tour, die kurze Hose rauszuholen. Ja mit T-Shirt und kurzer Hose läuft es sich doch deutlich angenehmer als ich den Regensachen. Da fühlte ich mich gleich viel dynamischer.


    Es regnete zwar, aber insgesamt war dieser Abschnitt angenehm leicht zu gehen.


    Erste Sonnenstrahlen überm Sulitelma


    Endlich mal in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs; welch ein Vergnügen.

    Der Abschnitt wurde immer schöner, da ich von hier oben mit einem tollen Ausblick zum Pieskehaure, Nuortta Savllo sowie dem Sulitelma Massiv belohnt wurde. Bei dieser Premiumsicht wollte ich es mir nicht nehmen lassen am nächstbesten Bach Mittagspause zu machen. Herrlich, hier konnte ich nun sorglos und entspannt in der Sonne chillen und dabei eine fantastische Aussicht genießen. So lob ich mir das.


    Blick nach Süd-Westen


    Blick nach Norden zum Kaisekietj-tjåkkåh und Jiegnaffo


    Pieskehaure und Nuorrta Savllo


    Endlich mal eine Mittagspause wo ich sorglos in der Sonne chillen und einfach die Landschaft genießen konnte.


    Ein wirklich herrlicher Platz für meine Mittagspause war das hier.

    Während ich so da saß und gemütlich futterte kam ein anderer Wanderer aus meiner Richtung vorbei. Er grüßte mich und nach kurzem Smalltalk auf Englisch stellten wir fest, dass wir beide Deutsche waren. Bastian, Anfang 20, war im Rahmen einer vierwöchigen Interrail-Skandinavienreise vor zwei Tagen in Sulitjelma gestartet und wollte auf dem Nordkalottleden nach Kvikkjokk laufen. Da wir uns gut verstanden, beschlossen wir das nächste Stück gemeinsam weiterzulaufen. Das war mal wieder eine sehr interessante Erfahrung, da es schon einige Zeit her gewesen ist, dass ich mal einen Abschnitt in Begleitung gelaufen bin. 2012 bei meiner Tour im Vindelfjäll war das gewesen.


    Immer wieder musste ich mich umdrehen beim Wandern umdrehen um die Landschaft zu genießen.

    Während es also nun immer weiter bergauf ging und wir am Quatschen waren, stellten wir irgendwann fest, dass von den Wegmarkierungen nicht mehr viel zu sehen war. Der Weg war zuletzt eh nur mäßig markiert gewesen und da keiner von uns so richtig aufgepasst hat, sind wir anscheinend etwas vom Weg abgekommen, so dass wir nicht, wie eigentlich geplant, nördlich, sondern südlich vom Vistek lang gelaufen sind. Das war jetzt aber überhaupt kein Drama, sondern eher ein Glücksfall. Während nämlich der eigentliche Wanderweg bei etwas über 1000 Höhenmeter anschließend wieder bergab zum Vistekjavrre führt, ging es für uns nun über ein kleines Hochplateau, von wo aus wir nochmal einen überaus herrlichen Ausblick auf das Sulitelma Massiv genießen konnten.


    Basti beim Aufstieg


    Leicht steinig war es hier. Aber wunderschön.


    Basti bei ner Fotosession. Welches Bergmassiv er da wohl fotografiert hat?

    Lediglich der Hang, den wir anschließend runter mussten, war etwas steiler aber trotz allem noch unproblematisch. Gegen halb 6 waren wir dann unten im Vajmokvagge. Die Sonne schien, es war angenehm mild und es gab gute Zeltmöglichkeiten. Eine wunderbare Gelegenheit um hier zu zelten und ein Bad im Vajmok zu nehmen. Eigentlich. Auf der anderen Seite verfolgte ich nämlich den Plan morgen den Staika zu besteigen. Hierfür wollte ich aber heute noch wenigstens bis zur Vaimokstuga kommen, damit ich morgen dann schneller am Berg sein könnte. Basti hingegen wollte lieber hier sein Zelt aufschlagen. Nachvollziehen konnte ich seine Entscheidung allemal. Also verabschiedeten wir uns und ich machte mich an den Anstieg zum Vajmokbakte. Die folgenden 250 Höhenmeter waren nochmal ein schöner schweißtreibender Aufstieg.


    Beim Abstieg ins Vajmokvagge


    Vajmok und im Hintergrund der Staika


    Basti macht nen Abgang


    Beim Aufstieg zum Vajmokbakte mit Blick ins Vajmokvagge

    Von oben konnte ich Basti noch beobachten wie er am Ufer des Vajmok sein Zelt aufbaute. Ein bisschen beneidete ich ihn, da die Ecke echt gut geeignet war zum Zelten. Dafür wurde ich aber mit einer geilen Fernsicht nach Westen belohnt. Die tief stehende Sonne warf ein wunderbares Licht auf diese milde Hügellandschaft und ich war einfach nur dankbar für diesen friedlichen und überaus schönen Anblick. Vor mir erblickte ich den Staika, wir er stolz in der Abendsonne stand und nur darauf zu warten schien morgen von mir bestiegen zu werden. Zusätzlich lief noch eine Rentierherde an mir vorbei, wo ein fetter Rentierbulle Jagd auf seine Kollegen machte (vermutlich Balzverhalten) und damit bei mir für ordentlich Erheiterung sorgte. Einfach nur genial.


    Spektakulärer Ausblick vom Vajmokbakte nach Westen hin


    Der besagte Rentierbulle ist der Kollege links. Leider habe ich kein Foto gemacht, wo man ihn in "Aktion" sehen kann.


    Die Passhöhe ist geschafft.


    Letzter Blick zurück. Das war wirklich ein Traum bei dieser tief stehenden Sonne hier oben zu stehen.

    Der Abstieg zur Vaimokstuga war dann schnell gemacht und gegen 10 vor sieben erreichte ich schließlich die Hütte. Wie schon gestern an der Pieskehaurestuga, so war auch hier komplett tote Hose. Die Hütte war abgeschlossen und von anderen Menschen war nichts zu sehen. Das hatte den angenehmen Vorteil, dass ich ohne Skrupel direkt neben der Hütte zelten konnte, wo es gute Zeltmöglichkeiten gab. Ansonsten wäre es an diesem steinigen Hang wohl gar nicht so einfach gewesen mit der Zeltplatzsuche.


    Beim Abstieg zur Vaimokstuga


    Zeltplatz bei der Vaimokstuga

    Abends genoss ich es dann draußen zu kochen, am Seeufer zu sitzen, der Stille zu lauschen und zu beobachten wie der Mond langsam hinter den Bergen aufging. Der Anblick wie der Mond sein mattes Licht auf die glatte Oberfläche des Vajmoks warf, hatte etwas sehr malerisches an sich. Allerdings sorgte eben gerade dieser malerische (beinahe) Vollmond mit seinem hellen Licht dafür, dass von den Nordlichtern nachts nichts zu sehen war. Jetzt hatte ich endlich mal wieder einen klaren Nachthimmel und dann war hier absolut nichts los. Ob es jetzt wirklich nur am Mond lag oder einfach nur zufällig schwache Sonnenaktivität vorlag lässt sich natürlich vor Ort stets schwer beurteilen. Für einen kleinen Wehmutstropfen hat es aber dennoch gesorgt. Nichts desto trotz konnte ich mit dem Tag überaus zufrieden sein. Es schien, dass die Tour so langsam doch noch ziemlich geil werden würde.


    Oho, welcher Schelm kommt denn da hinter den Bergen hervorgekrochen?


    Abenddämmerung am Vajmok


    Vaimokstuga im Abendlicht


    Mondschein überm Vajmok


    Hmm, dieses klassische "beleuchtetes Zelt bei Nacht" Fotomotiv ist gar nicht so einfach wenn man nur ne kleine Taschenlampe zur Verfügung hat.

  17. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #37
    Danke für diese Beschreibungen rund um den Pieskehaure, aber Du hast auch echt Pech mit dem Wetter gehabt. Dafür Glück beim Wasserfallausrutscher.
    Und planerisch erst noch um den ganzen Vaimok und dann noch rauf zum Stajka an einem Tag ... Wahnsinn. So richtig scheint das aber nicht geklappt zu haben wenn ich mir Deine "GPS"-Strecke so anschaue.

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen

    Gemütlich folgte ich also dem Weg, bis ich nach 3 km an eine Furt kam. Anhand der Betonfundamente war klar zu erkennen, dass hier früher mal eine Brücke war. Aber die wurde anscheinend weggespart.
    Wenige Hundert Meter südöstlich ist eine einfache Watstelle (in der Karte verzeichnet, und als ich da langging wurde auch darauf hingewiesen). Vielleicht sind die Funddamente auch neuerer Bauart? Immerhin sind neue Schilder in Pieskehaure gesetzt worden (wieso sind es auf einmal 32 km nach Staddajåkkå?).

    In jedem Fall vielen Dank für den wunderschönen Bericht.
    Geändert von vobo (28.03.2017 um 20:31 Uhr)

  18. AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #38
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    ..., aber Du hast auch echt Pech mit dem Wetter gehabt. ...
    Pech? Ich zähle bisher 4 gute bis sehr gute Tage, ein paar durchwachsene und ähnlich viele ätzende Tage - ganz normaler Durchschnitt würde ich sagen. Und so wie's aussieht, wird er noch mindestens ein, zwei bombige Tage haben, womit wir schon leicht über dem statistisch Erwartbaren lägen...

    Mich hat's ja glücklicherweise nicht betroffen, aber frag mal die, die zur gleichen Zeit weiter westlich (in Küstennähe) unterwegs waren - die hat die Großwetterlage zu der Zeit deutlich heftiger erwischt, da kann man dann wirklich von Pech reden.
    Geändert von JustMe79 (29.03.2017 um 00:27 Uhr)

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #39
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen

    Wenige Hundert Meter südöstlich ist eine einfache Watstelle (in der Karte verzeichnet, und als ich da langging wurde auch darauf hingewiesen). Vielleicht sind die Funddamente auch neuerer Bauart? Immerhin sind neue Schilder in Pieskehaure gesetzt worden (wieso sind es auf einmal 32 km nach Staddajåkkå?).
    Es ist die alte Furtstelle, die Fundamente kann man auf Luftbildern erkennen. Als ich ca zwei Wochen vorher dort hergelaufen bin, war auch ein Pfeil in Richtung der neueren Stelle am Weg, aber es war nicht ganz eindeutig, zumal man genau vor sich noch die Holzplanken liegen sah, die dann zur alten Furtstelle führten.
    In den Calazokarten, auch den neuen 1:50000ern, ist diese Furtstelle aber leider falsch, also noch an der alten Stelle eingezeichnet. Der für die Karten zuständige Mensch weiss aber mittlerweile Bescheid, und der Fehler wird mit einer neuen Auflage behoben.

    Die Schilder sind in der ganzen Gegend ausgetauscht worden, das ist wirklich eine gute Sache.

    Schöner Bericht bisher, und schön die Bilder von der letzten Etappe zu sehen, da ich ja kurz vorher dort war.

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    AW: [SE] Durchs herbstliche Fjäll von Jäkkvik nach Kvikkjokk

    #40
    Interessante Diskussion über das Wetter mit so unterschiedlicher Sichtweise. Ich persönlich habe das Wetter zu dem Zeitpunkt (also am Abend von Tag 13) als überdurchscnittlich schlecht emfpunden. Von bisher 11 Wandertagen gab es nur zwei, wo es gar nicht geregnet hat (also nicht mal ein kleiner Schauer). Dafür gab es 7 Tage an denen von der Sonne überhaupt nichts zu sehen war (außer vielleicht mal ein gaaanz kurzes Intermezzo). Das ist im Schnitt schon deutlich schlechter als ich es von früheren Touren in Lappland kenne.

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Und planerisch erst noch um den ganzen Vaimok und dann noch rauf zum Stajka an einem Tag ... Wahnsinn. So richtig scheint das aber nicht geklappt zu haben wenn ich mir Deine "GPS"-Strecke so anschaue.
    Das siehst Du vollkommen richtig. So richtig hat das nicht geklappt. Und ohne bereits allzuzuviel vorwegzunehmen, kann ich jetzt schon verraten, dass das wohl hauptsächlich auf die wetterlichen Bedingungen zurückgeführt werden kann.

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