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  1. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

    #21
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Vielleicht liegt der Reiz des Wildcampens ja in der Tat im Verbot?
    Vielleicht ist deutschlandweit der Bedarf einfach nur gering. Es dürfte aber tatsächlich einen goßen Reiz geben in landschaftlich besonders schönen Gegenden zu campen und das sind dann natürlich die wo es (nochmal verschärft) verboten ist. Dort würde dann ohne das "verschärfte" Verbot sicher eine recht hohe Übernachtungszahl haben, anderswo wäre es wahrscheinlich egal.

    In SH darf man natürlich auch nicht überall dort campen wo kein Wald ist. Genaugenommen hat man für Land, das nicht Wald ist, ohne Weg überhaupt kein Betretungsrecht wenn nicht explizit erlaubt. Die "wilden" Übernachtungsplätze in SH unterscheiden sich von denen im NP Eifel eigentlich hauptsächlich dadurch, dass man sich nicht anmelden muss. Dafür dürfte es pro Fläche weniger geben, aber auch weniger Bewerber.

    Mac

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #22
    Dabei sieht es im Wald überall gleich aus. Das finde ich wiederum öde.

    Mac hat aber recht, daß es in S-H einen Widerspruch gibt: einerseits hat S-H kein Betretungsrecht für die freie Landschaft abseits von Wegen, andererseits das Recht, als nicht motorisierter Wanderer für eine Nacht in der freien Landschaft legal zu zelten. Das löst man, indem man das Recht zum freien Zelten als vorrangiges lex spezialis zum allgemeines Wegegebot auffaßt. Da man ohnehin nicht auf landwirtschaftlich kutivierten Flächen zeltet, ist der Widerspruch faktisch von geringer Bedeutung. Aber das freie Zelten in S-H geht entgegen Mac`s Meinung weit über bereits eingerichtete Lagerplätze hinaus. Flächen auf Ödland und an Wegesrändern gibt es genug. Ich habe einmal einen Ungläubigen hier aus dem Forum herumgeführt und ihm eine Fülle von kleinen Flächen gezeigt, wo er unbesorgt sein Zelt hätte aufschlagen dürfen.
    Ditschi
    Geändert von Ditschi (08.03.2017 um 12:27 Uhr) Grund: Ergänzung

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #23
    Vielleicht ist im Wald einfach der subjektive Eindruck von Geschützt-Sein größer?

    Dazu: Ein paar Gedanken zum Thema Wald und Gesundheit: http://www.waldwissen.net/wald/erhol...dheit/index_DE
    Geändert von lina (08.03.2017 um 11:21 Uhr)

  4. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #24
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist im Wald einfach der subjektive Eindruck von Geschützt-Sein größer?
    ......und von Verstecktsein, was wiederum dem Reiz des Verbotenen frönt.

    Ditschi

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    Avatar von lina
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #25
    Nicht notwendigerweise. Wenn ich wildcampen würde, würde ich (als Frau) mein Nachtlager bevorzugt so aufbauen, dass mich niemand sieht, und das hat nichts mit einem "Reiz des Verbotenen" zu tun.

  6. Lebt im Forum
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #26
    Das ist ein beachtlicher Gesichtspunkt, der aber im einsamen S-H nicht unbedingt des Waldes bedarf. Aber im Wald ist von vorne herein einfacher, sich versteckt aufzustellen. Stimmt schon.
    Ditschi

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #27
    Wobei die Wegesränder durchaus blickdicht zugewachsen sind und die Zahl der Nachwanderer abseits touristischer Gegenden so gering ist, dass wenig Angst vor Entdeckung herrschen muss. Zumal man schon alleine deshalb nicht gesehen wird, weil keiner damit rechnet, dass da jemand liegt. Da bieten bewirtschaftete Wälder weniger Sichtschutz, wenn das Wegenetz groß ist.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #28
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    ...An einem Ort wie diesem Forum würde es schon Sinn machen, darüber zu reden. Das Ansinnen, in eine Landschaft hineinzulaufen, ohne genau zu wissen, wo man abends schläft, ist in einem Outdoor-Forum thematisch vollkommen am richtigen Platz.

    Man braucht dabei den Freiheitsbegriff gar nicht unbedingt. Denn beim Wandern über längere Strecken können es auch natürliche Zwänge wie schlechtes Wetter oder mangelhafte Kondition sein, die die Etappenplanung durcheinanderbringen. Flexibilität bei der Wahl des Übernachtungsplatzes ist also pragmatisch naheliegend. Dazu würde ein anders konzipiertes System von niederschwellig nutzbaren Lagerplätzen besser passen als das, was sich jetzt entwickelt...
    Ausgezeichnet! Bleibt, die Mehrheit (hier) davon zu überzeugen, dass Nutzungskonzepte à la Dominik (vereinfacht, sorry) gut und sinnvoll sind und den Hardcore-Individualwanderer nicht weiter beeinträchtigen.

    Zitat Zitat von tom11 Beitrag anzeigen
    ...Wie könnten Angebote für einen Fortbewegungsstil aussehen, der sich NICHT VORWEG FESTLEGT auf Strecke, Ziel und Datum? [/B]Das betrifft das Wandern durch Landschaft genauso wie Radfahren oder Autofahren, ja auch das Durchstreifen von Stadtgebieten.

    Beispiel, wie Streifzüge in der Stadt open-end funktionieren können: In Paris leihe ich mir ein Velib. Ich gucke in der App, wo in der Nähe ein freies Rad steht, und fahre frei Schnauze durch unbekannte Viertel. Kein Abklappern von Sehenswürdigkeiten, sondern Strecke völlig offen. Pausen, wie sie mir in den Sinn kommen. Ende, wenn ich genug hab. Rückgabe des Rads an einem freien Standplatz, den mir die App in Echtzeit anzeigt (wegen Standplatzdichte max 200 Meter entfernt).

    Wie könnte sowas in Wandergebieten aussehen? Die Orte zum Übernachten müssten zahlreich genug sein. Sie müssten in einer App ihre Belegung in Echtzeit anzeigen. Ich müsste statistisch gute Chancen haben, etwa zwischen 17 und 20 Uhr noch was Freies in der Nähe zu buchen und dann hinzulaufen. Die Holzplattformen, oder vielleicht auch nur einige von ihnen, müssten erst ab Mittag buchbar sein. Man könnte die Same-day-Buchung auch einschränken auf Arbeitstage in der Woche. Sicher reichen 4 oder 10 Plattformen nicht aus, darum müssten auch normale Campingplätze, Jugendherbergen, Gästezimmer usw. in einen Pool für spontane Echzeitbuchung aufgenommen werden (sowas hätte denen längst schon einfallen sollen!).

    Damit hättest du ein Wandern, wohin die Füße tragen. AB UND ZU wärst du nachts sogar auf einer Waldplattform.
    Gefällt mir, der kreative Ansatz. Sinnvoller Einsatz von Technik, wo/wenn möglich. Ich selbst als alter Sack sehe mich zwar nicht im Wald auf dem Smartphone rumstreichen, um eine freie Plattform etc. zu finden, bin aber sicher, dass das für viele machbar ist und angenommen wird.
    So Poollösungen gibts bestimmt schon irgendwo, vmtl. können sie aber nur dort eingesetzt werden, wo es viel Nachfrage gibt, also nicht grad in der Wanderwelt.

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    Avatar von Igelstroem
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #29
    Für den technikaffinen Wanderer gilt natürlich das Motto: ›Wenn es eine App gibt, wird alles gut‹ oder ›Die Grenzen meiner Daten sind die Grenzen meiner Welt‹.

    Aber mit ›niederschwellig‹ meinte ich eigentlich ein System, bei dem man unterwegs ohne Smartphone bzw. ohne Empfang auskommt. Also alle 7 bis 10 km eine ebene Fläche, die für zwei bis vier Zelte ausreicht, möglicherweise neben einer bereits vorhandenen Schutzhütte oder einem Rastplatz oder irgendwo zwischen Wanderweg, Wiese und Waldrand. Keine Toilette; eine Feuerstelle nur dann, wenn es sich anbietet. Letztlich nur ein ›Spot‹, an dem das Zeltverbot suspendiert ist. Die Koordinaten bekommt man, indem man sich vor der Tour für die entsprechende Region eine Liste herunterlädt, deren Daten man dann entweder auf ein Navigationsgerät übertragen oder auch mit etwas mehr Aufwand in die eigene Papierkarte eintragen kann. Konkret ist der Platz dann nur noch durch ein Insider-Zeichen markiert, um nicht zum Missbrauch geradezu einzuladen (sofern das Zelten der lokalen Dorfjugend überhaupt als Missbrauch betrachtet wird).

    Natürlich ist das ein System für Wanderstrecken und für die Fläche, nicht für Nationalparks oder für Gegenden, in denen jedermann das perfekte Naturerlebnis sucht. Aber verschiedene Systeme können ja auch nebeneinander bestehen.

    Zu den übrigen Themen:
    Ich nehme zur Kenntnis, dass sich manche Wildcamper am liebsten im Wald verstecken. Ich tue das normalerweise nicht; außerhalb des Waldes fühle ich mich atmosphärisch wohler, und wie man in meinem Franken-Reisebericht sehen kann, zelte ich auch gern nah am Weg. Insofern wäre das oben beschriebene System für mich einfach eine Erleichterung im Sinne einer Legalisierung.

    Wenn man von Legalitätsfragen absieht, die sich ja regional und national unterschiedlich darstellen, kann man aber auch in diesem Stil über das Thema nachdenken:

    Zitat Zitat von Igelstroem
    Der eigentliche Reiz des ›wilden‹ Schlafens in der Natur liegt darin, dass man sich mitten in der Landschaft gleichsam fallen lassen kann und dabei vielleicht spürt, dass man von der Natur ›aufgefangen‹ wird, weil man selbst ein Naturwesen ist. Das ist kein Einswerden mit der Natur, aber es ist vielleicht eine Einübung in ein intimeres und zugleich unkitschiges Naturverhältnis, in dem Nähe und Distanz zur Natur neu austariert werden müssen. Wenn man allein ist und es rundherum dunkel wird, ist man ausgesetzt – beim Schlafen ohne Zelt ist das noch deutlicher. Das ist der Moment, in dem die Natur aufhört, ein touristisch konsumierbares Gut zu sein, und sich als ein Gegenüber bemerkbar macht, dem man auf Augenhöhe begegnet. Diese intensive Präsenzerfahrung ist zunächst unheimlich. Aber dem Ausgesetztsein entspricht eine wachsende Kompetenz, ein Umgehenkönnen des etwas sonderbaren Naturwesens ›Mensch‹ mit der Natur. Deshalb handelt es sich in allen Teilen um eine Übung: Was ist der für mich richtige Platz, welche Ausrüstung brauche ich dafür wirklich, wie sorge ich für mich, wie schone ich meine Umgebung, welche Routinen entwickle ich in der Wiederholung. Weil es eine Übung ist, kann man damit irgendwie anfangen, und je länger man es macht, desto einfacher und behaglicher wird es.
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    Avatar von Torres
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #30
    Nun, mit den Kanurastplätzen hat man diese Möglichkeit. Regelmäßige Plätze, keine Anmeldung, in der Natur. Verzeichnet auf Gewässerkarten, die nur der Eingeweihte kauft.

    Es läge an uns, die entsprechende Lobbyarbeit zu betreiben. Auch die Kanuten bekommen die Plätze ja nicht "nur so". Natürlich aber auch verknüpft mit den wirtschaftlichen Interessen von Verleihern, Vereinen etc. Und das dauert. Es ist an uns, Projekte wie diese zu unterstützen und andere auf Ideen zu bringen. Immerhin ist ja sogar die Ausweitung nicht einfach.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  11. Lebt im Forum
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #31
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Aber das freie Zelten in S-H geht entgegen Mac`s Meinung weit über bereits eingerichtete Lagerplätze hinaus. Flächen auf Ödland und an Wegesrändern gibt es genug.
    Wo ist definiert was Ödland oder kultiviert ist? Darf man in SH tatsächlich jeglichen offensichtlich gerade nicht kultivierte Land ohne Einzäunung betreten? Anderswo darf man das formal nicht, auch wenn es im allgemeinen keinen stört.

    Zum Wald: man kann ihn mögen oder nicht (ich mag ihn meist), aber er hat in der bundesdeutschen Gesetzgebung einen besonderen Stellenwert. Mann kann ihn nämlich ersteinmal uneingeschränkt betreten (auch außerhalb der Wege), es sei denn spezielle lokale Regen sprechen dagegen (Bundesgesetze, Naturschutzgebiete, ...). Das gilt so IMO für keine andere Landschaftsform außer dem Wasser. Außerdem bekommt man im Wald meist ein Tarp aufgebaut ohne Stöcke mitschleppen zu müssen.

    Mac

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #32
    genau SO sehe ich das

    Zitat von Igelstroem
    Der eigentliche Reiz des ›wilden‹ Schlafens in der Natur liegt darin, dass man sich mitten in der Landschaft gleichsam fallen lassen kann und dabei vielleicht spürt, dass man von der Natur ›aufgefangen‹ wird, weil man selbst ein Naturwesen ist. Das ist kein Einswerden mit der Natur, aber es ist vielleicht eine Einübung in ein intimeres und zugleich unkitschiges Naturverhältnis, in dem Nähe und Distanz zur Natur neu austariert werden müssen. Wenn man allein ist und es rundherum dunkel wird, ist man ausgesetzt – beim Schlafen ohne Zelt ist das noch deutlicher. Das ist der Moment, in dem die Natur aufhört, ein touristisch konsumierbares Gut zu sein, und sich als ein Gegenüber bemerkbar macht, dem man auf Augenhöhe begegnet. Diese intensive Präsenzerfahrung ist zunächst unheimlich. Aber dem Ausgesetztsein entspricht eine wachsende Kompetenz, ein Umgehenkönnen des etwas sonderbaren Naturwesens ›Mensch‹ mit der Natur. Deshalb handelt es sich in allen Teilen um eine Übung: Was ist der für mich richtige Platz, welche Ausrüstung brauche ich dafür wirklich, wie sorge ich für mich, wie schone ich meine Umgebung, welche Routinen entwickle ich in der Wiederholung. Weil es eine Übung ist, kann man damit irgendwie anfangen, und je länger man es macht, desto einfacher und behaglicher wird es.
    Und ich finde es ein Stück weit nervig, wenn das Argument Ihr macht das ja nur, weil es verboten ist ständig wiederholt wird.
    Ich kenne einige Leute, die genau aus den von Igelstroem benannten Gründen unterwegs sind und dabei zumindest zum Teil "wild" übernachten. Ich fände es fein, wenn das (auch wenn man es selber niiiieeee machen würde, weil es ja VERBOTEN ist) mal akzeptieren oder zumindest in Erwägung ziehen würde. Man muss ja nicht alles verstehen oder nachvollziehen können, man muss aber auch nicht ewig die gleichen Vorwürfe wiederholen.

    btw - ich mache eigentlich ausgesprochen selten etwas, weil es verboten ist.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  13. Erfahren

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #33
    Erst ein Projekt ala "50m links und rechts von Wanderweg X ist übernachten erlaubt" oder zumindest selbiges Abschnittsweise würde mich wohl in Deutschland zum dann nicht mehr "Wildcamper" machen.
    Zumindest entsprechend viele unverbindliche Spots wie Igelstoem sie vorschlägt. Vielleicht sowas wie rund um jede Schützhütte etc.

    Interessieren würde mich vor allem die Auswirkung davon auf die Landschaft - ist es wirklich so schlimm wie befürchtet, noch viel schlimmer, gar nicht schlimm.
    Eine zeitliche begrenzte Testphase für sowas fände ich schön aber wohl utopisch.

    Derzeit unternehme ich in D nur Tageswanderungen obwohl ich es toll finden würde mal im deutschen Wald zu nächtigen anstatt für sowas erst nach Norwegen gurken zu müssen.

  14. Lebt im Forum
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #34
    Zitat der Mac:
    Wo ist definiert was Ödland oder kultiviert ist? Darf man in SH tatsächlich jeglichen offensichtlich gerade nicht kultivierte Land ohne Einzäunung betreten? Anderswo darf man das formal nicht, auch wenn es im allgemeinen keinen stört.
    Eine offizielle rechtliche Definition von "Ödland" kenne ich nicht, aber ich bezeichne Ödland als Land, das erkennbar nicht bewirtschaftet wird zu Ernte- oder Weidezwecken.
    In S-H darf man als nicht -motorisierter Wanderer eine Nacht wild campen . Ausnahmen: Wald, Strand, Dünen, Naturschutzgebiet.
    Und vorbehaltlich der Erlaubnis eines Eigentümers auf privatem Grund. Letzteres bedeutet: es droht öffentlich- rechtlich kein Bußgeld, aber ein Eigentümer, dessen Erlaubnis fehlt, könnte einen vertreiben. Das Schlimmste, was einem drohen kann, ist, daß man dann eben geht. Nutzt man ( vermutlich) öffentlichen Grund, minimiert man auch diese Gefahr.
    Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, habe ich grade trotz Schietwetter meine Kamera genommen, mich ins Auto gesetzt und bei einer kleinen Runde von 20 Minuten einige zum erlaubten Zelten geeignete Plätze fotografiert. Und da ich nicht lange suchen mußte, gehe ich davon aus, daß es davon im Land zig-tausend gibt.

    Unsere befestigten Wirtschaftswege sind eigentlich schon recht einsam. Von allen befestigten Wirtschaftswegen zweigen unbefestigte Wege ab, damit die Landwirte zu ihren Feldern gelangen. Noch einsamer. Zumeist Sackgassen, an deren Ende sich zumeist nur noch eine Zufahrt zu einem Feld befindet. Und der eine Landwirt soll nun grade mal zufällig auf sein Feld wollen an dem Tag, an dem Ihr zeltet.....?

    Bild 1 zeigt eine die Abzweigung eines unbefestigten Weges von einem befestigten Weg. Davon geht wieder links eine Zufahrt zu einem Feld ab, links ein Trampelpfad, der zu einer Koppel mit Weihnachsbäumen führt.



    Gehe ich den Trampelpfad 10 m rein, folgt eine Stelle ( Bild 2), wo man auf einem Stück Ödland, vermutlich in gemeindlichem Eigentum, selbst im Winter fast unsichtbar und ungestört legal ein Zelt aufschlagen könnte. Wenn alles grün ist, wird man erst recht nicht gesehen. Das ist nur Gestrüpp auf Ödland, kein Wald.



    Ich fahre ein Stück weiter. ( Bild 3) Vom Wirtschaftsweg geht ein grasbewachsener Weg ab. Kaum befahren, wie man sieht. Geht man den hinein, ist man nach 30 m hinter der Kurve allen Blicken entzogen. Man könnte am Ende auf dem Weg zelten, denn von dort geht kurz vor Ende des Weges nur noch eine Wiesenzufahrt ab.



    Ein Stück weiter ( Bild 4 ) geht vom Wirtschaftweg ein Weg ab, der garnicht mehr genutzt wird. In ihm wachsen schon kleine Bäume und Büsche. Er wird nicht mehr befahren und benutzt und endet nach etwa 100 m als Sackgasse. Vermutlich als Ex-Weg kommunales Eigentum.



    Geht man dort hinein ( Bild 5), sieht es so aus. Ein ehemaliger Weg zwischen zwei Feldern. Versteckte, ideale und legale Zeltplätze für eine Nacht. Da könnte man, zumal wenn es grün wird, wochenlang stehen, ohne entdeckt zu werden.



    Weiter. Eine weitere Sackgasse, die von einem Wirtschaftweg abgeht ( Bild 6) :



    Bild 7: Am Ende, nicht einsehbar, gehen zwei Feldzufahrten ab. Dahinter, Standpunkt bei der Aufnahme, die trockene. flache Fläche mit den Blättern zu meinen Füßen. Schöner, nicht einsehbarer Zeltplatz. Vermutlich in kommunalem Eigentum als Endpunkt des Weges.



    Und das alles in 20 Minuten ( mit Auto). Sage einer, für das legale Wildzelten bei uns gäbe es keine geigneten Plätze.

    Ergänzung: Erlaubtes Zelten auf einem Kanurastplatz ohne Infrastruktur, hier an der Treene durch mich:



    Ditschi
    Geändert von Ditschi (08.03.2017 um 17:14 Uhr) Grund: Man entdeckt immer wieder Schreibfehler

  15. Vorstand
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    #35
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Für den technikaffinen Wanderer gilt natürlich das Motto: ›Wenn es eine App gibt, wird alles gut‹ oder ›Die Grenzen meiner Daten sind die Grenzen meiner Welt‹.
    Die Sache mit der App ist ja nur interessant, wenn man davon ausgeht, dass man verpflichtet ist, einen Platz zu buchen. Muss man das nicht, dann ist eine App nicht nötig.

    @Ditschi: Solche Wege sehen schon gut aus, besten Dank. Dennoch würde ich wahrscheinlich zögern, da mein Zelt aufzustellen, weil es doch sein kann, dass jemand, der dort kein Zelt vermutet, da entlang fahren möchte, im Dunkeln, mit Traktor, zum Säen, ernten, als Jäger, der sein Auto abstellen will, usw.

  16. Moderator
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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #36
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Die Sache mit der App ist ja nur interessant, wenn man davon ausgeht, dass man verpflichtet ist, einen Platz zu buchen. Muss man das nicht, dann ist eine App nicht nötig...
    Unsinn!
    Kann doch sein, ich schau schnell ob Platz X noch frei ist heut abend, bevor ich weitergehe? Egal ob Pflicht oder nicht.

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #37
    Nagut ...

  18. Lebt im Forum
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    #38
    @ lina, vielleicht ist es schlecht rübergekommen, aber da, wo Fahrspuren sind, würde ich auch kein Zelt aufstellen. Die Plätze, die ich als geeignete Zeltplätze gezeigt habe, lagen abseits und wiesen keine Fahrspuren auf. Wenn man Angst hat, dort überfahren zu werden, wo sonst niemand fährt, gilt das dann nicht für jeden wilden Zeltlatz, wo auch immer?
    Ditschi

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #39
    Im Winter sind die Stellen von Ditschis einsehbar genug, im Sommer kommen die Autos neben dem Weg gar nicht durch. Man stellt sich ja nicht mitten auf die Kreuzung. Ein Großtunnel ist dann halt nicht erste Wahl.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    AW: [verschoben:] Diskussion Naturlagerplaetze

    #40
    Naja, so einen heranmangelnden Harvester würde man wahrscheinlich deutlicher hören

    Hier in der Gegend werden solche Wege schon genutzt. Von Spaziergängern, Jägern, Radfahrern, Wanderern, Feuerwehrübungsgruppen, Weidevieh-Umsortierern (Pferde wie Kühe, da wird dann mal eben ein neuer Zaun gezogen), Erntehelfern mit Transportfahrzeugen, usw.. Habe halt all sowas schon gesehen.

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