Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 22
  1. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #1
    Mitreisende: Intihuitana
    Reisezeit: August 2016

    Das Écrins oder Pelvouxmassiv im Südosten Frankreichs gehört wohl zu
    den unberührtesten und wildesten Teilen der Alpen und ist bei deutschen
    Wanderern wohl noch nicht so bekannt.
    Der Nationalpark ist der größte Frankreichs und beherbergt mit der Barre
    des Écrins auch den südlichsten 4000er der Alpen so wie einige nahezu
    4000er wie die Meije, den Ailefroide und den Mt. Pelvoux.
    Das ganze Gebirge kennzeichnet sich durch gewaltige tief eingeschnittene
    Täler und steile Bergflanken und etliche kleine bis mittelgroße
    Gletscher.
    Der GR 54 ist ein Langstreckenrundweg welcher auf 180 km durch das
    Écrinsmassiv führt. Durch die Beschaffenheit des Gebirges gibt es
    praktisch kaum längere Kämme und so kommt die doch recht stramme Anzahl
    von über 12000 Höhenmetern in Steigung und Abstieg also insgesamt 24000 zusammen.


    Ich habe diese Tour mit meinem holländischen Kumpel Mark gemacht, welchen ich in Marokko kennen gelernt habe.
    Wir wollen für die Zukunft weitere Wüstentouren zusammen machen, doch um
    erst mal zu sehen wie wir jeweils mit dem anderen auskommen haben wir
    diese Tour zusammen geplant.
    Zwar befindet sich fast der ganze Wanderweg innerhalb des Nationalparks,
    doch ist das biwakieren hier zwischen 19-09 Uhr erlaubt, was einem
    natürlich ganz andere Freiheiten gibt.


    Am 12. August kamen wir über Grenoble in Monetier-le-bains an. Dieses
    kleine Dorf liegt direkt am GR-54 theoretisch ließe sich die Tour, da
    sie eine Rundtour ist auch an anderne Punkten starten. Wir entschieden
    uns für hier.



    Stadtzentrum von Monetier mit für die Dauphiné typischen Kirchenform.



    inneres der Kirche


    Hier beginnt ofiziell der GR 54 für uns.



    Direkt geht es mit einer abrupten Steigung in Richtung des Col de Eychauda.



    Mein Wanderpartner hat zwar schon einiges gewandert aber noch nie so
    etwas langes und mit schwerem Rucksack und Zelt. Daher war der Aufstieg
    auf 2450 m des Col d' Eychauda für ihn ungewohnt anstrengend. (Wir
    hätten rückblickend betrachtet von La Grave aus starten können. Die
    dortige Etappe ist etwas sanfter zum Einstieg)


    Durch Lärchenwälder geht es hinauf auf den Col.



    Hier ist noch Skigebiet und wir waren noch nicht im Nationalpark. Das sollte sich morgen aber schon ändern.



    Ab hier wurde es schon wilder und von Liften und ähnlichem keine Spur
    mehr. Da wir heute erst gegen frühen Nachmittag starteten war die
    Tagesetappe nur kurz.
    Etwas tiefer fanden wir eine gute Lagerstelle für die Nacht.



    An der Lagerstelle.



    Nächsten Morgen war das nächste Zwischenziel Vallouise.



    Hirtenkeller.



    Rückblick in das Tal in dem wir die Nacht verbrachten.



    Das Dorf Pelvoux



    Und der gewaltige Mont Pelvoux (3.946 m)



    Hütte im Wald



    Kirche von Vallouise. Hier deckten wir uns noch mit Baguettes, Käse und
    luftgetrockneter Salami ein bevor es ins Vallon de la Selle ging wo es
    dann richtig wild wurde.





    Im Tal. Vor der Entre les Aigues, muss man leider ein kleines Stück auf Asphalt laufen. Dies ist aber auch eines der ganz wenigen Asphaltstücke.





    Entre les Aigues. Von hier zweigen mehrere Täler ab. Wir gingen ins Vallon de la Selle



    "Klein Kanada"



    Vallon de la Selle.





    Je weiter man ins Tal kommt desto wilder wird das Vallon de la Selle.
    Im hinteren Teil des Tales befindet sich eine kleine Hütte der Hirten.
    Auch haben die Hirten hier Herdenschutzhunde, da es hier auch Wölfe
    gibt.











    Hier im hinteren Teil des Tales bauten wir unser Lager auf. Kurz darauf
    gesellte sich auch eine Gruppe von 7 jungen Franzosen, die hier auch
    zelteten und den GR 54 gingen, wie wir. In den nächsten Tagen sollten
    wir uns immer wieder gegenseitig überholen und den einen oder anderen
    Zeltplatz miteinander teilen.
    Es sind interessanterweise hauptsächliche jüngere Franzosen die diesen
    Trail machen. Praktisch alle autark und mit Zelt. Wir haben auch keine
    anderen Ausländer auf dem Trail getroffen. Er scheint deutlich weniger
    bekannt zu sein als GR 11 oder 22.





    Am nächsten morgen wartete wieder ein heftiger und langer Aufstieg auf den Col de Aup Martin. Mit 2761 m. Der höchste Punkt des GR 54. (Man kann aber leicht auf die 3000 kommen wenn man einen der zahlreichen kleineren Gipfel von einem der Cols besteigt)







    Auf dem Col de Aup Martin.


    Von hier gings direkt wieder an den Abstieg zum Refuge Pré de la
    Chaumette also fast 1000 Höhenmeter runter nur um wieder nacher wieder
    700 m aufzusteigen.







    Abstieg ins Tal





    Und direkt wieder Aufstieg.







    Unser nächster Lagerplatz. Auch diesen teilten wir uns mit der
    Franzosengruppe. Da hier unmittelbar kein Wasser war musste man etwas
    weiter runter gehen wo ein kleiner Bach floß. Das war schon nett bei der
    großen Waschaktion mit all den Mädels nur in Unterwäsche.


    Der nächste Tag begann wie der letzte. Wieder ein knüppelaufstieg auf
    den Col de la Valette, darauf wieder Absteig, Aufstieg, Abstieg.







    Langsam haben sich bei meinem Tourpartner erste Ermüdungerscheinungen
    eingestellt. Wir mussten daher gut auf seine Füße achten und beschlossen
    daher alles etwas langsamer angehen zu lassen. Auch entschieden wir,
    dass wir uns kurzfristig trennen wenn ich nen Gipfel am Trail machen
    will und er weitergeht und wir uns dann an einem verabredeten Punkt
    treffen.
    So holte ich mir nahe des Col de la Valette noch einen kleinen 3000er?
    währen mein Tourpartner am Lac de Vallonpierre auf mich wartete.






    Le Sirac (3441 m ) mit Gletscher




    Geier hoch über dem Lac Vallonpierre.

    Auf dem nächsten Abschnitt wuchsen riesige Mengen sehr reifer
    Heidelbeeren. Es waren so viele und so süß, dass man tatsächlich ein
    Sättigunggefühl nur durch diese Früchte erreichen konnte.





    Abstieg ins Valle de Valgaudemar.



    Ab hier läuft man durch einen schönen Hirtenpfad nahe des Talbodens und kleiner Wälder und Wiesen.



    Hier kann man einem Berg beim sich Auflösen zuschauen. Offenbar seit
    Jahren bröckelt diese Wand und täglich kommen teilweise große Brocken
    runter. Hier sieht man immer noch die Staubwolken vom letzten Bergsturz.
    Die ganze Vegetation um den Bergsturz ist mit einer dicken Staubschicht
    bedeckt.


    Folgende Nacht verbrachten wir an einem sehr netten ruhigen Campingplatz in Le Bourg.



    Blick zurück ins Valgaudemar wo wir herkamen.

    Am nächsten Morgen war das weitere Ziel die Dorf La Chapelle en
    Valgaudemar, wo wir uns erstmal wieder mit Vorräten eindeckten. Mein
    Essen zum Kochen hatte ich sämtlich von Deutschland mitgebracht und
    bestand aus, Nissin Ramen, Instantnudelgerichten von Maggi und Knorr so
    wie Instantkartoffelpüree, sowie Gewürzen und getrockneten Pilzen zum
    Pimpen der Mahlzeiten.

    Fürs Dayfood haben wir immer in den jeweiligen Orten eingekauft damit
    wir nicht so viel schleppen mussten. Baguette, Brie, Trockensalami,
    Chips und so weiter.

    Nach La Chapelle, führte der Weg noch einiges am Talboden entlang bis
    wir in Villar Loubiere den nächstne Aufstieg vor uns hatten.



    Sehr viele Birken kommen im ganzen Écrinsmassiv vor, was dem ganzen teilweise schon einen nordischen Touch verleiht.
    Allerdings machten bei diesem Aufstieg die Achillesfersen meines
    Wanderpartners immer größere Probleme, so wie es aussah mussten es
    Ermüdungserscheinungen direkt an der Verbindung zwischen Knochen und
    Sehnen sein.
    Das ist natürlich richtig schlimm, denn das heilt mal eben nicht über
    Nacht aus. Sollte es bis morgen nicht besser werden, mussten wir uns
    wohl etwas überlegen.


    Dazu kam dass dieser Aufsteig es in sich hatte und sich fast unendlich zog durch ewige Serpentinen.



    Wie tief wir schon in den Südlichen Alpen waren, zeigte dieser kleine
    Buchenwald, welcher auf knapp 1800 Höhenmetern wuchs. In den Nordalpen
    wäre da schon Baumgrenze.



    Weiter oberhalb schloss sich der für das Écrins übliche Lärchenwald an, welcher an den Südhängen hier schon über 2000 m klettert.



    Nach einer dringend benötigten Pause am Refuge des Souffles und hunderten Heidelbeeren mehr in meinem Magen ging es zu unserem nächsten Ziel dem Col de Vaurze.





    Wir erreichten diesen Col allerdings nicht, da mein Partner wirklich
    nicht mehr konnte und wir daher ein Lager auf halber Höhe am Hang
    errichteten wo eine kleine gerade Fläche verfügbar war.
    Hier erreichte uns auch ein mittelschweres Stürmchen. Das Zelt war aber
    schon aufgebaut und wir konnten es uns drinnen gemütlich machen. Nach
    dem Spektakel machten die Wolken eine bedrohliche und düstere
    Landschaft aus den Bergen. Eine nette Abwechslungs zum Sonnenschein und
    perfekten Blau, welches Bergen eher etwas ewiges und mystisch,
    unnahbares verleiht.



    Nächster Morgen begrüßte uns mit perfektem Sonnenschein und für uns ging es nach kurzem Aufstieg wieder weit hinab nach Le Desert en Valjoufray.



    Es stellte sich bereits früh heraus, dass mein Freund diese Wanderung
    nicht zu Ende würde machen können. Die Schmerzen wurden immer stärker
    und das trotz, dass ich am letzten Tag einen großen Teil seines Gepäcks
    übernahm und so zwischenzeitlich weit über 20 Kilo durch die Berge
    wuchten musste.
    So trafen wir leider die Entscheidung uns in Le Desert zu trennen. Er
    konnte zum Glück recht schnell per Anhalter von da wegkommen und sich
    zurück zum Auto in Monetier le Bains bringen lassen.
    Für mich ging es hier am 6. Tag also alleine weiter. Ich mache oft genug
    Wanderungen alleine und mir macht das nix aus auch lange Zeit allein zu
    wandern. Aber das ist etwas anderes wenn das von vornherein so ist, als
    wenn man sich mitten auf Tour ungeplant trennt.
    Meine Motivation war also nicht die allerhöchste, aber nach einer Ladung
    Fritten ging es mir schon besser. Auch traf ich ich hier wieder meine
    französischen Freunde. War also nicht ganz allein.
    Nach kurzer Rast und Motivationsboost, gings also weiter. Wie gehabt,
    der nächste Aufstieg. Freilich nicht unter 1000 Höhenmetern. So ist das
    hier im Écrins.


    Die Sonne brannte an diesem Tag wieder mal erbarmungslos und am ganzen
    Hang gab es keinerlei Schatten. Aber das war ich ja noch immer recht gut
    gewöhnt.



    Hinter dem Col côte belle hat der Berg eine erstaunliche Form
    angenommen. Die Schieferplatten stehen hier vertikal aus dem Boden und
    sehen aus wie Grabsteine oder menschliche Setzungen.







    Nach dem nächsten obligatorischen Abstieg fand ich mich am extra für Zeltwanderer eingerichteten Biwakplatz nahe des Dörfchens Valsenestre ein wo auch meine französischen Freunde eintrafen.



    Dorfbackofen von Valsenestre

    Hier lernte ich auch eine Rumänin kennen die mit einem französischen
    Freund den halben GR 54 machte. Wie sich rausstellte wollte er auch
    unbedingt in die Wüste. Also hat ich ihm einiges zu erklären und es
    wurde ein langer lustiger Abend, französisch,rumänisch, englischen
    Sprachwirrwarrs. Es gibt wenige Dinge die einen so schlauchen können als
    dauernd die Sprache zu wechseln.


    Nach sechs Tagen on Tour und kontinuirlichem Durchziehen sollte ich an Tag sieben erste Erschöpfungserscheinungen bemerken.
    Der Aufstieg am nächsten Morgen hatte es wirklich in sich. Wieder einmal ging es 1300 Höhenmeter in einem Ruck herauf.



    Dort oben zwischen zwei Bergflanken war der nächste Sattel. (Col de la Muzelle 2660 m)
    Ich war ziemlich kaputt, merkte ich schon recht früh. Wahrscheinlich hatte ich gestern zu wenige Kalorien zu mir genommen.
    Weitere Gruppen waren alle vom Zeltplatz aufgebrochen. Ich überholte
    alle um in meinen Rhytmus zu kommen. Ein Wanderer war etwas schneller
    als ich. Er war ein guter Referenzpunkt für meine eigene Geschwindigkeit
    und konnte mich gewissermaßen ziehen.

    Vor allem das letzte Stück ist sehr anstrengend da es sehr steil über erodierten Schiefer führt.



    Kurz vor dem Ziel.


    Als dritter komme ich oben an und bin fast am Ende. Auch weht von der
    anderen Seite ein eiskalter Wind herüber samt einiger Schneeflöckchen.
    Von T-shirt und kurzer Hose wechsle ich sofort zur Komplettmontur mit
    Mütze und Handschuhen. Ich musste mich erstmal in eine wingeschützte
    Stelle verkriechen und nen Berg Nüsse verdrücken.
    Der Abstieg zum Lac de la Muzelle war hingegen recht einfach und nach
    einigen hundert Höhenmetern wurde es auch zum Glück wieder warm.



    Roche de la Muzelle und Glacier de la Muzelle.



    Lac de la Muzelle.

    Am Refuge de la Muzelle musste ich eine kleinere Pause einlegen um
    wieder zu Kräften zu kommen. Zum Glück brach auch irgendwann die Sonne
    durch und ein Bier kann wahre Wunder bewirken.
    Denn ich hatte wieder einen weiteren Aufstieg von fast 500 hm zu überwältigen.

    Zum Glück war ich etwas zu mir gekommen und ich lief jetzt im Dauerbrennermodus.

    Blick vom Col de Vallon





    Weit unten, der Lauvitel, der größte natürliche See im Écrins.



    Edelweiß am Wegesrand.

    Am Lauvitel angekommen ging es erstmal zum abkühlen in den See.



    Ein weiterer Abstieg und eine recht lange Strecke entlang des Flusses
    führten mich nach Venosc. Ich spürte aber keine Müdigkeit mehr, konnte
    Ewigkeiten laufen und war in einer Art runners High.



    Zuerst überlegte ich einfach irgendwo im Wald zu campen aber nach der
    Megaetappe von heute hab ich mir ne Nacht auf dem Campingplatz mit ner
    heißen Dusche und was zu essen verdient.


    Der nächste Morgen begann direkt richtig heiß. Auf der Karte sah es nach
    eine einfach Etappe aus. Ich sollte mich gehörig täuschen. In Venosc in
    der Kirche erstmal ein Vater unser da gelassen und die obligatorische
    Weihwasseraufladung machen und in der teuersten Epicerie in der ich
    jemals war, ne Handvoll Süßigkeiten für die nächste Etappe kaufen und
    weiter gings.


    Der Gr 54 hat mehrere Varianten. In Venosc könnte man nach Le Bourg d'Oisans
    laufen aber das ist recht langweilig im flachen Tal, also wählte ich
    eine andere Variante welche mich am Hang entlang um die berühmt
    berüchtigte Skiresortretortenstadt Les deux Alpes herumführen sollte.


    Allerdings war die auf der Karte recht gerade Strecke ein ewiges Hoch
    unt runter üer kleine Geröllfelder und Gebüsch. Es gibt nix schlimmeres
    wenn man sich eine Etappe ganz anders vorgestellt hat.



    Aufgegebene Höfe am Wegesrand.



    Ein kleines Teil ist auch Seilversichert.



    Blick nach Bourg d'Oisans


    Nach ewigem Hoch und runter erreichte ic hdas Dorf Mont de Lans. Hier
    ist der wohl blödeste Abschnitt der ganzen Tour, mit Asphaltstraße und
    Autoverkehr.



    Nach dem Stausee Le Chambon wirds zum Glück ruhiger. Leider aber wieder ein ekelhafter Aufstieg nach Mizoen.



    Mizoen

    Hier habe ich erhofft noch was zu Essen kaufen zu können, war aber nix zu finden also weiter hoch ins Gebirge.



    Die Landschaft hier ist interessant. Nördlich vom Tal der Romanche sind die Berge sanfte Grasberge, welche an die Mongolei oder Teile der Karpaten erinnern, während südlich die von Gletscher umfassten Eisriesen, allen voran die Meije stehen.



    Blick nach Süden.



    Vergessene Höfe.


    Hier in diesem Grasland baute ich mein Zelt auf einer ebenen Fläche auf.



    Nachts regnete es und als ich irgendwann aufwachte traute ich meinen
    Augen nicht. Am Innenteil des Aussenzeltes waren hunderte! kleine
    Nackschnecken. Ich bin eigentlich durch nichts so schnell zum ekel zu
    bringen aber das war echt widerlich.
    Es hatte sich auch ein Dauerregen eingestellt und ich musste die blöden Mistviecher von meinem Zelt holen.
    Zu allem Überfluss waren auch noch etliche davon auf meinen
    Trekkingstöcken die ich draussen hab liegen lassen. Lauft mal mit nassen
    Trekkingstöcken die voll mit glitschigem Schneckenschleim sind, der
    sich praktishc nicht abwischen lässt...



    Ich war ziemlich angepisst von Dauerregen (im wahrsten Sinne des Wortes)
    und vor allem durchs Nasse hohe Gras laufen was die Schuhe so richtig
    durchnässt auch hab ich ziemlich abgebaut durch die letzten Etappen,
    dass ich beschloss heute mal etwas kürzer zu treten und nach nur zwei
    Stunden laufen zu einer Hütte kam, wo ich dne Rest des Tages verbrachte,
    leckere hausgemachte Gerichte aß und Donald Duck Comics au französisch
    las.



    Mieses Wetter...


    Am nächsten Morgen wagte sich zum Glück wieder die Sonne heraus.

    Geändert von Intihuitana (20.02.2017 um 10:00 Uhr)

  2. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #2
    Der Pausentag hatte es wirklich gebracht. Heute konnte ich im Turbomodus loslegen und praktisch komplett ohne Pausen durchziehen.



    Hier eröffnete sich auch ein unglaublicher Blick auf die gewaltige
    Meije, dem zweithöchsten Berg des Écrinsmassivs und einer der schwersten
    Berge der Alpen. Wolkenmeer inklusive.
    Weiter ging es nach La Grave mit einer wieder wunderbaren alten Kirche.



    Immer mit Blick auf die Meije ging es bergab. Ich war nicht mehr weit von Monetier Le Bains.


    Die letzte Etappe war recht einfach und angenehm zu laufen.
    Demenstprechend begegnet man auf diesem Abschnitt auch den meisten
    Tageswanderern.





    Blick auf einen der Meijegletscher.





    Einfache Talwanderung in Richtung Monetier le bains.





    Sehr nah am Col d'Arsine verbrachte ich meine kälteste NAch auf dieser Tour. -6 °C und morgens war alles gefroren, inklusive des Wassers in meiner Flasche.




    Langsam geht die Sonne unter.

    Nächsten Morgen machte ich vor dem packen erstmal einen Abstecher zu den Gletscherseen des Glaciers d'Arsine.









    Am Fluss entlang ging es nur noch geradeaus bis nach Monetier le Bains. Ich hatte es letzlich endlich geschafft. Ich war wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen.



    Nach 11 Tagen, 24000 Höhenmetern, 180 km und 6 Kilo weniger Körpergwicht hatte ich den kompletten GR 54 geschafft.
    Ich war ziemlich am Ende aber auch recht glücklich.
    Hier traf ich mich wieder mit meinem Freund, welcher sich etwas erholt hatte. Auch wenn der Fuß immer noch nicht perfekt war.


    Wir verbrachten noch eine Woche mit kleineren Touren und besichtigten Briancon und Grenoble.


    Einige Bilder davon:







    Mont Blanc in weiter ferne







    Die Barre des Écrins. Der Gipfel ist so hinter anderen Bergen in der
    Mitte des Massivs versteckt dass man ihn fast nie richtig zu sehen
    bekommt.





    Wieder die Meije gesehen vom Lac de Goléon





    Aiguilles d'Arves


    Fazit:
    Der GR 54 war eine meiner längsten durchgehenden Wanderungen und sicher eine der schönsten.
    Ich glaub, dass das einer der spektakulärsten Wanderwege Europas ist und
    das Écrins bietet noch so viel mehrere versteckte Täler und Gipfel zum
    entdecken. Bestimmt nicht das letzte mal dass ich hier gewesen bin.
    Das tolle ist, dass man die ganze Wanderung mit dem Zelt machen kann,
    was einem sehr viel mehr Freiheit gibt. Und Zelten im Gebirge ist
    sowieso das beste.
    Technisch ist der Weg zumindest im August nicht schwer, aber ein
    wirklicher Lungenprügler. Man sollte schon eine Kondition über dem
    Durchschnitt haben, vor allem wenn man vollautark wandern will und alles
    mit sich trägt. Ich hab wie gesagt 6 Kilo abgenommen.


    Da der GR 54 sich an verschiedenen Stellen spaltet und es Varianten gibt
    kann man den Weg auch ruhig ein zweites mal gehen, oder auch in die
    entgegengesetzte Richtung.


    Sehr zu empfehlen.

  3. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von MaxD
    Dabei seit
    28.11.2014
    Ort
    Grande Gerau
    Beiträge
    3.146

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #3
    Wow!
    Das schätze ich an ODS: Der Blick wird auf Wege und Orte gelenkt, die nicht im Wanderführerregal der örtlichen Buchhandlung zu finden sind. Danke für den Bericht! Die Tour könnte es durchaus auf meine Bucket List schaffen,auch wenn mir die Sprache nach wie vor gar nicht liegt.
    ministry of silly hikes

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #4
    Zitat Zitat von MaxD Beitrag anzeigen
    Wow!
    Das schätze ich an ODS: Der Blick wird auf Wege und Orte gelenkt, die nicht im Wanderführerregal der örtlichen Buchhandlung zu finden sind. Danke für den Bericht! Die Tour könnte es durchaus auf meine Bucket List schaffen,auch wenn mir die Sprache nach wie vor gar nicht liegt.
    Ich muss sagen, zumindest dort in der Ecke können schon einige Leute englisch. Man kommt also auch so zurecht.

  5. Erfahren
    Avatar von DeLiebe
    Dabei seit
    26.03.2007
    Ort
    Rhein-Main
    Beiträge
    360

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #5
    Sehr stark! Tolle Ecke der Alpen, die ich leider nur von Tagestouren kenne. Aber wie ich sehe biete sie so viel mehr, vor allem mit Zelt.
    Stop destroying our planet -
    It's where I keep all my stuff!

  6. Fuchs

    Dabei seit
    17.07.2013
    Beiträge
    1.326

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #6
    Und schon wieder wird die Todo- Liste länger.

    Ich hoffe bei den 24000 hm sind die bergab gelaufenen hm enthalten? Das wäre sonst schon

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #7
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Und schon wieder wird die Todo- Liste länger.

    Ich hoffe bei den 24000 hm sind die bergab gelaufenen hm enthalten? Das wäre sonst schon
    Ne das ist die Gesamtzahl weil es ja ein Rundweg ist.

  8. Erfahren
    Avatar von stoeps
    Dabei seit
    03.07.2007
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    493

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #8
    Ich fürchte, Ihr redet an einander vorbei. Nochmal in simpel gefragt:
    Sind es
    a) 24000m hoch und 24000m runter
    oder
    b) 12000m hoch und 12000m runter?

    Ich vermute a
    „The world's big and I want to have a good look at it before it gets dark.”
    ― John Muir

  9. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #9
    Nein b wäre richtig.

    Und ja ich hab mich missverständlich ausgedrückt

  10. Fuchs

    Dabei seit
    17.07.2013
    Beiträge
    1.326

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #10
    Ich hab dich schon verstanden

    Und diese schöne Tour darf auf meiner Todo-Liste bleiben.

  11. Erfahren

    Dabei seit
    03.03.2015
    Beiträge
    386

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #11
    Sehr schöner Bericht, ich liebe ja die frz. Alpen, aber in der Ecke war ich noch nicht..... werde ich auf jeden Fall ausprobieren...

  12. Erfahren

    Dabei seit
    22.02.2015
    Beiträge
    225

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #12
    Moin,


    ich kann mich nur anschließen: sehr schöner Bericht! Ich bekomme direkt Lust den Weg zu wandern

    Deshalb noch die Fragen: wie bist Du denn angereist? Kann man über Grenoble fliegen und mit Bus weiter oder warst Du mit dem Auto dort?
    War die Wegfindung halbwegs einfach oder braucht man neben Karte auch GPS?

    Grüße,
    Markus

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    819

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #13
    Wir sind mit dem Auto angereist und haben es dann einfach in Monetier le Bains gelassen.

    Man kann aber auch Bus oder Flug nach Grenoble nehmen und dann mit lokalen Bussen bis nach La Bourg d Oisans fahren.


    Es gibt mehrere Varianten wie man gehen kann, vor allem ab Valloiuse

    GPS kann man nutzen wenn man will. Ich hatte den ganzen Track auf meinem Handy und Karte von Locusmaps, aber habs eigentlich nie wirklich gebraucht.

    Hier kann man die Gpx File runterladen: https://www.traildino.com/trace/cont...es_%C3%89crins

    http://www.visugpx.com/1247585860

    Aber es gibt noch andere.

    Als Karte hatte ich das hier: https://www.amazon.de/Libris-Wanderk.../dp/2723476693

    Da ist das ganze Ecrins und auch noch ein bischen was vom Queyras drauf.

  14. Gerne im Forum

    Dabei seit
    07.08.2014
    Beiträge
    70

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #14
    Interessante Route auf jeden Fall! Danke für's zeigen!

  15. Erfahren

    Dabei seit
    22.02.2015
    Beiträge
    225

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #15
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Wir sind mit dem Auto angereist und haben es dann einfach in Monetier le Bains gelassen.

    Man kann aber auch Bus oder Flug nach Grenoble nehmen und dann mit lokalen Bussen bis nach La Bourg d Oisans fahren.


    Es gibt mehrere Varianten wie man gehen kann, vor allem ab Valloiuse

    GPS kann man nutzen wenn man will. Ich hatte den ganzen Track auf meinem Handy und Karte von Locusmaps, aber habs eigentlich nie wirklich gebraucht.

    Hier kann man die Gpx File runterladen: https://www.traildino.com/trace/cont...es_%C3%89crins

    http://www.visugpx.com/1247585860


    Aber es gibt noch andere.

    Als Karte hatte ich das hier: https://www.amazon.de/Libris-Wanderk.../dp/2723476693

    Da ist das ganze Ecrins und auch noch ein bischen was vom Queyras drauf.


    Schönen Dank!

  16. Fuchs
    Avatar von blauloke
    Dabei seit
    22.08.2008
    Ort
    Schnaittenbach
    Beiträge
    1.842

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #16
    Habe deinen Bericht jetzt erst gesehen.
    Klasse Gegend die mir ebenfalls unbekannt war.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  17. AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #17
    Danke fuers Mitnehmen. Welchen Weg bist du denn bei den Aiguilles d'Arves gewandert?
    Gab es auf den Huetten immer Trinkwasser oder hattest du Filter dabei? Bist du auch dann der Sarenne gefolgt? Gab es einen Abstecher nach Alp d'Huez?

  18. Gerne im Forum

    Dabei seit
    18.09.2016
    Beiträge
    72

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #18
    Toller Bericht, danke! Ich habe dieser Gegend wunderschöne Touren gemacht und war leider schon sehr lange nicht mehr dort. Deine Wanderung hat wieder alte Erinnerungen geweckt.

  19. Erfahren
    Avatar von Hapi
    Dabei seit
    23.09.2015
    Ort
    Berlin (Süd)
    Beiträge
    376

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #19
    ...gefällt mir sehr gut, danke!
    Look deep into nature and you will understand everything better (A. Einstein)

  20. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    08.06.2011
    Beiträge
    47

    AW: [FR] GR-54 komplett - Durch das wilde Écrinsmassiv

    #20
    Zitat Zitat von bluesaturn Beitrag anzeigen
    Danke fuers Mitnehmen. Welchen Weg bist du denn bei den Aiguilles d'Arves gewandert?
    Gab es auf den Huetten immer Trinkwasser oder hattest du Filter dabei? Bist du auch dann der Sarenne gefolgt? Gab es einen Abstecher nach Alp d'Huez?
    Die Wasserfrage interessiert mich auch. Wie siehts denn da aus mit Trinkwasser entlang des Weges? Gibts nur was auf Hütten oder gibts genug saubere Bäche, dass man immer wieder auffüllen kann? Hattet ihr nen Wasserfilter o.Ä. dabei?

    Danke Intihuitana für den super Bericht! Hat mich inspiriert da nächste Woche auch hinzufahren

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)