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  1. Nationalpark Spessart

    #1
    Hallo zusammen,

    wie die meisten von euch vielleicht mitbekommen haben soll in Bayern ein dritter Nationalpark ausgewiesen werden.
    Da ich nicht nur aus dem Spessart stamme sondern hier groß geworden bin und immer noch hier lebe liegt mir das Thema sehr am Herzen.

    Ich würde mit euch gerne über die Vor- und Nachteile eines Nationalparks diskutieren, vielleicht leben von euch einige schon ein einem NLP oder sind anderweitig von ausgewiesenen NLPs "betroffen".

    Mich würden eure Erfahrungen interessieren.

    Zum späteren Zeitpunkt erläutere ich gerne auch meine Meinung, allerdings will ich das nicht vorwegnehmen um niemanden zu beeinflussen.

    Anbei ein erster Flächenvorschlag eines möglichen Nationalparkes.


    Quelle: www.np3.bayern.de

    Ich bin gespannt auf euren Input.

    Input hat es jetzt schon einigen gegeben, ich versuche mal möglichst neutral zusammen zu fassen:

    Pro Contra Gefahren
    naturnäherer Wald ("größeres" Naturerlebnis) weniger Bewirtschaftungsfläche für die Forstwirtschaft
    neue Arbeitsplätze in der NLP-Verwaltung weniger Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft
    naturnahe Pfade weniger Wege und befestigte Forststraßen
    geringere Belastung für die Schutzzone steigende Belastung für die Umgebung
    naturnahe Artenvielfalt mögl. Betretungsbeschränkungen
    mehr Umsatz bei Fremdenverkehr und Gastronomie weniger Umsatz in der Forstwirtschaft
    ... ...


    Grüße
    Thomas
    Geändert von Lobo (21.02.2017 um 14:43 Uhr)

  2. Lebt im Forum

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    AW: Nationalpark Spessart

    #2
    Ich finde derartige Diskussionen gehoeren nicht in ein Sub-Forum, wo ueblicherweise Treffen, Touren, Stammtische abgesprochen werden.

    Entweder in das von Dir erwaehnte Sub-Forum oder ins Lagerfeuer...

    Meine Meinung ist, dass es eh schon viel zu viele NSG, LSG, NLP usw und die entsprechenden Auswirkungen gibt.

  3. Anfänger im Forum

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    AW: Nationalpark Spessart

    #3
    Hallo,

    da ich in einer Gemeinde wohne welche direkt an den geplanten Nationalpark grenzt sehe ich hier viel Widerstand gegen den NLP. Auf mich wirkt es so als ob alle Waldbesitzer Angst haben ihren Wald nicht mehr bewirtschaften zu dürfen.

    Allerdings habe ich keine Ahnung von den rechtlichen Auswirkungen eines Nationalparks.
    Wäre nett wenn das mal jemand zusammenfassen könnte was sich ändert wenn ein NLP entsteht, sprich was darf man dann noch und vorallem was darf man nicht mehr?

    Gruß
    Frederik

  4. AW: Nationalpark Spessart

    #4
    @CaptainCaos

    Diesen Widerstand sehe ich hier auch, allerdings verpuffen die meisten der Argumente wenn man diese und die Motivation dahinter kritisch hinterfragt. Meist wird versucht Angst zu schüren und "Horrorszenarien" ausgemalt ohne dabei echte Fakten auf den Tisch zu legen.
    Auch ich sehe Herausforderungen sollte ein Nationalpark im Spessart entstehen, allerdings sind diese durchaus lösbar sofern man gewillt ist in einen echten Dialog zu treten. Aber was bislang praktiziert wird ist alles andere als ein Dialog und vor allem alles andere objektiv.

    Beim BfN findest du einige Informationen was ein Nationalpark ist.

    @kyhal
    Welche Auswirkungen meinst du?

    Hintergrund dieses Themas ist dass ich hoffe hier Unterstützer für einen Nationalpark zu finden, denn ich denke dass dies durchaus den Zielen des Vereins entsprechen würde.
    Allerdings weiß ich nicht so recht ob das dann unter "Gemeinsame Aktionen" fällt, von mir auch kann es auch gerne verschoben werden.

    Grüße
    Thomas

  5. Lebt im Forum
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    AW: Nationalpark Spessart

    #5
    "Südlich der Mainlinie" ist jenseits meines Aktionsradius, also ist es mir persönlich egal.

    Was ich in den NPs Harz, Sächsische Schweiz und Eifel beobachte/beobachtet habe:
    • Traditionelle Wanderwege werden gesperrt, "aufgelassen" (=zerstört), es bleibt nur ein Kernnetz, und selbst das muss gegen die NP-Verwaltung erkämpft werden
    • Weil die Konzentration der Bsucher auf wenige Strecken die Wegeerosion fördert, werden naturnahe Strecken zu Wanderautobahnen erweitert
    • Das Entdecken von Natur auf eigene Faust wird praktisch unmöglich gemacht, es gibt eine rigorose "Besucherlenkung"
    • Das Umfeld wird kommerzialisiert, durch NP-Infozentren, Souvenirverkauf und ähnliches
    • Speziell im NP Eifel war kurz nach der Einrichtung zu beobachten (keine Ahnung, ob es immer noch so ist), dass es an den Wochenende plötzlich Stau selbst in früher stillen Regionen auftrat, weil das halbe Rheinland unbedingt mit dem Auto diese neue Errungenschaft "Nationalpark" beglotzen wollte. Kein Wunder, der ÖPNV war völlig überfordert.


    Holzbewirtschaftung ist nicht mein Thema, ich persönlich habe auch kein Problem damit, wenn der Borkenkäfer Fichten-Monokulturen abräumt und es einige Jahre aussieht wie nach einem Napalm-Angriff. Das geht vorbei.

    Ob ein Nationalpark, den die A3 zerschneidet, sinnvoll ist, kann man bezweifeln. Ich dachte eigentlich, dass NPs unzerschnittene Naturräume sein sollen.
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  6. Freak Moderator
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    AW: Nationalpark Spessart

    #6
    Ich steuere auch noch ein paar Voruteile gegen NPs bei...
    Unterm Strich sieht die Natur durch das Aushängeschild "NP" doch wohl mehr und intensiveren, spitzen-trächtigeren Besucherverkehr als ohne.
    Ein Riesen-Tanz (vergl. den Faden "Trekking-Lagerplätze") ist erforderlich, um schließlich doch wieder ganz simpel mal eine Wandernacht im Gebiet zeltend oder biwakierend verbringen zu dürfen.

    In anderen Länder wird mit NPs mitunter entspannter umgegangen, Biwakieren ist bspw. schlicht einfach für eine Nacht gestattet.
    Vielleicht funktioniert das in Sichtweite der Großstädte (Rhein-Main bzw. bei dem Eifel NP halt Köln) nicht.
    Aber vielleicht braucht es in Sonntags-Kaffeefahrt-Radius auch keinen NP...
    [\Vorurteil]
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  7. Lebt im Forum

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    AW: Nationalpark Spessart

    #7
    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    ...Ich würde mit euch gerne über die Vor- und Nachteile eines Nationalparks diskutieren...
    Mich würden eure Erfahrungen interessieren.
    Ich bin gespannt auf euren Input.
    Ein paar Beitraege spaeter :

    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    ...Meist wird versucht Angst zu schüren und "Horrorszenarien" ausgemalt ohne dabei echte Fakten auf den Tisch zu legen....Aber was bislang praktiziert wird ist alles andere als ein Dialog und vor allem alles andere objektiv.
    ...
    Hintergrund dieses Themas ist dass ich hoffe hier Unterstützer für einen Nationalpark zu finden
    Und Du findest, dass Du da gradlinig, objektiv und nicht manipulativ unterwegs bist ?

    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    .@kyhal
    Welche Auswirkungen meinst du?
    Viel haben ja schon Pfadfinder und Flachlandtiroler aufgezaehlt, aber nach Deiner Ansage im 2. Beitrag, dass meist von den Gegner versucht wuerde, Angst zu schueren, dass Horror-Szenarien ausgemalt wuerden, ohne echte Fakten auf den Tisch zu legen usw und dass Du eigentlich nur Unterstuetzer fuer einen Nationalpark suchst, sehe ich da keinen Sinn drin, da noch irgendwelche Energie reinzustecken, ergaenzend zu erlaeutern, was nach meinen Erfahrungen die Nachteile sind.

    Wir hier in NRW ja sehr viel Erfahrung damit, haben so einen Kram ja bis zum Erbrechen und Laecherlichkeit, im Grossraum Koeln ist ja z.B. jeder Grasbueschel min LSG , in NRW sind z.B. fast alle Klettergebiete, egal wieviel Tradition sie haben usw dicht gemacht, wenn Du auf der Sieg mit dem Canadier anlegen, noch mal eben ins Wasser springen und Grillen willst, must Du Dir nach den dortigen Bestimmungen leider ein Taxi bestellen, da das alles getrente Plaetze sind.

    Auf einem anderen groesseren Wanderfluss sind die offiziellen Befahrregelungen von den Tageszeiten her fuer Paddler derartig, dass Du keine Chance haettest, durchzupaddeln, sondern entweder mit viel Aufwand etliche Autos an div Stellen abstellen muestest, oder Dir Taxis mit Dachgepaecktraeger rufen muestest (was natuerlich dann super Naturschutz ist), da Du leider, wenn Du den einen Abschnitt zur richtigen Tageszeit paddelst, fuer den naechsten Abschnitt dann zu spaet bist, aber da wiedrum uebernachten, um am narechsten Morgen zur erlaubten Zeit weiterzupaddeln, darfst Du ja auch nicht
    Wobei man in diesem Fall fairerweise sagen muss, dass lt internen Infos diese Regelungen zum grossen Teil wohl so zustande kamen, weil die oertlichen DKV-Clubs halt nur ihre Interessen, was ihre Trainingszeiten betrifft, durchgedrueckt haben und ich von "staatlicher Stelle" eingeladen wuerde, wenn ich da das naechste Mal paddele, die Zeiten zu stoppen / notieren und einen vernueftigen Verbesserungsvorschlag fuer uns Wander-Paddler zu machen.

    Auf der anderen Seite ist es ueberhaupt kein Problem, mit der noetigen Kohle in der Hand, mal eben mitten in solche Gebiete umfangreiche Windparks reinzuklatschen oder einen bloeden Vergnuegungspark in ein Schutzgebiet rein zu erweitern, jaja ich weiss, da geht es ja angeblich um Arbeitsplatze

    Ich sehe das auch so, dass sie in vielen anderen Laender mit solchen Sachen deutlich angemessener umgehen, wenn ich z.B. die Regelungen fuer Wanderer in div Naturschutzgebieten in Spanien vor Ort sehe...

  8. AW: Nationalpark Spessart

    #8
    Zitat Zitat von khyal Beitrag anzeigen
    Und Du findest, dass Du da gradlinig, objektiv und nicht manipulativ unterwegs bist ?
    Ja, denn ich habe einfach ein Thema zur Diskussion gestellt, aber auf Nachfragen werde ich doch antworten dürfen.


    Zitat Zitat von khyal Beitrag anzeigen
    Viel haben ja schon Pfadfinder und Flachlandtiroler aufgezaehlt, aber nach Deiner Ansage im 2. Beitrag, dass meist von den Gegner versucht wuerde, Angst zu schueren, dass Horror-Szenarien ausgemalt wuerden, ohne echte Fakten auf den Tisch zu legen usw und dass Du eigentlich nur Unterstuetzer fuer einen Nationalpark suchst, sehe ich da keinen Sinn drin, da noch irgendwelche Energie reinzustecken, ergaenzend zu erlaeutern, was nach meinen Erfahrungen die Nachteile sind.
    das war die Erklärung warum ich das Thema in "Gemeinsame Aktionen" gestellt habe und nicht hier hin.
    Aber das hat sich ja mit der Verschiebung eh erledigt.
    Aber wenn du am Freitag die Demonstrationen vor dem Landratsamt in Aschaffenburg erlebt hättest dann wüsstest du was ich meine.
    Die Forderungen der Befürworter waren alle auf Dialog und Kompromiss ausgerichtet, die der Gegner geprägt von Falschinformationen und postfaktischen Befürchtungen, aber das ist ja gerade modern.

    Und nein ich suche nicht nur Unterstützer für einen Nationalpark, sondern ich fragte nach Erfahrung mit eben diesem.
    Insofern danke ich auch für deinen Input, auch wenn die Paddler-Themen nur im übertragenen Sinne auf den Hochspessart übertragbar sind, denn paddelbare Flüsse haben wir hier nicht.

    Mich wundert trotzdem dass selbst hier die Eigeninteressen vor den Naturschutz gestellt werden, aber so ist es wohl mit den Menschen. Überall auf der Welt wird Umwelt- und Naturschutz von Anderen gefordert aber wenn man selbst mal betroffen ist dann wiegen die Eigeninteressen höher.


    Zitat Zitat von khyal Beitrag anzeigen
    Wobei man in diesem Fall fairerweise sagen muss, dass lt internen Infos diese Regelungen zum grossen Teil wohl so zustande kamen, weil die oertlichen DKV-Clubs halt nur ihre Interessen, was ihre Trainingszeiten betrifft, durchgedrueckt haben und ich von "staatlicher Stelle" eingeladen wuerde, wenn ich da das naechste Mal paddele, die Zeiten zu stoppen / notieren und einen vernueftigen Verbesserungsvorschlag fuer uns Wander-Paddler zu machen.
    Gut zu wissen dass man rechtzeitig Einfluss auf die Regeln nehmen kann, dann kann ich mich ja für die Belange der Wanderer einsetzen.

    Grüße
    Thomas

  9. Freak Moderator
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    AW: Nationalpark Spessart

    #9
    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Mich wundert trotzdem dass selbst hier die Eigeninteressen vor den Naturschutz gestellt werden, aber so ist es wohl mit den Menschen. Überall auf der Welt wird Umwelt- und Naturschutz von Anderen gefordert aber wenn man selbst mal betroffen ist dann wiegen die Eigeninteressen höher.
    Wenn ein projektierter NP in S-Bahn-Weite von den Großstädten liegt, dann wird er ja wohl bereits als Ausflugsziel und Erholungsgebiet genutzt. Dieser Nutzungsdruck wird sicherlich noch größer, wenn man das Etikett "Nationalpark" draufschreibt.

    Welche Schutzwirkung wird denn eigentlich erzielt? Die niederschwelligen Nutzer (Natursportler, wenige) werden raus-"geschützt" und die Blechlawinen kommen. Zur "Kanalisation" und "Besucherlenkung", wie es bei den Öko-Technokraten so schön heißt, wird dann allerlei Infrastruktur geschaffen, statt die Natur davor zu bewahren...

    Einen Sinn sehe ich dort, wo latent Großerschließungen (Talsperren, Windparks, Skizirkus, Industrieansiedlung usw.) drohen und der NP-Status wirklich einen Schutz darstellt. Aber den individuellen Naturnutzer gegen den Massentourismus austauschen, was bringt das?

    (schreibt einer, der im bevölkerungsreichsten Bundesland unter der Knute der Öko-Technokratie groß geworden ist...)
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    AW: Nationalpark Spessart

    #10
    Mal ein paar Pros - zum Ausgleich.

    https://www.brandeins.de/wissen/neul...mmel-sei-dank/


    https://www.brandeins.de/wissen/neul...eln-ist-unruh/


    https://www.brandeins.de/archiv/2015...es-dschungels/


    Zu dem konkreten Projekt kann ich nichts sagen, ich kenne die Gegend nicht.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    AW: Nationalpark Spessart

    #11
    Was kann denn der Spessart so?
    Was würde ihn auszeichnen, dass er es würdig wäre ein Nationalpark zu sein?

  12. Freak Moderator
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    AW: Nationalpark Spessart

    #12
    OT:
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich habe jetzt mal nur diesen Artikel überflogen und mein Fazit ist:
    Es gab und gibt eine Reihe Begehrlichkeiten. Die meisten davon liegen vor der NP-Gründung und sind folglich auch ohne den NP-Status zu Fall gebracht worden. Also eher ein Argument gegen die NP-Regulierung...
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  13. Gesperrt Alter Hase

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    AW: Nationalpark Spessart

    #13
    Ich befürchte wie Pfad-Finder auch, dass der Zugang zur Fläche erschwert oder unmöglich gemacht wird und einzelne Punkte umso stärker kommerzialisiert werden.

    Wo kein Mensch mehr hinkommt, gibt es irgendwann keinen mehr, der dort nach dem Rechten schaut und sich engagiert, wenn etwas schief läuft oder der Status wieder geändert wird. Glaubt ja nicht, dass ein Nationalpark für immer Nationalpark bleibt! Weil man eine moderate und differenzierte Nutzung verhindert, wird es in Zukunft umso einfacher, diese Gebiete großflächig einer intensiven Nutzung zuzuführen, zum Beispiel Bergbau, intensive Holzwirtschaft, Windräder, Solar-Kraftwerke. Es gibt dann nämlich keinen mehr, der dort persönliches Eigentum oder persönliche Interessen hat.

    OT: Das erinnert mich hier in Berlin an den ehemaligen Flughafen Tempelholf wo eine Volksabstimmung eine moderate Nutzung (Park plus Wohnhäuser) verhindert hat. Jetzt bleibt dort eine riesige offene Wiesenfläche mitten in der Stadt: Im Winter windig und eisig, im Sommer schattenlos und heiß. Nun wird es keine Eigenheim-Besitzer geben und kaum Spaziergänger, die sich gegen Großprojekte engagieren. Die Fläche bleibt offen. Ich bin schon gespannt was kommt: ein neuer Flughafen, eine Hochhaussiedlung für hunderttausende Menschen, ein Industriegebiet, ein Windpark mit Solarkraftwerk, ein Exerzierplatz, ...?
    Geändert von AlfBerlin (14.02.2017 um 11:33 Uhr)

  14. Freak Moderator
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    AW: Nationalpark Spessart

    #14
    Wenn ich mir die entsprechenden Darstellungen von BUND und dem oben zitierten Politiker ansehe, geht es den Naturschützern lediglich um einen eher kleinen Teil des Spessarts und vorzüglich um die im Spessart vorkommende Eiche?
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  15. Lebt im Forum
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    AW: Nationalpark Spessart

    #15
    Um Bau-Größenwahn-Projekte zu verhindern, benötigt man keinen Nationalpark-Status, dafür reicht eine entsprechende Widmung der Gebietes. Und umgekehrt kann der Nationalpark-Status für sich genommen kein Bau-Größenwahn-Projekt verhindern, wenn das Parlament es will und und die Planfeststellungsbehörde eine gerichtsfeste Abwägung zustandebringt.

    Nationalparks sind eine ganz tolle Sache für arbeitslose Wildbiologen und für all die anderen Menschen, die eines Tages in der Verwaltung arbeiten. Ich habe das vor geraumer Zeit mal so auf den Punkt gebracht: Eine Nationalparkverwaltung löst Probleme, die es ohne den Nationalpark nicht gäbe.

    ---
    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Die Forderungen der Befürworter waren alle auf Dialog und Kompromiss ausgerichtet, die der Gegner geprägt von Falschinformationen und postfaktischen Befürchtungen, aber das ist ja gerade modern.
    Was meinst, was im Forum von "Wild und Hund" oder "Baum und Borke" zu lesen ist? Meine Vermutung:
    Die Forderungen der NP-Gegner waren alle auf Dialog und Kompromiss ausgerichtet, die der NP-Befürworter geprägt von Falschinformationen und postfaktischen Befürchtungen, aber das ist ja gerade modern.
    Mach es Dir bitte nicht so einfach.
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  16. Gesperrt Alter Hase

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    AW: Nationalpark Spessart

    #16
    Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, die Spessart-Pläne genauer anzuschauen. Aber für eine kleine Ecke Eichen bräuchte man doch keinen Nationalpark. Da würden doch Naturschutzgebiete reichen. Und um die Eiche zu fördern, könnte man doch bei den Förstern und Waldbesitzern Motivationsarbeit machen oder Subventionieren oder Wald aufkaufen und unerwünschte Bäume absägen.

  17. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: Nationalpark Spessart

    #17
    @FLT

    Ja, klar. Aber mir geht es darum, auch die andere Seite zu hören. Die anderen beiden Artikel handeln von Bayern und Schwarzwald, aus Naturschützersicht. Ich habs chronologisch geordnet. Ich selbst kann mich da nicht positionieren, kenne die Gebiete zu wenig.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  18. Dauerbesucher

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    AW: Nationalpark Spessart

    #18
    Zunächst einmal danke für die Info.

    Mich stört zunächst auch etwas dieser "Designfehler" der mitten durch den geplanten NP führenden Autobahn A3. Allerdings gibt es genau an dieser Autobahn bereits ein Kleinod von einem Waldstück, das Naturschutzgebiet Rohrberg:





    Das kann sich jeder einmal anschauen. Klein aber fein. Wenn die geplante NP-Fläche mehr als 80% Staatsforst umfasst, finde ich die Umwandlung in einen Nationalpark akzeptabel.

    Wenn aber vorrangig Privatwald in Staatseigentum überführt und dann nach Gutdünken des Staates verwaltet werden soll, bin ich sofort wieder skeptisch. Aus anfänglich gut gemeinten ideellen Zielen werden rasch irgendwelche Dogmen, dann wirtschaftliche Zwänge und irgendwann (hoffentlich nie, aber wer weiß das schon) gegensätzliche Maßnahmen, die dann jeweils eine große Fläche betreffen. Eine Aufteilung des Gebiets unter viele Privatleute in Verbindung mit staatlicher Begleitung und Aufsicht scheint mir das etwas robustere System zu sein.

  19. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Nationalpark Spessart

    #19
    Als jemand, der praktisch in einem solchen wohnt, würde ich mal sagen, dass ein Biosphärenreservat für (fast) alle Interessengruppen und auch für den jetzigen Zustand der Landschaft das sinnvollere Konzept wäre (falls es das nicht sogar schon ist). Aber klingt natürlich nicht so toll und die Verwaltung ist wahrscheinlich auch kleiner. Zur grundlegenden Unterscheidung findet man hier die passenden Gesetzestexte.

    Mac

  20. AW: Nationalpark Spessart

    #20
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Was kann denn der Spessart so?
    Was würde ihn auszeichnen, dass er es würdig wäre ein Nationalpark zu sein?
    Der Spessart beherbergt den größten zusammenhängenden Buchenwald bodensaurer Standorte in ganz Deutschland.
    Auch einige sehr seltene Pilz und Käferarten wachsen dort, z.B. der Eremit, der ästige Stachelbart

    @Gernstel
    Ja das NSG Rohrberg ist eines der Gebiete im möglichen Nationalpark, dort gibt es aber noch einige andere, Abteilung Metzger bzw der ganze Metzgergraben, Abteilung Eichhall, dort brütet noch der Schwarzstorch. Wer mal dort war weiß wie ein Wald ohne wirtschaftliche Nutzung aussehen kann.

    Privatwald wäre nicht betroffen vom Nationalpark

    Im Gegenteil, lt. der "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" hat sich die Bundesregierung dazu verpflichtet bis 2020 5% der Waldfläche einer natürlichen Waldentwicklung zu überlassen, sprich aus der Nutzung zu nehmen. Da aber etwa 50% der Wälder in Privatbesitz ist, soll diese Quote erreicht werden indem 10% des staatlichen Waldes aus der Nutzung genommen wird; bislang sind es etwa 1,9%.
    Ein Nationalpark Spessart würde etwa 9,5% der Fläche des Spessarts umfassen.


    @Pfand-Finder
    ich mache es mir nicht einfach
    aber ich war erschüttert was ich am letzten Freitag gesehen habe....

    @Alf
    Nein die Eiche soll in einem NLP nicht geschützt werden, denn sie würde von der Buche verdrängt. Die Eiche hat hier nur durch intensive Pflege überhaupt eine Chance. Der nicht-Schutz der Eiche ist eines der Hauptargumente der NLP-Gegner.

    Danke für die zahlreichen Meinungen.

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