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  1. Erfahren

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    AW: [SE] Kungsleden: Abisko - Kvikkjokk, Kebnekaise (Durlings led), Boarek-Hoche

    #41
    Mitreisende: bourne



    TAG 19 UND 20 – PÅREK
    REGENWETTER UND RENTIERGEWEIHE
    BY ELISABETH

    Ohne Frühstück starten wir um 9:30 – heute haben wir eine lange Etappe vor uns. Wir wissen die Richtung, in die wir wollen, aber den exakten Weg müssen wir uns suchen. Was von der Weite nach einem Klacks ausschaut, erweist sich “dank” der vielen Sumpfstellen komplizierter als erwartet. Bald finden wir eine blaue Markierung, die uns bis zu einem Rentierzaun führt. Da endet die Markierung und wir gehen nach Gefühl. Nach einer Stunde legen wir eine Frühstückspause ein und essen Salamella und Knäckebrot mit Blick auf die Pårek Hochebene. Sumpflandschaft so weit das Auge reicht!







    Wir halten unseren Weg also so hoch wie nötig und so nieder wie möglich. Wir kommen gut voran, orientieren uns mit Kompass und Karte. Auf unserer Route queren wir viele kleine Bäche, die kein Problem darstellen. Auf dem selten begangenen Weg finden wir nun endlich, was wir schon die ganze Reise suchen: Rentiergeweihe! Markus hat bald den “Rentiergeweih-Blick” und sieht sie schon aus großer Entfernung weiß hervorblitzen. So kommt es, dass auf unseren Rucksäcken bald einige Geweihe hängen.







    Nach einigen Kilometern erreichen wir den großen Fluss Gasskagårsså (siehe das Bild rechts oben). Tief eingeschnitten liegt der Fluß in der Schlucht, schmal, schnell und zu tief, um ihn gefahrlos zu furten. Das ist aber auch nicht nötig, wir steigen weiter Richtung Pårek ab und finden vor der Baumgrenze eine geeignete Stelle. Gut, aber dennoch knietief und saumäßig kalt. So ist das beim Furten – bei den ersten Schritten denkt man: kein Problem; bei den nächsten Schritten: naaa, ist doch recht kalt; wenig später: kaaaaaalt und wenn man dann endlich das andere Ufer erreicht hat und denkt: geschafft!, dann spürt man noch eine weitere Minute die Kälte wie Nadelstiche auf der Haut. Wer das Gefühl noch nicht nachvollziehen kann, achte bitte auf meinen Gesichtsausdruck!









    Während wir uns wieder die Wanderschuhe anziehen, wird der Himmel über uns schwarz. Es beginnt zu regnen und bald schüttet es. Natürlich haben wir wieder mal nicht rechtzeitig die Regenhose übergezogen (das müssen wir bei der nächsten Tour wirklich verbessern!) und unsere Wanderhosen sind schnell waschelnass. Wir passieren die Baumgrenze und sind damit bei der Pårek-Samensiedlung angelangt. Der Weg ist unklar, irgendwie verlieren wir unseren Weg und die Wege, die wir finden, verbinden nur die einzelnen Hütten. Den richtigen Weg durch die Siedlung finden wir nicht so schnell; der starke Regen hilft hier natürlich auch nicht weiter. Wir stellen uns bei einem unbewohnten Haus unter und warten, bis der Regen etwas nachlässt.

    Das Finden des richtigen Weges ist so eine Sache, in der Siedlung steht man mehr oder weniger im Wald und sieht nicht weit. Erst ein kurzer Umweg auf einen Hügel bringt Klarheit und Markus führt uns nun gut aus der Siedlung und wir finden den “richtigen” Weg, was wichtig ist, denn wie sollen wir sonst die Furtstelle zwischen den Seen finden? Immer wieder regnet es und die kurzen Regenpausen nutzen wir für Fotos und Snackpausen.

    Wir passieren eine weitere Furtstelle, durch den Boarekjávrre und dem nächsten See. 20 Meter lang ist diese Furt und sie wird durch Steinkisten mit Bretterrahmen erleichtert. Vorsicht ist dennoch geboten, da die Bretter und Steine großteils unter Wasser liegen und es eine dementsprechend rutschige Partie ist. Markus probiert es balancierend über die Steinkisten und einzelne Steine, gleich mit den Wanderschuhen und kommt trocken drüben an. Mir ist das zu unsicher (und meine Wanderschuhe sind auch so schon nass genug) und ich wechsle wieder auf die Furtschuhe. Meine Reise durch den eiskalten See wird von Markus natürlich wieder fotografisch dokumentiert





    Der Weg ist nun wieder gut; wir gehen über viele Bohlenwege und Steige, die beide durch den Regen etwas rutschig sind.









    Wir kommen schnell voran und gegen 17 Uhr erreichen wir eine Stelle mit zwei Zeltplätzen. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen weiter gehen, aber es beginnt wieder zu nieseln und wer weiß, wie sich das Wetter entwickelt und wo die nächste so gute Zeltmöglichkeit kommt? Wir bauen schnell das Zelt auf.








    Schnelles Waschen im See, genau als Markus nackt im/am See steht, sehen wir die ersten Menschen seit 3 Tagen und sie uns Dann lesen wir und dösen im Zelt. Um 19:30 regnet es noch immer und wir sind froh, schon im Trockenen zu liegen. Immer wieder hören wir Donnergrollen und wir warten schon ungeduldig, dass der Regen nachlässt und wir kochen können. Gegen 20:15 essen wir endlich, das Zelt verlassen wir nur noch schnell zum Zähneputzen. Die Gelsen sind brutal aggressiv hier.





    Die ganze Nacht schüttet es und nun können wir bestätigen: unser Zelt ist dicht! Wir frühstücken draußen unser Müsli und müssen dann wieder ins Zelt wechseln, da es schon wieder zu tröpfeln beginnt. Wir lesen, tratschen, schauen die Fotos an und lassen unsere Reise revuepassieren. Nun kommt auch noch ein Sturm auf und wir müssen im Zelt bleiben. Das rächt sich, denn wir können erstens nicht mehr liegen und futtern zweitens aus Langeweile all unsere Vorräte auf. Folglich diskutieren wir bald über einen Notabstieg nach Kvikkjokk zwecks Auffüllen des Schokovorrats
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    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

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    #42



    TAG 21, 22 UND 23 – KVIKKJOKK UND RÜCKFAHRT
    DAS ENDE UNSERER REISE
    BY ELISABETH

    Um 4 Uhr stehen wir auf, um 5:15 starten wir unsere letzte Etappe nach Kvikkjokk. Wir frühstücken unsere letzte Salamella und das letzte Knäckebrot. Bald gelangen wir in den Wald und gehen auf sehr feuchten Waldwegen und/oder steinigen Wegen. Wir kommen flott voran und bald gelangen wir auf die Kreuzung zum Kungsleden.














    Wieder am Kungsleden geht es noch ca. 2 Stunden bis nach Kvikkjokk. Bei einer Brücke legen wir eine letzte Pause ein und essen Vanillepudding – jetzt sind wirklich alle Vorräte restlos verbraucht. Der Weg wird nun immer breiter, ganz am Ende gehen wir auf Feldwegen, wie wir sie auch aus Lichtenwörth kennen.











    Um ca. 11 Uhr erreichen wir Kvikkjokk. Ein seltsames Gefühl – einerseits sind wir froh, unser Ziel erreicht zu haben, andererseits sind wir fast ein bisschen neidisch auf jene Wanderer, die sich gerade für ihre Tour nach Abisko oder weiter in den Süden aufmachen. Wir machen ein “Zielfoto”, bauen unser Zelt auf (keine Zeltgebühr!) und suchen als nächstes gegen einen geringen Obolus die Duschen auf. Kvikkjokk besitzt auch eine Sauna, die ist allerdings sehr klein und wird selbst vom Hüttenpersonal nicht empfohlen. Die Duschen sind aber super – mit gutem Strahl und herrlich warmem Wasser.







    Danach gönnen wir uns ein Mittagessen (Burger, Cola und Bier) und gehen anschließend ein bisschen im “Ort” spazieren. Viel gibt es nicht, ein paar Häuser, eine Kirche, einen Bootsanleger und die Bushaltestelle. Wieder zieht ein Gewitter auf. Wir schnappen unsere Kindles und gehen zur Rezeption, wo wir es uns auf den Sofas gemütlich machen, das arme Zelt bleibt allein im Regen zurück.
    Am Abend gibts Rentiersteaks mit Rotweinsauce und Erdäpfel, davor Lachspastete (Markus: kurz abgebratenes Rentierfleisch) und als Desert Topfenkuchen mit Vanille-Zitrone-Eis und Karamell. Wir geniessen das Essen und sind erst um 21 Uhr wieder im Zelt.

    Am nächsten Tag nehmen wir den Bus um 9:30. Auch auf dieser Busstrecke machen wir wieder ausgedehnte Pausen in Arrenjarka und Jokkmokk. Das Feriendorf Arrenjarka kennen wir schon von unserer Wohnmobiltour, wir gehen hier ein bisschen spazieren. In Jokkmokk setzen wir uns in eine Konditorei. 45 Minuten haben wir Zeit – man sollte meinen, genug Zeit für Kaffee und Kuchen. Nun, den Kuchen bekommen wir gleich, für den Cappuccino müssen wir aber fast 30 Minuten warten. Wir eilen zur Busstation und sind 5 Minuten vor Abfahrt da. Nur: unser Bus ist weg!

    Panik!!! 😱😱😱

    Ist der Bus ohne uns abgefahren? Mit unseren Rucksäcken drin? Mit unseren Reisepässen drin? Oder hätten wir den Bus wechseln müssen und unsere Rucksäcke sind gerade auf der Fahrt nach Irgendwo im Nirgendwo? Die Bahnhofsuhr zeigt 10 Minuten später an als meine Armbanduhr – ist der Bus nach der Zeit auf der Bahnhofsuhr abgefahren? Ich stürme ins Gebäude des Busbahnhofs: Where is the Bus to Murjek? Nach dem ersten Schock sehe ich einige bekannte Gesichter in der Halle, alle ohne Gepäck und ein Stein fällt mir vom Herzen. Ein Busfahrer beruhigt mich: Der quer parkende Bus da draußen ist unser Bus, der hat sich nur umgeparkt und die Haltestelle freigemacht. 🤗

    Eine Stunde später kommen wir in Murjek an, wo wir eine Stunde auf den verspäteten Zug nach Kiruna warten. Im Zug lesen wir und plaudern ein bisschen mit der netten Zugbegleiterin. Sie erklärt uns, dass man im Norden ohne weiteres die Zugtickets auch im Zug kaufen kann – entgegen der Infos, die man online bekommt.





    In Kiruna nehmen wir den kostenlosen Bus ins Zentrum. Dort gönnen wir uns einen Double-Hamburger mit Pommes und Cola bei Empes (ein recht beliebter Burgerstand) und gehen danach zum Campingplatz. Nach dem Zeltaufbau heißt es nur mehr duschen und relaxen, Markus geht auch noch in die Campingplatzsauna.

    Am Morgen packen wir alles zusammen und frühstücken ausgiebig am Campingplatz. Wir setzen uns in die Sonne und genießen die Zeit bis zur Fahrt zum Flughafen. Wir gehen zurück ins Zentrum, der Flughafenbus fährt von der Polizeistation weg.

    Am kleinen Flughafen in Kiruna warten wir auf den Abflug nach Stockholm. Von Stockholm geht es weiter nach Frankfurt und von dort endlich nach Wien. Der Flug Stockholm-Frankfurt ist etwas verspätet und da wir von Haus aus nicht viel Zeit zwischen den beiden Flügen hatten, eilen wir mit vielen weiteren Passagieren zum anderen Gate. Wir schaffen es rechtzeitig, mein Rucksack aber leider nicht, wie wir in Wien feststellen müssen. Markus Rucksack ist einer der ersten Gepäckstücke, aber meiner kommt und kommt und kommt nicht. Meine Eltern, die uns vom Flughafen abholen, fragen sich schon, wo wir so lange bleiben – am Lost&Found Schalter sind wir nicht die einzigen, die ein Gepäckstück von diesem Flug vermissen…

    Nach einer kurzen Autofahrt, auf der wir den ersten kurzen Reisenbericht geben, kommen wir endlich daheim an. Und genießen die erste Nacht wieder im eigenen Bett, ach, wie haben wir es vermisst!

    Am nächsten Tag gegen 23 Uhr kommt dann auch mein Rucksack per Hauszustellung wohlbehalten bei uns an!
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    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

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    #43
    EPILOG – STF-HÜTTEN, MÜCKEN UND AUSRÜSTUNG
    INFORMATIONEN FÜR EURE TREKKINGTOUR IM HOHEN NORDEN
    BY MARKUS


    Und damit sind wir endgültig am Ende angelangt! Unsere erste Trekkingtour hat unsere (hohen) Erwartungen noch weit übertroffen und wir haben schon vor unserer Rückkehr in die Zivilisation geplant, was wir denn als nächste Tour machen könnten.

    Aktueller Planungsstand: Island UND Schweden 2017 – dann natürlich auch hier im Forum und auf unserem Blog, wir freuen uns, wenn ihr auch dann wieder dabei seid (www.lustwandler.at bzw. www.facebook.com/lustwandler.at).


    Als Abschluss gibt es nun noch eine Seite mit Informationen für eure eigene Trekkingtour im hohen Norden – wer nicht wie wir direkt mit einer mehrwöchigen Zelttour einsteigen will, dem empfehlen wir eine einwöchige Hüttentour zwischen Abisko und Nikkaluokta, um diese wunderbare Landschaft einmal zu erleben!


    Der Kungsleden – überlaufen oder nicht?
    In manchen Foren kann man den Eindruck gewinnen, dass der Kungsleden hoffnungslos überlaufen ist und sich dort kein Trekkinggenuss einstellen kann. Unsere Erfahrungen sind definitiv anders. Obwohl wir in der Hauptsaison dort waren, haben wir viel Ruhe und Stille gefunden.

    Im Abisko Nationalpark waren wir zu viert am Zeltplatz, auf dem Weg nach Alesjaure haben wir 7 Wanderer gesehen, nach Tjäktja 6, auf dem Weg nach Sälka um die 10 Menschen, im Singivaggi haben wir außer Marc zwei kleine Gruppen getroffen. Auf dem Kebnekaise (Westroute) dafür an die 100 Wanderer. Ein paar Leute dann bei der Singi-Hütte, am nächsten Tag nach Kaitumjaure waren wir ganz allein, auf der Hütte waren am ersten Tag keine 10 Leute, am Regentag dann mehr. Nach Teusejaure und weiter nach Vakkotavare begegneten wir dann wieder weniger als 10 Menschen pro Tag und das wurde für den Rest der Tour auf dem Kungsleden auch nie mehr. Westlich des Skierffe waren wir ganz allein und auf der Boarek-Hochebene auch bis nach Pårek.

    Eine Warnung, für alle, die die Ruhe schätzen: im August findet jedes Jahr der Fjällräven Classic statt, 2.000 Teilnehmer, die von Nikkaluokta nach Abisko gehen.


    STF-Hütten entlang des Kungsleden (Infos Stand 2016)
    Viele stellen sich wohl die Frage, ob sich eine STF-Mitgliedschaft lohnt oder nicht. Aus unserer Sicht ein klares JA, allein schon um den STF zu unterstützen, der uns in der Wildnis ein wenig Infrastruktur zur Verfügung stellt – und sei es nur für Notfälle. Aber auch finanziell kann es durchaus attraktiv sein, wenn man öfter Hütten oder Boote nutzt.

    Die STF Mitgliedschaft kostet 225 SEK pro Person. Die Übernachtung in STF Hütten kostet 410 SEK pro Person (510 SEK für Nichtmitglieder), dieser Preis gilt für Abiskojaure, Alesjaure, Tjäktja, Singi, Sälka und 360 SEK pro Person in Kaitumjaure und Aktse. Die Zeltgebühr fürs Zelten direkt bei der Hütte kostet 100 SEK pro Person (200 SEK für Nichtmitglieder). Als STF Mitglied darf man Hütten (Küche, Trockenraum, Aufenthaltsraum oder Sauna) für “wenige Stunden” kostenlos nutzen, für Nichtmitglieder beträgt die Tagesgebühr 50 SEK pro Person. Dort wo die Motorboote vom STF betrieben werden, gibt es 50 SEK Rabatt für Mitglieder (Saltoluokta, Ritsem, Teusajaure). Das Boot in Sitojaure und Aktse kostet 200 SEK pP (keine Rabatte).

    Wichtig: die STF Hütten haben Öffnungszeiten, die Sommersaison geht von Juni bis September, die genauen Tage ändern sich von Jahr zu Jahr und – aufpassen – sind nicht für alle Hütten gleich. Wenn die Hütten geschlossen sind, dann werden auch die Ruderboote entfernt und auch manche Brücken. Die aktuellen Öffnungszeiten findet ihr hier: https://www.svenskaturistforeningen.se/hitta/?boende

    Einige der Hütten verfügen über einen Shop, das Angebot ist unterschiedlich groß:
    Large: Abiskojaure, Alesjaure, Aktse, Gåsen, Kaitumjaure, Lunndörren Stensdalen, Sälka.
    Medium: Rogen, Serve, Syter, Såmmarlappa, Tärnasjö, Unna Allakas, Vakkotavare, Vistas, Viterskalet, Vålåstugan
    Small: Aigert, Anaris, Arådalen, Fältjägaren, Pieskehaure, Skedbro, Storrödtjärn, Tarrekaise.
    Strom gibt es nur in den Fjällstationen, also Abisko, Saltoluokta und Kvikkjokk.

    Die Nahrungsmittel sind nicht gerade günstig, verständlich, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Hütten im Sommer nur per Hubschrauber erreichbar ist und die Sachen im Winter mit Raupenfahrzeugen angeliefert werden. Ein paar Preisbeispiele: gefriergetrocknete Mahlzeit 90 SEK, Nudeln 40 SEK, Tomatensauce 30 SEK, luftgetrockneter Schinken 45 SEK, Olivenöl 25 SEK, Knäckebrot 25 SEK, Cabanossi 25 SEK, Cola 25-40 SEK, KEX und Snickers 15 SEK. Und immer dran denken: ein paar schwedische Kronen mehr ersparen euch ein paar Kilo Gewicht im Rucksack!

    Neben den Einkaufsmöglichkeiten ist natürlich das Vorhandensein einer Sauna ein gewichtiger Grund, ab und zu eine Hütte anzusteuern. Eine Sauna gibt es in Abiskojaure, Alesjaure, Sälka, Kaitumjaure (sehr gemütlich!), Teusejaure, natürlich in Saltoluokta (mit Panoramafenster und Ausblick auf den See) und Kvikkjokk (dort rät selbst das Hüttenpersonal von der Sauna ab, wir waren daraufhin auch nicht drin). In Aktse gibt es nur eine kalte Outdoor-Dusche, in Kvikkjokk eine warme Dusche, die man gegen eine geringe Gebühr auch nutzen darf, wenn man in der Nähe der Hütte auf dem Zeltplatz ist (dieser ist übrigens kostenlos). Wir benutzten unterwegs nur die Sauna in Kaitumjaure, dort war die Sauna getrennt in zuerst eine Stunde Damen, dann eine Stunde Herren und dann eine Stunde gemischt, mit für uns normalen Saunaregeln, also nackt und Handtuch als Unterlage. In Alesjaure war die Sauna leider gerade an diesem Tag außer Betrieb und in Saltoluokta gibt es getrennte Saunen.
    In Saltoluokta und Kvikkjokk kann man sich ein wenig Luxus gönnen, beide bieten ein hervorragendes 3-gängiges Abendessen an. In Saltoluokta Frühstück/Lunch für 95 SEK pP, 345 SEK pP (Starköl 65 SEK, Weinbegleitung 199 SEK). In Saltoluokta kann man neben seinem Zelt und normalen Mehrbettzimmern auch Doppelzimmer mit WC/Dusche am Gang buchen, für kostengünstige 700 SEK pP (Nichtmitglieder 800 SEK).


    Gelsen (Mücken)
    Ein Thema über das man wahre Schauergeschichten hört und über das wir uns im Vorfeld auch so einige Gedanken gemacht haben.

    Alles in allem sind wir gut zurechtgekommen. Die wichtigste Empfehlung ist, schon einmal eine gute Ausgangsbasis an relativ stichsicherem Gewand zu haben: Wanderschuhe, Goretex Hosen/Jacken und unsere Haglöfs Daunenjacken mit “Pertex Quantum” sind 100% stichdicht.

    Meine bewährte Lundhags Traverse hat sich ebenfalls als geeignet herausgestellt und ich habe mir kaum Stiche durch den Stretch eingefangen. Beim Gehen/Stehen absolut problemlos, beim Sitzen in sehr mückenreichen Gegenden (Aktse, Boarek) den einen oder anderen Stich am Knie und noch weniger an den beim Sitzen mit angezogenen Füßen gestreckten Beininnenseiten/Gesäß. Also nicht perfekt, aber auch nicht wirklich problematisch. Bei Elisabeth mit der Fjällräven Keb war es ähnlich.

    Unsere große Empfehlung ist Polartec Powerstretch, wir hatten beide Haglöfs Fleeces (Bungy III Hood), das hat sich inklusiv der Kapuze als stichdicht erwiesen. So geschützt, braucht man nur mehr Mygga Roll-on für Gesicht und Hände.

    Auf der Tour war es sehr unterschiedlich – viele Mücken hatten wir im Abisko Nationalpark, kaum welche beim zweiten Medidationsplatz, wo wir unser Zelt hatten, Alesjaure viele beim Waschen am Fluß, im Singivaggij absolute Ruhe, ebenso am Kebnekaise, moderat in Kaitumjaure. Unser Zeltplatz beim Skierffe war nicht mückenfrei aber es waren sehr wenige und wir sind den ganzen Tag im Freien gesessen. Auf der Boarek-Hochebene war es ganz okay, solange wir etwas höher waren, aber nach der Samensiedlung und der Seenquerung waren es viele und dann im Wald hinunter nach Kvikkjokk waren sie richtig nervig.
    Zusammenfassend kann man sagen: meidet den Wald, meidet die Sümpfe, je höher und windiger, desto besser ist es meist. Keine bahnbrechenden Neuigkeiten – aber keine Angst vor den Biestern, man kommt ganz gut durch, auch ohne Vollverschleierung. Kauft Mygga Roll-on, das können sie überhaupt nicht ausstehen. Kein einziger Stich dort, wo es aufgetragen war – sie fliegen zwar nahe hin, landen manchmal sogar, aber sie stechen nicht. Und noch zwei interessante Erfahrung: im Gegensatz zu unserem heimischen Gelsen entzünden sich die Stiche nicht oder kaum und jucken recht wenig. Außerdem kann man die Gelsen leicht erschlagen, sie sind zutraulich und viel zu langsam – bringt aber überhaupt nichts, es sind zu viele, man kann nicht gewinnen



    Ausrüstung


    Zelt – Hilleberg Allak
    Unser erstes Zelt! Wir haben lange überlegt, unzählige Berichte in den Foren gelesen, uns mit den Vor- und Nachteilen von Tunnelzelten und Kuppelzelten beschäftigt und mit Fragen des richtigen Verhältnisses von Gewicht zu Robustheit. Wir haben uns erst für ein Kuppelzelt entschieden und dann für ein Hilleberg – das hat zwar einmalig stattliche Anschaffungskosten, aber wenn man 10 Jahre Nutzung rechnet, relativiert sich das doch.

    Nach unserer ersten Tour sind wir mit der Entscheidung sehr glücklich. Der Aufbau funktioniert auch bei Wind und Regen einfach und schnell. Im wesentlichen legt man das Zelt auf, fixiert den Boden mit 6 Heringen, schiebt die 3 Zeltstangen ein (diagonal, die Schlaufen sind farblich gut sichtbar markiert und die Stangen alle gleich, d. h. vertauschungssicher). Dann muss man nur noch das Zelt in die Stangen einklipsen und schon kann einer mit dem Innenausbau beginnen und der andere spannt in Ruhe die Zeltleinen ab.

    Jeder hat eine kleine Apside mit ausreichend Platz für Rucksack und Schuhe und man kann – vorsichtig! – darin kochen. Gute Dachlüftung, bei schönem Wetter kann man beide Apsiden offen lassen und hat auf beiden Seiten große Mückennetze. Innen reicht der Platz gut für unsere Exped Matten und selbst mit meinen 1,86m ist es in der Länge ausreichend, um noch Fototasche und ein wenig Bekleidung beim Kopf oder bei den Füßen liegen zu haben.


    Rucksäcke – Fjällräven
    Unser Tipp: lasst euch Zeit, probiert viel aus. Ich habe insgesamt 7 Rucksäcke getestet, 3 in Geschäften in Wien und 4 dann in Ruhe daheim. Immer wieder voll beladen und damit wirklich stundenlang im Garten herumspaziert. Dabei waren Gregory Baltoro und Denali, Lowe Alpine, Deuter AirContact, Osprey Xenith und Fjällräven Absiko und Kajka. Kurz und bündig, ich hatte mit fast allen Probleme, einzig der Abisko war recht ok und der Kajka saß von Anfang an wie angegossen. Egal wie stark ich ihn beladen habe. Dabei hatte ich ihn wegen des höheren Eigengewichts eigentlich ausgeschlossen. Elisabeth war mit meinem Test-Abisko sehr zufrieden und hat sich dann direkt den kleineren Abisko in der Damenversion (65W) gekauft.

    On Tour haben sich beide Rucksäcke bewährt. Der Kajka (75l) ist ein Arbeitstier und lässt sich bereits leicht gefüllt gut tragen, bietet aber viel Platz wenn man ihn braucht. Hervorragend gelöst finde ich die beiden Seitentaschen, die von der dem Rücken zugewandten Seite zu öffnen sind. Der Rucksack schaut zwar aus wie ein Hamster mit gefüllten Backen, wenn man die vollstopft, aber es passt wirklich viel hinein. Im Hauptfach habe ich unten quer den Daunenschlafsack (in einem Drysack), das Hilleberg Zelt darauf, daneben die Exped-Matte und die Daunenjacke, das Zeltgestänge und die Heringe im Trinkblasenfach direkt mittig am Rücken und oben dann noch ein wenig Ersatzgewand und die Goretex Sachen, in den Hamsterbacken passend die Essensvorräte – so sieht man meinen Rucksack auch direkt an, wann wir wieder dringend nachkaufen müssen. Im getrennten Bodenfach sind Furtschuhe, Rucksackcover, Handtuch und ggf. nasses Zeug.


    Fototasche Front – modifizierte Kalahari Okavango W-11 Fototasche (Ortlieb)
    Große Empfehlung! Die Tasche ist wasserdicht (hinter Kalahari steckt Ortlieb) und hat einen riesigen Zippverschluss an der Oberseite. Die Tasche ist von der Bauform her schmal, recht leicht, hat aber trotzdem eine dünne Schaumstoffeinteilung drinnen (herausnehmbar). Von der Größe geht sich eine EOS 5d mit angesetztem Objektiv gut darin aus und daneben noch ein zweites Objektiv. Mit meinem 70-300/4-5,6L IS daneben und dem 16-35/4L IS aufgesetzt geht die Tasche gut zu, mit angesetztem Tele eher schwer bzw. nicht ganz – aber doch weit genug, um damit sicher zu gehen (wenn es nicht regnet).

    Der Fjällräven Kajka hat auf den Schultergurten zwei Schnallen, um das Deckelfach auch vorne tragen zu können. Fjällräven war so nett, mir die Gegenstücke als Ersatzteile zu geben, diese haben wir dann fix an der Fototasche angebracht und damit kann man sie nun vorne am Rucksack einhängen. Zusätzlich – sowohl als Sicherung als auch gegen das Wackeln beim Gehen laufen unten von der Tasche zwei Riemen zum Rucksack nach hinten, ebenfalls mit Schnallen. Sehr praktisch beim Absetzen, da kann ich eine Seite – also zwei Schnallen – ausklinken und den Rucksack samt Fototasche in einem absetzen (und gleichzeitig hängt die Fototasche immer noch sicher an zwei Schnallen, man weiß ja nie …). Zusätzlich gibt es noch einen selbstgebauten Trageriemen mit vier Schnallen, der ist für den Transport der Tasche ohne Rucksack, z. B. beim Flug.

    Zum Fotografieren war die Lösung einfach perfekt, kein großer Aufwand, kein Absetzen des Rucksacks, ich habe oft nicht einmal die Stöcke weggelegt, sondern einfach an den Schlaufen baumeln lassen. Zip auf, Kamera heraus und Foto. Außerdem kann man sicher halb in/über der Tasche das Objektiv wechseln ohne Fallgefahr. Bei Fotos in Bodennähe sollte man aber vorher darüber nachdenken, wie man mit 20+kg Zusatzgewicht wieder aufkommt


    Stöcke
    Wir sind beide mit Leki Sherpa XL gegangen, das war für mich – der bisher immer nur mit Barfußschuhen oder Trailrunnern und ohne Stecken unterwegs war – eine sehr interessante Erfahrung. Mit dem Gewicht am Rücken und den schweren Lowa Tibet hab ich es aber sehr geschätzt, man gewinnt doch an Power bergauf und spart einiges an Kraft in den Beinen, die man sonst zum “Ausbalancieren” bräuchte. Wir haben uns bewusst gegen leichtere Carbon-Stöcke entschieden. Unsere Sherpa haben wir im Blockfeld manchmal ziemlich strapaziert und verbogen, sie haben alles mitgemacht und sind noch immer ein einwandfreiem Zustand – ich bin nicht sicher, ob Carbon-Stöcke noch ganz wären.


    Schlafsack
    Unsere Wahl ist auf Daunenschlafsäcke gefallen, Western Mountaineering Badger MF (einmal large, einmal regular). Gewicht rund 1,1 kg, Komforttemperatur Frauen -5°, Männer -10°. An sich sind wir zufrieden, ich frage mich manchmal, ob die Normalversion wirklich so eng ist, wie man oft liest, denn deswegen haben wir die Badger genommen (leider ohne Möglichkeit, sie vorher anzusehen/auszuprobieren). In kalten Nächten wäre mir ein wenig enger lieber gewesen, allerdings war ich da auch recht ausgehungert und hatte deutlich zu wenig gegessen, vielleicht lag es auch daran. Unsere Kopfpölster sind Exped AirPillow.


    Matten

    Jetzt werdet ihr lachen: Nur Schaumstoff war uns auf unsere alten Tage zu wenig Komfort und dem luftgefüllten Zeug trauen wir auch nicht wirklich über den Weg. Schlußendlich haben wir auf eine Kombination gesetzt: jeder eine Therm-a-Rest Z-Lite SOL (410g) außen am Rucksack und eine Exped SIM LITE UL 3.8 (M: 580g; LW 790g) im Rucksack. Im Freien die Z-Lites, im Zelt die Z-Lites als Zeltboden und die Expeds drauf. Komfortabel? Ja! Leicht? Eher nicht :/


    Bekleidung
    Den Punkt werden wir kurz halten, da hat sicher jeder seine Präferenzen. Für uns bewährt hat sich komplettes Base-Layer in 100% Merino, d.h. 2x Socken, 1x Socken dick für die Nacht, 3 Unterhosen, 1 lange Unterhose, 2 Shirts Kurzarm, 2 Shirts Langarm (200 und 260er Stärke), Buff und Haube, bei uns war das alles von Icebreaker. Meine Trekkinghose ist eine Lundhags Traverse, Elisabeth hat eine Fjällräven Keb. Für Hütten und Nacht hatte ich noch eine sehr leichte lange Wolfskin Mosquito mit.
    Unser meistgeliebtes Bekleidungsstück waren unsere Haglöfs Bungy Fleeces (siehe oben, stichdicht!), die Daunenjacken waren gut, aber selten in Verwendung, meist hat das Fleece gereicht und wenn nicht, waren wir dann eigentlich direkt im Zelt/Schlafsack. Die Daunenjacke fällt also mehr unter Sicherheitsausrüstung für Notfälle und wird aus genau diesem Grund auch bei der nächsten Tour wieder mit dabei sein. Als third layer haben wir Goretex Jacken (Haglöfs Goretex ProShell bei mir, ich ziehe sie meiner leichteren Haglöfs Paclite wegen der Unterarmreißverschlüsse vor, ein Berghaus Paclite bei Elisabeth) und als Hose hatten wir beide Haglöfs L.I.M. III Pants (Goretex Paclite), die mit ihren beidseitigen Reißverschlüssen sehr praktisch sind.
    Wirklich vermisst habe ich nur ein stichsicheres T-Shirt. Sobald es für das Fleece zu warm war, haben mich die Biester am unbewachten Rücken oder an der Seite durch die Merino-Shirts gestochen.


    Kocher und Küche
    Primus Power Stove (Brenner, Windschutz, 1,8l Topf und Deckel = 780g). Einfache Bedienung, sehr geringer Gasverbrauch und überaus stabiler Stand. Alles gut ineinander verpackbar (außer dass die 230g Kartusche nicht dazu hineinpasst) und gut transportierbar, dafür aber relativ schwer. Zwei Leichtgewichte sind dafür unsere Messer von Deejo: lange Klinge, die einrastet und dabei nur 37g pro Stück. Fürs Müsli haben wir Tatonka Mugs (150g pro Stück), in die wiederum die Nalgene Flaschen hineinpassen. Sehr praktisch.


    THE END
    Geändert von bourne (03.07.2017 um 22:10 Uhr)
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    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

  4. AW: [SE] Kungsleden: Abisko - Kvikkjokk, Kebnekaise (Durlings led), Boarek-Hoche

    #44
    Super Bericht und klasse Fotos.

    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Wir sind schon am frühen Nachmittag in Aktse und freuen uns auf die Sauna – ja, lacht nur, wir waren fest der Meinung, Aktse hätte eine Sauna.
    Ich befürchte, ihr seid ein Jahr zu früh unterwegs gewesen. Ich meine, ich hätte gelesen, dass Aktse dieses Jahr eine Sauna bekommen hätte. Da hilft nur eins: Nochmal hin...

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Vintervik
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    #45
    OT:
    Zitat Zitat von LapplandJens Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, ihr seid ein Jahr zu früh unterwegs gewesen. Ich meine, ich hätte gelesen, dass Aktse dieses Jahr eine Sauna bekommen hätte.
    Jupp, sie ist vergangenen Winter gebaut worden.

  6. Erfahren

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    #46
    Haha, na toll

    Aber Du hast recht, da kommen wir bestimmt noch einmal hin! Heuer aber nicht mehr, wir sind jetzt mal in Island auf Tour und im Herbst dann wieder in Schweden, diesmal Vista - Nallo - Unna Allakas und Herbstfärbung
    www.lustwandler.at – Island 2017: Fimmvörðuháls – Laugavegur – Hellismannaleið
    Schweden 2016: Kungsleden Abisko – Kvikkjokk mit Kebnekaise (via Durlings led) und Pårek

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    #47
    Ich hab den ganzen Bericht, zu großen Teilen auch in Eurem Blog, jetzt ganz gelesen, wenn ich in der Bahn Zeit hatte oder nicht arbeiten wollte.

    Wo fange ich an? Erstmal Danke für die Mühe! Ich weiß bei einigen Sachen aus eigener Erfahrung, wieviel Arbeit das macht und kann es mir bei anderen vorstellen. Wirklich tolle Fotos, schöne unterhaltsame Texte und im Blog wie hier auch ein gelungenes Layout.

    Beim Lesen kamen viele Erinnerungen hoch, teils an die eigenen Anfänge (Onlinerecherche, Kaufrausch und Packlisten-Wiege-Wahn) und auch an Details, die heute noch so geblieben sind, wie damals. Auch vor 4 Wochen dachte ich mir noch, wie elendig lange morgens doch das Packen dauert und hab mich dann doch gefreut, wie es von mal zu mal doch wieder schneller ging. Naja, ganz gleich geblieben ist es nicht, ich ertrage es gelassener.

    Auch toll, dass Ihr so viele Infos recherchiert und eingeflochten habt und die Seite mit der Flora ist super, die kannte ich noch nicht. Und nicht zuletzt: Eure Strukturierte Vorgehensweise und Vorbereitung war sicher Teil des Erfolges. Kann auch schiefgehen, aber einige Geschichten hier zeigen ja, dass es blauäugig und risikoreich auch mal sehr wenig Spaß machen kann.

    Abschließend, was mir in Erinnerung geblieben ist zu euren (rhetorischen ? Fragen): Ich war im März mit meinem Kumpel im winterlichen Schottland unterwegs, ich hatte meinen WM Apachen, er hat den Badger - weil er sich sehr beengt fühlte, als er meine Tüte probegelegen hat. Ich hab so auch den Badger probeliegen dürfen und kann sagen, dass er schon merklich weiter ist. Die Isolierung schätze ich aber ähnlich ein, die Werte gehen ja auch eher akademisch auseinander.

    Ich hatte, in Erwartung deuticher Minusgrade in Schottland meinen Apachen übrigens mit einem Sea to Summit Reaktor-Inlet getuned. Sehr bequem, nicht einengend, das elastische Fasern. Bringt ca. 5 Grad, würde ich sagen ( Hersteller gibt 8 Grad an), wiegt nur 100g mehr als ein Seideninlet. Das nur als Tip, wenns nochmal kalt wird. Ausreichend Essen ist natürlich auch wichtig.

    Und natürlich wären die Carbonstöcke kaputt gegangen.

    (Zumindest bei mir...)
    Geändert von Antracis (16.08.2017 um 18:26 Uhr)

  8. Erfahren

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    #48
    Danke! Freut mich sehr, wenn Dir der Bericht gefallen und ein paar öde Bahnfahrten Unterhaltung geboten hat (kenn das, ich pendle täglich).

    Es stimmt, der Blog und vor allem die Fotos sind eine Menge Arbeit – aber mit dem Ergebnis haben wir selbst viel Freude. Ist schön, wenn die Fotos nicht nur irgendwo auf der Platte herumliegen, sondern ein paar Friends & Freaks was davon haben Außerdem ist das auch unser Reisetagebuch; wir haben von fast all unseren bisherigen Reisen Tagebücher in Papierform und natürlich die Fotos, aber halt nie aufgearbeitet. Mal schauen, ob wir das eine oder andere noch nachziehen, da waren schon coole Touren dabei....

    ad. Schlafsack: ich hatte heuer in Island keine Probleme mit dem Badger mehr; habe aber auch aufgepasst, ein bissl mehr zu essen – und damit heuer nur 4-5 statt letztes Jahr 10 Kilo abgenommen. Dein Tipp mit dem Reaktor-Inlet ist toll, ich brauch eh einen Hüttenschlafsack, das wird dann gleich dual-use.

    Bei den Carbonstöcken - wenn nicht letztes Jahr, dann hätte ich sie heuer in Island bei einem Sturz geschrottet ;)
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