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  1. Erfahren
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    [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000er

    #1
    Mitreisende: Bergzebra
    Hallo zusammen,

    es handelt sich hier nicht um einen Reisebericht im herkömmlichen Sinne, sondern um eine Bildersammlung vom Sonnenuntergang und Sonnenaufgang über alle 5 östlichen 8000er von Nepal. Fotografiert habe ich diese vom Mera Peak High Camp oder in unmittelbarer Nähe dazu auf 5802m ü.NN.

    Da ich mehr oder weniger freiwillig auf den Gipfelversuch verzichtet hatte, konnte ich den Sonnenaufgang bei geschätzten -10 bis -15°C ohne Zeitprobleme fotografieren und hatte auch beim Sonnenuntergang am Vorabend mehr als genügend Zeit. Üblicherweise befindet man sich um 5:30 Uhr meist noch in Richtung des 6461m hohen Gipfel des Mera Peak Center, am Vorabend ist man mit den Vorbereiten der Gipfeletappe beschäftigt. Die Wetter- und Wegbedingungen waren tadellos, auch meine Höhenanpassung absolut problemlos.

    Sonnenaufgang am 16.10.2016:

    Der linke Berg im Bild ist der Kyashar westlich vom Mera Peak HC, der Kanchenjunga rechts hinten im Bild liegt im Osten und ist 130km entfernt! Im Westen ist noch Nacht, im Osten schon taghell. Die wichtigsten Berge v.l.n.r (8000er fett): Kyashar, Thamserku, Kantega, Cho Oyu, Ama Dablam, Pumori, Nuptse, Everest, Lhotse, Shartse, Peak 41, Baruntse, Makalu, Chamlang, Kanchenjunga.

    Es handelt sich um ein Panoramabild aus 4 Einzelbildern



    oder das Bild in Originalgröße:

    Der Cho Oyu noch im Schlafanzug, rechts die Ama Dablam, ganz links der Kangtega:



    Alpenglühen über Kyashar und Thamserku, nur der Kangtega hält sich vornehm zurück:



    Der Mera Peak vom 5802m hoch gelegenen High Camp binnen 20 Minuten (identischer Fotostandpunkt zu den anderen Fotos nur in Richtung Süden fotografiert - von links oben im Uhrzeigersinn)




    Nun genug vom Sonnenaufgang, auch der Sonnenuntergang vom Vorabend am 15.10.2016 konnte sich sehen lassen:

    Alpenglühen zum Sonnenuntergang über Makalu und Chamlang:



    Alpenglühen zum Sonnenuntergang über Nuptse, Everest und Lhotse: Ich weiß nicht, warum mein Climbing-Guide beim Fotografieren so vor mir erzittert ist.



    Keine Lust auf Farben zum Sonnenuntergang am Cho Oyu, rechts das Alpenglühen zum Sonnenuntergang über Nuptse, Everest und Lhotse:



    Da kündigt sich zur "blauen" Stunde etwas an am Kanchenjunga (Vollmond):



    And the winner is:

    Schon Nacht und Vollmond über dem 130km entfernten Kanchenjunga:




    Einen ausführlichen Reisebericht und viele Bilder mehr gibt es in absehbarer Zeit auf meiner Homepage zu sehen.
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  2. Freak Moderator
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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #2
    Wow

    Die Bilder fangen den morgendlichen Frost super ein und sind knackscharf.
    Warum wolltest Du nicht zum Gipfel?
    Höhenprobleme oder Kälte scheinen ja nicht den Ausschlag gegeben zu haben.

    Ansonsten wäre ich an Details zu der An- und Abmarschroute interessiert -- seid ihr zum Makalu oder ins Imjatal weiter?
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  3. Erfahren
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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #3
    Dass ich nicht mehr zum Gipfel wollte, lag v.a. am Verhalten meines Climbing-Guides.

    Die Anmarschroute war von Phaplu (per Flugzeug), dann über einen namenlosen 3200m hohen Pass nach Basa (üblicherweise geht man ja über Ringmo und den Takshindo La), Querung des Dodh Khosi auf ca. 1200m, Kharikola, Pangkom La, Sibuje, Ningsow, Chetra Khola, Taktho und dann hinab ins Hinku Tal nach Khote. Von hier die "Standardroute" zum Mera Peak. Zurück auf gleicher Strecke nach Khote, weiter über Taktho nach Thuli Kharka und über den 4630m hohen Zatrwa La und Zatrwa Deurali nach Lukla. Von dort zurück mit dem Flieger nach Kathmandu. 20 Tage on tour und insgesamt 26 Tage Gesamtreisezeit.

    Die erste Woche ohne jegliche Bergsicht sehr regnerisch, rund um den Mera Peak eigentlich nur Traumwetter. Rund um den Zatrwa La Neuschnee.

    Blick kurz nach dem Zatrwa La in Richtung Zatrwa Deurali nach Süd bzw. Südost. Links die Wolken sind über Phaplu (den Anflug nach Phaplu finde ich wesentlich spektakulären als den Anflug nach Lukla), in der Mitte der fast 3200m hohe Takshindo La von der Strecke Jiri-Lukla, rechts im Tal liegt weiter hinten Richtung Lukla, dass 1800m tiefer liegt. Der Weg geht aber zunächst weiter nach rechts über den fast 4600m hohen Zatrwa Deurali und dann steil nach unten.



    Mental am meisten gefordert hat der "Höhenweg" im tiefsten Dschungel zwischen Ningsow und Chetra Khola. Wenn schon mein Trekkingguide (nicht der Climbingguide) sagt, dass er den Weg nie mehr gehen wird. Geplant war eigentlich über Cherem im Tal unten, da sah er aber Probleme mit der Wegbeschaffenheit nach den vielen Regenfällen.

    Der Weg war 11 Stunden im Dauerregen über meist sehr ausgesetzte und ungesicherte, meist schmale Höhenwege. War es einmal kein Höhenweg, dann war tiefster Morast oder mal wieder ein Wasserfall auf den unterschiedlichsten Brückenersatzkonstruktionen zu überwinden. Von 2800m rauf auf 3200, runter auf 2400, rauf auf 3000, beim nächsten Wasserfall wieder runten, dann wieder rauf, das ganze zigmal wiederholen, .... Die letzte halbe Stunde dann im Dschungel mit Taschenlampe bis nach Chetra Khola. Und auf den Höhenwegen immer auf jeden Schritt aufpassen. Links der Fels, der Pfad keinen halben Meter breit, rechts gehts irgendwie nur runter (der Imja Khola ist ja irgendwie 1500m weiter unten).

    Am Abend habe ich dann nach dem zwanzigstem Blutegel mit dem Zählen aufgehört.

    Da bekommt der Begriff "Everest-Autobahn" im Nachbartal eine ganz andere Bedeutung.

    Ein paar Bilder von der Wegstrecke (sind leider nur Standbilder von der GoPro):

    Es gibt leider keinen anderen Weg:



    Eine abenteuerliche Konstruktion. Schwieriger ist meist der Abstieg, da die Stufen oft kaum 10cm Trittiefe haben. Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich das auch noch mit mehr oder weniger steigeisenfesten Schuhe mache.



    Die gleiche "Treppe" beim Aufstieg, rechts die weite Aussicht. Der Ast liegt nur da, damit was da liegt. Nach 30m macht die Treppe einen kleinen Schwenk und statt zweispurig ist sie nur noch einspurig und kaum 30cm breit.

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  4. Erfahren

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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #4
    Besten Dank fuer die prima Bergbilder. Die Geschichte und die Bilder ueber den abenteuerlichen Zustieg sind allerdings nicht minder interessant.
    Viele Gruesse
    Horst

  5. Freak Moderator
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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #5
    OT: Hatte damals ein kleines Erdbeben im Vorfeld, was zum "Ausbruch" des Sabai Tso geführt hat (der See wird von einer Gletschermoräne gestaut).
    Nach der Flutwelle war das Hinku-Tal quasi unbegehbar (sah aus wie die A3, nur Felsen statt Lastwagen) und man musste irgendwelche Hangwege in den Wolken suchen.
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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #6
    Zitat Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    OT: Hatte damals ein kleines Erdbeben im Vorfeld, was zum "Ausbruch" des Sabai Tso geführt hat (der See wird von einer Gletschermoräne gestaut).
    Nach der Flutwelle war das Hinku-Tal quasi unbegehbar (sah aus wie die A3, nur Felsen statt Lastwagen) und man musste irgendwelche Hangwege in den Wolken suchen.
    Die Lastwagen auf der A3 sind immer noch, nur der Weg verläuft inzwischen ab Khote bis Tangnag zum großen Teil im Tal. Nur der Sabai Tso ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

    "Lastwagen auf der A3":



    Der Rest vom Sabai Tso:

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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #7
    Den gesamten Bericht zur Reise mit sehr viel mehr Bildern gibt es jetzt hier:

    http://www.hbernreuther.de/Mera_Peak/mera_peak.html

    Zur Einstimmung noch ein paar neue Bilder:

    Sonnenuntergang am Everest:



    Nicht vom Flugzeug, "nur" vom Hochlager aus 5800m aus der Blick zum 130km entfernten Kanchenjunga:



    Nepalesisches Dschungelcamp Chhetra Khola:



    Hoch über den Dudh Khosi Tal bei Basa:

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  8. AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #8
    Das Bild vom Kanchenjunga sieht aber wirklich ncht 130 km entfernt aus, beeindruckend!
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  9. AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #9
    Super Fotos und wirklich eine absolute Hammergegend

    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Das Bild vom Kanchenjunga sieht aber wirklich ncht 130 km entfernt aus, beeindruckend!
    Der Kanchenjunga ist der Berg zwischen den beiden Bergen im Vordergrund, der auf dem Foto nur winzig klein aus den Wolken ragend ausschaut. Das kommt schon hin mit der Entfernung von 130 km

  10. AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #10
    Ok, da hab ich wohl die falschen Berge angepeilt. Aber auch der mittlere sieht ziemlich nah aus. Ist wahrscheinlich nur ungewohnt. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern in HH mal 130 km Sicht gehabt zu haben, eher so 13 oder 1.3 . Aussichtpunkt war der Heinrich-Hertz-Turm (als er noch besuchbar war) und der Hummelsbüttler Müllberg, der ja immerhin ein echter 6000er ist (6160 cm)
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    AW: [NP] Mera Peak High Camp - Sonnenuntergang und -aufgang in der Welt der 8000

    #11
    Die Entfernung vom Gipfel des Mera Peak zum Kanchenjunga sind laut http://www.himalaya-info.org/mera_peak.htm 125,6km (hab mal optimistisch 130km angegeben). Die 130km hatte ich aus der grobkörnigen Landkarte gemessen. Der Kanch ist genau im Osten und der Gipfel vom Mera vom Standpunkt etwa 2km nördlich.

    Aufgrund der Erdkrümmung braucht es bei 130km gut 1300m Höhendifferenz (siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Erdkr%C3%BCmmung), um überhaupt etwas sehen zu können. Die Höhendifferenz vom Standpunkt zum Kanch sind 2800m.

    Das folgende Bild ist von der gleichen Stelle aufgenommen, nur eine einige Stunden später. Man sieht lange die Wolkenfront, die irgendwann abbricht und dann ist eine "Leere" bis zum Kanch. Genaugenommen bis zum Jannu (7710m ü.NN), der "nur" 115km entfernt ist. Der Kanch ist dann nochmals 10km weiter hinten. Der linke Berg im Vordergrund ist der P6279 (die Höhe ergibt sich schon aus dem Namen) in weniger als 14km Entfernung.

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