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  1. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Gibt es noch Bilder vom 1. Postillion = Colias croceus? um den ging es bei meiner Frage im Text.
    2.Colias hyale = Goldene Acht
    3.Colias palaeno = Hochmoorgelbling

    Colias myrmidone = Regensburger Gelbling, Myrmidonefalter ist vermutlich in Deutschland ausgestorben.

    das intressante an der ersten Art ist, dass sie in unserem Gebiet einwandert und noch sehr spät zu beobachten ist
    Geändert von Abt (29.10.2019 um 18:12 Uhr)

  2. Dauerbesucher
    Avatar von simurgh
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Gibt es noch Bilder vom Colias croceus?
    Jein! Am Samstag, dem letzten schönen Tag für Schmetterlinge in diesem Jahr, war ich nochmals unterwegs. Die "Gelblinge fliegen noch", bekam ich als Tip mit auf den Weg. An einem schönen Südhang entdeckte ich sie nach längerer Suche dann auch. Bis vor wenigen Jahren rollten auf diesem TÜP noch die Panzer und "sorgten" für Artenvielfalt.

    Rund 20 Exemplare konnte ich auf dieser Wiese zählen, davon eine Handvoll satt-oranger Männchen! Letztere taten mir leider nicht den Gefallen, sich mal irgendwo nieder zu lassen. Nur paar Weibchen "spielten mit"...







    Anhand dieser Fotos ist es aber nicht möglich, die 3 hier vorkommenden Gelblinge zu unterscheiden. Fotos und die Beschreibung der "satt-orangen" reichten aber als Nachweis aller 3 Arten - C.hyale, C.alfacariensis und C.croceus.

    Diese Wanderfalter sind allerdings in der Lage, weitere Strecken zu fliegen, um passende Habitate zu finden.

    2019 war hier wieder ein gutes und lehrreiches Schmetterlingsjahr. Uns gelangen hier Nachweise von bis zu 30 Tagfalter-Arten an einem Tag.
    Geändert von simurgh (29.10.2019 um 15:03 Uhr)
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  3. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von simurgh Beitrag anzeigen
    Jein! Am Samstag, dem letzten schönen Tag für Schmetterlinge in diesem Jahr, war ich nochmals unterwegs. Die "Gelblinge fliegen noch", bekam ich als Tip mit auf den Weg. An einem schönen Südhang entdeckte ich sie nach längerer Suche dann auch. Bis vor wenigen Jahren rollten auf diesem TÜP noch die Panzer und "sorgten" für Artenvielfalt.

    Rund 20 Exemplare konnte ich auf dieser Wiese zählen, davon eine Handvoll satt-oranger Männchen! Letztere taten mir leider nicht den Gefallen, sich mal irgendwo nieder zu lassen. Nur paar Weibchen "spielten mit"...







    Anhand dieser Fotos ist es aber nicht möglich, die 3 hier vorkommenden Gelblinge zu unterscheiden. Fotos und die Beschreibung der "satt-orangen" reichten aber als Nachweis aller 3 Arten - C.hyale, C.alfacariensis und C.croceus.

    Diese Wanderfalter sind allerdings in der Lage, weitere Strecken zu fliegen, um passende Habitate zu finden.

    2019 war hier wieder ein gutes und lehrreiches Schmetterlingsjahr. Uns gelangen hier Nachweise von bis zu 30 Tagfalter-Arten an einem Tag.
    Fundort Rum.Alba Julia dt.(Karlsburg/Weißenburg)
    Bei dem hier eingestellten Falter kann es sich um eine andere Art handeln

    Die TÜP hatten die Eigenschaft, Gelände offen zu halten und buschfrei zu schießen, was inzwischen leider wieder rückläufig ist.
    Diese Heufalter sind ausgesprochen fluchtbereit und sehr flink. Offene Flügelstellung scheinen die nur bein Fliegen zu haben. Obwohl es Tierquälerei ist, hab ich mal ein Tier gefangen und durch leichtschweren Druck bei geschlossenen Flügeln auf den Körper zur Aufgabe gebracht. Muss das Bild mal suchen, denn es scheint auch eine andere Art. (Gesichtet zur selben Jahreszeit auf den Heuwiesen vor Alba Julia.)
    Scheint ein außerordentlich intressantes Biotop zu sein, was du da kennst. Ich sehe mir mal die Art noch genauer an. Aber sicher scheitere ich auch.
    Danke Gruß Abt

    Den Segelfalter hab ich auch in Bulgarien fotografiert. In der Nähe der Mutterleibs-Höhle
    Geändert von Abt (02.11.2019 um 08:45 Uhr)

  4. Lebt im Forum
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    AW: Insekten werden immer weniger

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  5. Dauerbesucher
    Avatar von simurgh
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    AW: Insekten werden immer weniger

    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  6. AW: Insekten werden immer weniger

    Kurze Frage an die Experten:
    In allen Studien steht vor allem die Landwirtschaft (Art und Weise der Bewirtschaftung) im Fokus.
    Das mag für die verlinkten Gebiete gut passen, da weit weg von Städten. Aber warum wird denn nicht entsprechend Medienwirksam auch von den Kleinigkeiten der Otto-Normal-Verbraucher berichtet. Ich sehe allen Städten im Innenstadtbereich ebenso wie im Stadtrandbereich hellbeleuchtete Häuser (Fassadenbeleuchtung, Gartenbeleuchtung, Eingangsbereichbeleuchtung etc), die die gesamte Nacht durchleuchtet, auch wenn man normalerweise keine Besucher erwartet (z.B. 1.00 Uhr nachts). Gerade in den Randgebieten wird dies einen erheblichen Einfuss auch auf die umgebenden Landwirtschaftsgebiete haben, oder nicht?
    Gleiches gilt natürlich auch für Leuchtwerbung und die massive Straßenbeleuchtung (Bin bspw. neulich ohne Licht mitten in der Nacht mit dem Auto losgefahren, da die Straße so hell erleuchtet war, dass ich nicht gemerkt habe, dass ich kein Licht angeschaltet hatte)
    Warum wird über diese Probleme nicht berichtet? Warum wird nicht eine maximal zulässige Beleuchtung des privaten und des öffentlichen Raumes angestrebt? Warum muss eine Straße im Wohngebiet so hell erleuchtet sein, dass ich nachts in meinem Arbeitszimmer lesen kann?
    Welche Auswirkung hat dies auf die Insektenanzahl?
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  7. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Kurze Frage an die Experten:
    In allen Studien steht vor allem die Landwirtschaft (Art und Weise der Bewirtschaftung) im Fokus.
    Das mag für die verlinkten Gebiete gut passen, da weit weg von Städten. Aber warum wird denn nicht entsprechend Medienwirksam auch von den Kleinigkeiten der Otto-Normal-Verbraucher berichtet. Ich sehe allen Städten im Innenstadtbereich ebenso wie im Stadtrandbereich hellbeleuchtete Häuser (Fassadenbeleuchtung, Gartenbeleuchtung, Eingangsbereichbeleuchtung etc), die die gesamte Nacht durchleuchtet, auch wenn man normalerweise keine Besucher erwartet (z.B. 1.00 Uhr nachts). Gerade in den Randgebieten wird dies einen erheblichen Einfuss auch auf die umgebenden Landwirtschaftsgebiete haben, oder nicht?
    Gleiches gilt natürlich auch für Leuchtwerbung und die massive Straßenbeleuchtung (Bin bspw. neulich ohne Licht mitten in der Nacht mit dem Auto losgefahren, da die Straße so hell erleuchtet war, dass ich nicht gemerkt habe, dass ich kein Licht angeschaltet hatte)
    Warum wird über diese Probleme nicht berichtet? Warum wird nicht eine maximal zulässige Beleuchtung des privaten und des öffentlichen Raumes angestrebt? Warum muss eine Straße im Wohngebiet so hell erleuchtet sein, dass ich nachts in meinem Arbeitszimmer lesen kann?
    Welche Auswirkung hat dies auf die Insektenanzahl?
    Warum die Beleuchtung nicht reduziert wird, kann aus Entomologensicht nicht erklärt werden.

    -Soweit bekannt ist,
    1. übt Licht je nach seiner spaktralen Zusammensetzung eine unterschiedliche Anziehungskraft auf Insekten aus. Weißes, blaues und Licht mit hohem Uv-Bestandteilen haben eine stärkere Anziehungskraft gegenüber Rot, Orange und gelbem Lichtquellen.
    2.Zu unterschiedlichen Jahreszeiten wurde ein verändert anziehendes Verhalten von Insekten bei Einwirkung von Licht festgestellt.
    3.Neu errichtete Lichtquellen üben nach einiger Zeit der Instaalation nur noch abgeschwächte Anziehungskraft (Reizwirkung) auf Nachtaktive Insekten aus, der Anflug lässt nach.
    Gelegentlich erlebten Sammelkollegen auch Massenanflüge einer einzigen Art, sogenannter Wanderfalter, die als Flugschwarm unterwegs waren. zum Beispiel Gammaeule https://de.wikipedia.org/wiki/Gammaeule

    Quelle Band 3 Manfred Koch Wir bestimmen Schmetterlinge, Fang an eigenen und fremden Lichtquellen und zum Teil zurückliegende eigene Erlebnisse.

    Tagfalter kommen ohnehin nicht ans künstliche Licht, die anderen flugfähigen Gruppen der Nachtinsekten werden anteilmäßig nicht so zahlreich angelockt. Gelegentlich erschienen bei mir früher auch mal Hornissen, Wespen, Heuschrecken und Käfer. Oftmals auch Fledermäuse, die auf Nahrungssuche waren. Insofern geht davon aber nur eine untergeordnete Bedeutung für den Artenbestand aus. Die meisten Arten kommen zwar mal ans Licht, sind jedoch wegen Partner- und Nahrungssuche unterwegs und bevorzugen ihre Biotope, auch Fluggebiete genannt.

    Modernere Forschungen (?) kommen zu anderen Aussagen, wobei man nicht jeden abgeschriebenen Kommentar eines Journalisten als eigene Forschungsarbeit werten sollte. Da Lichtsmog ein Konkurrent für den eigenen Lichtfang bedeutet, ist der sammelnde Entomologe bestrebt, seine eigene akkutriebene Lichtquelle außerhalb, möglichst auf einer Anhöhe zu installieren um ein repräsentatives Sammelergebnis zu erhalten. Jeder Entomologe wäre bei den Touren, von denen hier berichtet wird, begeistert dabei! Nicht beim Schleppen, aber-
    Um Lichtfang zu betreiben.
    Geändert von Abt (04.11.2019 um 05:44 Uhr)

  8. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Insekten werden immer weniger

    es gibt eine neue Studie mit guter Datenbasis, die auch den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Insektenschwund belegt.

    https://www.innovations-report.de/ht...zu-finden.html

    Aber auch Wald- und Schutzgebiete sind betroffen.

  9. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Warum die Beleuchtung nicht reduziert wird, kann aus Entomologensicht nicht erklärt werden.

    -Soweit bekannt ist,
    1. übt Licht je nach seiner spaktralen Zusammensetzung eine unterschiedliche Anziehungskraft auf Insekten aus. Weißes, blaues und Licht mit hohem Uv-Bestandteilen haben eine stärkere Anziehungskraft gegenüber Rot, Orange und gelbem Lichtquellen.
    2.Zu unterschiedlichen Jahreszeiten wurde ein verändert anziehendes Verhalten von Insekten bei Einwirkung von Licht festgestellt.
    3.Neu errichtete Lichtquellen üben nach einiger Zeit der Instaalation nur noch abgeschwächte Anziehungskraft (Reizwirkung) auf Nachtaktive Insekten aus, der Anflug lässt nach.
    Gelegentlich erlebten Sammelkollegen auch Massenanflüge einer einzigen Art, sogenannter Wanderfalter, die als Flugschwarm unterwegs waren. zum Beispiel Gammaeule https://de.wikipedia.org/wiki/Gammaeule

    Quelle Band 3 Manfred Koch Wir bestimmen Schmetterlinge, Fang an eigenen und fremden Lichtquellen und zum Teil zurückliegende eigene Erlebnisse.

    Tagfalter kommen ohnehin nicht ans künstliche Licht, die anderen flugfähigen Gruppen der Nachtinsekten werden anteilmäßig nicht so zahlreich angelockt. Gelegentlich erschienen bei mir früher auch mal Hornissen, Wespen, Heuschrecken und Käfer. Oftmals auch Fledermäuse, die auf Nahrungssuche waren. Insofern geht davon aber nur eine untergeordnete Bedeutung für den Artenbestand aus. Die meisten Arten kommen zwar mal ans Licht, sind jedoch wegen Partner- und Nahrungssuche unterwegs und bevorzugen ihre Biotope, auch Fluggebiete genannt.

    Modernere Forschungen (?) kommen zu anderen Aussagen, wobei man nicht jeden abgeschriebenen Kommentar eines Journalisten als eigene Forschungsarbeit werten sollte. Da Lichtsmog ein Konkurrent für den eigenen Lichtfang bedeutet, ist der sammelnde Entomologe bestrebt, seine eigene akkutriebene Lichtquelle außerhalb, möglichst auf einer Anhöhe zu installieren um ein repräsentatives Sammelergebnis zu erhalten. Jeder Entomologe wäre bei den Touren, von denen hier berichtet wird, begeistert dabei! Nicht beim Schleppen, aber-
    Um Lichtfang zu betreiben.
    Abt hat das Wesentliche ja schon gesagt. Es betrifft v.a. Nachtfalter und wenige andere nachtaktive und lichtempfindliche Arten, wobei die sich nie wohl gefühlt haben in unseren Städten, nachts hell sind die Städte schon seit langem. Wobei es schwierig ist, den Leuten vorzuschreiben, dass sie abends Licht abschalten müssen. Heutzutage ist das durch die Energiesparlampen einfach auch nicht mehr so teuer, dass es die Leute überhaupt stören würde. Energiesparen könnte man sicherlich einiges, z.B. mit Sensoren an Straßen, die Licht nur einschalten, wenn ein Auto kommt.

    Nachtfalter nehmen auch und v.a. außerhalb der Städte ab. Der Einfluss von Licht scheint also nicht der entscheidende Punkt zu sein beim allgemeinen Insektensterben. Ich denke aber, dass Städte noch viel weniger als die Landschaft außerhalb in ausreichendem Maß und miteinander vernetzt die Strukturen aufweisen, die anspruchsvolle Insektenarten brauchen, also z.B. extensiv gemähte, blütenreiche Wiesen (mit heimischen Wiesenarten), Magerrasen, Totholz, Säume, Feuchtbiotope etc.. Von daher haben Städte keine so große Bedeutung für Insekten, wie man es sich wünschen möchte, auch wenn in manchen Städten zunehmend Grünflächen seltener gemäht werden und der Blütenreichtum etwas ansteigt, dauert aber lange, bis eine gute artenreiche Wiese daraus wird.

    Gärten bringen für ein paar Arten was, denen schon kleine Strukturen ausreichen (Stichwort Bienenhotel), meistens sind sie aber viel zu gepflegt und haben außer Nektar (aber auch da sind die meisten Arten spezialisiert auf bestimmte einheimische Pflanzen) wenig zu bieten, keine Strukturen für die Fortpflanzung, Larven etc.

  10. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    3.Neu errichtete Lichtquellen üben nach einiger Zeit der Instaalation nur noch abgeschwächte Anziehungskraft (Reizwirkung) auf Nachtaktive Insekten aus, der Anflug lässt nach.
    Ist das tatsächlich so? Und woran liegt das?

    Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten:

    Die Individuen einer Art lernen, dass der Anflug auf die künstliche Lichtquelle "sinnlos" ist und unterlassen es nach einiger Zeit, und nach dem Schlupf der nächsten Generation geht das ganze von vorn los.

    Oder nicht alle Individuen einer Art reagieren auf Licht, aber die, die es tun, flattern sich tot, und dann ist Ruhe (an der Lichtquelle).
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

  11. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Normalerweise werden, hier handelte es sich um damals neu installierte HQL-Straßenlampen, diese über Tag ausgeschalten.
    Dann ginge Abends das gleiche wieder los. Irgendwann müssten sie ja auch Nahrung aufnehmen! Oder eben aufgefressen werden, denn Singvögel sind früh unterwegs. Vielleicht interpretiere ich und der rennomierte Sammelkollege einzig diese Beobachtung ohne diesen anderen Aspekt.
    Ich hab als Jugendlicher hier Masten früh abgesucht und bin auch zu diesem Resümee gekommen. Ab dem Dritten Jahr war es sinnlos wegen ausbleibenden Sammelergebnis. Wenn man von einigen Arten ausgeht, die vorzugsweise ans Licht kamen, könnten auch andere Schlussfolgerungen gezogen werden.

    Ordensbänder haben zudem die Eigenheit, dann wie Tagfalter weit wegzufliegen, irgendwo in Bäumen Schutz suchend. Und wenn diese hübschen Tiere einmal aufgeschreckt waren, ist nichts mehr zu hohlen.
    Ein sehr schönes Erlebnis für mich als schon_nicht_ mehr Sammler, als acht Blaue Ordensbänder https://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Ordensband in einem sehr isolierten kleinem Talkessel in den Vilchan-Gebiet um eine HQL-(Quecksilberdampflampe) Lampe flogen und sich dann im Lichtschatten ab und zu ausruhten.

    Sich tot flatternden Nachtschmetterlinge sind nicht die Regel, normalerweise haben diese dann schon einen Sengschaden weg von der Lampenhitze zB.defektes Sinnesorgan, oder die Lichtquellen sind so angebracht, dass sie zB. aus einer Unterführung nicht herausfinden.
    Durch LED-Lichtquellen reduziert sich erst einmal der Energieverbrauch und die Hitzentwicklung.
    Hier in der Nähe gibt es auch so eine typische Insektenfalle, die ich im Vorbeigehen automatisch nach irgendwelchen Insekten absuche,-seit Jahren vergeblich.
    Sind die ausgestorben? Eigentlich ist das Umfeld günstig, Beginn des Plaunschen Grundes, - ein Felstal vor den Toren von Dresden mit wenig Bebauung. Einzig das Überangebot an Licht in der nahen City kommt m.M.nach in Frage.Und eine frequentierte Straße.

    Das Verhalten von Insekten gibt Rätsel auf, die nicht alle leicht zu erklären sind.
    Falter erscheinen zeitgleich in Massen in einem kleinen Fluggebiet und werden dann jahrelang dort nicht mehr gefunden. Wie geben sie ihre Information an die Artgenossen weiter, wenn die Raupenentwicklung uber Jahre braucht?

    Lichtsmog ist m.Mg. nach nur ein kleiner Baustein des Schwundes von Insekten.
    Für mich stellen neben dem Einsatz von XYZ-Chemikalien in der Landwirtschaft die Straßen die eigentlichen Verluststellen von Insekten dar. Daher müsste der Neubau von Verkehrswegen genauer abgewogen werden.
    Geändert von Abt (05.11.2019 um 03:09 Uhr)

  12. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Für mich stellen neben dem Einsatz von XYZ-Chemikalien in der Landwirtschaft die Straßen die eigentlichen Verluststellen von Insekten dar. Daher müsste der Neubau von Verkehrswegen genauer abgewogen werden.
    An den Straßen selbst liegt es nicht. Es liegt an den gefahrenen Geschwindigkeiten. Ich habe zB äußerst selten Insekten an der Windschutzscheibe kleben, weil ich idR langsam fahre.

    Bei mehr als ~80km/h geht es aber los, dann klatscht es regelmäßig.

  13. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Ja, die Straße ist passiv.
    Mit zunehmender Geschwindigkeit legt man mehr Strecke zurück. Und die Schäden werden größer.

    Hier noch einen Nachtrag, warum bei den meisten Nachtfalterarten mehr Männchen als Weibchen ans Licht kommen. https://www.planet-schule.de/wissens.../insekten.html Das nächste Thema

  14. Erfahren
    Avatar von jonnydarocca
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Lichtsmog ist m.Mg. nach nur ein kleiner Baustein des Schwundes von Insekten.
    Für mich stellen neben dem Einsatz von XYZ-Chemikalien in der Landwirtschaft die Straßen die eigentlichen Verluststellen von Insekten dar. Daher müsste der Neubau von Verkehrswegen genauer abgewogen werden.
    Ich wohne im größten Zusammenhängenden Kirschen Anbaugebiet Europas.
    Hier wird extrem viel Chemie eingesetzt um Kirschen ohne Proteininhalt zu produzieren.
    Seit jahren baue ich auf meinem Balkon Tomaten an und da mein Balkon auf beiden Seiten zwei Nieschen aus Glas hat, habe ich auch einen guten Überblick über die Insekten, die sich um die Blüten der Tomaten kümmern.

    Dieses Jahr haben wir von 4 Pflanzen ca. 500g Tomaten geerntet.
    Soll heißen, dieses Jahr waren geschätzt 90% weniger Insekten Uf unserem Balkon als sonst.
    Die Blüten der Tomaten wurden größten Teils nicht bestäubt.

    Ich sehe Chemikalien als die Hauptursache hierfür, die richt mal hier auch im Wohngebiet wenn die
    Plantagen gespritzt werden.
    Langeweile ist ein kostbares Gut. Sie gehört gepflegt zum Wohle der Gesellschaft, weil eine gepflegte Langeweile eine Gelassenheit generieren kann, die uns allen zu Gute kommt.

  15. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von jonnydarocca Beitrag anzeigen
    Ich wohne im größten Zusammenhängenden Kirschen Anbaugebiet Europas.
    Hier wird extrem viel Chemie eingesetzt um Kirschen ohne Proteininhalt zu produzieren.
    Seit jahren baue ich auf meinem Balkon Tomaten an und da mein Balkon auf beiden Seiten zwei Nieschen aus Glas hat, habe ich auch einen guten Überblick über die Insekten, die sich um die Blüten der Tomaten kümmern.

    Dieses Jahr haben wir von 4 Pflanzen ca. 500g Tomaten geerntet.
    Soll heißen, dieses Jahr waren geschätzt 90% weniger Insekten Uf unserem Balkon als sonst.
    Die Blüten der Tomaten wurden größten Teils nicht bestäubt.

    Ich sehe Chemikalien als die Hauptursache hierfür, die richt mal hier auch im Wohngebiet wenn die
    Plantagen gespritzt werden.
    Eine geringe Tomatenernte hat eher selten was mit der Anzahl der Bestäuber zu tun, zumal Tomaten sich auch selbst befruchten können. Witterung, Schädlinge, Nährstoffgehalt im Boden etc. haben da einen größeren Einfluss. Dieses Jahr war es im Sommer mal wieder sehr heiß und trocken, meine Tomaten hatten Sonnenbrand, wenig Blüten bzw. die Blüten gingen ein und die Tomaten blieben klein, obwohl in der Umgebung niemand Herbizide oder Insektizide sprüht und es kein schlechtes Insektenjahr war.

  16. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Ich hab auch keine Empfehlung, bin ein gärtnerischer Laie.
    Ich hätte sicher mit einem kleinen Pinsel versucht, der Biologie etwas nachzuhelfen. Aber ob das die Ursache ist?
    Auf alle Fälle könnte da die Bienenexpertin wohl eher raten.
    Habe eben den Artikel https://www.tomaten-welt.de/wissensw...h-die-tomaten/ gefunden, kann sein es fehlt etwas der Durchzug,->Wind?- Du schreibst Glasseiten?
    Geändert von Abt (06.11.2019 um 15:58 Uhr)

  17. Erfahren
    Avatar von jonnydarocca
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Eine geringe Tomatenernte hat eher selten was mit der Anzahl der Bestäuber zu tun, zumal Tomaten sich auch selbst befruchten können. Witterung, Schädlinge, Nährstoffgehalt im Boden etc. haben da einen größeren Einfluss. Dieses Jahr war es im Sommer mal wieder sehr heiß und trocken, meine Tomaten hatten Sonnenbrand, wenig Blüten bzw. die Blüten gingen ein und die Tomaten blieben klein, obwohl in der Umgebung niemand Herbizide oder Insektizide sprüht und es kein schlechtes Insektenjahr war.
    Ja, alles richtig.
    Da es auf unserem Balkon, durch die seitlichen Nischen, kaum Wind gibt, fällt selbst-
    bestäuben aus. Die geringer werdenden Anzahl an Insekten zeigt sich hier über die Jahre
    sehr stark, grade durch die extrem gesunkene Zahl an Insekten die sich
    hinter den Fenstern sammeln - bzw. gesammelt haben, denn dieses Jahr war so gut wie nichts los.
    Das gleiche Phänomen zeigt sich z.B. in der Obstanbauregionen Sichuan in China, wo alles von Hand
    bestäubt werden muss, da die Insekten dort so gut wie ausgestorben sind.
    Langeweile ist ein kostbares Gut. Sie gehört gepflegt zum Wohle der Gesellschaft, weil eine gepflegte Langeweile eine Gelassenheit generieren kann, die uns allen zu Gute kommt.

  18. Erfahren
    Avatar von jonnydarocca
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Ich hab auch keine Empfehlung, bin ein gärtnerischer Laie.
    Ich hätte sicher mit einem kleinen Pinsel versucht, der Biologie etwas nachzuhelfen. Aber ob das die Ursache ist?
    Auf alle Fälle könnte da die Bienenexpertin wohl eher raten.
    Habe eben den Artikel https://www.tomaten-welt.de/wissensw...h-die-tomaten/ gefunden, kann sein es fehlt etwas der Durchzug,->Wind?- Du schreibst Glasseiten?
    Pinsel wäre natürlich gegangen, allerdings haben wir das erst gecheckt, als dann
    weder Blüten noch Tomaten an den Pflanzen hingen.
    Langeweile ist ein kostbares Gut. Sie gehört gepflegt zum Wohle der Gesellschaft, weil eine gepflegte Langeweile eine Gelassenheit generieren kann, die uns allen zu Gute kommt.

  19. Alter Hase
    Avatar von anja13
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Ich bin gerade über einen Artikel gestolpert, der hier auch ganz gut passen könnte:

    https://www.heise.de/tp/features/Irr...n-4586068.html
    (Die Autorin beschreibt die aktuelle Situation der Insekten zwischen Natur und Landwirtschaft und postuliert, dass der Ausbau der (Stadt-)Imkerei der falsche Weg ist um (Wild-)Insekten zu schützen)

    Ich kenne mich zu wenig aus, um beurteilen zu können, ob der Artikel fundiert ist. Aber er macht zumindest einen gut recherchierten und plausiblen Eindruck.

    Was haltet Ihr davon?

  20. Erfahren

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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zumindest haben diverse Imker frühzeitig den Rückgang an Nektarpflanzen im ländlichen Raum wahrgenommen und haben sich in der nächsten Stadt nach Aufstellmöglichkeiten für Ihre Bienvölker umgesehen. Inwieweit es damit zu Verdrängungseffekten in den Städten in Bezug auf andere Insekten kommt, steht auf einem anderen Blatt und ist wohl noch nicht untersucht.
    Das generelle Problem des Insektenrückgangs wird bereits angesichts der Flächenrelationen auch nur mit den landwirtschaftlichen Flächen zu lösen sein. Dort kommt ein großer Anteil der ursprünglichen Vielfalt ja auch her...
    Kuckuck

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