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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Demnächst muss ich mal noch den Haufen Schnittgut vom Baumschnitt verbrennen.
    Warum nicht einfach liegen lassen, oder verbauen? Wenn Du keinen Zaun willst, einfach Volumen überschlagen, irgendwo wo es nicht stört, vier Pfosten in passendem Abstand füs Volumen einschlagen, und dann sauber im Karree schichten. Dann kannst Du schön drumrum mähen, und anders als bei einem wilden Haufen wuchtert es auch nicht unrettbar zu (mit Brombeeren bspw.). 2 x 1,5 x 1,5 m = 4,5 Kubikmeter Totholz:



    Und den Grasschnitt einfach obendrauf.

    Ich finde mittlerweile, das Verbauen von Baumschnitt geht so flott, dass ich jetzt auch hier zuhause einiges verbaut habe, obwohl wir einen leistungsfähigen Schredder haben.

    Am Wochenende habe ich begonnen, ca 60 qm "Industriebrache" zu "renaturieren". Unsere böse, böse "Schmuddelecke" an der Grundstücksgrenze neben der Werkstatt, hinter dem Bauschuttcontainer. Einen Totholzwall an der Werkstattwand lang geschichtet, einen zweiten, niedrigen an der Grundstücksgrenze, dafür habe ich Baumschnitt vom Winter verwendet (Buchen, Hasel, Zwetschgen und Holunder längs der Straßenböschung haben wir runtergeschnitten), außerdem Restholz vom Holzplatz, da lagen noch ein paar vier Meter lange, mittlerweile stark verrottete, dicke Fichtenstämme (15 cm Stammdurchmesser), die ich vor Jahren aus irgendwelchen Gründen nicht kleingemacht hatte, und einige dicke Stumpen, die sich der Axt und dem Spaltkeil widersetzt hatten. Dieser Teil vom Hof ist geschottert, auf dem Schotter hat sich da, wo das Holz gemacht wird, im Laufe von ca 10 Jahren eine teilweise bereits sehr dichte Grasmatte mit mehreren cm Humus gebildet. Im lückigen Bereich habe ich das Gras und die großen Holzstücke rausgenommen, den schotterdurchsetzten Mulm durchgeharkt und Bienenweide eingesäht. Dann ein bißchen durchgeholzt, ein paar kleine hochkommende Bäume/Sträucher weggeschnitten, zwei kleine Weiden auf 1,20 m Höhe gestutzt. Weiter zur Straße steht noch eine größere Weide, die werden wir im nächsten Winter beschneiden. Und ein kleiner Spitzahorn hat sich ca 5 m hoch mit der Krone bis über das Werkstattdach hochgearbeitet, der darf stehen bleiben.

    Sieht schon fast wie ein netter Sitzplatz aus, wenn man den Schuttcontainer ausblendet und den Straßenlärm überhört. Aber den Vögeln und Insekten ist das ja egal.

    Gerade musste ich noch eine Spätschicht einlegen und die heute gelieferten Rosen fürs Pflanzen zurechtschneiden und eintopfen. Wurzelnackte Pflanzen können nicht lang warten. Holla, waren das Riesenteile. Zwei Drittel der Triebe habe ich weggeschnitten. Vor den heimischen Totholzzaun in der Schmuddelecke kommen Bibernellrosen. Die sollen angeblich auch mit schlechten Böden zurechtkommen.

    Für den hessischen Totholzzaun sind je fünf Feldrosen, Hundsrosen und Zaunrosen gedacht, die habe ich erstmal in Töpfe gesetzt, denn wir kommen da erst im Mai wieder hin, und dann ist es wohl zu spät, um wurzelnackte Rosen zu pflanzen (zumal wir dort nicht regelmäßig gießen können). Das wird dann auf den Herbst verschoben, dann haben sie (hoffentlich) einen schönen Wurzelballen.

    Ditschi: So schön wie deine sind sie natürlich noch nicht, aber Bilder, gern:







    Wir waren zuletzt Ostern da, da war noch nichts zu sehen. Aber der Flurfunk hat jetzt mitgeteilt: Sie treiben alle aus. 60 Stk.

    Ob sie wirklich dauerhaft angehen, weiß man aber erst später. Kann auch sein, wenn sich nicht genug Wurzeln bilden (trockener Sommer), dass die Triebe dann später noch absterben.

    Bilder von der heimischen "Weidenplantage" im Hochbeet liefere ich noch nach.
    Geändert von Sarekmaniac (16.04.2018 um 21:37 Uhr)
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  2. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    J
    Weiden sind eine wichtiger früher Nektar- und Pollenspender, von Weiden ernähren und in Weiden entwickeln sich sehr viele Insekten(raupen, Larven). Weiden wachsen schnell, bilden schnell Biomasse und altern auch schnell (=Totholzbildung).

    Das zeichnet die Weide gegenüber der Eiche aus. Es ist also auch durchaus eigennützig, Weiden zu pflanzen.

    Im Januar haben wir ja schon reichlich Weiden am Totholzzaun gesteckt. Silberweiden (oder Korbweiden?) als lange Stecken, welche genau wusste der Kopfweidenbesitzer selber nicht. Ich tippe, nach meinem bisherigen angelesenen Wissen, auf Korbweiden. Wenn sie angehen, kann ich sie irgendwann nach der Blüte und Blattform bestimmen.

    Ostern waren wir übrigens wieder in Hessen, ich bin mir sehr sicher, auf dem Grundstück einen großen Fuchs gesehen zu haben, er suckelte an dem Baumsaft rum, der aus den frischen Birkenstümpfen austrat.
    Kopfweiden sind tatsächlich top für höhlenbewohnde Arten, darunter auch seltene Käfer wie Eremit, Moschus- und Weberbock. Kopfweiden bilden relativ schnell, also schon nach ein paar Jahrzehnten große Mulmhöhlen aus. Je größer so eine ist, desto besser. Buchen oder Eichen brauchen viel länger bis manche Exemplare Mulmhöhlen ausbilden. Bis dahin sind sie groß und werden leider meist gefällt, bevor sie Mulmhöhlen haben. Heimische Eichen haben insgesamt gesehen aber fast noch eine größere Bedeutung als Weiden, es gibt jede Menge speziell auf Alteichen spezialisierte Insekten. Liegt vielleicht daran, dass Eichen mehrere Hundert Jahre alt werden können und auch im Stadium mit Totholzanteilen noch sehr lange leben und so als Habitat für Generationen von Insektenleben geeignet sind.

    Hast du inzwischen die Weide bestimmt? Wenn du ein Bild einstellst der Blätter, kann ich gern mal draufschauen.

    Großer Fuchs ist selten aber eine charakteristische Art alter Streuobstwiesen. Habe ich in der Nähe von Frankfurt auch mal gesehen.

  3. Lebt im Forum
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Wenn du ein Bild einstellst der Blätter, kann ich gern mal draufschauen..
    Ja mache ich gern, im Mai mache ich mal Bilder davon.
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  4. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zur Frage, wohin mit dem Schnittgut, Zitat sarekmaniac:

    Warum nicht einfach liegen lassen, oder verbauen? Wenn Du keinen Zaun willst, einfach Volumen überschlagen, irgendwo wo es nicht stört, vier Pfosten in passendem Abstand füs Volumen einschlagen, und dann sauber im Karree schichten.
    Ja, so mache ich das seit 30 Jahren. 8 m aufgeschichteter Astschnitt, etwa 2 m breit, 2 m hoch. Auf der einen Seite eingefaßt, auf der anderen Seite offen. Seit 30 Jahren packe ich jeglichen Astschnitt, der im Garten anfällt, einfach oben drauf. Und das ist nicht wenig. Trotzdem wird der Haufen nie höher, denn auch Holz verrottet und wird letztlich verkompostiert. Unten kann ich bei Bedarf fluffigen Holzkompost rausschaufeln. Die sehr dichte Holzhecke bietet zahllosen Tieren permanenten Unterschlupf. Oben im lockeren Gestrüpp nisten Vögel. Ich vermute, daß es im Winter in der vedichteten unteren Schicht durch den Vorgang der Verrottung warm wird, wenn auch nicht heiß wie beim Frischekompost mit viel Grünzeug. Rasenschnitt kommt nicht drauf. Damit mulche ich in der Fläche unter den Büschen.

    Das Bild zeigt nur einen Teil des Stapels von der offenen Seite:



    Der gleiche Stapel von der anderen, der eingefaßten Seite:



    Schaut gut aus bei Euch, sarekmaniac. Mit viel Gedanken auf gutem Weg.

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (17.04.2018 um 08:40 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. AW: Insekten werden immer weniger

    Danke für die Tipps Sarekmaniac und Ditschi. Im Moment ist mein Ziel, mit der Zeit auf möglichst großer Fläche eine blütenreiche Glatthaferwiese zu entwickeln. Sobald die ersten Flockenblumen und Margeriten auftauchen, habe ich das wahrscheinlich erreicht, wird aber sicherlich noch ein paar Jahre dauern.

    In den Gärten der Umgebung gibt es recht viel Totholzhaufen, das sollte eigentlich ausreichen. Blütenreiche Wiesen gibt´s dagegen nicht. Beim Abbau des Holzes gehen ja schon auch Nährstoffe in den Boden, die die Wiese düngen und es entwickeln sich daneben nährstoffreiche Säume, was ich persönlich nicht haben möchte.

    Ich behalte eure Lösungen im Hinterkopf (wenn die Bäume größer werden, fällt immer mehr Schnittgut an, mal schauen, was ich dann mache) und werde bis dahin das Holz verbrennen, macht ja schon auch Spaß mit den Kindern . Die Asche verteile ich an den Baumstämmen, die brauchen ein paar Nährstoffe zum Wachsen.

  6. AW: Insekten werden immer weniger

    danke für die schönen wiesen- und gartenberichte :-)

    marginalie zu "was kann ich tun":
    1) der webdesigner von unserm betrieb hat ne tüte "bienen und hummelmagnet" an alle seine kunden rumgeschickt.
    2) auf dem tütchen steht drauf: bestimmte bienenarten überwintern in den halmen, deshalb erst nach dem winter ab. machen wir zwar schon immer so, aber jetzt weiss ich das.
    3) platz für den inhalt vom tütchen ist auch noch.

    nb: alles 10 tage später dieses jahr. dafür wohl kein spätfrost mehr, dh. es wird obst geben und nicht nur beeren. der wald an der langen südseite vom garten steht zum ersten mal komplett unter wasser, bis an den zaun. wird ein mückenjahr. hummeln sind reichlich unterwegs und ein paar wildbienen waren auch schon da. dem imker um die ecke sind weitere völker eingegangen, das ist die letzten jahre jedes jahr so.

  7. Lebt im Forum
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Der NABU lädt zum Insektenzählen im "Insektensommer" ein:

    https://www.nabu.de/tiere-und-pflanz...mer/index.html

    Dabei geht es wohl weniger (noch weniger als bei den Vögel-Zählaktionen) um eine tatsächliche Bestandserfassung, als einfach darum, die Leute dazu zu kriegen, einfach mal hinzuschauen.

    Das scheint nötiger zu sein als man meint. Am Wochenende war der 10-jährige Sohn der Nachbarn so angetan von meiner Plackerei, dass er mir eine Stunde lang geholfen hat, beim Durchsieben von Kompost. Die Regenwürmer haben wir schön vorher abgesammelt, die kannte er. Und dann: "Boah, ne Kakerlake." Es war eine Kellerassel, die kannte er nicht, und hatte auch das Wort noch nie gehört...

    OT: Der Hund des Nachbarn war übrigens auch ganz begeistert, als ich mit meinem Wildblumenbeet fertig war, hatte ein Riesenloch direkt daneben am Gartenzaun gegraben.
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  8. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Der NABU lädt zum Insektenzählen im "Insektensommer" ein:

    https://www.nabu.de/tiere-und-pflanz...mer/index.html

    Dabei geht es wohl weniger (noch weniger als bei den Vögel-Zählaktionen) um eine tatsächliche Bestandserfassung, als einfach darum, die Leute dazu zu kriegen, einfach mal hinzuschauen.

    Das scheint nötiger zu sein als man meint. Am Wochenende war der 10-jährige Sohn der Nachbarn so angetan von meiner Plackerei, dass er mir eine Stunde lang geholfen hat, beim Durchsieben von Kompost. Die Regenwürmer haben wir schön vorher abgesammelt, die kannte er. Und dann: "Boah, ne Kakerlake." Es war eine Kellerassel, die kannte er nicht, und hatte auch das Wort noch nie gehört...

    OT: Der Hund des Nachbarn war übrigens auch ganz begeistert, als ich mit meinem Wildblumenbeet fertig war, hatte ein Riesenloch direkt daneben am Gartenzaun gegraben.
    Ist sicherlich ein bisschen kleinlich (was bei Arten unter 2 cm Größe aber vielleicht auch angemessen ist , vielleicht aber trotzdem für den einen oder anderen interessant als Info. Wenn ich mich an den Bestimmungskurs im Studium erinnere, sind Asseln nicht leicht zu bestimmen. Wahrscheinlich hast du nicht genau nachbestimmt, ob es wirklich eine Kellerassel oder z.B. eine Mauerassel war. Es gibt mehrere Arten unter den Landasseln (Wasserasseln gibt es auch). Dafür müsste man z.B. schauen, wievielgliedrig die Geißeln an den Fühlern sind. Wenn man so ein Teil sieht, würde man also eher einfach Landassel oder ganz schlicht Assel dazu sagen. Die gehören übrigens zu den Krebstieren.

  9. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Ist sicherlich ein bisschen kleinlich (was bei Arten unter 2 cm Größe aber vielleicht auch angemessen ist , vielleicht aber trotzdem für den einen oder anderen interessant als Info. Wenn ich mich an den Bestimmungskurs im Studium erinnere, sind Asseln nicht leicht zu bestimmen. Wahrscheinlich hast du nicht genau nachbestimmt, ob es wirklich eine Kellerassel oder z.B. eine Mauerassel war. Es gibt mehrere Arten unter den Landasseln (Wasserasseln gibt es auch). Dafür müsste man z.B. schauen, wievielgliedrig die Geißeln an den Fühlern sind. Wenn man so ein Teil sieht, würde man also eher einfach Landassel oder ganz schlicht Assel dazu sagen. Die gehören übrigens zu den Krebstieren.
    Und Regenwürmer sind auch keine Insekten, schon klar.

    Wie zählt man die Glieder der Geißeln der Fühler einer lebenden, 8 mm langen Assel, die mit aller Entschlossenheit zurück in den Mulch will?

    Der Akt des Bestimmens und Benennens (von Pflanzen, Pilzen, Tieren) hat für mich als Laien immer den ganz frappierenden Effekt, dass man die Einzigartigkeit der Gestalt plötzlich wahrnimmt und sich wundert, dass man "irgend so einen Käfer" früher nicht wahrgenommen oder mit was anderem verwechselt hat. Das funktioniert aber nur bei Arten, die sich aufgrund der äußeren Gestalt bestimmen lassen, bzw. oft nur runter bis auf eine bestimmte Ebene. Beispielsweise, dass es sich aufgrund des Körperbaus um einen Laufkäfer, Stutzkäfer, Bockkäfer etc. handelt. Oder um eine Assel. Selbst das Bestimmen nach der äußeren Gestalt ist schwierig, wenn ein Insekt (oder Krebstier) sehr klein und/oder sehr agil ist. Ich schätze, man kann auch mit Augenschein, Lupenglas und Makroobjektiv einiges lernen, bis man an seine Grenzen stößt, aber die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Taxonomen: Fangen, Abtöten, präparieren, mikroskopieren, sezieren, sind einem Laien nun mal verschlossen. Ich möchte das zumindest nicht machen, auch nicht bei nicht geschützten Arten.
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  10. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Und Regenwürmer sind auch keine Insekten, schon klar.

    Wie zählt man die Glieder der Geißeln der Fühler einer lebenden, 8 mm langen Assel, die mit aller Entschlossenheit zurück in den Mulch will?

    Der Akt des Bestimmens und Benennens (von Pflanzen, Pilzen, Tieren) hat für mich als Laien immer den ganz frappierenden Effekt, dass man die Einzigartigkeit der Gestalt plötzlich wahrnimmt und sich wundert, dass man "irgend so einen Käfer" früher nicht wahrgenommen oder mit was anderem verwechselt hat. Das funktioniert aber nur bei Arten, die sich aufgrund der äußeren Gestalt bestimmen lassen, bzw. oft nur runter bis auf eine bestimmte Ebene. Beispielsweise, dass es sich aufgrund des Körperbaus um einen Laufkäfer, Stutzkäfer, Bockkäfer etc. handelt. Oder um eine Assel. Selbst das Bestimmen nach der äußeren Gestalt ist schwierig, wenn ein Insekt (oder Krebstier) sehr klein und/oder sehr agil ist. Ich schätze, man kann auch mit Augenschein, Lupenglas und Makroobjektiv einiges lernen, bis man an seine Grenzen stößt, aber die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Taxonomen: Fangen, Abtöten, präparieren, mikroskopieren, sezieren, sind einem Laien nun mal verschlossen. Ich möchte das zumindest nicht machen, auch nicht bei nicht geschützten Arten.
    Von Goethe kommt der Spruch "Man sieht nur, was man weiß". Das trifft auch auf die Arten zu, die man kennt oder eben nicht kennt. Dazu kommt, dass man draußen nur sucht, was man kennt. Wenn ich draußen z.B. in Pflasterritzen nach Pflanzen schaue, muss ich wissen, auf was ich achten muss, sonst sehen Mastkräuter, Vogelknöterich und all die anderen kleinen Pflänzchen alle gleich aus. Und selbst wenn ich ein Bruchkraut kenne, muss ich wissen, dass es sich auf sandigem Untergrund auch lohnen kann, neben dem Kahlen Bruchkraut (Herniaria glabra) auch nach dem Behaarten Bruchkraut zu schauen.

    Zu deiner Frage, wie man die Glieder der Geißeln der Fühler einer lebenden, 8 mm langen Assel, die mit aller Entschlossenheit zurück in den Mulch will, zählt: Im Idealfall findest du vielleicht ein totes Tier. Ansonsten lädst du einfach deine Wunschassel ein auf (=in) ein Gläschen Alkohol. Das erleichtert die Bestimmung ungemein . Auch wenn es hart klingt, man muss sich keine Sorgen, dass dadurch eine Art verschwindet. Verschwinden werden Arten immer nur, wenn man ihren Lebensraum zerstört, nicht wenn ein Vogel eine Assel fängt, der Gärtner eine tot tritt in seinem Garten oder eine beim Bestimmen einen Unfall hat. Bei geschützten oder seltenen Arten geht das natürlich nicht, bei vielen Arten, z.B. Heuschrecken, lassen sich aber auch komplizierte Details leicht am lebenden Tier bestimmen, wenn man weiß, wie man es vorsichtig in der Hand hält. Wie du sagst, fängt man am besten bei den einfachen Sachen an und arbeitet sich dann voran. Die ganz kleinen Tiere, schwierig zu bestimmende Gruppen oder Präparationen sind sicherlich aber immer nur was für Spezialisten.

    Zum Bestimmen von Insekten (und auch Pflanzen) brauchst du eine gute Einschlaglupe (10- und z.T. auch 20fache Vergrößerung), etwas einfacher geht es mit einem Binokular. Dazu eine Federstahlpinzette, um das Tier nicht zu zerdrücken, und v.a. ein gutes Bestimmungsbuch mit echten Bestimmungsschlüsseln, z.B. bei Tieren den Brohmer (Fauna von Deutschland). Das Problem ist nicht das Bestimmen selbst, sondern eigentlich eher, dass man wissen muss, was Elytren sind bei Käfern, was das Halsschild und wie Geißeln bei Asseln aussehen. Die Details sind bei den einzelnen Bestimmungsschritten in solchen Büchern immer abgebildet. Am besten einfach mal ausprobieren. Evtl. werden auch Kurse z.B. bei der VHS angeboten.

  11. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Um an zappelfreie Bestimmungsfotos heranzukommen setzen Entomologen die Tierchen nebst Glas mal für eine gewisse Zeit in den Kühlschrank.

    Die Unterschiede ob es nun eine Halsbinde mehr hat oder ein Tentakel kürzer ist bei einer Spinne, wird eh nur den Spezialisten intressieren.
    Ich hab damals meine hier auftretenden Ameisenart oder Termiten zum Institut gefahren und die bestimmen lassen. Wenn es eingeschleppte Termiten gewesen wären, was ja mit Klimaerwärmung und der Herkunft der Holz-Baustoffe durchaus zu erwarten ist, sähe es ganz schlecht aus. Ich erinnere mal an Hamburg.

    Also Ausbreitung von Arten in der Insektenwelt

    Bestimmung von Arten
    Ab wann ist es eine neue Art,-Merkmale?
    Wann ist es nur eine Unterart?
    Wann ist es eine Rasse?
    Wann ist es eine Mutation?
    Wann ist es eine Variation?
    Warum treten Generations-Unterschiede in der Zeichnung auf? zB. beiLandkärtchen

    Vielleicht finder Nunatak mal die zeitliche Möglichkeit, darauf einzugehen.

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