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    Avatar von Maunz
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    AW: Insekten werden immer weniger

    @Ranunkelrübe: vielleicht eine Wespenkönigin?
    @Abt: einfangen ist ja noch schwieriger als fotografieren -ich habe keinen Kescher....
    Besucher von heute aus der Sippschaft der Raubfliegen: Igelfliege und Cylindromyia bicolor. Leider war keine Sonne mehr auf dem Wasserdost und der Wind recht stark -aber ads 150mm-Makro muß ich mir mal wieder nehmen (Bilder nicht bearbeitet/beschnitten).


  2. Dauerbesucher
    Avatar von nunatak
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von schnietz Beitrag anzeigen
    Hallo Leute,

    ich habe mir nicht alle Antworten gelesen, sind einfach zu viele. Was ich nirgends lese oder höre, ist die Tatsache, dass Aufgrund der wenigen Insekten, auch viel weniger Totenfall in den Kreislauf eingeht. Bei den Honigbienen sterben im Sommer in jedem Volk pro Tag ca 2000 Bienen, ebensoviele werden auch gebohren. Das sind eine gehäufte Hand voll, die irgendwo zu Boden fallen. Wir Imker merken das gar nicht. Dieser Totenfall ernährt auch die Bodenlebewesen. Die diesen zu Nährstoffen für die Pflanzen umbauen und was weiß ich noch. Also auch die Pflanzen haben weniger Nahrung und leiden sicherlich unter der Mangelernährung.

    Wow, 2000 tote Bienen/Volk und Tag sind schon eine Menge. Den Effekt auf den Nährstoffgehalt im Boden würde ich bezogen auf diese eine Art (wenn viele Insekten ausfallen und auch im Boden weniger lebt, z.B. weniger Regenwürmer, sieht das natürlich anders aus, weniger Insekten bedeutet immer auch weniger Nahrung) trotzdem nicht überbewerten. Wenn eine Biene lt. Wikipedia rund 80 mg wiegt, sind das bei 2000 toten Tieren/Tag insgesamt 160gr., die sich über eine sehr weite Fläche verteilen und das auch nur im näheren Umfeld um Bienstöcke. Nicht alle bleiben an der Stelle liegen. Teils werden die am Boden liegenden toten Insekten ja von Vögeln gefressen etc., die Reste anderswo ausgeschieden etc.. Der Großteil des Insekts besteht wie bei uns aus Wasser, trockene Biomasse bleibt kaum übrig. Hauptbestandteil getrockneter Insekten ist Chitin, das auch nur langsam abgebaut wird.
    Problem bei uns sind eher zu viele Nährstoffe im Boden als zu wenig. Oft ist es so, dass je weniger Nährstoffe im Boden sind, desto größer auch die Artenvielfal ist, z.B. in Magerrasen. Die Landwirtschaft sorgt mit der Überdüngung jedenfalls rührend dafür, dass die Nährstoffverluste durch weniger abzubauende Bienen mehr als ausgeglichen werden Dazu kommt ja auch noch düngender Stickstoff etc. aus der Luft.

  3. Dauerbesucher
    Avatar von nunatak
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich heißt es ja (bislang), dieses Jahr sei für Insekten ein gutes, da warmes, trockenes Wetter herrschte.

    Es blüht ja praktisch nichts mehr, dementsprechend herrscht bei uns nahezu Null Insektenflug. Keine Hummeln, keine sonstigen Wildbienen, keine Falter, keine Käfer. Selbst die zahlreichen Heuschrecken auf dem Hof sind verschwunden, abends zirpt nichts.

    Den Borkenkäfern soll es ja gut gehen aktuell, aber gilt das für alle Insekten?

    Das einzige, was ich im Garten endecken konnte, waren ein paar Streifenwanzen an ausgeblüten Malven, vereinzelte Fliegen, meine Honig-Bienen (die ich momentan füttere, damit sie nicht aus der Brut gehen) und ein paar wenige Wespen, die bei den Bienen zu räubern versuchen.

    Für viele Arten, gerade Käfer, ist die Flugzeit schon vorbei, aber, nur ein Beispiel, die jungen Hummelköniginnen müssten IMO jetzt noch unterwegs sein, um sich ihren "Winterspeck" anzufressen.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass überwinternde Gelege, Larven etc. mit unüblicher Trockenheit zu kämpfen haben. Wenn man etwa daran denkt, das Böden aktuell bis 60, 80 cm Tiefe ausgetrocknet sind.

    Droht nächstes Jahr der demografische Knick?


    ...
    Auf unserer hessischen Wiese ist seit dem Sensen im Juni nix mehr hochgekommen. Der zweite Schnitt wird ausfallen.

    Ich bin echt gespannt, ob bzw. welche der vorhandenen Kräuter/Blumen das überleben werden. Im Schnitt wurzeln sie ja tiefer als das Gras. Bspw. hat sich an einer Stelle Heilziest (ganz von selbst) gut ausgebreitet, zahlreiche neue Rosetten dieses Frühjahr. Wäre echt schade, wenn der jetzt hin wäre.

    Es sieht deprimierend aus, aber ich betrachte die geschwächte Grasnarbe als günstige Gelegenheit. Ich habe eine gebrauchte Motorhacke gekauft. Damit (flach eingestellt) sowie mit einem Vertikulierer möchte im Herbst an einigen "Versuchsflächen" die Grasnarbe unterschiedlich stark stören und über den Sommer gesammelte Samen einsähen.

    Außerdem möchte ich an einer Stelle auf vielleicht anderthalb bis zwei Meter Länge eine der Böschungen angraben, um so eine "Steilwand" aus Lehm zu schaffen, die dann hoffentlich von erdnistenden Arten angenommen wird.

    Bezüglich Förderung des Artenreichstums bin ich auf Anleitungen gestoßen, in vorhandnene Wiesen die Grasnarbe zu stören und gezielt Klappertopf und/oder Augentrost auszusähen, um das Gras zurückzudrängen und v.a. niedriger zu halten. Was ist davon zu halten?
    Vieles ist inzwischen ziemlich vertrocknet. Es kommt aber einfach auf den Untergrund an. Letztes Wochenende war ich auf einer Wiese oberhalb der Rheinebene unterwegs, die vom Hang gut mit Wasser versorgt wird und noch extrem blütenreich ist. Soviel Teufelsabiss habe ich noch nie gesehen:




    Viele Insekten sind eher im Frühjahr unterwegs, weil es da generell blütenreicher ist als im Sommer. Arten, die sich bei den guten Bedingungen rasch vermehren können, verschwinden bzw. sterben, sobald die Eier gelegt sind. Im nächsten Jahr tauchen sie also auch nach einem heißen Sommer wie dem jetzigen wieder auf. Auf Magerrasen, die im Sommer oft ausgetrocknet sind, kommen v.a. auf Hitze und Trockenheit spezialisierte Arten vor (Temperaturen bis 70°C direkt über dem Boden). Denen macht ein heißer Sommer weniger aus bzw. sie haben da einen sogar einen Vorteil in der Konkurrenz mit anderen Arten. Ich war vorletzte Woche in der Fränkischen Schweiz. Da hat das Insektenleben getobt, sehr viele Arten und Individuen, und das direkt neben dem Ort.





    Rund um den Ort gibt es einen richtigen Magerrasen-Gürtel, der mit Schafen beweidet wird.






    Heuschrecken sind im Sommer oft die artenreichste Gruppe in trockenen Wiesen, hier was ganz Seltenes, die stark gefährdete Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus). Die schnarrt beim Fliegen wirklich auffällig laut.




    Buntbäuchiger Grashüpfer (Omocestus rufipes), ebenfalls selten geworden und fast nur noch in Schafweiden vorkommend.




    Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus)




    Schmetterlinge waren auch noch gut unterwegs, hier der Silbergrüne Bläuling ( Lysandra coridon )




    Und Mauerfuchs




    Viel los war auch in den feuchten Wiesentälern in Hochstaudenfluren, hier Feuriger Perlmutterfalter (Argynnis adippe).




    Daneben Schlehenbüsche, die hängen dieses Jahr voll mit Früchten, gut für die Vögel im Winter und für alle, die das sonst noch sammeln

    Bin mal gespannt, ob du Erfolg hast mit Störstellen in deiner Wiese und der Aussaat von Klappertopf und/oder Augentrost. Berichte einfach mal nächstes Jahr. Gras an sich sehe ich nicht als Problem. Es gibt in einer guten Wiese ja oft eine Ober- und Untergrasschicht und andere Ebenen, in denen bunte Blütenpflanzen vorkommen. Kleine, lückige Störstellen sind auf jeden Fall wichtig für konkurrenzschwache Arten. Ob sich der Klappertopf und Augentrost da halten können auf Dauer, wirst du sehen. Klappertopf ist sicherlich konkurrenzstärker als der kleine Augentrost.

  4. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Erst mal ein hallo in die Runde.

    Von mir gibt es zu berichten, dass bei mir immer noch alles einigermaßen grün über den heißen Intervall des Sommer gekommen ist. Nachgewachen ist nicht viel, das stimmt. Aber ich hab über den Sommer fast nichts abgemäht, gestern und heut jedoch begonnen Brennesseln, die nachgewachsen waren, abzumähen. Habe keine einzige Raupe von Kleinem Fuchs oder Tagpfauenauge daran entdeckt. Das gibt mir zu denken, so als hätten diese früher in Nestern lebenden Arten ihre Geselligkeit abgelegt. Wer hat von euch noch derartige Raupennester in letzter Zeit entdeckt?
    Gegenwärtig entwickelt sich zartes Grün und einige Spätblüher wie Wegwarte und Habichtskraut setzen nochmal an. Daran hab ich mehrere Bläulige, Dickkopffalter und die häufigsten Arten wie kleinen Heufalter bemerkt.
    Einen Schwalbenschwanz hab ich gestern auch noch einmal gesehen.
    Ab September werden viele die Arten allgemein verschwinden wegen dem Ende ihrer Flugzeit, aber ich mache einmal auf die Familie der Ordensbänder aufmerksam, die um diese Jahreszeit auftreten.
    Die insektenfressenden Vögel ziehen allgemein aus unseren Breiten ab in den Süden, so dass die Freßfeinde abnehmen.
    Edelfalter wie C-Falter, Großer und Kleiner Fuchs, Admiral und Trauermantel sind mitunter an überreifem Obst bis zum Herbst zu beobachten und suchen sich dann ein Versteck, wo sie in eine Kältestarre verfallen und die Körperfunktion weitgehend zurückgefahren werden.

    Ein paar Arten, die vom Süden her zugewandert sind, bildeten eine neue Generation,die sich bei uns in unseren Breiten entwickelt hat und nun noch schlüpft.

    Ich erhielt vom Verein der Grünen Liga/Osterzgebirge über ihr Verteilerblatt die Nachricht, dass bei ihrer diesjärigen Heumahd im Erzgebirge offenbar auch verstärkter Falterflug/Insektenvorkommen festgestellt wurde.
    Aufgabe der Aktion Heulager ist das abmähen der Bergwiesen, um ein allmähliches Verbuschen zu verhindern und natürlich mineralreiches Futter zu gewinnen.
    Erfreulich viele freiwillige Helfer hatten in diesem Jahr daran teilgenommen. Es gibt eine neue Naturschutz- Festlegung, so dass 10% der abzumähenden Biotopfläche stehen gelassen werden kann, das betrifft also besonders gerad blühende Blumen, die die Insektennahrung darstellen. Das war in der zurückliegenden Zeit geradezu kontra-produktiv, da bisher das flächendeckende Abmähendieser auch der Insektenblumen gefordert wurden.
    Geändert von Abt (28.08.2018 um 21:12 Uhr)

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