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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Lobo: Da Rossameisen Holzzersetzer sind: Ich würde den Baumstamm mit ein paar Pfosten im Karee einrahmen, vielleicht 50 cm hoch, ein paar lange Äste zur Stabilisierung waagerecht zwischen die Pfosten annageln, einklemmen, einflechten und dann locker Reisig, Blätter und schon angerottetes Holz da hinein schichten, vielleicht auch ein zuunterst ein dickeres Stammstück parallel neben das alte legen. Irgendwas was sich schnell zersetzt, Buche oder Fichte. Und dann immer bei Bedarf von oben nachfüllen, Rinde etc. was am Holzplatz halt so anfällt.

    Es gibt auch Ameisenbeauftragte, die Nester umsiedeln, z.B. bei Bauvorhaben. So jemand sollte dir sagen können, was Du machen kannst, um das Nest zu erhalten.
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  2. Lebt im Forum
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    AW: Insekten werden immer weniger

    wiki spricht von honigtausammelnden holzbewohnern, die auch nach unten in die erde bauen.
    "Then it doesn't matter which way you go", said the Cat.

  3. AW: Insekten werden immer weniger

    Ich habe nochmal kurz nach den Rückgangsursachen des Regensburger Gelblings recherchiert. Die Art hat ziemlich komplexe Ansprüche und kommt sowohl in Trockenrasen als auch in lichten Kieferwäldern vor. In solchen Lebensräumen ist noch nie gemäht worden. Wenn überhaupt wird nur in kleinen, wechselnden Flächen beweidet. Der Geißklee braucht letztlich die Strukturen, die durch die Beweidung geschaffen werden, es klappt aber nur in großflächigen Habitaten, in denen sich die Geißkleebestände erholen können. Passende großflächige Lebensräume sind in ganz Europa immer kleinflächiger geworden und auch die Futterpflanze Regensburger Geißklee ist sehr selten, so dass der Schmetterling fast überall ausgestorben ist. Auch feuchter werdende Sommer haben den Restpopulationen zugesetzt. Die Aussage, dass es an der falschen Beweidung gelegen habe, ist bei dieser Art also nur ein Teilsapekt der Rückgangsursachen.

    Damit verbleibt als geeignete Pflegeform bei den letzten Vorkommen, die es heute noch gibt, nur die mosaikartige Nutzung der Flächen, die insgesamt die Habitatstruktur über die Jahre hinweg erhält, aber jahrweise alternierend nur auf bestimmten Flächenteilen den negativen Einfluss einer Beweidung zulässt. Zu intensive oder fehlende Beweidung führte im Bereich zu den Vorkommen zu den Bestandsrückgängen.

    Die Art ist somit ein sehr gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Lebensraumverlusten, der Aufgabe der traditionellen, extensiven Nutzungsformen, zu intensiver Nutzung und teils Düngung auf zu kleiner Fläche und Klimaänderung. Weil die Art früher teilweise ziemlich häufig war und dann überall zusammengebrochen ist, könnte auch ein Effekt wie bei der Amerikanischen Wandertaube mit rein zu spielen. Die Amerikanische Wandertaube kam einst in milliardengroßen Beständen vor, wurde von der Bevölkerung zum Spaß abgeschossen und starb in wenigen Jahrzehnten komplett aus. Plötzlich war sie einfach weg. Es gibt Arten, die einen regelmäßigen Austausch untereinander brauchen, sonst brechen die Bestände komplett zusammen.
    Geändert von nunatak (13.01.2018 um 21:41 Uhr)

  4. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen

    @Nunatak: Bezüglich der Arten: Ich fang so langsam an, zu bestimmen. Im Hintergrund des Bildes, hinter der Hütte sieht man es weiß blühen, das ist (massig) kleine Bibernelle, ein Magerzeiger. Dann gibt es noch Wiesenglockenblume, weiße Lichtnelke und rote Lichtnelke (passt eigentlich nicht zu Magerböden, ist aber so), Dost, kleines Habichtskraut, Wiesen-Pippau, Akelei, Gewöhnlicher Natternkopf. Bei den meisten Gräsern und Moosen muss ich aktuell passen. Und natürlich das übliche, Sauerampfer etc. Und im unteren Hangbereich dominiert die Quecke. Und die Brennessel (große und kleine). Und unausrottbare Brombeeren. Ein wildes Durcheinander. Ab nächstem Jahr werde ich mal eine Liste anlegen. Auf jeden Fall eine andere Wiese als die Löwenzahnwiese vor 50 Jahren.
    ...
    Insekten, um zum Thema zurückzukommen, gibt es natürlich auch. Insekten bestimmen ist echt schwieriger als Pflanzen, die Biester halten einfach nicht still.
    Die Arten, die bei dir wachsen, sind zum Teil Magerkeitszeiger wie die Kleine Bibernelle und Kl. Habichtskraut, daneben aber auch Charakterarten von Waldsäumen und sonst. Säumen wie die Akeleie und Dost, daneben Wiesenarten wie Wiesen-Pippau und Halbschattenarten auf feuchteren Standorten wie der Rote Lichtnelke. Natternkopf ist ebenfalls ein Magerkeitszeiger, aber auch einer für lückige Verhöltnisse und z.T. leicht gestörte Ruderalflächen. Brennnesseln sind Stickstoffzeiger, die Kleine Brennnessel ist ein gutes Stück seltener als die Große B..

    Moose sind wirklich schwer zu bestimmen, da gebe ich dir recht. Wenn du dich für Gräser interessierst: Sie sind eigentlich nicht so schwer zu bestimmen, du brauchst aber ein richtiges Bestimmungsbuch wie den Schmeil-Fitschen oder Rothmaler und eine gute Lupe. Wenn du die Merkmale der Gräser, v.a. Hüll-, Deck- und Vorspelze erkennst, an denen viele der Merkmale hängen, ist es kein Hexenwerk. Wenn du möchtest, kannst du mir gern Bilder der Gräser in deinem Grundstück schicken. Ich unterstütze dich da gern.

  5. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    OW. Zwei Zuschauer.Und ich bin dran...
    Regensburger Gelbling , ich schreib jetzt lieber Colias mymidone, denn um Regensburg gibt es den ja nicht mehr.
    Ja eigentlich auch ein Grund da mal hinzufahren, wo er früher vorkam um sich das Biotop anzusehen. Ich hab auch da die Literatur etwas bemüht. Die anderen Vorkommen liegen weit zerstreut in der Slowakei, vor allem in Polen, und in Rumänien. Ist an sich eine schwierig auseinander zuhaltenen Gruppe mehrerer ähnlich aussehenden Schmetterlinge, die über Europa verstreut leben.
    Aber es müssen wohl fünf Artspezifische Merkmale sein, um neuerdings von einer eigenen Art zu sprechen. Die Trennung von Rassen einer bestimmten Gegend und einer anderen Art ist fließend und natürlich ist Spezialwissen gefragt. Bei der Genauen Artbestimmung sind letztendlich Genitialpräparate anzufertigen oder nun DNS Tests.
    Bei Eidechsen und Schlangen genauso schwierig,- jeder will möglichst seine neue Art entdecken und beschreiben

    Die bisher absolut größte Artendichte heimischer Arten von Schmetterlingen, also an allem was bei uns in Deutschland so eingetragen ist hab ich in einer autofernen Gegend südlich von Goleshovo erlebt. natürlich wird die südliche Fauna genauso präsent sein wie unsere hier. das ist ein fast menschenleerer Ort an der bulgarisch-grieschischen Grenznähe Ein Gebiet mit Wiesen-und Halbsteppencharakter nach meiner Definition.Ihr sagt dazu bestimmt Goldhafer
    Da will ich nochmal hin mit einfach mehr Zeit und Standvermögen an einer Stelle.

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Nunantak: Danke für das Angebot. Wenn es im Frühjahr sprießt, komme ich gerne drauf zurück.

    Ich hatte ja im letzten Jahr wilde Pläne bezüglich Blumenwiese dargelegt. Die Idee, auf Deubel komm raus was "anzusiedeln" habe ich nach den sehr nachvollziehbaren Einwänden hier, und nacdem ich mich in den letzten Monaten weiter in die Materie eingearbeitet habe, verworfen.

    Was aber nach einem "Kahlschlag" tun?

    Auf dem am stärksten Teil verbuschten, bzw. schon "verbaumten" Teil des Grundstücks haben wir seit Herbst herausgewachsene Heckenbäume und Kroppzeug (vor allem Buchen, Eiche, Holunder, Schlehen, Hasel, wilde Pflaume) zurückgeschnitten. Jetzt im Winter hat mein Vater diverse Bäume fällen lassen, an die wir uns wegen der Größe nicht mehr rangetraut haben ( vor allem Birken, Wilde Kirschen, mehrere sehr große abgestorbene, aber leider nicht mehr standfeste Fichten).

    In diesem Bereich kommte jetzt sehr viel mehr Licht an den Boden. Zum Teil wird die Fläche voll besonnt, zum Teil Halbschatten (ein paar schöne größe Solitärbäume - eine Rotbuche, eine Esche, eine Kastanie, einen Bergahorn, einen ca 5 m hohen Hasel) haben wir stehen lassen.

    Auf einem kleinen Teil der Rodungsfläche wächst kleines Immergrün, ansonsten Sämlinge der genannten Arten und Brombeeren, die aber dort im Vollschatten immer schön mickrig waren. Außerdem liegt natürlich noch das ganze letztjährige Laub der genannten Arten am Boden, und durch die Fällaktion viel kleines Astwerk.

    Ich frage mich jetzt, wie man vorgehen sollen, um das Wachsen eine Wiese/die Ansiedlung von Wildblumen in diesem Bereich zu begünstigen. Ich habe die Befürchtung, wenn man das einfach so lässt, werden vor allem Brombeeren, Brennnesseln und Baumsämlinge/Wurzelableger hochkommen. Wobei letztere noch das kleinere Problem sind. Ich weiß, Brombeeren sind auch nützlich, aber ich möchte dort kein Brombeergestrüpp, Brombeeren gibt es noch an anderer Stelle am Grundstücksrand, und auch zu Genüge in der nahen Umgebung.

    Frage 1: Laub und feine Astwerk auf dem Boden zum Frühjahr abrechen, oder so lassen?

    Frage 2: Irgendeine Initialaussaat machen, wenn ja, welche? Es gibt ja regionaltypische Wildwiesenmischungen zu kaufen (mit 100% Wildpflanzen, Blumen und Gräser).

    Hier sieht man den gerodeten Bereich:



    Geändert von Sarekmaniac (14.01.2018 um 18:27 Uhr)
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
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  7. AW: Insekten werden immer weniger

    Ihr könnt entweder Eure Wiese vergrößern, also möglichst alle Biomasse (Geäst und Laub) runternehmen und auf der Fläche das normale Mahdregime wie bei der Wiese auch. Die Fläche entwickelt sich dann schon, einfach durchhalten! Auch die Zwischenstadien mit Ruderalpflanzen und anfangs vielleicht Nährstoffzeiger haben ihren Reiz und ihre Funktion!
    Gekaufte Mischungen sollte man nur im Notfall verwenden, da sie nie standortgerecht sind.

    Oder Ihr lasst aus dem Gehölzstreifen eine Feldhecke werden, macht also gar nichts außer mähen bis an den Rand. Die Brombeeren gehen zurück, so bald andere Sträucher höher werden, Ihr könnt da aber auch nachhelfen und die Brombeeren immer wieder über dem Boden abschneiden. Die Feldhecke am besten alle 5-10 Jahre (je nach dem, wie hoch sie werden soll) abschnittsweise auf den Stock setzen, d.h. etwa 10 cm über dem Boden absägen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr noch heimische Blüh- und Fruchtsträucher nachpflanzen.

    Oder Ihr pflegt das ganze als Saumbiotop und mäht nur alle zwei Jahre. Dazu müsstet Ihr ebenfalls alles runter nehmen und nur alle zwei Jahre einmal mähen. Auch dann das Mähgut abnehmen und erst im Frühjahr mähen, da gerade bei Saumpflanzen die Blütenstände wichtiges Winterfutter für Vögel darstellt.
    Je nach dem, wie breit Euer Grundstück ist, wäre die Kombination Feldhecke und Saumbiotop am besten für Flora und Fauna, das brächte am meisten Vielfalt!

    Gruß,

    Claudia
    Mein Blog zum Draußensein mit allen Sinnen: www.wanderluchs.de

  8. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Nunantak: Danke für das Angebot. Wenn es im Frühjahr sprießt, komme ich gerne drauf zurück.

    Ich hatte ja im letzten Jahr wilde Pläne bezüglich Blumenwiese dargelegt. Die Idee, auf Deubel komm raus was "anzusiedeln" habe ich nach den sehr nachvollziehbaren Einwänden hier, und nacdem ich mich in den letzten Monaten weiter in die Materie eingearbeitet habe, verworfen.

    Was aber nach einem "Kahlschlag" tun?

    Auf dem am stärksten Teil verbuschten, bzw. schon "verbaumten" Teil des Grundstücks haben wir seit Herbst herausgewachsene Heckenbäume und Kroppzeug (vor allem Buchen, Eiche, Holunder, Schlehen, Hasel, wilde Pflaume) zurückgeschnitten. Jetzt im Winter hat mein Vater diverse Bäume fällen lassen, an die wir uns wegen der Größe nicht mehr rangetraut haben ( vor allem Birken, Wilde Kirschen, mehrere sehr große abgestorbene, aber leider nicht mehr standfeste Fichten).

    Auf einem kleinen Teil der Rodungsfläche wächst kleines Immergrün, ansonsten Sämlinge der genannten Arten und Brombeeren, die aber dort im Vollschatten immer schön mickrig waren. Außerdem liegt natürlich noch das ganze letztjährige Laub der genannten Arten am Boden, und durch die Fällaktion viel kleines Astwerk.

    Ich frage mich jetzt, wie man vorgehen sollen, um das Wachsen eine Wiese/die Ansiedlung von Wildblumen in diesem Bereich zu begünstigen. Ich habe die Befürchtung, wenn man das einfach so lässt, werden vor allem Brombeeren, Brennnesseln und Baumsämlinge/Wurzelableger hochkommen. Wobei letztere noch das kleinere Problem sind. Ich weiß, Brombeeren sind auch nützlich, aber ich möchte dort kein Brombeergestrüpp, Brombeeren gibt es noch an anderer Stelle am Grundstücksrand, und auch zu Genüge in der nahen Umgebung.

    Frage 1: Laub und feine Astwerk auf dem Boden zum Frühjahr abrechen, oder so lassen?

    Frage 2: Irgendeine Initialaussaat machen, wenn ja, welche? Es gibt ja regionaltypische Wildwiesenmischungen zu kaufen (mit 100% Wildpflanzen, Blumen und Gräser).
    Wie Waldhexe richtig anmerkt solltest du auf jeden Fall etwas Geduld mitbringen. Von den Strukturen sieht die Fläche wirklich gut aus! Da ihr gerodet habt und Arten wie Immergrün wachsen, war wohl recht lang eine waldartige Struktur dort und die Fläche wird noch eine Weile von den Arten ihr Waldgedächtnis bewahren. Waldarten wie Buschwindröschen und Schlüsselblume z.B. können nach dem Roden noch sehr lange in der Wiese leben. Im Frühjahr wirst du sicherlich massiv Stockausschläge und Brombeeraufwuchs haben. Hier solltest du im Frühjahr und im Hochsommer 1-2 mal alles mähen, solange die holzigen Pflanzen allen Saft oberirdisch haben. In dieser Zeit nimmst du ihnen die meiste Kraft und schwächst ihre Vitalität, so dass sie in 1-2 Jahren nur noch schwach nachkommen. Es bringt nur wenig, das im Winter zu machen, weil die Brombeeren da alles Vorräte in die Wurzel zurückziehen und ein oberirdischer Verlust ihnen dann wenig ausmacht.

    Erst wirst du Störzeiger haben und einige Ruderalarten, bei jährlicher Mahd wird sich das scheinbare Chaos aber beruhigen. Wie schnell sich die gewünschten Arten einstellen, hängt auch sehr vom Nährstoffgehalt, dem Bodentyp und vom Artenspektrum der Umgebung an. Je näher Wiesenarten etc. der Fläche sind, desto früher werden sie auch auf deiner Fläche sein. Wenn im Umfeld wenig ist, könnte es sich auch lohnen, im Juni nach gemähten Wiesen in der Region Ausschau zu halten, etwas Heugut einer artenreichen Wiese an verschiedenen Stellen (kann gern auch eine Waldwiese inkl. Säumen sein) auf einer Plane auszuschütteln und etwas Spreu und Samen mitzunehmen für deine Fläche. Wenn zufälligerweise Schafe und Ziegen in der Nähe gehalten werden, frag ruhig den Schäfer, ob er mal die Tiere drauflassen möchte. Die nagen aufkommendes Gehölz weg und bringen im Fell Samenmaterial aus anderen Flächen mit (Transhumanz).

    Da du mit deinen Bäumen immer Saumbereiche haben wirst zwischen Gehölzen und Wiese, würde ich eher einmal jährlich mähen, schon um die Nährstoffe schneller rauszubekommen. Ich halte Wiesen in Kombination mit Säumen und Feldgehölzen für die hochwertigeren Lebensräume als eine Kombination Feldhecke und Saumbiotop. Letzteres werden vielleicht manche Vogelarten bevorzugen, mit Wiesenanteil ist es besser für Pflanzen und Insektenreichtum. Hauptsache ist aber, du bleibst dran, dann machst du auf jeden Fall etwas sehr Gutes für die Natur

  9. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    OW. Zwei Zuschauer.Und ich bin dran...
    Regensburger Gelbling , ich schreib jetzt lieber Colias mymidone, denn um Regensburg gibt es den ja nicht mehr.
    Ja eigentlich auch ein Grund da mal hinzufahren, wo er früher vorkam um sich das Biotop anzusehen. Ich hab auch da die Literatur etwas bemüht. Die anderen Vorkommen liegen weit zerstreut in der Slowakei, vor allem in Polen, und in Rumänien. Ist an sich eine schwierig auseinander zuhaltenen Gruppe mehrerer ähnlich aussehenden Schmetterlinge, die über Europa verstreut leben.

    Die bisher absolut größte Artendichte heimischer Arten von Schmetterlingen, also an allem was bei uns in Deutschland so eingetragen ist hab ich in einer autofernen Gegend südlich von Goleshovo erlebt. natürlich wird die südliche Fauna genauso präsent sein wie unsere hier. das ist ein fast menschenleerer Ort an der bulgarisch-grieschischen Grenznähe Ein Gebiet mit Wiesen-und Halbsteppencharakter nach meiner Definition.Ihr sagt dazu bestimmt Goldhafer
    Da will ich nochmal hin mit einfach mehr Zeit und Standvermögen an einer Stelle.
    Ist manchmal so, dass der Name nicht (mehr) ganz der Realität entspricht, geändert wird er deshalb aber nicht. Die Roflügelige Ödlandschrecke (Odipoda germanica) kommt z.B. nur selten in Deutschland vor, im Süden dagegen recht häufig...

    Süd- und Ost-Europa mit noch großflächigen Weidesystemen und Magerrasen sind sicherlich Hotspots der Artenvielfalt, da hast du auf jeden Fall recht. Ob das aber tatsächlich auch zu einem guten Teil "unsere" heimischen Arten waren, wage ich mal zu bezweifeln, wobei ich natürlich nicht weiß, wie gut du dich mit Schmetterlingen auskennst und ob du ein Schmetterlingsbuch dabei hattest, das alle europäischen Arten abbildet. Bläulinge, Scheckenfalter etc. sind schon oft ziemlich schwierig zu bestimmen, viele Arten sehen sich extrem ähnlich. Und wer möchte schon einen Blick auf die Genitalpräparate der Tierchen werfen? Es gibt aber durchaus Arten, die fast weltweit verbreitet sind, bei uns aber im Gegensatz zu südlichen Ländern z.T. aber sehr selten, z.B. die Berghexe.

    Auch in Deutschland kannst du im Allgäu, Südschwarzwald, Kaiserstuhl, Schwäbischer Alb, Fränk. Schweiz etc. zum Glück noch vergleichsweise artenreiche Flächen v.a. in Naturschutzgebieten, finden. Im Süden gibt es viel großflächigere Magerrasen und auch so was wie gebüschreiche Halbsteppen und Graslandschaften. Goldhafer würde ich jetzt nicht dazu sagen, das ist eine Art, die bei uns vor allem in montan geprägten Wiesen, also solche in etwas höherer Lage, vorkommt.
    Geändert von nunatak (15.01.2018 um 08:08 Uhr)

  10. Lebt im Forum
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Waldhexe Beitrag anzeigen
    Ihr könnt entweder Eure Wiese vergrößern, also möglichst alle Biomasse (Geäst und Laub) runternehmen und auf der Fläche das normale Mahdregime wie bei der Wiese auch. Die Fläche entwickelt sich dann schon, einfach durchhalten! Auch die Zwischenstadien mit Ruderalpflanzen und anfangs vielleicht Nährstoffzeiger haben ihren Reiz und ihre Funktion!
    Gekaufte Mischungen sollte man nur im Notfall verwenden, da sie nie standortgerecht sind.
    Okay, dann weiß ich schon was ich demnächst mache. rechen, rechen, rechen.

    Oder Ihr lasst aus dem Gehölzstreifen eine Feldhecke werden, macht also gar nichts außer mähen bis an den Rand. Die Brombeeren gehen zurück, so bald andere Sträucher höher werden, Ihr könnt da aber auch nachhelfen und die Brombeeren immer wieder über dem Boden abschneiden. Die Feldhecke am besten alle 5-10 Jahre (je nach dem, wie hoch sie werden soll) abschnittsweise auf den Stock setzen, d.h. etwa 10 cm über dem Boden absägen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr noch heimische Blüh- und Fruchtsträucher nachpflanzen.
    Die Grundstücksgrenze unten an dem Weg war zum Teil schon mal Feldhecke. Und soll auch wieder eine werden. Zum Teil vermutlich schwierig, wegen der großen Eiche und den noch größeren Eichen des Nachbargrundstücks ist es sehr schattig. Was wir rausgenommen haben, und was auf keinen Fall wieder hoch kommen soll, sind die Bäume und Sträucher, die innerhalb der Hecke, quasi mitten auf der Wiese hochgewuchert waren. Im Randbereich wollen wir rundum Hecke haben. Für den Totholzzaun haben wir z.T. bestehende Hasel, Buchen und Holunder als Stützen benutzt. Die gesetzten Pfähle der Totholzhecke sollen langfristig durch "lebende Pfähle" ersetzt werden. Zu dem Zweck hab ich schon einige Ebereschen direkt am Zaun gepflanzt und 60 Weiden direkt am Zaun gesteckt (Silberweiden und Purpurweiden), das sollen mal niedrige Kopfweiden werden. Innen und außen am Zaun habe ich in der Umgebung gesammelte Beeren gesät, Weißdorn, Hagebutte, Schneeball, Schlehe, Holunder, Liguster, mal sehen, ob was hochkommt.

    Wegen weiterer Vogelgehölze denke ich auch nach. Es gibt etwa 90 lfm Rotbuchenhecke, die zwar ein guter Sichtschutz, aber eigentlich recht monoton ist. Da sie altersbedingt lückig geworden ist ist und nach dem Herausnehmen der großen Buchen noch lückiger werden wird, überlege ich, die Lücken dann mit anderen Gehölzen zu füllen.


    Oder Ihr pflegt das ganze als Saumbiotop und mäht nur alle zwei Jahre. Dazu müsstet Ihr ebenfalls alles runter nehmen und nur alle zwei Jahre einmal mähen. Auch dann das Mähgut abnehmen und erst im Frühjahr mähen, da gerade bei Saumpflanzen die Blütenstände wichtiges Winterfutter für Vögel darstellt.
    Schritt 1 ist jetzt klar: Laub und Äste weg. Dann schauen wir mal, was der Frühling bringt. Außer Brombeeren.

    Je nach dem, wie breit Euer Grundstück ist, wäre die Kombination Feldhecke und Saumbiotop am besten für Flora und Fauna, das brächte am meisten Vielfalt!
    Das Grundstück hat etwa 2200 qm in Dreiecksform , ca. 90 x 90 x 50 m, es ist also Platz für Experimente (und 230 lfm. Hecke)

    Danke für den Input (auch an Nunantak)!
    Geändert von Sarekmaniac (14.01.2018 um 20:55 Uhr)
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
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  11. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Was die einheimischen Tagfalfer betrifft komme ich weitestgehend ohne Bestimmungsbuch aus. Zumal ich einmal selbst gesammelt hab. Aber Bulgarien und der gesamte Balkanraum ist entsprechend nach dem Zürückweichen der Eiszeit von anderen Arten durchsetzt. Vergletscherungen gabs wohl nicht überall.
    Bei diesem Tier hier hab ich Schwierigkeiten ob es der ganz normale Zitronenfalter oder... ist. Er hat mir permanent nicht den Gefallen getan, mal die Flügel aufzuklappen, denn die Art, die ich vermute wäre dann leicht erkennbar gewesen.(Fundort Pirinhütte, 1600m Juno 2012, Piringebirge, Bulgarien). Ich hatte so etwas orangenes auf den Vorderflügeln gesehen. Habe allerdings kein Vergleichsmaterial.

  12. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Was die einheimischen Tagfalfer betrifft komme ich weitestgehend ohne Bestimmungsbuch aus. Zumal ich einmal selbst gesammelt hab. Aber Bulgarien und der gesamte Balkanraum ist entsprechend nach dem Zürückweichen der Eiszeit von anderen Arten durchsetzt. Vergletscherungen gabs wohl nicht überall.
    Bei diesem Tier hier hab ich Schwierigkeiten ob es der ganz normale Zitronenfalter oder... ist. Er hat mir permanent nicht den Gefallen getan, mal die Flügel aufzuklappen, denn die Art, die ich vermute wäre dann leicht erkennbar gewesen.(Fundort Pirinhütte, 1600m Juno 2012, Piringebirge, Bulgarien). Ich hatte so etwas orangenes auf den Vorderflügeln gesehen. Habe allerdings kein Vergleichsmaterial.
    Schönes Bild! Es gibt in Bulgarien die ähnlich aussehende Art Gonepteryx farinosa, u.a. etwas größer, mit etwas undeutlicherem Diskoidalfleck und dickerer Beschuppung
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gonepteryx_farinosa

    Habe ich gerade aber nur gegoogelt, am besten mal einen Blick in "Tom Tolman, Richard Lewington: Die Schmetterlinge Europas und Nordwestafrikas" werfen, da ist alles drin.

  13. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Na an den G. farinosa hatte ich nicht gedacht, Aber sehr intressant, denn das Strumatal ist gleich nebenan in 15 km Entfernung. Ich habe an eine Form des G.cleopatra. Cleopatra -Falters.gedacht, aber....
    Ich verwende das Werk von LionelHiggins/NormanRiley ansonsten die Bücher von Manfred Koch und deren Nachausgaben.

  14. Alter Hase
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Wie sind bei euch denn die Fundorte von Satyrus circe, ok in deutsch,-Weißen Walportier und Großem Waldportier gesichert. Wohl noch die einzigsten heimischen Vorkommen in Deutschland. Wenn ich dein BW als Baden Würtemberg richtig definiere.
    Oder UL? für Ulm
    Geändert von Abt (17.01.2018 um 04:13 Uhr)

  15. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Wie sind bei euch denn die Fundorte von Satyrus circe, ok in deutsch,-Weißen Walportier und Großem Waldportier gesichert. Wohl noch die einzigsten heimischen Vorkommen in Deutschland. Wenn ich dein BW als Baden Würtemberg richtig definiere.
    Oder UL? für Ulm
    Weißer Waldportier ist RL1 in BW, sieht also leider nicht so gut aus

  16. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Da du mit deinen Bäumen immer Saumbereiche haben wirst zwischen Gehölzen und Wiese, würde ich eher einmal jährlich mähen, schon um die Nährstoffe schneller rauszubekommen. Ich halte Wiesen in Kombination mit Säumen und Feldgehölzen für die hochwertigeren Lebensräume als eine Kombination Feldhecke und Saumbiotop. Letzteres werden vielleicht manche Vogelarten bevorzugen, mit Wiesenanteil ist es besser für Pflanzen und Insektenreichtum. Hauptsache ist aber, du bleibst dran, dann machst du auf jeden Fall etwas sehr Gutes für die Natur
    Von einer Kombination des Saums/Gehölz mit Wiese bin ich ausgegangen, da ja der Großteil der Fläche (so habe ich das verstanden) als Wiese gepflegt wird.
    Saumbiotope stellen sich nicht von selbst ein sondern nur bei reduziertem Mahdregime. Diese sind artenreich und wertvoll, auch wenn die Standorte die ersten Jahre noch nährstoffreich sind. Die Artenzusammensetzung ändert sich dann eben im Laufe der Jahre. Ich halte also das Abmagern nicht für zwingend notwendig, wenn man so schnell wie möglich Vielfalt und dadurch Artenreichtum erreichen will.
    Ich sehe z.B. auch das Tagpfauenauge (Futterpflanze der Raupen Brennessel = Stickstoffzeiger; Pflanze nährstoffreicher Säume) immer seltener, da nützt es nichts, Schmetterlingssträucher anzupflanzen...

    Gruß,

    Claudia
    Mein Blog zum Draußensein mit allen Sinnen: www.wanderluchs.de

  17. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Insekten werden immer weniger

    Hab gerad mal vergeblich nach dem Artenverzeichnis Deutschlands/BW in der Roten liste gesucht.
    Hat mal jemand den richtigen Link?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_L...ungskategorien
    (Nach der Kategorisierung wäre der Wolf nicht drin.)

  18. AW: Insekten werden immer weniger

    Klick dich durch diese Sammlung mal durch:
    https://www.protect-nature.org/infos...k/rote-listen/
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  19. AW: Insekten werden immer weniger

    LUBW

    Gruß,

    Claudia
    Mein Blog zum Draußensein mit allen Sinnen: www.wanderluchs.de

  20. AW: Insekten werden immer weniger

    Zitat Zitat von Waldhexe Beitrag anzeigen
    Von einer Kombination des Saums/Gehölz mit Wiese bin ich ausgegangen, da ja der Großteil der Fläche (so habe ich das verstanden) als Wiese gepflegt wird.
    Saumbiotope stellen sich nicht von selbst ein sondern nur bei reduziertem Mahdregime. Diese sind artenreich und wertvoll, auch wenn die Standorte die ersten Jahre noch nährstoffreich sind. Die Artenzusammensetzung ändert sich dann eben im Laufe der Jahre. Ich halte also das Abmagern nicht für zwingend notwendig, wenn man so schnell wie möglich Vielfalt und dadurch Artenreichtum erreichen will.
    Ich sehe z.B. auch das Tagpfauenauge (Futterpflanze der Raupen Brennessel = Stickstoffzeiger; Pflanze nährstoffreicher Säume) immer seltener, da nützt es nichts, Schmetterlingssträucher anzupflanzen...

    Gruß,

    Claudia
    Ok, dann habe ich das falsch verstanden, sorry. Ich bin quasi von einem flächigen Saum ausgegangen, was nur bei regelmäßig eingestreuten Gehölzen/Büschen möglich wäre. So etwas kann natürlich auch interessant sein, je nachdem, was ich fördern möchte.

    Bei einschüriger Mahd werde ich am Rand einer Wiese zu den Gehölzen bzw. Wald hin saumartige Stukturen haben, zumindest wenn ich nicht zu früh mähe, alleine schon wegen dem Licht- und Feuchtigkeitsgradienten von Wiese zu Gehölzen hin, den ich dort habe. Eine späte Mahd ab Juli/August fördert die generell eher später blühenden Saumarten, die ich dann z.T. auch in der Fläche habe. In meiner Streuobstwiese , die ich ca. einmal jährlich mähe, wachsen z.B. am Rand jede Menge Walderdbeeren

    Auch das Tagpfauenauge wird natürlich seltener. Insgesamt gesehen ist es aber bestimmt noch eine der häufigeren Tagfalterarten. Brennnesseln werden sich auf Dauer nur an nährstoffreichen, gestörten Stellen halten (solche Stellen wird es immer geben), auch solch eine Ecke mit Brennnesseln gibt es im Moment noch in meiner Wiese. Durch die einschürige Mahd wird es aber auch in dieser Ecke hoffentlich bald nährstoffärmer und somit auch dort mehr Wiesenarten geben.

    Die wirklich gefährdeten Schmetterlingsarten nach RL sind letztlich auf ganz bestimmte Raupenpflanzen angewiesen. Von diesen oft ebenfalls gefährdeten Raupenpflanzen wachsen die meisten auf mehr oder weniger nährstoffarmen Wiesen und Weiden bzw. Magerrasen und Feuchtwiesen. Eine seltene Schmetterlingsart, die auf stickstoffliebende Saumarten angewiesen ist, fällt mir gerade nicht ein. Der seltene Storchenschnabel-Bläuling kommt zwar an thermophilen Säumen mit Blut-Storchenschnabel vor, diese Flächen sind aber auch ziemlich nährstoffarm. Ich würde letztlich als eher die blütenpflanzenreiche Wiese für den für Schmetterlinge wichtigeren Biotop halten. Aber Vielfalt ist Trumpf, und von daher sind auch Saumbiotope insgesamt gesehen sehr wichtig. Und selbst Schmetterlingssträucher schaden nicht wirklich
    Geändert von nunatak (18.01.2018 um 14:50 Uhr)

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