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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #41
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen

    Meist scheitert das dauerhafte Leben draußen schlicht am Alter und Gesundheit.
    Das mit dem Alter ist kein Argument. Mit der Logik könnte man über jeden Menschen, der ein stinknormales bürgerliches Mittelschichtleben geführt hat, sagen, sein ganzer Lebensentwurf sei gescheitert, wenn er mit 82 auf einmal nicht mehr allein zurecht kommt und aus seinem abbezahlten Haus ins betreute Wohnen gehen muss.

    Und Krankheit kann desgleichen jeden aus der Bahn werfen.

    Eine Vorstellung und einen Plan, wie der letzte Lebensabschnitt aussehen soll, was man tut, wenn man allein nicht mehr kann (oder will), sollte jeder haben, ob "Aussteiger oder "Normalo". Und häufig wird diese Zeit sich vom bisherigen Leben unterscheiden, was die äußeren Rahmenbedingungen angeht. Auch bei "Aussteigern". Mir fällt da Dick Proenneke ein, der, bis er fünfzig war, als Techniker in der Ölindustrie sein Geld verdiente, dann 30 Jahre als Trapper und Fischer in einem selbstgebauten Blockhaus völlig allein in Alaska lebte und mit Anfang 80 nach Kalifornien zog, wo er seine letzten Jahre ganz "urban" verbracht hat.

    (Die Filme die Proenneke über den Hausbau und sein Leben gedreht hat sind absolut faszinierend. Zumindest in Auszügen im Netz zu finden).


    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )
    Geändert von Sarekmaniac (27.08.2016 um 20:27 Uhr)
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #42
    @Bockwurst

    Und ähnlichen Bedingungen habe ich ebenfalls das Aussteigen "geprobt". Allerdings ging es mir dabei nicht wie dem verlinkten Dick Proenneke, sondern ich habe mir im Winter beim Zäune ziehen eine schwere Lungenentzündung geholt und lag lange im Krankenhaus. Nachdem ich dann drei Monate später eine weitere schwere Krankheit hatte - ebenfalls Unterkühlung / Auszehrung - habe ich meine Pläne ein wenig überdacht und nach dem Exkurs ins Ausland hatte sich das ziemlich erledigt. In meinem Fall stimmt casts Aussage also.

    Hätte ich damals nach einem längeren Berufsleben Ersparnisse oder eine Altersvorsorge gehabt, hätte ich sicherlich die Bedingungen anders setzen können und damit glücklich werden können. So sehe ich es durchaus als Unterschied an, ob man vom Fischen und Jagen lebt oder in der Tierhaltung arbeitet. In meinem Fall war es als "Existenzgründung" gedacht und das hat einfach nicht funktioniert. Und wenn ich mir heute den Zustand meiner Gelenke anschaue, so bezweifle ich, dass ich das bis zum Rentenalter hätte machen können. Ich sehe Alter also durchaus als einen limitierenden Faktor. Nicht umsonst gab es ja früher (und heute wohl auch noch?) ein Altenteil.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #43
    als Techniker in der Ölindustrie sein Geld verdiente, dann 30 Jahre als Trapper und Fischer in einem selbstgebauten Blockhaus völlig allein in Alaska lebte und mit Anfang 80 nach Kalifornien zog, wo er seine letzten Jahre ganz "urban" verbracht hat.
    Also ist sein Ausstieg in die Natur am Alter/Gesundheit gescheitert.

    Mancher schafft es bis 80, andere nur bis Anfang 70, irgendwann wird es zuviel.

    Im Alter draußen überleben geht nur in der Gruppe wo die Jungen für die Alten sorgen, egal ob Steinzeit oder heute und ehrlich, wer 30 Jahre allein in der Wildnis lebt ist sicher nicht freiwillig zurück in die Zivilisation und er hat dort sicher nicht gern den Rest seines Lebens verbracht.
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #44
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Also ist sein Ausstieg in die Natur am Alter/Gesundheit gescheitert.
    Ich kann das nicht als Scheitern sehen. er hat einige Jahrzehnte so gelebt, wie er es vermutlich erträumt hat, denn sonst hätte er es nicht gemacht, vor allem so lange. Und jeder wird alt (zum Glück die meisten von uns). das ist doch kein Scheitern, wenn er erkennt, dass er zu alt ist, alleine zu leben bzw unter diesen Umständen. vor diese Frage, was er machen soll und kann (so weit er zu einer eigenständigen Entscheidung in der Lage ist, wird letztlich jeder gestellt. Und wer weiß, vielleicht genießt man dann auch wieder, eine neue Lebensphase zu beginnen. Ich kann mir vorstellen, dass man das dann auch wieder als spannend ansehen kann. Kommt halt drauf an, was für ein Mensch man ist oder?
    Genauso wie man erst eine heiße Dusche wertschätzen kann, wenn man sie lange nicht hatte.

    Also ich weiß schon, wo ich hinziehe, wenn ich denn gar nicht mehr kann. ;) Und natürlich will ich vorher noch alles mögliche (er)leben, wenn ich das bis 80 schaffe, selbstbestimmt zu leben, das wäre doch erfreulich und ein Erfolg.
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #45
    Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Jahre es her ist, dass ich von Tom Neale gehört und dann gelesen habe, das war schon einiges vor den Zeiten des Internet.
    Er war und ist immer noch mein Vorbild, was selbstbestimmtes Leben angeht. Die Segler unter euch werden ihn sicherlich kennen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Neale -
    an island to oneself.
    Ich kann es nur empfehlen.
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #46
    Die "Rückkehr" ins Urbane aufgrund des Alters ist Ausdruck von Wohlstand, denn konsequenterweise hätte er dort sterben müssen. Aussteigen ist vor diesem Hintergrund doch eher der Ausstieg eines Bahnfahrers, der zwar jetzt die Bahn endgültig verlässt, im Hinterkopf aber weiß, dass er jederzeit wieder zusteigen kann. Das ist Luxus pur. Daher verbinde ich das Wort "Aussteigen" nur mit hochentwickelten Gesellschaften, die eine Wahlmöglichkeit bieten, so dass Aussteigen gar kein Aussteigen, sondern ein alternatives Lebenskonzept unter Vielen ist. Woanders nennt man diese Lebensform Broterwerb oder schlicht: Überleben.

    Nie wurde mir das so deutlich, wie in einem kleinen Laden, als wir Aussteiger - aus unserer Sicht von Geldnot gequält - einkaufen gingen, und ich den Blick eines alten Mannes sah. Was wir als Geldnot ansahen, war für ihn purer Reichtum. Vermutlich hatte er noch nie soviel Geld auf einmal in der Hand gehabt (50 Mark waren das, ein Feldarbeiter bekam in de Erntezeit 7 Mark pro Tag für 12 Stunden Arbeit, das war also mehr als ein Wochenlohn, den wir für Wurst, Käse, Mehl verballert haben). Da habe ich begriffen, was es heißt, die Wahl zu haben. Dass Welten zwischen naturnah leben/aussteigen und ausschließlich von und mit der Natur leben MÜSSEN liegen. Und da ist ohne Anbindung an Familie, Dorfgemeinschaft oder Zivilisation die Krankheit oder das Alter der sichere Tod.

    @Gernstel
    Guter Beitrag.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    Avatar von atlinblau
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #47
    Das „Aussteigen aus der Natur“ war so wie ich es sehe ja kein Zwang. Ein Großteil der menschlichen Entwicklung bestand im Ziel, von der Natur unabhängiger zu werden. Insbesondere die medizinische Versorgung und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln durch Arbeitsteilung sind als Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere wer Kinder hat, wird dies seinen Kindern nicht vorenthalten wollen bzw. als Backup-Szenario in seinem Aussteigerplan berücksichtigen. Die „Vorzeit“ ist jedoch noch immer unser genetisches Erbe, so wie in jedem Schoßhündchen auch noch ein Wolf steckt. Mich dieses Erbe zu vergegenwärtigen kann ich nur outdoor.
    Was mir jedoch bei Aussteigern als Motivation manchmal auffällt, ist ihre Sehnsucht nach zeitlich unbefristeter bewusster Ablehnung von sozialen Kontakten. Wenn sie ihr Aussteigersein nicht medial vermarkten praktizieren sie mit dem „Aussteigen in die Natur“ eine freiwillige soziale Ausgrenzung. In archaischen Gesellschaften war soziale Ausgrenzung jedoch ein Todesurteil.
    Das macht mich nachdenklich.

    Thomas

  8. Freak Liebt das Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #48
    war so wie ich es sehe ja kein Zwang.
    Was mir jedoch bei Aussteigern als Motivation manchmal auffällt, ist ihre Sehnsucht nach zeitlich unbefristeter bewusster Ablehnung von sozialen Kontakten.
    Jo, deswegen ist es kein Ausstieg sondern zivilisatorischer Unsinn. Andere legen sich bei ihrem Psychologen auf die Couch oder suchen sich eine 30 Jahre jüngere Frau. Manchen reicht auch eine Harley und wenn die Phase vorbei ist leben sie zufrieden weiter.

    Wer lebt denn so, daß er sagt "ich kann mir nix anderes vorstellen, alles ist super"?

    In der heutigen Arbeitswelt ist sehr wenig "super".
    Großstädter träumen dann halt von der "reinen Natur".

    Nach einem ordentlichen Lotto Gewinn steige ich auch aus.
    Ein Bauernhof in Mittelschweden mit 1000ha Wald drumherum reicht mir.
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    Vilhjalmur Stefansson

  9. Erfahren

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #49
    Ein Bauernhof in Mittelschweden mit 1000ha Wald drumherum reicht mir.
    Und fristest fortan Deine Tage im Wald damit, deutsche Wildzelter am Verbrennen ihres Toilettenpapiers zu hindern. Ich bin gespannt, wann Dich der erste fragt, ob Du auch einen Brötchen-Service anbietest.

  10. Alter Hase
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #50
    Äh. Hm.
    n'schuldigung.

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #51
    Zitat Zitat von atlinblau Beitrag anzeigen
    Was mir jedoch bei Aussteigern als Motivation manchmal auffällt, ist ihre Sehnsucht nach zeitlich unbefristeter bewusster Ablehnung von sozialen Kontakten. Wenn sie ihr Aussteigersein nicht medial vermarkten praktizieren sie mit dem „Aussteigen in die Natur“ eine freiwillige soziale Ausgrenzung. In archaischen Gesellschaften war soziale Ausgrenzung jedoch ein Todesurteil.
    Das macht mich nachdenklich.

    Thomas
    Um den Gedanken weiter zu spinnen bzw in eine andere Richtung zu schuppsen. Die Menschen waren es gewohnt, in relativ kleinen Gruppen zu leben und unterwegs zu sein und etwas später in ebenfalls überschaubaren Gruppen zu siedeln. Ich glaube, wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, dass Arbeitsteilung Sinn macht und sich dadurch immer größere Gruppen von Menschen bis dann hin zu Staaten etc gebildet haben.
    Aber all das (unabhängig davon, wie man das bewertet), entfernte den Menschen von der Natur, von welcher er ja ein Teil ist und war. Und so sehr ich Städte mag und manche sogar liebe, einen Verlust spüre ich ganz massiv, wenn ich nur dort sein muss. Mehr Ich fühle ich mich, wenn ich draußen bin. Ich sehe das auf jeden Fall nicht als Ablehnung von Kontakten wie atlinblau, das mag auch ein Grund für manchen sein, aber mein Hauptkommunikationspartner, wenn ich unterwegs bin ist das, was an Natur um mich herum ist.
    Die meisten kennen das, wenn man unterwegs Menschen begegnet, ist das meist etwas, worüber man sich freut.

    Aber da ich nicht Lotto spiele, werde ich mir keine Hütte in Schweden kaufen können, sonst würde ich das sofort machen, aber vielleicht gibt Cast ja einen Bruchteil seines großen Gewinns dann ab oder stellt eine Hütte kostenfrei zur Verfügung.
    aber erst steht eh die längere Reise an.
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  12. Gerne im Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #52
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    ...werde ich mir keine Hütte in Schweden kaufen können, sonst würde ich das sofort machen...
    Finde den Fehler... Die Hütte kauft man sich nicht, die Hütte muss man bauen.
    Bockwürste? Wokbürste!

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #53

    Cast erschlägt oder erschießt mich, wenn ich seinem Wald eine Hütte bauen würde (andere Waldbesitzer vermutlich auch)
    ne, ich mag ja gerade die alten Hütten besonders gern, wo schon einmal Menschen gelebt haben.
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  14. Lebt im Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #54
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Ich kann das nicht als Scheitern sehen. er hat einige Jahrzehnte so gelebt, wie er es vermutlich erträumt hat, denn sonst hätte er es nicht gemacht, vor allem so lange. Und jeder wird alt (zum Glück die meisten von uns). das ist doch kein Scheitern, wenn er erkennt, dass er zu alt ist, alleine zu leben bzw unter diesen Umständen. vor diese Frage, was er machen soll und kann (so weit er zu einer eigenständigen Entscheidung in der Lage ist, wird letztlich jeder gestellt. Und wer weiß, vielleicht genießt man dann auch wieder, eine neue Lebensphase zu beginnen. Ich kann mir vorstellen, dass man das dann auch wieder als spannend ansehen kann. Kommt halt drauf an, was für ein Mensch man ist oder?
    Genauso wie man erst eine heiße Dusche wertschätzen kann, wenn man sie lange nicht hatte.

    Also ich weiß schon, wo ich hinziehe, wenn ich denn gar nicht mehr kann. ;) Und natürlich will ich vorher noch alles mögliche (er)leben, wenn ich das bis 80 schaffe, selbstbestimmt zu leben, das wäre doch erfreulich und ein Erfolg.
    Sehr schoen, meine Gedanken gingen in eine aehnliche Richtung.

    Aehnliche Ablaeufe, wenn auch nicht so extrem, erleben ich haeufiger in unserer Gegend in Italien.

    Haetten z.B. n der Naehe von TerraNonna einen Nachbarn, ca 80 Jahre alt, der seine Zeit im Wald und seinen Obstbaeumen zugebracht hat. Z.B. an der Motorsaege und mit Axt hat er uns locker Einen vorgemacht.
    Jetzt macht sein Ruecken nicht mehr mit und er ist ist ein Stueck oeberhalb im Ort.

    In Italien (zumindest bei uns in der Suedtoskana) ist aber imho auch eine andere Kultur, was Alte und Aelteste betrifft, die sind nicht irgendwo "anders" im Altersheim, sondern mitten in der Gesellschaft, den Orten, es gibt bei uns in der Gegend eigentlich keinen Ort, wo nicht an etlichen Stellen z.B. an der Hauptstrasse / Bushaltestelle von denjenigen Stuhlkrreise aufgebaut sind, wo sie zusammen chillen. Es wird mit Achtung von ihnen gesprochen, sie werden um Rat gefragt usw
    Erinnert mich teilweise etwas daran, wie ich den Umgang innerhalb der Staemme der northamerican Natives kennengelernt habe.

  15. Freak Liebt das Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #55
    @sternenstaub

    vielleicht hast du falsvhe Vorstellungen von den Immobilienpreisen in Schweden.
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    Vilhjalmur Stefansson

  16. Dauerbesucher
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #56
    danke Khyal. Ich denke, man sollte das Leben (auch sein eigenes) eh in Phasen sehen, das relativiert dann doch einiges, nichts ist für die Ewigkeit, noch nicht einmal die kleine Ewigkeit, die man selber lebt.

    Cast, oh, ich informiere mich da durchaus, gestern habe ich zB eine Hütte für 10.000 € gefunden, aber leider werde ich die nächsten 3-4 Jahre nicht genügend Geld zum Sparen haben und danach muss ich erst einmal schauen, was noch geht.
    Da ich im nächsten Jahr ja mein Arbeitsleben beenden will, wird es finanziell knapp, außer mein Sohn verdient neben dem Studium noch die dicke Kohle (wie er beabsichtigt). Das Leben bleibt voller Möglichkeiten
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  17. Freak Liebt das Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #57
    OT: Na wenn du das Geld bis jetzt nicht hast, wird das auch nix während der Rente.

    Ansonsten geht's kaum billiger als irgendwo in Mittelschweden, möglichst weit entfernt vom nächsten Skigebiet oder Küste.

    Für den, den es interessiert: http://www.hemnet.se/

    Geändert von cast (28.08.2016 um 13:17 Uhr)
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    Vilhjalmur Stefansson

  18. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #58
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Also ist sein Ausstieg in die Natur am Alter/Gesundheit gescheitert.

    Mancher schafft es bis 80, andere nur bis Anfang 70, irgendwann wird es zuviel.

    Im Alter draußen überleben geht nur in der Gruppe wo die Jungen für die Alten sorgen, egal ob Steinzeit oder heute und ehrlich, wer 30 Jahre allein in der Wildnis lebt ist sicher nicht freiwillig zurück in die Zivilisation und er hat dort sicher nicht gern den Rest seines Lebens verbracht.
    Und wieso ist so eine Lebensphase "gescheitert", wenn es im Alter zuviel wird und man sein Leben noch mal verändert? Dazu müsste man auf den Verlauf dieser Lebensphase schauen. Wi wäre es ganz neutral mit: "Lebensphase abgeschlossen"?

    Und: Im Alter draußen überleben geht auch in der Gruppe nicht, denn auch wenn Jüngere für einen sorgen, wird man sterben, wer hätte das gedacht.

    Und zu dem Thema "freiwillig": Scheinbar hat er dort lieber seinen Lebensabend verbracht als in der Hütte, sonst wäre er ja nicht gegangen. Also freiwillig. Wenn die körperlichen Einschränkungen zunehmen, verändern sich die Wünsche automatisch und passen sich den Möglichkeiten an. Ist zumindet bei den, wie ich finde, recht "weisen" älteren und alten Menschen so, die ich persönlich kenne.

    30 Jahre ist mehr als eine Phase, das ist das halbe Erwachsenenleben. Aber Proenneke war 52, als er dieses Leben angefangen hat, ausprobiert hatte er es vorher schon, d.h. er hat schon immer seine freie Zeit in der Wildnis verbracht. Und in seinem Arbeitsleben hat er, wenn ich mich recht entsinne, vier Berufe ausgeübt (Soldat, Mechaniker, Zimmermann, Lachsfischer. Das lässt auf die Fähigkeit schließen, sich zu verändern. Kein Grund also anzunehmen, dass die letzte Veränderung "unfreiwillig" war.

    Ich überlege die ganze Zeit, wie das Ende eines Aussteigers auszusehen hat, damit er vor Casts und Torres gestrengem Urteil kein gescheiterter Aussteiger ist. Im Wald tot umkippen und verwesen, wäre das für Euch ein akzeptables Ende eines Aussteigerlebens?

    Mir fällt eine Antwort ein: In Grimmelshausens "Abentheuerlichem Simplicissimus Teutsch" gibt diesen Einsiedler, den "Waldmenschen", der Simplicissimus aufnimmt und erzieht (ohne dass die beiden voneinander wissen, dass sie Vater und Sohn sind). Der hebt im hohen Alter sein eigenes Grab neben seiner Höhle aus und legt sich jeden Abend zum Schlafen rein. Man könnte jetzt natürlich monieren, dass er das Grab nicht selbst zugeschaufelt hat...
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #59
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    ....Ich überlege die ganze Zeit, wie das Ende eines Aussteigers auszusehen hat, damit er vor Casts und Torres gestrengem Urteil kein gescheiterter Aussteiger ist. Im Wald tot umkippen und verwesen, wäre das für Euch ein akzeptables Ende eines Aussteigerlebens?

    Mir fällt eine Antwort ein: In Grimmelshausens "Abentheuerlichem Simplicissimus Teutsch" gibt diesen Einsiedler, den "Waldmenschen", der Simplicissimus aufnimmt und erzieht (ohne dass die beiden voneinander wissen, dass sie Vater und Sohn sind). Der hebt im hohen Alter sein eigenes Grab neben seiner Höhle aus und legt sich jeden Abend zum Schlafen rein. Man könnte jetzt natürlich monieren, dass er das Grab nicht selbst zugeschaufelt hat...
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    #60
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Ich fühle ich mich, wenn ich draußen bin. Ich sehe das auf jeden Fall nicht als Ablehnung von Kontakten wie atlinblau...
    Kleines Missverständnis...ich meinte eine zeitlich unbefristete soziale Distanz.
    Wenn ich draußen bin erlebe ich mich auch intensiver, freue mich aber immer wieder auf
    mein soziales Umfeld. Ohne beidem würde mir etwas fehlen.
    Wie sagte doch Fräulein Smila:
    "Wenn man das Irdische begrenzt, macht man das Denken für das Geistige frei."

    Thomas

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