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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    da wo es zu viel Menschen und zu wenig Natur gibt
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #21
    OT: worüber ich immer wieder stolpere. Allein sein hat nichts mit einsam zu tun, das sind schon mit Grund zwei verschiedene Wörter.
    Two roads diverged in a wood, and I—
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  2. Freak Liebt das Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #22
    Die „heutigen Mittel“ stehen demjenigen zur Verfügung, der zum Zeitpunkt des Aussteigens Kapitalvermögen hat oder sich dauerhaft (trotz Aussteigens) Einkommen (z.B. Arbeitseinkommen) verschafft.
    Du missverstehst.

    Heutige Mittel sind Technik wie bspw. eine vernünftige Schusswaffe zur Versorgung, ich muss nicht mehr mit 10 Mann und Speeren um einen Bison herumspringen, das macht man mit dem Gewehr ganz allein.
    Dazu Stahl für Messer und Äxte und vorallem Sägen, Spaten und Hacken, Bohrer für den Hausbau. Dazu kenne ich mittlerweile Räder und Seilzüge, anders als so ein CroMagnon.
    Beheizbare Zelte die man jahrelang nutzen kann. Angelruten, Nylonleinen und Stahlhaken, Nylonnetze, Platikreusen

    Dazu Bekleidung die jedem Klima gewachsen ist. Ich rede nicht von den Outdoorklamotten die auf Gewicht gearbeitet sind, oder diese Membranspielereien, sondern Klamotten, die auch was aushalten und trotzdem schützen.

    Voraussetzung ist eine Bombenkonstitution und sehr genaue Kenntnisse und Fähigkeiten von dem was man da tut.
    Dazu gehören auch Kenntnisse von Pflanzen, Landwirtschaft, Holzbearbeitung usw.....

    DANN kann man nach 10-15 Jahren Erfahrung in der Wildnis sicher gut allein überleben.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  3. Gerne im Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #23
    Einen Komplettausstieg aus unserer Zivilisation halte ich für eine Illusion. Ich will nicht sagen, das es nicht geht. Es gibt ja Beispiele hierfür. Aber dafür muss man wirklich in vielerlei Hinsicht kerngesund sein und wissen, was man tut. Wer sich nach einem Ausstieg auch weiterhin in der Nähe der Zivilisation aufhalten möchte, Stichwort "ein Stück Land in Spanien oder anderswo kaufen und bewirtschaften", der bekommt es natürlich auch weiterhin und bis an sein Lebensende mit der örtlichen Bürokratie und unseren zivilisatorischen Errungenschaften wie z.B. Geld, Steuern usw. zu tun. Da geht gar kein Weg daran vorbei, egal in welchem Land man sich befindet. Um auch diese lästigen Dinge zu überwinden, wird man dies wirklich nur mit einem kompletten Ausstieg verwirklichen können. Wie das dann ausschaut, kann man z.B. hier lesen:

    http://www.anton-lennartz.com/trapperleben

    Das ist ein extrem entbehrungsreiches und hartes Leben und ganz bestimmt kein Spass. Und selbst wenn man dieses Leben führt, wird man nie wirklich zu 100% aus der Zivilisation ausscheren können, denn Dinge wie Werkzeuge & Ersatzteile, Lebensmittel, Kleidung, Ärtzliche Versorgung/Medikamente und noch einiges mehr sind auch weiterhin notwendig. Nicht alles was man zum Leben benötigt, kann man aus eigener Kraft herstellen oder bewerkstelligen. Man wird auf die eine oder andere Weise immer auf die Hilfe dritter und damit auch auf die Zivilisation angewiesen bleiben. Und wer dennoch den entscheidenden Schritt weiter geht, also Komplettausstieg aus der Zivilisation, der geht aus meiner Sicht im Prinzip zurück in die Steinzeit.

    Es gab ja früher so coole Fernsehserien wie "Der Mann in den Bergen". Wer wöllte nicht ein freies und ungebundenes Leben wie James Adams führen? Aber das Leben wie es uns dort gezeigt wurde, ist die pure Illusion und reine Fernsehromantik. Die Realität ist, das man im Busch schon bei einem stinknormalen Arm- oder Beinbruch oder einer banalen Infektion, also bei Angelegenheiten bei denen man sich in der Zivilisation einfach ins nächste Krankenhaus begibt, in aller Regel verreckt. Je nach Umstand mag man noch eine kleine Chance zum überleben haben, und die Situation vielleicht meistern. Das ist dann Glück. Alles was an Kranheiten darüber hinaus geht, bedeutet das sichere Ende. Reele Lebenserwartung draussen? Keine Ahnung. Vielleicht maximum 40 oder 50 Jahre, wenn es wirklich gut läuft. Wenn es scheiße läuft, ist man spätestens nach 2 Jahren oder gar noch schneller erledigt. Siehe die tragische Geschichte von Christopher McCandless/Into the Wild:

    http://www.zeit.de/2012/35/Alaska-Stampede-Trail

    Bockwürste? Wokbürste!

  4. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #24
    Ja, das ist wohl die Realität ...auch wenn nach diesen Worten mancher Traum ausgeträumt ist.
    Wir müssen uns damit abfinden wie die Welt in unserer Lebensperiode ist.
    Klar kann man versch. Wege gehen, aber wenn man das Leben und die Natur geniesen will, evtl. noch in Harmonie mit einem lieben Menschen, dann ist wohl der Totalausstieg nicht die richtige Lösung.
    Der eine mag lieber den Teilzeitausstieg, der andere 50/50, mancher wird wohl auch mit "nahezu-Totalausstieg" gut zurecht kommen. Jeder hat jedoch einen Weg dorthin - zu seinem indiv. Ziel - zurückzulegen. Und auf diesem Weg wird das Ziel sich verändern, andere Formen annehmen, neue/andere Begehrlichkeiten wecken. Da wären wir wieder mal bei "der Weg ist das Ziel" angekommen
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  5. Erfahren

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #25
    Zum Mann in den Bergen....

    Wer mag kann ja mal ins Val Grande reisen und auf der Velina Baserga Pierro besuchen.
    Dieser ist wohl das, was man landläufig als Aussteiger ansehen würde....
    Mit Pierro kann man sich dann wohl mal über seinen Freund Gianfry unterhalten.
    Gianfry war ein (leider mittlerweile verstorbener) Eremit im Val Grande.

    Will man beispielsweise leben wie Pierro oder Gianfry, ist das bestimmt machbar.
    Aber vorsicht. Wenn man nicht nur drüber redet und denkt, sondern es wirklich tut könnte man bekommen was man wollte und das könnte sich mit allen Konsequenzen ganz anders anfühlen als erwartet....

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #26
    Nur mal so phantasiert:
    In Zuge des allgemeinen Trends in Ballungsgebiete und der in vielen Ländern nicht vorhandenen Förderung strukturschwacher Regionen, dürfte es leicht sein für wenig Geld ein paar Hektar Land mitsamt Gehöft zu erwerben oder zu pachten.
    Z.B gibt es wohl in der italienisch-französischen Grenzregion quasi ganze verlassene Dörfer (GTA).
    Sowas gibt es überall anderswo auch, mehr oder weniger günstig.
    Gemüseanbau, Schweine, Ziegen, Waldwirtschaft ....
    Ein paar Euros ließen sich durch Beherbergung von Touristen erzielen.
    Ach ja, Krankenversicherung nicht vergessen.

  7. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #27
    Ja, das ist wohl die Realität ...auch wenn nach diesen Worten mancher Traum ausgeträumt ist.
    Wir müssen uns damit abfinden wie die Welt in unserer Lebensperiode ist.
    Ich würde das nach meinen Erfahrungen anders ausdrücken: Wir dürfen uns freuen, wie die Welt in unserer Lebensperiode ist. Dass wir derzeit diese Plackerei hinter uns haben und die Wahl haben, wie wir leben wollen. Natürlich ist es problemlos möglich, auszusteigen. Wie Pielinen schreibt, gibt es immer mehr einsame Dörfer, die entweder verlassen werden oder überaltert sind. Für n´Appel und n´Ei würde man da Land bekommen etc. etc.

    Nur avor empfehle ich dann erst einmal: Büffeln, büffeln, büffeln: Nutzpflanzen, Wildpflanzen, welche Pflanze wo, mit wem, welche Pflanze gegen Schädlingen, welche Pflanze leidet unter welchen Schädlingen, welche Pflanze nehme ich, wenn ich die Schädlinge nicht in den Griff bekomme, Saatgut, wie bekomme ich gutes Saatgut, welcher Boden, welcher Boden nicht, wie erkenne ich guten Boden etc. etc.
    Tierhaltung: Was fressen die Tiere, wo anbauen, wie anbauen s.o. Haltungsbedingungen: Was brauchen die Tiere, das dürfen sie fressen, was nicht, welche Krankheiten können sie bekommen, was hilft dagegen, wie komme ich an natürliche Mittel, was tue ich, wenn eine Seuche ausbricht, wie schlachte ich, was tue ich gegen Bakterien, z.B. in der Milch, wie käse ich etc. etc. etc.
    Natürich kann man das alles vor Ort durch Praxis lernen, aber das dauert viel zu lange. Nicht umsonst ist Landwirt ein Beruf und früher brauchte man das zwar nicht lernen, aber da lernte man das von den Vorfahren (inklusive der Fehler und Probleme). Wer konnte, ließ da lieber arbeiten. (Wenn ich überlege, wie ich mit meinen paar Balkonpflanzen da schon rumackere, um die optimal zu versorgen. Da dann kommt da so ein blöder Mehltau und rafft das Zeug dahin. )

    Das Problem ist doch, dass Aussteigen meist eine Folie für ein romantisch freies Leben ist. Ich habe das schon oft geschrieben: Wer wirklich auf Aussteigerniveau Landwirtschaft macht, jeden Tag zwischen 12 und 14 Stunden ackert ohne das Gefühl zu haben, auch nur einen Schritt weiterzukommen, weil immer mehr Arbeit da ist, als man schaffen kann, weil Tiere einem den Rhythmus aufprägen, ebenso die Jahreszeiten, der Hunger, die "Schädlinge", Ernteausfälle etc. etc. etc. der hat meinen vollsten Respekt. Der das dann auch noch über Jahre schafft, ohne sich zu verletzen, ohne Rheuma, ohne Infekte etc. etc. hat noch mehr vollen Respekt.

    Nur Freiheit ist etwas völlig anderes.

    .
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  8. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #28
    Dem kann ich nur zustimmen.

    Es mag jemand geben für den das die gewünschte "Freiheit" ist. Für die meisten sieht die Vorstellung aber anders aus als die Realität es dann mit sich bringen wird.
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  9. Gerne im Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #29
    Für Aussteiger wäre ggfls. ein Blick auf die Amischen oder ähnlichen Gemeinschaften eine Idee. Die Leben heute im Prinzip immer noch so, wie ihre Vorfahren vor 300 Jahren, und sind tief in der Landwirtschaft verwurzelt. Keine Ahnung, ob man da überhaupt Unterschlupf finden könnte. Jedenfalls müsste man dann nicht komplett von null anfangen und wäre auch nicht ganz alleine. Denn es gibt eine Gemeinschaft und reichlich Erfahrungen mit einem Leben weitestgehend ohne moderne Technik ect. Man ist also nicht ganz alleine bei seiner Abkehr von der normalen Welt. Das ist vielleicht die bessere Wahl im Gegensatz zur Einsamkeit auf einem Bauernhof in einem verlassenen Bergdorf in den Pyrenäen, oder einem Indianerstamm am Amazonas. Je nach eigenen Präferenzen halt....
    Bockwürste? Wokbürste!

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #30
    also, wenn ich aussteigen wollen würde, sicherlich nicht in eine solche Gemeinschaft. Da muss man sich nämlich recht strikt an die Regeln dort halten und das wäre mein Ding sicherlich nicht. Wenn man Kinder hat oder welche bekommen möchte, ich würde niemals meine Kinder dem aussetzen. Emanzipation, freiheitliche Selbstbestimmung, das kann man bei solchen Gemeinschaften mit Sicherheit vergessen.

    Ich denke, es ist eh recht unterschiedlich, was man unter Aussteigen versteht (zum Glück). Der eine versteht eine relativ einsame Hütte im Nirgendwo (Schweden, überhaupt Skandinavien, Teile von Irland, sogar in Deutschland gibt es da Möglichkeiten. Also, wenn einer ne Hütte zu vergeben hätte, ich melde Interesse an.
    Der andere einsames Bäuerlein irgendwo spielen.
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  11. AW: Aussteigen in die Natur

    #31
    Aber Deine Kinder würdest Du in so eine Hütte mitnehmen?


    -chinoook

    [edit] Hab Dich verwechselt, sorry ...
    Realität ist ein Problem von Leuten, die nicht mit Alkohol umgehen können.

  12. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #32
    So ungefähr wie in diesem Film?

    Gubben i stugan/The Old Man in the Cottage (1996)

  13. Freak Liebt das Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #33
    https://www.youtube.com/watch?v=QvcoPfLQ2nU

    Besser, der war schon ausgestiegen als er geboren wurden.
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  14. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #34
    Und hier:

    Schnupperpaket zum Ausprobieren. nur 1500 Kronen die Nacht. Und mit Zertifikat.

    http://www.besucherguide-schweden.de...-of-Sweden.php
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

  15. AW: Aussteigen in die Natur

    #35
    Am einfachsten dürfte "Aussteigen in die Natur" mit dem Segelboot funktonieren. Das bedingt aber gute Segelkentnisse, und eine gut gefüllte Bordkasse oder kräftige und dreckige Hände, um unterwegs Geld verdienen zu können.

    Jegliche sonstige Austeigerei erfordert Spezialwissen, das sich nur über viele Jahre und Jahrzehnte aneignen lässt.
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

  16. Moderator
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    Avatar von ronaldo
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #36
    Zitat Zitat von Markus K. Beitrag anzeigen
    ...Jegliche sonstige Austeigerei erfordert Spezialwissen, das sich nur über viele Jahre und Jahrzehnte aneignen lässt.
    Das gilt fürs Langzeitsegeln genauso.

  17. Erfahren

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #37
    Aussteigen woraus eigentlich? Aus der Generation x, y oder z? Aus dem Club der Steuerzahler? Der Gruppe der Schüler, der Studenten, der Selbständigen, der Angestellten, der Erwerbslosen? Aus der Langweile nahezu völliger Sicherheit? Oder Unsicherheit? Und wenn man aussteigt, steigt man dann nicht wiederum in die Gruppe der Aussteiger ein?

    Allein in einem Outdoor-Forum aktiv zu sein, hebt schon vom Durchschnitt ab und ist damit ein kleiner Ausstieg. Regelmäßig aus und mit eigener Kraft draußen unterwegs zu sein, ist offenbar schon derartig abgefahren, pardon ausgestiegen, dass dem Durchschnittsbürger heute drei Spaziergänge á 30 Minuten die Woche empfohlen werden müssen.

    Insgesamt ist mein Eindruck eine zunehmende Sehnsucht nach einer Einfachheit des Lebens. Wir leben in einem Zeitalter fantastischer, nie dagewesener Möglichkeiten. Einziges Limit sind da noch die Zeit - und oft auch noch das Geld und die Gesundheit. Wir dürfen, können und müssen ständig so viele Entscheidungen treffen wie nie zuvor. Wir haben die Wahl aus einer Million Regenjacken, aus Millionen Urlaubs- und Wanderzielen, aus unzähligen Sportarten, Ernährungsweisen, Berufen.

    Jedesmal, wenn wir uns für eine Sache entscheiden, müssen wir uns zugleich gegen Millionen anderer Optionen entscheiden. Das macht die Situation so kompliziert. Früher, im Vor-Internet-Zeitalter, waren viele Optionen gar nicht bekannt. Eine Auswahlentscheidung war somit viel einfacher, weil weniger Optionen geprüft und verworfen werden mussten.

    Die wirkliche Kunst liegt also vielleicht nicht im Aussteigen im "harten" Sinn, sondern in der Beschränkung, nicht alle Optionen wissen und prüfen zu wollen, sondern sich selbst auf etwas zu beschränken, sich damit zu bescheiden - und schlussendlich damit zufrieden oder gar glücklich zu sein.

    Nie gab es mehr Möglichkeiten als heute. Davon sind viele einfacher realisierbar durch Verzicht in Teilbereichen statt den heutigen Luxus gleich vollständig gegen - hm - Askese und Entbehrungen einzutauschen, so romantisch das aus der Distanz auch wirken mag. Ich finde es immer wagemutig, einen großen Schritt ins Unbekannte vorzupreschen statt erst einmal viele kleine Schritte zu probieren und aus den damit gewonnenen Erfahrungen seinen Weg zu finden.

    Der Themenstarter hat sich offenbar bereits entschieden und seit März nicht mehr gemeldet. Er hat seinen Worten nach auch bereits im Vorfeld einige Erfahrung gesammelt. Möge ihm sein Weg gelingen!

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #38
    Zitat Zitat von Gernstel Beitrag anzeigen
    Aussteigen woraus eigentlich?!
    Für mich kann ich das beantworten. Aus dem Zwang Einkommen erwirtschaften zu müssen, ob für studierenden Partner, abhängige Kinder, für mich selber, um nicht abhängig von jemandem zu sein. Es gibt Verpflichtungen, denen man schwer entkommt und die man durchaus als solche akzeptiert. aber wenn diese Verpflichtungen nicht mehr vorhanden sind, auslaufen, gibt es neue Chancen auf so etwas wie Freiheit. ;)

    Für mich ist Ausstieg stark verknüpft mit Freiheit. Also wäre es niemals eine Option für mich, alte Fesseln abzustreifen und dafür neue zu erwerben. Also nix mit Amish people für Sternenstaub und irgendwelche Gemeinschaften, egal wie motiviert.

    Allein in einem Outdoor-Forum aktiv zu sein, hebt schon vom Durchschnitt ab und ist damit ein kleiner Ausstieg. Regelmäßig aus und mit eigener Kraft draußen unterwegs zu sein, ist offenbar schon derartig abgefahren, pardon ausgestiegen, dass dem Durchschnittsbürger heute drei Spaziergänge á 30 Minuten die Woche empfohlen werden müssen.
    nuja, geht es ums abheben vom Durchschnitt? Also für mich nicht. Und aktiv in einem Forum zu sein, bedeutet kaum, dass man wirklich aktiv unterwegs ist. Ich will jetzt keine Beispiele nennen, es gibt sie aber reichlich.

    Insgesamt ist mein Eindruck eine zunehmende Sehnsucht nach einer Einfachheit des Lebens. !
    da finde ich mich wieder. Je älter ich werde, desto pragmatischer und minimalistischer werde ich. Wobei mich Ausrüstung und damit verbundene Möglichkeiten noch niemals interessiert hat. Also sehe ich mich dadurch weder in Entscheidungspressure noch in Wunschvorstellungen. Interessiert mich schlicht nicht.

    Der Themenstarter hat sich offenbar bereits entschieden und seit März nicht mehr gemeldet. Er hat seinen Worten nach auch bereits im Vorfeld einige Erfahrung gesammelt. Möge ihm sein Weg gelingen!
    Das kann man nur jedem wünschen und mit auf den Weg geben: das jeder Veränderung ein Ausstieg aus dem bisherigen Leben sein kann, die man anstreben sollte, sofern man es denn möchte.
    Geändert von Sternenstaub (27.08.2016 um 00:37 Uhr) Grund: es fehlten 2-3 Worte ;-)
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  19. Gerne im Forum

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    AW: Aussteigen in die Natur

    #39
    Danke für die beiden Film-Links! Sehr interessant! Werde ich mir bei Gelegenheit mal ansehen.

    Wir sind ziemlich verwöhnt durch unsere moderne Technik und Infrastuktur! Ich spreche aus eigener Erfahrung. Unsere Familie ist in den 1970er Jahren von einer Stadtwohnung raus auf´s platte Land gezogen. Meine Eltern haben hierfür ein altes, abseits stehendes Haus auf dem Land gekauft, zusammen mit unseren Großeltern instand gesetzt und bewohnbar gemacht.

    Die technische Versorgungssituation war damals so, das es am Standort kein öffentliches Wassernetzt gab, und daher auch kein üblicher Hauswasseranschluss vorhanden war! Dafür gab es einen alten Brunnen im Garten. Die Wasserversorgung wurde dann mittels einer kleinen Hauswasserdruckerhöhungsanlage bewerkstelligt. Die Bestand im wesentlichen aus einem kleinen Wasserkessel mit einer elektrisch betriebenen Pumpe drauf, welche das Wasser bei Bedarf, sprich wenn der Kessel sich leerte, direkt aus dem Brunnen in den Kessel zog. Wenn der Strom mal ausviel, gab es kein Wasser bzw. eben nur so lange, wie noch welches im Kessel war. Und das war schon ein großer Fortschritt! Andere hatten höchstens eine Schwengelpumpe im Hof stehen, und somit noch nicht einmal fließendes Wasser im Haus! Ich kann mich auch dunkel erinnern, das es bei sehr heißen Sommern knapp werden konnte mit dem Wasser, weil dann der Grundwasserspiegel und damit auch der Brunnenspiegel sank. Dito im knackigen Winter, wenn der Frost kam und drohte, die Förderleitung einzufrieren. Ja, damals gab es noch regelmäßig knackige Winter mit mehr als -20 Grad Minus, und noch nicht solche verlängerten "kalten Sommer" wie heute!

    Gekocht, gewaschen und gebadet (Stichwort warmes Wasser) wurde mittels Propangas. Dafür gab es aber keinen Gastank im Garten nebst Gasinstallation im Haus, wie heute noch hier und da üblich. Vielmehr wurde das mittels normaler 11 Kg Campinggasflaschen realisiert, die direkt an der Verbrauchsstelle wie dem Herd bzw. der Gastherme standen, und in Rotation leer/voll regelmäßig mit dem Auto zur nächsten Propan-Abfüllstation zum Nachfüllen gekarrt werden mussten. Das war ganzjährig so und lief über ca. 17 Jahre hinweg, bis das moderne Gasnetzt kam, und ein Gasanschluss gelegt wurde.

    Beheizt wurde das Haus, bis das Gasnetzt kam, mittels einer Kohle-Zentralheizung. Die brennt und wärmt genau solange, bis die Brennkammer leer und die Kohle abgebrannt ist. Es braucht also immer einen ausreichenden Vorrat an Brennmaterial im Haus zum nachlegen, was auch regelmäßig zu erledigen war. Wenn es kalt wurde in der Bude, hatte man das Nachlegen verpennt. Die Kohle lagerte draussen im Schuppen. Schön im Winter bei -20 Grad, wenn der Hausvorrat alle war, und man Nachts bei Sturm und Kälte raus zum Nachholen musste. Dito wenn die Asche rausgetragen werden musste. Als Brennstoff diente "schicke" Braunkohle. Die Heizung heizte auch nicht automatisch! Wenn man in der kälteren Jahreszeit nach (auch kurzer) Abwesenheit nach Hause kam, war die Bude schweinekalt, und es musste erst mal angeheizt werden.

    Einen Abwasseranschluss gab es auch nicht, dafür hatte es eine Sickergrube im Garten. Wenn die voll war, musste ein Pumpwagen kommen, und die Hinterlassenschaften abholen. So war das "damals". Wobei das damals ja so lange nicht her ist. Das alles mag es in Deutschland, je nach Standort, hier und da auch heute noch geben. Man gewöhnt sich zwar an alles. Es ist, im Vergleich zu den heutigen üblichen Standarts, jedoch deutlich unkomfortabler. Von daher kann ich mir auch ganz gut vorstellen wie das Leben ausschaut, wenn man als Aussteiger in einer Hütte im Wald leben und auf all diese zivilisatorischen Highlights verzichten möchte. Das wird noch deftiger, das muss man dann auch echt wollen und man sollte wissen, was auf einen zukommt. Ich glaube fast, viele wissen das nicht.

    Geändert von Bockwurst (27.08.2016 um 10:04 Uhr)
    Bockwürste? Wokbürste!

  20. Fuchs
    Avatar von Antracis
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    AW: Aussteigen in die Natur

    #40
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Und hier:

    Schnupperpaket zum Ausprobieren. nur 1500 Kronen die Nacht. Und mit Zertifikat.

    http://www.besucherguide-schweden.de...-of-Sweden.php
    Geil, sowas suche ich schon lange für meine Bewerbungsmappe! Und es gibt auch noch ein T-Shirt!

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