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  1. Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #1
    Teil 1 - Der Rucksack

    Mein Ziel war es einen Rucksack für die beginnende Wintersaison zu entwickeln, der voluminöser und robuster als meine bisherigen sein soll, und dabei dennoch leicht bleibt.
    Das Ergebnis ist der im Folgenden vorgestellte Pack.

    Die Details:
    • Die Ausstattung dieses Rucksacks ist etwas umfangreicher als meine bisher vorgestellten, das Design wirkt dennoch minimalistisch und clean.
    • Abgerundete Ecken vermeiden ohnehin nicht ausfüllbaren Raum.
    • Mit einer Rückenlänge von 55 cm ist ein guter Kompromiss gefunden, so dass der Rucksack von mittel- bis hochgewachsenen Personen bequem getragen werden kann.
    • Der Umfang des Rucksacks beträgt 94 cm (Grundfläche 28 x 21 cm mit abgerundeten Ecken auf der Vorderseite).
    • Mittels Rollverschluss lässt sich die Höhe zwischen 75 und 60 cm variieren.
    • Dadurch kann auch das Volumen des Hauptfaches von 46 l auf 36 l reduziert werden.
    • Auf beiden Seiten befindet sich je eine schräg geschnittene Außentasche die jeweils ca. 1 l fasst. Die Tasche ist natürlich weniger für den Transport von großen Trinkflaschen geeignet, wer würde schon im Winter seine Getränke auf der Rucksackaußenseite tragen wollen, sondern dient dem schnellen Zugriff auf Kleinteile, wie Energieriegel, Stirnlampe, etc., oder zur Aufnahme der Griffe von evtl. am Rucksack befestigten Trekkingstöcken, so dass diese nicht aus der seitlichen Schnürung rutschen können.
    • Die in Form eines liegenden "V" verlaufende seitliche Schnürung folgt harmonisch dem schrägen Taschenansatz. Die Schnürung ist an der Spitze des "V" in einen Kordelhaken eingehängt. Dadurch lässt sich die Schnürung leicht lösen bzw. befestigen, so dass man z.B. Schneeschuhe schnell und bequem am Rucksack befestigen kann. Durch die Schnurführung hat man eine große Auflagefläche an dem z.B. zu befestigenden Schneeschuhen. Nimmt man Schneeschuhe mit der Bindung zwischen das "V", so sitzen diese noch sicherer. Mittels LineLoc lässt sich die Schnur noch zusätzlich straffen bzw. lockern. Das lose Ende kann hierbei in die Tasche gesteckt werden, so dass die Schnur nicht frei nach unten hängt.
    • Die elastische Schnürung auf der Vorderseite des Rucksacks ist durch Kordelhaken an zwei Punkten optisch gekreuzt. Diese Verbindung lässt sich leicht lösen bzw. schließen und bietet sich dadurch zum unkomplizierten Anbringen der Isomatte auf der Außenseite des Rucksacks an. Mittels Tanka lässt sich diese Schnürung noch straffen.
    • Das Tragesystem besteht aus ergonomisch geformten Schulterträgern, die sich angenehm den Rundungen des Trägers anpassen, und einem Rückenteil, das nahtlos in zwei Hüftflossen übergeht. Die Polsterung aus 3 mm 3D-Netz ist hierbei mehr als ausreichend. Komplettiert wird das Ensemble durch einen einfach gehaltenen Brustgurt und einen an den Hüftflossen befestigten Beckengurt.
    • Auf der Innenseite des Rückenteils befinden sich zwei Taschen, eine nach oben und eine nach unten geschlossen, die der Aufnahme einer optionalen Rückenplatte dienen.
    • Mit HyperD 300 und Nylon Zeltbodenstoff besteht der Rucksack aus durchwegs robusten Materialien.
    • Der Rucksack ist mit Rasant Corespun Garn genäht. Dennoch ist der Rucksack nicht komplett wasserdicht sondern nur stark wasserabweisend. Das ist den Französischen Nähten geschuldet, mit denen der Hauptsack genäht ist.
    • Das Gesamtgewicht des Rucksacks beträgt 385 g.



    Doch nun ein paar Bilder:



































    Geplant aber noch nicht umgesetzt ist eine passende Rückenplatte die das Gewicht auf die Hüften verteilt (Siehe Abbildung). Diese wird aus 2 mm starkem HDPE bestehen. Durch einen länglichen Ausschnitt in der Mitte liegt die Platte nicht direkt und unangenehm auf dem Rückgrat auf. Durch diesen Ausschnitt und noch zwei weitere Langlöcher seitlich davon wird die aus ohnehin schon flexiblem Material gefertigte Rückenplatte in Längsachse noch verwindbarer, so dass die natürliche Drehbewegung des Oberkörpers nicht eingeschränkt wird. Durch den Rucksack selbst und dessen Inhalt wird die dazwischen liegende Rückenplatte stabilisiert, so dass diese horizontal nicht einknicken kann. Das Gewicht wird meiner Berechnung nach bei 115g liegen.




    Mir ist durchaus bewusst, dass der hier vorgestellte Rucksack gewisse Ähnlichkeiten mit einem anderen sehr bekannten Pack aufweist. Ich kann aber versichern, dass dessen Aussehen nicht durch Kopie entstanden ist, sondern durch Verbesserung und Weiterentwicklung meiner zu früheren Zeitpunkten im Forum vorgestellten Rucksäcke.
    Um es kurz zu fassen: Wenn viele den Weg der Perfektion gehen, kommt es unweigerlich zu Begegnungen unterwegs.

    Die Herstellung wird mit wachsender Komplexität der Rucksäcke immer nervenaufreibender, so dass ich nach wie vor oder jetzt erst recht nicht plane, den Rucksackbau zu meiner Profession zu machen.
    Deshalb werde ich auch in einigen Tagen wieder den Schnitt und eine Bauanleitung ins Forum einstellen.

  2. AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #2
    Teil 2 - Die Herstellung

    Einleitung

    Diese Anleitung setzt grundlegende Nähkenntnisse voraus und beschreibt die wesentlichen Arbeitsschritte zur Herstellung des Rucksacks.
    Basiswissen, wie z.B. die Herstellung französischer Nähte, vermitteln diverse Nähforen und -wikis im Internet.
    Aufgrund der Komplexität des Schnittes und der Verwendung von dicken bzw. festen Materialien ist Näherfahrung sowie der Einsatz einer guten Nähmaschine mit starkem Motor, ggf. noch mit IDT oder einem Obertransportfuß, ratsam.

    Die gewählten Materialien sind natürlich als Vorschlag zu verstehen. Änderungen hierbei wirken sich selbstverständlich nicht nur auf die Stoffeigenschaften sondern auch aufs Gewicht aus.

    Die Teile des Schnittmusters beinhalten, sofern nicht explizit gekennzeichnet, eine Nahtzugabe von 2 cm.

    Alle im Schnittmuster angegebenen Maße sind in cm.


    Materialien
    • 1,4 lfm Stoff für Hauptfach, Taschen, Decklagen usw. (z.B. HyperD 300)
    • 0,4 lfm Stoff für Vorderteil (z.B. Nylon Zeltbodenstoff)
    • 0,8 lfm 3D-Netz, 3 mm, für Trageriemen und Rückenpolster mit Hüftflossen
    • 2,5 m Gurtband, 15 mm, für Trageriemen, Rollverschluss, Schnallen- und Brustgurtbefestigung
    • 1,0 m Gurtband, 25 mm, für Hüftgurt
    • 0,7 m Gummiband, 10 mm, starker Zug, für Taschen
    • 2,0 m Polyesterkordel, 3 mm, für Brustgurt, seitliche Schnürung
    • 1,5 m Gummikordel, 2 mm für vordere Schnürung
    • 0,7 m Ripsband, 10 mm, für Befestigung Haken und Laschen der vorderen Schnürung
    • 0,4 m Ripsband, 12 mm, für Befestigung LineLocs und D-Ringe der seitlichen Schnüren
    • 1 x 15 x 470 mm HDPE Streifen, für Rollverschluss
    • 1 x Steckschließe, 25 mm, zum beidseitigen Fädeln, für Hüftgurt
    • 2 x Steckschließe, 15 mm zum einseitigen Fädeln, Rollverschluss
    • 2 x Leiterschnalle, 15 mm, für Trageriemen
    • 4 x D-Ring, 12 mm, für Brustgurt, seitliche Schnürung
    • 2 x Handschuhhaken, für Brustgurt
    • 2 x Kordelhaken, geschlossen, für seitliche Schnürung
    • 2 x Kordelhaken, offen, für vordere Schnürung
    • 2 x Tanka, 3 mm, für Brustgurt, vordere Schnürung
    • 2 x LineLoc für seitlich Schnürung



    Zuschnitt - Maße und Anordnung auf Stoffbahn

    Alle Teile nach Zeichnung inklusive aller Markierungen auf Stoff übertragen. Anschließend Teile aus- bzw. einschneiden.

    (gestrichelte Linie = Falzkante; Strichzweipunktlinie = Markierung Taschenansatz; Pfeil = Schnittmarke; rote Linie = Ausschnitt nur an Decklage des Rückenpolsters)







    Eigentliche Herstellung - Vorbereitung und Zusammenfügen der Teile

    Verbindungsstücke Gurtbänder:
    Schnittteile entlang der Markierungen falten. Dabei beachten, dass die umgeklappte Nahtzugabe nach innen zeigt.



    Dann Gurtband einlegen und fixieren. Anschließend offene Seiten, die dem Rucksack abgewandten, kantennah absteppen. Danach Gurtband und Schnittteil entlang der Markierung in Form eines nach oben, unten und zu den Seiten hin geschlossenen X absteppen. Abschließend überstehenden Stoff abschneiden.


    Taschen:
    Die oberen Abschlüsse aller Taschen entlang der Falzlinien umschlagen (2 x), fixieren und mit knappem Abstand der inneren Kante entlang absteppen. (Achtung: Beim Rollkragen / Innentasche wird der Saum zur rechten Seite hin gefaltet!)
    Bei den Seitentaschen Gummiband (35 cm) durch den entstanden Saum fädeln und beidseitig fixieren. Anschließend Seitentaschen am unteren Rand entlang der Markierungen in Falten legen und auf den Seitenteilen fixieren.


    Trageriemen:
    3D-Netz und Decklage rechts auf rechts aufeinander legen, fixieren und entlang dreier Kanten, unter Berücksichtigung der Nahtzugabe von 1 cm, mittels eines Geradstichs miteinander verbinden. (Die obere Kante bleibt offen zum wenden). Danach die unteren Ecken beschneiden.

    Anschließend die Trageriemen auf die rechte Seite nach außen wenden und entlang der geschlossenen Seiten kantennah absteppen. Außerdem noch einen Geradstich über die gedachte Mittellinie zwischen den zwei Außenkanten nähen.

    Nun pro Trageriemen ein Gurtband in 10 cm Länge durch eine Leiterschnalle fädeln, dem Riemen zugewandt G-förmig falten (siehe Skizze), darauf fixieren und mit einem in Form eines oben und unten geschlossenen X verlaufenden Geradstich aufnähen.


    Rückenpolster:
    3D-Netz und Decklage rechts auf rechts legen und fixieren. Zuerst die Teile nur entlang der unteren Kante mittels Geradstich und unter Berücksichtigung der Nahtzugabe von 1 cm verbinden. Anschließend Gurtband zwischen Polster und Decklage an dieser Naht anlegen und fixieren. Das Gurtbandende, das später innerhalb der Hüftflosse liegen soll, ragt um 4 cm über die seitliche Kante der Hüftflosse hinaus. Dann werden die Teile auch an den übrigen Kanten mit einem Geradstich verbunden.

    Nun das Rückenpolster auf rechts wenden und kantenah zwischen den Markierungen (rote Linie) absteppen. Abschließend mit einem Geradstich, der Form eines zu allen Seiten geschlossenen X folgend, über die innen liegenden Gurtbandenden nähen.


    Rückenteil:
    Träger an der Rucksackhinterseite ansetzen, fixieren und mit einem Geradstich daran festnähen.

    Dann Träger inklusive Nahtzugabe nach innen umklappen und fixieren.

    Anschließend Rollkragen/ Innentasche auf Rucksackhinterseite auflegen und entlang der Seiten fixieren. Der Saum der Innentasche schließt hierbei mit der Markierungslinie auf der Rucksackhinterseite ab, und die rechten Seiten beider Teile zeigen nach außen.

    Als nächstes die untere Innentasche mit rechter Seite auf linke Seite des Rucksackhinterteils positionieren und fixieren. Die Markierungen von Tasche und Rucksackhinterteil liegen hierbei übereinander, und der Saum der Tasche zeigt in Richtung Rucksackunterseite. Danach mittels eines der Markierungslinie folgenden Geradstichs beide Teile miteinander verbinden.

    Nun die Tasche zum Rucksackrückteil hin umklappen und an den Seiten fixieren.


    Zusammenfügen der Einzelteile:
    Seitenteile mit Taschen und Rückenteil entlang der hinteren Ecken links auf links legen und fixieren. Riemen für Rollverschluss bzw. Schultergurte und Bänder mit eingefädelten LineLocs bzw. D-Ringen an den Markierungen auf den Seitenteilen positionieren und fixieren. Anschließend Teile mit französischer Naht zusammenfügen. Stoffüberstand zum Rückenteil hin umklappen und kantennah darauf feststeppen.

    Nun das Rückenpolster in Längsrichtung mittig und oben mit den Tragegurten, unten mit der Markierungslinie bündig abschließend auf dem Rückenpolster positionieren und fixieren. Anschließend Rückenpolster und Rucksack mit einem Geradstich nahe der Polsterkanten und entlang der zwei diagonalen Markierungslinien miteinander verbinden (rote Linie).

    Danach die bisher verbundenen Teile mit dem Vorderteil entlang der Querkante der Bodenwanne links auf links fixieren und mittels Französischer Naht miteinander verbinden. Nun den Stoffüberstand zur Bodenwanne hin umklappen und kantennah darauf feststeppen.

    Im Folgenden den Rucksack links auf links entlang der offenen Seitenkanten abstecken. Dann die als Laschen gefalteten Bänder für die vordere Schnürung und die auf die Bänder gefädelten Kordelhaken für die seitliche Schnürung an den Markierungen der Kanten fixieren und den Rucksack an den offenen Kanten mit einer Französischen Naht schließen.

    Rollverschluss
    Im nächsten Schritt den Saum der Rucksacköffnung entlang der Falzmarkierungen nach innen umschlagen (2 x). Dann den Saum an der inneren Kante kantennah feststeppen. Nun den Saum auf der Rückseite mittig von Kante zu Naht aufschlitzen (nur eine Stofflage!) und HDPE Streifen hinten mittig positioniert einschieben. Anschließend weibliche Teile der zwei kleinen Steckschließen auf Gurtband (ca. 60 cm) fädeln und die Gurtbandenden auf einer Länge von ca. 4 cm ein Mal falten. Die Steckschließen sitzen dann an den Faltkanten. Gurtband mittig auf Saum mit HDPE Streifen positionieren, gefaltete Gurtbandenden zeigen zum Saum hin, fixieren und an den zwei Längsseiten entlang festnähen. Dann noch über die Gurtbandenden in Form eines oben und unten geschlossenen X nähen.

    Brustgurt
    Im vorletzten Arbeitsschritt den Rucksack probepacken und im getragenen Zustand die Position des Brustgurtes auf den Schulterträgern markieren. Dann D-Ringe auf Gurtbänder (ca. 10 cm lang) fädeln, Bänder G-förmig falten (s.o.) und mit einem Geradstich der Linie eines oben und unten geschlossen X folgend auf Schulterträger nähen. Jetzt müssen nur noch ein Tanka auf die Polyesterkordel gefädelt und die Handschuhhaken angeknotet werden, dann kann der Brustgurt einseitig eingehängt und das lose Ende durch denselben Ring gefädelt werden.

    Abschließende Arbeiten:
    Zum Schluss alle losen Gurtbänder auf Steckschließen fädeln, ggf. kürzen, die Enden zwei Mal einschlagen und darüber nähen.

    Der Rucksack ist fertig und bereit zum Einsatz.
    Geändert von Fisherman (10.12.2015 um 21:44 Uhr)

  3. Anfänger im Forum

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    AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #3
    Klasse! Du nähst hier einen Rucksack nach dem anderen und ich bin immer noch in der Planungsphase. Auch die Anleitung ist wieder sehr hilfreich und gut gemacht.

    Allerdings habe ich noch zwei Fragen.
    Mit welchem Programm hast du das Schnittmuster erstellt?
    Und wie viel Stoff planst du für den Rollverschluss ein? (Also Rucksack ist 55cm hoch, wie lang ist dann der Rucksack mit geöffneten Rollverschluss?
    Falls ich das richtig gelesen habe sind es gesamt 91 cm?

    MfG

  4. Alter Hase

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    AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #4
    Es wird Dir viel zu wenig gedankt. Tolle Bauanleitung. Den einen oder anderen freut es bestimmt.

    Hast Du eigentlich inzwischen eine Webseite für Deine kommerziell angebotenen Unterkünfte?

  5. AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #5
    Zitat Zitat von fritz15 Beitrag anzeigen
    Mit welchem Programm hast du das Schnittmuster erstellt?
    Und wie viel Stoff planst du für den Rollverschluss ein? (Also Rucksack ist 55cm hoch, wie lang ist dann der Rucksack mit geöffneten Rollverschluss?
    Falls ich das richtig gelesen habe sind es gesamt 91 cm?
    Hallo Fritz,

    ich nutze einen sehr guten 3D Renderer. Aus gewissen Gründen möchte ich aber das Programm nicht öffentlich nennen.

    Nicht der Rucksack ist 55 cm hoch, sondern das Tragesystem ist für einen Rückenlänge von 55 cm ausgelegt. Der Rucksack selbst ist zwischen 75 und 65 cm Höhe variabel. Die Position der Befestigungspunkte des Rollverschlusses gibt hierbei das Maß vor.

    Mit 91 cm Höhe für den Rucksack liegst Du fast richtig. Du hast vergessen den Saum für den Rollverschluss abzuziehen. Korrekt sind rund 88 cm.

    Um die Gesamthöhe, also Rucksack mit geöffnetem Rollverschluss zu ermitteln, rechne ich: geplante Rucksackhöhe geschlossen + (Rucksacktiefe : 2) + (Rollverschlussbreite x 4); Für den Schnitt kommt natürlich noch die Nahtzugabe und der Aufschlag für den Saum hinzu.

    Zitat Zitat von mitreisender Beitrag anzeigen
    Hast Du eigentlich inzwischen eine Webseite für Deine kommerziell angebotenen Unterkünfte?
    Hallo Mitreisender,

    Nein, die gibt es noch nicht und wird es vorerst nicht geben. Ich muss schauen wie ich ein Geschäft anders aufziehe. Alleine wird es nicht zu bewältigen sein.
    Also fertige ich wie bisher im Kleinen und auf Anfrage via PN.
    Geändert von Fisherman (10.12.2015 um 19:20 Uhr)

  6. Anfänger im Forum

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    AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #6
    Vielen Dank für die Antwort! Ich habe ein bisschen mit Solid Edge rumgespielt und komme damit halbwegs zurecht, wenn es um einen Rucksack geht. Aber deine Sachen schauen nochmal wesentlich besser aus.

    Ich spiele mit dem Gedanken den Rucksack etwas an meine Rückenform anzupassen. Nachdem deine Rucksäcke normalerweise recht durchdacht sind - hast du deine Rucksäcke aus einem bestimmten Grund nicht an deinen Rücken angepasst hast bzw. dem Rückenteil eine leichte S-Form gegeben hast?

    Danke auch für deine Formel, ich komme damit sogar auch in etwa auf die von mir angedachte Höhe.

  7. AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #7
    Hallo Fritz,

    entschuldige bitte die späte Antwort. Ich bin im kleinen Forum nebenan aktiver.

    Zu Deiner Frage: Da dieser Rucksack quasi rahmenlos ist, die HDPE-Platte ist ja in viele Richtungen sehr flexibel, ist ein dem Rücken angepasster Schnitt in meinen Augen völlig unnötig.
    Das schöne an dieser Art von Rucksäcken ist ja, dass die sich nicht statisch verhalten, sich also der Rückenform anpassen können. Vorausgesetzt ist natürlich, dass der Rucksack richtig gepackt ist, sprich keine starren Gegenstände in Rückennähe, wie z.B. Wasserflaschen.
    Am Beispiel der Wasserflaschen wäre das Problem aber leicht gelöst, indem man anstatt dieser weiche Faltflaschen verwendet.

    Ich hoffe das hilft Dir weiter.
    Geändert von Fisherman (15.12.2015 um 21:19 Uhr)

  8. AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #8
    Ich war über die Feiertage nicht untätig und habe eine Variation des zuvor vorgestellten Winterrucksacks mit kleinen Verbesserungen am Schnitt genäht.

    Hier die Abweichungen im Detail:
    • Die Verbindung von Rücken- und Seitenteilen erfolgte aktuell mittels Kappnähten.
    • Die Hüftflossen sind nun länger und höher geschnitten und zudem mittels 1 mm dickem HDPE versteift.
    • Der Hüftgurt selbst ist bei dieser Variante 40 mm breit.
    • Alle Steckschließen sind nun hochwertige Blitzverschlüsse, Modell Apex SR, von ITW Nexus.
    • Die Schnürung auf der Vorderseite erfolgt jetzt mit einer 3 mm Gummikordel mit starkem Zug. Die offenen Kordelhaken wurden hierbei durch geschlossene ersetzt.
    • Als Hauptmaterial wurde bei diesem Rucksack das DxG Pendant von Extremtextil verarbeitet.
    • Das Gesamtgewicht (ohne Rückenplatte) hat sich aufgrund des breiteren Hüftgurtes, der Versteifungen für die Hüftflossen, der stärkeren Gummikordel und des schwereren Hauptmaterials auf 485 g erhöht.

    Hier ein paar Bilder:















    Ergänzungen zur Bauanleitung:
    Durch die o.g. Änderungen haben sich die Maße geringfügig geändert. Die rote Linie bei den Einzelteilen für die Rucksackrückseite beschreibt die Kante, die abgetrennt werden muss, wenn man Rückenteil und Seitenteile mittels Kappnaht miteinander verbinden möchte.


    Nachdem es mir unmöglich erschien, die Einzelteile des Rucksacks so miteinander zu verbinden, dass die auffällige weiße Dyneemawebung der Teile an den Verbindungskanten horizontal aufeinander trifft, habe ich mich der Ästhetik wegen dazu entschlossen die Schnittteile diagonal auf dem Stoff anzuordnen. Die eingewebten Dyneemafäden treffen nun indirekt aufeinander. Das sieht meinem Empfinden nach besser aus.


    Die Maße der optionalen Rückenplatte und der Versteifungen der Hüftflossen habe ich hier zusammengefasst:


    Die Versteifungen der Hüftflossen aus 1 mm HDPE lassen sich problemlos zusammen mit den Hüftflossen selbst vernähen.
    Zuerst wird das Rückenpolster mit Decklage und Gurtbändern, wie in der Bauanleitung, rechts auf rechts miteinander verbunden. Nach dem Wenden der Teile nach außen werden die Versteifungen in die Hüftflossen mit eingeschoben und dann alle Teile wie beschrieben weiterverarbeitet.


    Mögliche Verbesserungen:
    Nachdem ich nun auch über Skier mit Stahlkante verfüge, denke ich darüber nach die seitliche Schnürung, die als Befestigungsmöglichkeit hierfür dient, mit einem Silikonschlauch zu überziehen.
    Der Silikonschlauch wäre meiner Überlegung nach relativ robust, dabei recht leicht und bei Verschleiß einfach austauschbar.

  9. Alter Hase

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    AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #9
    Nach Fährmann einfach endlich wieder ein geschickte, fränkische Manufaktur. Deine Fertigkeiten und die dazugehörige Bescheidenheit sind bewundernswert. Du kannst nicht nur nähen, fertigen, Du verstehst auch was Du da tust. Voller Respekt.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von HAL 23562
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    AW: Ein robuster Rucksack für Wintertouren

    #10
    Andreas,

    ich verfolge dieses Projekt schon eine Weile und muss sagen, das Ergebnis ist wirklich allererste Sahne und macht einen vollkommen professionellen Eindruck. Von dem klasse Design mal abgesehen! Deine Bauanleitung ist zudem perfekt und absolut empfehlenswert.
    Interessant finde ich zwei Dinge:
    Das Du wegen der Komplexität des Pack-Nähens von einer professionellen Fertigung absiehst. Kann ich nur zu gut verstehen und ich bewundere Hersteller wie Laufbursche (ich wünsche ihm sehr, dass er bald wieder seiner Profession folgen kann), die Komplexität, Hochwertigkeit und Wirtschaftlichkeit in den Griff bekommen.
    Die Unterschiedlichkeit von Designphilosophien. Dein Design ist total chic, führt aber zu diversen belasteten Nähten. Das Design meines Modul-Packs ist nett gesagt "unauffällig" und auf so wenig belastete Nähte wie möglich ausgelegt. Neben vermutlich leichten mechanischen Vorteilen können die vor allem sehr gut abgedichtet werden und das erspart ein potentiell undichtes Cover.

    Ich hätte gern Deinen Sinn für Ästhetik! Freue mich schon auf Dein nächstes Projekt.

    HAL
    Vieles kommt - aber alles geht!

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