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  1. Alter Hase
    Avatar von sjusovaren
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    AW: Steinzeit heute

    OT:
    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Da lob' ich mir doch die spaßige, aber "ernsthaft" erforschte These, daß Polynesien von Südamerika aus von Schlittschuhläufern während einer Vereisung des Pazifik stattgefunden hat (Erlend Loe: "L" - großer Lesespaß) .
    Schlittschuhläufer? Wie da die Leute veräppelt werden.
    So eine große Entfernung hält doch keiner durch und schon gar nicht mit dem nötigen Gepäck.
    Natürlich haben die Eissegler verwendet!

    Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt.


    Christian Morgenstern

  2. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Steinzeit heute

    Ich habe alle Videos von seinem Channel gesehen. Bemerkenswert finde ich dass bei der Steinaxt die Klinge im Schaft bleibt.
    Mir ist es regelmäßig passiert dass die Klinge immer wieder rausgerutscht ist und man sie dann wieder reinklopfen musste.
    Bei den Aufsätzen von Pawlik und Weiner wird das selbe beschrieben.

    Ich frage mich ob das bloß Glück war oder er eine geringfügig andere Schlagtechnik nutzte.
    Allgemein kommt man bei Steinbeilen, sowohl den parralel als auch den quergeschäfteten Dechseln nicht weit wenn man so zuschlägt wie mit einer Stahlaxt. Man muss mit weniger Kraft und dafür kontrollierter zuschlagen.
    Das musste ich damals erst mal lernen weil ich Stahläxte gewohnt war. Meine Freunde hingegen, allesamt junge Leute aus der Großstadt und noch nie ein Werkzeug in der Hand gehalten, hatten dort doch tatsächlich einen Vorteil weil sie gar nicht auf Stahl konditioniert waren und ihre vorsichtigen Hiebe in dem Fall sogar richtig waren
    Geändert von Intihuitana (04.11.2015 um 20:10 Uhr)

  3. Dauerbesucher
    Avatar von atlinblau
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    AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Meine Freunde hingegen, allesamt junge Leute aus der Großstadt und noch nie ein Werkzeug in der Hand gehalten ...
    ...die kamen sozusagen aus der Vor-Steinzeit.

    Thomas

  4. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Ich habe alle Videos von seinem Channel gesehen. Bemerkenswert finde ich dass bei der Steinaxt die Klinge im Schaft bleibt.
    Mir ist es regelmäßig passiert dass die Klinge immer wieder rausgerutscht ist und man sie dann wieder reinklopfen musste.
    Bei den Aufsätzen von Pawlik und Weiner wird das selbe beschrieben.

    Ich frage mich ob das bloß Glück war oder er eine geringfügig andere Schlagtechnik nutzte.
    Allgemein kommt man bei Steinbeilen, sowohl den parralel als auch den quergeschäfteten Dechseln nicht weit wenn man so zuschlägt wie mit einer Stahlaxt. Man muss mit weniger Kraft und dafür kontrollierter zuschlagen.
    Das musste ich damals erst mal lernen weil ich Stahläxte gewohnt war. Meine Freunde hingegen, allesamt junge Leute aus der Großstadt und noch nie ein Werkzeug in der Hand gehalten, hatten dort doch tatsächlich einen Vorteil weil sie gar nicht auf Stahl konditioniert waren und ihre vorsichtigen Hiebe in dem Fall sogar richtig waren
    War die Klinge einfach nur kraftschlüssig im Schaft, oder mit Birkenpech geklebt?

    Ausholen muß man langsam, schlagen kräftig, sitzt die Klinge fest nur hebelbewegungen machen, nicht ziehen.

    Mich würde jetzt interessieren, ob ihr auch Randleisten und Tüllenbeile ausprobiert habt.
    Wärme wünscht/ der vom Wege kommt-------------Draußen hängt die Welt
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  5. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Steinzeit heute

    Randleisten und Tüllenbeile kann man nicht aus Stein machen, die gibts erst seit der Bronzezeit.
    Ich hab die Steinbeile damals selber gemacht, im Studium gabs bei uns keine praktischen Kurse für sowas. Nach paar Zeitschriftartikeln und Freilichtmuseebesuchen hatte ich ungefähr verstanden wie mans macht.
    Ich müsste noch auf dem alten PC Fotos davon haben.

    Ich weiß nicht wie viel Birkenpech bei so einer Schockbelastung nützen würde. Wenn ich mich mal wieder dransetze und Steinbeile mache werd ich mal eine Befestigung mit Birkenpech testen. Irgendwie hab ich wieder Lust darauf und der Winte ist lang und dunkel...

  6. Dauerbesucher
    Avatar von atlinblau
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    AW: Steinzeit heute

    Da versucht nun jemand, die damaligen Umstände der Bevölkerung nahe zu bringen
    und erntet dafür einen Shit-Storm......klick!!!

    Thomas

  7. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Randleisten und Tüllenbeile kann man nicht aus Stein machen, die gibts erst seit der Bronzezeit.
    Ich hab die Steinbeile damals selber gemacht, im Studium gabs bei uns keine praktischen Kurse für sowas. Nach paar Zeitschriftartikeln und Freilichtmuseebesuchen hatte ich ungefähr verstanden wie mans macht.
    Ich müsste noch auf dem alten PC Fotos davon haben.

    Ich weiß nicht wie viel Birkenpech bei so einer Schockbelastung nützen würde. Wenn ich mich mal wieder dransetze und Steinbeile mache werd ich mal eine Befestigung mit Birkenpech testen. Irgendwie hab ich wieder Lust darauf und der Winte ist lang und dunkel...
    Das die Randlesten und Tüllenbeile aus der Broncezeit sind, ist mir bekannt, mich interessiert nur, wie sich damit arbeiten ließe,
    wenn sie wirklich auch als Arbeitsgerät eingesetzt wurden.
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  8. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
    Das die Randlesten und Tüllenbeile aus der Broncezeit sind, ist mir bekannt, mich interessiert nur, wie sich damit arbeiten ließe,
    wenn sie wirklich auch als Arbeitsgerät eingesetzt wurden.
    Ach ok, ja würde mich auch interessieren. Bronze ist nicht ganz meine Baustelle.
    Randleisten und Ärmchenbeile sind ja recht inneffizient und man ging schnell über zur Tülle. Es ist die Frage ob die Beile, welche archäologisch von Äxten unerschieden werden (Axt gelocht, Beil nicht. Größe irrelevant), eher Kampf oder Prestigegenstände waren. Es gab auf jeden Fall auch Bronzeäxte, diese finden sich in Gräbern aber vergleichweise selten, weshalb teilweise davon ausgegangen wird, dass die Beile in der Bestattungskultur eine wichtigere Rolle spielten als ihnen im Alltagsleben zukam.

    Ich kann mir denken dass man zumindest mit Tüllenbeilen halbwegs auch arbeiten kann. Vielleicht eher als Behaubeil oder Dechsel denn als große Fällaxt.
    Zinnbronze kann man durch kalthämmern an der Schneide bis auf etwa die Härte von Baustahl also ca. 42 HRC bekommen kann.
    Das ist für uns verwöhnte Hightechstahlgewöhnte natürlich viel zu weich, aber man muss bedenken dass die ersten Eisenwerkzeuge auch nicht viel härter war bis man das Prinzip des Stahls entdeckte und auch darüber hinaus gab es immer wieder die einfachen und primitiveren Werkzeuge die aus nicht gehärtetem Eisen bestanden.

  9. AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Randleisten und Tüllenbeile kann man nicht aus Stein machen, die gibts erst seit der Bronzezeit.
    Ich hab die Steinbeile damals selber gemacht, im Studium gabs bei uns keine praktischen Kurse für sowas. Nach paar Zeitschriftartikeln und Freilichtmuseebesuchen hatte ich ungefähr verstanden wie mans macht.
    Ich müsste noch auf dem alten PC Fotos davon haben.

    Ich weiß nicht wie viel Birkenpech bei so einer Schockbelastung nützen würde. Wenn ich mich mal wieder dransetze und Steinbeile mache werd ich mal eine Befestigung mit Birkenpech testen. Irgendwie hab ich wieder Lust darauf und der Winte ist lang und dunkel...
    Ja, ein paar Bilder Deiner Beile würden mich auch sehr interessieren.
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

  10. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von ronaldo
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    AW: Steinzeit heute

    Zitat Zitat von Markus K. Beitrag anzeigen
    Ja, ein paar Bilder Deiner Beile würden mich auch sehr interessieren.

    Wo, wenn nicht hier? "Steinzeit heute"...

  11. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: Steinzeit heute

    Auf Wasserschloß Werdringen, in Hagen, wird ein Film über das Fällen einer Eiche mit einer Steinaxt gezeigt, dort sieht man auch, wie verhalten zugeschlagen wird, wie klein die Späne sind, und wie deutlich langsamer das Vorwärtskommen nach erreichen des Kernholzes ist.
    Das Fällen enes Baumes von halbmeter Durchmesser war wohl ein tüchtiges Tagwerk.

    Verglichen mit dem relativen Zeitvorteil dürfte der Entwicklungsschritt vom Steinbeil bis zum Eisenbeil vergleichbar sein,
    wie jener, dem von Eisenbeil und Schrotsäge zur Kettensäge.
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  12. Dauerbesucher
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    AW: Steinzeit heute

    Eigentlich ist auch die bessere Methode größere Bäume nicht abzuhacken sondern ein Feuer am Stamm zu eröffnen und das Feuer die Fällarbeit machen zu lassen. Es gibt auch ethnografische Berichte aus Afrika oder Südamerika wo die genau das machen.

    Es gibt einen ganz bekannten jungsteinzeitlichen Brunnen der in Erkelenz Kückhoven gefunden wurde und jetzt im LVR Museum in Bonn steht, dort ist die ganze Verschalung aus Eichenbalken gemacht. Hergestellt nur mit Steinbeilen und Holzkeilen.

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