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  1. Fuchs

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    [ES] [FR] Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #1
    Mitreisende: Nicki
    Einleitung
    Den Atlantik und das Baskenland kenne ich, die hohen Etappen in der Mitte der Pyrenäen auch auch. Die Pyrenäen Richtung Mittelmeer, die muss ich noch Kennenlernen.
    Doch kann ich erst nach den Herbstferien kann ich los (23.10.14), spät ihm Jahr für eine lange Tour. Ich muss so mit ungemütlichem Herbstwetter rechnen- Regen, Wind, kühleren Temperaturen und vielleicht auch mit Schneefall. Ich bin ganz gespannt ob ich halbwegs gutes Wetter habe, bei viel "Wetterpech" wird die Tour nicht klappen.
    Für das Herbstwetter nehme ich mehr warme Sachen mit- nen Long John, ein Powerstrech Pullover, ne Mütze, winddichte Handschuhe..., und falls es (zu viel) schneit werde ich absteigen und die nicht so hohen Wege gehen. Ein paar Microspikes packe ich zur Sicherheit ein - auf Steigeisen und Pickel verzichte ich jedoch.

    Die meisten bewirtschafteten Hütten in den Pyrenäen schließen schon Mitte September. Ich übernachte teils im Zelt, mal nur im Schlafsack, ab und zu in den Winterräumen der Hütten, auch in den frei einfachen "Cabanes"- und sogar zwei mal im Hotel. Zwischendurch mal ein Essen zu bestellen und Einkaufen ist nicht möglich- ein Lunchpaket, ne Schokolade oder die Übernachtung mit Frühstück und Abendessen fällt aus.

    Der Rucksack wird voller und schwerer - mehr Essen, mehr warme Sachen.
    Zu Beginn habe ich sieben Tüten Nudelgerichte, 600gr. Käse, 500gr. Salami, ein frisches gekauftes Baguette, eine Tüte "Holger" Brot, zwei Müsliriegel für jeden Tag und sieben Packungen Schokolade eingepackt. Das erste Mal Einkaufen ist nach acht geplanten Tagen möglich, in L’Hospitalet- pres- L’ Andorre.

    Ich presse alles in den leichten Gossamer Gear Gorilla (ca. 660gr. - 46L). Es passt so grad. Sehr prall, mit ziemlich gespannten Nähten. Einen Tag vor der Reise noch doch noch ein Umpacken", alles rein in den größeren und etwas schwereren Lightwave Wildtrek.
    Mein Rucksack wiegt so knapp 3 kg mehr als letztes Jahr- 16 kg, und mit allen drum und dran sind es so 19 kg.

    Die Route,
    folgt ziemlich stur dem HRP Führer von Ton Joosten. Einstieg ist das Ossese Tal ca. 17 km von dem kl. Ort Seix entfernt. Von dort Richtung Spanien, die Grenze am Port de Tavascan überquert, runter nach Noarre. Und dann auf den HRP (-die Haute Randonnée Pyrénéenne)- fast immer dem Vorschlag Ton Joosten folgend- bis an das Mittelmeer nach Banyuls- sur - Mer. Abweichungen zu Ton Joosten beschreibe ich im Tourenbericht. An die Etappeneinteilung des Führers halte ich mich nicht, mal passt es, mal übernachte ich an anderen Stellen.

    1. Etappe. 23.10.2014 - Ende der Straße im Ossese Tal- Bivac unterhalb des Estany del Port
    Um 11 Uhr stehe ich im Ossese Tal am Ende der schmalen Straße. An einem Schuppen hängt ein "A Vendre" Schild. Frisch ist es, ich hab das Fleece an, zieh mir die Regenjacke über. Die Wiesen sind feucht, ein paar kleine Pfützen auf der Straße. Der Himmel - blau.Vor mir ein kleines Wäldchen, dort führt der Pfad hinein.


    Ein angenehmer Pfad- der dann mal über Wiesen, mal durch Wald führt. Spuren sind recht gut zu erkennen, Steinmänner und auch Farbmarkierungen. Der Weg entfernt sich nun vom Bach, steigt etwas an und erreicht eine kleine Steilstufe. Der Boden hier ist mit buntem Laub bedeckt.


    Auf ca. 1470m wechsele ich die Bachseite. Hohes gelbes Gras wächst hier- der Weg ist hier nur schwach zu erkennen. Die Felsen kommen nun näher, im zick- zack geht es zu einem schmalen Durchgang hinauf (Blick zurück). Vor mir nun steile Felswände, der Boden noch grasig, der kleine Bach neben mir. Pfadspuren sind weiter zu sehen, wenn auch kein ausgetretener breiter Pfad.


    Nach rechts (Westen) muss ich mich nun halten. Recht steil geht es nun hin und her aufwärts, das erst mal etwas mehr keuchen. Recht überraschend (wenn man nicht auf die Karte schaut) geht es hier nicht immer weiter hoch, sondern auf rund 2010 m Höhe schwenken die Spuren nach Südosten. Ich treffe heute keine anderen Wanderer- aber irgendeiner war schon hier - und hat hier einfach Mitten auf den "Weg" geschissen.... unbegreiflich!
    Die Cabane de Marterat (-Info) kommt in Sicht- 2132m. Eine kleine, saubere, gute Cabane. Sogar Decken gibt es hier.


    Der Wind pfeift nun recht frisch um meine Ohren. Noch keine vier Uhr.... soll ich hier bleiben? Recht gemütlich ist es hier und ich spare mir das Zeltaufbau, Ich will aber noch etwas laufen. Der Port de Tavascan- 2220m ist schnell erreicht, er liegt nur knapp 300m entfernt der Cabane. Von dort geht es wieder abwärts, mehr oder wenige Weglos. Steinmänner führen mich Richtung des Estany del Port (2040m). Am See nun wieder ein klarer Pfad- an der Ostseite geht es lang. Vorbei noch am kleineren Estany Xic, hier such ich mir einen Zeltplatz (17 Uhr). Die einfache kl. Cabane dort ist mit zu dunkel.
    Das Zelt steht (ca. 2032 m) hier ziemlich frei und ungeschützt im Wind, aber wenigsten ein grader Boden.


    Etwas abseits in einer Mulde Koche ich. Es ist ungemütlich frisch, kein Sonnenstrahl, der Wind kühlt mich und es wird schnell dunkel- es ist ja schon fast November. Spülen, bisschen Körperpflege- schnell krieche ich in den Schlafsack. Mir geht es gut- es ist jetzt schön warm. Ich hör noch ein Interview aus der Mon Talk Reihe des WDR. Ich weiß gar nicht ob ich den Schluss noch mitbekomme- früh schlafe ich ein ..... und wache irgendwann in der Nacht auf.
    Der Wind hat zugenommen. Heult und bricht sich an den Felsen- der Krach scheint vor allem aus dem Nachbartal zu kommen, da lärmt es richtig. Hier ist es nicht ganz so schlimm, es weht kräftig und laut, das Zelt (das Vaude Lizard) steht dabei stabil. Ab und zu hab schlagen die Böen geradezu ein- es knallt richtig- ich gewöhne mich daran und schlafe doch recht gut.

    2. Etappe, 24.10.2014 - Bivac am Estany del Port- Refugi de Certascan (Winterraum)
    Am Morgen hat der Wind nachgelassen. Ich pack meine Sachen und bin um 8:30 auf dem Weg. Beim Zelten frühstücke ich seit Jahren nicht mehr, ist mir immer zu kalt, erst mal ein wenig laufen. Ein bisschen trüb ist es, grau der Himmel. Der Wald vor mir zeigt viele grüne Nadelbäume und auch gold/ gelbe Blätter- herbstlich.


    Ein breiter Pfad führt in das Tal hinunter. An einem kl. "Parkplatz" (ca. 1800m) kann ich entweder der Piste folgen oder durch den Wald gehen. Ich gehe durch den Wald, das macht einfach mehr Spaß. Dies ist einfacher, schmaler Pfad, der ab und zu auch mal schlecht zu erkennen ist, dann helfen Steinmännchen und Farbmarkierungen. Ab und zu ist die Piste mal zu sehen, sie verläuft ein wenig unterhalb (der GPS Track ist hier ungenau- ca. 50 m zu weit westlich). Die Piste führt dann weiter nach Süden bis zum Camping Graus und nach Tavascan- ich bleib jedoch auf dem kl. Pfad der nach Osten schwenkt und Noarre (1600 m) erreicht, das nur aus ein wenigen Häusern besteht.


    Jetzt Grasen nur ein paar Pferde hier. Der Ort ist schon für den Winter vorbereitet- an der Tränke ist der Hahn abgebaut, es schaut verlassen aus.
    Ein Schild zeigt die Richtung an (wenn ich mich recht erinnere- zur Refugi de Tavascan) , zwischen den Häusern nach links- in das Tal des Riu de Noarre. Durch gelb, grüne Wiesen führt der Pfad. Steigt langsam an, Wald beginnt und rot/ weiße Zeichen. Alles recht gemächlich- bis es dann so ab 1800m steiler und anstrengender wird. Auf 1980 m erreiche ich den Riu de Flamisella- Zeit für eine Pause und das Frühstück. Und trinken- es ist jetzt schön warm- fast T-Shirt Wetter im Oktober. Hier treffe ich auf drei Holländer, die - wie sie mir erzählen- schon mehrfach in den Pyrenäen waren, jetzt aber die erste mehrtägige Tour durchführen. Leider treffe ich sie nicht mehr wieder.
    Ohne Probleme erreiche die Höhe 2035m, und schaue auf das Plea de Guerosso, eine kleine Ebene. Ton Joosten folgt hier der Porta la Cel , die hier links (Norden) vom Plateau abzweigt (kenne ich von 2007- schönes und spannendes Wegstück).


    Ich gehe diesmal "grad aus" (Osten). Nachdem das Plateau durchquert ist, steigt das Gelände weglos wieder an. Ab und zu- selten gibt es mal einen Steinmann. Auf 2277 m wird es etwas flacher, der Riu de les Canals fliest hier- aber sehr sparsam.

    Ich folge der Talform (ab und zu Pfadspuren), dann steigt das Gelände wieder steiler an - einfach mehr oder weniger Grad aus gehen- schwenkt auf 2470m für ein Stück nach links (Osten) hier aber nicht zu weit laufen- dann nach Oben (Norden) und der Übergang in das Guerosso Tal- 2550m- ist erreicht.


    Der Coll de Certascan ist von hier gut zu erkennen, einen Pfad gibt es nicht, Steinmänner sehe ich auch keine. Ich vermeide Höhenmeter und gehe durch Schutt und Geröll auf einer Höhe Richtung des Coll de Certascan (2605 m- laut Karte). Dort erst mal wieder eine kl. Pause. Mittagessen und ein bisschen in den ab und zu vorkommenden Sonnenstrahlen liegen.

    Der Abstieg ist recht steil und steinig, hat aber keine wirklichen Probleme. Ab ca. 2350 m wird es flacher und gemütlicher. Der Estany de Certascan ist ein recht großer Stausee und liegt auf 2240m- so 800 m gehe ich oberhalb des Ufers - dann ist die Refugi de Certascan (2240 m) erreicht- die ich ganz für mich alleine habe.
    Kein Mensch ist hier. Bewirtschaftet ist die Hütte von Anfang Juni bis Ende September- außer den drei Holländern habe ich heute keine anderen Wanderer bemerkt.
    Der Winterraum ist im Obergeschoss- die Treppe hoch.

    Ich mache es mir dort gemütlich, lass den Schlafsack lüften, koche mir einen Tee.. Dreh dann noch mal eine Runde und schau mir den See an.
    Die Nacht ist ruhig.
    Geändert von Nicki (07.09.2015 um 20:00 Uhr)
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  2. Fuchs
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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #2
    Da begleite ich dich doch sehr gerne auf deiner Pyrenäen-Tour!
    Schon lange spiele ich immer wieder mit dem Gedanken, hier vom Atlantik bis zum Mittelmeer zu laufen.
    Hast du unterwegs immer genügend Wasser gefunden bzw. an Wasserläufen zelten können?

    Schonmal vielen Dank für deinen Bericht und die schönen Bilder!
    Bin gespannt, wie es weitergeht!

    Viele Grüße,
    Sylvia
    Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  3. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #3
    Hast du unterwegs immer genügend Wasser gefunden bzw. an Wasserläufen zelten können?
    Ich bin nie im Sommer dort, im Juni oder September hab ich meist so 1.5 l im Rucksack. Wenn es im Sommer heiss ist braucht man mehr. In der Regel kann das Wasser mehrmals tägl. aufgefüllt werden. Im Baskenland hatte ich mal richtig Durst, war aber meine Schuld,- hatte nichts nachgefüllt als es noch ging, das Wetter unterschätzt und dann war es doch noch weit bis zur nächsten Möglichkeit....
    Es ist also schon nötig jede Etappe auf Wasser zu prüfen und dementsprechend ausreichend mit zu schleppen- meist ist jedoch regelmäßig ein Bach auf dem Weg.

    LG Folko
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  4. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #4
    3. Etappe, 25.10.2014 - Refugi de Certascan - Bivac am Estany de Baborte

    Der zweite Morgen auf Tour. Ich schau aus dem Fenster. Bin sehr zufrieden, kein Regen, kein Wind, für Sonne ist es noch etwas früh- könnte aber noch etwas werden, blauer Himmel, wenig Wolken. Ich hab Glück mit dem Wetter!
    Wieder um 8:30 Steh ich vor der Refuge. Rot /weiße Markierungen führen mich aus dem kl. Felsenchaos um die Hütte. Nach kurzem Weg ist das Gelände offen, ein guter Pfad verliert etwas an Höhe (folgt dem Talschluss). Auf 2080 m gibt es zwei Möglichkeiten, einmal bergab - oder bergauf. Der HRP führt bergauf. Ein leicht zu gehender Weg, nur ein bisschen anstrengend. Auf ca. 2220 m knickt der Pfad scharf nach links (Norden) und erreicht nach ca. 150 m die Collada en Serra de Llurri. Von hier geht es teils über Schutt Richtung des wunderbaren Estany Romedo de Dalt.



    Hier folge ich dem Pfad der weiter bergab führt, erreiche dann einen kl. Bach. Spuren und Zeichnen verlieren sich hier oft, im richtigen Moment taucht jedoch irgendeine Markierung auf. Es ist sehr schön hier, der Herbst färbt die Sträucher bunt, das Gras ist rotbraun, Wasser fließt. Ich Arbeite mich voran - suche die Richtung, gehe über Gestrüpp und Felsen- und dazu ist es jetzt richtig schön sonnig.
    Dann wieder ein gut sichtbarer Pfad der mich zum Estany de Romedo de Baix führt. Hier gibt es eine einfache kl. Kletterstelle, ein morsches Seil soll helfen.


    Der Pfad endet dann auf einer Piste, ich gehe die Piste bergauf und erreiche den Staudamm des Sees. Hier wird gebaut- Dixi Klo, ein Schuppen, Schutt. Jetzt ist aber niemand hier- es ist ja Samstag!
    Noch vor dem Staudamm gehe ich (Weglos/ keine Markierung) durch Gras in das Tal, brauche mal die Hände- in Richtung des Baches (Riu de Romedo). Ich suche eine Stelle an der ich mit trockenen Füßen den Bach überquere. Erste Steinmänner tauchen auf, dann eine recht klare Pfadspur- die dann auf der in meiner Richtung linken Seite Talwärts führt. Der Riu de Romedo stürzt hier über mehrere Felsstufen ins Tal.


    Ich erreiche ein kl. Plateau, in der kl. Cabane dort würde ich nur im Notfall übernachten. Etwas Oberhalb der Cabane (also nicht am Bach hergehen) geht es weiter. Ab und zu ist nun etwas Vorsicht nötig, steil fallen manchmal die Felsen zum Bach hinab, mal gehe ich auch gemütlich über einfache Pfade. Mal muss ich den weiteren Weg suchen, mal ein klarer Pfad. Dann eine kl. kurze Kletterstelle, hier brauche ich wieder die Hände. Der Pfad führt dann zurück zum Bach, ich folge den Spuren und wechsele auf 1705 m Höhe die Bachseite (laut Karte eigentlich ein Stück früher). Dieser Abschnitt war sehr schön, spannend durch die Weg suche, und mit wunderbar buntem Gras und Blättern und einem Riu de Romedo der in vielen kl. Wasserfällen ins Tal stürzt.



    Wald beginnt, der Riu de Romedo hat nun eine Schlucht in den Fels gegraben. Bis zur Pla de Boavia ist es nicht mehr weit, grad mal 600m (Luftlinie). Im Wald sind Zeichen und Spuren Mangelware, die Bäume stehen oft dicht und ich zwänge mich so auch mal unter den Zweigen hindurch.
    "Wo soll ich denn nun lang" geht es mir manchmal durch den Kopf, dann taucht doch ein kl. Steinmann auf und gab mir Sicherheit- da lang. Hier ist es wichtig nicht auf die Idee zu kommen in Richtung des Baches zu gehen und dort Klettereien anzufangen
    Pla de Boavia (1475m) erreiche ich um 13 Uhr.


    Im Sommer ist es hier sicher nicht einsam- jetzt bin ich alleine. Ich suche mir einen Platz in der Sonne- Mittagessen. Richtig warm ist es in Ruhe aber nicht- ist halt Herbst. Mir wird also schnell ungemütlich, ich packe das Essen ein und gehe weiter.
    Zurück, über die Brücke, dort ist der weitere Weg ausgeschildert- Richtung Coll de Sellente/ Refugi de Baborte. Auf breitem Weg durch Wald stetig Aufwärts. Kl. Brücke- den Riu de Sellente (1670m) überqueren. Dann "Rechts" halten und dem vagen Pfad in das Sellente Tal weiter folgen, hier geht es hin und her durch niedrige Bäume und Büsche, dann lande ich wieder am Bach. Dort wieder ein klarer Pfad.


    Auf 2050m Höhe das Planell de Santa Pau. Hier verliere ich den Pfad... rechts halten und dort findet sich wieder ein Weg der dann etwas beschwerlicher aufwärts führt. Auf 2240 m etwas flacher, ich gehe durch angenehme Wiesen. Die Spuren sind teils schwach, und Markierungen (Steinmänner) recht selten- bei schlechtem Wetter muss man hier aufpassen.
    2490 m- Coll de Sellente- die orange Refugi de Baborte ist mit etwas Suchen zusehen.


    Durch Schutt geht es nun Bergab. Ich sehe ein paar Menschen und einen Hund an der Hütte- dort angekommen- die Hütte ist fast voll. Ich gehe dann runter zum See und bau dort das Zelt auf (2330 m)- ich möchte meine Ruhe haben, auch wenn die Gruppe sehr nett erscheint.
    Wie immer gibt es Nudel aus der Tüte- diesmal mit Spinat, dazu einen Kaffee.


    Bisher klappt alles super- vor allem das Wetter macht keine Probleme. Zum Laufen fast ideal- nur morgen und abends ist es ungemütlich kühl, nachts kratzen die Temperaturen die 0 °.
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  5. Gerne im Forum
    Avatar von TrueNorth
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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #5
    Vielen Dank, dass du uns mit deinem Bericht mit in die Pyrenäen nimmst. Die Stille und menschenleere Landschaft ist beim Lesen förmlich zu spüren. Aber woher kommt denn die Gruppe bei der Refugi? Ist die Hütte in der Nähe einer Strasse?

  6. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #6
    Hallo Truenorth
    Nein die Hütte ist nicht Nahe einer Strasse. Ist schon eine mehrstündige Wanderung. In der Regel sind die Hütten in den Pyrenäen innerhalb ein paar Stunden von einem Dorf/ Wanderparkplatz (oft Piste) zu erreichen. Die Pyrenäen sind ja schmal aber lang :-)!
    Die Gruppe wollte bestimmt auf den Pic d' Estats- von der Baborte kann man diesen ersteigen. Freitags nach der Arbeit auf die Hütte- Samstag auf den Pic d' Estats.....

    LG Folko
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  7. Erfahren

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #7
    Bis zum Mittelmeer ist es wohl noch ein Stückchen hin... Es wäre schön dich auch noch den Rest des Weges begleiten zu dürfen. Die Landschaft ist wunderschön, wie es wohl im Frühling dort aussieht?
    “Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.”

    (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 – 1944

  8. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #8
    Zitat Zitat von gargantula Beitrag anzeigen
    Bis zum Mittelmeer ist es wohl noch ein Stückchen hin... Es wäre schön dich auch noch den Rest des Weges begleiten zu dürfen.
    Ja..... mach ich. Hab bisschen wenig Zeit. Aber es kommt noch etwas! - heute Abend....

    Die Landschaft ist wunderschön, wie es wohl im Frühling dort aussieht?
    Wenn viel Schnee liegt - kann es so aussehen

    LG Folko
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  9. Erfahren

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #9
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen

    Wenn viel Schnee liegt - kann es so aussehen

    LG Folko
    Ich dachte eher nicht an unseren kalendarischen Frühling, sondern an den real stattfindenden - so mit der Schnee schmilzt, die ersten Pflanzen ergrünen, etc...

    Schön, dass du weiterschreibst, das mit der Zeit kennen ja wohl alle. Da muss das Internet auch mal hinter dem realen Leben zurückstehen!
    “Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.”

    (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 – 1944

  10. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #10
    Sehr schön bisher, bin gespannt wie's weitergeht.
    Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
    vorausgesetzt man hat die Mittel.

    W.Busch

  11. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #11
    Die Fotos der Tour gibt es in etwas größer hier

    In noch größer bei Flickr....

    Kartenausschnitt der Etappe

    4. Etappe, 26.10.2014 - Estany de Baborte- Refugi de Coma Pedrosa (Winterraum) - HRP / Porta del Cel / GR 11


    Mal wieder eine ruhige Nacht erlebt, kein Regen, ein bisschen Wind, nichts das mich im Schlaf weckt. Um 7 Uhr klingelt der Wecker, das erste mal klingeln ignoriere ich. Ein paar Minuten später schaffe ich es dann aufzustehen, und erlebe zur Belohnung sehr schöne Farben am Himmel und bunte Spieglungen im See. So richtig genießen kann ich das schöne Schauspiel nicht- mir ist kalt, ich brauche Bewegung.


    Also den Schlafsack ein wenig ausschlagen, aus der Neo Air die Luft auspressen und den ganzen Kram wieder zusammenpacken. Das Zelt ist trocken, obwohl ich direkt am See bin, der Wind blies den Kondens fort.
    Wieder um 8:30 ist alles gepackt- ich mache mich auf den Weg. Die Gruppe oben in der Refugi de Baborte ist auch schon Unterwegs- sie gehen nicht in meine Richtung. Ein gut sichtbarer Pfad (Porta del Cel) führt an der Ostseite des Estany de Baborte (2330 m) entlang.


    Noch mal ein Blick in das Baborte Tal, dann ein kl. Anstieg- dann geht es für einige Zeit nur nach Bergab. Wegspuren und ab und zu Steinmänner zeigen die Richtung, zwischen durch geht es durch fast hüfthohe Büsche.
    Auf 1960 m Höhe ein kl. Plateau, und die einfache Cabane de Basello. Drei Zelte stehen hier, vieleicht meine drei Holländer. Es sieht irgendwie verlassen aus... vielleicht sind sie nach Areu- (ca. 7 km) ? Camping gibt es dort, vieleicht auch einen Laden.


    Der Pfad wendet sich nun nach Osten und folgt dem Tal, wobei ich immer mehr an Höhe verliere. Ich kann mich an keine Schwierigkeiten erinnern, es ist einfach schönes Wandern durch teils bunten Wald- es macht einfach Spaß.



    Dann erreiche ich die Talsohle, der La Nogeuera de Vallferrera fliest hier. Über eine Brücke (ca. 1780m) erreiche ich die andere Talseite, Piste beginnt, Parkplätze- ein Auto steht einsam hier (+ Wegweiser). Im Sommer wird es anders sein- viele Autos! (Nur wenig entfernt ist die in der Saison bewirtschaftete Refugi de Vallferrera)
    Ich gehe weiter auf der Piste (nun auf dem GR 11), bis zum schönen Pla de Boet, hier wieder (1880m), ein Pfad- der stetig bergauf führt (mit Wegweiser- Refuge de Baiau) bis zum Pla des Arcalis, eine kleine grasbewachsene Ebene.



    Hier mache ich ein kurze Pause- es wird aber wiedermal schnell kalt. Ich folge den Spuren bis zu einer kl. Brücke- ich gehe nicht über diese, sondern folge den Steinmännern und Spuren, die zwischen mich zwischen Bäumen, Felsen und über Bachwasser führen. Wieder Grasgelände (ca. 2140 m), Spuren sind nun kaum zu erkennen, auf der nächsten Anhöhe jedoch ein Steinmann. Etwas steiler geht es bergan.... .
    Der weitere Weg zieht sich, meist sind die Wegspuren gut zuerkennen, ab und zu muss ich genauer schauen, - es wird aber nie langweilig, sondern macht viel Spaß.



    Das Zwischenziel - die Refugio de Baiau- glänzt in Alu und ist schon vom weitem zu erkennen- sie steht recht markant auf einem Fels. Um 13 :15 komme ich an der Refugio an- eine gute Aluschachtel. Im Hüttenbuch lese ich das in den letzten Wochen auch ein paar deutsche Wanderer hier waren.



    Hier oben weht ein kräftiger, kalter Wind. Es ist sonnig, aber wirklich wärmen kann die Sonne hier nicht.
    Hinunter vom Buckel. Steinmänner führen zum Estany des Baiau, da geht es aber nicht weiter, sondern ich muss ein paar Meter zurück und den Felsen auf einem kl. schmalem Band wieder hoch. Ein Stück folgt der Pfad dem See, biegt dann ab (rechts) und führt so langsam in steiles Gelände. Der Blick ist einfach Klasse von hier. Der Schlussanstieg ist sehr steil, es gibt keinen Pfad- jeder sucht sich hier seinen eigene Aufstieg- ich geh lieber über die Blöcke, als über den kl. Schutt. Wild keuchend komme ich dann am Port de Baiau an- 2737 m. Hier überschreite ich die Grenze nach Andorra!



    Der Abstieg ist einfacher, nicht so steil und Spuren führen hinunter- Richtung des Collado de Forall del Malhiverns, 2820 m(von dort weiter zum Pic de Coma Pedrosa 2940 m) und dann rechts haltend- meine Richtung, zum Estany Negre - auf GR 11 und auch HRP.
    Anderthalb Stunden später komme ich ohne Schwierigkeiten an der Refuge de Comepedrosa an. Die Hütte liegt nicht direkt am Pfad- sondern knapp 150m südlich. Auch diese Refuge ist schon zu, sie hat aber einen guten Winterraum.


    Der nun übliche Ablauf beginnt- Bett bauen, Klamotten lüften, Körperpflege, Essen kochen- und einen wunderschönen Abend Genießen. Auch diesen Abend verbringe ich alleine und ungestört.
    Geändert von Nicki (08.10.2015 um 20:25 Uhr)
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  12. Fuchs

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    #12
    5. Etappe, 27.10.2014 - Refugi Coma Pedrosa - bis El Seratt (Hotel Brinque)- HRP / GR 11

    Für meine Verhältnisse recht früh stehe ich vor der Refuge Coma Pedrosa- 7:30. Das Morgenlicht ist wunderbar- Gelbgold strahlt die Sonne. Es ist noch recht kalt, teils liegt Raureif auf dem Gras.



    Rot /Weiß markiert (GR 11) und auf gut sichtbaren Pfaden geht es hinunter ins Tal. Der Rio de Coma bleibt an meiner linken Seite. Wald beginnt. Auf ca. 1780 m überquere ich den Rio de Coma (Brücke) , hundert Meter weiter geht es über den nächsten Bach- auch über eine kl. Brücke. Auf 1750 m beginnt dann Piste- hier aber nicht bergab Richtung Arinsal folgen- sondern wieder bergauf gehen. Nach zweihundert Metern wendet sich die Piste sich nach Nordwest (S Kurve...) und führt dann stetig aufwärzt, Zwischendurch sogar recht steil. (ab und zu kann die Piste verlassen werden- siehe Karten /Google earth)
    Ich schwitze, die Sonne hat richtig Kraft- ich hab nur das T- Shirt an.
    Auf 2020m Höhe beginnt dann "Pla de L' Estany", ein paar Pferde grasen hier noch, der Abtrieb hat noch nicht stattgefunden. In Andorra ist die Hüttendichte sehr hoch- am Ende des Plateaus steht die Refugi del Pla de l' Estany. Pfadspuren wenden sich hier nach rechts (Schild- Collet de Font Pordriga) - denen folge ich nicht- gehe noch etwas weiter bevor ich dann doch nach rechts abbiege um zum Collet de Font Pordriga gehen. Gehe ein Stück weglos über Gras und treffe dann einen klaren Pfad (am Collet de Font Pordriga) .
    Recht bequem, ohne viel Höhenmeter und auf gutem Weg, gehe ich weiter. Erreiche Wald. Auf 2060 Höhe ein Abzweig, zur Refugi de les Fonts- dort muss ich jedoch nicht hin. Immer wieder gibt es Aussicht in das Arinsal Tal, Häuser sind zu erkennen, Skipisten- irgendwo hab ich mal gelesen "in Andorra beginnt wieder die Zivilisation".


    Am Ribal Bach mache ich Pause, esse Brot , Käse und Wurst.
    Wieder aufgerafft- der Hof Bordes de Prat Nou ist schnell erreicht, ein Schild zeigt die Richtung und mein nächstes Ziel an- Clot del Cavall. Durch Wald geht es recht anstrengend aufwärts, die Bäume sind hier voll von Flechten. Wiesen beginnen, ich folge meist einem klarem Pfad, der sich nun langsam nach rechts wendet und dann auf ca. 2350 m Höhe scharf nach Osten abbiegt. Mit etwas Anstrengung, aber ohne Schwierigkeiten komme ich auf einem breiten, grasbewachsenen Rücken an (2478 m laut Karte) (Blick vom Rücken).


    Ich wende mich nach links (Norden) , der Pic de Clot de Cavall (2589 m Laut karte) ist schnell erwandert- die Aussicht ist toll.


    Den Cavall überschreiten und am "Ende" (Höhe ca. 2600 m) nach links (Westen) halten. Nach rund 200 etwas steinigen Metern verlasse ich den Rücken und steige über Blöcke und Schutt steil in das Angonella Tal.
    Es dauert nicht lang und der Abstieg wird einfacher, flacher, nicht mehr so steinig, ich folge Wegspuren. Alles ist ruhig, nur Wasser fliest, ein paar Vögel. Alles ist sehr entspannt. Über eine kleine Brücke quere ich den Angonella Bach. Die Schatten werden schon länger, ich überlege kurz in der Refuge de L' Angonella (Pano), beschließe dann aber doch Gas zu geben um doch bis nach EL Seratt zu laufen.


    Bis nach Llorts geht es nur bergab- ich laufe zwischendurch, freue mich auf eine Dusche und ein entspanntes Bier- mit dampfenden Füssen komme ich gut gelaunt in Llorts an (1440 m) träum etwas vor mich hin- "toll wenn jetzt ein Bus kommt", gehe über die Straße und hinter mir rauscht der Bus grade Richtung El Serrat! Das kann nur bedeuten, ich soll das letzte Wegstück nicht laufen (das sicherlich auch keinen besonderen Reiz hat).
    Zurück zur Straße, um es dort per Anhalter zu versuchen, gehe zwei Fußballfelder weit, ein Auto mit Rally Streifen - Daumen raus- und kurz danach sitze ich da drin. Der Fahrer ist auf dem Weg zur Arbeit- wie der Zufall es will Arbeitet er im Hotel Brinque.
    Ich checke dort ein, und leg mich erst mal lange in die Wanne! Gehe dann noch kurz Spazieren, und bekomme nun endlich mein Bier und ein wirklich gutes Abendessen. (Komplett mit Halbpension und einigen Getränken - 80 €.)
    In El Serrat gibt es nur ein paar Hotels- die nächste Hütte ist ca. 1,5 Std. entfernt - die Refugi de Sorteny.
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  13. Alter Hase
    Avatar von cane
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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #13
    Klasse Bericht, scheint die beste Jahreszeit zu sein wenn man die Natur genießen will.

    mfg
    cane

  14. AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #14
    Es macht Spaß deinen Bericht zu lesen und in Gedanken mitzuwandern. Klingt sehr reizvoll.

    Grüße aus Nordhessen

  15. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #15
    Wie immer, Super Bilder!
    Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
    vorausgesetzt man hat die Mittel.

    W.Busch

  16. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #16
    Klasse Bericht, scheint die beste Jahreszeit zu sein wenn man die Natur genießen will.
    Dann brauch man viel Wetterglück- und das war letztes Jahr in fast ganz Europa zu dieser Zeit fast Sommerlich. Jedes Jahr ist es nicht so.....

    6. Etappe, 28.10.2014- El Serrat- Refugi de Cabana Sorda.- HRP / GRP

    Das T- Shirt und die Unterwäsche ist frischgewaschen, ich fühle mich wohl und hab wunderbar gute Laune. Ein Riesen Frühstücksbuffet ist aufgebaut. Nur leider krieg ich morgens nicht so soviel runter. Trinke dafür mehr Kaffee. Ich nehme mir etwas Zeit, beobachte ein wenig die anderen Gäste, es sind gar nicht so wenig -ich aber bin der einzige Wanderer.
    Ich reiße mich vom Kaffee los, nehme noch ein paar süße Küchlein vom Buffet mit und schwinge den Rucksack auf die Schulter.
    Die ersten Meter (ca. 600m ) bleibe ich auf der Straße, an einer 180° Kurve geht es in die Büsche- ein Schild zeigt die Richtung- "Sorteny, Collada de Meners". Wald beginnt, es geht über einen Bach. Der Pfad schwenkt nach rechts (Tal des Rio de Sorteny) und ich darf nach einigen Metern auf einer Piste gehen. Das Wetter ist wiedermal gut, sonnig mit angenehmen Temperaturen. Viele Blätter sind bunt, einiges blüht, und sogar Schmetterlinge treiben sich hier noch rum- und ein paar andere Wanderer nutzen auch das schöne Wetter.





    Ein Mann sperrt die Piste mit einem mobilem Gatter ab, seine Hunde laufen hin und her- einem davon fehlt ein Bein. Heute wird wohl der Viehabtrieb stattfinden.
    An der Refugi de Sorteny endet die Piste. Auf gutem Pfad steige ich auf. Kühe und Pferde weiden, Herbstzeitlose wachsen.



    Auf 2160m schwenkt der Pfad nach Süden, steigt etwas steiler an (Richtung Rio de Serrera)., Kl. Pfützen sind hier gefroren, Blätter im Schatten voll Reif. Die Cabane Pleta Serrera findet sich etwas abseits vom Weg. Ein großer Talschluss öffnet sich- der Collada del Meners kommt ins Sicht.


    Der Aufstieg zum Collada hat keine Probleme- ist halt etwas steiler und somit anstrengender. Genau auf dem Pass begegnen mir zwei Wanderer- sie sehen leicht gequält aus und murmeln etwas von "difficile". Der Blick in das Ransol Tal ist schön.


    Recht steil geht es nun durch Schutt bergab, aber "difficile" ist es nicht (für mich, der Aufstieg aber sicher Anstrengend). Vorbei an der Cabane de la Collada de Meners (Foto) Der Pfad schwenkt nach Süden, wird etwas flacher, führt nun durch Gras.
    Auf ca. 2460 m teilt sich der Weg- rechts ins Tal und weiter in den Ort Ransol- ich "muss" grad aus. Auf einem Stein steht in gelb "R D Jan"+ GRP 1- meine Richtung. "R D Jan" - damit ist die Cabana Coms de Jan gemeint. "GRP 1" - das ist die 7 Tagestour, die Rund um Andorra führt.


    Es ist nun meist einfaches gehen , der Pfad meist gut zu erkennen. Ein kl. Wald beginnt, ich kann hier weit in das Tal sehen.


    Kurz vor vier, komme ich an der Cabana Coms de Jan (2220 m) an. Ein Schweizer und ein Portugiese unterhalten sich gut gelaunt. Soll ich hier bleiben? "Wie weit ist es denn bis zur Cabana Sorda" frage ich. "So 2 Stunden" sagt der Schweizer. Ich hab einfach noch Lust zu gehen-kurze Pause- dann verabschiede ich mich.
    Ich gehe nun Richtung Osten- hier aber nicht den Pfaden folgen die hinunter in das Tal führen. Ab und zu sind die Pfadspuren nur schwach erkennen, Steinmänner und Farbkleckse helfen dann - die mehr oder weniger regelmäßig vorhanden sind. Ich schaue immer wieder mal auf das GPS. Das Licht wird nun immer schöner, sehr schöne, warme Farben.
    Klick auf das Bild- größer....

    Oben auf dem Pass- "Serra de Cabana Sorda" (2640m) eine wunderbare Aussicht. Ich stehe über den Wolken, die Sonne verschwindet langsam hinter dem Pic de la Torradella und taucht das Ransol Tal in ein warmes, rotes Licht.
    Klick auf das Bild- größer...


    [URL="http://www.mitrucksack.de/pyrenaeen_2014/album/28.%20Oktober%202014-%200171.jpg"]

    Der Sonnenuntergang hat nur einen Nachteil, die Sicht wird schnell immer schlechter. Weglos steige ich nun recht steil durch Gras Richtung des Incles Tal hinab (Süden). Ab und zu finden sich Markierungen- rot/ gelb- die sich dann nach Osten wenden.



    Ich komme an einem felsigem Kamm an, hier aufpassen das man den Spuren nicht weiter bergab folgt- sondern die Felsen überquert (ca. 2425m ) und dann dem gut sichtbaren Pfad weiter durch Gras folgt (- Nordosten). Zum Glück ein sichtbarer Pfad- denn mittlerweile ist es dunkel. Ich hab die Stirnlampe auf dem Kopf- nur ist meine Lampe nicht so stark. Sie reicht grade mal aus, um die nächsten Meter auszuleuchten - nicht genug um sich im weglosem Gelände zurecht zu finden.
    Rio de Cabana Sorda- Nebelschwaden, stockduster. Mit dem GPS finde ich dann die Refugi de Cabana Sorda (2295m ).
    Wiedermal habe ich eine Hütte für mich alleine, Die Cabana de Sorda ist eine solide Hütte- und Betten aus Metall. Gut gelaunt Koche ich das Nudelgericht- Bolognese ist heute dran. Dazu einen wärmenden Kaffee. In Ruhe wird mir schnell ungemütlich kalt, ich verkrieche ich mich dann in den Schlafsack- es ist grade 21 Uhr.
    Geändert von Nicki (16.12.2015 um 19:40 Uhr)
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  17. Erfahren

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #17
    Sehr schöne Fotos, sehr schöner Bericht! Danke!!

  18. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #18
    7. Etappe, 29.10.2014 - Refugi de Cabana Sorda - Bivac nahe des Etang du Pedourres-

    Erst um 9 Uhr bin ich wieder auf dem Weg, verlasse die Cabana Sorda. Pfadspuren und Steinmännchen leiten mich bergab- Richtung Süden. Das Gehen fällt mir leicht, das Gelände hat keine Schwierigkeiten. Ich folge einer guten Spur und gelben Zeichen- die nun nach Osten schwenken(ca. 250 m von der Hütte entfernt).


    Der Pfad bleibt ungefähr immer auf einer Höhe - so 2290m. Weiter unten sehe ich ab und zu mal eine dickere Spur, nach dem Blick auf die Karte fällt nun auf - ich bin hier zu hoch- der HRP führt dort unten her- eine Etage tiefer! In den Karten ist hier kein Weg eingezeichnet. Da es aber Wegspuren gibt und auch Markierungen - ich bleib hier oben- versuche bis zum Estany d' Androdat und von dort dann runter zum Rio de Menegor zu gehen und bin dann wieder auf der eigentlichen Route.
    Das klappt dann auch soweit gut, nur am Estany d' Androdat (2280m) gehe ich etwas suchend und weglos- treffe erst unterhalb des Estany wieder auf einem klaren Pfad der mich hinunter zum Rio de Menegor bringt (ca. 2010 m).
    Ein Wegweiser steht hier.



    Ton Joosten geht nun aufwärts zum Port de Incles und hat als Etappenziel die Refuge du Rulhe und dann weiter zum Coll de L'Albe.... Ich spare mir das- die Refuge wird jetzt sowieso nicht bewirtschaftet sein, ich gehe etwas direkter zum Coll d' Albe- folge wieder dem GRP 1. Der Einstieg ist gut markiert! Ein schmaler Pfad führt stetig - fast in einer Linie- aufwärts. Kl. Pfützen sind noch gefroren. Auf fast 2200 m Richtungswechsel (Osten), hier ist kein Weg mehr zu entdecken- aber es sind reichlich rot/ weiße Markierungen gepinselt.


    Auf der Pleta de Forquillo steht hohes gelbes Gras, durch die Scharte (ca. 2340 m- links auf dem Foto), dann geht es wieder bergab, auch mal über Blöcke.



    Ich höre Maschinenlärm. Am Riu de Juclar sind drei Arbeiter beschäftigt. Schnell gehe ich weiter- zur Refugio de Juclar. In der Saison ist die Hütte (2310 m) bewirtschaftet- jetzt ist die Hütte geschlossen (der ist Winterraum jedoch offen). Trotzdem haben recht viele Tagewanderer die Hütte als Ziel- alle nutzen das gute Wetter- so 10 Menschen sind sicherlich hier. Die Sonne hat zwar noch kraft, der kühle Wind lässt aber alle die Jacken anziehen.
    Am See entlang (Estany Primer de Juclar) geht es weiter, der See selbst ist zur Zeit nicht grad schön- ist nur halbvoll. Der Estany Segon de Juclar ist jedoch gut gefüllt und liegt hübsch in den Bergen. Zwischen beiden überquere ich die Landbrücke.


    Dann der unkomplizierte Aufstieg zur Collada de Juclar (2442 m), Steinmänner, Farbklekse und Wegspuren zeigen mir die Richtung. Vom Collado muss ich wieder ein kurzes Stück zurück und einen Felsen hinauf (gelb markiert), nicht ganz 20 Minuten Später ist der Port de L'Albe (ca. 2535 m) erreicht. Unten der Etang de L'Albe (2350m), den erwandere ich etwas mühevoller.


    Die ersten Meter geht es recht steil bergab, dann über ordentlich Blöcke. Vorbei an mehreren kl. Seen- mal weglos und anstrengend über Blöcke, mal auch über Pfadstücke. Bei gutem Wetter helfen Steinmänner und ein paar rot/ weiße Markierungen bei der Orientierung- bei schlechter Sicht wird es nicht einfach sein die Richtung zu finden. Um 16:30 komme ich am recht großen Etang de Couart an (2230 m), hier sind die ersten Zeltmöglichkeiten seit dem Port d' Albe, im Gelände vorher gab es keine Plätze für ein Zelt. So langsam ist das Laufen wieder einfacher. Ich folge weiter dem Pfad am Ufer des Sees. Ein Stück hinter dem See dann nach rechts (Süd/ Ost) wenden (und hier nicht dem Pfad folgen der ins Tal führt). Wieder geht es über und zwischen Felsen, dann wird der Pfad bequemer und erreicht einen breiten, grasigen Pass (laut Karte 2251 m)- der Übergang in das Val D' Arques.


    Ohne Probleme passiere ich den Etang de Pedourres (ca. 2180m) und suche etwas unterhalb des Sees eine Bivacstelle- fast am Bach- dem Ruisseau d' Arques find ich eine grade Fläche (so 17:40- ca. 2160 m.
    Der Ablauf abends ist immer gleich, ich baue das Zelt auf, blase die Neoair auf, lüfte den Schlafsack und räume meine Sachen in das Zelt. Dann zum Bach- waschen- wenn auch eher eine Katzenwäsche, es ist schon kühl. T- Shirt Wechsel, das Fleece wieder an- und dann die dicke warme Jacke drüber (Haglöfs Barrier II).
    Ich suche einen schönen Stein zum gemütlichen sitzen- der gleichzeitig dem Kocher etwas Windschutz bietet. Baue meine Kochutensilien auf, fülle Wasser in den Topf. Erst mal einen Tee trinken, auf Tour immer mit viel Zucker. Dann nochmal Wasser in den Topf- das Nudelgericht braucht auch ein wenig Wärme. Während das Essen köchelt- schieße ich ein paar Fotos.


    Die Mahlzeit ist dann zügig im Bauch- ohne Bewegung ist es einfach kalt und ungemütlich. Spülen und schnell in den Schlafsack. Jeden Abend höre ich dann noch Interviews oder auch Krimis (Mon Talk, Radio Tatort... ) schlafe immer früh ein- bin einfach Müde und dabei sehr zufrieden.
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  19. Erfahren
    Avatar von OutofSaigon
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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #19
    Welch wunderschöne Herbstlandschaften! Ich war noch nie in den Pyrenäen. Muß wohl doch mal dorthin. Am besten im Spätherbst. Leider ist das Leben kurz, und man hat ja (hoffentlich) auch noch andere Lebensinhalte...

    Nur: was du als Krokusse bezeichnest, sind Herbstzeitlosen. Krokusse blühen im Vorfrühling...

  20. Fuchs

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    AW: Pyrenäen - auf dem HRP - Noarre bis zum Mittelmeer

    #20
    Hab geändert ... Danke ....
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