30.10.2014 - Bivac am Etang du Pedourres- Refuge de Besines


Der Morgen ist wie immer- sonnig und mit blauem Himmel. Es will einfach nicht regnen! Trotzdem fällt mir das Aufstehen schwer- draußen ist es nur knapp über dem Gefrierpunkt, im Schlafsack ist es halt gemütlich.


Einmal in Gang wird mir dann schnell warm. Um 8:10 ist wieder alles im Rucksack verstaut, ich geh denn Hang hinauf und finde schnell die Wegspur. Gelb und Grün Val d' Arques liegt vor mir. Die Schatten sind lang, die Sonne quält sich noch über die Gipfel.


Das Gehen fällt wieder leicht, ein guter Bergpfad ohne großes Gefälle. Selten muss ich mal die Richtung suchen. Vorbei an einem kl. Stausee- nun in der angenehm warmen Sonne. Ein paar Kühe mit ihren Kälbern liegen auf dem Weg, ich gehe in einem Bogen vorbei. Der Pfad führt nun etwas kräftiger bergab, ganz unten im Tal kann ich das nicht grad hübsche
l' Hospitalet - pres - l' Andorre sehen- aber dort gibt es einen Laden und eine Gite! Ich folge weiter den Pfaden, erreiche dann um 10:25 die N 20. Über die Straße- es ist wenig Verkehr , ein paar Meter rechts - dann in den Weg einbiegen- dieser führt dann in den Ort- Höhe 1435 m.


Am anderen Ende noch mal über die Gleise- in dem freistehenden Haus ist der Einkaufsladen( mit Café/ Bar in einem). Seltsamerweise kaufe ich erst mal ein, das ist mir das wichtigste, das Essen für die nächsten Tage besorgen. Erst dann bestellte ich mir einen Café au lait und ein Croissant Frühstückspause!
Eigentlich wollte ich hier eine Pause einlegen- Duschen, Essen gehen, in einem halbwegs gemütlichen Bett schlafen... ein Bier oder zwei Trinken. So richtig gefällt es mir hier nicht. l' Hospitalet - pres - l' Andorre ist ein nicht grad schön gelegener Ort. Als Etappenziel am Abend ist das noch halbwegs OK- aber ein Tag Pause ist hier nicht lohnenswert. Ich bestelle noch einen Café au lait und ein Croissant, verpack die Einkäufe in den Rucksack- das Mehrgewicht ist zu spüren.
Ein Schild im Ort zeigt meine Richtung an - die Refuge de Besines (GR 107) ist mein nächstes Ziel. Schnell beginnt Wald, der Pfad steigt stetig an, die N 22 überquere ich, und erreiche eine Piste- der ich nach links folge. Der Pfad wird dann schmaler, insgesamt ein gemütlicher Waldspaziergang- der dabei überraschend schön und kein bisschen langweilig ist.


Der Pfad biegt nun in das Besines Tal ein (ca. 1780 m), das Gelände wird kurz offen.


Vorbei am Etang de Besines (1973 m) mit der sehr einfachen und etwas schmuddeligen Refuge du Barrage des Besines (teils gehe ich hier sogar über Asphalt Wege). Nach dem See ein kl. schönes Plateau.


Wieder durch Wald geht es nun nochmals aufwärts, dann habe ich die Refuge des Besines erreicht 2104 m. Ich schau auf die Uhr- grade mal 15 Uhr, ich bleibe aber hier. Einfach ein wenig ausruhen. Ich bin hier nicht alleine- ein paar Franzosen sind hier, und ein Holländer mit Hund- dem man ansieht, das er schon sehr lange auf einem besonderem Weg ist.
Die Hütte ist nicht mehr bewirtschaftet, der Winterraum ist groß und modern, mit richtigen Betten. Ich ziehe jedoch eine Etage höher, auf die Terrasse und baue dort mein Lager auf.


Unten herrscht doch etwas Unruhe. Hier oben schläft auch der Holländer mit seinem Hund. Sein Hund ist schon 14, und wirklich nicht mehr der stärkste. Die Kleidung des Mannes ist ziemlich verschließen, er trägt Sandalen, die Socken haben Löcher, der große, schwere Mantel mit Löchern und Rissen. Der Schlafsack ist eher für den Sommer geeignet. Die beiden sind schon zwei Jahre Unterwegs, irgend etwas ist im Leben des Mannes passiert. Jetzt wandern sie durch die Pyrenäen. Wir sprechen über die morgige Route. Für den Hund wird es schwer werden, und wenn das Wetter schlecht wird, auch für ihn selbst.
Die anderen suchen in der Zwischenzeit Holz und alle sitzen dann um das Feuer.


Als es dann dunkel wird krieche ich in den Schlafsack. Der Holländer krabbelt in seinen, ruft dann den Hund- der dann unter die Decke kriecht- so wird es beiden schon warm werden.