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  1. Der Fahrradkurztouren-Thread

    #1
    Leute, Jungs und Mädels, Pedaleurs!

    In Anlehnung an "Mein Outdoorerlebnis - heute" starte ich einen Thread für Tagestouren, Kurztouren, Wochenendtouren und überhaupt alle Touren mit dem Radel um den Block, und sei es die zum Bäcker. Im "Outdoorerlebnis" gehen diese Touren ganz unter; und wenn es etwas Fahrradspezifischer wird, ist das gewollt.

    Kurz, für all die, denen ein paar Fotos und drei dürre Zeilen Rad-Tourbericht genug sind.
    .

  2. Vorstand
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #2
    Okay. Weil Du es bist . Dann fange ich mal an...

    Letzten Mittwoch. Es goß in Strömen. Poncho übergezogen, Shorts angelassen und dann losgeradelt. Man hat ja alles dabei, schon aus Routine. Ohne Poncho gehe ich nie aus dem Haus.

    Als der Radweg endete, musste ich auf der Straße fahren. Das Wasser der Autos spritzte zur Seite und ich schwamm zwischen Autos und Bordsteinkante voran. Ein Laster brummte neben mir und plötzlich überkamen mich Glücksgefühle: Fast wie auf Tour. Radeln - egal wie und wo. Urlaub. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich mir keine Sorgen machen musste, ob die Sachen nun trocknen oder nicht. Warmer Regen. Herrlich.

    Dann bog ich ab, um noch etwas einzukaufen. Alle anderen stellten sich unter, nur ich schob stolz mein Rad von Stand zu Stand. Outdoorer eben.


    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  3. Alter Hase
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #3
    Läßt Du sonst die Shorts nicht an ?

  4. Vorstand
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #4
    Zitat Zitat von iwp Beitrag anzeigen
    Läßt Du sonst die Shorts nicht an ?
    Ahm ja, so könnte man das auch verstehen , - nein, sonst hätte ich die lange Hose angezogen, mit der ich normalerweise fahre. Es waren nach dem Wetterumschwung ja höchstens 15 Grad. Aber bei Regen fahre ich lieber mit kurzer Hose, das erspart das Trocknen.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  5. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #5
    Die Rhein-Nahe-Glan-Nordpfalz-Hunsrück-Mosel-Rundtour am Donnerstag und Freitag


    Neuwied-Engers: Grauer Turm, der letzte Rest der Burg Kunostein.


    Schloss Stolzenfels von Lahnstein aus gesehen.


    Bei Kestert: Für irgendeinen Blödsinn, den die Menschheit nicht braucht, ist immer Geld da, sobald die Deckel von den Fördertöpfen runter sind.


    Rhein bei Oberwesel.


    Kaub mit Burg Gutenfels. Hier überquerte Blücher am 1.1.1814 den Rhein um Napoléon endgültig den Marsch zu blasen. Durch die Hintertür hatte Napoléon im Rheinland dann doch länger das Sagen, als Blüschers Schlesische Armee sich das erträumt hatte. Fortsetzung 300 km später.


    Bacharach


    Lorchhausen: Kulturerbe! Was für ein Glück, dass das Obere Mittelrheintal kein Unesco-Weltkulturerbe ist, sondern Unesco-Welterbe. So kann sich die Kultur ungestört austoben. Die grünen Schilder zeigen den Stromkilometer an, sowie den Ortsnamen im Welterbe.


    Gut, gut, es hat Fußweg auf dem Schild gestanden. Unten am Rhein: B 42 für Radfahrer gesperrt, weil die meisten die Baustelle innerhalb der Grünphase nicht schaffen. Die ausgeschilderte Umleitung fängt mit einem 3,5 km langen, im Schnitt 10 % steilen Anstieg an. Ich hatte das Vergnügen einen holländischen Reiseradler mit 50-Kilo-Gefährt auf halber Höhe zu treffen. Der Austausch holländischer und deutscher Schimpfwörter aus dem Bodensatz der übelsten Gosse war ergiebig und völkerverbindend. So, jetzt noch ein Grieche ...


    Goethe-Tempel am Niederwald. Unten Rüdesheim, nebenan das Niederwalddenkmal.


    Rüdesheim und die ersten Ausläufer des Rheingaus von der Fähre nach Bingen.


    Bad Kreuznach: Brückenhäuser im Baurausch, leider.


    Bad Kreuznach: Gradierwerk im Salinental. Soll helfen, ich merk' nix.


    Bad Münster am Stein: Kurmittelhaus mit Rheingrafenstein. Seit 20 Jahren geht es bergab, nicht mit dem Stein.


    Der Rotenfels. Größte Steilwand zwischen Alpen und Skandinavien.


    Einmal Steigung bitte. Durch die Weinberge der Nahe zum Gut Hermannsberg, vormals Königliche-Preußische-Weinbaudomäne. Damit uns Preußen nicht verloren geht.


    Keine gesehen.


    Zwischen Odernheim und Meisenheim. Und unten verläuft der Glan-Blies-Radweg - flach.


    Odenbach am Glan. Vor 9 Jahren bin ich hier durchgewandert.


    Jugendherberge und Restaurant Burg Lichtenberg oberhalb Thallichtenberg. Zum Schluss noch eine Steigung.

    Bilanz Donnerstag: 213 km, Google Maps kommt auf 1.450 hm, kein Regen

    ______________________________________________________________


    Tor zur Burg Lichtenberg: Weil das Abrechnungssystem der Jugendgerberge noch nicht hochgefahren ist, beginnt der Tag wie der gestrige geendet ist, mit einer Burgbesichtigung.


    Thallichtenberg: Da hat selbst Preußens Gloria nicht helfen können! Sollte das erneut in die Hose gehen?


    Baumholder. Amis vor, neben und hinter mir an der Ampel.


    Mehr Foto hat Idar-Oberstein nicht verdient. Das Städtchen ist so verbaut, da würde mir die Speicherkarte die Freundschaft kündigen. Ab hier immer Richtung "Hahn".


    Der Aufstieg nach Breitenthal in der Werkrückschau.


    Der Hunsrück bei Sulzbach? Irgendwo da.


    Rhaunen im Hunsrück.


    So is'er der Mensch: Jeder hat sein eigenes Kulturerbe.


    Frankfurt am Main, ein bekannter Ortsteil.


    Zell an der Mosel


    Der Calmont. Klettersteig ( na ja) und Europas steilster Weinberg.


    Klosterruine Stuben, des Klettersteigwanderers liebstes Motiv.


    Beilstein und Burg Metternich. Damit wären wir beim Wiener Kongress und später dann bei den Preußen im Rheinland und dem Napoléon Bonaparte. Mal grob über den Lenker runtergebrochen.


    Cochem aan de Moezel.


    Mosel. Manchmal kann sie sogar Fluss!


    Klotten: Burg Coraidelstein, lange Jahre Wohnsitz von Wendelin Stahl, der in den siebziger und achtziger Jahren einer der renommiertesten deutschen Keramiker gewesen ist.


    Kobern-Gondorf: Oberburg. Rennradfahrer wechseln für die Durchfahrt auf die Straße!


    Moselbrücke der A61 bei Winningen. Nach all dem Burgen, mal schöner Beton und Stahl.


    Preußischer Meilenstein bei Weißenthurm. Nach dem Wiener Kongress wurde das Rheinland endgültig den Preußen übertragen. Doch statt preußische Zucht und Ordnung, wurde der Code Civil beibehalten, das Gesetzeswerk des verhassten Napoléon Bonaparte. Bis 1900 war das in maßgeblichen Bereichen gültig; und in Rheinland-Pfalz in Sachen Nachbarschaftsrecht bis 1971.


    "Werner, hast'e nich endlich ma ein Bild der Bursch Altwied?" Ha'ma, jedoch im Gegenlicht der Abenddämmerung.

    Bilanz Freitag: 199 km, die Höhenmeter von Google Maps: 1.900, kein Regen
    Geändert von Werner Hohn (06.03.2017 um 15:42 Uhr) Grund: *Uff*, was für ein Fehler!
    .

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #6
    schöne Tour, Werner!
    OT: darf man auch mal ältere Kurztouren einstellen oder muss das gerade tagesaktuell sein?
    Two roads diverged in a wood, and I—
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  7. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #7
    Das darf ruhig auch älter sein. Und mal so eine Runde durch Berlin, könnte nicht schaden.
    .

  8. Vorstand
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #8
    Burg Lichtenberg. Ein ähnliches Foto habe ich vor 15 ? Jahren gemacht, als ich hungrig mit dem Motorrad am Straßenrand stand und rohe Nudeln gegessen habe. Ach ja. Seufz. Und ich kenne sogar noch das alte Idar-Oberstein. Verstehe, dass sich bei Fotos die Speicherkarte krümmen würde. Bist ja gut rumgekommen. Scheinst fit zu sein.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  9. Erfahren
    Avatar von Griffon
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #9
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    [b]

    Frankfurt am Main, ein bekannter Ortsteil.
    Oh, ein Reh!
    Dieser Beitrag wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #10
    Etwas Radeln bei Jerichow (August 2014)

    Ich fahre erst eine Stunde später mit Zug und Rad nach Genthin, als ich eigentlich geplant habe, da ich mir aber vorgenommen habe, keinen Stress aufkommen zu lassen, ist das ganz ok. Gegen 15nochwas beziehe ich mein nettes Einzimmerappartment und packe aus, dabei bemerke ich, dass ich intelligentweise zwar die Kamera mitgenommen habe, aber nicht das neu aufgeladene Akku. Was für ein Mist! Ich gehe schnell etwas einkaufen, damit ich für den Abend und den nächsten Morgen etwas zu essen und zu trinken da habe.
    Auf dem Rückweg überlege ich hin und her, ob ich am Donnerstag nach Berlin fahren soll und das akku holen? aber das wäre mehr als Quatsch, geldmäßig, aber auch zeitmäßig, am Samstag muss ich ja schon wieder zurück. Ob ich mal die nicht so gute Handycam ausprobiere? Die ist bei diesem Modell nämlich wirklich nicht besonders, ach ich versuch es einfach. Danach gehe ich dann den Rest des Nachmittags/frühen Abend über das gesamte Klostergelände, schaue auch kurz in die Gebäude selber hinein, überwiegend halte ich mich aber im kleinen Park und dem Klostergarten auf. Auf einem Gebäude im inneren Gartenbereich, der über einen Turm verfügt, thront ein Storchennest, welches zurzeit von drei Störchen, Mama, Papa und halb erwachsenem Nachwuchs bewohnt wird. Was ärgere ich mich, dass ich nicht meine Kamera habe. Aber muss halt auch so gehen.










    Tag 2

    von meinem Frühstückstisch schaue ich hinaus auf die Klostertürme und mache Planungen, wohin ich heut radeln soll. Obwohl himmlische Ruhe hier herrscht, habe ich ausgesprochen schlecht geschlafen. Also nicht sowas heftiges an Tour, denke ich bei mir. Vielleicht bis zur Fähre nahe Ferchland radeln, die etwa 9 km von hier entfernt ist, dort über die Elbe setzen und wieder auf der anderen Elbseite quasi zurück bis nach Tangermünde, weiter in Richtung Westen, über die große Elbbrücke und zurück nach Jerichow, das sind schätzungsweise insgesamt 50 Kilometer.



    Ich radel vom Klostergelände herunter, biege nach links auf den elberadweg und fahre dann geradeaus.




    Ich biege aber bald vom Radweg ab, ich will näher ans Wasser und fahre einen schmalen Feldweg hinein. Zuerst lässt derr sich ganz gut befahren, aber dann muss ich schieben. Das macht aber überhaupt nichts, ich hab ja Zeit genug.









    Ich erreiche Ferchland und finde gleich die Fähre nach Grieben





    ich komme durch zwei Miniorte und an einem turm des Nabu vorbei, in welchen man hoch klettern kann und eine schöne Sicht auf die vielen Wasservögel hat.



    Ich erreiche Tangermünde schneller als gedacht, hier gibt es einen Ruderclub, bei dem man wohl auch übernachten kann, das muss ich mir merken.








    am Abend noch ein kleiner Rundgang durch mein Kloster



    Die zweite Nacht habe ich besser geschlafen und versucht möglichst lange liegen zu bleiben.

    Ich beschließe wieder eine kleine Radtour zu machen, aber wirklich ganz piano, wovon auch immer, ich fühle mich erschöpft. Ich beschließe nach elbe-Parey zu radeln bis hin zum Schloss Zerben und dann einfach wieder zurück.



    Blicke vom Steilufer bei Derben





    hier gibt es wohl Wanderrwege nach unten und an den Klippen entlang



    einfach nur wundervoll, was gäbe ich darum meine richtige Kamera dabei zu haben



    Ich folge weiter erst dem Elberadweg, dann aber einem Waldweg, der zur Schleusae bei Parey führt, da fließt der Elbe-Havel-Kanal in die Elbe. Hier möchte ich kein Rad mit Gepäck hochschleppen müssen, habe gerade das eigentlich für mich zu große rauf und runter geschafft.



    wo der Kanal einmündet wird gerade gebaggert



    Ich erreiche mein heutiges Ziel - das Schloß Zerben, wobei das eher ein Gut ist.



    Fontane lässt hier teilweise seinen Roman Effi Briest spielen und tut damit der ursprünglichen Figur der Elisabeth von Ardenne unrecht, eine sehr interessante und auch mutige Frau, aber das passte vermutlich nicht in das Weltbild der meisten Herren (und auch Damen) der damaligen Zeit. Effie Briest hab ich gelesen und als langweilig empfunden, das Schicksal und das Leben von Elisabeth hingegen ist spannend und lebendig. Es gibt einiges an Literatur, aber nur dies hier erstmal zur Info:
    http://www.effis-zerben.de/geschichte_elisabeth.html

    Jedenfalls habe ich beschlossen, mir auch die anderen Frauenorte, die das Land Sachsen-anhalt auserwählt hat, anzuschauen.



    Augenblicke auf dem Rückweg



    Abends gehe ich noch einmal ins Kloster, auch in die Kirche, aber dort ist das Licht für mein Handy zu schlecht



    am Samstagmorgen muss ich frühezeitig los, ich möchte nicht in den Hauptreiseverkehr von Magdeburg nach Berlin kommen, die Züge sind proppevoll und die Radabteile am We oft überfüllt.

    zweites Frühstück an der Bushaltestelle, wo ich auf den Bus nach Genthin warte

    Geändert von Sternenstaub (12.07.2015 um 19:58 Uhr)
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  11. Erfahren
    Avatar von Todden
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #11
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Leute, Jungs und Mädels, Pedaleurs!

    Kurz, für all die, denen ein paar Fotos und drei dürre Zeilen Rad-Tourbericht genug sind.
    *Hüstel*

  12. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #12
    Zitat Zitat von Griffon Beitrag anzeigen
    Oh, ein Reh!
    Wenn da eins steht, spielt es bestimmt Harfe, schaut dabei über meine Schulter in Richtung "Koblenzer Tor" und sieht das da:



    Für Radtouren ohne Karte quer über den Hunsrück ist "der Hahn" übrigens eine gute Einrichtung. Woher auch immer, immer ist der gut ausgeschildert.

    @ Todden
    Weshalb *hüstel*?
    .

  13. Erfahren
    Avatar von Todden
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #13
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    @ Todden
    Weshalb *hüstel*?
    War nicht böse gemeint. Hatte innerlich gegrinst, da du im Eingangsportal etwas von ein paar Fotos und drei dürren Zeilen geschrieben hast und die ersten Posts wahre Romane sind. Aber ich lese gerne Romane...

  14. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #14
    Das erste Mal bin ich aufgrund eines Threads[1] im ODS auf das Thema Bikepacking aufmerksam geworden. Neben der Leichtigkeit der Räder und dem minimalistischen Ansatz ist mir vor allem die Schnelligkeit und die Geländetauglichkeit im Gedächtnis geblieben und hat mich auch so schnell nicht wieder losgelassen. Als ich dann noch den ein oder anderen Bericht[2][3] gelesen und mir die ersten Videos[4] angeschaut hatte, stand die neue Richtung des Radreisens schnell fest.

    Die Suche nach einem Rad gestaltete sich durch die hervorragende Beratung durch das Team von Radel Bluschke in Iburg nicht wirklich schwierig und so war ich nach einer Wartezeit von knapp 4 oder 5 Monaten stolzer Besitzer eines Salsa Fargo 2 Gray, natürlich direkt mit den passenden Taschen. Glücklicherweise lag der Orthopäde mit seinem Verdacht des gebrochenen Mittelfußes doch noch daneben und ich konnte das Rad abholen und direkt durch den Wald nach Hause fahren. Natürlich konnte ich die Füße nicht lange still halten und schon bald war der nächste Ausritt - mit Taschen - geplant. Zuerst musste aber das Ausrüstungspuzzle überstanden werden.





    Ziel war eine entspannte Feierabendrunde zum See und am kommenden Morgen wieder zurück.

    Nach der Arbeit ging es auf das Rad und schon bald waren Meetings, Termine und Deadlines aus dem Kopf verschwunden. Das Pedalieren und die frische Luft taten richtig gut. Das Rad lief gut, das Gepäck hatte auch im Gelände keinen Einfluss und die Ausblicke auf einer MTB-Tour hatte ich ja schon lange vergessen.











    Schneller als gedacht war der See erreicht (kurz vor Dunkelheit) und es blieb nur noch das Aufbauen des Zeltes, das Kochen der Nudeln und der warme, weiche Schlafsack nach einem anstrengenden Tag.



    Am kommenden Morgen klingelte mich um 05:00 Uhr der Wecker auf dem Schlaf und es ging nach dem Packen direkt auf das Rad. Der Rückweg sollte nicht über unbefestigte und damit schwer zu berechnende Wege führen, da spätestens 08:30 Uhr die ersten Termine im Büro anstanden. Somit ging es also über die Straßen in Richtung Osnabrück.



    Da blieb in diesem Fall weniger Zeit für Fotos, aber die Stimmung am Morgen war trotzdem grandios. Um diese Uhrzeit ist nahezu niemand unterwegs und alles geht noch seinen leisen Gang.



    Sollte jemand Interesse haben was genau ich dabei hatte, dann verweise ich hier gerne auf den entsprechenden Beitrag im Blog[5].
    ---
    [1] https://www.outdoorseiten.net/forum/...kepackingsetup
    [2] https://www.outdoorseiten.net/forum/...t-zu-tun-haben
    [3] https://www.outdoorseiten.net/forum/...Lahntalradweg?
    [4] https://vimeo.com/110867169
    [5] http://saschadoemer.blogspot.de/2015...im-detail.html
    Denke anders, denke selbst! | www.saschadoemer.de

  15. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #15
    Noch die Frage aller Fragen, die auch in deinem Blog nicht beantwortet wird: Wat wiescht dat Zeusch zusamme?

    Ursprünglich wollte ich die obige 2-Tagestour nur mit einer Revelate-Satteltasche fahren, ohne Rahmen-und Lenkertasche. An den Lenker kommt mir keine Tasche mehr (5 Jahre habe ich mich über diese Taschen geärgert) und in den Rahmen meines Radels passt nix gängiges.

    Die Revelate konnte ich probepacken und probefahren. Wenn die kompakt und relativ leicht gepackt werden kann, ist die toll. Bei maximaler Länge, ca. 55 cm, und 5 Kilo wackelt die wie ein Lämmerschwanz und der Schwerpunkt ist ungewohnt weit oben. Außerdem passte nicht alles hinein, was mit sollte.

    Die wenn auch etwas schwerere Lösung war ein Gepäckträger (550 gr), ein leichter 20-Liter-Ortlieb-Packsack (113 gr) und zwei Spanngurte (150 gr). Unten das Zeltgestänge längs, darüber der Packsack quer und oben drauf das Zelt in Plastiktüten. Mit den zwei Gurten sitzt das bombenfest, und ist nicht breiter als meine Oberschenkel. Das sieht zwar eher nach Landstreicher aus, denn nach Sport, ist aber auch so gewollt. Außerdem habe ich noch genug Platz im Packsack für Essen, etc. Gesamtgewicht inkl. Einwandzwelt, Schlasa, Luma und allen Klammotten für eine dreiwöchige Tour, 5.800 Gramm.

    Eine Bitte: Das soll jetzt nicht in Sinn oder Unsinn von Bikepacking ausarten.
    .

  16. Lebt im Forum
    Avatar von Christian J.
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #16
    Ich habe den Beitrag vor einigen Tagen schon mal in besagtem Schönstes-Outdoorerlebnis-Thread geschrieben, aber hier passt er ja viel besser:


    Ich arbeite z.Z. in Torgau und wohne in Leipzig. Am Montag war ich nach der Arbeit mit einer Kollegin zum Radfahren verabredet: entspannte 30km um Torgau. Weil ich dann einmal "warm" war, bin ich gleich noch nach Hause gefahren, so dass am Ende 105km auf dem Tacho waren.

    Zwischen Torgau und Wurzen habe ich leider kaum Fotos gemacht, obwohl das landschaftlich der reizvollere teil war. Aber ich hatte da ein "Formtief" und war mit pedalieren genug beschäftigt.


    Tschapperl war ganz aufgeregt: seine erste Tour über 100km. Hier überqueren wir die Mulde bei Wurzen.


    So sieht der Muldentalkreis aus. Gut zu sehen auch meine zwei selbstgebauten Feedbags


    Auch für's GPS war's zu warm


    Der Albrechtshainer See besticht durch eine wildromantische Geräuschkulisse der direkt angrenzenden stark befahrenen A14. trotzdem musste ich mich darin kurz abkühlen und für die Schlussetappe vorbereiten.


    "Es ist hässlich aber zu groß, um es einfach zu ignorieren" Treffender als mit diesem Zitat (dessen Urheber ich leider nicht mehr kenne) kann man das "Völki" nicht beschreiben.


    Ein langer Tag geht zuende

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Ach ja: Der GPS-Track zeigt nur den Weg von Torgau nach Leipzig. In den beiden Städten habe ich aus Datenschutzgründen viel Strecke abgeschnitten.
    Geändert von Christian J. (15.07.2015 um 22:34 Uhr)
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  17. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #17
    Hallo zusammen,

    @Werner

    Du hast recht, ich habe keine Angaben zum Gewicht gemacht. Das liegt allerdings daran, dass mich das in der Regel nicht wirklich kümmert

    In Anlehnung an die Packliste hier mal eine Übersicht, bitte nicht auf die letzten 100-200g festnageln, denn so genau kenne ich das Gewicht der ganzen Dinge nicht (mehr). Alle Angaben sind daher ungefähre Werte, ich spare mir nur das ca. vor den Angaben.
    • Zelt - Hilleberg Akto, mit Bodenplane (1650g)
    • Isomatte - Thermarest Neo Air, halbe Länge (250g)
    • Schlafsack - GoLite - Adrenaline 20°F (850g)
    • Wasserblase - Camelbak (260g + 2000g)
    • Jacke - The Northface Thermoball mit Kapuze (400g)
    • Hose - 3/4 Ice Breaker (Merino) (250g)
    • Hemd - Ice Breaker (Merino) (250g)
    • Taschenmesser (75g)
    • Essen - Nudeln für das Abendessen (300g)
    • Küche - Fuß für die Kartusche (25g)
    • Ersatzteile / Service - Pumpe (100g)
    • Schlafsack - Inlett aus leichter Baumwolle (250g)
    • Sonstiges - Papiere (150g)
    • Küche - Löffel (25g)
    • Küche - Kocher, MSR Reactor mit dem kleinsten Topf (550g inkl. Kartusche)
    • Küche - Feuerstahl (25g)
    • Essen - Powerbar für das Frühstück (300g)
    • Navigation - Garmin Edge 810 (100g)
    • Taschenlampe - Nightcore (25g)
    • Hygiene - Zahnputzbeutel (100g)

    Damit war also das Gewicht wie folgt verteilt:
    • Lenkertasche mit ca. 1950g (ohne die Tasche selbst)
    • Rahmentasche mit ca. 2225g (ebenfalls ohne die Tasche selbst)
    • Satteltasche mit ca. 1475g (ebenfalls ohne die Tasche selbst)

    Dazu kommt natürlich noch das Gewicht auf dem Rücken, insgesamt knapp 2500g für Wasser und ein oder zwei Müsliriegel.

    Danke für den Hinweis mit dem Blog, habe ich dort auch entsprechend ergänzt / korrigiert.
    Denke anders, denke selbst! | www.saschadoemer.de

  18. AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #18
    Danke, ist weniger als erwartet. Viel Spielraum das Gewicht nach unten zu drücken hast du ja nicht mehr.

    Die Radtour heute: Das Objekt der Begierde

    Morgens ein Anruf der Klosterbuchhandlung vom Hang gegenüber. Das bestellte Buch ist da. Raus aufs Rad, oder raus in Wanderschuhen? Raus aufs Rad.


    Kloster St. Marienhaus. Heimstatt von circa 70 Nonnen, die im Schnitt auf 70 Lebensjahre kommen. Herrinnen über 13.000 Mitarbeiter. Unten im Tal liegt ein Männerkloster. Die haben nur ein paar Hundert Mitarbeiter. Ich sach' ja: Frauenquote bringt's! Links liegt das Objekt meiner Begierde - noch.


    Das Objekt der Begierde, dem Simon sein Buch.


    Noch eine kleine Runde durch den Rheinischen Westerwald über die Wiedhöhen.


    Ein Blick zur A3 und Siebengebirge (links) ist auch noch drin.


    Zum Schluss das Rad premiummäßig korrekt über einen Premiumwanderweg geschoben. Das hätte ein Zertifikat verdient. Des Wanderers liebster Radfahrer, oder ähnlich. Drei gemütliche Stunden mit Klatsch und Tratsch, zwei Nussecken und einem dicken Schweinebratenbrötchen. Das werde ich heute noch auf dem Sofa runterarbeiten, indem ich Simons Buch lese.

    OT: @ Admins

    Könnt ihr bitte GPX-Dateien für dieses Unterforum, wenigstens für diesen Thread freischalten?
    Geändert von Werner Hohn (15.07.2015 um 20:49 Uhr)
    .

  19. Lebt im Forum
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #19
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    OT: @ Admins

    Könnt ihr bitte GPX-Dateien für dieses Unterforum, wenigstens für diesen Thread freischalten?
    OT:
    Müsste eigentlich freigeschaltet sein. Siehst Du die Datei in meinem Post oben? Ich habe da eben noch was korrigiert, es war ein Fehler beim Einbinden passiert.
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    #20
    Samstag, 18.Juli 2015

    Ich bin auf Nordstrand und mein Ziel ist Hattstedt. Vor langer Zeit bin ich dort mal geradelt und habe die Gegend als einsam und schön in Erinnerung. Der Wind bläst kräftig. Von hinten. Mir ist bewusst, dass der Rückweg grausam sein wird.


    Ich radele in Richtung Friesenhof.





    Kein leichtes Unterfangen, die Pferde zu überholen. Die Reiter scheinen Touristen zu sein.





    Das Haus des ehemaligen Ministerpräsidenten steht zum Verkauf.





    Die Ladestation hinter dem Deich. Für E-Bikes. Der Strom ist Inselstrom. Noch bin ich nicht so weit. Aber wer weiß, was noch kommt.





    Schon oft fotografiert und wieder gemocht.





    Der Damm.





    Ich habe immer noch Rückenwind. Aber meine Schulter schmerzen ein wenig, das Rad scheint immer noch nicht optimal eingestellt.


    Idylle. Der Windpark, der den Horizont verändert, beginnen ein Stück weiter rechts.





    Wobbenbüll. Wenn es bunt wird, ist es Menschenhand.





    Eine Wegmarkierung lockt. Ein Hufeisen. Zunächst noch fester Sand, dann tiefer Sand.





    Was wäre bei mir ein Radausflug ohne Schieben. Ein Spaziergänger kommt mir entgegen. Wir grüßen.





    Glockenblumen am Wegesrand. Auch eine kleine Blume, die ich nicht kenne. Ich verpasse die Gelegenheit. Ärgerlich, später weist ein Schild darauf hin, dass es etwas Seltenes gewesen sein könnte.





    Hinter einem Zaun Tannenbäume. Die Bändchen flattern im Wind. Wind ist das Stichwort der Fotochallenge in dieser Woche.





    Eine Wiese mit Pferden. So tief unten. Merkwürdig. Weiter denke ich nicht.





    Eine Kreuzung, beide Wege asphaltiert. Links oder rechts? Der Weg links verheißt Geheimnis hinter einem Hügel. Dabei weiß ich, dass dort hinten die Schnellstraße verlaufen muss. Neugierig macht die Lücke dennoch.





    So biege ich links ab und bin kurz darauf an einem Aussichtspunkt.





    Ich bin am „Der Schacht“. Hier wurde 1933-1934 der Sand abgetragen, der für den Damm vom Festland nach Nordstrand benötigt wurde. Seit 1988 ist das Gebiet Teil des Schobüller Biotops. An den Hängen wachsen seltene Blumen, z.B. die Acker-Witwenblume oder das Bergsandglöckchen. Letzteres glaube ich gesehen zu haben.





    Im Gebüsch befindet sich eine Schaufel mit einem Stück Schiene.











    Das Rätsel des Endes der Straße löst sich.





    Ich biege rechts ab. Ich verfahre mich hier grundsätzlich, das war schon das erste Mal vor Jahren so. Immerhin ist das Gebiet nicht besonders groß. Man kann sich also nicht so verfahren, dass Lebensgefahr besteht.

    Kurz darauf folge ich dem Wegweiser zum Schobüller Wald.





    Auf dem Reet wachsen Pflanzen. Auch das Dach ist ganz struppig. Bürstenhaarschnitt.





    Die Strecke ist zunächst angenehm, aber als das Hufeisenschild wieder auftaucht, habe ich das Gefühl, dass ich im Kreis gefahren bin. Zwei Radfahrer überholen mich. Nach Schobüll geht es links ab. Leider ist der Weg sehr steinig. Für die Rennradreifen nicht gerade perfekt. Ich schiebe.





    Kurz darauf bin ich an einer Straße





    und komme in Schobüll heraus, nicht weit entfernt vom Damm nach Nordstrand. Ich bin also einen Bogen gefahren. Ich radele die vielbefahrene Straße entlang, da ich noch Aufschnitt brauche. Am Campingplatz Blick auf den Süderhafen, Nordstrand.





    Der Einkauf ist schnell erledigt und gerne wäre ich noch nach Husum geradelt. Aber der Wind ist zu stark. Ich muss den ganzen Weg wieder zurück und um 16.00 Uhr ist Flut. Heute will ich einmal eine Runde baden.

    An der Straße eine neue Tourenidee. Cool.





    An der nächsten Kreuzung verlasse ich die Hauptstraße auf gut Glück. Ein Radweg lockt. Misstrauisch beäugt mich ein Vogel auf dem Gitter, hält mich dann aber anscheinend für harmlos.





    Ich will ja auch nur die Kirche fotografieren.





    Ein paar Häuser links und rechts bunte Blumen. Keine Menschenhand? Oder sind es Ableger eines Gartens?








    Im Hintergrund ein völlig zerstörter Wald. Hier muss ein Sturm gewütet haben.








    Auf der anderen Seite Heidelandschaft.





    Eine Bank.





    Die folgende Kreuzung erinnert an das Sauerland. Idyllisch. Wanderer verschwinden in der Ferne. Ein Sandweg. Nichts für Fahrräder.








    Das Gebiet ist Teil des Erlebnispfades Schobüller Wald. Ein Waldlehrpfad. Liebevoll gestaltet. Ein Schild weist auf die Heidelandschaft hin. Sie ist das Produkt menschlicher Ausbeutung des Waldes sowie des Plaggenhiebes, bei dem die oberste Vegetationsschicht weggehackt wurde, um als Streu zu dienen.

    Ich bleibe auf dem Radweg und verlasse den Wald. Der Mais glänzt. Ein wirklich schönes Gebiet hier.





    Kurz darauf bin ich an der Hattstedter Kirche. Wer wohl hinter der kleinen Tür wohnt?





    Instinktiv biege ich links ab und fahre nun an der Straße am „Schacht“ vorbei. Interessant. Das Gebiet wäre mir sonst nicht aufgefallen. Noch hält sich nun der Wind in Grenzen, aber als ich in Wobbenbüll auf die Hauptstraße stoße, erwischt er mich mit voller Kraft. 30 km/h schätze ich. Als ich auf den Damm einbiege, sehe ich die Frauen mit dem Pony wieder. Dann kämpfe ich konzentriert gegen den Gegenwind an. Mit Rennradgeometrie erstaunlich einfach. Ich bin froh, nicht meine Trekkingpanzer dabei zu haben. Das Foto der Windräder. Sie stehen still, vermutlich zu viel Wind. Überproduktion.





    Kurze Verschnaufpause.






    Noch einmal der Blick auf den Süderhafen. Diesmal vom Damm aus.





    Gute 14 km lang ist die Strecke, die ich gegen den Wind fahre. Teilweise holt er mich fast vom Rad. Die silbernen Blätter der Bäume blinken im Wind.





    Ich sehe einen Raubvogel, aber als ich die Kamera startbereit habe, ist er zu weit weg. An einem Haus sind Windverwirblungen und fast fahre ich in den Graben. Ich denke an Holland im letzten Jahr, als ich mit dem Reiserad unterwegs war. Der hier ist noch ein wenig frischer. Als ich an der Ladestation vorbeikomme, muss ich das Rad abfangen. Der Wind kommt nun nicht mehr direkt von vorne, sondern von halblinks. Die Böen sind das Problem.


    Ich entscheide mich, weiter geradeaus zu fahren, um die Landstraße zu vermeiden. So muss ich den Deich nehmen und wieder haut mich der Wind beinahe vom Rad. Kein schönes Gefühl. Dafür wunderbare Ansichten.





    Der Wind macht mit dem Getreide eine Laola Welle.





    Dann bin ich tatsächlich am Zeltplatz. Recht erholt und die Schultern tun auch nicht mehr weh. Insgesamt waren das geschätzte 35 km, davon 14 km mit Gegenwind. Mit dem Trekkingrad wäre die Anstrengung erheblich größer gewesen. Es kommt mir vor, als wäre ich gerade warmgefahren.


    Und dann gehe ich baden. Die Wassertemperatur beträgt 19 Grad, das ist wärmer als die Lufttemperatur. Die Wellen sind für diese geschützte Bucht erstaunlich hoch und ein paar Mal schlucke ich ein paar Spritzer Wasser, weil ich zu spät hochspringe (es ist flach dort). Fast wie im Wellenbad. Wunderbar.


    Geändert von Torres (19.07.2015 um 23:08 Uhr)
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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