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  1. Gerne im Forum

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    Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentiert

    #1
    Hallo
    Ich möchte versuchen einen Fahrradrucksack zu basteln. Da ich noch nicht viel Erfahrungen mit dem Nähen habe werde ich den Rucksack fast ausschließlich aus Resten und gebrauchten Teilen zusammenstellen damit ich nicht gleich teure Materialien verschwende wenn etwas schief geht.
    Wie im Titel bereits gesagt wird das eher ein Experiment als eine genaue Anleitung.
    Der Rucksack soll etwa 25-30L Volumen haben und mit einem gespannten Netzrücken und Hüftgurt ausgestattet werden.
    Das Tragegestell oder besser gesagt den gespannten Netzrücken werde ich auch versuchen selbst zu konstruieren was wohl die größte Herrausforderung sein wird.
    Ich habe mich nur wenig bei professionellen Produkten inspirieren lassen bzw. abgeschaut und auch auf ein virtuelles 3D Modell habe ich verzichtet.

    Am Anfang waren also nur einige grobe Skizzen wie diese hier :



    Als nächstes habe ich daran gemacht ein Modell aus Papier zu entwerfen.
    Hier ist der erste Versuch :


    Leider hatte das Modell durch die Biegung die später auch durch das Tragesystem entstehen wird zu wenig Volumen
    deshalb muste ich die Maße nochmal ändern und das Modell insgesamt etwas "aufblasen".
    Der zweite Versuch gefällt mir schon besser deshalb habe ich diese Papierstücke dann auch gleich als Schnittmuster für den Stoff verwendet.
    Hier der zweite Versuch aus Papier:


    So jetzt muß ich noch etwas zu dem Stoff sagen den ich verwenden werde. Wie schon erwähnt benutze ich erstmal nur Reste für mein Experiment man muß das also wirklich als absoluten Prototyp verstehen . Ich habe vorher noch nie ein Papiermodell gebastelt noch habe ich jemals etwas größeres zusammengenäht und auch was das Rückengestell betrifft muß ich sagen das ich kein gelernter Handwerker geschweigedenn ein Ingenör bin.

    Also zum verwendeten Stoff.
    Ich habe ein uraltes sehr schweres Baumwollzelt von Deuter auf dem Sperrmüll gefunden das ich aber aufgrund des Gewichts und des Materials nicht als solches gebrauchen kann. Ich habe das Zelt also zerschnitten und zwei verschiedene Baumwollstoffe erhalten. Das Oberzelt war aus einem hellen bäschen (braunen) Baumwollstoff und der Boden aus einem anthrazit oder leicht olivgrünem Baumwollstoff der unten mit Gummi beschichtet ist. Leider ist die Gummischicht aber sehr spröde, teilweise verhärtet und blättert stellenweise ab. Ausserdem habe ich noch einen alten Baumwollponcho den ich auch zerschneide dieser ist dunkel oliv.
    Ich werde die Stoffe aber nicht so belassen wie sie sind ...denn ich werde mir meinen eigenen hightech Stoff herstellen.
    Als erstes habe ich die Stoffe grob zurecht geschnitten dann habe ich sie gewaschen und gebügelt und dann habe ich die
    Schnittmuster aufgemalt. Danach habe ich die Schnittmuster grob ausgeschnitten und diese Ausschnitte habe ich dann
    mit Silikon bestrichen.
    Einige hier werden sich sicher darüber mokieren aber ich hatte vorher ein Teststück gemacht und war mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden.
    Ich habe den Stoff also mit einem Spachtel beidseitig sehr fest und ausgiebig mit Baumarktsilikon bearbeitet sodas der Stoff am ende fast vollständig mit Silikon durchtränkt ist. Dazu muß man festen Druck ausüben und vor allem schräg gegen die Webrichtung arbeiten sodas das Silikon gut eindringen kann. Danach muß man mit dem Spachtel alles überschüssige Silikon abschaben und den Stoff trocknen lassen. Wenn man sauber gearbeitet hat erhält man eine höchstens schwach glänzende Oberfläche. Falls man die Oberfläche wie ich matt haben will und dies alleine durch abziehen mit dem Spachtel nicht zu erreichen ist kann man den Stoff wenn er beinahe vollständig durchgetrocknet ist mit Sand abreiben dadurch wird die Oberfläche matter und etwas rauher (wie von mir gewünscht). Die Farbe des Stoffs ändert sich durch die Behandlung .
    Der Stoff sieht jetzt dauerhaft (zumindest mittelfristg) aus als wäre er nass auch wenn er das nicht ist.
    Ob die Baumwolle durch diese Behandlung wirklich wasserdicht wird weiß ich nicht und auch wie lange diese "Imprägnierung"
    hält kann ich noch nicht sagen allerdings wird der Stoff dadurch fester im Griff und nimmt in sich weniger Feuchtigkeit auf.
    Mir ist dabei bewusst das viele den Versuch als Spielerei abtun werden und mir ist auch bewusst das Baumarktsilikon nicht mit den professionellen Silikonbeschichtungen von Outdoorstoffen identisch ist.
    Mir gefällt mein Silikonbaumwollstoff allerdings ganz gut und tatsächlich wäre es denkbar einen solchen Stoff auch etwas
    professioneller herzustellen indem man statt dem Baumarktsilikon einen hochwertigen dünnflüssigen (niedrigviskosen) komponentensilikonkautschuk (mit langer topfzeit) verwendet und anstatt dem Spachtel könnte man den Stoff in Silikon einlegen und im Vakuum entgasen .So würden Tatsächlich alle Hohlräume des Stoffs ausgefüllt. Später müßte man den Überschüssigen Silikon wie bereits beschrieben entfernen und den Glanz mit Sand abreiben. Das war nur so eine Idee ist halt ein sehr großer Aufwand der sich kaum lohnt weil es ja schon viele gute kunstfaserstoffe oder imprägnierte Stoffe gibt.
    NAja wie dem auch sei ... Bienenwachs hatte ich übrigens zu dem Zeitpunkt grad keinen da...

    Hier ein Bild dazu :


    Jetzt habe ich begonnen das Rückengestell zu basteln. Das Gestell soll aus zwei Glasfaserstäben (GFK) bestehen die das Rückennetz auf Spannung halten. Die Stäbe sind von einem alten Lenkdrachen ,sie sind 50cm lang und 5mm stark.
    Die Stäbe werden an einer Kunststoffplatte befestigt damit sie den Abstand voneinander halten.
    Zuerst habe ich versucht die Stäbe mit Gurtband und Nieten am Kunststoff zu befestigen was sich als Fehlkonstruktion erwiesen hat. Die Bilder davon erspare ich uns.
    Im zeiten Versuch habe ich mir zur Befestigung der Stäbe einige Kunststoffformteile hergestellt .

    Hier das Rückenteil mit GFK Stäben und Formteilen :


    Die Formteile bestehen aus Kunststoffplättchen die ich ais einem alten Kanister ausgeschnitten habe. Dann habe ich eine einfache Form Aus Holz hergestellt . Als Positivform diente ein 5mm Bohrer (selber Durchmesser wie die GFKStäbe)
    Die PLastikplättchen wurden per Flammenwerfer erhitzt und mit hilfe der Holzform über den Schaft des Bohrers gebogen und abkühlen lassen.



    Als nächstes kümmere ich mich um die Polsterung ,die Gurte usw.
    hier ein Bild :





    Ich verwende hierfür Stücke einer "normalen" Isomatte und hoffe das diese für einen Rucksack dieser Größe erstmal ausreichen.
    Ich wäre aber für tipps dankbar wo ich besseren Schumstoff Für die Schultergurte bekommen kann .danke

    Ein Testrucksack ist auch schon genäht leider mit vielen Fehlern und er besteht auch nur aus dem Bodenstoff des Zelts von dem sich das Gummi ablöst .Es handelt sich also wirklich nur um einen Versuch an dem ich das Tragesystem testen möchte bevor ich den Sack dann nochmal aus besserem Stoff nähe (ist auch schon zur hälfte geschehen).
    So sieht der versuchssack bisher aus:





    leider sind mir die Rundungen und die schön geschwungenen Linien etwas abhanden gekommen aber der Stoff ist mit dem porösen Gummi auch wirklich sehr schlecht zu verarbeiten.
    Ich glaube ich muß mir meine Schnittmußter aber auch nochmal ganz genau ansehen.



    Weiter bin ich bisher noch nicht gekommen ich melde mich wenn das Projekt Vortschritte macht auch wenn nicht ganz klar ist ob es jemals fertig wird und mein Ansatz überhaupt funktioniert.
    Bis dahin freue ich mich über Tipps und Kommentare.

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #2
    Cooles Projekt

    Hast Du hier mal was von dem User HAL 23562 gelesen, sonst auch unter Plünnenkreuzer zu finden, der näht auch Rucksäcke selber, sehr feine, wie ich finde.

    Ich bin ja, gerade auf dem Rad, ein Freund von Reflexmaterial und würde entsprechende Paspeln mit in die Nähte integrieren … IMHO eine der besten und am leichtesten zu verarbeitende ist die Reflektierende Paspel, elastisch, ohne Kordel, Iqseen, 9mm

  3. AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #3
    Schönes Projekt! Ich bewundere, wie du die Form des Papier modells so gut hingekriegt hast. Hat man das mal, dann ist es vergleichsweise einfach, das Ganze aus Stoff zu nähen, finde ich. Aber die Entwicklung eines Modells finde ich sehr schwierig. Hast du da einfach mal rumprobiert oder hast du eine bestimmte Vorgehensweise gehabt?

  4. Anfänger im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #4
    Die Papiermodelle sehen super aus! (Der Rest auch)

    Falls nochmal selbst silikonisieren moechtest, Baumarktsilikon mit Waschbenzin verduennen (50:50), dann kannst du es mit einem Pinsel streichen.

  5. Gerne im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #5
    aha danke für den link also ich meine den Tipp mit den Reflexstreifen ob ich die wirklich verwenden werde aber gut zu wissen das so etwas gibt.

    Das Papiermodell hat schon einige zeit gebraucht das zu basteln denn erst habe ich die Biegung vergessen dann hatte das Modell zuwenig Volumen usw.
    Der letzte Versuch aus dem braunen Packpapier hat dann gut funktioniert auch wenn die Biegung eigentlich nicht bis ganz zum unteren ende des Rucksacks gehen wird. Die Papierstücke habe ich als Schnittmuster verwendet leider habe ich die Seitenteile aber nur einseitig auf papier und beim Übertragen auf den Stoff habe ich ausversehen in der Länge die dreifache Nahtzugabe dazugegeben und in diesem Maß das Seitenteil (die Seitenteile es sind zwei wegen dem Reißverschluß) ausgeschnitten. Dadurch war es zu lang und deshalb ist auch die schöne Rundung verschwunden das werde ich das nächste mal ändern auch wenn ich gemerkt habe das diese Rundungen nicht so leicht als Kappnaht zu nähen sind sodas es am ende wirklich eine saubere Rundung ergibt.

  6. Gerne im Forum

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    #6
    Um den Bericht etwas ausführlicher zu gestalten habe ich noch ein paar Bilder hochgeladen.

    Das hier ist die Nähmaschine von meiner Oma die ich für das Projekt verwende:


    Hier ist der gelbbraune Oberstoff von dem Zelt :


    und das ist der Bodenstoff mit dem porösen Gummi. Der Stoff von dem Poncho ist fast der selbe Stoff nur etwas dicker und ohne Gummibeschichtung.:


    Hier kann man den Vergleich sehen das ist der helle Stoff einmal mit Silikon behandelt und daneben ist der selbe Stoff unbehandelt.:


    Hier sind ein paar Kleinigkeiten die ich aus alten Taschen etc. gesammelt habe und die bei dem Projekt Verwendet werden sollen:


    Wie bereits gesagt besteht der Versuchsrucksack der oben in den Bildern zu sehen ist aus dem alten porösen Gummistoff.
    Der Boden und die Seitenteile sind etwas dunkler das liegt daran das ich diese Teile auch mit Silikon behandelt habe. Der etwas hellere Stoff ist das selbe Material nur unbehandelt. Leider blättert das Gummi so stark ab das man das Ding wirklich nur zu versuchszwecken gebrauchen kann. Da macht es auch nichts das der Schnitt doch stark von meinem eigentlichen Muster abweicht. Für die Nähte habe ich auch nur dünnes allesnäher Garn verwendet.

    Für den nächsten Versuch mit besserem Stoff habe ich mir aber 50Nm Garn gekauft .

    Wie gesagt habe ich bereits angefangen einen neuen Sack zu nähen dafür habe ich den helleren Stoff verwendet.
    Die Bilder zeigen wie der Sack später mal aussehen könnte :



    Allerdings sieht diese Farbkombination schon sehr nach Schildkröte aus ich werde mir also noch überlegen ob ich den braunen Stoff doch eher mit einem tief schwarzen Stoff kombiniere.

    Noch kurz zu den Nähten.
    Ich verwende einfache Nähte an den Stellen an denen aussen keine Naht sichtbar sein soll. An diesen Stellen wird der Stoff nach dem Nähen einfach auf die andere Seite gestülpt. Leider fällt der dicke Stoff an diesen Stellen aber nicht so das ein glatter übergang entsteht das wird nur erreicht wenn der Sack richtig press vollgestopft wird.
    Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
    An den Stellen an denen aussen eine Naht zu sehen sein soll verwende ich die einfache Kappnaht.
    Um ein Ausfransen der Stoffe zu verhindern versäubere ich die Nähte im innern indem ich beide Stoffbahnen nach innen klappe und vernähe (keine Ahnung wie man das nennt.
    Hier ein Bild von den versäuberten Nähten:


  7. Erfahren

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #7
    Der Prototyp sieht ja schon sehr vielversprechend aus.


    Ein paar Anmerkungen:

    - Der Reißverschluß dürfte einfacher einzunähen sein, wenn Du ihn bis zur Quernaht verlängerst. Schau Dir mal z.B. den Deuter Trans Alpine an, wie das dort gelöst ist.

    - Bin mir nicht sicher, aber es sieht für mich so aus, als könne v.a. oben Wasser unter die Reißverschluß-Abdeckung fließen wenn es stärker regnet. Beim Fahrradfahren eher nicht, aber evtl. wenn Du aufrecht stehst/gehst.

    - Als Material für die Schultergurte kannst Du Dir mal Evazote und Plastazote anschauen. Letzteres hatte ich selber noch nicht in der Hand, werde mir aber wahrscheinlich demnächst was bestellen, bei den üblichen Internet-Anbietern bekommt man z.T. auch kleinere Mengen. Zu beachten ist, daß es zwei "gängige" Härten gibt, LD29 und LD45 mit 29 bzw. 45kg/m³. Keine Ahnung, was davon besser geeignet ist.

    - Bei den gebogenen Nähten würde ich den Stoff nicht noch einmal einklappen, sondern die Kanten mit Schrägband oder Ripsband versäubern.


    Viel Spaß beim Weiterbasteln!

  8. Gerne im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #8
    hallo
    Ja das mit dem Reißverschluß war auch so geplant aber leider hatte ich nur einen kürzeren da deshalb ist das auch so ein gefrikkel. Ob Wasser hineinlaufen kann weiß ich nicht dieser Überstehende Saum ist aber auch deshalb so schlecht in Form weil das Gummi auf der innenseite an diesen Stellen so verhärtet ist das es keine schöne Form gibt.

    Danke für den Tipp mit dem Schaumstoff. Evazote hatte ich schon gehört und dachte es wäre ähnlich weich wie die "normalen "Isomatten aber wenn es verschiedene Härtegrade gibt muß ich da nochmal genauer schauen denn ich suche etwas festeres (ist aber auch nicht grad billig das Zeug).


    Und noch ein Nachtrag zur Silikonbaumwolle. Mir ist meine alte Patrone Silikon ausgegangen jetzt habe ich mir eine neue gekauft um noch ein paar Stücke Stoff einzureiben aber diesmal stinkt es fürchterlich die andere dose war schon so abgestanden da ist einiges verflogen obwohl es noch flüssig war aber ganz neues stinkt ekelhaft und es dauert auch bis der Geruch ganz verschwindet. Ausserdem sind da Gifte (Fungizide Biozide drinn also eigentlich ist das nichts für Stoffe die man am Körper trägt. Und Silikon aus dem Formenbau oder zur Plastination u.ä. ist ganz schön teuer ...
    Das mit dem Baumarktsilikon war halt ein experiment.

    Achso der Tipp mit dem Saumband ... ich meinte die Rundungen wo sich der Obertoff trifft also die Backen von den Seitenteilen und so das soll wie aufgesetzt aussehen und die Naht soll zur Zierde sichtbar sein damit sich die verschiedenen Schichten von einander absetzen und mit diese Kurven damit habe ich ein Problem.

    Heute hatte ich übrigens das erste mal das Gestell eingebaut und verspannt. Das habe ich aber ohne Schnittmuster gemacht und es sah so schrecklich aus das ich keine Bilder gemacht habe .IIch weiß jetzt aber das die Größe,die Spannung und so weiter ungefähr stimmen. Jetzt mache ich die Schnittmuster für das Rückenteil:





    Geändert von arbuckle (25.06.2015 um 04:59 Uhr)

  9. Gerne im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #9
    moment mal evazote mit 29 oder 45Kg pro quadratmeter?
    achso ungeschäumt ... kann das nicht mehr löschen

  10. Erfahren

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #10
    Zitat Zitat von arbuckle Beitrag anzeigen
    Evazote hatte ich schon gehört und dachte es wäre ähnlich weich wie die "normalen "Isomatten aber wenn es verschiedene Härtegrade gibt muß ich da nochmal genauer schauen denn ich suche etwas festeres (ist aber auch nicht grad billig das Zeug).
    Das mit den verschiedenen Härtegraden bezog sich auf Plastazote. Kann aber gut sein, daß es von Evazote auch verschiedene Sorten gibt.

    Zitat Zitat von arbuckle Beitrag anzeigen
    moment mal evazote mit 29 oder 45Kg pro quadratmeter?
    Kubikmeter.


    Diese beiden Links habe ich gerade noch bei meinen Bookmarks gefunden:

    http://www.shelby.fi/catalog/product_info.php?cPath=22_29_166&products_id=2982
    http://www.shelby.fi/catalog/product_info.php?cPath=22_29_166&products_id=2076

    Allerdings ziemlich happige Versandkosten, sobald es nicht mehr als Brief verschickbar ist.

  11. Gerne im Forum

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    #11
    sorry war spät gestern hab noch überlegt bei welcher stärke wiegt denn ein quadratmeter evazote 45kg? aber es sind ja kubikmeter gemeint also kubikmeter in geschäumtem zustand nehme ich an (rohmasse?) naja egal
    ich muß das sowieso anfassen um es zu beurteilen.

    Auch die Sache mit dem Wasser und dem Reißverschluß hatte ich falsch verstanden. es ging ihnen wohl darum in welche Richtung der Saum zeigt. Und tatsächlich könnte man sich über sowas ja schon mal genauere Gedanken machen wenn man einen Rucksack entwickelt. Ich habe den Saum einfach intuitiv in dieser Richtung angebracht weil ich weniger an die Wasserdichtigkeit gedacht habe als an Schmutz und die Optik. Irgendwie hatte ich da tatsächlich eher so den Schildkrötenpanzer im Hinterkopf von dem alles von oben nach unten abrinnt wie es dann beim Fahrradfahren ja auch tatsächlich ist. An Wasserdichtigkeit hatte ich auch deshalb weniger gedacht weil ich nicht vorhatte einen wirklich wasserdichten Sack zu basteln. Damit meine ich richtig dicht mit speziellem Reißverschluß und Nahtdichter. Meine bisherigen gekauften Rucksäcke sind auch nicht wasserdicht und ich würde auf eine eventuell gegebene Dichtigkeit auch nicht vertrauen und trotzdem wie gewohnt meine Kleider nochmal in einem Plastikbeutel einpacken. Wichtig ist halt das sich das Rucksackmaterial nicht mit Wasser vollsaugt ,schwer wird und nur sehr langsam wieder trocknet.

    Nach der schlechten Erfahrung mit dem neuen Silikon bin ich jetzt doch verunsichert was die Silikonbaumwolle angeht.
    Eigentlich sollte es ja ein experiment und gleichzeitig ein Gag sein aus einem Deuter Zelt einen Deuter Rucksack zu machen.
    Jetzt bin ich doch am überlegen mir Kunstfaserstoff zu kaufen.
    Ich habe zwar noch genug Stoff übrig um Versuche mit Biednenwachs oder Grönlandwachs von Fjallräven zu unternehmen aber bis das bestelllt ist würde es auch wieder dauern mal sehen....
    Also werde ich meine silikon Schnittmuster noch zu einem weiteren Prototyp verarbeiten der letztendlich vielleicht auch nie wirklich benutzt wird. Aber ich hoffe danach kann ich dann etwas besser nähen und habe die Abfolgen so gelernt das mit gekauftem Stoff nichts schief geht.
    Es ist wirklich ärgerlich ausgerechnet jetzt scheint es so zu sein das die Marke B1 irgendwie eine Überdosis Gift in ihr Silikon reingetan hat so ekelhaftes Silikon habe ich in meinem Leben noch nicht gerochen (obwohl die erste Dose auch von der Marke war) und es hört auch nach tagen nur sehr langsam auf zu stinken. Ich frage mich wo im Haushalt man sowas verwenden sollte da wird einem ja schlecht von.

    Leider warte ich jetzt schon lange vergeblich auf meine Cordura und superwax Musterbestellung von Extremtextil und auch die Oxford Polyester Muster von Stoffkontor (die ich allerdings fast ne woche später bestellt habe) lassen noch auf sich warten. So habe ich mch haute dazu hinreißßen lassen
    dunkelblauen Markisenstoff zu kaufen. Das war das einzige festere Kunstfasermaterial das ich hier im Umkreiß lokal finden konnte. Der Stoff ist auch optisch sehr schön und macht einen sehr stabilen eindruck Wasserabweisend soll es auch sein nur zum Verarbeiten ist er etwas schwierig weil er sehr steif ist. Was mir jetzt aber vor allem Sorgen macht ist das der Stoff Schmutzanfälliger ist als die üblichen Stoffe die man für Taschen oder Rucksäcke verwendet. Mal sehen was ich damit mache. Ich hoffe das die Musterbestellungen doch irgendwann mal ankommen dann werde ich sehen welcher Stoff in Frage kommt. Hoffentlich dauert der Warenversand bei denen nicht auch so lange.

    Naja ich muß schon sagen ich bin nicht ganz auf der höhe Fehlkäufe Missverständnisse usw. das liegt auch daran das ich zur zeit sehr durch allnächtliche seelische vergewaltigungen , täglichem nie dagewesenen Extremstalking und vielen Psychopharmaka etwas mitgenommen bin. Tatsächlich gibt es in meinem Leben zur Zeit nicht viel ausser Betäubung und Ablenkung im Rucksackbau und auch das geht dementsprechend langsamer als bei manch anderem.
    Da ist das Umdenken in Bereiche wie dem Gewicht von Evazoterohmassen in m2 oder m3 und Reißverschlußrichtungen schon
    eine Sache für sich ... sorry ist vielleicht nicht das richtige Forum für sowas ... Ich sag bescheid wenn die Rucksackpsychose Fortschritte macht.
    Geändert von arbuckle (25.06.2015 um 22:58 Uhr)

  12. Gerne im Forum

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    #12
    entschuldigt bitte meine fehlende soziale Kompetenz (woher das wohl kommt? vielleicht fehlen mir einfach die richtigen familiären Strukturen ... vielleicht hilft ein wenig isolierung oder Lügen um den richtigen Umgang zu lernen)
    Als ich sagte man würde sich hier über meine Silikonbaumwolle mokieren wollte ich den wenigsten damit vor den Kopf stoßen.
    Tatsächlich ist die Toleranzschwelle bis man sich über etwas mokiert in diesem Land ja eher sehr hoch.
    Wie dem auch sei im allgemeinen war der Ausdruck in diesem Zusammenhang vielleicht nicht unbedingt passend.
    Um das mal etwas zu entschärfen : einige hier im Forum werden sich an der Silikonbaumwolle sicher etwas stören eventuell z.B. aus dem Grund das Gift darin enthalten ist.

    Ich habe mir inzwischen mal die Rucksackanleitungen auf der Seite von dem Plünnenkreutzer angesehen. Die Anleitungen und auch die Verarbeitung der Rucksäcke finde ich sehr gut gemacht und ausführlich.
    Allerdings habe ich vorher auch hier im Forum einige Berichte über den Rucksackbau geesen und meistens geht es dabei um Ultraleicht Rucksäcke die in der Form sehr einfach reduziert und funktional gestaltet sind.
    So auch in dem neuen thread über den ersten selbstgebauten Rucksack.
    Diese reduzierung auf wesentliche funktionalität hat ja auch seinen sinn sowohl was die Nutzung aber auch was die Fertigung betrifft.
    Auch wenn es nicht ums Gewicht geht sind die einfachen Formen dieser Modelle sicher einfacher zu nähen und auch der Verschnitt von den Stoffbahnen wird dadurch reduziert.
    Das Problem Stoff sparen zu müssen hatte ich jetzt aber nicht direkt und mir ging es vor allem darum ein eigenes Design zu entwerfen und die Herrausvorderung ob sich auch ein aufwendigeres Tragesystem mit gespanntem Netz auf einfache weise realisieren lässt war der Grund andere wege zu gehen als es die meisten Rucksackprojekte hier tun.

    Aber auch weil die Musterbestellungen auch nach über zwei wochen noch nicht angekommen sind und mir auch sonst noch einige Sachen fehlen ... ganz zu schweigen von der Lebenssituation in der ich mich befinde wird das Projekt aber
    erstmal höchtens sehr langsam vorranschreiten.
    Vielleicht wird es Herbst bis ich vortschritte zeigen kann ...wenn überhaupt
    aber das Interesse scheint sich ja auch in Grenzen zu halten (zumindest um die Jahreszeit (in diesen Jahren unserer Zeit)

  13. Gerne im Forum

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    #13
    also trotz anhaltendem psychoterror macht der Rucksack Fortschritte und auch wenn das Interesse nicht sehr groß ist möchte ich versuchen den Bericht zu ende zu führen. Man kann sich ja nicht alles von Verbrechern zerstören lassen (auch wenn sie viele Freunde haben).

    Da die Musterbestellung weiter auf sich warten ließ und ich nicht früher fehlende Teile wie Reißverschluß kaufen wollte hat alles etwas gedauert. Zum Glück war zwischenzeitlich aber mal wieder Sperrmüll und ich habe Reißverschlüsse und anderes Material finden können.
    Reißverschluß 10mm :


    Schaumstoff Schale von einem Koffer ( interessantes Material - sehr fester dünner Schaumstoff ideal z.B. als Rückenplatte beim Rucksack ohne Netz) hier zwei kleine Teile :



    Ein weiterer Prototyp ist zur hälfte zusammengenäht. Leider habe ich einige größere Fehler gemacht die man sehr deutlich sieht aber ich sagte ja bereits das ich Anfänger im Nähen bin.
    Ich mußte auch feststellen das es nicht nur darauf ankommt gerade Nähte ziehen zu können . Ganz wichtig beim Nähen und Entwerfen der Textilien ist auch den Stoff und sein Verhalten richtig einschätzen zu können. Z.B. wie der Stoff fällt wie dehnbar er in welche richtungen ist und (für mein Projekt wichtig) welche Kurvenradien sich legen lassen ohne das sich der Stoff aufwölbt. Ich versuche das noch genauer zu beschreiben aber erst mal ein paar Bilder:

    Das ist der Stand der Dinge:



    wie man sehen kann verläuft eine fehlerhafte Nahtlinie über die gesammte Länge des Oberteils sehr unschön damit ist der Sack versaut . Aber egal es geht ja darum etwas zu lernen. Der Fehler ist deshalb passiert weil ich den Reißverschluss auch in einer geschwungenen Laufbahn vorgesehen habe (man muß bedenken das sich der gesammte Rucksack noch krümmt wenn das Netz eingebaut ist). Es ist viel einfacher einen Reißverschluß in gerader linie einzunähen was aber bei der Form des Rucksacks nicht gut aussehen würde (wenn aber irgendwie machbar sollte der Reißverschluß gerade
    gehalten werden) Der starken Kurvenführung mußte auch der ca.2cm breite Saum folgen der den Reißverschluß verdeckt was aber mit dem dicken Stoff sehr schwierig war. Ich habe den Saum nicht in Form bekommen und mußte ihn wieder auftrennen. Um dem Saum eine bessere Form zu geben und einfacher nähen zu können habe ich dann eine Schnur in den Saum eingearbeitet der trotz der Krümmung Stabilität und Form gibt.
    Hier zu sehen:



    (es ist übrigens nur ein 5mm Reißverschluß verbaut)

    Auch die Kurven der Seitenteile haben mir Probleme bereitet. Diese Kurven sind noch gut machbar und sind auch schön geworden. Das ist eine einfache Kappnaht also erst auf links zusammengenäht dann umgestülpt und von rechts nochmal entlanggenäht. :


    Diese "Backen" sind aber leider sehr unschön geworden. Mit diesen Kurven habe ich große Probleme weil die Kappnaht so nicht möglich ist.:

    Ich kann nicht vorher auf links nähen sondern muß den Stoff umschlagen und gleich von rechts nähen
    wie gesagt sehr unschön. Für solche Kurven müßte man vorher eine Bügelfalte herstellen indem man den Stoff über eine Form z.B. aus Pappe umbügelt und dann aufnäht. Bei dickeren oder beschichteten Stoffen kann man den Stoff an solchen Stellen wahrscheinlich überhaupt nicht umschlagen sondern muß die bloße Stoffkante auch im Aussenbereich mit irgend etwas einfassen was natürlich eine ganz andere Optik ergibt (beim Fahrradrucksack währe dafür eventuell Reflektorband geeignet).
    Ich muß das wahrscheinlich nochmal auftrennen auch weil ich vergessen habe die Gurtführungen für die "Rolle" (die Runde extratasche) einzunähen. Ich werde dann nochmal versuchen eine schönere Kurvenform zu erreichen und hoffe das keine fehlerhaften Nahtstellen zu sehen sein werden (auch wenn das bei dem Sack eh schon egal ist)

    Apropos "Rolle" das hier ist die modische Seitentasche:




    Ich wollte wegen der Optik eine runde Tasche in der selben Farbe wie der Rucksack an dieser Stelle.
    Leider ist die Tasche wie ich sie jetzt genäht habe aber nicht besonders praktisch. Vielleicht werde ich nochmal eine andere Tasche mit "Rollverschlüssen" zum Komprimieren nähen ... mal sehen.
    Es war auch keine gute Idee die Reißverschlußenden mit in die Naht der Seitenteile einzunähen das stört die Form etwas .
    Die Rolle muß auch sehr vollgestopft sein um ihre Form zu haben sonst verzerrt der dicke Stoff alle Rundungen (oder man müßte dünne Plastikringe einsetzen z.b. von trinkflaschen um die Form zu stabilisieren ist aber alles nur optik)

    Also von den ganz groben Fehlern mal abgesehen sind an einigen Stellen noch ungerade Nähte und kleine Falten zu sehen
    aber das Nähen funktioniert immer besser.

    Schwierig wird dann noch der Netzrücken zwar habe ich schon einen Plan aber noch nicht das richtige Material. Der Rücken und Schulterbereich soll aus reiner Kunstfaser gemacht werden die keine Feuchtigkeit aufnimmt der Kontaktbereich der Schultergurte wird aus 3d Netz gemacht welches ich von einem alten Rucksack recyceln werde aber der Rest steht noch nicht fest.

    Wenn dieser Rucksack fertig ist werde ich es nochmal mit gekauftem Kunstfasermaterial versuchen einen ähnlichen Rucksack zu bauen ... natürlich ohne die Fehler in der Verarbeitung und der Konstrucktion die mir jetzt auf fallen.
    Dafür suche ich aber immernoch geeigneten Stoff.

    Da die meisten reinen Kunstfasern zu sehr glänzen hätte ich gerne ein Mischgewebe aus
    ~70%Polyester o.ä. und ~30% Baumwolle \ Schurwolle \Hanf o.ä. in schwerer Ausführung (300 + gr\m2)
    Diese Materialien fühlen sich besser an und sehen besser aus haben dabei aber sehr ähnliche eigenschaften wie reine kunstfasern.
    Beispiel (mcpack kahu Rucksack -g1000 u.ä.)

    Wenn mir jemand einen Tipp geben könnte wo man so etwas bekommen kann wäre ich dankbar.

    Interessant wäre auch ein reines Kunstfasergewebe wenn es eine matte Oberfläche und eventuell etwas rauere Struktur hat. (Es gibt solche Gewebe z.B. bei Skijacken von Maloja "frio" und anderen - diese haben zusätzlich eine wachsartige imprägnierung und sind etwas steifer im Griff) sowas suche ich ... wie gesagt tipps wären toll

    ansonsten ich mach hier weiter wenn es Fortschritte gibt
    Geändert von arbuckle (11.07.2015 um 10:55 Uhr)

  14. Gerne im Forum

    Dabei seit
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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #14
    ... dann bekomme ich halt keine Antworten schade. Aber bei über 500 seitenaufrufen besteht vielleicht doch interesse?
    Hoffentlich ist hier nicht alles BigBrother und Fake.

    Also mache ich mal weiter

    Die\der Tragegurt ist jetzt fertig. Anstatt der Silikonbaumwolle in oliv habe ich schwarzen beschichteten Polyesterstoff und 3d Netz verwendet. Ich wollte den giftigen Silikonstoff nicht um meinen Hals haben deshalb habe ich schwarzes Polyester genommen. Farblich hätte der olivene Stoff besser gepasst aber jetzt habe ich es so gemacht (vielleicht wäre oliv doch besser gewesen denn hier geht es vor allem um Übung und die optik aber egal jetzt) Das 3d Netz habe ich aus dem Rückenbereich von einem alten Rucksack ausgeschnitten und wiederverwertet.
    hier sind ein paar Bilder:
    die innen und die Aussenseite des Tragegurts:


    die Innenseite der Innenseite. Unter dem Netz ist nochmal eine Schicht Polyester damit man den Schaumstoff nicht durchsieht.


    Für mehr Stabilität habe ich die innenliegende Naht also die Verbindung der Ober und Unterseite richtung Körper\Hals nicht nur auf links genäht und umgeschlagen sondern zusätzlich ein starkes Band eingenäht damit der Gurt nicht zerreißt wenn man den Rucksack daran aufhebt.


    Leider hatt sich dieses Band immer in Richtung Polsterung verdreht sodas ich es mit einer weiteren Naht in Richtung Oberseite fixieren mußte damit es nicht auf der Schulter reibt.
    Deshalb verläuft entlang der Innenkannte eine zweite Naht:



    Die äussere körperferne (distale) Naht habe ich von aussen mit Gurtband eingefasst. Dafür habe ich einen sehr schmalen Nähfuss verwendet um möglichst dicht am Schaumstoff nähen zu können:




    fast fertig sieht es dann so aus:



    leider kann ich mit meiner Nähmaschine nicht durch den Schaumstoff nähen weil der Stoff nicht unter den Nähfuß passt (das geht nur im oberen Bereich in dem ich den Schumstoff halbiert habe). Die Durchstichskraft der Maschine würde ja ausreichen aber eben die weite des Nähfusses nicht. Hat jemand einen Trick wie man das trotzdem schaffen kann? Bei Industriemaschinen ist der Freiraum unter dem Fuß wahrscheinlich größer dabei müßte aber auch die Nadel länger sein. Aber vielleicht kann man den Schumstoff irgendwie etwas komprimieren sodas es mit der Haushaltsmaschine auch funktioniert?

    Um die unteren Bänder am Gurt zu befestigen habe ich mir eine kleine Nähahle improvisiert damit habe ich den Gurt durch die zwei lagen beschichteten Stoff und den Schaumstoff indurch festgenäht:


    Besser wäre eine Ahle mit größerem Griff damit man mehr Kraft aufwenden kann aber für den Zweck hat es gereicht:

    Hier der Fertige Tragegurt:


    Ich hatte vor längerer Zeit Stoffmuster bei verschiedenen Händlern bestellt diese sind nach langem Warten dann auch angekommen (das Bild ist leider nicht sehr schön obwohl ich es schon unter sonnenlicht aufgenommen habe)


    Das sind Polyester und Polyamid (cordura) Stoffe. Leider sehen die wie schon gesagt alle irgendwie nicht so schön aus wie Mischgewebe aber Mischgewebe kann ich nicht in schwerer Qualität finden. Schön wäre ein Polyester\Hanf Gewebe denn es darf ruhig etwas steifer und rauher sein dafür würde sich Hanf anbieten der eine sehr starke Faser hat aber um weich zu werden stark bearbeitet werden muß. Für eine Rucksackaussenhülle wären das aber gute Eigenschaften (kombiniert mit Kustfaser "natürlich").

    Was das Material angeht:
    Als nächstes kommt der Rückenteil also das Tragegesystem an die Reihe. Dafür brauche ich einen geeigneten Netzstoff.
    Ich gehe schon immer gerne auf dem sperrmüll nach brauchbarem suchen und habe im laufe der Zeit auch schon eineiges angesammelt was sich bei einem Nähprojekt verwenden lässt. Z.b. habe ich einen Vorrat an Schnallen und Plastikteilen gesammelt wie hier zu sehen :


    In letzter Zeit habe ich mich aber vor allem auf Stoffreste ,Reißverschlüsse ,Bänder und Netz konzentriert und konnte innerhalb nicht all zu langer Zeit eine größere Auswahl an Material zusammen sammeln.
    Reißverschlüsse in verschiedensten Ausführungen:


    Gurtband in verschiedensten Ausführungen:


    Schaumstoff in verschiedensten Ausführungen (ein Teil davon):


    Aber vor allem Stoffreste von denen ich aber keine Bilder habe und verschiedene Sorten von Netzen.
    Von grobmaschigen Netzen und Mosquitonetzen mal abgesehen ist das hier eine übersicht von Netzen die für den Rucksack in Frage kommen:


    Dabei sind solche Netze die unterschiedlich stark aber alle relativ stabil sind. Es sind gewebte Netze die wenig dehnbar sind
    und öffter an Rückenlehnen von Bürostühlen aber auch als Umverpackung bei Sportartikeln verwendung finden. Das sind schon schwerere Qualitäten in unterschiedlichen Ausführungen:


    Die Stücke sind zwichen einem viertel und einem halben Quadratmeter groß. Leider ist das Material aber in querrichtung doch zu dehnbar deshalb ist es für einen gespannten Netzrücken nicht unbedingt das optimale Material.

    Etwas fester und auch in querrichtung weniger dehnbar ist das folgende Netz das man aus dem Baumerkt kennt. Es ist ein bewehrungsnetz\gitter das es in unterschiedlichen Maschenweiten gibt. Ich weiß allerdings nicht wie haltbar es ist und möchte das ungern für den Rucksack verwenden:


    Aber dann habe ich ein geeignetes Material finden können. Es handelt sich um die Bespannung von Gartenliegen ,Gesundheitsliegen , Gartenstühlen u.ä.. Das Material ist sehr fest ,haltbar und in querrichtung nicht zu elastisch.
    Wahrscheinlich werde ich dieses Material für den Rücken des Rucksacks verwenden.:



    Wie ich den Rückenteil genau gestalte muß ich noch genauer überlegen. Ich hatte bereits eine Kunststoffplatte mit GFK STäben gebastelt die ich aber etwas abändern werde. Anstatt runder "Kanten" werde ich doch rechtwinklige "Ecken" einschneiden weil die Aufnahme dafür besser zu nähen\entwerfen ist.
    Allerdings gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten einen gespannten Netzrücken zu verwirklichen das ich noch nicht weiß ob ich doch ein anderes System verwende. Vielleicht mache ich mir irgendwann mal die Mühe und erstelle digitale 3d Modelle von den unterschiedlichsten Rücken\Trage systemen\Gestellen die es so gibt. Denkbar wären unter anderem auch bespannte Gestelle aus Holz\Glasfaser Laminat und ähnlichem.
    Ich möchte diesbezüglich aber nicht unendlich viele Bilder aus dem Netz verlinken aber dieses Rückensystem habe ich z.B. aus einem alten Armeerucksack geschnitten:

    (nur der Hüftbereich ist gespannt - man könnte das aber auch mit einem gespannten Rücken kombinieren usw.usw.)

    Vortsetzung folgt
    es wäre sehr freundlich sich nicht an Stalking und Psychoterror zu beteilligen

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #15
    Hi!

    Leider kann zu deinem Projekt nichts beitragen, aber ich gehöre zu denen, die hier mitlesen. Ich finde es sehr spannend, gerade auch die "Irrwege" mitzuverfolgen. Die Ergebnisse finde ich bisher sehr ansprechend und ich freue mich auf die weiteren Fortschritte. Bitte unbedingt weiter berichten!

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #16
    Zitat Zitat von Cewhren Beitrag anzeigen
    Hi!

    Leider kann zu deinem Projekt nichts beitragen, aber ich gehöre zu denen, die hier mitlesen. Ich finde es sehr spannend, gerade auch die "Irrwege" mitzuverfolgen. Die Ergebnisse finde ich bisher sehr ansprechend und ich freue mich auf die weiteren Fortschritte. Bitte unbedingt weiter berichten!
    Dito!

  17. Gerne im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #17
    Ich habe einen Rucksack auf dem Sperrmüll gefunden es hat sich also erledigt.

    Im Ernst das stimmt zwar aber der Rucksackbau geht weiter .

    Es hat zwischenzeitlich etwas gedauert und es wird auch noch etwas länger dauern bis das Projekt (hoffentlich) fertig wird.
    Für eine kurze Tour dieses Jahr habe ich einfach zusätzliche Hüftpolster an meinen alten Mammut Kletterrucksack genäht so konnte ich ihn bequem als großen Fahrradrucksack verwenden (das hat gut funktioniert) Ich hatte auch noch weitere Sachen wie verschiedene Hosen und ähnliches abzuändern so konnte ich meine Lust am Nähen auch erstmal befriedigen.

    Ich habe auch länger überlegt ob ich den Bericht hier weiter schreibe weil ich von wirklich sehr vielen Menschen unglaublich enttäuscht bin.
    Und ich kann es mir nicht verkneifen hier nochmal in anderer Sache etwas los zu werden.

    Es gibt nichts was die Tolleranzgrenze gegenüber Verbrechen und Menschlichem Leid so anhebt wie kollektive Größenideen .
    Und es gibt die die das etwas besser wissen sollten als manche anderen .


    Aber das Leben geht weiter (muss ja) also hier der weitere Bericht in Sachen Rucksackbau.

    Eigentlich wollte ich das Rückengestell als "Kuppel" aufbauen. Ich dachte die Glasfaserstäbe und die Plastikplattenkonstruktion
    könnten ausreichen um eine "Kuppelform" herzustellen die möglichst wenig auf den unteren Rücken (Steiß) drückt.
    Deshalb hatte ich die Platte abgerundet. Falls es Probleme gegeben hätte dachte ich daran die entsprechenden Stellen ab zu polstern im Notfall hätte ich im Hüftbereich einen zusätzlichen Bogen aus Glasfaserstäben einbauen wollen.
    Nachdem ich mir einige professionelle Lösungen von gespannten Netzrücken mal etwas genauer angesehen habe ist mir aufgefallen das es nur wenige reine Kuppelformen auf dem Markt gibt die meisten Konstruktionen bestehen aus der Kombination einer Kuppelform und einem Bogen an der Hüfte.
    Ich hatte zum Glück vor Jahren einen alten Rucksack auf dem Sperrmüll gefunden an dem ein solcher "Bogen" verbaut war.
    Teile dieses Rucksacks sind auf den letzten Bildern zu sehen.
    Der "Bogen" besteht aus einem Stück "Federstahl" der einen Gurt ("Riemen") aus festem Kunststoff spannt.
    Ich habe den Federstahlbogen und den Kunststoffgurt ausgebaut und wiederverwendet.
    Wenn man kein Federstahl zur Verfügung hat könnte man einen solchen Bogen (sowie auch die Kuppel) entweder aus Glasfaserstäben bauen oder aber eine eigene Form aus Holz und Glasfaserlaminat herstellen. Ansonsten muss man sich eben irgendwo ein Stück Federstahl besorgen ( gibt es zu kaufen wenn auch in kleinen Mengen etwas schwieriger zu finden -auch in Federkernmöbeln sind Federstahlteile verbaut welche aber auf Grund ihrer Form für Rucksäcke nur schwer zu verwenden sind)
    Ich werde nun also den Federstahlbogen und zwei Glasfaserstäbe verwenden um ein neues Rückengestell zu konstruieren.
    Leider passt mein bereits fertiger Schultergurt nicht mehr zu dem neuen Rückenteil und auch der Rucksack selbst passt von den Maßen nur noch bedingt zu dem Tragesystem das muss also auch nochmal neu gemacht werden.
    aber der Rucksack hatte ja sowieso gröbere Fehler und das Tragesystem ist nun mal das wichtigste.

    Ich habe also den Federstahlbogen ausgebaut , abgeschliffen ,grundiert und lackiert.
    Den Kunststoffgurt habe ich mit einer alten Ledernähmaschine vor gelocht .
    (es handelt sich dabei um eine Handbetriebene Ledernähmaschine für Schuhsohlen und große Materialstärken aus einer Seilerei die aber leider irgendwie nicht richtig näht (darum werde ich mich irgendwann mal kümmern) . Bei der Ledernähmaschine war auch eine Art Handnähale dabei die ich etwas umgebaut habe außerdem habe ich meine Ausrüstung um eine weitere selbstgebaute Handnähale und einige große schwere Stoffscheren erweitern können vielleicht zeige ich irgendwann mal Bilder davon.)


    Dann habe ich ein Stück von dem bereits gezeigten festen Kunststoffnetz (Sitzfläche von Gartenmöbeln) ausgeschnitten und den zu verspannenden "Hüftriemen""Hüftgurt" mit Hilfe der Handnähale und einem (zwei) sehr starken Fäden mit\auf dem Netz vernäht.


    Am Oberen Ende (Schulterbereich) habe ich eine Kunststoffschiene in das Netz eingenäht.


    Da die Naht auf dem Hüftgurt stark aufträgt und der Bereich sowieso etwas besser gepolstert sein kann habe ich ein stück dünnen festen Schaumstoff ausgeschnitten und zur besseren Belüftung mit einem Rohr einige Löcher ausgestanzt.


    Da ich kein 3dNetz mehr hatte habe ich das Stück Schaumstoff dann mit mehreren Schichten verschiedener Netze bespannt und vernäht.
    Die Netze verfangen sich allerdings gerne im Transportdigs von der Nähmaschine deshalb ist mir ein Trick eingefallen den man kennen sollte. Und zwar habe ich das Netz auf ein Stück dünnes Papier gelegt ,dieses mit eingenäht und dann wieder entfernt. So funktioniert der Stofftransport einwandfrei.



    Reste des Papiers müssen eventuell mit der Pinzette entfernt werden.


    Die Belüftungslöcher sind bei Gegenlicht auch durch 5 Lagen Netzstoff noch gut zu erkennen und sollten ihre Funktion erfüllen.


    Das Netz ist gut gespannt und sitzt fest. Insgesamt wölbt sich das Polsterelement noch etwas das liegt an der Spannung des Netzes später soll das Polsterelement aber rundherum am "Rückennetz" vernäht werden (zu diesem Zweck steht das Netz am unteren ende noch etwas über den Rand des "Hüftriemens" heraus) damit verschwindet dann auch die Wölbung der Polsterung.

    vorne

    hinten
    es wäre sehr freundlich sich nicht an Stalking und Psychoterror zu beteilligen

  18. Gerne im Forum

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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #18
    Ach so ich habe vergessen zu erwähnen das die Kanten vom Rückennetz noch mit Gurtband eingefasst wurden .
    Wie auf den Bildern zu sehen ist.
    es wäre sehr freundlich sich nicht an Stalking und Psychoterror zu beteilligen

  19. Gerne im Forum
    Avatar von Jonamu
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    AW: Fahrradrucksack mit Netzrücken vom Anfänger aus Resten zusammenexperimentier

    #19
    Bist du schon weiter gekommen?
    "Und stattdessen zwang ich ihn einen Joint zu rauchen, so groß wie’n Ofenrohr" Hannes Wader "Der Tankerkönig"
    "Dude warum fluchst du immer so viel?" "Was soll diese bekackte Frage?" The Big Lebowski

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