Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 23
  1. Ein Zeltofen

    #1
    Ein paar einführende Worte:
    Der Nutzen eines Zeltofens ist aus UL-Sicht natürlich strittig. Wer aber gerne über mehrere Tage im Winter unterwegs ist, der wird den Wert eines Ofens zu schätzen wissen:
    Die meiste Zeit in der dunklen Jahreszeit wird man ja im Camp verbringen. Durch den Heizkörper hat man noch einige angenehm warme Stunden im Zelt. Außerdem kann man darauf Schnee schmelzen und sich warme Speisen zubereiten. Das wiederum spart Brennstoff und das Mehrgewicht durch den mitgeführten Ofen amortisiert sich.

    Nach intensiver Nutzung sind nun langsam aber sicher die Tage meines geliebten Titaniumgoat Vortex Stove gezählt. Das Material ist ausgeglüht und der Ofen ist an vielen Stellen brüchig und rissig.

    Ein neuer Ofen musste her und nachdem ich mir nicht mehr die lange Wartezeit, den Gang zum Zoll und die hohen Versandkosten antun wollte, blieb mir nur eine MYOG-Lösung.

    Eigentlich ist es nur teilweise MYOG, da ich die verwendete Edelstahlfolie ab Werk schneiden ließ.




    Da der Ofen komplett aus Edelstahl besteht, ist er gut 200g schwerer als der der Ti-Goat Vortex Stove und wiegt insgesamt 962g. Dafür ist Material deutlich günstiger als Titan.




    Die 190x300cm große Brennkammer besteht aus einem zum Zylinder gerollten Stück 300x700x0,1mm Edelstahlfolie, die mit zwei Ringen aus geflochtenem Stahldraht zusammengehalten wird.
    In die Edelstahlfolie ist ein elliptisches Loch geschnitten, in das das Ofenrohr eingeschoben wird.
    Vorder- und rückseitig befinden sich Edelstahlteller die mittels dreier M3 Gewindestangen, gebogener Karosseriescheiben und Muttern in den Zylinder geklemmt werden. Diese schließen die Brennkammer ab und verhindern, dass die gerollte Edelstahlfolie in sich zusammenfällt bzw. sich verzieht.
    Aus dem Vorderen Teller ist unter Verwendung eines Metallkreisschneiders die Feuerluke ausgeschnitten.
    Die Ofentüre, die sich am vorderen Teller einhängen lässt, ist aus 0,5mm Edelstahlblech hergestellt. Der Griff daran, aus 0,1mm Edelstahlfolie, ist einfach aufgenietet.










    Die Ofenauflage besteht aus zwei in Form geschnittenen 0,5mm dicken Edelstahlblechen die mit zwei M3 Gewindestangen und Muttern zusammengehalten werden.






    Das 60x1600mm große Ofenrohr ist aus 250x1600x0,1mm Edelstahlfolie. Die Folie wird gerollt und mittels fünf Ringen aus geflochtenem Stahldraht zusammengehalten.
    Am Rohrende, das in der Brennkammer steckt, sind zwei sich gegenüberliegende Löcher gebohrt, in die die Abluftklappe eingeschoben wird.
    Die Abluftklappe habe ich vom Ti-Goat Stove übernommen. Diese wird aber noch durch einen Eigenbau ersetzt.
    Zwei Ringe aus einfachen Edelstahlausstechformen, bei denen die umgebördelten Ränder abgeschliffen wurden, werden in die zwei Rohrenden geschoben, damit die gerollte Metallfolie nicht in sich zusammenfällt bzw. sich nicht verzieht.




    Gepackt hat der Ofen die Maße einer 330mm langen Rolle mit 45cm Durchmesser und die eines Tellers mit 190mm Durchmesser und 35mm Höhe.


  2. Gerne im Forum

    Dabei seit
    14.05.2011
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    68

    AW: Ein Zeltofen

    #2
    moin,

    der Ofen ist nett. Eine nette Spielerei.

    Darauf kochen oder Schnee schmelzen...? Negativ, geht nicht.
    Der Edelstahl ist bei angegebenen 0,1 mm zu schwach, um da bei camp - Bedingungen normal befeuert zu werden.
    Zu viele verlierbare Teile.
    Ich würde einen Praxisbericht interessiert lesen.
    Gruß

  3. AW: Ein Zeltofen

    #3
    Zitat Zitat von Luzifer Beitrag anzeigen
    moin,

    der Ofen ist nett. Eine nette Spielerei.

    Darauf kochen oder Schnee schmelzen...? Negativ, geht nicht.
    Der Edelstahl ist bei angegebenen 0,1 mm zu schwach, um da bei camp - Bedingungen normal befeuert zu werden.
    Zu viele verlierbare Teile.
    Ich würde einen Praxisbericht interessiert lesen.
    Gruß
    Doch, doch. Das geht Alles damit. der Topf sitzt ja auf den Streben.

    Der Ti-Goat hatte übrigens ähnlich viele Kleinteile, die man aber leichter verlieren konnte.

    Das genaue Material ist übrigens rostfreier Federstahl 1.4310 mit einer Festigkeit von 1500-1700 N/mm².
    Geändert von Fisherman (05.03.2015 um 17:08 Uhr)

  4. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
    Dabei seit
    15.11.2010
    Ort
    Norden
    Beiträge
    3.254

    AW: Ein Zeltofen

    #4
    ...sehr schön gemacht!

  5. Gerne im Forum

    Dabei seit
    14.05.2011
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    68

    AW: Ein Zeltofen

    #5
    moin,

    wie gesagt, ich glaube nicht, das der Ofen praxistauglich ist. Genauso wenig ist der n.m.M. zum kochen geeignet. Kann sein das ich mich irre, habe aber auch nur 20 Jahre Erfahrung im tentstove-Bau. Wie erwähnt, mich interessiert ein Bericht aus der Praxis.

    Gruß

  6. AW: Ein Zeltofen

    #6
    Viele Dank!

    Wobei die Eigenleistung aber relativ gering war: Konstruktion, Feuerluke, Griffteil und ein paar kleinere Anpassungen

  7. Alter Hase
    Avatar von Scrat79
    Dabei seit
    11.07.2008
    Ort
    Mittelfranken
    Beiträge
    3.693

    AW: Ein Zeltofen

    #7
    Zitat Zitat von Fisherman Beitrag anzeigen
    Das genaue Material ist übrigens rostfreier Federstahl 1.4310 mit einer Festigkeit von 1500-1700 N/mm³.
    Denke mal, du meinst die Zugfestigkeit des Materials. Allerdings dann in N/mm².
    Wobei der Wert nicht viel darüber aussagt, was der Ofen in Punkto Belastbarkeit von oben aushält.
    Aber egal. Schöner Ofen.
    Hoffe er bewährt sich im Praxistest.
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.
    Wenn viele Menschen wenige Menschen kontrollieren können, stirbt die Freiheit.

  8. AW: Ein Zeltofen

    #8
    Zum Ti-Goat Vortex kann ich Dir jetzt schon einen liefern und der fällt sehr gut aus.

    1l Wasser hielt der Vortex ohne weiteres aus. Meine Erfahrung aus einigen Wintern intensiver Nutzung.

    Es kommt darauf an, was für Ansprüche man einen Zeltofen stellt. Dieser hier ist auf Leichtigkeit getrimmt. Also kein Wärmespeicher, nur ein optionales sehr reduziertes Prallblech, etc.

  9. AW: Ein Zeltofen

    #9
    Zitat Zitat von Scrat79 Beitrag anzeigen
    Denke mal, du meinst die Zugfestigkeit des Materials. Allerdings dann in N/mm².
    Wobei der Wert nicht viel darüber aussagt, was der Ofen in Punkto Belastbarkeit von oben aushält.
    Aber egal. Schöner Ofen.
    Hoffe er bewährt sich im Praxistest.
    Ja, richtig N/mm² muss es heißen. Ist ausgebessert.

  10. Fuchs
    Avatar von wilbert
    Dabei seit
    23.06.2011
    Ort
    südlich der elbe
    Beiträge
    2.301

    AW: Ein Zeltofen

    #10
    wie gesagt, ich glaube nicht, das der Ofen praxistauglich ist. Genauso wenig ist der n.m.M. zum kochen geeignet. Kann sein das ich mich irre, habe aber auch nur 20 Jahre Erfahrung im tentstove-Bau
    hey luzifer,
    was für öfen hast du denn gebaut?
    ich würde mich über beispiele freuen.

    der vortex cylinder stove hat sich über mehrere jahre bei mir bewährt.
    http://www.titaniumgoat.com/cstove.html
    zum kochen gibt es sicher geeigneteres, aber zum heizen sind die tubestoves prima.

    -wilbert-

  11. Gerne im Forum

    Dabei seit
    14.05.2011
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    68

    AW: Ein Zeltofen

    #11
    moin Wilbert,

    Du hast pn.

    tubestoves sind leicht zu transportieren, und zu machen. Bei o.a. Modell fehlt aber z. B. eine Rauchumlenkung. Und Anderes.
    Öfen die funzen gehen anders!

    Man muss es nicht auf die Spitze treiben, ich gönne Jedem die Erfahrungen mit Eigenkreationen. Aber:

    Zeltöfen müssen funktionieren, und zwar auf Tour.

    Gruß

  12. AW: Ein Zeltofen

    #12
    Zitat Zitat von Luzifer Beitrag anzeigen
    moin Wilbert,

    Zeltöfen müssen funktionieren, und zwar auf Tour.

    Gruß
    Wie gesagt, es kommt auf die Ansprüche an! Ein rucksacktauglicher Ofen ist eben auf das nötigste reduziert. Ein paar warme Stunden im Zelt, eine Tasse Tee, ein Steak im Pfännchen auf dem Ofen gebraten...
    Zum Schlafen braucht man dann eben einen geeigneten Schlafsack für deutliche Minustemparaturen oder man muss jede Stunde Holz nachlegen.

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Lodjur
    Dabei seit
    04.08.2004
    Ort
    Much
    Beiträge
    719

    AW: Ein Zeltofen

    #13
    Hi Luzifer, doch das funktioniert ganz gut. Denk an meinen
    The Tube. Mit dem kann ich sogar backen. Fisherman hat sich nur mehr an dem Original orientiert, und ist
    halbwegs UL geblieben. Ich wollte halt eine richtige Klappe mit Glas. Aber das Prinzip funktioniert und das gerollte
    Duenne Blech ist erstaunlich stabil.
    Ich sag mal Daumen hoch fuer die gut gemachte Ausfuehrung.
    Cu Bernd
    Nicht nur drüber reden,.... mach es!

  14. Gerne im Forum

    Dabei seit
    14.05.2011
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    68

    AW: Ein Zeltofen

    #14
    oooooch Meister,

    bist mir wieder zuvor gekommen!

    lieben Gruß

    Luzifer

    (der Dir baldigst die Bilder vom neuen Okto-Stove schickt)

  15. Dauerbesucher
    Avatar von kletterling
    Dabei seit
    30.07.2012
    Ort
    München
    Beiträge
    602

    AW: Ein Zeltofen

    #15
    Ich verstehe Luzifers Einwände auch nicht so ganz. Der Topf sitzt doch auf den Gewindestäben, die dann quasi auf Zug die Last abtragen, oder? Dann müsste das Stahlblechrohr den Druck aufnehmen und unten die Gewindestäbe wieder Zug aufnehmen. Sollt kein Problem sein, und wenn es bei den baugleichen TiGoat-Öfen funzt, warum dann nicht mit der Stahlvariante?

  16. AW: Ein Zeltofen

    #16
    Richtig, der Topf sitzt auf den Gewindestangen. Man sollte den Topf nur nicht unbedingt auf die Mitte der Stangen setzen, sondern versetzt zu den Auflagepunkten hin. Dann gibt es auch keine Probleme.

    Wasser zum Kochen bringen ist natürlich nicht so einfach auf dem Ofen, einfach aus dem Grund, weil dem Topf durch die Streben der Kontakt zum Ofenkörper fehlt, und durch den Abstand viel Energie verloren geht. Schneeschmelzen oder Braten geht aber ohne Probleme.

  17. Fuchs
    Avatar von wilbert
    Dabei seit
    23.06.2011
    Ort
    südlich der elbe
    Beiträge
    2.301

    AW: Ein Zeltofen

    #17
    Bei o.a. Modell fehlt aber z. B. eine Rauchumlenkung. Und Anderes.
    eine rauchumlenkung ist beim tubestove nicht zwingend nötig, da die drosselklappe ganz hervorragend zur reduzierung funktioniert.
    nachdem ich beim kifaru-boxstove eine rauchumlenkung einbaut hatte, bemerkte ich dass auch dieser ofen auf die reduzierung mit der drosselklappe sehr gut reagiert. so wurde die rauchumlenkung halt wieder zurückgebaut.

    Öfen die funzen gehen anders!
    hm, dann habe ich mir im zelt mit dem tubestove wohl nur sehr warme gedanken gemacht...


  18. AW: Ein Zeltofen

    #18
    Den Kritikern zum Trotz, der Ofen funktionierte im ersten Testlauf sehr gut!

    Seht selbst:




  19. Gerne im Forum

    Dabei seit
    14.05.2011
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    68

    AW: Ein Zeltofen

    #19
    moin,

    vielleicht habe ich zuviel Zurückhaltung geübt, sorry!

    der Ofen ist schnuckelig, wärmt bei Bedarf und ist selbstgemacht. Dafür mal ein "Lob".

    Mir fehlen halt einige Sachen, die den Betrieb eines Zeltofens regulierbar, sicher und praxisorientierter machen.

    Eine rotglühende Blech-Rolle im Zelt mag ich nicht, das Gefummel mit Gewindestäben und dem anderen Zubehör möchte ich mir auf Tour auch nicht antun.
    Aber: Jeder wie er mag, ich bin gespannt auf eventuelle Weiterentwickungen.

    Gruß

  20. Alter Hase
    Avatar von markrü
    Dabei seit
    22.10.2007
    Ort
    3. Planet
    Beiträge
    2.571

    AW: Ein Zeltofen

    #20
    Daumen hoch!

    Gruß,
    Markus
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)