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  1. AW: [JP] Berg Tsukubasan 筑波山

    #81
    Mitreisende: Bluewater
    Nett, das ruft Erinnerung wach. Ist bei mir aber schon so 20 Jahre her. Vielleicht sollte ich bei meinem naechsten Besuch da noch einmal hoch.
    Je suis Charlie

  2. [JP] Fuji 富士山 - Der höchste Berg Japans

    #82
    Der 3776,24 m Vulkan Fuji 富士山, oder auch Fujisan bzw. Fujiyama, ist der höchste Berg Japans. Er befindet sich in der Nähe von Tokio an der Grenze zwischen den Präfekturen Shizuoka und Yamanashi. Seit 2013 gehört der Fuji 富士山 zum Weltkulturerbe. Vom Fuji 富士山 den Sonnenaufgang zu beobachten, gilt als besondere spirituelle Erfahrung. Den Aufstieg auf dem Wanderweg Yoshida 吉田ルート wird über drei Tage verteilt, um genügend Zeit zum Erkunden zu haben. Der Yoshida Wanderweg 吉田ルート beginnt auf 2305 m Höhe an der fünften Station der Fuji Subaru Linie 富士山五合目 und führt an der sechsten, siebten, achten und neunten bis zur zehnten Station zum Gipfel hinauf. In der Hütte Taishikan 太子館 (3100 m) übernachtet man zwei Nächte. Insgesamt geht es 1452 m hinauf und hinunter. Nach der Besteigung entspannteman sich in dem Onsen Benifuji 山中湖温泉「紅富士の湯」. Zur Vorbereitung der Fuji-Besteigung kann ich euch diesen Bericht mit vielen Tipps empfehlen.

    Nachdem ich mich gründlich vorbereitet hatte, traute ich mich diese Woche an die Besteigung des Fujis 富士山. Die meisten meiner Freunde waren schon auf dem Fuji 富士山, so dass ich entweder alleine oder mit einer geführten Tour die Wanderung losziehen musste. Alleine hatte ich zwar mehr Freiheiten, aber mir war das Risiko zu groß, das mir etwas passieren könnte. Deswegen meldete ich mich an der Hato-Bus-Tour an. Schließlich gilt es einen aktiven Vulkan mit mehr als 3700 Höhenmetern zu meistern. Für mich war es auch eine Premiere, da ich bisher nur auf 3000 m hohen Bergen geklettert bin.


    Die Anfahrt

    Um 7 Uhr erreiche ich den größten Bahnhof Tokios den Shinjuku Bahnhof 新宿駅, der unglaublich riesig ist. Am West-Ausgang steige ich die Treppe 9 hinauf und biege links ab. Keine 100 m weiter stehe ich an der Hato-Bus-Bushaltestelle. Nach 5 Minuten ruft eine Führerin mich in den linken Bus. Ich steige ein und stelle fest, dass ich die einzige Ausländerin bin. Ich stelle mich meinen Nachbarn vor. Neben mir sitzt Herr Ryo und vor mir Herr Banso. Beides sind Japaner um die 65-75 Jahre alt. Herr Banso hat mal früher in einem Büro gearbeitet und besteigt jetzt Berge, um sich fit zu halten. Ryo war ebenfalls im Büro tätig und nimmt aktuell an Marathon-Turnieren teil. Unsere Führerin stellt sich als Frau Ikebukoro vor und wünscht uns viel Spaß auf dieser Tour. Nach einer Stunde Fahrt halten wir an einer Raststätte und halten eine kleine Pause. Schon nach 15 Minuten geht es weiter.


    Die fünfte Station Fuji Subaru 五合目

    Keine Stunde später schlängelt sich der Bus den Berg hinauf, bis wir an der fünften Station (Fuji Subaru Linie 5ten Station 富士山五合目) ankommen. Frau Ikebukoro stellt fest, „Aktuell ist es 10.30 Uhr. Treffpunkt ist in der Mitte dieses Kreisverkehres um 11.15 Uhr!“ Wir steigen alle aus und sind überrascht von der Größe der Station.



    Die ist nämlich eine kleine Stadt für sich mit Allem was man für den Aufstieg benötigt: Konbinis (24 Stundenläden), Restaurants, Souvenirläden, Toiletten, Feuerwehr, Polizei, Berghütten, Informationszentren, Postamt, Schrein, Schließfächern, und einer Aussichtsplattform. Vor den Gebäuden höre ich eine Vielzahl an Sprachen. Wir laufen zum Schrein Fujisan-Taisha 富士山大社. Am Eingang des Schreins steht ein großes rotes Tor.



    Der Schrein wurde von einem japanischen Kaiser 901-923 errichtet, um den damals aktiven Vulkan Fuji zu besänftigen. Die Besteigung des Fujis war damals für die einfachen Leute verboten, außer für betende Shugendo Mönche. Frauen durften den Berg überhaupt nicht betreten. Schon damals besaß der Berg einen Aufstiegs- und Abstiegsweg. Zuerst besteigt man nämlich verdreckt den Berg. Dann stirbt man am Gipfel, um dann neu geboren und sauber wieder abzusteigen. Damit sich die beiden nicht vermischen, gibt es eben zwei Wege. Der Schrein erlangte immer mehr an Bedeutung. Die meisten Wanderer beten an dem Schrein für eine sichere Besteigung des Fujis. Direkt daneben befindet sich eine Aussichtsplattform. Danach eilen wir zu den kostenlosen Toiletten neben den Parkplätzen. Vor dem Häuschen packen wir unsere Trekkingstöcke umd und stärken uns, bevor wir zum Treffpunkt eilen.


    Der Beginn

    Im Kreisverkehr wartet bereits unser Bergführer auf uns. Er stellt sich kurz als Herr Goto vor und zeigt uns ein paar Dehnübungen. Zum Abschluss der Übungen recken wir eine Faust in die Luft und brüllen los. Alle Trinkflaschen sind gefühlt, Rucksäcke werden auf die Rücken geschnallt und dann geht es auch schon los. Wir spazieren zum Eingang des gelben Yoshida Wanderweges 吉田ルート und passieren einige Pferdeställe.

    Scheinbar kann man für unglaublich viel Geld zu einem Wasserfall oder zur sechsten Station reiten. Dann stehen wir auch schon vor dem Eingangsschild des Wanderweges. Eine Tafel erklärt uns in vier Sprachen die Regeln für die Besteigung des Fujis und schon laufen wir auf einem leicht abfallenden breiten Weg. Moment mal? Abfallend? Ich dachte, dass wir den Fuji besteigen? Unser Führer scheint weiter guter Laune zu sein und führt uns immer weiter den Berg herunter.

    Ryo bleibt öfters stehen und schießt Fotos. Noch verdecken dicke Wolken den Himmel. Uns kommen einige Wanderer entgegen, die alle ziemlich komisch gehen und deren Gesichter verbrannt sind. Ihre Augen weisen eine Leere und Müdigkeit auf, die uns Angst bereitet. Wie werden wir wohl aussehen, wenn wir diese Straße lang laufen? Nach 20 Minuten erreichen wir eine Kreuzung und das erste Hinweisschild „Mt Fuji Summit 6 km 385 Min“.



    Ab dieser Stelle steigt der Weg wieder an. In einem kleinen Wald entdecken wir kleine rote Wildrosen, orangene Tiger-Lilien Kooniyuriコオニユリ und weiße Azaleen Rengetsutsuji レンゲツツジ. Herr Goto macht uns jedes Mal auf die jeweilige Blume aufmerksam.Nach 30 Minuten rasten wir kurz an einer breiten Stelle, um eine andere Wandergruppe vorbeizulassen. Plötzlich überholt uns ein Jeep von hinten und wundern uns wie der durch den Steinschlag-Schutz-Tunnel passt.



    An besonders gefährlichen Stellen wurden diese Tunnel errichtet, um die Wanderer zu schützen. Der Weg ist mit großen Steinen gepflastert. Herr Goto erzählt uns, dass diese bei Regen schnell rutschig werden können und sich hier die meisten Wanderer verletzen.

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    Die sechste Station 六合目 (2390 m)

    Vorsichtig klettern wir eine breite Steintreppe hinauf und kommen an der sechsten Station an. Von hier sind es bis zum Gipfel noch 5,3 km (357 Minuten). Na, toll! An der Station stehen viele Dixi-Toiletten, ein Stand, um seine 1000 Yen Spende zur Forschungszwecke abzugeben, und ein Informationszentrum. Ein Mitarbeiter der Firma Docomo verteilt kostenlose Pflaster. Ich lehne dankend ab und laufe an ihm vorbei. Ein Bulldozer überholt uns. Herr Goto erklärt, dass alle Gegenstände mit dem Bulldozer auf dem Abstiegsweg zu den Hütten oder zur Spitze transportiert werden. Früher wurde die ganze Fracht von Menschen hoch getragen, da Pferde auf den unebenen Weg keinen Halt fanden.

    Nach einer kurzen Toiletten-Pause setzen wir unseren Weg fort. Über zahlreiche Schotterwege und unebene Stufen geht es im Zickzack den Berg hinauf. An jeder Kreuzungen stehen Schilder, so dass wir uns sicher nicht verlaufen können. Wir richten uns nach den Schildern des gelben Yoshida Wanderweges 吉田ルート. Die Spitze des Fujis wird weiterhin von einer dicken Wolke verdeckt. Die Wolken schützen uns wenigstens vor der grellen Sonne und wir kommen kaum ins Schwitzen.


    Die siebte Station 七合目 (2700 m)

    Um 13.40 Uhr sehen wir die ersten Berghütten der siebten Station 七合目, die noch weit in der Ferne erscheinen. Keine 20 Minuten später stehen wir vor einem steilen erkalteten Lawa-Weg. Herr Goto steigt vorsichtig voran. Wir müssen unsere Stöcke an den Rucksack binden und unsere Hände zur Hilfe nehmen. Am Ende des steilen Weges erwarten uns die siebte Station 七合目. Wir laufen an der Hütte Hanakoya 花小屋 vorbei. Ein kleiner Laden bietet Wasser, Tee, Sportgetränke für je 400 Yen an.

    An der nächsten Berghütte Hi-no-De-Kan 日の出館 legen wir eine kleine Pause ein. Hier kann man auch die Holzstöcke zum Einbrennen der Siegel kaufen. An der übernächsten Hütte Tomoikan トモイ館 laufen wir vorbei. Im Zickzack geht es auf schmalen Wegen den Berg hinauf. Wir passieren die Berghütten Kamaiwakan 鎌岩館 und Fujiichikan 富士一館. Neben den Hütten stehen kleine Toilettenhäuschen an denen große Preisschilder hängen.

    An der Tür hängt ein Kasten in denen man sein Geld einwerfen muss, bevor man das WC betritt. An der nächsten Hütte Fujiichikan 富士一館 (2800 m) werden auch Sauerstoffflaschen für 1200 Yen verkauft. Dicke Wolken verdecken die Sicht auf das Tal und den Gipfel. Schon aus der Ferne sehen wir das wunderschöne rote Tor der nächsten Hütte Toriiso 鳥居荘.



    Hier legen wir eine kurze Pause ein, bevor es an der nächsten Hütte Toyo-kan 東洋館 vorbeigeht. Ich merke, dass langsam meine Augen trocken werden und ich mehr Wasser trinken sollte. Am Wegrand stehen immer wieder Schilder, die uns vor Steinschlägen und Steinlawinen warnen. Um 16 Uhr durchbrechen wir durch die Wolkendecke auf 3000 m Höhe und erhalten einen schönen Blick auf das Tal. Wieder legen wir eine kurze Pause ein.




    Die achte Station 八合目 (3100 m)

    Gegen 16.10 Uhr hören wir jemanden von oben herunter rufen, ob wir die Hato-Bus Gruppe seien. Herr Goto bejaht dies. Wir klettern über große Felsbrocken und Steinstufen hinauf und erreichen unsere Übernachtungsort, die Hütte Taishikan 太子館, und damit auch die achten Station 八合目.


    Die Berghütte Taishikan 太子館 (3100 m)

    Vor der Hütte erwartet uns das Personal und erklärt uns die wichtigsten Regeln.

    Wir werden gebeten unsere Schnürsenkel zu lockern und gleich beim Betreten der Hütte die Schuhe auszuziehen. Diese werden in einer Tüte gepackt, dann bleibt die Hütte schön sauber. In der ersten Etage befindet sich der Verkaufsladen und der Speisesaal. Danach werden wir einige Stufen zum Schlafsaal hinaufsteigen. Zum Abendessen wird man in den Speisesaal im ersten Stock herunter gerufen. Nach dem Essen muss man alles liegen lassen, bekommt sein Frühstück für den nächsten Tag und geht zurück auf seinen Schlafplatz. Die Toiletten befinden sich draußen und kosten einmalig 200 Yen. Danach darf man die Toilette beliebig oft benutzen. Im Vorraum stehen deswegen extra Schlappen bereit, in die man schlüpfen kann, um zur Toilette zu gehen. Allerdings darf man die Schlappen nicht für andere Zwecke, wie zum Beispiel Fotografieren oder Zähne putzen, anhaben. Wenn man zwei Nächte übernachtet, kann man unnötige Kleidungsstücke und Gegenstände am Schlafplatz zurücklassen. Das Trinken von Alkohol ist in der Hütte strickt verboten.

    Nachdem wir alle Regeln gehört haben, ziehen zuerst die Frauen ihre Schuhe im Vorraum aus und steigen die Stufen zum vierten Stock hinauf. Danach folgen die Männer. In der zweiten und dritten Etage gibt es Doppelbetten. Unser Schlafsaal liegt direkt unter dem Dach. Zum Glück sind es keine Doppelbetten.

    Die Frauen schlafen auf der linken Seite und die Männer auf der rechten. Am Ende des Schlafsaals gibt es eine Umkleidekabine. Direkt an den Treppen stehen kleine Kotz-Schüsseln, die mit Zeitungspapier ausgelegt sind. "Falls euch schlecht wird, benutzt diese bitte!", sagt Herr Goto. Ein merkliches Stöhnen geht durch die Gruppe, als jeder auf seinen angewiesenen Platz sich setzt. Wer dachte, dass man in Deutschland schon wenig Platz in den Hütten hätte, der hat noch nie in einer japanischen Berghütte übernachtet. Hier bekommt man sage und schreibe 40 cm Breite und 2 m Länge zugewiesen. Eine harte Matte und ein Schlafsack liegen auf jedem Platz bereit. Zum Schlafen sollte man unbedingt Ohrstöpsel dabei haben, da immer irgendwer mit einer Plastiktüte raschelt. Der Rucksack und die Schuhe werden auf einem Regal über der Ruhefläche gelagert.

    Um 17 Uhr werden wir vom Personal zum Abendessen in den Speisesaal herunter gerufen. Es gibt Curryreis und eine Lunchbox mit Fisch und Würstchen. Der Geschmack ist mäßig. Die Menge ist unglaublich wenig. Als wir unser Abendessen verspeist haben, bekommen wir unser Frühstück für den nächsten Tag in die Hand gedrückt. Eine 350 ml Wasserflasche, abgepackter roter Reis und ein kleines Brötchen. Besonders lecker sieht das nicht gerade aus. Im Vorraum entdecke ich eine kleine Feuerstelle mit zwei Kupfer-Kannen in denen Wasser erwärmt wird.

    Ich bringe das Frühstück zu meinen Schlafplatz und gehe zu den Toiletten. Dazu schlüpfe ich in die bereitgelegten Schlappen. Ich werfe die 200 Yen in eine Box und betrete die Frauen-Toilette. Eine Ansage verkündet, dass man in den Toiletten nicht rasten darf, man pro Benutzung 200 Yen bezahlen muss und das Toilettenpapier nicht in die Schüssel gehört, sondern in den Abfalleimer daneben. Die Ansage wird dann in drei Sprachen in einer Endlosschleife abgespielt. Nach dem dritten Mal geht mir die Ansage schon auf die Nerven.

    Die Wolken verziehen sich langsam und die Sicht auf das Tal wird immer besser. Ich laufe zurück zu meinem Schlafplatz, um meine Schuhe und Kamera zu holen. Draußen vor der Hütte sitzt ein braun gebrannter älterer Japaner vor einem kleinen Ofen. Bei ihm kann man seinen Stock mit dem Hüttensiegel versehen. Später stellt sich heraus, dass er der Besitzer der Hütte ist. Nennen wir ihn Herr Honda. Übrigens seine Mitarbeiter sind alles Studenten und jobben auf Teilzeit in seiner Hütte. Während wir die schöne Aussicht genießen, unterhalten wir uns über Europa, Japan und die Welt.



    Die Sicht über die Ebene ist unglaublich schön. Wir können sogar die Präfektur Chiba, die Rainbowbridge und den Skytree sehen. Herr Honda schießt ebenfalls viele Fotos. Er ist jeden Sommer hier, aber so eine schöne Aussicht gibt es selten, meint er. Langsam geht die Sonne unter und färbt die Wolken in ein zartes Rosa. Herr Honda meint, dass ich jetzt unbedingt den Weg rechts hinaufsteigen sollte, um ein wunderschönes Naturschauspiel zu sehen. Ich verstehe zwar nicht ganz, was er meint, aber ich folge dem Weg zu einer kleinen Kuppe. Als ich endlich auf der Kuppe angekommen bin, stocke ich überrascht.



    Der Fuji wirft einen wunderschönen Schatten auf die Wolkendecke! Frau Ikebukoro findet ebenfalls den Weg zur Kuppe und staunt auch nicht schlecht. Wir schießen viele Fotos und erfreuen uns am Anblick.

    Langsam bricht die Nacht herein und wir sehen die funkelnden Sterne über uns. Mein Iphone macht leider nur miserable Fotos bei Nacht, so dass ich auf Fotos ganz verzichte. Es wird immer kälter und ich verabschiede mich von Honda. Die Hälfte der Gruppe scheint schon tief und fest zu schlafen. Leise lege ich mich auf meine Matte. Ich stecke mir Ohrstöpsel in die Ohren und kuschel mich in den Schlafsack. Innerhalb von Minuten bin ich wieder eingeschlafen.


    Der Sonnenaufgang Goraiko 御来光

    Gegen 3.30 Uhr werde ich wach. Ich schaue verschlafen auf meine Uhr und hätte mich liebend gerne wieder hingelegt. Ich husche zur Treppe, um auf die Toilette zu gehen. Am Horizont sieht man schon einen hellen Streifen. Wir werden von Herrn Goto nach rechts zu einigen Sitzgelegenheiten gerufen. Hier sollen wir unser Frühstück einnehmen, während wir den Sonnenaufgang beobachten. Der Himmel ist fast wolkenlos und versprecht einen wunderschönen Aufgang. Eine Stille breitet sich aus, da alle wie gespannt Richtung Osten blicken. Um 4.36 Uhr sehen wir das erste Gelb der Sonne über den Horizont blitzen.



    Es wird heller und heller. Der gelbe Punkt wird langsam größer. Und dann ist der Moment da, auf den alle gespannt gewartet haben. Ergriffen betrachten wir das Naturschauspiel.



    Es herrscht eine komplette Stille auf dem Platz. Jeder schießt Fotos.



    Mein Iphone hängt sich auf. Ich esse schnell einen Energieriegel, dann ruft Herr Goto uns zusammen und wir gehenlos. Zuerst passieren wir die Hütte Horaikan 蓬莱館 und laufen im Zickzack den Berg hinauf. Der Weg wird langweiliger, dafür wird man aber durch eine wunderschöne Aussicht entschädigt.



    Der Wind wird stärker. Wir steigen über hohe Stufen den Berg hinauf, bis wir die Hütte Hakuunso 白雲荘 (3200 m) erreichen. Auf einer großen Bank setzen wir uns kurz. Langsam wird die Luft dünner und die Sonne greller. Nach einer kurzen Pause gehen wir weiter. Die großen Mauern sollen uns vor Steinschlägen schützen.



    Wir stehen vor einem weißen Tor und einem kleinen Schrein. Direkt vor dem Tor verneigen sich alle Teilnehmer. Neben dem Schrein ist die Berghütte Gansomura 元祖室 (3250 m). Dieses Mal bleiben wir nicht stehen, sondern folgen dem Schild Richtung Spitze „Mt. Fuji Summit 1,8 km 125 Min“.

    Wir wuselten die eintönigen Wege hinauf und kommen endlich am berühmten Fujisan Hotel 富士山ホテル(3400 m) an. Früher gab es hier drei Hütten, heute sind diese zu einer großen Berghütte 1907 zusammengeschlossen worden. Allerdings wurde ich das Fujisan Hotel jetzt nicht unbedingt als Hotel bezeichnen. ;) Auf den Dächern der Hütte liegen mit Steinen beschwerte Decken. Auch eine Art, um seine Bettwäsche aufzuhängen!




    Die neunte Station 九合目 (3580 m)

    Nach einer kurzen Toilettenpause geht es wieder steil bergauf. Eine Gruppe Japaner kommt uns entgegen. Einer aus der Gruppe berichtet von heftigen Windböen auf der Spitze. Uns wird ein bisschen mulmig im Bauch. Für heute istnoch die Umrandung des Kraters geplant! Ob das noch möglich ist? Wir laufen an der Berghütte Tomoekan トモエ館 vorbei und sehen in der Ferne ein weißes Tor.



    Hier fängt die neunte Station 九合目 an. Wir denken alle: Bald ist es geschafft! Doch Herr Goto sagt, dass jetzt erst der Spaß richtig anfängt. Die letzten Meter wird nur noch über Felsen geklettert und immer wieder kommt es zu Steinschlägen. Wenn man bei Nacht den Fuji besteigt, dann muss man nämlich genau diese schwierige Strecke im Dunkeln passieren. Ich bin froh, dass es schon hell ist und ich genügend sehen kann. Der Wind nimmt weiter an Stärke zu.

    Ich halte mich an Felsbrocken fest und husche von Felsen zu Felsen, hinter denen ich mich hocken kann. Im Mund merke ich wie sich langsam Sand ansammelt. Ich trinke mehr Wasser, um den Geschmack los zu werden. Mein Herzschlag beschleunigt sich, da die Luft dünner wird. Durch den starken Wind bekomme ich langsam Angst. In der Gruppe bin ich die Größte. Ich kletter auf allen Vieren die Felsen hinauf und ruhe mich öfter aus. Doch zum Glück bin ich nicht die letzte.



    Doch so manches Mal erfasst mich der Wind, um ihm möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, versucheich mich ganz klein zu machen. Ich bin froh über meine Windstopper Kleidung, so dass ich nicht frieren muss.


    Der Gipfel des Mount Fuji 富士山

    Herr Goto winkt uns von einem weißen Tor zu. Neben mir sitzt eine Japanerin, die mit ihren Kräften am Ende ist. Ich ermutige sie weiter zu gehen. Gemeinsam klettern wir die letzten Meter bis zum Gipfel hinauf. Herr Goto schießt von jedem ein Erinnerungsfoto vor dem weißen Tor. Geschafft!! Der Fuji ist bezwungen! Danach setzen wir uns auf die großen Stufen und warten auf die letzten Mitglieder unserer Gruppe. Nach 10 Minuten trifft auch der letzte ein.



    Wir stiegen die letzten Stufen hinauf und stehen auf dem Gipfel! Erstaunlich leer ist der Platz. Auf der rechten Seite steht der berühmte Schrein Kusushi-jinja 久須志神社, der im 18ten Jahrhundert erreichtet worden ist. Daneben reihen sich dicht an dicht Holz-Hütten und gegenüber stehen Holzbänke vor einer wunderschönen Aussicht.





    An einem Kiosk werden Getränke verkauft. Ganz hinten entdecke ich zwei Getränkeautomaten. Wasser und Tee kosten dort auch 500 Yen. Nach zwei weiteren Schritten weiß ich auch, warum es so leer ist, der Wind weht mit einer unglaublichen Stärke an den Häusern vorbei, so dass wir es mit der Angst zu tun bekommen. Schnell kehren wir in dem „Restaurant“ Yamaguchiya 山口屋 ein.In diesem stehen schlichte Holzbänke. An den Decken hänge Zettel mit Gerichten und Preisen - Alles nur in Japanisch. Mein Kopf fängt an zu schmerzen. Ich trinke etwas Wasser. Es gibt Suppen jeder Art. Ich bestelle einfach das Gleich wie meine Nachbarin eine Schweinesuppe Tonshiru 豚汁 für 800 Yen.

    Ihr glaubt nicht, wie gut die geschmeckt hat! Eigentlich wollten wir den Krater umrunden und die Karten am höchste Postamt Japans einwerfen. Doch Herr Goto sagt, dass das bei dieser Windstärke lebensgefährlich sei. Er selbst habe Angst.

    Wir sind alle etwas enttäuscht, dass wir nicht um den Krater gehen, aber schon beim Aufstieg hatten viele Angst.


    Der Abstieg (Gipfel bis achte Station)

    Herr Goto trommelt alle zusammen und bittet jeden seine Stöcke auszupacken, da wir jetzt absteigen werden. Ab dieser Stelle gibt es auf dem Abstiegsweg keine Einkaufs- oder Toiletten-Möglichkeit, erklärt er. Rechts deutet Herr Goto auf den Krater. Vergisst ein Abschiedsfoto vom Krater nicht!



    Ich schieße schnell ein Foto, bevor wir weitergehen. Wir laufen an dem Toilettenhäuschen vorbei und betreten den Abstiegsweg, eine Schotter-ähnliche Straße, im Zickzack geht es den Berg herunter. Besonders an den Wendepunkten weht der Wind besonders heftig. Je tiefer wir steigen desto mehr lässt mein Kopfschmerz und der Wind nach. Die Aussicht ist immer noch klasse! Der Weg ist dagegen langweilig.



    Ich merke wie sich meine Knie melden. Wir verlassen kurz den Abstiegsweg und legen eine kleine Pause an der Hütte Tomoekan トモエ館 ein. Bereits nach 10 Minuten gehen wir weiter und erreichen eine Kreuzung mit vielen Wegweisern. „Hier muss man ganz besonders aufpassen, da hier auch der Wanderweg Subashiri 須走ルート ab geht!“, meint Herr Goto.
    Wir folgen den gelben Schildern Richtung Fuji Subaru Linie 5ten Station 富士山五合目.

    Eine Aussicht gibt es nicht mehr. Im Zickzack geht es langsam den Berg hinab. An einer Kreuzung Nummer 39 biegen wir nach links ab und erreichen unsere Hütte Taishikan 太子館.


    Die zweite Nacht in der Hütte Taishikan

    Vor der Hütte Taishikan 太子館 steht bereits das Personal bereit und bittet uns die Schuhe mit den bereitgelegten Bürsten zu säubern und unsere Kleidung vom Staub zu befreien. Es ist mittlerweile 15 Uhr und irgendwie sind mir alle nicht besonders erschöpft. Wir unterhalten uns angeregt, bis wir zum Abendessen um 16 Uhr herunter gerufen werden. Wieder gibt es Curryreis und eine Lunchbox. Den heißen Tee verdünne ich mir mit Wasser. Als wir nach 10 Minuten fertig sind, bekommen wir unser Frühstück für den nächsten Tag gereicht.



    Reis, Brot und 350 ml Wasser. Hoffentlich schmeckt der Reis dieses Mal besser. Draußen tobt mittlerweile ein Sturm. Der Wind rüttelte am Dach und lässt das Gebäude erzittern. Wir sind froh, dass der Sturm erst jetzt ausbricht. Gemütlich kuscheln wir uns in die Schlafsäcke und erzählen uns Geschichten. Zum Glück gehört uns die vierte Etage ganz allein. Normalerweise schlafen auf unserer Etage rund 100 Personen. So bekam jeder richtig viel Platz. Der Sonnenuntergang ist auf Grund des Sturmes nicht zu sehen, so dass wir schon früh einschlafen.

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    Der Abstieg (achte bis fünfte Station)

    Gegen 4 Uhr morgens werden wir geweckt. Draußen tobt noch der Sturm und es regnet stark. Wir ziehen unsere Regenkleidung an. Den Sonnenaufgang können wir leider nicht sehen. Doch der Regen festigte wenigstens den Weg, so dass der Abstieg recht einfach war. Schon nach 1 ½ Stunden erreichen wir die siebte Station des Abstiegsweges. Hier gibt es verdreckte Toiletten, meint Frau Ikebukoro. Von der siebten Station 七合目 laufen wir nur noch einen Bogen, dann kommen wir am ersten Steinschlag-Schutz-Tunnel an. Der Weg geht weiter steil bergab. Das Wetter bessert sich endlich und wir entdecken die sechste Station 六合目. Dort verbindet sich der Aufstiegsweg mit dem Abstiegsweg. Wir legen eine kurze Pause ein und gehen den gleichen Weg über Steinstraßen Richtung fünfte Station zurück. Dann laufen wir durch das kleine Wäldchen und vorbei an dem Wasserfall.

    Ab dieser Stelle steigt der Weg an, bis wir endlich an der fünften Station ankommen. Schnell schießen wir ein Gruppenfoto. Danach läuft jeder in eine andere Richtung. Wir verabschieden uns von Herr Goto und der Bus fährt ohne ihn los.

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    Das Onsen Benifuji 山中湖温泉「紅富士の湯」

    Um 9.40 Uhr erreichen wir das Benifuji Onsen 山中湖温泉「紅富士の湯」. Der Eintritt kostet 700 Yen. Doch der Preis war in dieser Tour enthalten. Wir packen unsere Handtücher und Wechselsachen aus und lassen unsere Rucksäcke im Bus zurück. Um 10 Uhr dürfen wir dann endlich in das Bad. Wir ziehen schnell unsere stinkende Kleidung aus und packen diese in kleine Schließfächer. Dann eilen wir zu den Duschen. Was für eine Erlösung! Danach ziehen wir uns an und betreten den Speisesaal. Dort bestellt jeder eine Nudelsuppe.



    Die war lecker! Gegen 12 Uhr sitzen wir im Bus und fahren zurück nach Tokio.


    Wie immer gibt es mehr Informationen auf meiner Homepage. Siehe Signatur!
    Geändert von Bluewater (17.08.2015 um 08:00 Uhr)
    Mehr Informationen und Fotos zu diesem Beitrag und Japan gibt es hier:

    http://wanderweib.de

  3. AW: [JP] Fuji 富士山 - Der höchste Berg Japans

    #83
    Danke für die Mitnahme auf einen der berühmtesten Berge der Welt ... und ich erhielt einen kleinen Eindruck der japanischen Haltung und Mentalität. Ich liebe Ordnung und Disziplin

    Ich war zusammen mit einer japanischen Reisegruppe (überwiegend Pensionäre) im Amselfeld-Kloster Visoki Dečani. Da hat sich keiner an die Regeln auf den Hinweistafeln gehalten.
    Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
    Eberhard Elsner

  4. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: [JP] Fuji 富士山 - Der höchste Berg Japans

    #84
    Danke für den sehr schönen Reisebericht aus Fernost.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  5. AW: [JP] Fuji 富士山 - Der höchste Berg Japans

    #85
    Zitat Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
    Danke für die Mitnahme auf einen der berühmtesten Berge der Welt ... und ich erhielt einen kleinen Eindruck der japanischen Haltung und Mentalität. Ich liebe Ordnung und Disziplin

    Ich war zusammen mit einer japanischen Reisegruppe (überwiegend Pensionäre) im Amselfeld-Kloster Visoki Dečani. Da hat sich keiner an die Regeln auf den Hinweistafeln gehalten.
    Danke schön.

    Ich tippe mal darauf, dass die Japaner die englischen Schilder nicht lesen konnten. ;)
    Mehr Informationen und Fotos zu diesem Beitrag und Japan gibt es hier:

    http://wanderweib.de

  6. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #86
    Der 2,956 m Berg Kiso-Komagatake 木曽駒ヶ岳, oder auch Misokoma 木曽駒, ist der höchste Berg vom Miso Gebirge. Er befindet sich in der Präfektur Nagano 長野県 im Chubu Ebene 中部 und gehört zu den 100 berühmtesten Bergen Japans. Die Komagatake Seilbahn 駒ケ岳ロープウエイ bringt Wanderer vom Fuße des Berges zu einer 2,650 m hohen kesselförmigen Eintiefung unterhalb des Gipfels. Danach führt ein steiler Weg zum Gipfel Kiso-Komagatake 木曽駒ヶ岳. Von dort kann der Wanderer die traumhaften Zentralen Alpen erblicken, die ein bisschen den Betrachter an die Schweiz erinnert. Die Einheimischen nennen die Berge die japanische Schweiz Japans. Zur Seilbahn geht es zurück über große Felsbrocken und steile Wege.

    Die Anfahrt

    Gegen 9.50 Uhr treffen ich mit dem Auto am Bus Zentrum Sugenodai 菅の台バスセンター ein. Vom Parkwächter werde ich auf einen Parkplatz gelotst und bezahle direkt 600 Yen für einen ganzen Tag. Neben der Bushaltestelle finde ich einen Fahrkarten-Verkaufsstand und kaufe ein Kombi-Fahrkarte mit Hin- und Rückfahrkarte (3900 Yen/3450 Yen) für den Bus und die Seilbahn. Als Ausländerin bekam ich sogar 450 Yen Rabatt. Dazu muss ich nur meine Ausländerkarte oder meinen Pass vorzeigen.

    Bereits nach wenigen Minuten trifft der Bus ein. Einige Wanderer sind schon am Bahnhof Komagane 駒ヶ根駅 eingestiegen. Die Fahrt zur Seilbahn dauert etwa 30 Minuten und führt über eine ziemlich enge Straße den Berg hinauf. Vor der Seilbahn werde ich gebeten meinen Rucksack vor mir zu halten. In Deutschland würde man knapp 20 Leute in die Seilbahn bekommen... Doch in Japan passen locker 60 Personen in die Bahn. :/

    Die japanische Schweiz

    Eingequetscht fahren wir den Berg hinauf, während das Personal die Sehenswürdigkeiten erklärt. "Sie können das ganze Jahr die Region um den Komagatake besuchen! Im Winter kann man Ski fahren. Im Frühling die Blumen bewundern. Im Sommer wandern gehen und im Herbst die Blattfärbung betrachten...", brabbelt eine Stimme. Oben erwartet uns an der 2,650 m hohen Kar, das ist eine kesselförmigen Eintiefung unterhalb des Gipfels, ein Souvenirladen und ein kleines Restaurant. Vor dem Restaurant entdecke ich eine wunderschöne Aussicht auf das Tal und auf der anderen Seite fängt der Wanderweg an. Ich halte mich zunächst nach links und passiere einen kleinen Schrein. Davor biege ich nach rechts Richtung Wanderweg Yuhodo 遊歩道ab. An der Kreuzung bleibe ich staunend vor der schönen kesselförmige Gipfel stehen. Was für ein Anblick!



    Ich biege nach links Richtung Tozando 登山道 ab. Ab dieser Stelle klettere ich über große Felsenbrocken steil den Berg hinauf. Von der Mitte des Weges blicke ich kurz zur Seilbahn zurück. Was für eine Aussicht! Langsam wird mir heiß, da die Sonne erbarmungslos auf mich herunter scheint. Ich greife öfters zu meiner Wasserflasche. Nach einer Stunde erreiche ich endlich den Sattel der Bergkette Nokkoshijijodo 乗越浄土.

    Dort stehen viele Hinweisschilder, die leider nur auf Japanisch sind. Auf der linken Seite entdecke ich einige Berghütten. Das Wetter ist klasse. Ich freue mich über die frische Luft und die angenehmen 17 Grad. Das steht im starken Kontrast zu dem 35 Grad heißem Tokio.Grüne Bergkuppen soweit das Auge reicht! Kleine Wolke zaubern schöne Muster in den Himmel.

    Hinter den Hütten biege ich nach rechts ab und erreiche eine Abzweigung.Für beide Richtungen wird der Berg Komagatake 駒ヶ岳 ausgeschildert. Ich entscheide mich für den rechten Weg, der über die Bergkuppe Nakadake 中岳 führt. Auf der Kuppe steht ein kleiner Schrein, der in zwei Hälften gebrochen ist. Ein Blitzeinschlag?

    Dort bete ich kurz für einen sichern Auf- und Abstieg und lege eine Yen Münze davor. Neben dem Schrein liegen viele große Felsbrocken, auf denen ich mich setze und mein Mittagessen auspacke. Es geht ein starker Wind, so dass mir sogar die Reiskörner von den Stäbchen davon fliegen. Ich setze mich in den Windschatten eines großen Felsens, um in Ruhe essen zu können. Vom Felsen kann ich die Bergspitze des Komagatake 駒ヶ岳 sehen. Davor stehen viele bunte Zelte.



    Die meisten Wanderer übernachten eine Nacht auf diesem Zeltplatz und erkunden von dort die umliegenden Gipfel. Pro Nacht kostet der Zeltplatz ca. 800 Yen (inkl. Wasser und Toilette).

    Die 360 Grad Aussicht

    Ich verlasse die Kuppe und setze meinen Weg Richtung Komagatake 駒ヶ岳 fort. Ein unlesbares Schild Komagatake 駒ヶ岳 führt mich über weitere Felsen den Berg hinauf. Nach 20 Minuten erreiche ich den 2958 m hohen Gipfel und werde von der schönen Aussicht auf die Zentralen Alpen Japans überwältigt.



    Auf dem Gipfel befinden sich mehrere Schreine. Eine Gruppe Wanderer stellt sich vor dem Holzpfosten Komagatake 駒ヶ岳 auf und schießt ein Gruppenfoto. Die 360 Grad Aussicht ist fantastisch. Dicke Wolken ziehen auf. Vielleicht zieht ein Gewitter auf? Ich klettere den Weg zurück zum Zeltplatz und biege an der Kreuzung vor dem Nakadake 中岳 nach rechts ab. Der Weg wird schmaler und schmaler. Nach 20 Minuten habe ich diese Strecke überlebt und erreiche die Berghütten. Kurz ruhe ich mich dort aus.

    Der Rückweg

    Dann setze ich meinen Weg Richtung Seilbahnstation fort und steige den gleichen Weg herunter. An der Kreuzung wähle ich den linken Weg Yuhodo 遊歩道 am See Kengaike 剣ヶ池 vorbei.



    Die Wegränder sind mit Seilen abgesteckt,damit kein Wanderer den Pfad verlassen kann. Ein paar Fliegen fangen an mich zu nerven, indem sie um meinen Kopf herumschwirren. Ich laufe schneller und erreiche die Seilbahnstation um ca. 15.30 Uhr.

    Insgesamt war dies eine schöne Wanderung, die mich an grünen Bergketten und bahnbrechende Aussichten vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn man eine kühle Wanderung im Sommer machen möchte.
    Geändert von Bluewater (17.08.2015 um 10:40 Uhr)
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  7. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #87
    Der Berg Takatoriyama 鷹取山 liegt in der Präfektur Kanagawa zwischen den Städten Yokosuka und Zushi. Früher wurde er Shonanmyogi 湘南妙儀 genannt. Die 6,1 km Wanderung beginnt in einem kleinen Dorf am Bahnhof Jinmuji. Von dort geht es direkt in den Wald zu mehreren Steinbrüchen, abenteuerliche Straßen und zum Tempel Jinmuji. Über niemals langweilig werdende Pfade spaziert man danach zum 139 m hohen Berg Takatoriyama 鷹取山. Von seiner Aussichtsplattform überblickt man weit über große Teile der Bucht Tokios. Schließlich geht es vorbei an weiteren Kletterfelsen und einem großen Stein-Buddha zum Bahnhof Oppama.

    DieStrecke

    Gegen 12 Uhr erreiche ich den Bahnhof Jinmuji, dessen Bahnhofsgebäude versteck in einer kleinen Gasse liegt. An der Hauptstraße biege ich links ab und stehe nach nur 700 Metern an einer Fußgängerampel. Gegenüber entdecke ich das Hinweisschild Jinmuji-Takatoriyama Wanderweg 神武寺・鷹取山ハイキングコース. Ich überquere die Straße und folge dem Schild nach rechts. Auf meinem Weg liegen ein Toilettenhäuschen und ein großes Gebäude mit einem Sportplatz davor. Das Schild am Tor weist das Bauwerk als Mittelschule der Stadt Zushi 逗子中学校 aus. Die Schüler scheinen gerade alle in ihren Klassenräumen zu sein, da es totenstill auf dem Platz ist. Nach einer leichten Rechtskurve entdecke ich am Straßenrand Hühner- und Hasenställe. An der nächsten Kreuzung halte ich mich links und betrete einen schmalen Pfad. Links im Schatten erkenne ich den ersten Steinbruch. Große Lücken klaffen im Felsen, der mittlerweile von Ranken überseht ist. "Seit Beginn der Meiji-Zeit (1868-1912) bis in die Taisho-Zeit (1912-1926) wurden Steine Rund um den Berg herausgeschnitten", erklärt eine Tafel auf Japanisch. "Aus dem Berg wurde das beliebte grau-braune Tuff-Stein gewonnen, welches für Mauern, Begrenzungen, Unterbauten, Fluss-Befestigungen, Brunnen, Grabsteinen und vieles Mehr verwendet wurde."

    Mal wieder etwas Neues gelernt! Beeindruckt setze ich meinen Weg fort über blank geschliffene Felsen. An der nächsten Kreuzung folge ich dem stark verfallenen Schild Richtung Jinmuji-Takatoriyama 神武寺・鷹取山 nach rechts. Ein kühler Wind bläst durch das Tal. Ich beschleunige meine Schritte, werde aber von den rutschigen Felsen ausgebremst.



    Gegen 12.45 Uhr erreiche ich endlich eine lange Treppe. An deren obersten Stufestehe ich vor einem verlassenen Toilettenhäuschen und einem Tor.



    Große weiße Richtungsschilder führen mich nach links durch das Tor zum Tempel Jinmuji 神武寺. Dann steige ich die Treppe Richtung Hauptgebäude Hondo 本堂 hinauf.Oben erwartet mich die riesige Glocke der Nacht.



    Beeindruckt stehe ich vor dem Gebäude und schieße ein paar Fotos. Ich gehe weiter den Berg hinauf und blicke auf mehrere Steinfiguren, die sich unter einem alten Baum verstecken.



    Auf der linken Seite entdecke ich eine lange Steintreppe, die zum nächsten Tor führt.



    Wow! Was für ein Bild! Und ich bin ganz alleine hier! Direkt dahinter befindet sich das braune Holzgebäude Gakushido 楽師堂, dass seit 1598 als spirituelles Krankenhaus dient.



    Man sagt, dassder Tempel im Jahre 724 gegründet wurde und dem Leben des Kaisers/Tenno Shomu (701 bis 756) gewidmet ist. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Es ist völlig still. Plötzlich höre ich Schritte hinter mir und entdecke einen hageren Mann über 60 mit einer blauen Baseball Mütze. Vor dem Hauptgebäude nimmt er die Mütze ab und wirft eine Münze in die Geldbox. Gespannt schaue ich zu, wie er sich verbeugt, zwei Mal in die Hände klatscht, betet, wieder verbeugt und dann den Platz verlässt. Das Ganze geschieht in absoluter Stille und mit einer solchen Anmut, dass ich Sprachlos bin.

    Irgendwann reiße ich mich los und folge der steinernen Treppe Richtung Takatoriyama 鷹取山 auf der linken Seite. Auf dem Kamm stehtein weiterer Gedenkstein, den ich auch nicht lesen kann. In Gedanken versunkengehe ich weiter über schmale Passagen und rutschige Felsen.„Gefährliche“ Stellen sind zusätzlich mit Ketten gesichert.

    Der Weg ist leicht hügelig mit einigen An- und Abstiegen(~150m Höhenmeter) und läuft größtenteils auf kleinen Pfaden über Felsen, wobei er herrliche Ausblicke auf die Landschaft bietet.

    Nach einigen Minuten verlangsame ich meine Schritte und erreiche eine Abzweigung. Dort muss ich mich entscheiden, ob ich einen schmalen Pfad oder einen breiteren Wanderweg gehen möchte. Ratlos stehe ich davor, da es leider kein Schild gibt. Zufällig kommt mir ein Wanderer entgegen, der um die Mitte 60 ist. „Wo geht es denn hier zum Gipfel?", frage ich ihn. "Eigentlich rechts, aber wenn du etwas mehr Spaß haben möchtest, dann steigst du den steilen linken Weg zum Berg hinauf! Da könnte ich dich auch begleiten.“, sagt er. „Warum nicht?“, antworte ich und er geht vor. „Warum siehst du eigentlich aus wie ein Ninja?“, fragt er mich. Schwarze Klamotten und eine schwarze Mütze machen mich also zum Ninja? „Na ja, ich möchte die Sachen auch gerne im Alltag tragen“, erkläre ich. Aber er hat recht, der normale Wanderer in Japan scheint eher auf Bunt zu setzen. Wir gehen über eine schmale Kante. Von dort klettert wir vorsichtig eine sehr steile 2 m Wand hinauf. „Halte dich gut fest und schaue nicht nach unten!“, sagt er. Wow, ich klettere mit Herzklopfen die Wand hinauf. Oben stehen wir vor einem Zaun und folgen diesem nach links, bis wir eine Öffnung erreichen. „Hinter dem Zaun ist der offizielle Weg, der allerdings nur aus langweiligen Treppen besteht!“ sagt er mit einem Augenzwinkern und verabschiedet sich. Ich steige die restlichen Stufen zur Aussichtsplattform hinauf und erhalte eine herrliche 360° Aussicht auf die Tokio Bucht.



    Unter mir entdecke ich eine Wiese und einige beeindruckende Kletterfelsen. Auf einem Vorsprung bemerke ich den Wanderer von eben. Er sammelt gerade seine Kletterausrüstung ein, winkt mir zu und ruft: „Jede Woche steige ich diese Felsen hinauf! Das hält fit!“ Kein Wunder, dass die Wand von eben für ihn kein Problem darstellte...

    Nachdem ich mich satt gesehen hatte, gehe ich die vielen Treppenstufen herunter und stehe auf der Wiese vor dem Berggipfel. Ringsum um die Wiese stehen hohe Kletterfelsen. Staunend stehe ich davor und entdecke sogar eine Klettergruppe, die gerade an einer Wand herumklettert. Große Schilder verbieten das Klettern ohne Aufsicht. Ich folge dem Wanderweg und erreiche einen größeren Rastplatz.

    Dort durchschreite ich die blauen und gelben Schranken und entdecke eine Übersichtskarte, ein Unterstand und ein Toilettenhäuschen. Ich durchschreite die Schranken erneut und setze meinen Weg auf der linken Seite fort. Ab dieser Stelle folge ich nur noch den Schildern Richtung Bahnhof Oppama 追浜駅. Um jeder Ecke gibt es etwas spannendes zu entdecken! Mal eine weitere Felswand, mal eine steinernde Treppe... Ich fühle mich ein wenig wie Indiana Jones. Hinter einer weiteren Kurve ragt mir der große Buddha Magaibutsu 魔崖仏 entgegen, der im Jahre 1960 von dem Kawaguchi Klan 川口 erbaut wurde.



    Auf einer Tafel erfahre ich etwas über die Geschichte des Berges Takatoriyama: "1590 erhielt Ota Dokan, der später Shogun wurde, die Gebiete um Tokio und baute die Grundmauern des heutigen Kaiserpalastes, die Burg Edo, aus. Man sagt, dass er gerne auf dem Berg Shonanmyogi 湘南妙儀 unterwegs war. Es ist nicht ganz klar, ob er mit Falken oder nach Falken jagte. Wie auch immer, die Dorfbewohner benannten den Berg Shonanmyogi später in Takatoriyama um, was so viel wie der Berg der Falkenjagd heißt."

    Wow, mit jeder Wanderung tauche ich tiefer in die japanische Geschichte ein! Spannender geht es fast gar nicht mehr. Danach wandere ich durch eine schmale Spalte tiefer in den Kletterpark hinein.



    Nach ein paar Minuten erreiche ich eine lange abfallende Treppe, die mich zu einer großen Kreuzung führt. Ich biege in die zweite Straße von rechts ein und folge der abfallenden Straße, bis ich eine Unterführung durchquere. Dann biege ich rechts ab und erreiche gegen 15.20 Uhr mein Ziel, den Bahnhof Oppama 追浜駅.

    Insgesamt war dies eine spannende Wanderung, die ich im Herbst nur empfehlen kann. Die Strecke ist für Familien ideal!Bitte diesen Weg nur bei gutem Wetter gehen!
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  8. Anfänger im Forum
    Avatar von Guy Threepwood
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    AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #88
    Das sind sehr schöne Reiseberichte aus eine wunderschönen Gegend. Schreib bitte weiter.
    Ich war im Mai in der Umgebung von Nagano wandern und fand den Kontrast zwischen den Mega-Städten und der wunderschönen Natur absolut einmalig. Mir ist da oben sogar ein Kragenbär begegnet.

  9. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #89
    Sehr schöne Berichte, auch dein Blog gefällt mir sehr gut!
    Living outside the couch zone - Mein Outdoor-Blog auf:
    www.outcozo.com

  10. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #90
    Zitat Zitat von ninja Beitrag anzeigen
    Sehr schöne Berichte, auch dein Blog gefällt mir sehr gut!
    Danke!
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  11. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #91
    Der Berg Takigoyama 滝子山 gehört zu dem südlichen Gebirgszug des Daibosatsurei 大菩薩嶺 und liegt in der Präfektur Yamanashi. Die 15,8 km Wanderung startet vom gut erreichbaren Bahnhof Sasago 笹子駅 und führt durch die farbenfrohe Schlucht Sumisawa すみ沢. Dort folgen wir einen kleinen Bach bergauf, der uns immer wieder mit schönen Wasserfällen verzaubert. Während unseres Aufstiegs überqueren wir oft das Gewässer auf kleinen Brücken, so dass uns das stetige Rauschen des Wassers stätig begleitet. Endlich auf einen Kamm ankommen, geht es steil zum Gipfel des Takigoyamas hinauf. Von 1620 m Höhe erhalten wir schöne Aussichten auf den Fuji und grüne Bergkuppen der Yamanashi Präfektur. Der lange Abstieg ist steil und führt uns durch bunte Zedern- und Birken-Wälder, bis wir den Bahnhof Hatsukari 初狩駅 erreichen.

    Pünktlich um 9 Uhr treffen mein Kumpel (Ama) und ich am Bahnhof Sasago 笹子駅 ein. Ungefähr 1 km spazieren wir durch ein kleines Dorf und an Reisfelder vorbei, bis wir das kleine Hinweisschild Takigoyama 滝子山 entdecken. Dem Schild folgend, unterqueren wir die Gleise. Nach ein paar Metern sehen wir den Shinto-Schrein Inamura (稲村神社), der 1327 gegründet wurde, vor uns.



    Wir nehmen uns etwas Zeit, um uns das alte Holzgebäude näher anzuschauen. Zurück an der Straße folgen wir dem Schild Takigoyama 滝子山 nach links durch das Dorf und überqueren die Autobahn auf einer Brücke. Von hier geht es auf einer Teerstraße immer steiler bergauf. Unterwegs passieren wir mehrere Parkplätze und eine Wasserstelle. Nach gut einer Stunde erreichen wir endlich den Eingang des Wanderweges, der gut ausgeschildert ist. Von dort geht es über gut gepflegte Wanderwege und Brücken tief in den Wald hinein, bis wir an einem kleinen Bach ankommen. Dort entdecken wir unseren ersten kleinen Wasserfall. Das Geräusch des Wassers wird uns noch lange begleiten.



    Hinter jeder Kurve entdecken wir weitere schöne Wasserfälle. Gegen 11 Uhr legen wir eine kurze Rast vor einem besonders schönen Wasserfall ein. Danach verlassen wir kurz die Schlucht und steigen steil den Berg hinauf, bis wir an einer Kreuzung ankommen. Links geht der Anfängerweg ab, aber wir folgen dem Schild nach rechts Takigoyama Chunanro滝子山 注難路. An steilen Stellen müssen wir unsere Hände zu Hilfe nehmen, um an Seilen den Weg zu meistern. „Besonders gefährlich finde ich die jetzt nicht!“, meint Ama zu mir und grinst mich an, während er hinaufklettert. Als wir um die nächste Kurve biegen, entdecken wir mehrere größere Wasserfälle, die von farbenfrohen Bäumen eingeschlossen sind. Vor jedem Schauspiel bleiben wir kurz stehen, um ein Foto zu schießen.



    Begeistert steigen wir immer höher hinauf und passieren die Abzweigung der Anfängerroute. Je höher wir steigen, desto klarer wird das Wasser. Ama füllt seine Wasserflasche und trinkt einen Schluck. „Lecker!“ Ich halte dagegen nur meine Finger in das kalte Wasser. Gegen 12 Uhr verlassen wir endgültig den Bach und steigen einen schmalen Pfad hinauf, bis wir einen Kamm erreichen.



    Auf dem breiten Weg rastet gerade eine Wandergruppe, die gerade ihr Mittagessen verspeist. Die Gruppe grüßt uns freundlich und fragt mich: „Wo kommen Sie denn her?“ Ama antwortet ihnen, bevor ich etwas sagen konnte. Wenige Minuten später erreichen wir einen Lärchenwald und einen kleinen Schrein, den Shiranui-jinja (白縫神社). Vor dem Schrein entdecken wir eine Geldbox und etwas abseits eine kleine Waschstelle. Von hier geht es noch steiler den Berg hinauf. Keine 5 Minuten später erreichen wir den 1610 m hohen Gipfel des Takigoyama 滝子山. Dort gibt es nicht besonders viel Platz, aber der Ausblick auf den Fuji und die grünen Berge der Yamanashi Präfektur ist einfach fantastisch.



    Wir gehen den gleichen Weg zur Kreuzung zurück und folgen ab jetzt den Schildern Richtung Hatsukari 初狩駅. Der steile Weg ist durch die herabfallenden Blättern ziemlich rutschig, so dass wir nur langsam vorwärts kommen. An einigen Stellen sind Seile angebracht, die uns den Abstieg erleichtern. Ab hier gibt es nur noch bergab, bis wir eine Wasserstelle mit zwei Bänken erreichen. Dort halten wir eine kurze Rast ab und füllen unser leeren Wasserflaschen auf. Schließlich geht es durch eine weitere Schlucht. Zahlreiche interessante Brücken helfen uns, den kleinen Bach immer wieder zu überqueren. Um 16 Uhr gehen wir auf einem breiten Feldweg durch einen Zedern-Wald. Hier folgen wir den Schildern Richtung Hatsukari 初狩駅 auf der abfallenden Straße. Auf der linken Seite entdecken wir den Schrein Ne 子神社. Seine Wasserstelle gefällt uns besonders, weil dort viele bunte Blätter drin liegen.



    Das Schild mit der Geschichte zum Schrein können wir leider nicht lesen, so dass wir sogleich aufbrechen. Von Weitem hören wir schon die Autobahn, die auf einer Brücke das Tal durchquert. Hinter der Brücke halten wir uns an der nächsten Kreuzung links und dann vor dem Lawson rechts. 100 Meter weiter erreichen wir den Bahnhof Hatsukari 初狩駅. Zufrieden setzen wir uns auf eine Bank und warten auf den Zug, der uns zurück nach Tokio bringt.

    Fazit: Insgesamt war dies eine spannende Wanderung, den ich Wasserfall-Liebhabern nur empfehlen kann.
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  12. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #92
    Wahnsinns-Aussichten: Gipfel Daibosatsurei 大菩薩嶺

    Der Berg Daibosatsurei 大菩薩嶺 ist der höchste Punkt im Gebirgszug Okuchichibu und liegt in der Präfektur Yamanashi. Er gehört zu den 100 berühmtesten Bergen Japans und eignet sich hervorragend als Tagesausflug von Tokio, um zum Beispiel die Aussichten auf den Fujisan und die Südalpen zu genießen.

    Hinweis: DaibosatsuREI = Berg, DaibosatsuTOGE = Pass

    ----

    Die Tour

    Dank einiger Zugverspätungen erreichen meine Begleiter (Toshi & Sa) und ich mit dem Auto erst gegen 10.30 Uhr den Parkplatz Kaminikkawadoge 上日川峠. Direkt am Parkplatz finden wir die Berghütte Lodge Choubei ロッヂ長兵衛. Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt haben, geht es auch schon los. Wir nehmen den Weg Richtung Daibosatsurei 大菩薩嶺.

    Wenige Minuten später stehen wir vor der Berghütte Fukuchanso 福ちゃん荘. Hier entledigen wir uns unserer Jacken. Toshi zeigt auf eine Hütte und sagt: „In der kannst du dir Anstecknadeln der umliegenden Berge für je 500 Yen kaufen und Suppen schlürfen.“ Vor der Hütte entdecken wir diese Statue.



    An deren Füße liegen mehrere Münzstapel. „Die Figur soll diesen Ort beschützen“, erklärt mir Toshi. Ab hier gibt es steil bergauf. Unterwegs erhalten wir einige gute Ausblicke auf den Fuji und die umliegenden Bergketten, so dass wir immer wieder stoppen, um die Aussicht zu genießen. Kurz vor dem Gipfel klettern wir nur noch über Felsen und Steine. Und endlich erreichen wir den Felsen Kaminariiwa 雷岩.

    Auf diesem sitzen mehrere Japaner. Nach dem Geruch zu schließen, kochen sie gerade Kaffee. Dann drehen wir uns um und sehen den Fuji und die umliegenden Bergketten. Wir sind sprachlos!



    Wow! „Von hier hast du die beste Aussicht, aber wir wollen erst kurz nach links zur Spitze vom Daibosatsurei 大菩薩嶺 gehen”, sagt Toshi. Der kurze Pfad führt uns durch einen dunklen Wald. Wir können sogar Schnee entdecken. Der 2057 m Daibosatsurei 大菩薩嶺 selbst ist leider komplett zugewachsen.

    Wir schießen nur schnell ein Gipfelschild-Foto und kehren zurück zum Felsen Kaminariiwa 雷岩. Hier setzen wir uns auf die Steine, packen unser Mittagessen aus und genießen die Aussicht. Leider geht ein ziemlich kalter Wind, so dass wir schnell wieder Richtung Daibosatsutoge 大菩薩峠 aufbrechen. Über den Kamm steigen wir langsam bergab. Die Wege sind etwas rutschig, so dass wir uns etwas mehr Zeit nehmen. An der nächsten Abzweigung steht zwar kein Schild, aber wir trauen uns trotzdem den Hügel Myoken-no-Atama 妙見ノ頭 zu besteigen. Ein schmaler Pfad führt uns zur Spitze.



    Auf der anderen Seite erhalten wir endlich einen Blick Richtung Norden. Dort sehen wir die Berge des Okutama Berglandes.
    Zurück an der Kreuzung folgen wir dem Kamm zu einer kleinen Schutzhütte Sainokawahara さいの河原. Vor der Hütte entdecken wir ein großer Steinhaufen, den im Laufe der Jahre Wanderer aufschichteten.



    Über die nächste Kuppe können wir bereits die nächste Berghütte Kaizanso 介山荘 und den Pass Daibosatsutoge 大菩薩峠 erkennen.



    An der Hütte treffen wir auf einen Wanderer, die gerade eine Pause einlegen. Neben dem Schild Daibosatsutoge 大菩薩峠 entdecken wir auch eine kleine Ansammlung kleiner Mönch-Statuen.



    Praktischerweise gibt es auch gleich eine Geldbox, in die man seine Münzen werfen kann. Hinter der Hütte wählen wir an der Abzweigung den Weg zwischen der Hütte und dem Toilettenhäuschen. Der abfallende Schotterweg führt uns durch einen Zedern-Wald zu der Berghütte Syouennsou 勝緑荘, die aber verschlossen ist. Wir überqueren eine kleine Brücke, steigen die Straße hinauf und passieren die verlassene Berghütte Fujimisanso 富士見山荘, bis wir erneut die Berghütte Fukuchanso 福ちゃん荘 erreichen. Dann gehen wir den gleichen Weg zurück zum Parkplatz.

    Fazit: Die Wanderung an sich ist schön, aber die Aussichtigen gerade im Winter sind einzigartig! Empfehlenswert!
    Geändert von Bluewater (22.12.2015 um 02:24 Uhr)
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  13. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #93
    Der Berg Nodake 能岳

    Die Wanderung

    Was gibt es schöneres, als bei gutem Wetter in den Bergen unterwegs zu sein? Und so machten wir uns auf dem Weg nach Uenohara. Nach einer kurzen Zugfahrt von Tokio erreichten wir um 11.30 Uhr den Bahnhof Uenohara 上野原駅. Dort stand bereits ein Bus Richtung Arai新井 bereit. Das hilfsbereite Personal kommt uns gleich entgegen, steckt uns zwei kostenlose Wanderkarten in die Hand und setzt uns freundlich in den Bus. Kurze Zeit später erreichen wir die Endhaltestelle Arai新井バス停. Dort bezahlt jeder 260 Yen und wir steigen aus. Immer wieder entdecken wir Hinweisschilder, die Richtung Nodake 能岳 und Yaeyama 八重山 zeigen. Wir ignorieren diese, bis wir auf den Schrein Hachimangu 八幡宮 treffen.



    Dieser gehört zu den 30.000 Schreinen des berühmten Shinto-Schreins Hachiman-gu in Kamakura in der Präfektur Kanagawa. Wenige Schritte weiter kommen wir an eine Kreuzung mit mehren Hinweisschildern an. Dort folgen wir dem Schild nach rechts Richtung ➀ Nodake Yaeyama. Wir ziehen unsere Jacken aus und stampfen gut gelaunt den steilen Pfad hinauf. Nach einigen Metern verwandelt sich er sich in einen schönen Waldweg. Einige Schritte weiter stehen wir auf dem 543 m Berg Nodake 能岳. Leider gibt es keine Aussicht. Enttäuscht steigen wir einen steilen Pfad hinab und stehen plötzlich vor einem kleinen Stein.



    Die Figur trägt einen lustigen Hut(?) und seine Hände sind gefaltet. Die Figur stellt die Gottheit Kshitigarbha dar. An Stellen, an denen schwere Unfälle passiert sind, werden sie aufgestellt, damit die armen Seelen von dieser Gottheit in die Unterwelt gebracht werden. Kurz verneigen wir uns, um der Figur unseren Respekt zu zollen, dann folgen wir den Schildern Richtung Berg Yaeyama 八重山. Etwas außer Atem erreichen wir einige Minuten später den Berg Yaeyama 八重山.



    Von dort erhalten wir eine Aussicht Richtung Präfektur Kanagawa. Dann setzen wir unseren Weg auf der anderen Seite des Platzes Richtung Yaeyama Tenbodai 八重山展望台 fort. Wir steigen zahlreiche Treppenstufen hinab, bis wir vor einem Glockenhaus stehen.



    Mutig ziehen wir an der Schnur und ein heller Ton erklingt, den man sicher weit hören kann. Dahinter bemerken wir eine Aussichtsplattform. Von dort erhalten wir eine wunderschöne Aussicht Richtung Präfektur Kanagawa und den Fujisan.



    Begeistert schauen wir uns das Panorama an und betrachten die Bergprofile, die auf mehren Karten erklärt werden. Gegen 14 Uhr erreichen wir das Ende dieses Wanderweges, einen Parkplatz mit WC und die Mittelschule Uenohara chugakukomae 上野原中学校. Von hier an müssen wir jedes Schild suchen, da der Weg nur noch mäßig ausgeschildert ist. Auf einem Friedhof gehen wir mitten durch die Gräber, immer auf dem Hauptweg, leicht bergauf, bis wir an einer Treppe ankommen. Dort besteigen wir den Hügel und erreichen einen großen Rastplatz, einen kleinen Schrein und ein Shinto-Tor.



    Wir gehen durch das Tor und steigen den Berg Akibayama 秋葉山 hinauf. Oben angekommen, erwartet uns der Schrein Akibara-jinja 秋葉神社, der nach dem Feuergott Akiba benannt wurde.



    Mein Begleiter erklärt mir: „Übrigens das berühmte Anime-Stadtviertel Akihabara wurde auch nach ihm benannt. Im Jahre 1869 brannte das gesamte Stadtviertel nieder, um weitere Feuer zu vermeiden, ehrten die Bewohner den Feuergott, in dem sie das Stadtviertel nach ihm benannten.“

    Wieder etwas dazu gelernt! Wir steigen langsam den Berg herab und folgen bzw. suchen die Schilder zu unserem nächsten Ziel. Über Forstwege, an Zäunen und vorbei an großen Silos geht es auf einem Kamm zum Berg Nehonyama 根本山. Dort stehen mehrere Steindenkmäler und eine Unterstand. Sonst leider nichts spannendes. Wir folgen dem Schild nach rechts Richtung Bahnhof Uenohara 上野原駅. Über eine längere Treppe erreichen wir den Bahnhof Uenohara 上野原駅. Etwas müde und erschöpft setzen wir uns in den Zug und fahren heim.

    Fazit: Die Wanderung ist ideal für Anfänger. Im Winter gibt es keinen Schnee und keine störenden Blätter, so dass du weit blicken kannst.
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  14. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #94
    [JP] Schöne Schneehänge am Berg Momokurasan 百蔵山 und Berg Ougiyama 扇山

    Jetzt wollte ich es mal richtig wissen und eine längere Schnee-Wanderung in Japan machen! Einen Tag später wählte ich die Berge Momokurasan 百蔵山 und Ougiyama 扇山 aus, weil von beiden Gipfel der Ausblick auf den Fuji einfach bahnbrechend sein soll. Pünktlich um 8.53 Uhr treffen meine Begleiter (Peter) und ich am Bahnhof Saruhashi 猿橋駅 ein. Peter lebt schon länger in Japan und ist mit einer Japanerin verheiratet. Mittlerweile arbeitet er an der japanischen Börse. Spontan verabredeten wir uns zu dieser „kleinen“ Wanderung.

    Nach einem kurzen Gespräch zogen wir auch schon los. Wir treten aus das Bahnhofsgebäude durch den Nordausgang 北口 hinaus und folgen der nördlichen Straße, bis wir auf die Landstraße 20 treffen. Dort entdecken wir das erste Hinweisschild Momokurasan 百蔵山 auf der anderen Straßenseite und biegen nach rechts ab. Auf der linken Seite passieren wir den Schrein Mishima Daimyojin 三島大明神.



    Der dem gleichnamigen Gott gewidmet ist. Der Ursprung seiner Verehrung beginnt wahrscheinlich in der Nara-Zeit (740–745 ). Doch genaueres ist unbekannt. Direkt vor dem Schrein fallen uns die beiden Hunde auf. Das sind sogenannte Komainu, die böse Geister abhalten sollen. In der Regel hat der eine Hund einen geöffneten Mund, das soll der Anfang darstellen,und der andere einen geschlossenen, das soll das Ende sein. Interessanterweise stammt diese Symbolik aus dem Buddhismus und gehört eigentlich nicht zum Shinto. Mehr dazu hier.

    Wenige Schritte weiter treffen wir auf eine kleine Gott Kshitigarbha-Statue.



    Vor dieser liegen noch zwei Mochi-Reiskuchen, die wohl noch vom Neujahrsfest übrig geblieben sind. Etwas weiter oben sehen wir auf der linken Seite das rote Tor vom Schrein Kasugamiya 春日宮.



    Neugierig passieren wir das Tor und steigen die Steintreppe hinauf. Oben erwartet uns wieder zwei grimmige Komainu-Hunde, sonst sieht der Schrein ziemlich verlassen aus. Etwas enttäuscht gehen wir zurück zur Straße und setzen unseren Weg fort. Ab dieser Stelle geht es im Zickzack langsam bergauf. An einigen Stellen ist es etwas glatt, aber auch noch ohne Grödel/Eisen schaffbar. Genau zwei Stunden später, nachdem wir vom Bahnhof losgegangen sind, treffen wir auf dem Gipfel des Berg Momokurasan 百蔵山 ein. Dort halten sich bereits einige Japaner auf, die uns freundlich grüßen.Peter und ich wollen das obligatorische Gipfelfoto schießen, können uns aber nicht entscheiden, welches wir nehmen sollen.



    Zur Auswahl haben wir ganz viele Schilder... Vermutlich ist hier zur Hauptsaison so viel los, so dass der Berg gleich mehrere Schilder braucht? Wir setzen uns ins Gras und bestaunen den Fuji, während wir unser Mittagessen auspacken.



    Der Fuji glitzert geheimnisvoll in der Sonne. Der Momokurasan Gipfel ist dagegen komplett schneefrei. Nach dieser kurzen Pause setzen wir unseren Weg fort. Nur kurz werfen wir einen Blick auf den rutschigen Abhang, schon packen wir unsere Grödel und Trekkingstöcker aus.



    Da wir beide zum ersten Mal Grödel anziehen, ist der erste Schritt etwas gewöhnungsbedürftig. Tatsächlich kommen wir deutlich schneller und sicherer voran. Erstaunlicherweise sind einige Stellen vom Weg komplett schneefrei und andere dagegen eher nicht. Wenige Minuten später stehen wir auf dem Berg Ougiyama 扇山.

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    Dort erwartet uns 20 cm Schnee, der uns etwas verlangsamt. Das Herumlaufen im Schnee macht Spaß! Die Aussicht ist klasse, aber der Fuji ist mittlerweile von einer Dunstwolke eingehüllt.. Die Zeit drängt uns weiter und sind überrascht, wie wenig Schnee auf der Süd-Seite des Berges liegt. Der Abstieg gestaltet sich so deutlich einfacher und wir ziehen unsere Grödel aus. Die ersten Schritte ohne unsere Helfer fühlen sich sogleich ungewohnt an. Im Zickzack geht es bergab, bis wir vor dem kleinen Schrein Yama-no-jinja 山ノ神社 stehen.



    Peter kramt zwei 1 Yen Münzen heraus und gibt mir eine. Wir werfen die Münzen in die Geldbox und nehmen uns Zeit, kurz zu beten. Weiter geht es durch einen dunklen Zedern-Wald. Leider sind dort noch einige Stellen vereist, so dass wir etwas langsamer gehen müssen. Irgendwann sehen wir das Haus der Manager des Berges Ougiyama-Kanri 扇山管理.Daneben steht eine Kannon-Statue und eine Steintafel, die wir nur schwer lesen können.



    Sie wurde im Jahre 1907 errichtet und soll den Menschen auf den Bergen beschützen. Über eine Straße erreichen wir den Bahnhof Torisawa 鳥沢駅. Glücklich und fertig fahren wir heim.

    Fazit: Die Wanderung ist eine ziemliche Herausforderung, da es ziemlich steil bergauf und bergab geht. Im Winter unbedingt Trekkingstöcker und Grödel einpacken!
    Mehr Informationen und Fotos zu diesem Beitrag und Japan gibt es hier:

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  15. AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #95
    Ich finde eure Bilder alle sehr schön da werden Erinnerungen wach. Bisher habe ich auf meinen Japanreisen nie die Zeit zum Wandern gefunden und bin eher innerhalb von Tokio geblieben. Wenn ich eure Beiträge lese, dann packt mich sofort wieder das Reisefieber.

  16. Gesperrt Neu im Forum

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    AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #96
    Die Bilder sind der Hammer! Bin immer so neidisch wenn ich hier in diesem Forum stöber

  17. Neu im Forum
    Avatar von Wildlife84
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    AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #97
    Vielen herzlichen Dank für die tollen Fotos und die schönen Berichte!
    Als ich mich hier angemeldet hatte, habe ich kaum gehofft, etwas
    zu Wandern und Klettern in Japan zu finden - ein Thema, das mich sehr
    interessiert - und ich bin sehr froh, dass mich dein Reisebericht eines
    Besseren belehrt hat! Macht definitiv Lust, diese lange Reise ebenfalls
    auf sich zu nehmen!

    Viele Grüße,
    Wildlife84

  18. Gesperrt Neu im Forum

    Dabei seit
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    AW: [JP] Wanderungen in Japan

    #98
    Atemberaubend!

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