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  1. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #1
    Mitreisende: Philipp
    Für die diesjährigen Herbstferien konnten wir die Kinder weder für eine Radtour noch für eine Kanureise begeistern, so daß nur das Wandern übrig blieb. Schon länger waberte der verheißungsvolle Begriff „Val Grande“ in meinem Kopf herum und zog mich – der ich mich lieber nach Norden als südwärts wende – irgendwie an. Ich spürte, daß dieses Große Tal etwas bereithielt, das ich beim Wandern stets suche. Das Forum half mir beim Recherchieren, und über ein liebes Forumsmitglied kamen wir kurzfristig aber noch rechtzeitig an eine Wanderkarte und den Wanderführer schlechthin („den Thelesklaf“). Mit unseren beiden Kindern (4 und 6 Jahre alt) wollten wir die klassische Durchquerung des Nationalparks von Malesco im Nordosten nach Premosello im Südwesten wagen und uns so einen ersten Eindruck von dieser Gegend machen.

    18.10.2014 Anreise nach Malesco

    Gesagt getan, Rucksäcke gepackt, Zugfahrkarten gekauft und in Malesco für den Anreisetag ein Zimmer gebucht – doch am Vortag der Abreise kam die Ernüchterung: völlig unerwartet kündigte die GDL einen Streik an, der vermutlich das Bahnwesen fast zum Erliegen bringen würde. Und das, obwohl an diesem Wochenende in einigen Bunddesländern Herbstferien sowohl begannen als auch endeten! Doch ein Blick ins Netz am späten Vorabend vor unserer geplanten Abreise ließ Hoffnung aufkeimen, denn unser ICE war als nicht vom Streik betroffen gemeldet. Am nächsten Morgen wurde diese Aussage bestätigt, allerdings fuhr die zubringende Regionalbahn nicht. Also setzten wir uns ins Auto nach Mannheim, stellten es dort in Bahnhofsnähe ab und warteten gespannt am Bahnsteig auf unseren Zug. Und er kam tatsächlich! Los ging’s also streßfrei über Basel nach Locarno am Lago Maggiore und von dort am späten Nachmittag mit der Centovalli-Bahn nach Malesco, wo wir bei Einbruch der Dunkelheit eintrafen. Schnell hatten wir unsere Herberge, das Bed & Breadfast Val Grande, gefunden, machten noch einmal los auf ein Abendgetränk und eine Pizza in die örtliche Bar und schliefen dann unserem Abenteuer entgegen.

    19.10.2014 Fondo di Gabbi/La Cascina – Alpe Scaredi

    Unser erster Wandertag begann damit, daß uns der wohlmeinende Herbergsvater bis nach Fondo di Gabbi fuhr, was uns einen mühsamen und langweiligen Anmarsch größtenteils über die Straße ersparte. Nun sollte es also losgehen! Die mit Schlaf- und Kochutensilien, Kleidern und vor allem Proviant für eine ganze Familie beladenen Rucksäcke drücken zunächst lästig auf den Schultern, wir trösten uns aber mit der Aussicht auf Eingewöhnung und schleichende Erleichterung in den kommenden Tagen. Schnell ist der Talschluß erreicht und der steile Aufstieg zur Alpe Scaredi beginnt. Der Weg windet sich gemächlich nach oben, wir kreuzen dabei ein paar kleine Bäche mit kristallklarem Wasser und genießen immer wieder den Ausblick auf die Bergwelt im Norden. Zahlreiche Wanderer überholen uns, auffallend häufig mit Hunden, ihr geringes Gepäck läßt allerdings auf Tagestouren ohne Übernachtung in „unserem“ Bivacco schließen.

    Die Alpe Scaredi liegt panoramabegünstigt auf einem kleinen Sattel mit Blick nach Norden und Süden und angesichts des strahlenden sonntäglichen Sonnenscheins nimmt es nicht wunder, daß zahlreiche Wanderer an diesen Ort den warmen Herbsttag genießen, sich von der Sonne bescheinen lassen und ihre Wasserflaschen auffüllen. Wir breiten schon mal auf dem Dachboden des Bivacco unsere Matten aus und machen uns dann nochmal auf, die Cima della Laurasca zu erklimmen. Unverständlicherweise haben die Kinder heute allerdings schon genug vom Laufen und ziehen es vor, nicht den gesamten Weg zum Gipfel zu gehen, sondern mit Mama auf halbem Weg in der Sonne zu warten. Derweil eile ich auf die Cima mit der Hoffnung auf den vielgerühmten Blick auf den großen See und bis Mailand, doch erwartet mich anstelle des Sees sogar ein Meer – ein aus weißen Wolken wallendes Meer, daß unterhalb des Gipfelkammes anbrandet und aus dem zahlreiche kleine Berginseln hervorlugen.



    Das Alpenpanorama ist gigantisch, beherrscht vom weißen Monte Rosa-Massiv reihen sich die Gipfel der großen Alpengipfel aneinander. Auf meinem kleinen Berg geht kein Lüftchen und ich könnte stundenlang sitzen und in die Ferne blicken, aber die Familie soll nicht zu lange auf mich warten.
    Das Bivacco teilen wir schließlich mit zwei jungen Italienern und einigen Siebenschläfern, die nachts unseren leichten Schlaf stören.




    20.10.2014 Alpe Scaredi – Alpe Straolgio

    Durch die früh aufbrechenden Italiener geweckt erhebe auch ich mich früh von meinem Lager und werde dafür mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang belohnt.



    Während unser Bivacco noch im Schatten liegt, leuchtet das Monte Rosa-Massiv in zunehmend warmen Farben über dem weichen Talnebel auf und verspricht einen großartigen Tag. Der soll heute nicht lang werden, sondern uns nur zum nahe gelegenen Bivacco Straolgio führen. Es zeigt sich, daß Karte und Wirklichkeit voneinander abweichen, nichtsdestotrotz kann man sich bei guter Sicht eigentlich nicht verlaufen, obwohl das Bivacco erst recht spät vom Weg aus einsehbar ist.



    Ungefähr in der Wegmitte zweigt teilt sich der Weg in einen linken etwas abführenden und einen rechten aufsteigenden Ast, der zusätzlich zum neu gepinselten Wanderzeichen mit mehreren Pfeilen versehen ist. Der linke dürfte der direkteste Weg sein, wir entscheiden uns aber für den rechten, der uns näher an den Bergkamm führt und von wo aus wir noch ohne die Rucksäcke auf den Pizzo Stagno steigen wollen. Unterwegs schrecken wir einige Gemsen auf, dann lassen wir unser Gepäck am Weg liegen und steigen über einen mit roten Punkten markierten Weg zum Bergrücken auf. Der Blick vom Pizzo Stagno eröffnet großartige neue Ausblicke in Richtung der großen, weißen Gipfel und Gletscher im Westen und Norden und in weite Bereiche des VG-Nationalparks. Unbedingt empfehlenswert!

    Wieder an unseren Rucksäcken laufen wir noch eine Viertelstunde bis wir in Straolgio ankommen, allerdings nicht ohne vorher am Bach eine ausgiebige Spiel- und Badepause eingelegt zu haben. Straolgio ist mittlerweile auch zu einem Stützpunkt der Nationalparkranger ausgebaut, von denen gerade zwei für eine Woche dort sind, um größer angelegte Maßnahmen gegen die Verbuschung durchzuführen. Die Berghänge werden hier zügig von Erlen- und Weidengebüsch und vom Seidelbast zurückerobert, und in wenigen Jahrzehnten wäre hier wahrscheinlich kein Durchkommen mehr. Daher wird dieses Buschwerk mittels Motorsäge zurückgedrängt. Stellenweise werden große Haufen Astwerk verbrannt, was das Feuerverbot im NP etwas in Frage stellt.

    An der Alpe angekommen, treten wir zielsicher in das erste und größere Haus ein – um dann festzustellen, daß das Bivacco für die Wanderer die innen deutlich heruntergekommenere Hütte gegenüber ist. Die beiden Motorsäger (beide gebürtige Rumänen, aber schon seit Jahren in Italien wohnhaft) wollen es aber nicht zulassen, daß wir mit den Kindern in diesem Schuppen übernachten und nötigen uns förmlich, in ihrem Haus zu übernachten. Der eine von ihnen, der heute anscheinend den Hausmannstag hat, hatte sogar bereits vorgekocht und stracks stehen vor uns Teller mit dampfendem Kartoffel-Huhn-Speck-Eintopf und Brot. Wir sind ein wenig verlegen, und glücklicherweise sind die Kinder in diesen Dingen unbedarfter und beginnen ungeniert zu mampfen während in der Stube der Holzofen bollert. Ich ärgere mich nun, den eingeplanten Schnaps zuhause gelassen zu haben, und so steuern wir zum Nachtisch wenigstens eine Tafel Schokolade bei, viel mehr haben wir nicht. Die beiden Ranger scheinen aber nicht die großen Süßmäuler zu sein…
    Auf dem Boden ihres Hauses bauen wir uns aus Bettgestellen und Matratzen unsere Schlafstatt und sinken bald, nachdem es dunkel geworden ist, in den Schlaf.

    21.10.2014 Alpe Stralogio – Alpe In la Piana

    Bereits am frühen Morgen verabschieden sich unsere beiden Gastgeber in den Busch und zu ihren dort wartenden Motorsägen, wir frühstücken noch in Ruhe und brechen dann auf, um unser heutiges Etappenziel, die Alpe In la Piana zu erreichen. Durch herbstlich gefärbte Hänge steigen wir auf schmalen Pfaden zunächst ab zur Alpe La Balma, von der nur noch ein paar wenige Ruinen künden. Immer wieder kreuzen kleine Bächlein unseren Weg, wir bahnen uns vorwärts durch kindshohes Gras und Farn, bis wir in der Talsohle angekommen auf einen recht gut ausgebauten, teilweise mit Stufen versehenen Weg stoßen, dem wir weiter absteigend folgend.
    Gegen Mittag kommt hat sich die Sonne so wärmend durch die Wolken gekämpft, daß wir uns sogar zu einem Bad in den wunderbaren Badegumpen kurz vor der Alpe Boschelli hinreißen zu lassen. Herrlich ist es, heute und hier ausreichend Zeit zum Müßiggang und keinen großen Druck zu haben. Nach langer Plantschpause kommen zwei junge Frauen vorbei, die aber heute noch bis hinauf zur Alpe della Colma wollen und daher nur wenig Verweilzeit einplanen können. Wir schätzen, daß sie ihr Ziel kaum noch bei Helligkeit erreichen werden.





    Der Abstieg zum Fluß vor In la Piana verläuft durch herbstgelichteten Buchenwald, knietiefes, raschelndes Laub und beginnt, sich zum Schluß ein wenig zu ziehen. Unten am Fluß angekommen, böten sich abermals schöne Badegelegenheiten, aber die Sonne hat sich schon aus dem Tal zurückgezogen und es beginnt schnell, deutlich kühler zu werden. Die mittlerweile wieder in guten Zustand versetzte Hängebrücke läßt uns den Fluß leicht queren.





    In In la Piana, im Zentrum des Parkes, sind wir alleine, auch die Ranger haben ihr Quartier verlassen und verrammelt, und über dem friedlichen, einsamen Ort liegt etwas unheimliches. Wir wählen eines der kleinen Häuser für uns aus und mit Hilfe meiner kleinen Säge und der hier lagernden, halb verrosteten Heppe mache ich Holz für den Ofen fertig, der unsere Hütte bald angenehm wärmt.






    Wir kochen auf unserem Gaskocher unser Essen, zur Freude der Kinder gibt es einen Pudding hinterher, dann legen wir uns bald schlafen.

    22.10.2014 In la Piana – Alpe della Colma

    Über Nacht ist die Temperatur deutlich gefallen, draußen fallen zaghaft kleine Schneeflöckchen aus einer dünnen Wolkendecke, hinter der aber ein klarer Tag erhofft werden kann. Wir heizen nochmal kurz den Ofen an, bevor wir frühstücken und unsere Sachen packen, dann räumen wir die Hütte auf und machen uns durch den Buchenwald auf in Richtung Alpe de la Colma.



    Als wir oberhalb des Val Gabbio stellenweise ins Freie kommen, empfängt uns ein kalter und kräftiger Wind, der einen Vorgeschmack auf das gibt, was noch kommen soll. Dieser Wind fegt aber auch den Himmel klar, der zunehmend blau wird und eine überwältigende Sicht verspricht. Kurz vor dem Bivacco Alpe Val Gabbio überqueren wir den Fluß, widersagen aber der - heute geringen – Versuchung, ein Bad in der schönen Gumpe zu nehmen. Nach einer kurzen Pause hinter der Brücke beginnt der steile, sich in Serpentinen windende Abstieg zu unserem Tagesziel. Wieder schaufeln wir uns durch mächtige Haufen aus raschelndem Herbstlaub, in dem die Kinder mühelos verschwinden könnten. Nach einem kleinen Sattel, auf dem auch Ruinen ehemaliger Alpen stehen, steigen wir wieder etwas weiterhin durch den Buchenwald ab, bevor wir diesen verlassen und in die nun strahlende Sonne treten. Im Windschutz von ein paar Büschen pausieren wir ausgiebig und genießen die Wärme auf der Haut, dann raffen wir uns zum steilen Anstieg auf. Ab der Alpe Serena beginne ich, etwas Holz zu sammeln, denn ich erwarte in Colma angesichts der ausgesetzten Lage keine großen Vorräte. Die Holzstangen am Rucksack und das immer dicker werdende Bündel in meiner Hand lassen mich zunehmend keuchen, denn der Weg ist steil und fordert schon ein wenig meine Kräfte. Ausgerechnet hier führt unsere Kleine mit ihren 4 Jahren die Truppe an, während der Große (6) immer wieder etwas aufgemuntert werden muß. Angesichts des Windes verbieten sich Pausen im Schatten der umliegenden Berge von selbst, und das eine oder andere Bonbon hilft, ihn auf Trab zu halten.
    Kurz vor der Hütte kommen wir an einem vereisten Brunnen vorbei, dann stehen wir vor der Tür und retten uns flugs vor der Kälte des Windes in die recht gemütliche Hütte. Ich säubere ein paar Ecken von Unrat, säge mein Holz und hacke etwas von den Vorräten, dann brennt bald der Ofen und beginnt, unsere Bleibe etwas aufzuwärmen.








    Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bekommen wir noch Besuch von einer Deutschen, die sich allein auf den Weg in umgekehrter Richtung gemacht hat, und so wird der Abend ein wenig geselliger.
    Der starke Wind frischt immer weiter auf und pfeift und heult um das steinerne Haus, daß einem Angst und Bange wird. Er rüttelt solange an einem Fenster auf dem Dachboden, bis sich der Riegel gelockert und der Sturm das Fenster aufgedrückt hat, als wolle er unbedingt hereinkommen. Wir sperren ihn wieder aus, indem wir den Riegel mit einem Abwaschschwamm sichern (ob die späteren Gäste den Sinn dieses Schwammes an dieser Stelle nachvollziehen können?). Müssen wir hinaus zum Pinkeln, wird das zur Herausforderung, vor allem mit den Kindern, die der Wind wegzutragen droht und die sich entsprechend fürchten. Für Augenblicke wirkt der Abzug des Ofens wie eine Wasserstrahlvakuumpumpe, und der Sturm setzt die Hütte unter Unterdruck, der uns die piepsenden Ohren verstopft. Unsere Nacht wird entsprechend unruhig und der Schlaf nur leicht, bis wir am Morgen bei deutlich abgeflautem Wind aufstehen.

    23.10.2014 Alpe della Colma – Colloro

    Von zuhause hatten wir schon ein Quartier in Vogogna reserviert, wo wir unsere Wanderung ausklingen lassen wollten. In einem Stück würden wir das aber kaum schaffen, weshalb wir heute nach Colloro absteigen wollen, in der Hoffnung, dort noch eine Unterkunft zu bekommen. Der Abstieg ist steil, verläuft aber auf angenehmem Weg. Der Hang in unserem Rücken bietet uns schnell Windschutz, nach kurzer Zeit laufen wir im strahlenden Sonnenschein und erfreuen uns an diesem goldenen Oktobertag.



    Oberhalb der Alpe La Piana machen wir noch ausgiebig Rast an einem Bach, ehe wir die letzte Teiletappe des Tages in Angriff nehmen, vorbei an zu Ferienhäusern umgebauten Alpen und ab La Piana leider größtenteils auf Asphalt. An allen diesen Alpen sprudelt Wasser fröhlich aus kleinen Brunnen, an denen wir uns mit den dort aufgehängten Schöpfkellen erfrischen.



    An der Kapelle der Alpe Lut drängt sich ob der Aussicht eine weitere Rast auf, während der wir die Nachmittagssonne auf unserer Haut genießen. Hier haben wir Netzempfang und können die örtliche Pension erreichen, die allerdings für uns vier keinen Platz mehr hat und uns ans Circolo veweist, was auch immer das ist. Bald haben wir Colloro erreicht und machen uns auf die Suche nach dem Circolo. Eine alte Frau, die an der Bushaltestelle wohl darauf wartet, daß irgendetwas passiert, erklärt uns in einem sich wiederholenden Redeschwall den Weg, jedoch ohne daß wir etwas davon verstanden hätten. Zu allem Glück muß der Große nun absolut dringend aufs Klo und meint, bald in die Hose zu machen. Also streben wir dem Ortsteil, den wir für das Zentrum halten, entgegen und fragen eine Frau mit Tochter, der wir zumindest grundlegende Fremdsprachenkenntnisse zutrauen, nach dem Weg. Bevor sie ihre Erklärung zu Ende gebracht haben, fordern sie uns der Einfachheit halber einfach auf, Ihnen dorthin zu folgen, wo sie gerade her kamen und führen uns zum Circolo. Das Circolo ist eine Mischung aus Ortsversammlungshaus, Kneipe und Gasthof und bietet Essen und Zimmer zu günstigen Preisen an. Die Wirtin ist bereits über unser Kommen informiert und führt uns, begleitet von zahllosen italienischen Erklärungen und Beteuerungen auf unser Zimmer. Das Zimmer ist piccobello sauber, angenehm eingerichtet, hat ein modernes Bad und Zugang zu einer Riesenterrasse. Flugs ist noch ein Zustellbett aufgestellt und Platz für uns viere geschaffen (die Kleine schläft bei uns im Bett). Dann geht’s runter zum Abendessen, auf das sich die Kinder schon so lange gefreut haben. Salat, Pastasciutta und zum Abschluß ein Eis aus der Truhe sind die Belohnung für ihre Tapferkeit und Ausdauer und werden hungrig verspeist. Und Papa erfreut sich an kühlem Bier, das heute ganz besonders schmeckt.





    24.10.2014 Colloro – Vogogna

    Unser letzter Wandertag steht an und führt uns auf halber Höhe entlang ehemaliger Alpen in das Städtchen Vogogna. Wieder strahlt die Sonne vom Himmel, während wir durchs Herbstlaub der zahllosen Kastanienbäume, die früher hier auf Terrassen angepflanzt wurden, rascheln. Nach dem größtenteils als Ferienhaussiedlung übriggebliebenen Weiler Alpe Capraga tauchen wir noch einmal tiefer in die Vergangenheit ein und passieren zahlreiche Ruinen, die Geschichten eines einfachen, armen Lebens mit Ziegen, Schafen und Kastanien erzählen. An vielen dieser Häuser sind die Dächer eingestürzt, und die Natur wischt die Spuren harter menschlicher Arbeit wieder langsam aus, aber so manches Haus und so mancher Stall ist vom Verfall noch verschont geblieben und erlaubt Einblicke in eine Zeit, die uns unendlich lange her erscheint, es aber gar nicht ist. Die Kastanien greifen mit ihren Trieben nach dem Weg, verschütten ihn mit ihrem Laub und lassen erahnen, wie schnell die ganze Gegend wieder unzugänglich werden würde, wenn Menschen nicht wenigstens etwas gegen die Verbuschung tun würden. Die für heute angegebene Gehzeit von 3 Stunden zieht sich scheinbar ewig in die Länge, Vogogna liegt zwar schon sichtbar zu unseren Füßen, scheint aber nicht näher zu können. Das letzte Wegstück wird von einem Schilderwald mit allerlei klugen Sprüchen ausgeschmückt, die irgendein Hobbyphilosoph - nebst Klappstühlen an aussichtsreicher Stelle – hier angebracht hat. Es ist schon früher Abend, als wir endlich Genostredo oberhalb von Vogagna erreichen, doch der Weg zieht sich noch weiter. Ab dem Festungsturm La Rocca führt ein geologischer und historischer Lehrpfad wieder direkt gen Premosello und läßt uns ob der italienischen Unfähigkeit, Wege sorgsam und schlüssig auszuschildern verzweifeln. Ich versuche, meine mittlerweile etwas ungeduldige Rotte mit der Auskunft, daß unsere Pension dem Ortsende, auf das wir uns zubewegen, liegt zu beruhigen, kann aber nur Teilerfolge erzielen. Doch noch rechtzeitig vor Premosello weist doch noch ein Schild in die richtige Richtung und bald erreichen wir unsere Bleibe. Das B&B del Viandante wird von einer jungen Familie geführt, die ein Zimmer ihrer Wohnung an Reisende vermietet. Zunächst erscheint es uns etwas ungewohnt, direkt neben dem elterlichen Schlafzimmer untergebracht zu sein und das Familienbad zu nutzen, dann gewöhnen wir uns aber schnell daran und sind bald in das italienische Familienleben integriert, was seinen ganz eigenen Reiz hat. Zum Essen gehen sind wir heute zu faul, weswegen wir es vorziehen, in der Küche unserer Gastgeber die letzten Reste der Rucksackverpflegung zuzubereiten, die wir am knisternden offenen Kamin des Hauses dankbar genießen.

    25.10.2014 Lago Maggiore

    Schon zu Hause ward der Gattin ein Ausflug an den Lago versprochen, zu dem wir uns heute aufmachen. Glücklicherweise hat uns unser Gastgeber Felice die passenden Zugverbindungen im Internet herausgesucht, denn einen Fahrplan sucht man am heruntergekommenen Bahnhof des Ortes vergebens (Tu felix, Germania!). Aber die ebenso heruntergekommene Bimmelbahn läuft pünktlich ein, der Schaffner verkauft uns wie von Felice vorausgesagt anstandslos eine Fahrkarte und kurze Zeit später steigen wir im Touristenort Stresa aus, um noch einmal südländischen Flair in uns aufzunehmen. Ganz nett hier, kann man, muß man aber nicht gesehen haben ist mein Fazit, aber versprochen ist versprochen. Immerhin hat Stresa einen Bahnhof mit Fahrplanaushängen und einem Fahrkartenautomat, so daß sich der geneigte Bahnreisende selbst behelfen kann.
    Nach intensiven Fußballspiel mit dem Sohn unserer Gastgeber besuchen wir am Abend zum Abschluß unserer Wanderwoche in Vogogna die örtliche, empfehlenswerte Pizzeria, wo in dem ansonsten halb ausgestorben wirkenden Örtchen heute Abend der Bär steppt. Sogar Kinder, von denen wir bislang in Italien nur wenige Exemplare gesehen haben, werden angeschleppt - es gibt sie also doch!

    26.10.2014 Heimreise

    Wir frühstücken früh, während der größte Teil der Gastgeberfamilie noch in den Betten liegt und machen uns dann auf zum Bahnhof. Mit Umstieg in Domodossola und Bern kommen wir entspannt wieder in Mannheim an, wo unser Auto auf uns wartet.

    Unser Fazit nach dieser Tour:

    Der NP Val Grande bietet eine Vielzahl an wunderbaren Wandermöglichkeiten und ist mehr als nur einen Besuch wert. Wir werden sicherlich noch einmal wiederkommen.
    Der Oktober hat sich für uns als ideale Reisezeit herausgestellt. Es ist verhältnismäßig wenig los, so daß es in den Bivacchi nicht unbedingt eng wird, Wasser war überhaupt kein Problem, was allerdings auch dem eher nassen südländischen Sommer zuzuschreiben ist. Das Wetter gilt im Oktober als recht stabil, die Herbstfarben sind wunderbar – was will man mehr?
    Die von uns benutzten Bivacchi sind zwar einfach, aber keineswegs abschreckend, leider ist die Toilettenfrage nicht gelöst und die Wanderer aufgefordert, unterwegs die Wälder „zur Verrichtung ihrer Notdurft“ (was für ein herrlicher Ausdruck!) aufzusuchen. Da das bedauerlicherweise nicht alle tun, ist das Thema Hinterlassenschaften stellenweise etwas unangenehm (mir scheint, daß die Parkverwaltung noch kein klares und in sich schlüssiges Bewirtschaftungskonzept für den Nationalpark gefunden hat, sondern zwischen Erschließung mit einfachen Mitteln und künstlicher Erschwerung der individuellen Erschließung schwankt. Dabei wäre die Bereitstellung von ein paar einfachen Plumpsklos, ähnlich dem skandinavischen Modell, kein unüberwindbares Hindernis und stünde m.E. auch nicht im Widerspruch mit der Idee, nur einfache Infrastruktur aufrecht zu erhalten).
    Die Öfen in den Hütten waren allesamt benutzbar, in einer der Hütten von In la Piana fehlte zwar das Ofentürchen, konnte aber durch Bruchstücke von Steinplatten ersetzt werden. Für den Besuch von oberhalb der Baumgrenze liegenden Hütten sollte man unterwegs ausreichend Holz sammeln, da nicht gewährleistet ist, dort auch brauchbares Brennholz anzutreffen. Wer es einrichten kann, macht mit der Mitnahme einer scharfen Klappsäge und ggf. einem Beil oder einer Heppe/einem Gertel nichts verkehrt.
    Die festen Unterkünfte hatten wir in zwei Fällen vorgebucht, in Coloro auf gut Glück und erfolgreich aufgesucht. Sie waren allesamt in sehr gutem Zustand, frisch renoviert und von sehr freundlichen und hilfsbereiten Leuten geführt. Die Bewunderung für die Wanderleistung der Kinder war uns sicher und öffnete die Herzen der Italiener. Nur an die Skorpione im Zimmer in Coloro mußte ich mich emotional erst etwas gewöhnen…
    Die Wanderkarte (Zanetti) ist durchaus brauchbar, unsere Ausgabe allerdings sehr klein gedruckt und entsprechend schwierig zu lesen. Manche eingezeichnete Wege sind in der Natur nur schwerlich zu finden, einige wenige deutliche ersichtliche Wege sind wiederum nicht verzeichnet. Für die klassischen Touren reicht sie aber allemal.
    Die Gehzeiten an den Wegweisern halte ich für Erwachsene realistisch, mit kleinen Kindern muß man natürlich einiges dazurechnen. Nur zwischen Colloro und Vogogna hätten wir Eltern auch ohne Kinder Schwierigkeiten gehabt, die angegebenen 3 Stunden einzuhalten.
    Fremdsprachenkenntnisse sollte man von Italienern nicht im größeren Umfange erwarten, weshalb ein paar Worte in der Ladessprache sehr hilfreich sind.
    Geändert von Philipp (17.03.2015 um 12:38 Uhr) Grund: Eintrag in Karte
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  2. Fuchs
    Avatar von uli.g.
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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #2
    Danke für Deinen spannenden Bericht und die tollen Bilder! Einfach immer wieder schön und anders da unten!

  3. Fuchs
    Avatar von uli.g.
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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #3
    P.S.: eins hab´ ich noch vergessen: Ganzganz große Hochachtung vor Euren Knöpfen!!! Das war echt eine ganz grße Leistung!!!!

  4. Erfahren

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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #4
    Toller Bericht und richtig schöne Bilder. Das Val Grande interessiert mich (bin ebenfalls eigentlich ein Nordlandfahrer) sehr, seit wir einen Teilabschnitt des GTA gewandert sind, und dein Bericht macht Lust auf mehr.

    Aber am tollsten ist es ja, daß die Kinder so super mitziehen. Klasse.
    Horst

  5. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #5
    Danke für Deinen Bericht. Ich denke, dass Gebiet kommt auch für eine Wanderung mit meiner "großen" kleinen in Frage (im September 4 geworden). Die kleine (6 Wochen alt) wird noch eine Zeitlang nicht mitkönnen (außer in der Trage).

    Aber die Tour interessiert mich wirklich, und wer weiß: möglicherweise gibts mit der großen nächstes Frühjahr eine Papi-Tochter Wanderung dort.

    Dein Bericht hat mir jedenfalls Mut gemacht, dass man auch mit so kleinen schon gut unterwegs sein kann (bis auf Tageswanderungen war sie bisher noch nicht mit mit mir).

  6. Gerne im Forum
    Avatar von zealander
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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #6
    Danke toller Bericht - bin jedes Jahr da unten ... demnächst dann auch mit dem Nachwuchs

  7. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #7
    Hach, wie schön!

    Und wie schade, dass mein Sohn dem Wandern so garnichts abgewinnen kann

  8. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #8
    Respekt. Als Vierjähriger hätte ich es sicher nicht nach Colma geschafft. Kinder in dem Alter habe ich bei fünf Wanderungen im Val Grande nie gesehen. Kinder habe ich sowieso selten gesehen und zumindest in einem Fall war das nicht so problemlos wie bei euch, dazu später mehr.

    Ein paar Kommentare zum Fazit:


    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Der Oktober hat sich für uns als ideale Reisezeit herausgestellt. Es ist verhältnismäßig wenig los, so daß es in den Bivacchi nicht unbedingt eng wird, Wasser war überhaupt kein Problem, was allerdings auch dem eher nassen südländischen Sommer zuzuschreiben ist. Das Wetter gilt im Oktober als recht stabil, die Herbstfarben sind wunderbar – was will man mehr?
    Zum Wasser: Das Val Grande ist eine der regenreichsten Gegenden der gesamten Alpen. Grundsätzlicher Wassermangel ist daher ausgeschlossen. Auf der Hauptroute, die ihr gegangen seid (abgesehen vom Schlenker über Straolgio), kann Wassermangel allenfalls bei extremer Trockenheit in Scaredi und Colma zum Problem werden oder wenn der Brunnen in Colma aus anderen Gründen nicht funktionieren sollte. Auf Graten ist Wasser naturgemäß schon öfter knapp. In Mottac z. B. wird Wassermangel oft zum Problem. Trotzdem ist Mottac die schönste Hütte des Val Grande mit grandioser Lage. Auch wenig Wasser gibt es am Weg über die Bocchetta dell’Usciolo, wo es zwischen Stavelli und Curt di Gurbit (unterhalb der Alpe Quagiui) normalerweise kein Wasser gibt. Aber den Weg würde ich mit kleineren Kindern sowieso nicht gehen.

    Zur Frequentierung: Im Val Grande ist meistens sehr wenig los. Ich habe auch schon in Colma Mitte Juni bei allerbestem Wetter allein übernachtet und den ganzen Tag keinen anderen Wanderer gesehen. Meiden sollte man Wochenden im Sommer und Feiertage, vor allem Pfingsten. Übernachtungen in Scaredi sollte man generell versuchen zu vermeiden. Am stärksten begangen ist die Hauptroute von Malesco über Scaredi nach Colloro. Die Strecke über Vald nach In la Piana ist auch noch relativ stark frequentiert. Dieser Weg ist übrigens wesentlich wilder und weniger kinderfreundlich als der über Scaredi. Totale Einsamkeit herrscht auf dem Weg von Alpe Val Gabbio über Bocchetta dell’Usciolo nach Stavelli. Hier gibt es keine offizielle Hütte. Mottac und alle markierten Wege dorthin (von In la Piana, über Sacala di Raggozale, über Basagrana) sind auch wenig frequentiert. Abseits von markierten Wegen trifft man sowieso niemanden.

    Dieses Jahr bin ich Pfingstmontag morgens losgegangen in Malesco und dann über die Bocchetta di Vald nach In la Piana. Mir kamen jede Menge Leute entgegen, die über Pfingsten im Val Grande wandern waren, obwohl es immer noch reichlich Restschnee gab in höheren Lagen. In la Piana selbst war auch noch belebt, hatte aber eine kleine Hütte für mich allein. Für Leben sorgte vor allem eine deutsche Familie mit vier oder fünf Kindern (weiß ich nicht mehr genau), Alter schätzungsweise etwa 7/8 bis 12/13, zwei Jungen und zwei oder drei Mädchen. Das jüngste Mädchen hatte sich den Fuss verstaucht oder gebrochen und war am heulen. Der Vater rief mehrfach mit Satellitentelefon die Bergrettung an (die in Italien übrigens kostenlos ist, ohne Satellitentelefon wird man sie im Val Grande aber in der Regel nicht erreichen und im größten Teilen des Val Grande können keine Hubschrauber landen). Zuerst wollten die nicht kommen. Schließlich kamen sie doch mit dem Hubschrauber und nahmen das Mädchen samt Mutter und Schwester(n) mit. Der Mann und die beiden Jungen blieben da. Nachdem ich am nächsten Morgen In la Piana verlassen habe, habe ich gut zwei Tage gar keine Menschen mehr gesehen und das trotz besten Wetters.


    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Die von uns benutzten Bivacchi sind zwar einfach, aber keineswegs abschreckend, leider ist die Toilettenfrage nicht gelöst und die Wanderer aufgefordert, unterwegs die Wälder „zur Verrichtung ihrer Notdurft“ (was für ein herrlicher Ausdruck!) aufzusuchen. Da das bedauerlicherweise nicht alle tun, ist das Thema Hinterlassenschaften stellenweise etwas unangenehm
    So schlimm habe ich das nicht empfunden. In In la Piana und Colma ist es tatsächlich nicht unwahrscheinlich, beim Austreten im Gebüsch auf Stoffwechselendprodukte und Klopapier zu stoßen (bei Scaredi überkam mich bisher nie das Bedürfnis). Aber das sind beides Biwaks an der Hauptroute, anderswo habe ich das kaum erlebt.


    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Die Gehzeiten an den Wegweisern halte ich für Erwachsene realistisch
    Das ist sehr verschieden. Manche auf den Schildern Zeiten sind tatsächlich gut zu schaffen oder sogar zu unterbieten, zum Teil sind sie aber für Normalsterbliche mit schwerem Rucksack nicht machbar. Allgemein kann sagen, dass die angegebenen Zeiten tendenziell ambitioniert sind und man sich keinesfalls darauf verlassen sollte.


    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Die Wanderkarte (Zanetti) ist durchaus brauchbar
    Die Karte reicht in der Tat für normale Wanderungen vollkommen und hängt auch in vielen Hütten.

  9. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #9
    Schöner Bericht und viele Informationen die man für die Planung einer eigenen Tour verwenden kann. Danke dafür. Ich selber habe 70% der GTA erwandert (dieses Jahr geht es weiter) und finde das Wandererlebnis in Italien auch immer super.

  10. Gerne im Forum
    Avatar von TEK
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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #10
    Danke für den schönen Bericht. Ich freue mich immer, wenn ich von Touren mit Kindern lesen kann.

    Darf ich ein paar Fragen stellen?
    Welche Länge hatten Euren Etappen im Schnitt?
    Ich nehme an, Ihr hattet Schlafsäcke und Kocher, aber keine Isomatten und kein Zelt mit. Richtig?
    Wie schwierig/leicht und wie spannend/langweilig waren die Wege für die Kinder?

  11. Gerne im Forum
    Avatar von TEK
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    AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #11
    Danke für die Antwort per PN!

  12. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #12
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, Ihr hattet Schlafsäcke und Kocher, aber keine Isomatten und kein Zelt mit. Richtig?
    Da wir dieses Jahr auch Ende Oktober ins Val Grande fahren - genau diese Fragen stellen sich mir auch ...
    + bis zu welchen Temperaturen hätten Eure Schlafsäcke getaugt?

  13. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #13
    Zitat Zitat von momper Beitrag anzeigen
    Da wir dieses Jahr auch Ende Oktober ins Val Grande fahren - genau diese Fragen stellen sich mir auch ...
    + bis zu welchen Temperaturen hätten Eure Schlafsäcke getaugt?
    Ich war über Pfingsten mit einem Freund im Val Grande, wir sind die klassische Nord-Süd-Durchquerung von Malesco nach Premosello gelaufen.

    Ein Schlafsack mit einem Komfortbereich von 0-1 ° C ist ausreichend.
    Viele der Unterkünfte sind beheizbar, vorher mal erkundigen.

    Isomatte und Kocher erhöhen den Luxus ungemein. ;)

    Viele der Übernachtungsmöglichkeiten waren trotz schlechtem Wetter überlaufen, also Feiertage und Wochenenden evtl. meiden. Sonst wirds kuschelig.

  14. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #14
    Es gibt keine Betten, ohne Isomatte schläft man direkt auf dem Boden.

  15. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #15
    Zitat Zitat von rapidfire22 Beitrag anzeigen
    Ich war über Pfingsten mit einem Freund im Val Grande, wir sind die klassische Nord-Süd-Durchquerung von Malesco nach Premosello gelaufen.

    Ein Schlafsack mit einem Komfortbereich von 0-1 ° C ist ausreichend.
    Viele der Unterkünfte sind beheizbar, vorher mal erkundigen.

    Isomatte und Kocher erhöhen den Luxus ungemein. ;)

    Viele der Übernachtungsmöglichkeiten waren trotz schlechtem Wetter überlaufen, also Feiertage und Wochenenden evtl. meiden. Sonst wirds kuschelig.
    Vielen Dank! Ich hoffe, im Oktober ist es weniger frequentiert und man muß kein Zelt wg. überfüllter Hütten mitnehmen ...

  16. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #16
    Zitat Zitat von momper Beitrag anzeigen
    Da wir dieses Jahr auch Ende Oktober ins Val Grande fahren - genau diese Fragen stellen sich mir auch ...
    + bis zu welchen Temperaturen hätten Eure Schlafsäcke getaugt?
    Ich habe letztes Jahr anfang November auch die Durchquerung gemacht und hatte zum Glück einen Schlafsack mit -2°C Konforttemperatur dabei. Die Wasserstellen waren teilweise schon mit Eis bedeckt und das Brennholz ging schon zu Ende in Colma di Premosello (Wird scheinbar nur einmal pro Jahr im Frühjahr per Heli angeliefert). Der italienische Mitwanderer mit leichterem Schlafsack hat extrem gefroren.

    Eine sehr gute Seite mit aktuellen Informationen ist übrigens: http://valgrande.piemont-trekking.com/#home

  17. AW: [IT] Val Grande mit kleinen Kindern im Oktober

    #17
    Mein Schlafsack hat Komforttemperatur +7° und das hat mir im Val Grande selbst bei Nachtfrost im April oder Oktober gereicht (bin nicht sonderlich kälteempfindlich), in kalten Nächten steige ich dann aber mit mehreren Lagen Kleidung am Oberkörper in den Schlafsack. Die Hütte so zu heizen, dass es nachts mollig warm ist, dürfte bei einigen Hütten schwierig bis unmöglich sein, wenn man denn überhaupt genug Brennholz hat.

    Isomatte sollte dabei sein. Öfter gibt es ganz dünne Isomatten und/oder Metallgestelle als Liegen, verlassen kann man sich nicht darauf und bequem ist das auch nicht unbedingt. Vald hatte sogar richtige Matratzen, ist aber abgebrannt.

    Gaskocher ist empfehlenswert. Damit kocht man einfach viel schneller und bequemer und ist unabhängig von oft nicht so leicht aufzutreibendem Brennholz, das man eventuell bei Regen oder gar Schnee sammeln muss.

    Darüber hinaus ist wegen dem Getier dringend zu empfehlen, kein Essen nachts offen rumliegen zu haben, auch keine leere Spaghettipackung oder ähnliches. Am besten in die große Holztruhe packen.

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