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  1. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #21
    Mitreisende: miemiemaeh
    Tag 8 -- Refuge de Petra Piana - Refuge l'Onda

    Letzte Nacht gings teilweise ordentlich rund draußen. Gut, dass sich mein Zelt mittlerweile mehrfach bewährt hat und ich soviel Vertrauen in es habe, dass ich trotz allem gut schlafen konnte.
    Heute Morgen scheint immer mal wieder die Sonne und bietet immer wieder prächtige Farbenspiele.





    Heute lassen wir uns etwas mehr Zeit und machen uns erst um halb 8 auf den Weg. Die Etappe ist mit 5 Stunden angegeben. Nachdem das Wetter die letzten Tage immer schlechter geworden ist und die Gewitter immer früher am Tag kamen, sieht es heute schon jetzt am frühen Morgen nach Gewitter aus.
    Kurz nach dem Loslaufen sind wir auch schon in den ersten Wolken. Die Sonne kommt aber immer wieder kurz durch.





    Das hält aber nicht lange an und so sind wir jetzt mitten im Gewitter während wir dem Weg ins Tal hinab folgen. Schade, denn eigentlich soll das eine sehr schöne Etappe mit sehr vielen Badegumpen sein.

    So richtig interessant wird es, als wir an eine Bachquerung kommen. Vor uns liegen die Trittsteine mit denen man sonst ganz einfach über den Bach kommt. Der Bach ist aber durch das Gewitter so weit angestiegen, dass die Steine komplett überspült sind.



    Wir suchen weiter oben einen besseren Weg, aber auch hier finden wir nichts geeignetes. Weiter Bachabwärts haben wir keine Chance, auf der anderen Seite ist ein steiler Hang, da kommen wir nicht hoch.
    Ich stelle meine Rucksack ab und suche, nur mit meinen Stöcken bewaffnet, eine Möglicheit rüber zu kommen. An manchen Stellen komme ich bis zur Hälfe rüber, aber dann gehts nicht mehr weiter.
    Robin findet eine Stelle, wo man mit einem großen Schritt auf einen nur leicht überspülten, aber leider sehr flachen und rutschigen Stein kommen kann. Von dort aus müssten wir das andere Ufer erreichen können. Er geht vor. Na wenn das mal gut geht... Soweit ich weiß, sind seine Sachen im Rucksack nicht komplett wasserdicht verpackt. Wenn er jetzt komplett reinfällt, haben wir ein echtes Problem. Und was passiert natürlich?! Ich sehe wie er abrutscht. Was genau passiert, kann ich von meiner Position nicht sehen und helfen kann ich ihm schon gar nicht. Er krabbelt aber irgendwie wieder aus dem Bach raus und ist dann auch schnell auf der anderen Seite.
    Zeit für mich, die Querung zu versuchen. Ich gehe an die gleiche Stelle. Mit meinem Stock kann ich nicht bis auf den Grund des Baches stoßen. Scheint also sehr tief zu sein. Schnell fließend ist er auch, das wiederum kann ich ohne Probleme erkennen. Macht es aber keineswegs besser... Ich balanciere ganz vorsichtig auf den nassen Steinen, setze behutsam meinen Fuß auf den überspülten Stein. Ich lasse mir bewusst viel Zeit dabei, auch wenn mein Schuh jetzt auch überspült wird. Als nächster Tritt bietet sich nur ein kleiner, sehr runder Stein an. Darauf will ich nicht stehen bleiben. Also riskiere ich es und setze meinen Fuß nur ganz kurz auf und springe direkt auf einen großen, sicheren Fels. Gut gegangen... puhhh. Was ist mit Robin passiert? Er ist auf dem ersten Stein abgerutscht und mit beiden Beinen komplett im Wasser gelandet. Dabei hat er einen Stock in den Fluten verloren, konnte sich aber wieder aus dem Bach ziehen. Außer, dass die Schuhe komplett nass sind, ist nichts passiert. Und halt dass der Stock weg ist. Seine Stimmung ist am Boden.
    Zum Glück kann es nicht mehr weit zum nächsten Refuge sein.

    Und genauso ist es auch, wenig später sehen wir mehrere Steinhütten und einen großen Zaun. Dieser zäunt die Zeltwiese ein. Ja, in Korsika werden die Camper eingesperrt, damit die Tiere frei herum laufen können. Ein interessantes Konzept, mir gefällt es.





    Wir haben wahnsinniges Glück, gerade als wir unsere Zelte aufbauen, kommt die Sonne raus. So können wir unsere nassen Sachen trocknen. Hier auf der Zeltwiese gibt es einen unglaublichen Luxus: Die Quelle ist direkt auf dem Platz. Normal liegt sie etwas außerhalb. Außerdem können wir unsere Zelt direkt auf einer saftig grünen Wiese aufstellen. Dieses Vergnügen hatten wir hier in Korsika so noch nicht.
    In der Nähe der Quelle steht eine der typischen Kochstationen. Hier gibt es Gas und mehrere Kochplatten. Diese können ohne Aufpreis genutzt werden. So manch einer nutzt die Überdachung auch um seine Klamotten zu trocknen.





    Im Refuge selbst gibt es einen großen Aufenthaltsraum. Mir ist es darin zu voll und laut und außerdem macht der Gardien auf seinem winzigen Fernseher die Fußball-WM an. Man erkennt nicht mal den Ball, aber das scheint keinen zu stören. Für mich passt es nicht ins Naturerlebnis und so gehe ich wieder raus in den Regen. Unsere Sachen sind zum Glück vor dem Regen wieder komplett getrocknet.

    Neben der Hütte sind Einzäunungen, in die eine ganze Herde Ziegen und Schafe getrieben wird. Die Ziegen werden in einem Melkanhänger nacheinander gemolken. Leider ist der Dieselgenerator sehr laut, aber es macht Spaß dem Treiben zuzuschauen.



    Gegen Abend bekommen wir noch einmal ein besonderes Schauspiel geboten: Es kommt eine französisch sprechende, geführte Reisegruppe an. Da dies, aus unserer Richtung, das letzte Refuge auf dem Nordteil des GR20 ist, ist das das erste Refuge für Wanderer, die in Vizzavona gestartet sind. So scheint es bei dieser Gruppe zu sein. Der Bergführer, ein Mann Anfang 30 mit langen Haaren, holt aus irgendeinem Lager eine Menge Zelte. Diese sollen von seinen Wanderern aufgebaut werden. Und hier beginnt unser besonderes Schauspiel :-)
    Die ganzen Leute haben wohl noch nie ein Zelt aus der Nähe gesehen, jedenfalls machen sie alle nur möglichen Anfängerfehler und bauen die Zelt total krumm und schief auf. Der Guide sieht das gelassen...



    Das eine Paar stellt sein Zelt so dämlich auf, dass mein Zelt direkt an oder sogar fast in ihrem Vorzelt ist. Die Abspannleinen gehen rechts und links neben meinem Zelt entlang. Der Mann sieht mich etwas verwirrt an und fragt mich, ob sie denn ihr Zeit ein bisschen zu nah an meinem aufgebaut haben. Ich bejahe, löse ein paar meiner Heringe und ziehe mein Zelt einfach ein paar Meter weiter. Die beiden haben sich die schiefste Stelle auf der ganzen Wiese ausgesucht, warum auch immer...

    Die Wiese füllt sich langsam mit immer mehr Zelten. Als es dann dunkel wird, gehen wir schlafen.

  2. Fuchs
    Avatar von ranunkelruebe
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #22
    Ich lese hier gespannt mit!

  3. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #23
    Freut mich! Ich hoffe, dass ich morgen wieder Zeit habe weiter zu schreiben ;)

    LG

  4. Dauerbesucher
    Avatar von kletterling
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #24
    Bin auch immernoch dabei! Sehr schöner Bericht!

    Ich freue mich immer über GR20- und Korsika-Berichte. Den GR20 will ich auf alle Fälle irgenwann mal machen, weil ich bei jedem Korsikaaufenthalt auf Tagestouren da rumtapper und jedesmal denke: Jetzt einfach weiterlaufen... :-)

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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #25
    Zitat Zitat von kletterling Beitrag anzeigen
    Bin auch immernoch dabei! Sehr schöner Bericht!
    Volle Zustimmung -- wir fiebern mit
    Ich freue mich immer über GR20- und Korsika-Berichte. Den GR20 will ich auf alle Fälle irgenwann mal machen, weil ich bei jedem Korsikaaufenthalt auf Tagestouren da rumtapper und jedesmal denke: Jetzt einfach weiterlaufen... :-)
    Dito... vielleicht sollte ich mal einen Faden aufnehmen, der die ganzen Tagestouren sammelt.

  6. Erfahren
    Avatar von ThorstenSchneider80
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #26
    Ich bin damals direkt nach Vizzavona durchgegangen und dann zurück nach Bastia. Für mich war der GR20 einer der schönsten Touren die ich je gemacht habe.
    Der Weg ist das Ziel!

  7. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #27
    Tag 9 -- Refuge l'Onda - Vizzavona


    "Was ist das für ein Geräusch neben meinem Zelt?", frage ich mich im Halbschlaf. Es ist ein gleichmäßiges Grasrupfen...
    Ich schaue aus dem Zelt und meine Vermutung wird bestätigt: Neben meinem Zelt steht ein Pferd und frisst gemütlich das saftige Gras. Es ist nicht das einzige hier, auf der Wiese verteilt stehen insgesamt sieben Pferde. Das passiert wenn man das Tor vom Zaun nachts nicht zu macht...



    Beim Frühstücken passe ich gut auf, dass die Viecher mir nichts wegklauen. Andere Camper sind nicht so vorsichtig und so verschwindet auch mal ein ganzes Brot, das unachtsam im offenen Rucksack liegt.



    Das Wetter ist heute Morgen besser, aber es ziehen immer wieder dichte Wolken über unsere Köpfe. Ich rede kurz mit einem Familienvater, der aus dem Süden kommt. Er erzählt mir, dass es noch ein paar Tage regnen soll. Hm blöd, ist aber nicht zu ändern.
    Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg. Dies ist die letzte Etappe des Nordteils. Zunächst geht es erst mal steil bergauf zum Bocca Muratella (2020m). Der Weg geht einen Bergkamm hinauf. Hier weht ein starker Wind, der die Wolken über den Berg bläst. Sieht beeindruckend aus, ist aber eiskalt. Ich bin froh als ich oben ankomme.





    Hier mache ich eine Pause, esse meine letzten Riegel und warte auf Robin. Er kommt an und macht auch eine kurze Pause. Dann machen wir uns an den beschwerlichen Abstieg. Insgesamt soll es ca. 1200 hm bergab gehen.
    Ich mache noch ein Foto von dem Tal, in das wir absteigen und dann ist meine Speicherkarte voll.



    Kein Problem, denke ich, hab ja noch zwei weitere dabei. Schnell die volle raus und eine neue rein. Ich schließe das Kartenfach, aber die Kamera geht nicht wieder an. Also Karte wieder raus und wieder rein. Immer noch nichts. Akku raus, wieder rein, nichts... Mist! Die Feuchtigkeit der letzten Tage scheint der Kamera nicht gut bekommen zu sein. Vor ein paar Tagen hat der Auslöser schon angefangen zu zicken. Er wollte manchmal einfach nicht auslösen. Und jetzt geht gar nichts mehr. Tja, auch daran kann ich jetzt erst mal nichts ändern. Also Kamera verpacken und weiterwandern. Ich habe keine Lust mich darüber aufzuregen oder ewig rumzuprobieren.
    Der Weg geht zunächst GR20-typisch steil die Felsen hinunter. Dann wird er weniger steil und führt durch ein wunderschönes Wäldchen. Plötzlich sind vor mir alle Bäume in eine Richtung weggeknickt, Richtung Tal. Hier muss vor kurzem eine Lawine abgegangen sein. Sehr beeindruckend! Leider kann ich keine Fotos davon machen.
    Wir kommen immer tiefer ins Tal rein, der Wald wird dichter, die Sonne scheint. Hier beginnen die Cascades d'Anglais, eine Ansammlung kleinerer und größerer Wasserfälle und Stromschnellen. Hier und da sehen wir Tagesausflügler, die sich die Wasserfälle anschauen.
    Da vor uns am Berg schon das nächste Gewitter hängt lassen wir uns nicht allzu viel Zeit. An einer Stelle möchte ich mich, kurz vor der "Zivilisation" nochmal im Bach waschen. Robin hat keine Geduld und geht schon mal vor. Also kurz rein ins eiskalte Nass. Ich wasche schnell noch mein T-Shirt, was ich aber gleich darauf gleich wieder bereue. Es bleibt mir nämlich keine Zeit zum Trocknen. Also schnalle ich das nasse T-Shirt und mein Handtuch einfach auf den Rucksack und gehe oberkörperfrei weiter. Das irritiert so ziemlich jeden, der mir entgegen kommt, aber das ist mir egal
    Ich hole Robin wieder ein und wir gehen den Rest bis Vizzavona zusammen. Das letzte Stück durch den Wald auf einem breiten Forstweg zieht sich etwas, wir erreichen gegen Mittag dann den Bahnhof von Vizzavona. Kaum sind wir im Bahnhofsgebäude angekommen, fängt es wie aus Kübeln an zu regnen. Glück gehabt!
    Da Robin nicht genug Bargeld dabei hat und der nächste Geldautomat in Corte steht, wollen wir mit dem Zug dort hin fahren, eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen und morgen wieder hierher zurückfahren und weiter wandern. Bis der nächste Zug fährt sind es noch 2,5 Stunden. Wir warten also...
    Die Bahnhofshalle füllt sich langsam, es sind erstaunlich viele Deutsche hier. Irgendwann ist dann auch der Zug da und wir steigen ein. Der Zug ist sehr modern, aber auch sehr voll. Ist ja aber nur ne Stunde Fahrtzeit, also können wir ohne Probleme stehen und die Aussicht genießen.
    Zugfahren auf Korsika ist auch etwas ganz besonderes. Das ganze Gefährt wackelt die ganze Zeit heftig hin und her und fährt oft nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit.
    In Corte angekommen, erschlägt uns fast die Hitze. Eigentlich ist es gar nicht so warm, aber wir sind das einfach nicht mehr gewohnt. Direkt am Bahnhof finden wir einen kleinen Supermarkt. Dort decken wir uns erst mal mit Essen ein, die vollen Regale sind ein wahres Paradies nach den letzten Tagen!

    Jetzt heißt es eine Schlafgelegenheit zu finden. Meine Planung sah nicht vor hier zu landen und darum habe ich überhaupt keinen Plan wo es Campingplätze gibt. Wir finden mehrere Schilder, die auf Plätze verweisen, wissen aber nicht genau wo wir hin müssen. Also folgen wir einfach einem Schild, das nahe am Bahnhof steht. Wir laufen und laufen und laufen... Irgendwann frage ich einen Passanten, der mich aber erst nicht so recht versteht. Kein Wunder, ich spreche kein Französisch, er nichts anderes. Aber irgendwann versteht er mich doch, weist in die Richtung, in die wie gehen und lacht. Hört sich an als ob es noch weit ist. Wir laufen also weiter bis wir aus der Stadt draußen sind und mitten in der Pampa stehen. Schön ist es hier, aber einen Campingplatz gibt es hier nicht. Der ist wohl nur für Autofahrer...
    Bevor wir noch ewig weiter laufen und morgen den ganzen Weg wieder zurück gehen müssen, beschließen wir umzukehren.
    Irgendwie kommt mir der Rückweg kürzer vor und so stehen wir schließlich wieder vor dem Bahnhof. Wir gehen diesmal Richtung Innenstadt. Hier fragen wir in einer Tankstelle, bekommen aber gesagt, dass es hier keine Campingplätze gibt. In einem Restaurant versteht man uns gar nicht. Tjaaa... blöd, wir sind müde und es geht langsam auf den Abend zu. Wir schleppen schon die ganze Zeit Einkaufstaschen mit uns rum, in denen unser Abendessen auf uns wartet.
    Doch dann entdecke ich keine 100m vor uns das Schild eines Campingplatzes! Wir stehen quasi direkt davor und sehen ihn nicht... Wir gehen durch ein Tor und folgen einer kleinen Straße runter zum Fluß. Und yaaaay! Ein kleiner, aber schöner Campingplatz. Das Anmelden geht schnell, wir sollen auf einer kleinen Terrasse oberhalb der anderen Camper unsere Zelte aufbauen. Ist mir egal, Hauptsache wir haben einen Platz.
    Endlich Abendessen! Es gibt, wie so oft, Nudeln und als Nachtisch Madeleines.
    Ich komme zur Ruhe und habe Zeit an meiner Kamera rumzuspielen. Und tadaaa:



    Eine Kombination aus Karte raus, Akku raus, kurz warten, Akku rein, Karte rein bewegt die Kamera dazu wieder an zu gehen. Allerdings nicht zuverlässig, manchmal kann ich nur ein Foto machen und dann geht sie wieder aus. Aber es ist ein gutes Zeichen, dass sie überhaupt wieder an geht.
    Heute Abend ist nix mit lange draußen sitzen und erzählen, wir sind müde und gehen einfach nur schnell schlafen.

  8. Dauerbesucher
    Avatar von kletterling
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #28
    Da bin ich aber froh, dass die Kamera wieder ging- für Dich, und, nicht ganz uneigennützig, auch für mich!

    Welcher Campingplatz war das? 'Le Restonica'? Oder 'Alivetu'? Oder ganz ein anderer? Oder weißt Du es nicht mehr? Könnte für andere Interessenten des GR20 interessant sein.

  9. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #29
    Das war Le Restonica. Wenn man aus dem Bahnhof raus kommt nach links, vor dem Supermarkt Casino am Kreisel rechts Richtung Innenstadt. Dann immer geradeaus bis zum Schild

  10. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #30
    Tag 10 -- Vizzavona - Gite d'Etape U Fugone

    Heute müssen wir von Corte mit der Bahn zurück nach Vizzavona fahren und wieder in die Berge einsteigen. Ich bin froh, dass wir nicht weiter zu dem Campingplatz außerhalb der Stadt gelaufen sind. So müssen wir jetzt nur ein paar Minuten zurück zum Bahnhof laufen. Wir sind zeitig dran, das Wetter passt auch. Es ist immer noch ungewöhnlich warm, für uns jedefalls. In den Bergen hängen aber schon wieder dicke Wolken.





    Am Bahnhof sind scheinbar nur Deutsche, viele Familien mit kleinen Kindern. Zwischendrin stehen zwei Mädels, sie dürften gerade mal volljährig sein, die couchsurfend unterwegs sind.
    Die Zugfahrt ist wieder ein Erlebnis, heute kann ich Fahrt mehr genießen. Zum einen bin ich ausgeruht und zum anderen geht es zurück in die Berge! Ich kanns kaum erwarten...





    Der Zug verschwindet hinter dem Bahnhof Vizzavona im Tunnel und wir machen uns erst einmal auf in den kleinen Laden um noch ein paar Lebensmittel und Klopapier zu kaufen. Letzteres gibt es nur in rosa... naja für das was ich mit ihm vorhabe, sollte die Farbe keine Rolle spielen ;) Schnell noch die Pappe in der Mitte der Rolle entfernen (ist dann leichter und man kann die Rolle kleiner verpacken). Dann kanns auch schon losgehen.
    Viele Häuser gibt es in Vizzavona nicht, das größte davon scheint vor einiger Zeit ausgebrannt zu sein. Jedenfalls erinnert es mich eher an ein Kriegsgebiet.



    Wir lassen die Häuser schnell hinter uns und folgen weiter der rot-weißen Markierung, die ab hier zum GR20-Sud gehört.



    Der Süden also... Ich las in vielen Beschreibungen und Reiseberichten, dass der Süden leichter und unspektakulärer sein soll und deshalb viele nur den Nordteil gehen. Und tatsächlich erinnert der Weg hinter Vizzavona zuerst eher an ein Mittelgebirge. Der Pfad schlängelt sich durch dichten Wald den Berg hinauf. Ab und an kommen uns ein paar Tagesausflügler entgegen. Und das Wetter wird auch immer schlechter, es ziehen hinter uns dichte Wolken auf.



    Naja, ist ja nichts neues. Damit hatte ich schon gerechnet. So richtig zu regnen fängt es nicht an, es tröpfelt hin und wieder mal ein bisschen.
    Laut Reiseführer sollen wir an einer Bergerie vorbeikommen, an der es frischen Käse gibt. Dort wollen wir Pause machen.
    Die Bergerie finden wir, sie hat aber noch zu. Wir machen trotzdem Pause.



    Zu uns gesellt sich ein deutsches Pärchen. Sie ist etwas übergewichtig und flucht und jammert was das Zeug hält. Der arme Mann... Wir hören uns das nicht lange an und gehen weiter.
    Die Etappe zieht sich immer weiter und weiter. Zu sehen gibt es nicht mehr viel, der Nebel wird immer dichter.



    Aber auch das hat irgendwie etwas besonderes. So fühle ich mich eher wie im Urwald als auf Korsika.
    Vor uns taucht auf einmal eine Straße auf. Wir folgen ihr ein Stück bis unser Weg wieder abbiegt.
    Wir haben geplant nicht bis zum Park-Refuge zu gehen, sondern bis zur Gite d'Etape. Diese soll schöner sein und man soll dort gut einkaufen können. Zwar haben wir schon in Corte eingekauft, aber man kann ja nie wissen ;)

    Irgendwann erreichen wir dann die Gite. Sie ist sehr modern, der obere Bereich ist nur für Gäste, die ein Zimmer haben. Wir gehen unten in die Gaststube und lassen unsere Rucksäcke erst einmal draußen vor der Tür an der Hauswand stehen. Drinnen gibt es eine kleine Ladenecke mit allerlei wunderbarer Auswahl. Ich gönne mir ein große Dose Ravioli. Wunderbar!
    Plötzlich ruft die Bedienung uns irgendwas auf Französisch zu, das wir natürlich nicht verstehen. Sie gestikuliert wild Richtung Tür und wir begreifen, dass es draußen fürchterlich regnet. Zum Glück haben wir die Regenhüllen nicht von den Rucksäcken genommen, sonst wäre alles komplett nass geworden.
    Robin spendiert ne Runde Bier, wir setzen uns an den erst besten Tisch und kommen erst mal zur Ruhe. Irgendwann kommt die fluchende Frau mit Mann an. Sie sind natürlich klatschnass und die Stimmung auch nicht besser. Naja, mir egal. Ist ja nicht meine Frau ;)

    Der Raum füllt sich langsam, es ist Abendessenszeit. Unser Tisch ist schon reserviert, wir dürfen aber sitzen bleiben. Zu uns setzen sich Stannis mit Frau, Schwester und Schwager. Sie kommen aus Lettland und gehen die Tour in die andere Richtung. Stannis ist Jäger und erzählt uns spannende Geschichten von der Wolfsjagd aus seiner Heimat.
    Er ist sehr gut trainiert und hat große Freude an der Tour, für die Frauen ist es sehr anstrengend. Wir erzählen vom Nordteil. Den Männern gefällts, den Frauen weniger. Sie wollen aber eh nur bis Vizzavona gehen.
    Als wir auf das schlechte Wetter zu sprechen kommen, sagt Stannis, dass er ein Mittel dagegen kennt. Er geht zur Bar und kommt mit einer Runde Schnaps zurück. Und dann mit einer zweiten. Als das Abendessen serviert wird, schenkt er uns noch von seinem Rotwein ein. Zum Glück habe ich die Ravioli gegessen...
    Irgendwann wird es für uns Zeit unsere Zelte aufzubauen. Es hat aufgehört zu regnen und es fängt schon an zu dämmern.
    Die Zeltwiese befindet sich auf dem Hang gegenüber der Hütte. Es gibt wenige ebene Flächen, aber es reicht.





    Wir lassen den Abend mit Käse und Salami ausklingen.



    Das Highlight des Abends war definitiv die Gesellschaft von Stannis und seinen Leuten. So geht dann der erste Abend auf dem Südteil zu Ende.

  11. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #31
    Tag 11 -- Gite d'Etape U Fugone - Col de Verde



    Neuer Tag, schönes Wetter! Wir haben heute mal länger geschlafen. Die Etappen hier im Süden sind viel kürzer als im Norden. Da kann man sich auch mal Zeit lassen. Viele doppeln hier die Etappen, aber da wir insgesamt 3 Wochen Zeit haben, gehen wirs einfach entspannt an.
    Heute Morgen scheint die Sonne. Man kann sogar bis zum Meer schauen. All das konnten wir gestern nicht sehen, da es zu wolkig war. Jetzt sehen wir auch den Skilift. Ich frage mich, wer hier Ski fahren will... ich kann von hier unten das Ende des Lifts sehen, insgesamt vielleicht 50hm.
    Wir frühstücken und packen zusammen. Die vier Letten sind auch wach und genießen die Sonne. Wir verabschieden uns und marschieren ein Stück die Piste hinauf bis der Weg in den Wald abbiegt.
    Der Weg führt immernoch durch den Wald. Ab und zu sehe ich Wildschweine.
    Hier gibt es viele Bäche. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie hier Ende des Sommers das Wasser ausgehen soll...





    Wir folgen immer weiter der rot-weißen Markierung. Das ist mein erster Fernwanderweg und ich finde es toll wochenlang immer ein und dem selben Weg zu folgen mit immer der gleichen Markierung.
    Leider hält das gute Wetter nicht so lange an. An einer kleinen Lichtung bietet uns ein seltsames Bild: Mehrere verkohlte Flecken und mittendrin Kühe. Irgendwie ein komischer Anblick.



    Hier fängt es dann auch an zu regnen. Leider hört es vorerst nicht mehr auf. Es wird kühler.
    Nach einiger Zeit kommen wir am Col de Verde an und beschließen uns im Haus aufzuwärmen. Unser Etappenziel ist das Refuge de Prati. Hinter dem Col de Verde führt ein 2-stündiger Aufstieg zum Refuge. Wir warten im Haus ab bis das Gewitter nachlässt.

    Mir ist so gar nicht nach in-der-Hütte-sitzen und ich werde ungeduldig. Es ist schon Abend und langsam wird es zu spät für den Aufstieg. Draußen hängt immer noch das Gewitter. Robin ist zu sehr in seinen Wein vertieft um eine Entscheidung zu treffen und so entscheide ich, dass wir heute Nacht hier schlafen. Hinter dem Haus sind im Wald mehrere Zeltplätze. Ich melde mich beim Hüttenwirt an und suche mir einen schönen Platz aus. Heute habe ich das erste Mal die Gelegenheit mein Zelt im Regen aufzubauen. Ich habe beim Kauf extra darauf geachtet, dass dies möglich ist, ohne dabei den Innenraum nass werden zu lassen. Und tatsächlich, es klappt ;) Jetzt erst mal warm duschen! Das tut gut... Ich mache mir unterm Dach vor der Dusche einen Topf Wasser warm und verkrieche mich dann in mein Zelt. Es gibt eine Fertigmahlzeit von Trek-n-Eat als Abendessen. Sehr lecker

    Später am Abend höre ich draußen noch eine Rotte Wildschweine, sie werden aber von irgendwelchen Leuten vertrieben. Hier auf Korsika ist eines Getier unterwegs ;)
    Geändert von miemiemaeh (20.12.2014 um 10:47 Uhr)

  12. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #32
    Tag 12 -- Col de Verde - Refuge de Prati


    Yay... ne Tropfsteinhöhle! Hier im bemoosten Wald war es die Nacht wohl sehr feucht. Die komplette Innenseite des Außenzeltes ist total nass. Beim Rauskrabbeln drücke ich das Innenzelt gegen das Außenzelt und jetzt topft es auch ins Zelt rein. Naja egal, trocknet auch wieder. Ich kann zum Glück fast das komplette Außenzelt wegklappen, dann kann alles schön trocknen.



    Ganz trocken wird es nicht, ist mir aber egal. Heute steht eine Tagesetappe von unglaublichen 2h mit gerade mal 500 hm an. Ich freue mich, dass es endlich wieder über die Baumgrenze geht. Seit Vizzavona waren wir immer nur im Wald und das fand ich nicht so spektakulär. Gut, wir hatten auch doofes Wetter. Aber das wird auch wieder besser. Passt also...

    Direkt nach unserem Start treffen wir auf eine Mulikolonne, die uns entgegen kommt. Beeindruckend wie geländegängig diese Tiere sind. Wir lassen den Wald hinter uns und wandern durch eine Graslandschaft.





    Hier steht mitten in der Landschaft ein Geländewagen, keine Ahnung wo hier ein befahrbarer Weg sein soll, aber das scheint die Korsen nicht zu interessieren. Es geht immer weiter hoch, bis wir den Bocca d'Oru auf 1840m erreichen. Endlich wieder oben!





    Ein Blick zurück zeigt die Senke, in der wir übernachtet haben.
    Hier oben weht wieder ein recht starker Wind und wir können wieder in die Ferne schauen. Das Wetter ist ganz gut.
    Die Etappe ist erstaunlich schnell geschafft. Gut, ist ja auch unsere kürzeste. Wir könnten ohne Probleme noch weiter gehen, aber das Refuge de Prati soll besonders schön sein und das wollen wir uns nicht entgehen lassen.
    Und das ist es wirklich! Unsere Plätze sind möglichst weit vom Refuge entfernt. Vor uns sind noch ein paar Felsen und dann geht es steil den Hang runter. Ein toller Blick übers Meer ist inklusive.







    So muss das! Der Wind bläst immer wieder Wolken über den Berg rüber. Dann ist kurz die Sonne weg und es wir kalt und feucht. Ist aber ein tolles Naturschauspiel! Gegen Nachmittag fängt es nochmal kurz an zu regnen. Danach klart es aber immer mehr auf.

    Der Tag geht schnell vorbei. Wir genießen die Sonne und die Aussicht. Gegen Abend wollen wir ein Stück den Weg weiter gehen und dann einen Kamm erklimmen um ins Nachbartal schauen zu können. Das kann ich jedem empfehlen! Einfach 200m weiter laufen, dann rechts hoch zu den Felsen. Von dort hat man einen genialen Blick über das ganze Nachbartal. Hier verbringen wir den ganzen Abend und schauen zu wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Das ist mit Abstand die beeindruckendste Aussicht des ganzen Wegs. Und das will was heißen ;)





    Unter uns ziehen Wolken durch das Tal, mal lösen sie sich auf, mal ändern sie ihre Richtung und ziehen über unsere Köpfe hinweg.







    Ein herrlicher Ort um zur Ruhe zu kommen...



    Ich mache mir Gedanken über mein Leben. Was will ich damit anfangen? Geht es in die richtige Richtung? Ist meine Arbeit sinnvoll? Bin ich glücklich damit? Wo will ich in meinem Leben hin? Was kann ich verbessern? Was mache ich falsch?

    Ohne die Ablenkungen des Alltags bekommt man den Kopf ganz anders frei und kann sich über solche Dinge Gedanken machen und kommt auch tatsächlich zu Ergebnissen... Einfach unbeschreiblich entspannend und toll! Dieser Abend wird mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

  13. Fuchs
    Avatar von ranunkelruebe
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #33
    Ich lese deinen Bericht sehr gerne und freu mich immer wenn es weitergeht!

    Eine kritische Anmerkung habe ich aber:
    Auf dem Gastraum-Bild vom Col de Verde sind einige Menschen deutlich zu erkennen. Wenn diese Menschen dir nicht die Erlaubnis gegeben haben, ihr Photo im Internet zu veröffentlichen, dann solltest du das Bild schnellstmöglich wieder rausnehmen.
    Recht am eigenen Bild und Anstand und so

    Grüße,
    Rana

  14. Erfahren
    Avatar von EbsEls
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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika: Mach weiter!

    #34
    Diesen Bericht habe ich bisher mit großer Freude und Interesse. Mach weiter!
    Vielen Dank! Mir gefallen Deine Reflexionen über den reinen Tourverlauf hinaus sehr gut. So machen solche Touren auch mir besonders Spaß.
    Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
    Eberhard Elsner

  15. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #35
    Danke fürs Feedback! Freut mich, dass es dir gefällt.
    Ich hoffe, ich komme die nächsten Tage dazu weiterzuschreiben...


    LG

  16. Anfänger im Forum

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    AW: [FR] GR20 - 3 Wochen im Juni quer durch Korsika

    #36
    Euch nerven unvollständige Reiseberichte auch so wie mich? Ja... blöd nur, wenn's der eigene ist ;)

    Damals hinderte mich ein Umzug am Weiterschreiben.
    Mittlerweile habe ich leider meine Aufzeichnungen von damals nicht mehr. Aber das, was mir in Erinnerung geblieben ist und die Fotos kann ich euch noch nachliefern.
    (Vorausgesetzt, ich finde wieder raus, wie man hier Fotos postet...)

    Liebe Grüße

  17. Anfänger im Forum

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    #37
    Tag 13 -- Refuge de Prati - Refuge de A Matalza

    Ein neuer Tag, es geht weiter. Von nun an verläuft der Weg oben auf dem Kamm, mehr oder weniger parallel zur Küste. Es ist sehr windig.





    Wir sehen in der Ferne immer wieder kleine Orte. Das Leben in den Bergen hier muss schön sein...





    Gegen Mittag erreichen wir eine kleine Hütte im Wald. Es ist niemand vor Ort, aber wir nutzen die Bank vor der Hütte für eine kleine Pause. Vom Wandern und vom Wind. Eine Eidechse leistet uns in der Sonne ein bisschen Gesellschaft.





    Nach der Pause wandern wir weiter, immer im Wind. An einer Stelle lässt er sich sogar fotografieren...



    Wir erreichen das Refuge und bauen unser Zelt auf. Es ist erst Mittag und wir könnten ohne Probleme noch bis zum nächsten Refuge. Aber wir haben Zeit und lassen es ruhig angehen.
    Der Müllverbrennungsofen hat schon bessere Zeiten gesehen, aber das interessiert hier keinen ;)



    Das Refuge liegt an einem Berghang. Die Fläche zum Zelten ist insgesamt nicht so groß, aber ausreichend. Wir suchen uns schöne Randplätze aus mit tollem Ausblick.







    Gegen Abend kommen immer mehr Wanderer... und Pferde. Auf Korsika laufen die Tiere ja alle frei rum. Und anscheinend finden Pferde Wanderer und deren Zelte ganz interessant ;)



    Auch hier verbringen wir einen schönen Nachmittag und Abend. In der Nacht, als die Blase drückt, krabbele ich als dem Zelt und versuche nicht den Hang direkt vor meinem Zeltausgang runterzufallen.
    Ich tue, was ich tuen muss und genieße ein paar wenige Sekunden den unglaublichen Sternenhimmel. Fern ab von Lichtverschmutzung sieht man wahnsinnig viele Sterne.
    Der Anblick ist atemberaubend schön, die Nacht eisig kalt und ich schnell wieder im warmen Schlafsack ;)

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    #38
    Tag 14 -- Refuge de A Matalza - Bergerie de Croci

    Der nächste Tag beginnt und der Weg geht genauso weiter wie am Tag zuvor. Bergkamm, Wind.
    Aber die Aussicht ist wunderschön. Und Wind ja eigentlich auch. Bei Wind fühle ich mich irgendwie lebendiger...
    Der Weg an sich ist hier weniger anspruchsvoll. Kletterpassagen gibt es so gut wie keine.



    Die Berge werden weniger steil... der Weg geht durch Wälder und über Wiesen. Welch Kontrast im Vergleich zu den ersten Tagen auf dem GR20. Weniger schön ist der Weg dadurch nicht, nur eben anders. Und ruhiger.

















    Heute ist der schwere Rucksack unangenehm. Der Rücken schmerzt und trotz der sich ständig verändernden Landschaft mag ich nicht so recht weitergehen. Aber was hilft's ;)
    Wir erreichen unser Etappenziel, die Bergerie de Croci.
    In der Hütte gibt es keinen Strom, der Hüttenwirt läuft mit Stirnlampe herum. Eine Quelle ist auch keine in der Nähe. Zum Glück ist eine nette Engländerin da, die Französisch kann und erkundigt sich nach Wasser. Sie übersetzt uns, dass es weiter unten im Tal eine Quelle gibt.









    Die Bergerie hat eine Besonderheit zu bieten: Die besten Duschen auf dem ganzen GR20! Und gleich 3 davon...



    Ansonsten ist es hier sehr schön zu zelten. Wiese ist ausreichend vorhanden, man kommt sich hier nicht in die Quere.



    Wir folgen dem Weg Richtung Quelle. Sehr idyllisch hier... so ganz anders als der felsige bisherige Teil des Wegs. Die Quelle ist eigentlich recht einfach zu finden. Leider scheint irgendetwas im Wasser zu sein. Wir bekommen bei etwas Bauchschmerzen am Abend. Also gehen wir heute früher ins Bett bzw. den Schlafsack.
    Die Sonne ist gerade am untergehen, als wir draußen Lärm hören. Der Hüttenwirt hat Besuch und der hat seine Hunde dabei. Die machen Radau. Ich also raus aus dem Zelt, die Kamera mit dabei... Die Ursache der Aufregung sind mehrere Schweine, die sich uns nähern wollen. Den Hunden passt das nicht und so gibt es ein bisschen Gezeter.



    Als sich die Schweine verziehen, kehrt Ruhe ein und wir können schlafen.

  19. Anfänger im Forum

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    #39
    Tag 15 -- Bergerie de Croci - Refuge d' Asinau

    Zum Glück hat die Verdauung das Wasser doch einigermaßen gut vertragen. Heute geht's ohne Probleme weiter. Unser Etappenziel ist das Refuge d' Asinau. Langsam neigt sich unsere Wanderung dem Ende zu...



    Das Refuge liegt unten in einem Tal und ist von Weitem schon zu sehen.



    Der Weg wird wieder GR20-typisch...



    Wir erreichen das Refuge kurz nach Mittag und haben wieder viel zu viel Zeit übrig. Aber das ist kein Problem. Zu Sehen und Beobachten gibt es genug. Außerdem sind hier relativ wenige Plätze für Zelte verfügbar. Und diese sind auch noch recht klein. Früh ankommen lohnt sich hier definitiv.
    So sitzen wir also fast den ganzen Nachmittag auf den Felsen herum und beobachten die Landschaft, das Treiben am Refuge und die Versorgungslieferung, die auf dem Weg aus Tal immer näher kommt.







    Um das Refuge herum wird einiges gebaut (2014). Die Quelle ist allerdings sehr schön und bequem zu erreichen.





    Die Dusche hier ist lustig. Genauer gesagt die Kabinentür. Sie schwingt nämlich von alleine nach außen auf... eigentlich das, was man beim Duschen nicht will ;) Aber genau dafür liegt ein großer Stein neben der Tür, den man irgendwie davor legen kann. Also wenn man unter der Tür durchgreift und ihn außen davor ziehen. Geht alles, ist kein Problem ;)



    Gegen Abend wird's noch einmal lustig. Eine Gruppe trifft ein, die die Zelt vom Refuge nutzen will. Sie sind recht spät und deswegen sind keine richtigen Zeltplätze mehr frei. Also quetschen sie überall die riesigen Wurfzelte hin, egal wie abschüssig der Boden ist. Sehr gut schlafen kann man so bestimmt nicht.

  20. Anfänger im Forum

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    #40
    Tag 16 -- Refuge d' Asinau - Refuge d'l Paliri

    Der letzte voll Tag auf dem Trail bricht an... heute steuern wir die letzte Hütte an.
    Irgendwie ein komisches Gefühl... Ich habe mich so an das Leben in den Bergen und an das Wandern gewöhnt, dass ich eigentlich noch eine ganze Weile so weiter machen könnte.
    Aber irgendwie fehlen dann auch die Freunde zuhause... Und die Füße sind auch ganz schön kaputt.

    Vom Refuge d' Asinau zum Refuge d'l Paliri kann man zwischen zwei Optionen wählen. Ein Weg geht um einen Berg herum, der andere führt darüber. Wir wählen letzteres. Also geht es mal wieder steil den Berg hinauf. Die Aussicht belohnt aber alle Anstrengungen!



    Hier sind wieder recht viele Wanderer unterwegs. Uns so kommt es an einer Schlüsselstelle sogar zum Stau. Hier führt der Weg einen Felsen hoch. Eine Kette zum Festhalten ist vorhanden. Es scheinen viele Tagesausflügler zu sein, die dieses Terrain nicht gewohnt sind. Lustig für uns, die aus dem Norden kommen und solche Klettereien tagelang gemacht haben ;)



    Wir kommen am Col de Bavella vorbei. Der Weg ist aber hier wieder weniger anspruchsvoll.

    Als wir uns dem Refuge d'l Paliri nähern verändert sich die Landschaft wiedermal stark.
    Es wird wärmer, schwüler und die Vegetation ist auf einmal anders.



    Am Refuge angekommen suchen wir uns wieder einen schönen Platz aus. Das Gelände ist sehr weitläufig. Wir entscheiden uns für einen Platz in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes. Wegen der Ruhe und der Aussicht natürlich ;)
    Es ist hier sehr felsig, wir können keine Heringe in den Boden schlagen. Aber der Trick mit den Steinen tut's auch...















    Wir genießen unseren letzten Tag in den Bergen.

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