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  1. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #1
    Mitreisende: Waldhexe
    Obwohl ich eigentlich zu faul bin um Tourberichte zu schreiben, ich sie aber immer gerne lese und es hier wenig Berichte über Touren mit Kindern gibt, will ich es mal wagen. Vielleicht macht es anderen Eltern Mut bzw. sie profitieren von unseren Erfahrungen.

    Ausgangslage:
    Vierköpfiges Team, miteinander schon öfters mit Faltkajak, Fahrrad und auf Hüttentour unterwegs gewesen.
    Die Kinder: Nörgli (13) und Miss Krakatau (10), beide von Klein auf im Faltboot vorne drin auf z.T. mehrwöchiger Tour mit dabei, mittlerweile gute Selberpaddler, ehemalige Waldkindergartenkinder, Pfadfinder, zum ersten mal mit uns im Fjäll dabei

    Wir Erwachsene: Bär und ich, ziemlich erfahren, auch im Norden und eingespielte Tourpartner auf einigen Kajak- und Trekkingtouren

    mütterliche Bedenken:
    Ich hatte mich bisher nicht getraut, die Kinder mit ins Fjäll zu nehmen, da ich Bedenken wegen der gelegentlich rauen Wetterverhältnisse hatte. Außerdem hatte ich Zweifel, ob Kinder für so eine eher karge Landschaft zu begeistern sind, ob es ihnen nicht langweilig wird. Der Gau: Die Kinder hocken „abkotzend“ im waagrechten Nieselregen in vollkommener Ödnis…
    Nachdem ich ihnen meine Fotos vom Vorjahr vom Paddjelantaleden zeigte, gabs allerdings Vorwürfe: Warum hast Du uns nicht mitgenommen!!!??!!!
    Also gut!

    Bedenken hatte ich auch wegen des Gepäckgewichts, da Bär und ich Gelenkprobleme und leider auch zu viel Biopren (so nennen das Paddler…) auf den Rippen haben. Die Kinder müssen ihre Ausrüstung also überwiegend selber tragen können. Nach den ersten Pfadi-Touren waren auch diese Bedenken ausgeräumt, da sie dort nicht nur ihren eigenen Kram sondern auch Gemeinschaftsgepäck bestehend aus viel zu vielen Lebensmitteln, schweren Khotenblättern, riesigen Töpfen und dicken Liederbüchern trugen.

    Eine Sorge blieb noch: Die Flüsse. Jedes Jahr anders, manchmal sind Brücken weggerissen und die Furten nicht immer harmlos. Wir wollten keine Flüsse queren, die Miss Krakatau höher als bis zum Knie gehen und schnell fließen, trotzdem war mir unwohl. Ich hatte mich hier im Forum nach einer Möglichkeit erkundigt, die Kinder im Zweifel zu sichern und wir haben verschiedene Möglichkeiten im Trockenen ausprobiert. Ich hatte ein 15m langes 6mm-Seil dabei, bei Bedarf planten wir, das die Kinder in einem aus dem Seil gebundenen Brustgurt gesichert sind, darauf ihren Rucksack mit offenem Hüftgurt tragen (bringt etwas Gewicht) und nacheinander mit Bär den Fluss queren. Ich sichere im Dülfersitz vom Ausgangsufer, im Falle eines Sturzes und Weggerissenwerdens würde das Kind also zum Augangsufer pendeln. Durch den Dülfersitz hätte ich die Möglichkeit z.B. bei Felsen Seil zu geben. Soweit die Theorie. Letztlich haben wir das Seil nicht gebraucht, an den kritischen Stellen waren Brücken vorhanden und bei den anderen Querungen sahen wir im Falle eines Sturzes keine Wegspülgefahr.

    Planung:
    Die Tour sollte im Rahmen eines vierwöchigen Schwedenurlaubs stattfinden, geplant war entweder eine längere Tour im Jämtlandsfjäll, oder zwei etwa einwöchige Touren im Jämtlandsfäll und Rogen. Wir hatten schon Erfahrung mit dem Jämtlandsfjäll und wählten das Gebiet, da die Anreise nicht so lang, die Hüttendichte für anhaltendes Schlechtwetter und Proviantnachkauf gut ist, es viele Tourvarianten mit Abkürzungen und Verlängerungen gibt und außerdem relativ wenig Mücken.

    Die bisherige Erfahrung mit den Kindern auf Tour war, dass wir uns unbedingt nach den Kindern richten müssen. Überforderung hatte sich in der Vergangenheit stets gerächt und zu großen Spannungen in der ganzen Gruppe geführt. Unserer Erfahrung nach gibt es verschiedene Überforderungen, physisch und psychisch. Fraglich war auch, ob Miss Krakataus Hüfte problemlos mitmacht, sie hatte als Baby luxierte Hüften und einige Operationen hinter sich. Das Ziel war, dass die Kinder Spaß an der Tour haben, gute Erfahrungen mit Trekkingtouren und vor allem dem Fjäll machen. Mit viel Muße also, wenn es sein muss im Schneckentempo, vielen Ruhe- (und Spiel-) Tagen, bei anhaltend schlechtem Wetter Hüttenübernachtung und im Zweifel einer kürzeren Tour.

    Kleidung:
    Im Grunde hatten die Kinder die gleiche Ausrüstung wie wir Erwachsenen. Für uns hatte sich das mit etwas Sicherheitsreserve (Kälteeinbruch, in den Bach fallen) so bewährt:
    drei Funktionsunterhosen
    zwei paar Falke Wandersocken
    zwei Merino-T-Shirts
    ein langärmeliges Zipp-Shirt (auch zum Schlafen)
    eine leichte lange Unterhose (auch zum Schlafen)
    ein dünner Fleece-Pulli
    eine Fleece-Weste
    eine Wanderhose (bewährt hat sich Softshell)
    eine leichte Hose für abends (ich mag in der Hütte nicht mit der langen Unterhose rumlaufen)
    für die Kinder ideal waren Fleecehosen, schön warm im Zelt
    leichte Regenhose
    Goretex-Jacke
    Buff
    Mütze
    Sonnenmütze
    Sonnenbrille
    Fleece-Handschuhe
    Crocs (zum Furten mit Einmachgummi-Sicherung)
    Sealskinz-Socken zum Furten
    Bei uns ist das meiste für andere Touren schon vorhanden und muss nur nachgekauft werden. Vor allem für die Kinder überwiegend bei Decathlon.

    Ausrüstung:
    versch. Rucksäcke mit Regenhüllen
    Zelt Marmot Nyx
    Zelt MSR Hubba Hubba HP mit Gearshed
    Mini-Tarp (MYOG)
    dicke Evazote-Matten für die Kinder
    NeoAir für die „Alten“
    Exped Airpillow light
    zwei gekürzte dünne Evazote-Matten als Sitzmatten
    Daunenschlafsäcke
    Hüttenschlafsäcke Seide
    Trangia groß mit einem Topf
    Spiritus 1l
    2 Mini-Bic-Feuerzeuge
    Spüllappen
    Outdoor-Allzeckseife (Geschirr + Kleidung)
    Sporks
    Falttassen
    Faltnäpfe
    0,75 PET-Wasserflaschen mit Nuckelverschluss (Trinkflasche + Dusche)
    3l Platypus Faltwassersack (Wasservorrat im Lager)
    Mini-Schweizer-Taschenmesser
    Photon Microlight (pro Person)
    kleines Erste-Hilfe-Set
    Notfallmedikamente
    Handy (obwohl überwiegend kein Empfang)
    wegen der Kinder daher McMurdo Fast Find
    Trekkingstöcke
    für Miss Krakatau (die Trekkingstöcke zur Explosion bringen) ein Haselnuß-Bergstock aus dem heimischen Garten
    größerer dünner Ortliebbeutel für Klamotten
    kleiner dünner Ortliebbeutel für Kleinkram
    Karte und Kompass
    1 Reclam-Buch bzw. Ebook-Reader pro Nase
    1 Spiel (Keltis Reiseversion ohne Schachtel)
    4-Personen Windsack (MYOG), Sicherheitsreserve wegen der Kinder
    Seil
    Schaufel
    Klopapier
    kleine Müllbeutel
    Mini-Waschzeug p.P
    leichte Falttasche (Hütteneinkauf, zum Duschen/Wäschewaschen gehen)
    Kunstfaser-Handtuch p.P.
    Sonnenmilch
    Sonnenbrillen
    Mückenspray ohne DET
    dünne Leine
    Wäscheklammern
    Geld + Kreditkarten
    Ausweise (Pass, DAV, DJH)

    Lebensmittel (für max. drei Tage, dann „Shopping“ in der Hütte):
    Müsli
    Milchpulver
    Kaffee und Tee
    Knäckebrot
    Tubenkäse
    Schokolade
    Müsliriegel
    Nüsse
    Trockenobst
    Asia-Snack
    Pasteria
    „warma Koppen“
    Instant-Kouskous
    Kakao
    Blaubärsuppe

    Gewichtsverteilung Startgewicht:
    Miss Krakatau 8 kg
    Nörgli 11 kg
    Bär 17 kg
    ich 15 kg

    Tourzeitraum:
    Mitte August
    Geändert von Waldhexe (20.11.2014 um 21:29 Uhr)

  2. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #2
    Die Namen finde ich schon mal herrlich !

  3. AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #3
    Ich bin dann mal auf die Gegendarstellung von Nörgli und Miss Krakatau gespannt!
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

  4. Freak Liebt das Forum

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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #4
    für Miss Krakatau (die Trekkingstöcke zur Explosion bringen) ein Haselnuß-Bergstock aus dem heimischen Garten
    Das Mädel hat Geschmack.

  5. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #5
    Aus dem hochsommerlichen Süddeutschland, nach ein Paar sonnigen Erholungstagen in Orsa angekommen in Ljungdalen bei frischen 15 °, sehr trübem Himmel und Nieselregen sinkt die Vorfreude deutlich. Das Fjäll verbirgt sich in den Wolken. Um nicht gleich nass und durchgefroren zu starten und im Trockenen die Rucksäcke zu packen quartierten wir uns in der Juhe ein. Eine gute Entscheidung! Dort erfahren wir auch, dass alle maßgeblichen Brücken noch vorhanden oder wiederaufgebaut sind. Das ist schon mal gut. Der Wetterbericht allerdings: Selbst im Fjäll für die Jahreszeit zu kühl und kein Ende des regnerischen Wetters in Sicht. Weiter im Norden sieht es nicht besser und noch kälter aus. Na toll! Kriegsrat bei Spaghetti Bolognese in der Juhe ergibt trotzdem einstimmig: Wir warten nicht, wir starten und kürzen die Tour im Zweifel.

    Am nächsten Morgen hat sich die Wolkendecke etwas gehoben und es regnet zumindest nicht. Also schnell die Juhe aufräumen, die Rucksäcke ins Auto und bis ans Ende der Straße nach Kläppen, wo wir das Auto stehen lassen. Ab hier dürfen auf dem Schotterweg nach Ljungris nur noch Sami fahren.



    Die Stimmung im Team ist gut, nach dem obligatorischen Vorher-Selfie starten wir Richtung Ljungris, das Ziel ist in 2-3 Tagen die Valastugorna zu erreichen. Vorbei an letzten Ferienhäusern schlängelt sich der Weg entlang des schon spektakulären Flusses Ljungan, durch die ersten zeitraubenden Blaubeerfelder das Tal hinauf.




    Zunächst laufen wir auf dem geschotterten Fahrweg und stoßen immer wieder auf Rengorden und anderen Hinweisen auf Sami. Die Kinder sind begeistert, vor allem als ihre ersten Rentiere sehen! Schließlich sehen sie auch die ersten Sami, zwei ältere Frauen die in einem klapprigen Kombi von Ljungris herunter kommen und angesichts der Kinder enthusiastisch winken. Als wir eine erste Vesperpause einlegen, kommen zwei älter Männer in einem noch klapprigeren Kleinbus, die Anhängerkupplung an einem Kabel hinter sich her schleifend, ebenso freundlich winkend. Die Kinder rätseln, wie die Leute wohl leben, ob sie zum „Shopping“ fahren und dann staunend ob der vielen Sachen im uns spartanisch vorkommenden Mini-ICA in Ljungdalen stehen.





    Kurz darauf erreichen wir auch Ljungris und die Kinder bestaunen das Samidorf. Wir verlassen den Fahrweg und folgen dem Weg durch die letzten Birken, auf einer nagelneuen Holzbrücke über den Ljungen ins Kahlfjäll hinein. Leider hat es in Ljungris zu regnen begonnen und allmählich kriecht die Kälte unter die Klamotten, Nörgli nörgelt und Miss Krakatau schaut allmählich etwas unglücklich. Bär und ich wechseln einen kurzen Blick: Lagerplatzsuche, auch wenn wir eigentlich bis zur Schutzhütte Ljungan kommen wollten.
    An einem Seitenbach des Ljungan finden wir ein geschütztes Tälchen mit ebener, nicht allzu sumpfiger Wiese, fakeln nicht lange und bauen unser Lager auf. Die Kinder verschwinden schnell im Zelt, zum Glück ist die Stimmung trotz des Regens und der kalten Temperaturen gut, es wird gekichert im Zelt!



    In einer Regenpause trocknen wir die Sachen etwas, zum Abendessen gibt es Asia-Snack mit Kouskous verstärkt und Blaubärsuppe. Ausnahmsweise sind die Kinder vom Abwaschen befreit.
    Zelte und Schlafsäcke trotzen Nässe und Kälte, wir haben eine gute Nacht und hoffen, morgen wider Erwarten in sonnendurchfluteten Zelten aufzuwachen…
    Geändert von Waldhexe (13.11.2014 um 15:08 Uhr)

  6. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #6
    Na, zumindest regnet es nicht und wir können trocken einpacken. Die Wanderstiefel hängen wir erst mal an die Rucksäcke, da wir gleich den Bach hinter unserem Lagerplatz furten müssen. Obwohl der Bach harmlos ist, üben wir mit den Kindern gleich das richtige Furten: Gesicht flußaufwärts, den /die Stöcke in die Strömung fest aufsetzten, leicht auf den Stock/die Stöcke lehnen und immer nur eine Extremität versetzen, also entweder (ein) Stock oder ein Bein.
    Dann steigen wir aus unserem Tälchen hinauf und lassen kurz darauf die letzten Birken hinter uns. Entgegen allen Befürchtungen gefällt den Kindern die Landschaft und sie finden immer wieder Bemerkenswertes. Es ist wirklich bereichernd, mit Kindern unterwegs zu sein, die die Welt oft mit anderen Augen sehen und ihre Phantasie spielen lassen. Von Ronja Räubertochter inspiriert, werden kleine grasbewachsene Buckel zu Gnomen, die sich in der Erde verstecken. Nörgli tauft sie „Puschelhirne". Es gibt immer wieder große Pilze zu entdecken, die „Schlumpfhauspilze" getauft werden. Und natürlich immer wieder Rentiere, die einfach „süüüüß" sind!



    Miss Krakatau ist allerdings enttäuscht, dass wir keine Lemminge sehen. Wir hatten von unter den Bohlenwegen hervor schimpfenden Lemmingen erzählt, Bärs Nachahmung mit die Hüften gestemmten Händen und entrüstetem Nagetier-Gesichtsausdruck hatte für einen anhaltenden Heiterkeitsausbruch gesorgt…
    Das trockene Wetter hält an als wir den Abzweig zur Helagshütte und kurz danach die Ljungen- Schutzhütte erreichen. Zuvor müssen wir noch einmal den Ljungen queren, die erste ernsthafte aber harmlose Furt. In der Schutzhütte gibt es Vesper und anschließendes ausgiebiges Blaubeergrasen.



    Beim Aufstieg auf den Sattel zum Valan setzt immer wieder Regen ein, mit zunehmender Höhe kommt noch Wind dazu, bei Temperaturen um 10° ist das aus dem süddeutschen Sommer kommend eine unangenehme Mischung. Das Fjäll ist kein Ponyhof!




    Die Kinder erweisen sich als tough und nehmen das Wetter ohne großes Klagen, als der Blick sich Richtung Valadalen öffnet und die Hütte in Sicht kommt, erhellen sich die Gesichter.




    Der Abstieg zum Valan zieht sich allerdings wie auf vergangenen Touren auch schon, Miss Krakatau bekommt Hüftschmerzen und wird unleidlich. (Die Schmerzen haben sich nach einem Orthopädenbesuch zu Hause zum Glück als Muskelüberlastung herausgestellt.) Bis wir unten am Valan sind und die abenteuerlich improvisierte Brückenkonstruktion über den ziemlich reißenden Fluss queren - die Mädels ohne mit der Wimper zu zucken! - wird klar, dass es Miss Krakatau heute nicht mehr bis zur Valastugorna schafft. Direkt am Fluss schlagen wir daher unser Lager auf und sind alle froh, in die warmen Schlafsäcke kriechen zu können.



    Die Erwachsenen müssen allerdings noch die Küchenarbeit erledigen, für Pasta mit Soße und reichlich warmen Kakao sorgen, bitte ans Zelt serviert! Abends noch ein spektakulärer Regenbogen, man muss den Kindern schon was bieten! Auch der wird allerdings aus dem Schlafsack genossen.



    Was Hygiene anbelangt, Bär und ich nehmen abends fast immer eine Flaschendusche, bei solchen Verhältnissen gerne auch mit angewärmtem Wasser. Die Kinder haben Hygiene streng rationiert… Naja.
    Geändert von Waldhexe (13.11.2014 um 21:24 Uhr)

  7. Erfahren

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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #7
    Ich verschlinge Reiseberichte in die Einsamkeit. Dieser ist ganz besonders. Danke fürs Mitnehmen.

  8. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #8
    Ganz großartiger Beginn, vielen Dank!
    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  9. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #9
    Am nächsten Morgen hat sich das Wetter leider weiter verschlechtert - nass einpacken. Zuvor gilt es eine Entscheidung zu treffen: Sollen wir direkt das Tal hoch zur Gasanstugorna gehen oder nur die fünf Kilometer zur Valastugorna? Im Regen stehend haben sich die Kinder schnell entschieden, sie wollen zur Valstugorna und dort auch den versprochenen Ruhetag haben. Wir haben zwar jetzt schon einen Tag länger gebraucht als geplant, aber was solls, wir haben Zeit.
    Die fünf Kilometer ziehen sich wie häufig im Fjäll und wie üblich wird es nach einer gewissen Zeit auch unter der besten Regenkleidung klamm und die Sachen sind von den Vortagen noch nicht richtig trocken. Der Gedanke, das nasse Zelt aufzubauen ist auch für uns Große nicht verlockend und so beschließen wir, in die Hütte zu gehen. Vor dem kurzen Aufstieg zur Hütte passieren wir das Badezimmer der Hütte, heute sieht es wenig einladend aus…



    Oben an der Hütte wollen groß und klein nur noch ins Trockene, durch das Hüttenfenster, an dem Wasser herunterläuft, sieht die Hüttenstube extreeeem heimelig aus… Der ältere Stugvard kommt heraus und scheint nicht angetan von vier nassen Deutschen, die zu ungewohnter Mittagsstunde Unruhe und Dreck in die Einsamkeit bringen. Natürlich schickt er uns nicht weg, heizt uns den Trockenraum und hilft uns die ausgeschüttelten obersten Schichten aufzuhängen. Wir sind eine ganze Weile beschäftigt, benehmen uns aber sorgfältig, machen möglichst wenig Dreck und ich packe mein rudimentäres Schwedisch aus. Das scheint ihn zu versöhnen und wie sich herausstellt, sprechen er und seine Frau recht gut Deutsch.

    In der Hütte kommt es uns sehr warm vor und die Kinder beziehen begeistert die oberen Stockbetten und finden unser Zimmer, die ganze Hütte und überhaupt alles hier schnuckelig. Wir instruieren sie in die Hüttenregeln, zeigen ihnen Klo, Wasserquelle und Abwasserstelle, schärfen ihnen die Eimertrennung ein und ermahnen sie bis zum Abwinken, alles an Ort und Stelle zurück zu räumen, Wasser aufzufüllen, überhaupt Ordnung zu halten und sich in der Hütte rücksichtsvoll zu verhalten.
    Jaaaaa man, wir habens gecheckt!
    Sie benehmen sich dann auch tadellos und finden die Hütte einfach nur genial. Na gottseidank, kein Nase rümpfen über Plumsklo und die relative Komfortlosigkeit der Hütten.
    Als wir dann die große Shoppingtour im Hütten-Supermarkt ankündigen gibt es erst große, dann ungläube Blicke und schließlich viel Gekicher angesichts des Warenregälchens im Stuvardbüro. Aber wir finden wie erwartet alles was wir an Nachschub brauchen, zur Abwechslung gibt es Gulaschsuppe mit Kartoffelbrei und zur Belohnung für die toughen Mädchen Kekse zum Abendkakao.

    Am nächsten Tag hat es aufgehört zu regnen aber versprochen ist versprochen: Ruhetag. Fürs Frühstücksmüsli werden erst mal viele viele Blaubären erlegt, überhaupt leiden die Bestände um die Hütte ziemlich an diesem Tag. Als Mitesser ist natürlich auch Mickey, der "blinde Passagier" dabei, er erwies sich zu Hause auf der Küchenwaage als das leichteste Kuscheltier aus Miss Krakataus umfangreicher Sammlung...







    Es hat wirklich reichlich Blaubeeren dieses Jahr, leider finden wir keine einzige Moltebeere.
    Den Kindern ist kein bisschen langweilig, sie sind voll in ihrem Element, erforschen Hütte und Umgebung und streifen über die Hügel hinter der Hütte durch den Zauberbirkenwald. Der Waldkindergarten macht sich mal wieder bezahlt! Allerdings wohnen wir auch zu Hause am Waldrand...





    Aber Ruhetag heißt natürlich auch Wäschetag, die Kinder sollen ihre Wäsche selber waschen, erledigen auch das Wasser holen und Wasser wegbringen selbst. Außerdem gibt es jetzt keinen Verhandlungsspielraum für persönliche Hygiene mehr, auch die Mädels lassen sich trotz der kühlen Luft schließlich zu einer warmen Dusche aus der Nuckelflasche hinter der Hütte überreden.
    Na also!

  10. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: (S) Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #10
    Total schön und witzig geschrieben. Nette Kinder hast du
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  11. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #11
    Ruhetag bedeutet allerdings erfahrungsgemäß nicht immer, dass man danach topfit ist. Auch wir großen kennen das, manchmal sind die Beine einfach trotzdem schwer. Beide Mädels haben keinen guten Tag als wir die heimelige Valastugorna am nächsten Morgen nur ungern verlassen, mittlerweile sind auch die Stugvärd ausgesprochen herzlich und winken uns hinterher.



    Bär und ich tauschen wissende Blicke: Das wird hart heute. Die Etappe von der Valastugorna zur Gasanstugorna war schon letztes mal nicht unsere Lieblingsetappe, die 15 km ziehen sich unglaublich, zum Teil ist der Weg sumpfig, führt über häßliche Blockfelder und häufige Flüsse versperren den Weg. Oben im zugigen Tal zu zelten wird auch ungemütlich, falls wir die Hütte nicht erreichen. Aber an der Gasanstugorna führt nun mal kein Weg vorbei, sozusagen. So ist zunächst die Schutzhütte unterhalb der Gasan das Tagesziel, da hätten wir zumindest einen Aufenthaltsraum.

    Zumindest bleibt es trocken, wir ermutigen die Mädels zu ruhigem, stetigem Gehen und eine phantastische Landschaft belohnt die Mühe.









    Immer wieder bleibt eins der Mädels zurück, beide kämpfen sichtlich und stöhnen vor jeder Flussquerung: Nicht schon wieder! Trotzdem machen sie ihre Sache sehr gut und bleiben konzentriert.





    Wir brauchen häufige Pausen, die wir allerdings relativ kurz halten müssen um nicht auszukühlen. Man ackert und ackert und schaut auf die Karte: Noch nicht mal die Hälfte. Die einen machen es sich nach Cowboy-Art gemütlich, die anderen, so Nörgli, ziehen den Blaubären hinterher…



    Wie befürchtet, ist vor allem Miss Krakatau an der Schutzhütte schon ziemlich am Ende, wohl eher mit den psychischen Kräften als mit den physischen. Nörgli würde sich noch zur Gasan durchbeißen, aber was solls, mit Kindern ist Ehrgeiz einfach fehl am Platz. Da weit und breit niemand zu sehen ist, es ziemlich bläst und für Sommer etwas frisch ist, beschließen wir, einfach in der Hütte zu schlafen, obwohl eigentlich nicht erlaubt.





    Wir machen kein Feuer um kein Holz zu verschwenden und geloben uns, die Hütte sofort zu räumen, sollte noch jemand kommen.
    Es kommt aber niemand.

  12. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #12
    "Zum Geburtstag viel Glück, zum Geburtstag alles Gute…"
    Ach ja, da war doch was.
    Statt Torte gibt es allerdings nur strohige Haferflocken mit Studentenfutter, so langsam kauen wir da schon etwas widerwillig drauf rum. Düster und kühl ist es in der Hütte, aber was solls, es war in der Nacht, als der Wind um die Ecken pfiff ein Dach über dem Kopf. Wir gehen uns beim Zusammenpacken in der engen Hütte etwas auf den Wecker und als ich Miss Krakatau ermahne, die anderen doch nicht warten zu lassen und sich ein klein wenig zu beeilen, zeigen erste seismographische Ausschläge: Auch dieser Tag wird hart.



    Tatsächlich quält sich Miss Krakatau unglaublich über die nicht leicht zu gehenden fünf Kilometer bis zur Gasan, klagt über Schmerzen in der Hüfte, macht ihrem Alias alle Ehre und ist nur mit Mühe zum Weitergehen zu bewegen. Wir versprechen eine große Pause mit einem warmen Mittagessen in der Gasanstugorna bevor wir dann weitergehen…





    Erst als die Gasan endlich in Sicht kommt, läuft es besser. Nörgli zeigt, dass sie schon die psychische Stärke hat um sich klaglos „in Trance" zu laufen, auch wenn die Füße weh tun und es unangenehm kalt ist.



    Die Stimmung steigt senkrecht, als wir uns im Hütten-Supermarkt üppig für das Mittagessen eindecken. Bestechung muss sein und außerdem habe ich Geburtstag. In einem plötzlichen Anfall kaufe ich eine große Flasche Erdbeersirup. Bär meint noch, wer soll die den schleppen. In der Hütte stürzen sich alle komischerweise heißdurstig drauf, ich komme gar nicht nach mit Mischen und in nullkommanichts ziehen wir einen ganzen Eimer Wasser weg! Wir hatten wohl doch zu wenig getrunken oder sonst irgendwie einen Mangel.
    Wir machen es uns gemütlich und nach dem Essen kommt es, wie es kommen muss. Keiner will mehr raus, immer wieder ziehen dicke Regenschauer von den Bergen herunter und es ist unglaublich behaglich, dabei aus der Hütte zu zu schauen. Außerdem ist das Versorgen von vier hungrigen Mäulern auf einer Hütte mit Arbeit verbunden und das „Suppenkoma“ schlägt zu. Eigentlich wollten wir noch weiter…



    Als ich endlich frage: Sollen wir hierbleiben? ist vor Erleichterung bei den Kindern fast alle Müdigkeit verflogen. Also gut, was solls, und schließlich habe ich Geburtstag!
    Den Rest des Nachmittags verpulvern die Kinder einen Teil ihres Taschengeldes für Süßigkeiten im Hütten-"Supermarkt" und machen Übungen zur Arbeit mit Karte und Kompass.
    Das ist ja schließlich auch wichtig.

  13. Fuchs
    Avatar von Vintervik
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #13
    Schöner Bericht bisher!

    Hast Du ein Bild von der Brücke über den Härjångsån südlich der Vålåstugorna?
    Und am Sturebadet und Umgebung waren keine Hjortron??

    Interessant, dass Ihr das Härjångsdalen zwischen Vålåstugorna und Gåsen nicht so toll findet. Ich finde es das schönste Stück, das ich bisher im Jämtlandsfjäll gelaufen bin.

  14. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #14
    Am nächsten Morgen ist schnell klar, der halbe Ruhetag hat wirklich gut getan, die Stimmung ist gut. Aber vor dem Hüttenfenster ziehen Wolkenfetzen vorbei und die Erkundigung beim Stugvärd ergibt: Es wird eher wieder schlechter. Beim Frühstück halten wir Kriegsrat, da wir an einem unserer „Points of Return" sind. Von hier könnten wir die ganz große Runde Richtung Blahammaren Fjällstation gehen, oder zur Sylarna Fjällstation zum nächsten Entscheidungspunkt, oder zur Helagsstugorna um die Tour in etwa drei Tagen zu beenden. Wir diskutieren lange und die Kinder sprechen sich angesichts des Wetters für die kürzeste Variante über die Helagsstugorna aus, mit einem gewissen Bedauern, was ein gutes Zeichen ist! Auch uns scheint das angesichts der wiederkehrenden Hüftschmerzen von Miss Krakatau als vernünftig. Die Tour soll im Nachhinein lieber zu kurz sein als zu lang!





    Der Blick von der Gasan ist normalerweise spektakulär, hier ein Vergleichsfoto von vor einigen Jahren…



    Beim Aufbruch sind die Kinder energiegeladen und kichern trotz des eisigen Windes herum. Dann tuscheln sie und plötzlich legen sie ein strammes Tempo vor und zeigen den „Alten“, wo ihr Platz ist! Wir lassen sie ziehen, sie wissen, dass sie in Sichtweite bleiben sollen und ich kann mich auf sie verlassen.



    In unglaublichem Tempo steigen wir hinab zum Fluss Gasan, dessen Querung mir ein wenig Sorgen macht. Kurz vor dem Fluss überholen wir eine größere Gruppe und als wir am Ufer sind, haben die Kinder schon eine Stelle ausgesucht, die sie für geeignet halten. Ziemlich breit und in der von Stein zu Stein - Technik gerade noch machbar. Sie schauen mich fragend an und da der Fluss nicht zu tief ist, nicke ich ihnen wortlos zu und lasse sie machen. Geschickt wählt Nörgli einen Weg und gibt ihrer Schwester Hinweise, als diese nicht weiter weiß. Die Gruppe hinter uns schaut fassungslos zu. Noch ein schneller Seitenarm, an dem Miss Krakatau Rat und Mut braucht, dann haben wir es geschafft. Ich könnte platzen vor Stolz! Vor lauter Sorge hab ich allerdings das Fotografieren vergessen!
    Grinsend steigen wir zum Sattel zwischen den Flüssen Gasan und Miesjhkejohke auf und sehen auf die Gruppe hinunter, die nach einer halben Stunde immer noch ratlos am anderen Ufer suchend auf und ab geht. Den Mädels wird klar: Sie haben sich getraut, was andere Erwachsene sich nicht ohne weiteres trauen. Das die Gruppe keine Stöcke dabei hat, lasse ich unerwähnt…



    Wir übersteigen den Sattel in weiterhin flottem Tempo und auch der Miesjhkejohke wird ohne Schwierigkeiten überwunden, die Mädels trauen sich was zu und wissen jetzt, wie es geht. Es scheint gerade mal die Sonne und wir gönnen uns eine Pause am windgeschützten Ufer. Ein junges Paar kommt von der anderen Seite und ruft herüber. Wie wir da denn hinüber gekommen seien?! Die Kinder zeigen es und strahlen!
    Es folgt der Aufstieg auf den nächsten Sattel und mir wird klar, dass wir es heute wieder Erwarten zur Helagsstugorna schaffen. So ist das, wenn man mit Kindern wandert!
    Oben kommt das Helagsmassiv ins Sicht, leider in Wolken, aber der Gletscher wäre von hier aus eh nicht zu sehen. Was wir sehen ist, dass sich der Weg noch ziemlich ziehen wird, auf und ab durch das breite Tal des Handölan mit vielen Endmoränen. Außerdem beginnt es wieder zu regnen, aber die Kinder wollen es bis zur Hütte schaffen.



    Tatsächlich kommt uns der Weg endlos vor, es ist wieder unangenehm nass und kalt, zu kalt für eine Pause, die wir bräuchten. So essen wir im Stehen mit dem Rücken zum Wind einen Müsliriegel, Nörgli wechselt mit schmerzverzertem Gesicht von einem Fuß auf den anderen. Ja, so sehen heftige Fußschmerzen aus, seit ich Einlagen trage, kenne ich das nur noch aus der Erinnerung.
    Sollen wir einen Lagerplatz suchen? Die Kinder schauen in die grauen Wolken. Nein, sie wollen zur Hütte.
    Die beiden wissen, sie sollen sagen, wenn es ihnen nicht gut geht. Grün heißt, ich wollte es nur mal so sagen, dann wird nicht weiter gejammert; gelb heißt, es ist wirklich sehr unangenehm, also Lagerplatzsuche und rot heißt, ich kann wirklich nicht mehr. Rot ist also zu vermeiden, da wir nicht überall sofort die Zelte aufstellen können. Das verlangt ganz schön viel von den Kindern, vor allem auch einzuschätzen, wann sie meinen, nicht mehr zu können und wann es wirklich nicht mehr geht.

    Nörgli beweist heute Reife, die manche erwachsenen Tourpartner nicht haben, die anderen mit unnützem Gejammer auf den Wecker gehen. Sie macht das mit sich aus, läuft stetig und wie ein Uhrwerk voraus. An ihrem Schritt sehe ich, dass sie Schmerzen hat und müde ist, aber in „Trance" läuft. Das hat sie bei Paddeltouren gelernt, von nichts kommt nichts.
    Ja nicht stören!

    Als wir unnötigerweise noch halb über den Jalkedsaajja steigen müssen - man könnte den Weg auch drum rum führen! - bricht Miss Krakatau ein. Ich ahne, dass es eher ihre Willenskräfte sind, greife in die Trickkiste und „leihe" ihr sozusagen meinen Willen. Ich nehme meine Stöcke in eine Hand, ihren Stock in die andere und fordere sie auf, hinter mir die Stockenden zu greifen. Der Helagsexpress fährt in wenigen Minuten ab! Fast automatisch läuft sie hinter mir im Gleichschritt und ich muss sie nicht wirklich ziehen.

    Verflixte 100.000er-Karten, so ein Berglein zieht sich ewig und es kommt immer noch der letzte Aufstieg vor dem vorletzten Aufstieg… Endlich ist der ebene Sattel vor uns und dann noch weit vor uns die Hüttenanlage in Sicht. Weit vor uns. Ich liebe Hütten, die man erst sieht, wenn man davor steht!



    Auch das ist schließlich geschafft und unendlich stolz stehen wir vor der Hütte. Klar nehmen wir ein Zimmer! Ob wir auch Abendessen wollen, fragt der Stugvärd. Reißt ein Loch in die Reisekasse, aber wir wollen, schließlich hatte ich gestern Geburtstag!



    Wir beziehen unser Zimmer und die Kinder blicken fassungslos auf die Lampe an der Decke! Strom! Wie bitte? Strom!!! Xmal wird dann das Licht an und ausgeschaltet, sie kriegen sich gar nicht mehr ein. Als ich verkünde, dass es hier heiße Duschen gibt, wollen sie es kaum glauben! Und kein Wasser holen, ein Wasserhahn in der Küchenstube!!!

    Voller Vorfreude auf Fleisch und wo möglich frisches Gemüse begeben wir uns frisch geduscht (aaaaaah!!!!) zum Abendessen und unsere kühnsten Erwartungen werden weit übertroffen! Absolut empfehlenswert!
    Leider leider sind wir irgendwann satt und fallen müde in die Betten, natürlich nicht ohne vorher noch einige male das Licht an- und ausgeschaltet zu haben…

  15. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #15
    Du kannst stolz sein auf Deine Töchter. Genieße sie. Sie werden so schnell groß.

    Ansonsten: Waldhexe mal ohne Boot. Schön geschrieben.

    Ditschi

  16. AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #16
    Toller Bericht! Ich bin gespannt auf die weiteren Etappen!

  17. Moderator
    Lebt im Forum
    Avatar von ronaldo
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #17
    Dolle Sache, freu mich auf die Fortsetzung.
    Und mein Respekt den jungen Damen!

  18. Anfänger im Forum

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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #18
    Danke für Deinen sympatischen Bericht liebe Waldhexe. Meine 2 Mädels sind in 10 Jahren im alter Deiner beiden (große ist jetzt 4 Jahre, die kleine 5 Wochen alt) und ich hoffe, dass sie dann auch so motiviert sind, so eine Tour mit mir zu machen.

    Dein Bericht macht mir auf jedenfall viel Vorfreude auf die Zeit, die noch kommen wird. Ich hoffe es geht bald weiter, damit ich Deinen Bericht weiter verschlingen kann.

    Und größte Hochachtung vor Deinen 2 Mädels. Toll, dass sie das alles (Wetter, Anstrengung,...) auf sich nehmen. Da kannst Du echt Stolz sein auf die beiden. Ihr hattet sicher eine tolle Zeit...absolut beneidenswert.

  19. Alter Hase
    Avatar von Scrat79
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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #19
    Zitat Zitat von Waldhexe Beitrag anzeigen
    Die Tour soll im Nachhinein lieber zu kurz sein als zu lang!
    Sehr weise!
    Und schön geschrieben!
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.
    Wenn viele Menschen wenige Menschen kontrollieren können, stirbt die Freiheit.

  20. Dauerbesucher

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    AW: [SE] Mit Nörgli und Miss Krakatau ins Fjäll

    #20
    Wunderbarer Bericht und tolle Bilder.
    Schön das ihr so eine Familientour macht.

    Meine beiden Mädels waren noch sehr klein (7 und 9.....siehe mein Bericht von 2010) auf der ersten Hüttentour in Rondane......die ich gar nicht mit eurer tollen Zelttour vergleichen will.
    Leider habe ich gerade mit meinen 2 (jetzt 10 und 13) zwei Nörglis, wie sich im Oktober bei Tagestouren im Allgäu herausstellte. Aber vielleicht klapts nochmal mit ner längern Tour.

    Freue mich auf Fortsetzung.

    Gruß,
    FCElch

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