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  1. Alter Hase
    Avatar von Tie_Fish
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Zitat Zitat von Rattus Beitrag anzeigen
    OT: Das wollte ich immer schon mal wissen
    OT: Ein guter Anfang
    Grüße, Tie »

  2. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Danke.
    Aus dem ganzen Urteil geht auch hervor, dass andere diese Ausnahmegenehmigung erhielten.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------
    Es geht aber auch, indem ihr einen großen Bauwagen nutzt, der nicht dauerhaft mit dem Erdboden verbunden ist und man sich wo anders anmeldet.
    Geändert von Abt (19.01.2015 um 13:11 Uhr)

  3. Alter Hase
    Avatar von Tie_Fish
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Das setzt dann aber wieder eigenes Land/Wald oder Zustimmung des Waldeigentümers und sicher auch des Staates voraus. Ich glaube nicht, dass man den Bauwagen lange im Wald stehen lassen darf, selbst wenn einem der Wald gehört. Würde mich sehr wundern.
    Grüße, Tie »

  4. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Hm.
    Ich frage mal nach. Es gab so da einen bei N.( Will nicht, das dieser Mensch Ärger bekommt
    ) der wohnt oder wohnte mehrere Jahre im Wald.
    Falls du zum Sachsentreff kommst, kann ich dir aber bestimmt darüber Auskunft geben.

    Aber zum Thema, man unterschätzt sicher, wieviel Abfall so ein normales Menschlein im Laufe der Zeit produziert.
    Und dafür die Tolleranz des Eigentümers zu erhalten? glaube kaum das das geht.
    Dazu kommt eine winterfeste Wasserleitung, das was das Leben überhaupt ausmacht,-Licht!
    Ohne, dass ich autharkes Leben probiert hätte, sage ich : es geht einfach auf Dauer nicht.
    Eine Weile ok. Die Weile ist endlich.

  5. Neu im Forum

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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Tatsache geschuldet, dass wir eben kein Land der Kleinbauern mehr sind oder sein wollen.
    Mir würde die Zeit fehlen, mich um einen Garten oder Kleinvieh zu kümmern und das ist keine Ausrede, sondern den Arbeitsbedingungen geschuldet, die zunehmend Zweigleisigkeit verhindern.
    Ich hab mich extra wegen des Wortes "wir" im ersten Satz angemeldet. Ein Wort das in Politik und Werbung -meist ohne stützende Hintergrundinformationen- mit "die Allgemeinheit" gleichgesetzt wird, im Zusammenhang des Themas aber eigentlich nur "alle" bedeuten kann und so schlichtweg fehl am Platz ist.
    Ich gehe des öfteren bei einem Kleinbauern einkaufen der einfach eine kleine Hütte (10m²) in der nähe des Wohnhauses aufgestellt hat und dort seine Produkte anbietet. Es gibt niemanden der kassiert oder kontrolliert was dort geschieht, nur eine Liste mit Preisen und eine kleine Büchse in die die Kundschaft das Geld einwirft.
    Die Tochter des Bauern möchte gerne einen neuen Schafstall bauen, bekommt aber keine Baugenehmigung, ohne nachweisen zu können, dass auch ausreichend(!) Profit erwirtschaftet werden kann. Es geht wohlgemerkt nicht um einen Kredit sondern nur um eine Baugenehmigung!
    "Wir" wollen kein Land der Kleinbauern sein ist einfach eine Falschaussage. Wir dürfen/können kein Land der Kleinbauern sein. Tatsache ist einfach das hierzulande die Kleinbauern fast ausgerottet wurden, nun unsere osteuropäischen Länder an der Reihe sind, es doch tatsächlich Ölkonzerne sind die dort im großen Stil Weideland aufkaufen und kleine Familienbetriebe regelrecht vertreiben.
    So um langsam einen Zusammenhang zum eigentlichen Thema herzustellen:
    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    Überhaupt: Was ist ein Aussteiger?Ist ein Mann, der den hochdotierten Bankjob aufgibt, um sich um die Kinder zu kümmern während die Frau weiter arbeitet, ein Aussteiger? Ist es jemand, der in die alternative, möglichst selbstversorgende Landwirtschaft im Kreise Gleichgesinnter einsteigt? Ist es jemand, der den Job als Bäcker in D gegen einen Job als Bäcker im Tackatuckaland eintauscht? [...] Kurz: Die Begrifflichkeiten sind so schwammig und bieten eine riesenhafte Projektionsfläche für eigene Ängste und Träume,[...]
    Für mich gehört schon die Familie die den oben genannten Bauernhof betreibt zu den Aussteigern, da sie etwas praktizieren was von Politik und Wirtschaft (das System) nicht mehr gewünscht ist. Wer nicht genügend Geld erwirtschaftet ist ein schlechter Konsument und das ist nicht erwünscht. Ohne Konsum leidet die Wirtschaft und das ist nicht erwünscht. Es gibt Menschen die darin kein Problem erkennen oder sich nur Sorgen machen zu kurz zu kommen und nicht so viel konsumieren zu können wie sie gerne würden, es gibt Menschen die sehen darin eine alarmierende Entwicklung und hoffen das die nächste Wahl dies ändert und es gibt Menschen die den Versuch unternehmen sich diesem System so weit es geht zu entziehen und jeder der letzteren Gruppe wird wohl mindestens einmal mit dem Gedanken gespielt haben einfach in, mit und von der Natur zu leben.
    (Und um jetzt wirklich auf den ersten Beitrag zurück zu kommen)
    Ob die Menschen, in dem dort verlinkten Artikel, dieses Leben nun wirklich führen oder nicht können wir wohl nicht klären die Aussagen wie "Hier fühle ich mich viel besser" oder "Mein Glück, meine Freiheit, meine Würde - alles ist hier" legen aber nahe, dass sie regelrecht dazu gezwungen wurden sich für dieses Leben zu entscheiden. Es ist nicht ein verklärtes romantisches Bild sondern die bittere Realität die solche radikalen Schritte fördert.

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Hallo Borsti,
    willkommen im Forum. Da Du gleich eine Attacke reitest, solltest Du damit rechnen, daß nicht jeder sich auf das Pferd schwingt und mitreitet. Zunächs zitierst Du Torres. Das ist jemand, der es im Gegensatz zu den meisten hier und vermutlich auch im Gegensatz zu Dir mit einem landwirtschaftlichen Kleinbetrieb ausprobiert hat und weiß, wovon er redet. Da sollte man gut zuhören. Aber das schließt natürlich Kritik an der Wortwahl nicht aus.
    Dein Beispiel als Beleg dafür, daß Politik und Wirtschaft es darauf anlegen, bäuerliche Kleinbetriebe auszurotten?
    Dein Sachverhalt gibt es nicht her, aber ich vermute, Dein Bauernhof liegt im Außenbereich ? Dann kollidiert der Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung für den Schafstall mit § 35 Bundesbaugesetz. Der hat zum Ziel, die Zersiedelung der Landschaft zu verhindern. Er zielt nicht auf Ausrottung bäuerlicher Kleinbetriebe. Landwirtschaftlichen Betrieben kann eine Genehmigung erteilt werden, im Außenbereich zu bauen. Aber es müssen Betriebe sein mit Aussicht auf wirtschaftlichen Fortbestand als Abgrenzung zur Hobbylandwirtschaft. Die Rentabilität ist wichtiges Indiz und muß nachgewiesen werden. Wen es interessiert:
    https://www.landwirtschaftskammer.de...e-baurecht.htm
    Da steht eine Menge drin zur Problematik, im Außenbereich zu bauen.
    Letztlich ist es auch richtig: wie sähe unsere Landschaft aus, wenn man im Außenbereich eine Baugenehmigung erteilen müßte für jemanden mit drei Hühnern und einer Ziege? Die kann sich jeder anschaffen.
    Es ist Ziel von Politik und Wirtschaft, bäuerliche Kleinbetriebe auszurotten ? Ich habe die Agrarreform der EU von 2013 anders verstanden:
    http://de.euronews.com/2013/06/26/ag...kleinbetriebe/
    Es mag spät kommen, aber nach einer gewollten Ausrottungsstrategie sieht das nicht aus.
    In einem Punkt hast Du natürlich recht: Kleinbetriebe haben es schwer, wirtschaftlich zu überleben. Nicht nur bäuerliche Kleinbetriebe. Das gilt überall und ist banal. Wer seine Nische nicht findet, hat es schwer. Das nennt sich Markt.
    Gruß Ditschi

  7. Neu im Forum

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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Ersteinmal danke für das Willkommen im Forum, so banal es im Internet eigentlich ist.

    Ich habe mir den Thread komplett durchgelesen und erkenne durchaus Torres Erfahrung in gegebener Problematik. Du hast auch in dem Punkt recht , dass ich keinerlei Erfahrung in der Führung eines Kleinbetriebes habe.

    Allerdings gibst du mir in dem Punkt recht, dass es Kleinbetriebe schwer haben und da stellt sich mir die Frage: Warum?! Was spricht dagegen, dass ein kleiner Betrieb a) genug Lebensmittel produziert um nicht unter zu gehen und b) einen Teil der Bevölkerung ernährt? Die Antwort für mich ist eindeutig: Aus wirtschaftlichen Interessen! Der Gewinn ist zu gering.

    Auf deine Frage ob der Betrieb im Außenbereich liegt kann ich keine genaue Antwort geben. Ist eine Stadt mit 160k Einwohnern in der Nähe (20km) von Köln ein Außenbereich? Und selbst wenn, spielt das wirklich eine Rolle, wenn man die Problematik auf die grundlegende Frage reduziert? ( siehe a) und b))

    Die von dir verlinkten Seiten stehen ebenfalls unter dieser Frage. Aus System (Politik/Wirtschaft) Sicht genügt es nicht, einfache "Hobby" -deswegen in Anführungszeichen, da es Definitionssache ist- Betriebe zu erhalten, womit wir wieder bei der Problematik des Gewinns und Konsums angelangt sind.
    Geändert von Borsti (26.02.2015 um 01:48 Uhr)

  8. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Hallo @ borsti, die Erwähnung des Außenbereiches basiert auf einer reinen Vermutung, weil sie mir eine Erklärung liefert, warum die Baubehörde bei Erteilung einer Baugenehmigung einer Rentabilitätsnachweis verlangt. Es könnte auch sein, daß im Innenbereich der Bau eines Stalls aufgrund einer Bauleitplanung den Nachweis eines landwirtschaftlichen Betriebes verlangt.
    Ich weiß es halt nicht. Es kann auch dahinstehen. Du weißt es jedoch auch nicht. Das belegt, daß Du -- sogar mit Ausrufungszeichen- einen Sachverhalt mißbilligst und sogar daraus Schlußfolgerungen ziehst, den Du nicht recherchiert und verstanden hast.

    Zitat borsti:Was spricht dagegen, dass ein kleiner Betrieb a) genug Lebensmittel produziert um nicht unter zu gehen und b) einen Teil der Bevölkerung ernährt? Die Antwort für mich ist eindeutig: Aus wirtschaftlichen Interessen! Der Gewinn ist zu gering.
    Nö. Es gibt genug Kleinbetriebe, die Lebensmittel produzieren und einen Teil der Bevölkerung ernähren. Auch bäuerliche Kleinbetriebe. Ich lebe hier auf dem Land und kenne solche Betriebe. Voraussetzung ist nur ein gewinnträchtiges Konzept und ein Nischenprodukt. Ich kann Dir zum Beispiel die Zucht und Verwertung von japanischen Wagyu-Rindern nennen, die zur Zeit bei uns in Kleinbetrieben Furore machen.
    http://www.welt.de/wissenschaft/umwe...oldbarren.html
    Ob in Landwirtschaft, Handwerk oder Industrie, ob Groß-oder Kleinbetrieb, ein Bestehen setzt immer Rentabilität voraus. Sonst geht es in die Pleite. Und die ist für mich kein Vorgang des Ausstiegs. Sonst gäbe es viele Aussteiger. 9 von 10 Firmengründungen scheitern.
    Ditschi

  9. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Heute kam ein Bericht was die Bevölkerung über den Einsiedler vom Kornberg/Waldläufer des Fichtelgebirges denkt.

    http://www.br.de/mediathek/video/sen...plett-100.html

    ab Minute 17:00
    Geändert von blauloke (26.02.2015 um 21:43 Uhr)
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  10. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    @ Blauloke

    Der link funktioniert nicht.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  11. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  12. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Jetzt sollte er funzen.

    Edit: Couchen war schneller.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  13. Neu im Forum

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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Liebe Kommune,

    gelegentlich stelle ich fest, dass sowohl im Internet, als auch bei meinen Fernsehbeiträgen Darstellungen zu Fehlinterpretationen führen. Scheinbar werden Dinge auch so ausgelegt wie es einem in den Kram passt, was oft nur wenig mit den Tatsachen zu tun hat. Ferner stelle ich fest, dass Foren genutzt werden, um mit der Anonymität Lügen zu verbreiten. Ich wurde sogar schon in einem Forum gesperrt, um auf Vorwürfe nicht antworten zu können. Habt doch mal den Mut zu Euren Aussagen zu stehen und Euch mit Euren tatsächlichen Namen anzumelden! Schreibt doch mal die Menschen direkt an und erkundigt Euch darüber, ob Eure Meinung der Wahrheit entspricht. Im Folgenden möchte ich kurz einige Dinge ins rechte Licht rücken.

    Die Information ich führe zweimal wöchentlich nach Dossenheim, um zu duschen und meine Freundin zu besuchen ist schon seit November 2014 nicht mehr aktuell. Die zwei Tage „waldfrei“ zu Beginn des Projektes dienten nie dazu, dass ich duschen konnte, sondern eine Beziehung mit einer Frau aus Dossenheim zu führen. Meine Freundin musste mich eher dazu anhalten zu duschen -zu schnell gewöhnt man sich an den Rauchgestank in den Klamotten und duftet wie ein Räucherwürstchen. Ferner habe ich mir das tägliche Duschen abgewöhnt und kann mich auch im Wald ganz gut waschen. Genauso wenig entspricht es der Tatsache, dass ich aus Dossenheim stamme. Das hat irgendwann mal eine Zeitung über mich geschrieben. Ich habe lediglich bis 2013 in der Rhein-Neckar-Region gelebt. Gebürtig stamme ich aus Mülheim an der Ruhr.

    Den gravierenden Einschnitt mein altes Leben aufzugeben vollzog ich, weil der Leidensdruck in einem zivilisierten Leben trotz meiner sehr guten Reputation im Job zu hoch war. Aus der Einsicht, dass man mit einem zivilisierten Leben ständig die Umwelt schädigt wuchs der Wunsch, den Schaden den ich produziere zu minimieren. Ich war überzeugt, dass mir weitere Kurse und Bücher über Survivaltechniken nicht weiter helfen würden und so erschien es mir sinnvoller die Fertigkeiten im Alltag zu leben. Der unbequeme Alltag mit seinen Entbehrlichkeiten sollte mir zeigen, was ich wirklich brauche und worauf ich verzichten kann. Mit Beginn des Projekts wollte ich mich auch etwas von den Menschen zurückziehen. Zu tief saßen die Verletzungen und Enttäuschungen… Aber auch der Rückzug hat seine Grenzen. Spätestens nach eineinhalb Jahren in der Natur waren auch diese Mauern meiner Seele durchbrochen und ich stellte fest, dass ich abhängiger bin als ich ursprünglich dachte. Die Natur zeigt einem das schnell. Meist genügen schon vier Regentage in einem Zelt alleine im Wald, um zu spüren, dass zwischenmenschliche Nähe und Wärme gut tun kann. Besonders, wenn man mehrere Winter draußen verbracht hat.
    Ich bin heute stolz darauf, mein eigenes Geld zu verdienen, nicht auf ander Leut’s Kosten zu leben und dass mich der Burn-Out nicht total in die Knie gezwungen hat und das obwohl man mir 2012 beim Arbeitsamt prophezeite ich würde keinen Job auf dem freien Markt finden. Dass ich trotzdem nicht untergegangen bin, verdanke ich -neben manchen Menschen- auch der Natur und ihrer stillen Heilkraft.
    Und ja, ich verdiene Geld mit meiner Arbeit. Was tun die, die die Nase rümpfen, wenn sie erfahren, dass einer der im Wald lebt Geld verdient? Arbeiten diese Leute nicht? Wo steht die unterschwellige Regel, dass man kein Geld verdienen darf, wenn man so lebt wie ich? Manchmal habe ich den Eindruck ich müsse mich dafür schämen, aber was ist denen, die so argumentieren lieber? Dass ich von Hartz IV lebe und lieber in einer auswegslosen Lebensphase aufgegeben hätte? Ja, ich habe drei Monate Hartz IV bekommen, als ich überhaupt nicht weiter wusste und die Zeit war für mich die Hölle.

    „Der Odenwald-Tipianer“ ist kein absolutes Projekt. Ich lebe weder komplett in der Zivilisation und fröne total dem Konsum, noch gehe ich absolut in die Steinzeit zurück. Ich mache Vieles selbst, aber nicht alles. Ich schlachte Tiere, wie Fische und Schafe, darf aber nicht so jagen wie ich es mir vorstelle. Weil ich laute Waffen ablehne und das deutsche Jagdrecht alles andere verweigert, gehe ich nicht selbst jagen. Ich gerbe Leder aus Fellen der Jäger und mache Taschen daraus. Bei Bedarf trage ich auch zivilisierte Kleidung, wenn es Menschen mögen, die mir wichtig sind. Um Termine zu organisieren nutze ich ein Smartphone, weil Rauchzeichen und Trommelzeichen bisher bei meinen Kursinteressenten nicht ankamen. Auch bei einem Leben unter meinen Umständen ist es wichtig, sich schöne Dinge zu leisten und ich gehe auch gern gut essen. Meine sozialen Kontakte zur Außenwelt pflege ich gelegentlich im nahe gelegenen Restaurant –auch, um dort an meinen Internetseiten zu arbeiten und Bücher zu schreiben und meinem alten Hobby, dem Schlagzeugspiel zu frönen. Vor allem zur kalten Jahreszeit ist das Zusammensitzen und Erzählen eine uralte Tradition. Das Restaurant ist also Begegnungsstätte und gleichzeitig Arbeitsplatz. Fernsehauftritte und die Medien nutze ich, um zu zeigen, welcher Reichtum in der Natur liegt und wie wichtig es ist, dass der Mensch seine Bedürfnisse der Natur unterordnet –zu seinem eigenen Wohlergehen. Manche Artikelüberschriften wie
    „Ich bin der Waldmensch aus der Bergstraße!“ erfinden die Medien und stammen weder aus meiner Feder noch aus meinem Mund.
    Mein Leben ist ein „sowohl-als-auch“ statt ein „entweder-oder“. Ich nehme was ich brauche und nicht mehr. Ich sehe mich weder als Einsiedler noch als Aussteiger. Mein Leben ist keine Survivalshow, ich flüchte nicht an einem Tag vor einem Bären, schlafe in einem toten Kamel und am nächsten Tag in einer Luxusvilla. Dazu ist am Ende des Geldes zuviel Monat übrig. Ich sträube mich dagegen meine Wahrheit zu beschönigen und zu verändern, auch wenn ich dadurch weniger Geld verdiene. Genauso hat unsere Natur und damit auch meine Kurse im Wald wenig mit echter Wildnis zu tun. Aber selbst in Alaska kann es passieren, dass man Touris trifft. Es dreht sich bei meinen Kursen eher um Vermittlung von Fertigkeiten, die mit der Natur in Zusammenhang stehen und leider immer mehr verloren gehen. So diente mein Projekt dazu, das weiterzugeben, was ich selbst draußen erlebt habe –denn in der Literatur sind Dinge oft anders dargestellt, als ich sie tatsächlich erlebt habe. Meinem Leben und den restlichen 30 Jahren meines Lebens gibt diese Arbeit mehr Sinn als mein früherer Job.

    Seit ich von einer Versicherungsmaklerin erfahren habe, dass seit 2009 die Krankenversicherungspflicht besteht und man hohe Strafen zahlt, wenn man nicht versichert ist, ist die Tür „Leben ohne Geld“ ohnehin verschlossen. Wenn ich schon Geld verdienen muss, dann doch lieber mit einem Job der mir Spaß macht und ein Beitrag für diese beknackte Gesellschaft leistet, die mehr und mehr entwurzelt und ihren Bezug zur Natur verliert. Mein Leben ist nicht mehr danach ausgerichtet meine latenten Zukunftsängste zu minimieren und einzig und allein auf den Erwerb von möglichst viel Geld -so wie es früher der Fall war. Der Preis den ich für mein heutiges Leben zahle ist, dass ich kein festes Einkommen und keine Sicherheiten habe. Dafür habe ich keine Verträge, keinen Chef, keinen „nine-five-Job“. Mein Leben dadurch einfacher geworden. Wer sich also lieber das Portemonnaie füllt, in den ersten Jahren des Wechsels mehr als € 500,- braucht und ein bequemes Leben wünscht, dem empfehle ich keine Nachahmung. Wer ein Leben im Freiflug wagen möchte, der kann es probieren, ohne Garantie auf Erfolg.

    Ich schätze und respektiere Leute mit besonderen Fertigkeiten und solche, die den Mut haben, ihre Meinung zu sagen -auch wenn sie dafür belangt werden können und sich die Postulierungen später als falsch herausstellen. Wenn jemand mehr kann oder weiß als ich oder noch unabhängiger lebt, mit dem tausche ich mich gern aus. Denn auch ich weiß nicht alles, lerne aber gern. Ganz besonders gern tausche ich mich mit denen aus, die unter dem Deckmantel der Anonymität aufgrund mangelnden Wissens Unwahrheiten über mich verbreiten -die lade ich ein, ein offenes Gespräch -auch in der Öffentlichkeit- zu führen.

    Herzliche Rauchzeichen aus dem Odenwald,

    Marc Freukes

  14. Alter Hase
    Avatar von Tie_Fish
    Dabei seit
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    wow!
    Grüße, Tie »

  15. Moderator
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    Avatar von November
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    AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis

    Zitat Zitat von marcfreukes Beitrag anzeigen
    Die Information ich führe zweimal wöchentlich nach Dossenheim, um zu duschen und meine Freundin zu besuchen ist schon seit November 2014 nicht mehr aktuell.
    Und aus ganau dieser Zeit stammt der Beitrag dazu. #103

    Zitat Zitat von marcfreukes Beitrag anzeigen
    Ferner stelle ich fest, dass Foren genutzt werden, um mit der Anonymität Lügen zu verbreiten. Ich wurde sogar schon in einem Forum gesperrt, um auf Vorwürfe nicht antworten zu können. Habt doch mal den Mut zu Euren Aussagen zu stehen und Euch mit Euren tatsächlichen Namen anzumelden! Schreibt doch mal die Menschen direkt an und erkundigt Euch darüber, ob Eure Meinung der Wahrheit entspricht. Im Folgenden möchte ich kurz einige Dinge ins rechte Licht rücken.
    Falls ich nichts übersehen habe, beziehen sich hier ganze zwei Beiträge auf dich, nämlich #103 und #111.
    In #103 berichtet Chouchen ganz neutral über einen Artikel im Spiegel und eine Sendung auf ARTE.
    Lediglich in #111 erlaubt sich Fernwanderer eine Meinung über dich.

    Ich kann nicht erkennen, dass hier Lügen oder Vorwürfe verbreitet wurden. Falls in den verlinkten Artikeln Falschaussagen enthalten sind, müsstest du dich wohl korrekterweise dorthin wenden.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  16. AW: Einsiedler - Der Ausstieg in die Wildnis


    Editiert vom Moderator
    Auf Wunsch habe ich die Bauvorschriften in einen eigenen Faden verschoben. Hier geht es weiter: Bushcraft und Bauvorschriften: Was muss ich bei meinem Gelände beachten Gruss Markus K.

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden. Dein Team der
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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