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  1. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    Gepäcksulky - Kindertour in der Hardangervidda

    #1
    Für eine geplante – und von einigen Diskussionsteilnehmern als Hirngespinst erachtete – wagenunterstützte Tour in Norwegen wollte ich unseren bestehenden Pilgerwagen nicht verwenden, sondern baute eine neue Sommerpulka, die sich von ersterem folgendermaßen unterscheiden sollte:
    - Etwas breitere Spur (ca. 55cm).
    - Größere Räder (16‘‘ statt 12,5‘‘).
    - Doppeldeichsel, in Geschirr einzuhängen, wie bei einer Pulka statt Einhandgriff wie bei einem Einkaufstrolley.
    - Gepäckauflage nahezu waagrecht, nicht so stark aufsteigend wie beim Pilgerwagen (niedrigerer Schwerpunkt).

    Bei meinen Recherchen stieß ich auf einen Beitrag im Wüstenforum „Wüstenschiff“, wo ein Eigenbau vorgestellt wurde, der mir aus Schreibtischperspektive prinzipiell zusagte:

    http://wuestenschiff.de/phpbb/viewto...49074&start=30

    Größtenteils übernahm ich für meinen Bau die dort vorgeschlagene Bauform, allerdings mit folgenden Veränderungen:
    - Als Achsrohr wählte ich ein Edelstahlrohr mit 22 mm Außendurchmesser und 1 mm Wandstärke, das gerade zur Hand war.
    - Birkenmultiplex 4 mm und 6,5 mm anstatt Okoume-Bootsbausperrholz.
    - Gesondert entwickelte Fixierung der Stockspitze.

    Folgende Baudetails könnten für Nachbauer von Interesse sein:

    Grundplatte: aus 4 mm-Birkenmultiplex mit Verstärkungen an den Rändern und unter dem Achsrohr mit 6,5 mm Birkenmultiplex. Mit D3-Weißleim verklebt (besser geeigneten PU-Leim hatte ich gerade nicht in meinem Bestand), 3 x mit verdünntem Bootslack lackiert. Größe ca. 65x45 cm.

    Draufsicht:


    Untenansicht:


    Seitenansicht:


    Radaufhängung: Die Räder sind einseitig mittels 12 mm-Kugelraststeckachsen aufgehängt. Damit das funktioniert, wurden in das Edelstahlachsrohr Abschnitte eines 20x4 mm Alurohres (Innendurchmesser 12 mm) eingesetzt und mit jeweils 2 M4-Schrauben (gesichert durch Lackaufgabe) fixiert, die in ein M4-Gewinde in den Alubuchsen greifen. Die Kugelsperre rastet hinter diesen Buchsen ein, die Räder sind im Nu gelöst und laufen wunderbar leichtgängig (fetten nicht vergessen!).
    Das Edelstahlachsrohr wurde mit 4 passenden Stahlschellen unter die Sperrholzplatte geschraubt.



    Die Stöcke werden wie beim Original durch eine Schlaufenhalterung aus doppelt gelegtem 25 mm-Gurtband an einem Edelstahlwinkel (Yachtzubehör --> dort ggf. als Stuhlbefestigung zu finden) gehalten. Der leichteren Lösbarkeit halber ist diese Gurtschlaufe mit einer Sterngriffmutter gehalten, die dazugehörige Schraube ist eine M5-Schloßschraube, für die das Rundloch im Winkel vorsichtig quadratisch ausgefeilt wurde. Für einen möglichst knappen Sitz wird das Gurtband von einem kleinen, rechteckigen PE-Klötzchen und einem Aluplättchen (25x17 mm) geklemmt.



    Die Stockspitzen werden bei mir nicht durch eine verschraubte Rohrhalterung aus dem Hydraulikbereich gehalten, sondern, ohne schrauben zu müssen, durch 12 mm-Rohrclipse, die exakt in die Vertiefung in den Lekistockspitzen hinter dem Tellergewinde passen und mit Edelstahlwinkeln verschraubt sind. Damit erhalte ich eine gewünschte Zugsicherung. Die Winkel sind auf der Unterseite der Platte angebracht, um die gewünschte Steigung der Stöcke zu erreichen. Die Stockspitzen sind mit Gurtschlaufen (aus festem Faltboothautmaterial) gegen Herausrutschen gesichert. Die Sicherung mittels Rundöse über Schraubenkopf ist nicht sonderlich elegant, ggf. werde ich sie später mit einem Tenax-Verschluß aufrüsten.





    Das Gepäck wird wie bei unserem Pilgerwagen mit Spanngurten aus 25 mm-Gurtband gehalten. Die Augbolzen hätte ich also gar nicht gebraucht, da ich sie aber schon mitbestellt hatte, wollte ich die schmucken Dinger auch verbauen. Außerdem weiß man nie, ob man eine Öse nicht doch einmal würde brauchen können.

    An die Stöcke klemmte ich mit M4-Schrauben und kantig gefeilten Beilagscheiben kurze Schlaufen aus Gurtband, die als Halterung für Karabiner dienen.

    Das Zuggeschirr nähte ich mir aus 50 mm-Anschnallgurtband und 20 mm-Gurtband für die Träger. Neben D-Ringen aus Stahl nähte ich noch schräg angesetzte Gurtbandschlaufen an, so daß die Sommerpulka auch angeschirrt werden kann, ohne mit dem Hüftgurt des Rucksackes in Konflikt zu geraten.

    Als Packsack verwendete ich mein 75 l CanoePack von Eureka!, das vom Format her sehr gut paßt und außerdem Hüftgurt und Schultergurte besitzt, so daß es auch über begrenzte Strecken getragen werden kann (richtig gepackt läßt sich dieser Kanusack sogar ausgesprochen angenehm tragen).

    Der ganze Bau zog sich ganz schön hin, weil ich viele Teile oder Halbzeuge erst suchen und dann bestellen mußte (schwierig wird die Suche insbesondere dann, wenn man die Fachausdrücke für bestimmte Teil nicht kennt). Auch die Lösung der zuggesicherten, werkzeuglosen Stockspitzenbefestigung kostete mich einiges an Hirnschmalz und Versuchen, gefällt mir dafür nun aber gut. Lästig ist, wenn Schrauben der benötigten Größe nicht da sind und erst besorgt werden müssen. Da der örtliche Baumarkt (der mit dem Biber) für einzelne Schrauben den Gegenwert in Gold verlangt, wich ich auf Hornbach oder Bauhaus aus, die wesentlich mehr an Schrauben etc., auch einzeln nach Gewicht, bieten. Edelstahlschrauben, die ich in größeren Mengen benötige, kaufte ich auch gelegentlich über Ebay.

    Die Kosten lassen sich nicht ganz leicht beziffern, weil ich einiges mehr an Material gekauft/bestellt hatte, als ich zu guter Letzt auch tatsächlich verbaut habe. Am teuersten waren die Räder mit den Steckachsen.

    Kostenaufstellungsversuch:
    - 2 Kompletträder inkl. Bereifung mit Steckachsen: € 84 (über Ebay Kleinanzeigen; man könnte auch die Kunststofffelgen des Kargo/Ritschie2 von Weber kaufen und sich die Steckachsen günstiger anderweitig besorgen).
    - 2 Schwalbe Big Apple + 2 Ersatzschläuche mit Fahrradventil: € 35
    - Sperrholz: ca. € 12
    - Edelstahlwinkel, Augbolzen: € 35 (Edelstahlzeugs ist ganz schon teuer…)
    - Achsrohr: ca. € 10
    - Alurohr für Achsbuchsen: ca. € 6
    - Schrauben, Kleinteile, Gurtband: ca. € 25
    - Die Leki-Stöcke waren vorhanden und fristeten im Keller außerhalb des Winters ein Schattendasein.

    Wau, da kommen schnell € 200 zusammen, ohne, daß man’s merkt. Der Löwenanteil entfällt auf die Räder, die man zwar auch billiger haben kann (Paar für ca. € 45), an denen ich aber nicht sparen wollte. Außerdem wollte ich unbedingt Steckachsen und nicht den „Kinderwagenschnellverschluß“ der günstigeren Räder, und da wird es schnell teuer.

    Wer mich kennt, wird sich nicht wundern, daß der Wagen aus Zeitgründen selbstverständlich ohne jeglichen Praxistest vor der Norwegenreise zum Einsatz kam. Ich vertraute aber auf die Tauglichkeit meiner Vorlage, die ihren Erbauer über 650 km in Norwegen begleitet hatte.

    Folgende Ersatzteile führte ich mit:
    - Reifenflickzeug
    - Rohrclipse
    - Sterngriffschrauben und M5-Schloßschrauben für die Schlaufenhalterung
    - M4-Schrauben (5 mm lang) für die Sicherung der Achsbuchsen
    - Kabelbinder
    - Leichte Karabiner
    - Kleine Flachzange
    - Inbusschlüssel für die verwendeten Schrauben

    Der Praxistest... [wird fortgesetzt]
    Geändert von Philipp (27.08.2014 um 11:14 Uhr) Grund: Titel aussagekräftiger gewählt
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  2. Moderator
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #2
    Schaut gut aus, du baust nicht nur solide sondern auch optisch ansprechend...
    Bin schon gespannt auf den Praxistest.
    Was mir spontan einfällt: Am Rande des Bretts scheints keine Bohrungen, Schlaufen oder ähnliches zu geben, um z.B. Spanngurte oder "Gummistrapse" anzubringen - wie wird die Last befestigt?

  3. Fuchs
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    Gepäcksulky - Praxistest in der Hardangervidda

    #3
    Der Praxistest

    Der Hänger war im August 2014 für eine siebentägige Wanderung in der Hardangervidda im Einsatz. Die Beladung zu Beginn der Wanderung schätze ich auf gute 30 kg. Der Weg führte uns von Solheimstulen nach Rauhelleren und über eine andere Route wieder zurück nach Solheimstulen, insgesamt ca. 80 km. Anfangs benutzten wir die Piste, die bis Lågaros führt, schwenkten dann auf den Wanderweg nach Rauhelleren bis Hansbu ein. Der Rückweg ging von Hansbu über den Wanderweg via Dagfiskehyttun und ab der Brücke über den Lågen am See Hølen die alte Piste über Høljabrotet wieder zurück zur Piste bei Ulvelilægret und zum Ausgangspunkt zurück (auf den Karten ist die Piste bereits ab Dagfiskehyttun eingezeichnet, ich konnte sie dort aber nicht, sondern erst ab dem Lågen finden).

    Auf der Piste (Zustand ähnlich einem schlechten Feldweg in D, also mit sehr unebener Oberfläche, Schlaglöchern, großen Pfützen, unzähligen großen Steinbrocken etc., nur mit geländegängigem Fahrzeug fahrbar) ließ sich der Wagen sehr gut ziehen, es machte sogar regelrecht Spaß und auch die Kinder übten sich.









    Steiler bergan war natürlich größere Anstrengung vonnöten, aber im Vergleich mit dem Tragen eines > 30-kg-Rucksackes wesentlich angenehmer (wie ich schon an anderer Stelle schrieb, gilt die Physik auch auf Rädern). Der Beginn des Wanderweges ließ sich noch gut bewältigen, gelegentlich weichte ich vom steinigen Weg auf halb ausgetrocknete Moore und ins Krüppelgebüsch aus.





    Als die Felsbrocken im Weg (wo sie ja besonders stark herauspräpariert sind) sehr an Größe und Anzahl zunahmen, wurde das Ausweichen auf Moor und ins Gebüsch immer dringlicher und das Ziehen sehr viel beschwerlicher. Wegen der groben Steine kippte der Wagen auch immer wieder mal um.



    An wenigen sehr verblockten Stellen mußte ich den Wagen auch mal kurz tragen



    Im Bereich des Lågen war die Lage kritisch und meine Geduld mehr als angespannt, später auf der Höhe in Richtung Rauhelleren ging es – von moorigen Abschnitten, wo der Wagen bis zur Ladefläche im Morast versank – wieder deutlich besser.



    Der oben beschriebene Rückweg ging mal mehr oder weniger gut, nachdem die Piste (hier in stark vernachlässigtem Zustand, also eigentlich ein breiterer Wanderweg) wieder erreicht war in gewohnt angenehmer Weise.
    Der Wagen wurde durch das Herumwuchten in den steinigen Passagen sehr stark strapaziert, Rücksicht konnte ich kaum nehmen.



    Meine Bauart der Zugkräfteübertragung zwischen Leki-Stock und Stockaufnahme war dieser Behandlung schlußendlich nicht mehr gewachsen, die Stöcke ließen sich aus der Aufnahme rupfen (was allerdings auch mit den bereits recht stark verschlissenen „Wülsten“ für die Telleraufnahme der Hartgummispitzen der Stöcke zusammenhängen könnte). So schob ich die Stöcke einfach weiter nach hinten, so daß die Aufnahme nun am Alurohr oberhalb der Hartgummispitze griff. Das wollte ich eigentlich aus Befürchtung eines Bruches vermeiden, aber es zeigten sich keine Schäden.
    Durch das Herumwuchten und das Kippen des Hängers wurden die Stöcke im Bereich der Gurtbandschlaufe ganz schön verbogen. Diesen Belastungen sind sie einfach nicht gewachsen.



    Für den Einsatz auf Feld- und Waldwegen, Pisten etc. würde ich wieder auf Lekis zurückgreifen, für den harten und schonungslosen Einsatz müßte eine stabilere Lösung her (dünnwandige Edelstahlrohre?).
    Außer ein paar Reifenpannen und den verbogenen Stöcken ging nichts kaputt, die mitgeführten Ersatzteile wurden nicht benötigt.
    Ich habe den Hänger immer mit den Händen geführt, dabei die Schlaufen der Lekis ums Handgelenk gelegt und die Stockgriffe am liebsten zwischen Mittel- und Ringfinger umgriffen und somit gezogen. Das langwierig genähte Geschirr kam angesichts des Geländes nicht zum Einsatz.
    Dort, wo der Weg steiler abfiel, war es stets leichter, den Wagen vor sich her laufen zu lassen.



    Wenn der Hänger unsanft auf große Steine auffährt, tendiert er zum Aufschaukeln und zum Kippen. Dem kann man mit einem verminderten Reifendruck begegnen, was allerdings auch schneller zu Reifenpannen führt. Ein höherer Reifendruck schont die Schläuche, erhöht aber auch das Kipprisiko des Hängers. Ideal wäre natürlich eine effektive Federung, was mir aber zu überkandidelt ist. Mir ist aufgefallen, daß das Verlegen des Gepäckschwerpunktes nach vorne das Sich-Aufschaukeln des Hängers vermindert, dafür hat man aber auch mehr Gewicht zu heben.

    Was ich ändern oder ergänzen werde:
    - Die Spanngurte werden an der Platte befestigt, um mir das Herumfummeln zu ersparen.
    - Aluverstärkung am hinteren Plattenrand, da hier die stärkste Beanspruchung zu verzeichnen ist.
    - Schutz des Achsrohres durch vorgeschaltete Profile, am besten mit „gleitfreudiger“ Geometrie.
    - Kleine Heckbande, um das Abrutschen des Gepäcks zu nach hinten zu verhindern.

    Erwägenswerte Änderungen wären unter Umständen:
    - Schräg gestellte Räder für erhöhte Kippstabilität -> erfordert allerdings komplexe Achsgestaltung.
    - Größere Räder -> erfordert aber entweder größere Spurweite (nachteilig), unter der Achse liegende Gepäcktransportfläche oder schräg gestellte Räder, um die Kippstabilität nicht zu senken.
    - Gefederte Aufhängung der Räder.

    Fazit unseres Einsatzes: solange man auf Wald-, Feldwegen, Straßen und Pisten unterwegs sein will und das benötigte Gepäck nicht tragen kann oder will, ist dieser Hänger eine empfehlenswerte Hilfe. Bei unserer Tour konnten wir zusätzlich zum Normalgepäck Nahrungsmittel für mindestens 10 Tage bunkern, was uns nur mit Rucksäcken nicht möglich gewesen wäre.

    Eine ausgedehnte Kindertour in die Hardangervidda kann über die vorhandenen Pisten durchgeführt werden, eine Durchquerung der Vidda von Solheimstulen oder Imingfjell über Lågaros oder Rauhelleren nach Dyranut sehe ich als absolut realistisch an, wenn man sich nicht von einigen anstrengenden Stellen entmutigen läßt. Stellenweise kann es einfacher sein, querviddaein zu gehen, anstatt die Pfade zu benutzen. Auch manche Gebiete in Rondane, dem Dovrefjell oder der Finnmark könnte ich mir als Einsatzort vorstellen. Ein Einsatz des Hängers auf engen und verblockten, steilen Gebirgspfaden ist erwartungsgemäß nicht sinnvoll und kaum möglich.

    Gruß, Philipp
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  4. Fuchs

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    AW: Gepäcksulky - Praxistest in der Hardangervidda

    #4
    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen

    Fazit unseres Einsatzes: solange man auf Wald-, Feldwegen, Straßen und Pisten unterwegs sein will und das benötigte Gepäck nicht tragen kann oder will, ist dieser Hänger eine empfehlenswerte Hilfe.
    Eine ausgedehnte Kindertour in die Hardangervidda kann über die vorhandenen Pisten durchgeführt werden, eine Durchquerung der Vidda von Solheimstulen oder Imingfjell über Lågaros oder Rauhelleren nach Dyranut sehe ich als absolut realistisch an, wenn man sich nicht von einigen anstrengenden Stellen entmutigen läßt. Stellenweise kann es einfacher sein, querviddaein zu gehen, anstatt die Pfade zu benutzen. Auch manche Gebiete in Rondane, dem Dovrefjell oder der Finnmark könnte ich mir als Einsatzort vorstellen. Ein Einsatz des Hängers auf engen und verblockten, steilen Gebirgspfaden ist erwartungsgemäß nicht sinnvoll und kaum möglich.

    Gruß, Philipp
    Deine Erkenntnis, dass sich das auf so ner Art Feldweg gut zieht, auf einem schmalen verblockten Wanderpfad nicht, kann ich mir auch denken, ohne es auszuprobieren. Noch ein paar mehr von euch, und dann hat man seinen zerstören Wanderpfad bzw. breiten Fahrweg. Oder ne kleine Rinne durch den Querfeldeinsumpf. Es gibt genug andere Möglichkeiten, mit Kindern einen aufregenden Aktivurlaub zu machen. Finde solche Aktionen absolut entbehrlich.

    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...P1020366-1.jpg

    Hier ahnt man schon, bereits die Wanderer produzieren die nächste Spur bzw. diverse nebenan. Jetzt noch mit Breitreifen.

  5. Fuchs
    Avatar von PWD
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    AW: Gepäcksulky - Praxistest in der Hardangervidda

    #5
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Noch ein paar mehr von euch, ...
    aber hallo; wenn das Gewicht des Gepäcks auf dem Sulky zusätzlich geschultert wird, gibt´s vllt. keine Reifenspuren aber sehr viel tiefere Fußabdrücke, die evtl. den einen od. anderen hier dann auch wiederum stören könnten...

    @ Philipp: so was nenne ich mal einen Praxistest, toll!

  6. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Gepäcksulky - Praxistest in der Hardangervidda

    #6
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Deine Erkenntnis, dass sich das auf so ner Art Feldweg gut zieht, auf einem schmalen verblockten Wanderpfad nicht, kann ich mir auch denken, ohne es auszuprobieren.
    Wahrscheinlich hast Du sogar Abitur, oder?

    Noch ein paar mehr von euch, und dann hat man seinen zerstören Wanderpfad bzw. breiten Fahrweg. Oder ne kleine Rinne durch den Querfeldeinsumpf.

    [...]

    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...P1020366-1.jpg

    Hier ahnt man schon, bereits die Wanderer produzieren die nächste Spur bzw. diverse nebenan. Jetzt noch mit Breitreifen.
    Das von Dir zitierend verlinkte Weg ist auf einer mit Geländefahrzeugen befahrenen Piste aufgenommen. Dort entsteht kein breiterer oder weiterer Wanderweg durch Wanderer.
    Falls Du Dich auf das Bild im Sumpf beziehen wolltest, dann hat PWD es schon gesagt. Die Einwirkung auf sumpfigen Boden eines Wanderers mit deutlich schwererem Rucksack ist wesentlich größer, als durch den Wagen. Interessant, daß Du Dir das nicht selber denken kannst.
    Bewegt man sich über die - in Norwegen im Gegensatz zu Schweden sehr spärlich verwendeten - Bohlen, dann kann der Hänger nur bis zur Plattform versinken, in meinem Fall also max. ca. 20 cm. Ich bin an entsprechenden Stellen ohne Bohlen oder Felsen und nur mit leichtem Rucksack bis zu den Knien eingesunken.

    Die profilarmen Breitreifen habe ich bewußt aufgezogen, um eine auf moorigen Boden schädigende Wirkung zu minimieren. Hättest Du in Physik damals aufgepaßt, dann könntest Du Dir das auch selber denken .

    Es gibt genug andere Möglichkeiten, mit Kindern einen aufregenden Aktivurlaub zu machen. Finde solche Aktionen absolut entbehrlich.
    Gerne lesen wir hier von Deinen Erfahrungen, Reisen und Wanderungen mit Kindern. Das entsprechende Unterforum ist Dir sicherlich bekannt.

    Bis auf bald!
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  7. AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #7
    Hi Philipp,

    erstmal Danke für die tollen Bilder. Ich habe deinen Vorgänger-Thread gelesen, wo ja doch einige Zweifel an deinem Vorhaben aufkamen. Ehrlich gesagt, hatte ich auch so meine Zweifel, ob das machbar ist. Umso mehr freut es mich, dass ihr das durchgezogen habt und dabei auch noch Spass hattet. Respekt!

    Ein paar Fragen würden mich noch interessieren:

    Habt ihr mal gewogen, wieviel Gepäck ihr insgesamt dabei hattet?
    Was wiegt der Anhänger?
    Habt ihr eine Packliste erstellt?

    Gruß
    Frank

  8. Dauerbesucher

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    AW: Gepäcksulky - Praxistest in der Hardangervidda

    #8
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Deine Erkenntnis, dass sich das auf so ner Art Feldweg gut zieht, auf einem schmalen verblockten Wanderpfad nicht, kann ich mir auch denken, ohne es auszuprobieren. Noch ein paar mehr von euch, und dann hat man seinen zerstören Wanderpfad bzw. breiten Fahrweg. Oder ne kleine Rinne durch den Querfeldeinsumpf. Es gibt genug andere Möglichkeiten, mit Kindern einen aufregenden Aktivurlaub zu machen. Finde solche Aktionen absolut entbehrlich.

    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...P1020366-1.jpg

    Hier ahnt man schon, bereits die Wanderer produzieren die nächste Spur bzw. diverse nebenan. Jetzt noch mit Breitreifen.
    Bleib mal locker und geschmeidig, da finde ich Leute die überall Lagerfeuer machen müssen oder ihre Kacke nicht vergraben können wesentlich störenden.
    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
    Albert Einstein

  9. Fuchs

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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #9
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Hier ahnt man schon, bereits die Wanderer produzieren die nächste Spur bzw. diverse nebenan. Jetzt noch mit Breitreifen.
    Ich denke auch nicht, dass da jetzt zwangsläufig jeder schmale Pfad auf drei Meter Breite ausgelatscht wird, nur weil die ein oder andere Familie nen kleinen Karren dabei hat. Könnte mir auch nur schwer vorstellen, wie man solche Touren meistern soll, wenn man alles auf dem Rücken tragen will.

    Ist doch gut, dass der TO seine Kleinen so schon recht behutsam ans Thema heranführt. Auf jeden Fall deutlich besser, als mit dem Auto irgendwo an ne abgelegene Stelle zu fahren, 10 Tage wie ein Barbar zu hausen, die ganze Peripherie zuzuscheißen und nachher nichtmal den Müll wieder mitzunehmen.

    Mit deiner Begründung solltest du selbst dann auch besser gleich zuhause bleiben, deine Fußabdrücke tragen nämlich auch unwiderruflich zum Entstehen von Wegen bei. Und falls du querfeldein läufst, trittst du auch jede Menge Pflanzen platt

  10. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #10
    Hei Frank,

    danke für die wohlwollenden Worte! Alle Einwände im Vorfeld waren ja berechtigt, ich bildete mir jedoch ein, mit Einschränkungen ein paar "Durchführungsfenster" zu sehen .

    Unser Gepäck hatten wir nicht gewogen, ich habe keine Waage, die über 5 kg hinausgeht.

    Ich schätze mal folgende Gepäckmengen für die Wochentour:

    Rucksack meiner Frau: 12-14 kg (ihre und die Kinderklamotten)
    mein Rucksack: 10-12 kg
    Gepäck auf dem Wagen:
    - Essen: 18 kg
    - Zelt (Keron 4 GT): 5 kg
    - Küche: ca. 2 kg
    - Eigengewicht Wagen: 5-6 kg

    Packlisten hatten wir nicht, nur grobe Checklisten.

    Letztendlich hatten wir beim Essen zuviel an "Spezereien" (Riegel etc.) dabei, oder wir waren zu sparsam, je nach dem, wie man's sieht, hätten also noch etwas Gewicht einsparen oder die Tour verlängern können.

    Weiteren Austausch, der sich nicht mit dem Selbstbau- und Einsatzaspekt des Hängers befaßt, gerne über PM, damit dieses Thema hier bei der Sache bleibt.

    Danke Dir und Gruß, Philipp

    Zitat Zitat von Frank1976 Beitrag anzeigen
    Hi Philipp,

    erstmal Danke für die tollen Bilder. Ich habe deinen Vorgänger-Thread gelesen, wo ja doch einige Zweifel an deinem Vorhaben aufkamen. Ehrlich gesagt, hatte ich auch so meine Zweifel, ob das machbar ist. Umso mehr freut es mich, dass ihr das durchgezogen habt und dabei auch noch Spass hattet. Respekt!

    Ein paar Fragen würden mich noch interessieren:

    Habt ihr mal gewogen, wieviel Gepäck ihr insgesamt dabei hattet?
    Was wiegt der Anhänger?
    Habt ihr eine Packliste erstellt?

    Gruß
    Frank
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  11. Alter Hase
    Avatar von JonasB
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #11
    Als ich eben das erste Bild mit den Leki Stöcken zum Ziehen gesehen habe dachte ich sofort "Oha". Ich finde es fast schon erstaunlich das sie so lange gehalten haben...
    Edelstahl ist weich und verbiegt schnell. Da wäre ein entsprechend dickeres legiertes Alu die bessere Wahl. Ich würde persönlich einfache Holz stäbe aus Weide oder Buche wählen oder besser Bambus. Beides lässt sich mit entsprechenden Hülsen auch steckbar verbinden.
    Nature-Base "Natürlich Draußen"

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #12
    Ich gerade an meinem Sulky an Werkeln und fand witzigerweise durch die Googlesuche genau diesen Bericht.

    Ich habe mir auch eine Deichselkonstruktion mittels Wanderstöcken überlegt. Vom Prinzip her ganz ähnlich wie das was Phillip hier gemacht hat.
    Allerdings ist mein Grundmodell ein alter Fahrradanhänger. Somit wären die Stellen wo die Winkel aufliegen gerundet und nicht flach wie die Sperrholzplatte.
    Es müsste also Winkel geben die unten gerundet sind, oder welche Möglichkeit würde euch noch einfallen?

    Bei den Wanderstöcken habe ich an Carbonstöcke statt Alu gedacht. Carbon ist sehr Biege und Zugstabil, vielleicht würde es solche Biegungen besser wegstecken.

    Ich bin auf diese Modelle gestoßen, wo mit einer großen Steifigkeit geworben wird:
    https://www.verticalextreme.de/a-130...FYoEwwodj1YDXg

    Joe Vogel hat für seine Sulky ja auch umgebaute Carbonstöcken genutzt womit er durch ganz Australien gewandert ist.

  13. AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #13
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Es müsste also Winkel geben die unten gerundet sind, oder welche Möglichkeit würde euch noch einfallen?
    Würde mich mal im Bootsbereich umschauen. Z.B. sowas

  14. Dauerbesucher
    Avatar von chriscross
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #14
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Ich gerade an meinem Sulky an Werkeln und fand witzigerweise durch die Googlesuche genau diesen Bericht.

    Ich habe mir auch eine Deichselkonstruktion mittels Wanderstöcken überlegt. Vom Prinzip her ganz ähnlich wie das was Phillip hier gemacht hat.
    Allerdings ist mein Grundmodell ein alter Fahrradanhänger. Somit wären die Stellen wo die Winkel aufliegen gerundet und nicht flach wie die Sperrholzplatte.
    Es müsste also Winkel geben die unten gerundet sind, oder welche Möglichkeit würde euch noch einfallen?

    Bei den Wanderstöcken habe ich an Carbonstöcke statt Alu gedacht. Carbon ist sehr Biege und Zugstabil, vielleicht würde es solche Biegungen besser wegstecken.

    Ich bin auf diese Modelle gestoßen, wo mit einer großen Steifigkeit geworben wird:
    https://www.verticalextreme.de/a-130...FYoEwwodj1YDXg

    Joe Vogel hat für seine Sulky ja auch umgebaute Carbonstöcken genutzt womit er durch ganz Australien gewandert ist.
    Für einfacheres Brainstorming wäre ein Foto des vorgesehenen Wagens gut!

  15. AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #15
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Es müsste also Winkel geben die unten gerundet sind, oder welche Möglichkeit würde euch noch einfallen?
    Afaik habe ich noch so etwas von einem zweiten Fahrradanhänger und auch die Zugverbindung zwischen Hänger und Stöcken kann ich Dir mal fotografieren.

    Jep, wir haben damals Carbon-Nordicwalkingstöcke mit 1,70 Länge genommen, die wir teilen um sie dann wieder mit Stahlhülsen wieder zusammenschrauben zu können.

    1,70 war eine ideale Länge, damit der Wagen bei bergab nicht auf die Hacken lief.
    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

  16. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Gepäcksulky (> als mein Pilgerwagen)

    #16
    Hallo Markus wäre nett.
    Kannst mir die Fotos auch bei fb schicken. Ich würd gerne auch die ganzeKonstruktion mal sehen wobei ich ja bei euch weiß dass ihr die Stücke ja zersägt und mit Hülsen versehen habt. Ich will mir einen Klemmmechanismus ausdenken bei dem die Stöcke so wie sie sind reinkommen und nachher wiedr als Trekkingsstöcke genutzt werden können.

    Ich hab jetzt Wanderstöcke aus Carbon geordert.

  17. Fuchs
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    Gepäcksulky: Nutzung als Fahrradanhänger

    #17
    Schon länger wollte ich meinen großen Wanderanhänger auch als Fahrradlastenanhänger nutzen. Kürzlich hatte ich endlich einmal etwas Zeit, ihn dazu umzubauen.
    Letztendlich fehlte ja nur eine Deichsel. Mir kam die Deichsel von Croozer recht geeignet vor. Ihre geschwungene Form erlaubt, den Hänger ziemlich mittig hinter dem Rad zu positionieren.





    Als Deichselaufnahme habe ich aus 2,5 mm Alublech, das gerade zur Hand war, ein tiefes U-Profil gebogen, das mit Hilfe von Einschlagmuttern in der Sperrholzplatte verschraubt ist. Im Bereich der Deichselaufnahme habe ich die Sperrholzplatte verstärkt. Um den Hänger vorne etwas anzuheben, habe ich unter die Deichselaufnahme noch eine Zwischenlage aus 12 mm PE-Platte gesetzt.



    Die Deichsel habe ich am Ende, das in der Halterung steckt, mit Fahrradschlauch überzogen, um Knirsch- und Kratzgeräusche zu verhindern. Gesichert ist die Deichsel mit der durchgegehenden Croozer-Originalschraube und einem Rohrsplint, der sie lediglich gegen das Dach der Deichselaufnahme drückt.

    Am Fahrrad verwende ich noch eine alte Burley-Kupplung, in die die um das Originalkupplungstück von Croozer beraubte Deichsel mittels Rohrsplint eingehängt wird.



    Der Hänger rollt wunderbar leicht hinter meinem Rad her und hat einen angenehmen niedrigen Schwerpunkt. Auf ihn paßt eine große Plastikkiste oder 2 12er-Wasserkisten, ohne daß ich die Winkel für die Wanderstockaufnahme abnehmen muß. Eine Antirutschmatte und 1 oder 2 Spanngurte sichern die Ladung ausreichend.

    Endlich habe ich nun einen Fahrradanhänger auch für den großen Einkauf .

    Gruß, Philipp
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

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