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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #41
    Mitreisende: GandalftheGrey
    17. Tag, 23.07.2014

    Da ich heute mal nicht in einem Backofen aufgewacht bin, konnte ich ausnahmsweise mal länger schlafen. Ich war ohnehin unschlüssig, ob ich nicht vielleicht endlich mal einen Ruhetag einlegen sollte, wenn ich schon in einer Hütte war.
    Ein Blick aus dem Fenster änderte meine Meinung aber prompt.



    Bei so einem Anblick kriegt man einfach Wanderlaune. Außerdem war es heute mal verhältnismäßig kühl und ich war nicht gewillt, gutes Wanderwetter an einen Ruhetag zu verschwenden. Also fix den Rucksack wieder vollgestopft und los ging es mit flottem Schritt über die Landbrücke durch den Borojavri. Zumindest für eine knappe viertel Stunde. Dann war eine Vollbremsung angesagt.



    Wer (richtig) rudern kann, ist hier klar im Vorteil... paddeln geht zwar auch, ist aber in den Nussschalen nicht sehr geradlinig.
    Das Übersetzen lässt sich in folgende Schritte aufteilen:

    1.) sperriges und relativ schweres Boot losbinden und zum Wasser zerren
    2.) quer zur von Nord nach Süd (im Bild von rechts nach links) fließenden Strömung paddeln, dabei vermeiden, von Eisschollen (nicht im Bild) getroffen zu werden und/oder abgetrieben zu werden
    3.) Boot an Land ziehen, damit es nicht abgetrieben wird
    4.) zweites Boot losbinden, zum Wasser zerren und mit Boot 1 vertäuen
    5.) Boot 1 wieder ins Wasser schieben, quer zur Strömung zurück paddeln, dabei ständig von Boot 2 ausgebremst werden, welches überall hin treibt nur nicht dort, wo man hin will, dabei auf Eisschollen achten und versuchen, den Kurs zu halten
    6.) Boot 1 an Land ziehen, damit es nicht abgetrieben wird
    7.) Boot 2 an Land ziehen und zum Vertäuungspunkt zerren, dort ordentlich festmachen und die Ruder nicht vergessen
    8.) Rucksack in Boot 1 laden
    9.) gegen besagte Strömung paddeln, dabei aufpassen, dass man nicht abgetrieben oder von Eisschollen getroffen wird
    10.) Boot an Land ziehen, Rucksack ausladen, das Boot zum Vertäuungspunkt zerren, dort ordentlich festbinden und die Ruder nicht vergessen
    11.) den NOT verfluchen, weil sie keine Brücke gebaut haben
    12.) den STF verfluchen, weil sie keine Brücke bei der Landbrücke mit der Renvaktarstuga 5 km südöstlich gebaut haben, was auch noch 10 km Weg sparen würde

    Und schon ging es weiter.
    Allerdings nicht dorthin, wo die Karte hinwollte.


    grün: markierter Verlauf; rot: in der Karte verzeichneter Verlauf

    Der Weg war nicht schwierig und so stand ich dann nach einer halben Stunde vor der Brücke über den Noaidejavri. Oder sollte ich lieber Furt sagen? Ich weiß nicht... stimmt beides.


    Blick zurück nach der Überquerung

    Einen Kilometer nach der Brücke kam die schwedische Grenze. Und so wie es aussah, hatte die Markierung kein Visum, denn ab Punkt Rr 252 war sie weg. Da ich keine Lust auf ein zweites Osterfest hatte, machte ich mich auf eigene Faust auf nach Süden und pfiff auf die Markierung. Nach zwei Kilometern fand ich sie aber durch Zufall wieder und folgte ihr durch einen neu gebauten Rentierzaun bis kurz vor den Marggojåhkå, wo sie wieder verschwand.
    Da der Fluß recht gut gefüllt war, musste ich ohnehin eine Weile suchen, bis ich eine stiefeltaugliche Watstelle gefunden habe, so dass ich hier ohnehin vom Pfad abgewichen wäre.

    Diesmal dauerte es aber nur ein paar Minuten, bis ich sie wieder hatte und ich nahm mir vor, sie ab jetzt wirklich nicht mehr aus den Augen zu lassen.

    Leider sorgte dieser Vorsatz dafür, dass ich halb am Rentierzaun verzweifelte, der mehrmals den Pfad querte und ich daher jedes Mal drübersteigen musste. Zum Glück war der Zaun sehr niedrig und an den Pfosten nur oben und unten mit Nägeln eingehängt, so dass man mit langen Beinen drüber kann, ohne Schaden anzurichten.

    Am Skuogejavrre schlug ich dann bei erstbester Gelegenheit mein Zelt auf, da die Karte in Sachen Zeltplatzgelegenheiten nichts Gutes verhieß.
    Beim Abendessen musste ich dann verärgert feststellen, dass auch auf dieser Tour ein Paar Schuhe größeren Schaden genommen hatte. Diesmal waren es aber die Sandalen, die im Sterben lagen. Obwohl ich sie kaum beansprucht hatte. Ich führte umgehend eine Not-OP mit Freesole durch und hoffte, dass die Patienten am nächsten Morgen außer Lebensgefahr sein würden, denn obwohl ich sie abgesehen vom Zeltplatz nur selten gebraucht habe, so waren sie dennoch beim furten tiefer Flüsse zwingend erforderlich.

    Tut mir Leid, dass es nach der Brücke keine Bilder für heute gab, aber irgendwie hab ich an dem Tag fast nicht fotografiert. Weiß selbst nicht, warum.
    Geändert von GandalftheGrey (19.08.2014 um 19:57 Uhr)

  2. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #42
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Da ich heute mal nicht in einem Backofen aufgewacht bin, konnte ich ausnahmsweise mal länger schlafen. Ich war ohnehin unschlüssig, ob ich nicht vielleicht endlich mal einen Ruhetag einlegen sollte, wenn ich schon in einer Hütte war.
    Ein Blick aus dem Fenster änderte meine Meinung aber prompt.



    Bei so einem Anblick kriegt man einfach Wanderlaune. Außerdem war es heute mal verhältnismäßig kühl und ich war nicht gewillt, gutes Wanderwetter an einen Ruhetag zu verschwenden.
    Auch ein Ruhetag macht doch bei dem Wetter riesig Spass. Muss ja nicht immer abwettern sein...
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    1.) sperriges und relativ schweres Boot losbinden und zum Wasser zerren
    2.) quer zur von Nord nach Süd (im Bild von rechts nach links) fließenden Strömung paddeln, dabei vermeiden, von Eisschollen (nicht im Bild) getroffen zu werden und/oder abgetrieben zu werden
    3.) Boot an Land ziehen, damit es nicht abgetrieben wird
    4.) zweites Boot losbinden, zum Wasser zerren und mit Boot 1 vertäuen
    5.) Boot 1 wieder ins Wasser schieben, quer zur Strömung zurück paddeln, dabei ständig von Boot 2 ausgebremst werden, welches überall hin treibt nur nicht dort, wo man hin will, dabei auf Eisschollen achten und versuchen, den Kurs zu halten
    6.) Boot 1 an Land ziehen, damit es nicht abgetrieben wird
    7.) Boot 2 an Land ziehen und zum Vertäuungspunkt zerren, dort ordentlich festmachen und die Ruder nicht vergessen
    8.) Rucksack in Boot 1 laden
    9.) gegen besagte Strömung paddeln, dabei aufpassen, dass man nicht abgetrieben oder von Eisschollen getroffen wird
    10.) Boot an Land ziehen, Rucksack ausladen, das Boot zum Vertäuungspunkt zerren, dort ordentlich festbinden und die Ruder nicht vergessen
    Kommt mir irgendwie bekannt vor Nur dass ich den Rucksack glaub bei der ersten Querung mitgenommen habe, natürlich nicht auf Eisschollen achten musste und noch Punkt 1 bzw. 4 a) "Über mangelnde Knotenkenntnisse der Vorbenutzer ärgern" hinzufügen könnte.
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    11.) den NOT verfluchen, weil sie keine Brücke gebaut haben
    12.) den SNT verfluchen, weil sie keine Brücke bei der Landbrücke mit der Renvaktarstuga 5 km südöstlich gebaut haben, was auch noch 10 km Weg sparen würde
    Wer soll SNT sein?
    Diese beiden Punkte sind unnötig, denn es gab an beiden Orten Brücken, was das Schicksal der zweiten besiegelt hat weiss ich nicht (Fundamente sind noch zu sehen), die am Standort der Boote wurde, obwohl hoch und weit gespannt, so oft vom Schmelzwasser und dem Eis weggerissen oder beschädigt bis es dem NOT zu dumm wurde.
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Beim Abendessen musste ich dann verärgert feststellen, dass auch auf dieser Tour ein Paar Schuhe größeren Schaden genommen hatte. Diesmal waren es aber die Sandalen, die im Sterben lagen. Obwohl ich sie kaum beansprucht hatte. Ich führte umgehend eine Not-OP mit Freesole durch und hoffte, dass die Patienten am nächsten Morgen außer Lebensgefahr sein würden, denn obwohl ich sie abgesehen vom Zeltplatz nur selten gebraucht habe, so waren sie dennoch beim furten tiefer Flüsse zwingend erforderlich.
    Da kommen ja noch mindestens zwei Stellen an denen du sie wohl gebraucht hast bei denen ich schon irgendwie gespannt bin wie sie aussahen.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #43
    Zitat Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
    Wer soll SNT sein?
    Das ist der Svenska-Norske-Turistförening. Der ist entstanden, als ich beim Schreiben aufgepasst habe, dass ich NOT und DNT nicht durcheinanderbringe und dann beim STF falsch abgebogen bin.

    Die Mitgliedschaft kostet 27,96 Euro im Monat und dafür kriegt man 30% Rabatt auf alle Zeltübernachtungen über 900 müN, wenn der Zeltplatz weiter als 2 km von einer Hütte entfernt ist.
    Geändert von GandalftheGrey (19.08.2014 um 20:09 Uhr)

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #44
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    [B]
    Einen Kilometer nach der Brücke kam die schwedische Grenze. Und so wie es aussah, hatte die Markierung kein Visum, denn ab Punkt Rr 252 war sie weg. Da ich keine Lust auf ein zweites Osterfest hatte, machte ich mich auf eigene Faust auf nach Süden und pfiff auf die Markierung. Nach zwei Kilometern fand ich sie aber durch Zufall wieder und folgte ihr durch einen neu gebauten Rentierzaun bis kurz vor den Marggojåhkå, wo sie wieder verschwand.
    Ja das kommt mir doch sehr bekannt vor. Ich hab vor einigen Jahren auf dem Abschnitt auch ständig die Markierung verloren und bin dann einfach meinen eigenen Weg gelaufen. Wirklich verlaufen kann man sich da ja nicht (außer vielleicht bei Nebel). Davon abgesehen echt klasse Dein Bericht. Bin jetzt endlich nach langer Zeit mal wieder dazu gekommen die vergangenen Reisetage nachzulesen und muss sagen, dass mir Dein ironisch-humoristischer Schreibstil echt Spaß macht (beispielsweise kannst Du sehr glaubhaft Deine "Begeisterung" über die Geselligkeit der Mücken zum Ausdruck bringen ). Die Bilder tun ihr ürbriges um den guten Gesamteindruck abzurunden.
    Ich selbst war ab dem 17ten Juli in der Gegend weiter östlich unterwegs und hab den Eindruck, dass Du in Norwegen etwas besseres Wetter hattest als ich in Schweden. Trotz gutem Wetter und viel Sonnenschein kam doch oftmals zum Nachmittag hin noch ein bisschen mehr Bewölkung auf. Und der Regenschauer, dem Du am 19. Juli ausweichen konntest, ist in voller Härte über mir niedergegangen als ich grad im Kaskasavagge den Aufstieg zum Pyramidenpass gemacht hat. Bei dem warmen Wetter war das kein Vergnügen, ich glaube ohne Regenklamotten wäre ich weniger nass geworden.

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #45
    Freut mich, wenn der Bericht gefällt!

    Da gibt´s gleich noch was hinterher.

    18.Tag, 24.07.2014

    Die Feuchtigkeit vom See hat mich heute Nacht weitestgehend verschont und so konnte ich ohne lange Trocknungsmaßnahmen am Zelt zeitig loslegen.

    Das Gestrüpp am hab ich bald hinter mir gelassen und mit der Aufmerksamkeit fest auf die Markierung gerichtet erreichte ich nach gut einer Stunde die Brücke über den Svartijåhkå.


    Schon so ne Mischkonstruktion

    Nach der Brücke musste ich mich entscheiden, ob ich den regulären Weg über die Røysvannhytta gehen sollte oder ob ich südöstlich des Svartitjåhkkå (Berg) querfeldein gehen sollte und mir ein paar Kilometer spare.
    Ich hab mich dann trotzdem für den Weg über Norwegen entschieden, da ich eigentlich schon genug abgekürzt und getrickst habe. Außerdem wollte ich ein letztes Mal auf dem NKL nach Norwegen, denn bei der Route nach Kvikkjokk passiert man die Grenze nicht mehr.
    Ich sollte ob dieser Entscheidung heute noch mehrfach laut fluchen...

    Bereits wenige hundert Meter nach der Brücke machte sich die Markierung mal wieder rar. Das Gelände war aber an manchen Stellen nicht beliebig passierbar und so fand ich sie recht bald wieder. Ab hier wurde ich bis zur norwegischen Grenze zum hauptamtlichen Markierer. Ständig habe ich angehalten und Steinplatten wieder aufgerichtet, was in der Regel in wenigen Sekunden erledigt war. Nur selten musste ich größere Baumaßnahmen durchführen, um die Erkennbarkeit des Weges zu verbessern. Irgendwie schade, dass nicht mehr Leute so handeln...


    Blick entlang des Svanijavrre Richtung Norwegen

    Je näher ich Norwegen kam desto trüber wurde der Himmel. An den Bergkanten sammelten sich die Wolken und hingen quasi fest.


    Blick zurück Richtung Schweden


    vermutlich der Skuogecohkka

    Nach dem See stand erst einmal wieder ein Anstieg an (Willkommen in Norwegen!). Als ich diesen erklommen hatte, tauchte ich in eine andere Welt ein. Statt sonnig und warm war es schlagartig trüb und kalt. Als ich Mittags die Røysvannhytta erreichte, zeigte das Thermometer dort 15°C. Das dürfte die kälteste Tagestemperatur auf der gesamten Tour gewesen sein, Regentage eingerechnet.
    Nach einer kurzen Mittagspause vor der Hütte (die übrigens über eine Sauna verfügt) zog ich dann auch bald weiter.

    Zurück in Schweden stellte ich erfreut fest, dass bei der Markierung die Norweger das Heft in der Hand behalten haben. Rote Kleckse, große Steinhaufen und ab und an ein rotes T ließen da keine Zweifel aufkommen. Als Bonus wurde auch noch das Wetter wieder besser.

    Nach einer Stunde stand eine Wegkreuzung an, deren Beschilderung nicht sehr aufschlussreich war.



    Gnädigerweise gab es ein Begleitschreiben zu den Schildern:



    Ich folgte also weiter dem NKL und sah bald darauf, dass sich zwei Wanderer vor mir befanden, die in die gleiche Richtung gingen. Irgendwann müssen die beiden dann eine Pause abseits des Weges eingelegt haben, denn plötzlich waren sie hinter mir.



    Als ich gerade dabei war, eine ziemlich große Steinplatte wieder aufzustellen, haben mich die beiden dann eingeholt. Die beiden kamen aus Hamburg und waren auf dem Weg nach Vaisaluokta.
    Erst mal ging es alleine weiter, aber da die Markierung bisweilen trotz allem gesucht werden wollte, wurde die jeweils vorne laufende Partei so ausgebremst, dass wir am Ende dann doch irgendwie gemeinsam liefen.
    Beim Zufluss des Sargajavrre war für mich mal wieder Sandaleneinsatz angesagt. Gut, dass ich die Dinger geklebt hatte. Die Furt hatte es in sich. Das Wasser war knietief und die Strömung so stark, dass die Stöcke zu vibrieren anfingen.



    Nach der Furt ging es erst einmal wieder bergauf, was aber mit einem tollen Blick über die Seenlandschaft beim Sargajavrre belohnt wurde:



    Überhaupt war das Gelände auf diesem Abschnitt sehr abwechslungsreich.



    In der Entfernung schälte sich am Nachmittag dann auch das Ende des 3. Abschnitts aus den Wolken:


    Akka

    Gegen 17:00 Uhr erreichten wir dann mein Minimalziel, den Rikkekjahka.



    Diesen konnte ich wieder ohne Sandalen furten, nur beim letzten Schritt hab ich ein kleines bisschen geschöpft.
    Da ich hier keinen Zeltplatz fand, lief ich mit den beiden Hamburgern noch eineinhalb Stunden weiter bis zum Jiegnajavrasi. Dort waren die Zeltplätze zwar dank Felsen und nasser Stellen auch eher rar, aber wir haben es dann doch geschafft, zwei Zelte unterzubringen, wenn auch direkt nebeneinander. So hatte ich immerhin Gesellschaft beim Abendessen.
    Für den Aufbau musste ich aber mal wieder auf natürliche Materialien zurückgreifen:



    Da die beiden aber eher in der "spät ins Zelt und spät hinaus"-Ecke angesiedelt waren, war schon nach dem Abendessen wieder verabschieden angesagt, denn ich würde am nächsten Tag verschwunden sein, ehe die beiden aufstehen.

  6. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #46
    Herrlich

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #47
    19. Tag, 25.07.2014

    Meinen Zeltabbau und das morgendliche Prozedere hab ich heute mal weitaus leiser als sonst durchgeführt, da im Nachbarzelt noch Funkstille herrschte.
    Nach einem kurzen Anstieg bis auf knapp unter 800 Hm sollte es von nun an langsam aber stetig bergab gehen, so dass ich dem Kahlfjäll bald für diesen Abschnitt auf Wiedersehen sagen musste.





    Schon bald nahm das Grün in der Landschaft wieder zu und der Pfad führte öfter durch zwergwüchsiges Gestrüpp.



    Kurz nach Mittag überquerte ich den vom Skajdevarre kommenden Bach und hielt es trotz der Hitze nicht für nötig, einen Wasservorrat einzupacken, was sich später als lästiger Lapsus herausstellen sollte.

    Eine knappe halbe Stunde später kam ich an den Punkt nördlich des Valldajåhkå, an dem laut Karte der NKL eine scharfe Rechtskurve nach Westen beschreibt (Dieser Weg ist auch in der aktuellen Onlineversion so verzeichnet). Daher blickte ich etwas verdutzt und ungläubig, als ich die Markierung sah.



    Laut Karte führte nur ein unmarkierter Trampelpfad in diese Richtung. Aber da ich aufgestellte Steine und zahlreiche Fußspuren sehen konnte, bin ich dann doch der wohl neuen Route gefolgt. Zumindest so lange, bis ich vor einem Sumpf stand, den ich nicht mal in Lundhags durchqueren wollte.
    Hier war weder von Fußspuren noch von einer Markierung etwas zu sehen. Den Sumpf hab ich dann weiträumig umlaufen und fand auf der anderen Seite dann tatsächlich einen Pfad und auch Markierungen.


    Blick zurück

    Da ich langsam durstig wurde, konnte ich es nicht erwarten, bis der Pfad den in der Karte verzeichneten kleinen Bach erreichte, der auf halbem Weg zum Skardjejåhkå sein sollte. Leider war das nur ein kleines Rinnsal, das auch noch aus einem Sumpf kam, so dass ich lieber auf einen Drink verzichtete.
    Am Fluss angekommen war nach dem Trinken erst einmal furten angesagt. Da auf der anderen Seite kein Weg erkennbar war, würde ich nach dem Queren wohl suchen müssen. Glücklicherweise gibt es, wenn man geradeaus aus dem Wald auf den Fluss zuläuft, eine Furtstelle, die man mit hochschaftigen Stiefeln bewältigen kann. Diese führt einen geradewegs zum Pfad.

    Nach einem kurzen Waldstück, in dem der Weg kaum mehr erkennbar war, stand die nächste Furt an. Diesmal ging es über den Valldajåhkå und hier war der Fluss so tief, dass die Sandalen mal wieder herhalten mussten.

    Das Wasser war angenehm kühl und ich beschloss, nach der Furt erst einmal meine Mittagspause nachzuholen. Bei der Gelegenheit nahm ich trotz vereinzelter Bremsen, die seit der Baumgrenze wieder unterwegs waren, ein Bad, um mich abzukühlen.

    Nach der Pause wollte ich mich erfrischt und erholt auf den Weg machen, aber hier gab es keinen Weg. Ich suchte einen 200 m Streifen am Ufer ab und fand nichts. Da ich ohnehin nur knapp 2 km direkt nach Süden musste, bin ich dann auf eigene Faust los. Leider war das bei weitem nicht so leicht, wie ich mir vorgestellt hatte. Kaum durchdringbare Birkenwälder/-Gebüsche wechselten sich mit Sümpfen ab, so dass ich mehr im Zickzack lief als den geplanten Kurs zu halten.

    Als ich wieder mal ein Sumpfloch umgehen wollte, stolperte ich schon fast über etwas Erfreuliches:


    Die Bretter, die den Weg bedeuten

    Endlich war ich wieder auf dem NKL! Auch wenn die gerade beendete Episode im Nachgang schon irgendwie Spaß gemacht hat, war ich froh, dass es von nun an immerhin einen Weg gab, wenn ich ihn suchen musste.

    Zu verlieren war der NKL zwar von hier an nicht unbedingt, aber er hatte weiterhin seine Tücken. Zahlreiche Äste und umgestürzte Bäume machten das Vorwärtskommen bisweilen schwieriger als nötig.
    Dazu kam die völlig verwahrloste Infrastruktur.
    Kurz nach der ersten Brücke seit meiner Rückkehr zum NKL sah ich im Wasser die Reste einer anderen Brücke



    und kurz darauf kam ich an ihren alten Standort.



    Kurz vor der Sommerbrücke am Rautåive bekam ich plötzlich ein unstillbares Verlangen nach einer Machete.



    Als ich die Sommerbrücke erreichte und mich ein schöner Zeltplatz anlachte, hab ich diesen dann gleich in Beschlag genommen, da die Karte mal wieder nichts Gutes in der Richtung prophezeite.



    Für die nächsten Kilometer wohl nur Hang und wenig Wasser. Außerdem waren es von hier noch genau 20 km bis Vaisaluokta und dem Boot nach Ritsem, was eine schöne runde Zahl für die letzte Etappe des 3. Abschnitts war.
    Beim Abendessen fiel mir auf, dass ich heute keine Menschenseele gesehen habe, wenn ich die Unterkunft der beiden Hamburger nicht berücksichtige.
    Vor dem schlafengehen machte ich noch eine Bestandsaufnahme meiner Nahrungsreserven, damit ich schon mal abschätzen konnte, was ich in Ritsem alles kaufen musste. Viel würde es wohl nicht werden, da ich doch um einiges schneller war als ich in Absiko angesetzt habe und daher noch einiges an Futter übrig hatte.
    Geändert von GandalftheGrey (23.08.2014 um 22:15 Uhr)

  8. Fuchs
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #48
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Eine knappe halbe Stunde später kam ich an den Punkt nördlich des Valldajåhkå, an dem laut Karte der NKL eine scharfe Rechtskurve nach Osten beschreibt (Dieser Weg ist auch in der aktuellen Onlineversion so verzeichnet).
    Nach Westen, oder? Wir sind vor 6 Jahren "geradeaus weiter", also nach Süden, um den Valldajåhkå gleich zu furten und so abzukürzen, das hatte ich in mehreren Berichten gelesen. Auch da kamen wir um einige Schlenker aufgrund diverser Sumpfstellen nicht herum. Vielleicht gibt es doch einen guten Grund, dass der Weg den Bogen nach Westen macht.

    Schade, dass der Bericht bald fertig ist. Ich könnte noch ganz lange und viel davon lesen ...

  9. Dauerbesucher
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #49
    Das kommt davon, wenn beim Schreiben die Karte falsch rum liegt... Danke für Hinweis, ist korrigiert.

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #50
    20. Tag, 26.07.2014

    Heute Nacht muss es irgendwann einmal ganz leicht genieselt haben. Das Zelt und die Sachen in den Apsiden waren mit Wasser benetzt. Das war aber nur minimal und nichts, was mich beim Zusammenpacken groß aufgehalten hätte.
    Der Himmel war jedenfalls komplett bedeckt.

    Der Pfad führte schon kurz nach dem Loslaufen mehr oder weniger aus der Baumgrenze heraus, so dass der heutige Abschnitt wenigstens nicht gänzlich ohne Aussicht auskommen musste.





    Meine gestrige Vorahnung in Sachen Zeltplätze bestätigte sich völlig. Bis zur Rautojaure-Schutzhütte gab es keinen Flecken, der Wasser und ebenen Boden halbwegs unter einen Hut brachte.

    Was es aber reichlich gab, waren kaputte Brücken, deren Todesumstände nicht immer Alter oder Wassermassen waren.



    Hier stand mal eine Brücke. Ihre Reste liegen verkohlt bachabwärts. Offenbar hat sie jemand abgefackelt.

    Altersmüdigkeit war aber auch vertreten.



    Der Nieselregen, den ich am Zelt gehabt hatte, war offenbar nur der äußerste Rand eines Regengebiets gewesen, denn je näher ich der Schutzhütte kam, desto nasser wurde das Buschwerk. Auch wenn ich heute mal nicht vor Hitze schwitzte, wurde ich klatschnass.

    Nach zwei Stunden erreichte ich die Schutzhütte, die sich in einem desolaten Zustand befindet. Die Müllhütte sieht aus, als wär darin was explodiert (was bei der Masse an leeren Gaskartuschen gar nicht so abwegig ist), und auch in der eigentlichen Hütte stapeln sich Abfall und Angelmagazine. Also verzichtete ich auf eine Pause und lief weiter.

    Nach der Hütte wurde das Gelände flacher und sumpfiger. Stellenweise ging es längere Strecken auf Bohlenwegen durch Moore, was dank der Feuchtigkeit und niedrigen Nutzungsfrequenz einiges an Aufmerksamkeit erforderte, um nicht auf dem Hintern zu landen.
    Die Moore hatten aber ach ihre guten Seiten:



    Zu Beginn meiner Tour haben die Moltebeeren noch nicht einmal geblüht. In den vergangenen 20 Tagen habe ich also auf dem Weg nach Süden die komplette "Fortpflanzungszeit" von der Blütenentwicklung bis zur Fruchtreife verfolgen können.

    Am Wegesrand fand ich ein frisch abgeworfenes Rentiergeweih, das mich anflehte, es mit nach Hause zu nehmen.



    Doch da ich ja noch einen Abschnitt des NKL vor mir hatte und ich das Teil nicht 190 km durch die Pampa schleppen wollte, ließ ich es zurück.

    Am späten Vormittag begegnete mir ein Wanderer, der nach Helemobotn unterwegs war. Die Frage nach dem Zustand des Weges beantwortete jeder von uns beiden mit "Das Schlimmste hast du noch vor dir."
    Ich hatte Recht...

    Mittags erreichte ich Akkajaure, an dessen Ufer ich meine Mittagspause machte.


    Der namensgebende Berg versteckte sich natürlich wie üblich hinter Wolken

    Ab dem Stausee verschlechterte sich der Weg wieder etwas, es gab zahlreiche morsche und glitschige Bohlenwege, aber ich kam trotzdem gut voran und erreichte um kurz vor 15:00 Uhr die Vaisaluoktastugan. Ein Blick auf den Bootsfahrplan hellte meine Laune noch weiter auf, denn in ca. 15 Minuten würde das letzte Boot für heute nach Ritsem fahren. Das würde mir mindestens einen halben Tag sparen, da ich morgen schon am späten Vormittag mit vollem Rucksack wieder auf dem NKL stehen würde, statt erst um halb Eins in Ritsem anzukommen und dann in 1,5 Std vom Boot zum Laden hetzten zu müssen, meinen Einkauf tätigen und dann wieder zurück zum Boot rennen zu müssen, da das letzte Boot nach Vaisaluokta schon wieder um 14:00 abfährt.

    Auf der Überfahrt versuchte ich, ein paar vernünftige Fotos vom Akka zu machen, aber wie schon bei meiner Padjelanta-Tour 2008 waren die Gipfel wokenverhangen.

    An der Touriststation in Ristem angekommen, erlebte ich eine böse Überraschung: der Funkmast hatte heute seinen Dienst quittiert und war noch nicht wieder am Netz, so dass im Shop keine Zahlung mit Kreditkarte möglich war, da für die Verifikation des Kartenchips eine Internetverbindung nötig ist, die in Ritsem über den Mast läuft. Bargeld hatte ich nur genug für eine Übernachtung im Zelt und für den Bus nach Gällivare, für Essen und die beiden Bootsfahrten bis Kvikkjokk reichte es nicht.

    Da ich ohnehin die Nacht in Ritsem verbringen musste, konnte ich aber auch erst einmal abwarten, ob der Mast bis morgen früh wieder funktionierte. Wenn nicht, dann müsste ich den 4. Abschnitt auf ein andermal verschieben und mit dem Bus nach Gällivare fahren, um die Heimreise anzutreten. Einkaufen und Geld holen in Gällivare und dann mit dem Bus zurück war keine Option, da zum einen die Fahrt mit 350 Kronen einfach nicht gerade billig ist, ich dafür sowohl in Gällivare als auch nochmal in Ritsem hätte übernachten müssen, was nochmal eine Stange Geld gekostet hätte und obendrein durch die Verzögerungen mein Zeitfenster für die Rückreise sehr knapp geworden wäre.

    Also nistete ich mich für die Nacht auf dem Zeltplatz der Station ein, neben drei Deutschen in meinem Alter, die auf dem Weg in den Sarek waren. Nach dem Zeltaufbau stattete ich erst einmal der Dusche einen Besuch ab. Ich hätte nicht gedacht, dass heißes Wasser so süchtig machen kann, aber ich hatte echt Schwierigkeiten, die Kabine wieder zu verlassen.

    Auf dem Zeltplatz standen zwei Lavvus vom STF, die an Gemütlichkeit nicht zu überbieten sind, und wenn nicht die Bewohner im Laufe des Abends ein Feuer darin entzündet hätten, hätte ich es bereut, nicht darin geschlafen zu haben. Aber auf Rauchgeruch an meiner Daunentüte kann ich verzichten.



    Am Abend besserte sich das Wetter immer mehr und um halb Elf erstrahlte der Akka wolkenlos in vollem Glühen.



    Am nächsten Morgen ging der Mast immer noch nicht und so musste ich dem NKL für dieses Jahr auf Wiedersehen sagen. Da ich mit Vaisaluokta mein gestecktes Ziel erreicht hatte und der restliche Weg nach Kvikkjokk nur optional war, zog mich dieser Umstand aber nicht komplett runter. Ich musste die Tour nicht abbrechen, ich konnte sie nur nicht verlängern.

    Da ich das Zelt jetzt für die nächsten Tage nicht auspacken würde, war extra gründliches Trocknen angesagt. Das schloss auch den Footprint mit ein. Und hier haben freistehende Zelt einen großen Vorteil:



    Einer der deutschen bat mich kurz vor der Abfahrt, dass ich eine Nachricht an seine Familie weiterleite, da er das wegen dem fehlenden Netz nicht selbst machen konnte. Er bot mir sogar Geld, aber da Hilfeleistung in solchen Situationen eine Selbstverständlichkeit ist, konnte er die Knete behalten.
    Um 09:00 Uhr war dann Abfahrt und damit das Ende meiner diesjährigen Tour.

    Rückreise, 27. bis 30.07.2014

    Nachdem die Rückreise auch noch ihre Tücken und Momente hatte, schreibe ich darüber auch noch ein paar Zeilen.

    Bis Gällivare verlief die Fahrt ereignislos und ich kam fast pünktlich am Bahnhof an. Dort erwarteten mich prompt ein paar Schwierigkeiten beim Ticketkauf. Einen Schalter gab es nicht, so dass ich nicht bis nach Hause buchen konnte. Der Automat wollte mir nur einen Sitzplatz im Nachtzug nach Stockholm verkaufen und kein Schlafabteil.
    Daher musste mein Smartphone herhalten, mit dem die Buchung eines Schlafwagens funktionierte. Mein Anschlussticket buchte ich bei der Gelegenheit auch gleich, musste dies aber direkt über die DB machen.

    Der Nachtzug fuhr mit 10 Minuten Verspätung aus Gällivare heraus, erreichte Boden mit 1,5 Std Verspätung und verliess Boden mit 12 Std Verspätung. Da ich einen redefreudigen Schweden mit guten Englischkenntnissen als Abteilgenossen hatte, hatte ich immerhin jemanden, mit dem ich mich unterhalten konnte. Von ihm erfuhr ich auch, dass wohl ein Stromausfall für die Verspätung verantwortlich war. Auch übersetzte er, ohne dass ich fragen musste, alle Durchsagen, die nicht auch auf Englisch kamen, so dass ich über den Aufwand, den SJ betrieb, um die Leute bei Laune zu halten, im Bilde war.

    Und der Aufwand war enorm:
    Gratis Kaffee und Knabbereien, es wurden Sandwiches und kalte Getränke verteilt (gratis) und das Zugpersonal versuchte sogar, für alle Reisenden ein kostenloses warmes Essen zu organisieren. Das hat aber leider nicht geklappt, da sich auf dem Weg keine Küche befand, die groß genug dafür gewesen wäre. Dafür wurden Unmengen an Obst und anderen Kleinigkeiten besorgt, die man sich dann im Bistro holen konnte.

    Der Weg zum Bistro kam mir jedes Mal wie ein Gang in die Slums vor. Das klingt zwar hart, lässt sich aber nicht anders beschreiben. Ich musste von den 3er-Abteilen über die 6er und dann durch die Sitzwagen. Je näher ich dem Bistro kam, desto wärmer, stickiger und dreckiger wurde es.

    Da die meisten Anschlusszüge nicht mehr fuhren, als wir Stockholm mit 12,5 Stunden Verspätung erreichten, wurden wir in einem Hotel einquartiert. Ich habe eine billige Kaschemme erwartet, wurde aber höchst angenehm überrascht, als ich das Nordic-Light-Hotel erreichte, in dem ich untergebracht war. Das muss SJ eine Menge Geld gekostet haben, den halben Zug dort übernachten zu lassen.

    Nach dem Frühstück am nächsten Tag machte ich mich zusammen mit dem Schweden aus dem Zug auf zum Ticketschalter, wo mir nicht nur der Zug nach Kopenhagen neu gebucht wurde, sondern auch der Anschlusszug bis nach Hause. Ohne dass ich dafür zahlen musste!
    Darüber war ich sehr froh, denn dank der kundenunfreundlichen Stornopolitik der DB konnte ich mein von denen gekauftes Ticket gar nicht zurückgeben. Die 105 Euro waren wohl weg, falls sie nicht meinen noch in Boden gestellten Erstattungsantrag bewilligen würden.
    Hätte SJ nicht die Kosten übernommen, hätte ich die Strecke dann zweimal bezahlt.

    Im Zug nach Kopenhagen erhielt ich von SJ eine Mail, dass in den nächsten Tagen eine Kontaktaufnahme wegen Erstattung des Verspätungsrabatts erfolgen würde.

    Vier Tage später wurde mir mitgeteilt, dass SJ mir den gesamten Fahrpreis für die Strecke Gällivare-Kopenhagen erstattet und als Zucker einen 600 Kronen Reisegutschein drauflegt. Weitere drei Tage später war das Geld auf meinem Konto, ohne das ich irgendwas tun hätte müssen.
    14 Tage nach Ende meiner Reise kam von der DB die Mitteilung, dass eine Stornierung des nicht nutzbaren Tickets ausgeschlossen sei.

    Punktestand Kundenservice: SJ: 5 - DB: -1
    Geändert von GandalftheGrey (21.06.2015 um 15:27 Uhr) Grund: Ergänzung

  11. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #51
    Ein traumhafter Bericht. Vielen Dank dafür, schade daß er zu Ende ist.
    Zum Thema SJ:
    Anno Domini 2004 hatte mein Zug von Malmö nach Stockholm nur 15 min verspätung, da der Anschluss nach Mora aber genau 15 min nach planmäßiger ankunft fahren sollte, schnappte der Oberschaffner des Zuges sich die drei deutshcen mit 20 kg Rucksäcken, rannte im Sprint mit uns durch den Stockholmer Bahnhof und fluchte laut, als wir nur noch die Rücklichter sahen. (Irgendwas mit die verd....... .... .... haben versprochen zu warten). Danach buchte SJ uns einen kostenlos Nachtzug quer durch Mittelschweden (bis Östersund sowie die Anschlüsse), da wir um diese Zeit ja kein Hotel Stockholm mehr bekommen würden. Das nenn ich Service!

  12. Fuchs
    Avatar von Antracis
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #52
    Toller Bericht, auch über die Fotos hinaus gut zu lesen und informativ.

    Die Insekten finde ich krass. Da bin ich froh, das Anfang August das schlimmste schon vorbei gewesen zu sein scheint. Wir hatten sehr wenig Mücken und ich hab nur eine Bremse erlegen müssen. Aber die Rentierbremsen da auf der Hose...


    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen

    Bei der Schneebrücke würde mich die Meinung von erfahrenen Wintertourern interessieren, ob die da auch rübergehen würden, oder ob es die berühmten 10 Pferde bräuchte. Geht jetzt auch keinesfalls um eine Diskussion Deiner Entscheidung, sondern um eine Risikobewertung, weil ich mit sowas null Erfahrung habe (aber wie Du auch ein eher schlechtes Gefühl beim Anschauen...) Der Fluss sieht ja schon relativ kräftig aus und die Dicke der Schneebrücke ist ja halbwegs gut abzuschätzen, denke ich.

    Gruß
    Sascha

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Mortias
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #53
    Danke für den tollen Bericht, hat mir viel Freude gemacht ihn zu verfolgen. Die Bilder waren klasse und der Schreibstil auch sehr erheiternd. Schade nur, dass er jetzt vorbei ist und Du die Strecke nach Kvikkjokk nicht noch laufen konntest. Muss auch sagen, dass ich es beeindruckend finde wie scheinbar gelassen Du den Ausfall der Strommastes und damit den verbundenen Tourabbruch hingenommen hast. Ich glaube ich hätte da richtig rumgeflucht.
    Und das mit der Kundenfreundlichkeit von SJ kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor etlichen Jahren hatte der Zug auf der Rückfahrt von Murjekt nach Stockholm auch 5 Stunden Verspätung (umgeknickter Strommast) und alle Passagiere haben gratis ein Brötchen, Wasser und nen Kaffee bekommen und zusätzlich noch einen Reisegutschein im Wert der gebuchten Strecke. Schade dass die Deutsche Bahn in punkto Kundenfreundlichkeit nicht ähnlich lässig ist.

  14. Dauerbesucher
    Avatar von GandalftheGrey
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #54
    Freut mich immer, so viel Lob für meine Reiseberichte zu bekommen!

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Muss auch sagen, dass ich es beeindruckend finde wie scheinbar gelassen Du den Ausfall der Strommastes und damit den verbundenen Tourabbruch hingenommen hast. Ich glaube ich hätte da richtig rumgeflucht.
    Ich bin ja da hingekommen, wo ich mindestens hin wollte. Dann war es höhere Gewalt und ich konnte nichts dafür.
    Und außerdem wird man ganz schön leidensfähig, wenn man mal ne 3-Monatstour nach zwei Wochen abbrechen musste.
    Geändert von GandalftheGrey (30.08.2014 um 22:27 Uhr)

  15. Erfahren

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #55
    Hallo Gandalf,

    wir haben uns in Alesjaure getroffen und dort abends zusammen mit deinem Schweizer "Bekannten" in der Stuga gekocht.

    Schön von dir zu lesen wie die Tour ab dort weiterging..... Interessant auch, dass du mit dem NKL im gleichen Gebiet (Grenzgebiet nach Hukejaure) Schwierigkeiten hattest. Wir kamen ja seinerzeit von Gautelis und sind einen halben Tag querfeldein gepuschelt weil wir den Pfad auch nicht wirklich gefunden haben....

    LG, Trolli

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    Avatar von GandalftheGrey
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #56
    Hi Trolli!

    Ich erinnere mich an euch (sandfarbenes Hilleberg, von Gautelis kommend, aus der Frankfurter Gegend), wir haben uns aber in Sälka getroffen, wenn ich da jetzt nicht was durcheinanderbringe.

    Ihr hattet ja beim Essen schon angedeutet, dass der Weg ab Hukejaure nicht so dolle zu erkennen ist, aber dass es so schlimm wird, hab ich dann auch nicht gedacht.
    Geändert von GandalftheGrey (21.06.2015 um 15:33 Uhr)

  17. Erfahren

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #57
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Hi Trolli!

    Ich erinnere mich an euch (sandfarbenes Hilleberg, von Gautelis kommend, aus der Frankfurter Gegend), wir haben uns aber in Sälka getroffen, wenn ich da jetzt nicht was durcheinanderbringe.

    Ihr hattet ja beim Essen schon angedeutet, dass der Weg ab Huckejaure nicht so dolle zu erkennen ist, aber dass es so schlimm wird, hab ich dann auch nicht gedacht.
    ... du hast natürlich recht. Sälka...

  18. Dauerbesucher

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #58
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Ihr hattet ja beim Essen schon angedeutet, dass der Weg ab Huckejaure nicht so dolle zu erkennen ist, aber dass es so schlimm wird, hab ich dann auch nicht gedacht.
    Ja, auf dem Weg zwischen Gautelis und der Abzweigung nach Hukejaure hab ich mich auch 2009 in Richtung Osten und dieses Jahr in Richtung Westen jeweils verfranst und bestimmt ein-zwei Stunden nach dem richtigen Weg gesucht... komischerweise jeweils bei bescheidenem Wetter

    MfG, Heiko

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