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    [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottleden

    #1
    Mitreisende: GandalftheGrey
    Reisezeit: Juli 2014
    Teilnehmer: GandalftheGrey


    Nach dem grandiosen Scheitern meines Thru-Hikes vor drei Jahren hab ich mir fest vorgenommen, den Nordkalottleden (nachfolgend NKL genannt) in den kommenden Jahren nicht in Ruhe zu lassen und es bei nächster Gelegenheit nochmal zu versuchen.
    Beruflich bedingt war aber in den Jahren 2012 und 2013 nichts zu wollen, da konnte ich froh sein, wenn ich mal ein paar Tage am Stück frei hatte.
    Da es bei mir auf der Arbeit die Möglichkeit gibt, Urlaub anzusparen, hätte ich 2015 nochmal eine 2-5 monatige Tour versuchen können und habe auch schon die Kollegen vorsichtig angeimpft, dass das passieren könnte. Im Laufe dieses Jahres hab ich allerdings gemerkt, dass ich nicht schon wieder ein Jahr mit wenig Urlaub erleiden will und außerdem ein langsames Herantasten an so eine lange Solotour vielleicht doch nicht schlecht ist.

    Kurz und gut, ich hab dann "nur" fünf Wochen Urlaub genommen und beschlossen, von Kilpisjärvi bis Vaisaluokta und gegebenenfalls, wenn noch Zeit ist, sogar bis Kvikkjokk zu gehen.

    Mit dem Wissen um meine Fehler beim Rucksackpacken im Jahr 2011 habe ich diesmal weitaus weniger Essen eingepackt und einige Sachen, die unnötig waren (z.B. ein zweiter Satz Ersatzklamotten) weggelassen. Damit konnte ich das Rucksackgewicht im Vergleich zum letzten Mal um über 10 kg reduzieren, obwohl ich diesmal mein neu erworbenes Allak (nochmal tausend Dank an den User kleinschuh!) statt dem Akto mitgenommen habe und meine TAR All Season auch ein paar hundert Gramm schwerer ist als die Selbstaufblasende, die ich das letzte mal dabei hatte.

    Die Anreise erfolgte wieder mit Bahn und Bus, diesmal ging es aber mit dem Zug nach Kiruna und von dort aus mit dem Bus nach Karesuando und Kilpijärvi. Dank ungünstiger Busfahrpläne war diesmal eine Menge Aufenthalt dabei. In Kiruna saß ich fast 9 Stunden am Busbahnhof, den ich wegen kaputter Schließfächer und meiner Unwilligkeit, den Rucksack in die Stadt mitzuschleppen, nicht verlassen konnte/wollte.
    In Karesuando musste ich am Zeltplatz die Nacht verbringen. Dort hab ich erst einmal drei Deutsche getroffen, die ebenfalls am nächsten Tag zum NKL wollten, um bis Abisko zu wandern. Zwei von ihnen sind 2011 von Kautokeino bis Kilpisjärvi gelaufen, allerdings im Herbst und nicht wie ich im Sommer. An eine Wandergemeinschaft hat erst einmal keiner gedacht, aber wir sind dann alle gemeinsam nach Finnland rübergelaufen, um den Bus nach Kilpis zu nehmen.

    1. Tag, 07.07.2014

    Auf der Busfahrt wurde uns recht bald klar, dass dass die Wegbeschaffenheit etwas anders sein würde als erwartet:

    Blick aus dem Busfenster ca. 15 km vor Kilpisjärvi

    Anscheinend war die Schneeschmelze noch in vollem Gange, so dass mit erhöhten Wasserständen beim Furten und mit Massen an Schneefeldern zu rechnen war. Da ich in der Hinsicht noch über praktisch keine Erfahrung verfügte, war mir daher erst mal nicht ganz so wohl in meiner Haut.

    In Kilpisjärvi angekommen, verabschiedete ich mich von den Dreien (die bis zum Campingplatz fuhren), da ich zum einen dort weitermachen wollte, wo ich 2011 aufhören musste, und zum anderen wollte ich im Sportladen noch Einlegesohlen kaufen, um mir einen Fersenkeil zu basteln. Beim letzten Mal haben die Lundhags nämlich mit dem Rand vom Gummiteil bei meinen Knöcheln fiese Scheuerstellen verursacht. Ich hatte zwar eigentlich schon MYOG-Keile dabei, aber die erwiesen sich als unbrauchbar.
    Die HanWag-Einlegesohlen, die sie hatten, waren jedenfalls perfekt geeignet sowohl hinsichtlich der Passform als auch der Stabilität.
    Nach dem Einkauf ging es dann endlich los und nach ca einer Stunde stand ich am Ufer des Saanajärvi, wo ich vor drei Jahren mit weinendem Herzen den Abstieg nach Kilpis begonnen habe.
    Da es wirklich abartig heiß war und der Anstieg auch nicht gerade kurz war, machte ich erst einmal 10 Min. Pause und nutzte die Zeit, um noch etwas Feintuning an den Fersenkeilen zu machen.
    Nach der Pause zog ich erholt und motiviert die Schuhe wieder an, ging 80 Meter und fluchte erst einmal lautstark.



    Der Ablauf des Tsahkaljávri hatte wegen der Schneeschmelze knappe 25 cm Hochwasser und damit mehr als meine Stiefel hoch sind. Also Schuhe wieder ausziehen, Furtausrüstung hin, ab durchs Wasser und Stiefel wieder anziehen.
    Hier machte ich zwei Entdeckungen:
    1.: Niemals die Stiefel mit den Schnürsenkeln um den Hals hängen. Die Dinger baumeln dann bloß im Sichtfeld herum und man sieht nicht, wo man hintritt.
    2.: Meine Neoprensocken sind bei der Durchquerung von eiskaltem Schmelzwasser wirklich Gold wert. Letztes Mal konnte ich alle Flüsse in Lundhags furten, so dass am Ende Sandalen und Neoprensocken eigentlich nur Ballast waren, aber diesmal hatte ich den Kram nicht umsonst dabei.

    Nach der Furt ging es den Saana entlang, wo ich mein erstes Schneefeld überqueren musste, was aber im Vergleich zu den Dingern, die noch kommen sollte, echt einfach war.
    Durch Birkenwald und Moore ging es munter weiter bis zum Campingplatz, wo ich den Weg erst einmal verlor, da er dort irgendwie nicht markiert ist. Daher bin ich dann auf der Straße bis zum Kreuzungspunkt mit dem NKL gelaufen, wo ich erst einmal Pause machte.
    Da das trotz allem mein erster Tag war, bin ich nach der Pause nur noch ein Stündlichen weitergelaufen und hab auf halber Strecke des Anstiegs am Iso-Malla mein Zelt aufgeschlagen. Saublöde Idee, wie ich etliche Stunden später feststellen musste.
    Der Zeltplatz hatte zwar eine tolle Aussicht, aber leider daher auch keine Berge im Norden und Nordosten. Ende vom Lied war, dass die ganze "Nacht" die Sonne auf mein Zelt gebrannt hat, die Temperatur da drin trotz zwei geöffneter Apsiden und leichtem Wind nicht unter 25° C sank, ich den Daunenschlafsack verpackt lassen konnte und mich statt dessen nur mit dem Seiden-Inlett begnügen konnte.
    Da man in Sichtweite des Saana Handyempfang hat, hab ich vor dem schlafengehen noch zuhause mitgeteilt, dass die Anreise gut verlaufen ist und ich mich jetzt auf den Weg ins Fjäll mache.
    Ein Blick in die Karte verriet mir dann noch, dass ich 12 km zurückgelegt hatte, was für den ersten Tag eine echt gute Leistung war. Eingeplant hatte ich nicht einmal 5.

    2. Tag, 08.07.2014

    Die zunehmende Hitze trieb mich schon um kurz vor 07:00 Uhr aus dem Zelt und nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg Richtung Dreiländereck.
    Das Panorama oberhalb der Baumgrenze war wirklich überwältigend und verpasste mir ungelogen einen wohligen Schauer mit Gänsehaut.



    Nach etwa 1,5 Stunden, in denen ich 4 m Fluss mit 20 m Hindernislauf durchquert habe, weil ich ich keine Lust auf Schuhwerkwechsel hatte, erreichte ich die finnsch-norwegische Grenze und folgte dem Grenzzaun ins Tal bis zum Treriksröset, wie das Dreiländereck auf Schwedisch heißt.
    Dort traf ich erst einmal die drei Deutschen wieder, die gestern nur bis zum Iso-Malla gelaufen sind. Nachdem wir uns gegenseitig vorgestellt haben, gingen die Drei weiter Richtung Goldahytta und ich machte erst einmal Pause und einen Besuch beim gelben Betonklotz.



    Während meiner Pause sah ich ein junges Pärchen, schwer bepackt mit Rucksäcken, das mit Rennrädern bewaffnet in Richtung Iso-Malla unterwegs war. Bei fast 30° C im Schatten, ohne einen Hauch von Schatten, ein unbenutzbares Fahrrad durchs Gebirge zu schieben, erschien mir zwar reichlich behämmert, aber ich muss es ja nicht machen.

    Nach der Umrundung des Betonklotztes machte ich mich ebenfalls auf den Weg Richtung Goldahytta, wo ich abermals auf BKK (die Namen der drei Deutschen möchte ich nicht ungefragt ausschreiben und diese Abkürzung drängt sich förmlich auf) traf, die gerade Mittagspause machten.
    Ich zog allerdings weiter und machte meine Pause eine Stunde später, wo ich dann wiederum überholt wurde. Dieses Spielchen zog sich noch eine Weile so weiter, bis ich im Indre Skjaerdalen (einem netten kleinen Canyon) mein Zelt aufschlug. BKK, die kurz darauf vorbeikamen, wollten sich erst ebenfalls hier niederlassen, aber mangels Aufstellfläche mussten sie noch etwas weiter.
    Ich hab das heiße Wetter und den Bach vor der Nase dann erst einmal dazu benutzt, meine Outdoor-Waschmaschine Marke Ortlieb anzuwerfen und mich bei der Gelegenheit dann auch gleich noch von den Salzkrusten zu befreien, die mit die Schwitzerei verpasst hat.
    Bei der Gelegenheit musste ich feststellen, dass ich im Gesicht und an den Unterarmen einen ganz üblen Sonnenbrand kassiert hatte.
    Die zahlreichen Mücken konnten mich bisher nicht dazu bewegen, die Ärmel runterzukrempeln und einen Hut aufzusetzten, aber jetzt hatte ich keine Wahl mehr, wenn ich den Sonnenbrand nicht noch verschlimmern wollte.

    3. Tag, 09.07.2014

    Auf dem Weg Richtung Gappohytta ließ ich die Baumgrenze für die nächsten Tage hinter mir und konnte ab jetzt fast ständig die großartige Weite des Kahlfjälls genießen.



    Dort oben war die Schneeschmelze allerdings noch in vollem Gange, so dass der Weg stellenweise über längere Zeit so aussah:



    Beim Furten des Njearrelahku war BKK mit dabei und hier konnte ich die Vorteile hochschaftiger Stiefel in Lappland direkt sehen.



    Ich war über den Fluß, bevor die anderen, die alle in Meindl Perfekt liefen, ihre Crocs/Sandalen an den Füßen hatten.
    Da ich ja eigentlich solo unterwegs war, machte ich mich alleine auf den Weg Richtung Isdalen, der überwiegend aus einem 200 Hm-Anstieg über Schneefelder bestand. Die Felder waren stellenweise noch mehrere Meter mächtig, aber Bilder wie dieses machten mir nicht gerade Mut:


    Das Schneefeld ist gute 3 m dick und die Delle ist knapp 30 x 10 m

    Mit der Zeit merkte ich aber, dass man eigentlich nur dann einbricht, wenn man an den Rändern nicht aufpasst oder wenn unter dem Schneefeld ein Bach fließt, der die Dicke unsichtbar reduziert hat. Ich hab zwar schnell aufgehört zu zählen, wie oft ich eingebrochen bin, aber es war nie weiter als bis zum Knie und da ich bei kritischen Stellen immer schön langsam gelaufen bin, hatte ich kein Vorwärtsmoment, das mir die Knie durchdrücken und mich so verletzten hätte können. Mit der Zeit lernte ich die Schneefelder sogar zu schätzen, da man darauf meist sehr gut laufen konnte und sie im Gegensatz zum Blockschutt darunter schön weich waren.
    Bei der Gappohytta begegnete ich abermals einem Fahrradfahrer, der aber diesmal ein Mountainbike hatte. Dafür hatte er aber keine Karte dabei und wusste nicht, wie er jetzt nach Schweden kommen sollte.


    Blick zurück Richtung Gappohytta


    Blick aufs Isdalsfjella

    Gegen 16:00 Uhr erreichte ich den Pass zum Isdalen, wo ich beschloss, heute nicht mehr weiterzugehen. Nachdem ich mein Zelt auf einem winzigen Flecken trockenem Boden aufgestellt hatte, kam BKK noch vorbei, die sich 50 m entfernt niedergelassen haben. Zum Abendessen hab ich mich dann zu ihnen gesellt, da ich es irgendwie doof fand, alleine zu essen, wenn Gesellschaft in der Nähe ist.


    Blick ins Isdalen

    Geändert von GandalftheGrey (15.08.2015 um 16:30 Uhr) Grund: Typos korrigiert

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    Avatar von Prachttaucher
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #2
    Freut mich daß es diesmal geklappt hat !

    OT: Bei mir geht das eigentlich mit dem Baumeln....

  3. Dauerbesucher
    Avatar von GandalftheGrey
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #3
    Naja, so ganz geklappt hat´s am Ende dann doch wieder nicht... vom Zeit- und Lust-Aspekt her hätte ich locker bis Kvikkjokk gehen können, aber der Funkmast in Ritsem ging an dem Tag kaputt, als ich dort eintraf, und da Kreditkartenzahlungen beim STF nur noch möglich sind, wenn es eine Internetverbindung gibt, konnte ich keinen Proviant nachkaufen.

    Mehr dazu gibt´s dann aber am Ende des Reiseberichtes.

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    Avatar von Mortias
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #4
    Toller Bericht bisher, macht Spaß zu lesen und die Bilder sind auch sehr schick. Freu mich schon auf mehr.

    OT: Übrigens hab ich eigentlich auch nie Probleme damit, wenn ich beim Furten die Wanderschuhe zusammengebunden an den Schnürsenken um den Hals baumeln habe. Ist halt nur wichtig, denen nicht zuviel Spiel zu lassen.

    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Naja, so ganz geklappt hat´s am Ende dann doch wieder nicht... vom Zeit- und Lust-Aspekt her hätte ich locker bis Kvikkjokk gehen können, aber der Funkmast in Ritsem ging an dem Tag kaputt, als ich dort eintraf, und da Kreditkartenzahlungen beim STF nur noch möglich sind, wenn es eine Internetverbindung gibt, konnte ich keinen Proviant nachkaufen.
    Näää, wie ätzend ist das denn??????? Oh Mann, das tut mir ja echt tierisch leid für Dich.

  5. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #5
    Na dann bin ich mal gespannt wie die schneereiche Strecke weiter geht - will unbedingt wieder in die Ecke, aber natürlich (bei mir) später im Sommer.
    Die Rad"fahrer" die du beim Treriksröset gesehen hast könnten solche gewesen sein die Schweden der Länge nach mit dem Rad durchqueren (Gibt es recht häufig) und da die nördlichste Ecke keinen Strassenanschluss hat gibt es dann solche Aktionen (Wenn man nicht mit dem Boot nach Kilpisjärvi fährt).
    Noch ein Hinweis zur Strecke zwischen Kilpisjärvi und dem Treriksröset: Der Weg führt da durch den (auf schwedischen Karten nicht markierten) Malla Naturpark mit sehr strengen Schutzbestimmungen. Mir ist das auch erst bei meinem zweiten Besuch dort aufgefallen - habe glaub die Tafeln auf Seite Kilpisjärvi übersehen oder nicht beachtet - es ist zum Beispiel verboten die Wege zu verlassen und, ausser bei der Kuohkimajärvi-Hütte, zu zelten. Dies mehr zur Info für Leser des Berichts denn als Kritik (Wie gesagt mir ist es beim ersten Besuch auch nicht aufgefallen und für die zweite Tour hatte ich eine Übernachtung entlang des Weges auch in Betracht gezogen ).

    Die Kreditkartenzahlung ist nicht nur beim STF sondern allgemein in Schweden nur noch bei bestehender Verbindung möglich. In den Hütten im Fjäll geht es im Falle des Falles auch gegen "Rechnung" aber wahrscheinlich hat Ritsem die entsprechenden Formulare nicht, da sie ja eine Verbindung haben. - Ärgerlich ist sowas natürlich...

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  6. Fuchs
    Avatar von dingsbums
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #6
    Schöner Bericht, da freue ich mich jetzt weiter drauf. Das Isdalen ist einfach nur grandios. Ich glaube, da will ich auch nochmal bei gutem Wetter hin ...

  7. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #7
    angenehm zu lesen und schöne Fotos
    ......freue mich auf die Fortsetzung

  8. Dauerbesucher
    Avatar von GandalftheGrey
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #8
    Zitat Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
    Noch ein Hinweis zur Strecke zwischen Kilpisjärvi und dem Treriksröset: Der Weg führt da durch den (auf schwedischen Karten nicht markierten) Malla Naturpark mit sehr strengen Schutzbestimmungen.
    Danke Henning für diesen Hinweis. Es gibt zwar eine Hinweistafel am Eingang des Schutzgebiets, aber irgendwie hab ich darauf nur was davon gelesen, dass die an einem Hang mit Pflanzungen ein "Bild" gemalt haben... das mit dem Schutzgebiet und Zeltverbot muss ich dann wohl voll übersehen haben. Aber BKK haben auch da oben gezeltet, daher gehe ich davon aus, dass die auch nichts mitgekriegt haben.

    Schöner Mist, dann hab ich gleich die erste Nacht an einem verbotenen Platz gecampt.

    Hier hab ich noch eine Karte des Schutzgebiets gefunden: klick

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    OT: Übrigens hab ich eigentlich auch nie Probleme damit, wenn ich beim Furten die Wanderschuhe zusammengebunden an den Schnürsenken um den Hals baumeln habe. Ist halt nur wichtig, denen nicht zuviel Spiel zu lassen.
    Für die paar Male, in denen ich tatsächlich nicht in Lundhags furten musste, hat das mit am Rucksack festbinden schon gepasst. Außerdem wächst wohl mit zunehmender Tourenlänge der Mindestabstand der Schuhe zur Nase direkt proportional.

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Näää, wie ätzend ist das denn??????? Oh Mann, das tut mir ja echt tierisch leid für Dich.
    Ist halb so wild... Ein Tourabbruch in dem Sinne war´s ja nicht. Wäre halt das Zitronencreme-Bällchen auf dem Kosakenzipfel gewesen.
    Geändert von GandalftheGrey (01.08.2014 um 22:40 Uhr)

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #9
    4. Tag, 10.07.2014

    Heute morgen hat es etwas länger gedauert, bis ich losmarschiert bin, da ich meine Packgewohnheiten umgestellt habe. Bisher hab ich den Rucksack immer so gepackt, dass morgens das oben liegt, was ich dann mittags/abends brauche. Das führte dazu, dass der Kocher und der Fleischvorrat relativ weit oben lagen. Im sanft hügeligen ersten Abschnitt des Nordkalottledens war das noch egal, aber hier im Gebirge wurde mir das schnell zu doof und daher beschloss ich, ab jetzt den Rucksack korrekt zu packen, auch wenn das bedeutete, dass ich ihn zweimal am Tag fast komplett leeren musste. Da das aber spürbare Verbesserungen beim Tragekomfort gebracht hat, war mir der erhöhte Zeitaufwand egal.
    Außerdem hatte das den angenehmen Nebeneffekt, dass ich meinen FF Osprey morgens länger lüften konnte. Bisher hatte ich nämlich noch nicht so ganz raus, wie ich die Daunen im Sack am besten verteile, um nachts nicht gebraten zu werden. Mit seinen 450 g Daune war der Schlafsack nämlich für die nächtlichen 15°C schon zu warm.

    BKK sind eine dreiviertel Stunde vor mir los, so dass abzusehen war, dass ich sie im Laufe des Tages einholen würde.
    Beim Abstieg ins Isdalen stand nach kurzer Zeit erst einmal die Querung des Iselva an, der schmelzwasserbedingt ein größeres Hindernis darstelle als sonst. Gnädigerweise war der Schnee dort unten noch nicht komplett verschwunden.



    Da das die erste Schneebrücke in meinem Leben war und unten drunter ein reißender Fluß strömte, war mir wegen dem Abbruch rechts alles andere als wohl bei dem Teil, aber da kurz vorher schon drei Leute mit Rucksack drüber gekommen sind, beschloss ich, es einfach mal zu versuchen.
    Kurze Zeit später war ich auf der anderen Seite und freute mich, dass ich mir das Furten sparen konnte.
    Beim nächsten Bach waren die Sandalen + Neoprensocken aber dann doch fällig. Knietief ging es durch eiskaltes Wasser, das zwar nicht unbedingt reißend war, aber trotzdem ganz schön an meinen Beinen und Wanderstöcken gezerrt hat.
    Auf der anderen Seite angekommen stand erst einmal Füße trocknen an, um Blasen zu vermeiden. Keine leichte Aufgabe, wenn von allen Seiten blutdurstige Fluginsekten versuchen, auf der nackten Haut zu landen. Da ich diesmal mit meinen Engelbert-Strauß-Klamotten (Bundhose Öland und Arbeitshemd classic) in Sachen Stichdichtigkeit einen Volltreffer gelandet hatte, waren die Pausen, in denen ich meine Füße lüftete/trocknete, die einzige Chance für die Biester, bei mir einen Drink zu zapfen.

    Gegen 10:00 Uhr erreichte ich die Rostahytta, wo ich auf BKK traf, die gerade eine Pause einlegten. Das machte ich dann prompt auch, denn das Hüttenthermometer zeigte bereits am Vormittag 26°C im Schatten, wobei Schatten nur im direkten Umfeld der Hütte vorkam.
    Ein Blick in die Karte verriet mir, dass ab jetzt ein zweimal 250 Hm Anstieg bevorsteht und ich beschloss, mich bis zum Scheitelpunkt der Etappe hinter den Dreien zu halten, um zu vermeiden, dass ich den Berg zu schnell hochrenne und mich so verausgabe.

    Nach der Hütte verlief der Weg dann erst einmal anders als auf der Karte verzeichnet.


    Auszug aus OpenStreetMap, die rot gestrichelte Variante ist der neue, im Gelände markierte Verlauf;
    Da eine Kopie aus der Fjällkarte heraus mit Sicherheit einen Urheberrechtsverstoß darstellt, muss ich es leider so machen, ich hoffe, man erkennt es in Verbindung mit der Karte trotzdem einigermaßen


    Der neue Verlauf führt östlich um den Aslatvarri herum und verläuft dann bis zur Furt entlang am Nordufer des Alsatjohka.
    Dank einer weiteren Schneebrücke, die uns anlachte, sind wir aber am südlichen Ufer entlang und haben uns die Furt gespart.



    Nach der Furt warf ich nochmal einen Blick zurück, der sich wirklich gelohnt hat:



    Gegen Nachmittag stellte sich dann irgendwann die Zeltplatzfrage und ich musste feststellen, dass BKK ebenfalls den Gassavákejávvrit angepeilt hatte.
    Dieser sag dann aber so aus:



    Da die Schneefelder, die die potentiellen Zeltplätze unter sich begruben, alle eher abschüssig waren, kam ein Zelten auf Schnee nicht in Frage und so mussten wir gemeinsam noch bis kurz vor der Grenze des Dividalsnationalparks weiterziehen, bevor wir unsere Zelte aufschlagen konnten, was dann wegen beengter Verhältnisse recht nah beieinander passierte.


    Blick in den Nationalpark

    Der Boden war sehr steinig und meine Y-Pegs ließen sich nicht motivieren, ihren Dienst zu verrichten und so kamen dann die Rockpins zum Einsatz, die ich dieses mal auch wieder mitgeschleppt hatte.

    Nach dem gemeinsamen Abendessen unterzog ich die Sohlen meiner Stiefel einer Inspektion, um zu sehen, ob es diesmal wieder Ärger geben würde. Die Sohlen klebten aber unverändert fest und vollständig am Schuh.
    Dafür bemerkte ich einen kleinen Riss am Übergang von Gummi auf Leder, was wohl auf ein ausgerissenes Nahtloch zurückzuführen war. Mein Versuch, den Schaden mit einem Tropfen SeamGrip zu beheben, scheiterte dann daran, dass durch die Hitze der Kleber mehr aus der Tube gespritzt als geflossen kam und ich mir beim Öffnen der Tube erst einmal die Hände so richtig vollgekleistert habe. Hier sind die Besitzer von Spirituskochern klar im Vorteil, denn sie haben massig geeignetes Lösungsmittel für SeamGrip dabei, das sich sonst kaum von den Händen entfernen lässt, da es nicht wasserlöslich ist und man es auch nicht abwischen kann. Ich hab es zwar dennoch geschafft, etwas Kleber auf den Riss zu kriegen, aber ich zweifelte, dass das was werden würde. Näheres würde ich dann in 12 Stunden sehen.

    Die Nacht war dann später alles andere als ruhig. Gegen 04:30 Uhr wurde ich von einen plötzlichen Windstoß geweckt. Der Wind war so heftig, dass ich Mühe hatte, meine Apsiden zu schließen, die ich bisher nachts wegen der Hitze nie verschlossen hatte. Kaum war das Zelt zu, begann es heftig zu regnen. Da das Zelt trotz starkem Wind noch nicht einmal ein bisschen wackelte, hätte ich jetzt eigentlich gemütlich weiterschlafen können, aber ein aufziehendes Gewitter hielt mich wach, insbesondere, da es immer näher kam. Glücklicherweise kam es nicht näher als 2 km heran, so dass ich mich wieder beruhigen konnte.
    Ausgesetzte Zeltplätze sind in Sachen Aussicht ja ganz schön, aber wenn das Zelt zu den höchsten Punkten der Umgebung gehört, ist ein Gewitter nicht gerade eine tolle Sache.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von GandalftheGrey
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #10
    5. Tag, 11.07.2014

    Nachdem das Gewitter abgezogen war, konnte ich noch ein paar Stündchen schlafen, bevor mich die Sonne wie üblich gegen 07:00 aus dem Zelt getrieben hat. BKK waren auch schon wach und nach einem gemeinsamen Frühstück zogen wir dann auch gemeinsam los. Damit war meine Solotour zumindest bis Abisko beendet, auch wenn nie offiziell gesagt wurde, dass wir jetzt eine Gruppe bilden.

    Kurz nach dem Loslaufen Richtung Daertahytta kamen wir an den Resten eines Rentiers vorbei, deren Bilder ich hier jetzt nicht zeigen werde. Da das Tier direkt in einem Bach verendet war, war sämtliches Wasser bis zum Rakkasgurajavri runter nicht geniessbar, so dass es einige Zeit dauerte, bis ich wieder was trinken konnte.
    Kurz nach dem See kam dann ein netter kleiner Abstieg über Blockschutt, der volle Konzentration von allen verlangte, so dass die Aussicht nicht in dem Maße gewürdigt werden konnte, die sie verdiente.


    Abstieg zur Daertahytta

    Unten angekommen, zog dann erst einmal Nebel auf, der die Orientierung zum Glück nur unwesentlich erschwerte.



    Der Weg zur Hütte hat einige Tücken, da er ständig unnötigerweise den Bach überquert. Wer nicht zur Hütte will, sollte ihn daher garnicht, wer hin will nur einmal queren.
    Nach einer kurzen Pause an der Hütte ging es durch relativ ebenes Gelände weiter nach Süden. Da nur wenig Blockschutt vorhanden war, kamen wir schnell voran.
    Nach der Durchquerung des Daccavaggi tauchten am Nordhang plötzlich Rentiere auf einem Schneefeld am Nordhang auf. Leider waren sie soweit weg, dass ich keine vernünftigen Bilder machen konnte, was mich sehr geärgert hat, da ich schon letztes Mal keine guten Ren-Bilder zustandegebracht habe.
    Gegen Mittag erreichten wir die Seen am unna Nannas, wo wir dann von Mücken geplagt unsere Mittagspause machten.



    Die Umrundung des Stuora Nanna war geprägt von traumhaften Blicken ins Jierrtavouopmi, die aber dank durchziehender Wolken- und Nebelbänder nicht immer in die Ferne gingen.



    Gegen 15:00 Uhr erreichten wir den Skáktárjohka, der die wohl mit Abstand längste Furt auf dem gesamten Nordkalottleden bietet.



    Mehr als 50 m (die gesamte Furtstelle ist noch länger) geht es knietief über rutschige Kiesel, die nicht nur glatt sind, sondern sich auch noch gegeneinander verschieben, wenn man drauftritt. Gnädigerweise war das Wasser angenehm warm, so dass man sich Zeit lassen konnte.
    Am Südufer angekommen wollten wir eigentlich unser Lager aufschlagen - wenn wenn man schon mal an einem Freibad vorbeikommt, sollte man das auch nutzen - aber die Moskitos hatten den Zeltplatz fest in ihrer Gewalt, und so begannen wir dann halt doch noch den 200 Hm-Aufstieg am Jierttasalbmi.
    Auf halber Höhe kamen wir an einem Zeltplatz vorbei, den man getrost als "perfekt" bezeichnen kann. Bretteben, grasbewachsen, weicher Untergrund, keine Steine und kühles, fließendes Wasser nur wenige Meter entfernt.
    Leider ebenfalls komplett mückenverseucht und daher wurde er links liegengelassen.
    Als der Weg dann am Unna Jierttas nach Westen einschlug, haben wir dann doch mal auf gut 900 müN die Zelte aufgeschlagen, weil schlichtweg die Luft raus war. Der Vorteil der ganzen Aktion war, dass wir den Aufstieg jetzt schon hinter uns hatten und am nächsten Tag nur noch die knapp 500 hm ins Dividalen absteigen und nicht morgens erst noch den Berg rauf mussten. Der Nachteil... naja, seht selbst:


    Schöne Aussicht hat man ja schon, aber...


    ...der Aussichtspunkt ist weithin bekannt (man beachte auch das Salzbergwerk auf dem Rücken; dank der Hitze sahen meine Klamotten alle zwei Tage so oder noch schlimmer aus, dann wurden sie in der Regel mal kurz an einem Bach "gewaschen")


    Nein, die Linse ist nicht dreckig...


    Der schönste Stoff der ganzen Welt ist das Mückennetz am Innenzelt

    Icaridin (das übrigens genauso gut wirkt wie DEET, wie mein 10-tägiger Parallelversuch ergeben hat) sei Dank konnte ich mein Abendessen ohne Kopfnetz zu mir nehmen, aber den Abendtee hab ich sausen lassen, weil´s mir dann doch zu bunt wurde. Das war schon Kautokeino-Level, was da rumschwirrte.
    Geändert von GandalftheGrey (06.08.2014 um 07:02 Uhr)

  11. Dauerbesucher
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #11
    6. Tag, 12.07.2014

    Beim Verpacken des Zeltes habe ich gezwungenermaßen dutzende von Blutsaugern mit ins Innenzelt eingerollt. Bleibt nur zu hoffen, dass die abends alle tot sind, sonst hab ich womöglich mehr Plagegeister im Zelt als draußen.

    Der Weg ins Dividalen begann windstill und bereits um 09:00 Uhr morgens elends heiß, so dass die chemische Keule sehr schnell vom Schweiß weggeschwemmt wurde und ich auf mein Kopfnetz zurückgreifen musste. Das ist zwar weitaus dichter als das, was ich 2011 dabei hatte, aber leider grün und nicht schwarz, so dass meine Sicht stark eingeschränkt wurde.

    Dadurch wurde es schwierig, solche Anblicke zu genießen:


    Blick ins Dividalen


    in Zentrum die Dividalshytta, hinten das Anjavassdalen

    Der 500 Hm-Abstieg ins Dividalen war das erste Drittel geprägt von Moränenböden, also gewissermaßen riesigen Haufen aus Schotter und Kies, was den steilen Abstieg nicht gerade einfacher machte. Wanderstöcke sind hier sehr von Vorteil.
    Ab der Baumgrenze wandelte sich das Bild dann schlagartig.



    Nachdem ich drei Tage lang durch´s Kahlfjäll marschiert bin und Bäume noch nicht einmal gesehen habe, war die heutige Etappe schon eine gewaltige Umstellung. Kaum noch Fernsicht, der Pfad viel gewundener, um Bäumen auszuweichen, ständig hängt was im Weg, gegen das man dank eingeschränkter Sicht donnern kann... obwohl ich Wälder eigentlich mag, ging mir dieser hier schon nach zwei Stunden auf den Zeiger.
    Dazu trug auch ein Wechsel der gegen uns eingesetzten Geschwader der Sapmi-Air-Force bei. Bisher waren es überwiegend Moskitos und vereinzelte Knotts, aber ab dem Dividalen prägten die bislang eher vereinzelt in Erscheinung getretenen Rentier-Bremsen die alltäglichen Zwangsblutspenden.


    Detailansicht


    Stellenweise saßen sogar noch mehr von den Biestern auf B´s Hose, die aus unerfindlichen Gründen eine magische Anziehung auf die Bremsen ausübte

    Die Stiche sind zwar sehr schmerzhaft, allerdings seltener als bei Moskitos. Außerdem merkt man recht gut, wenn so ein Bomber gelandet ist. Beim Erschlagen sollte man aber aufpassen. Bei ca. jedem zehnten hat man danach eine klare, stark klebrige Flüssigkeit an den Händen, die man mit Wasser abwaschen muss, weil man sie nicht abwischen kann.

    Nach der Pause an der Dividalshytta, bei der wir mehr Bremsen als Zeit totgeschlagen haben, wandelte sich der Wald und die ersten Kiefern kamen auf. Die lebenden Exemplare waren zwar stattlich, aber die toten Stämme waren einfach der Hammer.



    Falls jemand erklären kann, wie dieser extreme Drehwuchs zustande kommt, ich bin ganz Ohr.

    Am Divielva angekommen, führte der Weg durch dschungelartigen Bewuchs für knapp 1,5 km am Ufer entlang. Der Pfad war für norwegische Verhältnisse in eher schlechtem Zustand. Ständig musste man umgestürzten Bäumen ausweichen, die leider meistens so doof lagen, dass man sich dafür durch morastige Stellen kämpfen musste. Das Kopfnetz musste ich bald abnehmen, weil ich den Weg kaum noch erkennen konnte.
    Die Furt, die eine kleine Abkürzung bietet, ließen wir aber trotzdem links liegen und entschieden uns statt dessen für die Brücke. An selbiger begegneten wir einem norwegischen Ehepaar, das in kurzen Hosen und oben ohne bzw. einem Spaghettiträgeroberteil unterwegs war. Keine Ahnung, ob die in Autan gebadet haben oder schlichtweg unempfindlich waren. Der Anblick muss jedenfalls echt genial gewesen sein: auf der einen Seite vier dick verpackte Deutsche und auf der anderen zwei leicht bekleidete Norweger.

    Nach einem kurzen Anstieg verriet uns lauter werdendes Rauschen, dass es gleich was zu sehen geben würde und nur wenige hundert Meter später kam dann die Ursache in Sicht:


    Wasserfall am Anjavasselva


    nach Westen


    etwas weiter flussaufwärts

    Wir folgten dem Pfad und dem Anjavasselva noch eine Weile durch den Wald, der neben dem ständigen Wechsel von Moränenhügelchen und Sumpf bisweilen noch andere Unannehmlichkeiten bereit hielt:


    von einer Lawine umgeworfene Birken

    Es kostete einige Mühe, über die ganzen Bäume zu klettern und die Kronen zu umgehen, aber geschafft haben wir es trotzdem.

    Auf Höhe des Voumavarri, wo der Fluss sich verengt, haben wir dann unser Lager aufgeschlagen. Lebende Blutsauger gab es im Innenzelt keine, aber dafür einen dicken Huppel am Zeltboden, den ich nur schwer mit der Isomatte ausgleichen konnte.
    Eine kleine Bucht am Ufer, in der die sonst sehr starke Strömung kaum wahrnehmbar war, lud zum Baden ein, insbesondere da der aufkommende Wind zumindest die Moskitos zu einer Flugpause zwang. Nach mehreren Tagen Katzenwäsche war das eine richtige Wohltat, auch wenn das Wasser noch ziemlich frisch war.

    Ich unterzog die geklebte Stelle an meinem Lundhag einer Kontrolle und stellte fest, dass das SeamGrip zwar gut auf dem Gummi haftete, aber den auftretenden Kräften nicht gewachsen war und selbst einriss.
    Also musste ich doch schwere Geschütze auffahren und hab die Stelle dann nochmal geklebt, diesmal aber mit Freesole, das ich bei der Gelegenheit auch gleich prophylaktisch noch vorne an die Stiefelspitzen aufgebracht habe.
    Bevor jetzt die Fragen kommen, ob´s gehalten hat: das war das letzte Mal auf der Tour, dass ich an die Lundhags mit Kleber ran musste. Die nächsten 400 km hat sich da nichts mehr getan.
    Geändert von GandalftheGrey (21.06.2015 um 14:21 Uhr) Grund: Rächtschraipfälha finnded mann ihma wiehda

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #12
    Wow, was für ein wundervoller Bericht, habe ihn gerade förmlich gefressen und im Anschluß gleich in einem Rutsch Deinen Bericht von Kautokeino nach Kilpisjärvi. Ständig schwankend zwischen Schmunzeln, Lachen und Flennen vor Fernweh!
    Aber doch noch eine vielleicht blöde Frage: Ich neige auch dazu, zuviel Essen mitzuschleppen, aber für 20 Tage schaffe ich das gar nicht. Zudem scheint mir Deine "Non-Food"-Grundausrüstung auch nicht sparsam, mit Reparaturkleber und zwei verschiedenen Heringsarten... Wie schwer war Dein Rucksack zu Beginn?

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #13
    Dieses Mal hatte ich am Anfang Nahrungsmittel für 14 Tage dabei (10-12 Tage laufen und ne Reserve) plus ne Tüte Bonbons, die ich im Zug nicht gegessen hab. Insgesamt waren das ziemlich genau 11,5 kg Futter, inklusive Getränkepulver, Teebeutel etc.

    Meine Grundausrüstung wog diesmal knapp über 21 kg, wobei das Zelt allein 20 % davon ausmacht. Mit meinem Akto wäre ich unter den 20 kg geblieben. Mein Deuter-Rucksack ist ebenfalls nicht gerade leicht mit seinen 3,3 kg, aber das macht er halt durch den hohen Tragekomfort wieder wett. Die 33 kg, die ich zu Beginn der Tour auf dem Rücken/den Hüften hatte, waren eigentlich immer nur beim Auf- und Absetzen lästig. Leichter wäre wahrscheinlich noch schöner, aber im Vergleich zu den 45 kg, die ich 2011 rumgewuchtet habe, war der Rucksack diesmal geradezu paradiesisch leicht und hat auch nie gedrückt.

    Wichtig ist mir mehr, dass ich möglichst wenig Krempel umsonst mitschleppe (abgesehen von der "hoffentlich brauch ich´s nicht"-Fraktion wie Antibiotika oder eben Reparaturzeugs). Und bis auf Kleinigkeiten wie die Ersatzakkus für Kamera und GPS oder der Karte für den 4. Abschnitt war eigentlich alles, was zur Benutzung gedacht war, im Laufe der Tour im Einsatz.

    Nachtrag:
    Ich hab was vergessen zu erwähnen, was ich im Überfluss dabei hatte und kaum gebraucht wurde: Müsliriegel!
    36 Stück hab ich mit nach Norden genommen, in Ritsem hatte ich noch ca. 30 Riegel. Knapp 1 kg für die Katz mitgeschleppt. Eigentlich waren die als Teil des Mittagessens gedacht, aber Mittags hab ich fast nie mehr als ein paar Bissen runtergekriegt und daher waren die Riegel immer über.
    Geändert von GandalftheGrey (07.08.2014 um 08:42 Uhr)

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #14
    O.k, 45 kg sind der Hammer, die 33 sind aber doch in etwa das Pendant zu meiner 28-kg-Damenversion, würde ich sagen. Ich muss halt auf n bisschen Grundausrüstung verzichten und kann höchstens für 12 Tage Essen mitnehmen, da komme ich an meine Grenze. Aber 36 Müsliriegel verputze ich locker in 12 Tagen
    Kriegen wir demnächst die weiteren 400 km zu lesen? Bin schon gespannt!

  15. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #15
    Je weiter dein wunderbarer Bericht geht umso mehr weiss ich weshalb ich lieber erst im August/September in Lappland unterwegs bin.
    Nicht nur wegen der Mücken auch die Watstellen sind dann angenehmer, die bei euch knietiefe lange Watstelle habe ich auf meiner Tour problemlos in den Lundhags bewältigt. Wenn ich mich recht erinnere ist auch dingsbums in ihren normalen Wanderstiefeln ohne Schuhwechsel durchgekommen - aber da wir uns nur in den Hütten getroffen haben weiss ich das nicht mehr so genau.
    Bin gespannt wie es weitergeht.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #16
    7. Tag, 13.07.2014

    Endlich wieder raus aus den Bäumen! Zumindest nach ca. 3,5 km.
    Und die hatten es in sich, denn es ging fast komplett durch Sumpf und Modder.

    Nach einer kurzen Pause an der Baumgrenze machten wir uns an den Aufstieg zur Voumahytta. Kurz, nachdem wir sie passiert haben, begannen sich im Osten Wolkenberge aufzutürmen und vereinzeltes Donnergrollen erreichte unsere Ohren.
    Im Laufe des Vormittags häufte sich das Donnern und die undicht gewordenen Wolken schienen immer näher zu kommen. Bloß gut, dass wir nach Westen liefen, sonst würden wir da auch noch freiwillig reinlaufen.
    Trotz näher kommendem Gewitter machten wir auf Höhe des Voulimus Pause. Bei dieser Gelegenheit begegneten wir der einzigen Person an diesem Tag. Irgendwie ungewohnt, wenn man fast keine Leute sieht, zumindest auf dieser Tour.

    Nachdem es heute wieder auf über 900 müN ging, gab es endlich auch mal wieder was für´s Auge.


    Wiese voller Schnee-Hahnenfuß

    Für die Füße gab es dann ab dem Jierdni auch noch was:





    Erst mal noch mit Schnee, zum Eingewöhnen, aber der Berg entschied sich, diese Annehmlichkeit ersatzlos zu streichen.
    Beim Abstieg Richtung Gaskashytta begann der Wind immer heftiger zu werden. Gnädigerweise kam er aus der dem Gewitter entgegengesetzten Richtung, so dass unsere Chancen, heute nass zu werden, wieder gegen Null gingen.

    Gegen 16:00 Uhr begann dann die Zeltplatzsuche, die zur Abwechslung mal mit dem allseits beliebten "Nur noch eine Düne"-Spiel kombiniert wurde. Einen Huppel nach dem anderen mussten wir erklimmen, und jedes Mal war kein Zeltplatz dahinter.
    Erst ca. einen km vor der Hütte haben wir was gefunden.
    Allerdings machte der Wind den Aufbau nicht gerade leicht, was nicht gerade zur Erheiterung beitrug. Und die Laune war eh nicht die Beste, da die verflixten Bremsen offensichtlich auch bei starkem Wind noch voll flugfähig sind und einen pisacken können.

    Pünktlich zum Essen kochen hat der Wind dann allerdings aufgehört, so dass ich diesmal auf die gründliche Enthaarung meiner Unterarme verzichten musste, die mir mein Trangia bei starkem Wind gern mal spendiert.
    Beim Gute-Nacht-Tee machte ich dann noch die Feststellung, dass Tee mit Rum echt fies schmeckt, wenn es sich um Pfefferminztee handelt. BKK hatten reichlich Rum dabei, um ihren abendlichen Schwarztee aufzupeppen, und ich hab´s mal testweise nachgemacht.
    K(m) machte dann noch die Feststellung, dass er am Zeltplatz Handyempfang hat (und hat das gleich mal voll ausgenutzt. Bei mir war aber komischerweise tote Hose in Sachen Empfang (obwohl ich das gleiche Handy habe), so dass ich auf das Versenden von Lebenszeichen verzichten musste. Da ich zu Hause aber gemeint hatte, dass ich mich erst in Abisko melde, hat mich das auch nicht weiter gestört.

    8. Tag, 14.07.2014

    Die vergangene Nacht war mit 10°C die bisher kühlste. Damit liegt der Temperaturunterschied zwischen Tag und "Nacht" bei ca. 20°C und fern der lauen Sommernächte, die man sonst erwartet, wenn es tagelang knappe 30°C hat.
    Der Weg bis zur Gaskashytta war in kurzer Zeit zurückgelegt. Die Brücke über den Gaskasjohka war gut zu überqueren, obwohl sie nur ein Geländer hat.
    Nach der Brücke wurde es wieder waldig (und bremsig, das Hosenbild von Tag 6 stammt eigentlich von Tag 8).
    Fast das komplette Stück entlang des Luodnavarri mussten wir bei tropischer Hitze, ohne Wind und von Blutsaugern geplagt durch verwucherten Wald zurücklegen.



    Die Bohlenwege waren bisweilen sehr rutschig und man musste höllisch aufpassen, dass man sich nicht unvermittelt hinsetzte.
    Da ich dem Pfad meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte, entging mir, dass mein Vordermann einen kleinen Schlenker zur Seite machte. Was mir nicht entging, war der Grund. Eine relativ starke (und harte) Birke hing auf Kopfhöhe in den Pfad und dank nach unten gerichteten Blick in Verbindung mit der Hutkrempe bemerkte ich sie erst, als ich volle Kanne mit dem Schädel dagegendonnerte. Dank meines Filzhelms blieb ich aber zumindest vor Verletzungen und größeren Schmerzen verschont.

    Am Ufer des Altevatnet, einem schmalen, aber dafür recht langen Stausee, gab es dann erst einmal eine Trinkpause, die von den anderen Herren im Bunde gleich noch zum Telefonieren genutzt wurde.

    Ab hier wurde der Weg zwar wieder offen, aber dafür sumpfiger. Nach den Brücken über den Koievaselva wären wir dann allerdings froh gewesen, wenn es nur sumpfig gewesen wäre.


    monströs große ATV-Trasse von der Feriensiedlung Altevass nach Norden

    Glücklicherweise haben wir es bis zum Vasskardeelva am "Ortseingang" von Altevass geschafft, bevor die ersten ATVs auf dem Weg aufkreuzten. Da das letzte Stück der Trasse wegen der Hitze staubtrocken war, wären wir sonst voll eingenebelt worden.

    Nach der Mittagspause, die wir gleich am Fluss machten, begann der elends lange Straßenabschnitt bis zum Staudamm. Nach einer Woche fernab von Autos und Straßen kommt einem das Auftreten von beidem sehr befremdlich vor. Und da es sich um eine Schotterstraße handelt, hieß es bei jedem der zahlreich fahrenden Autos Staub schlucken, obwohl die Fahrer eher langsam an uns vorbeizogen.
    Immerhin war ab dem Ortseingang fast Ruhe mit Stechgetier (wahrscheinlich, weil hier ein Nahrungsüberangebot herrscht), so dass ich endlich mal wieder die Ärmel hochkrempeln konnte, um nicht gar so sehr unter der Hitze zu leiden.

    Nach nicht einmal einer Stunde erreichten wir dann die Staumauer, die es zu überqueren galt.




    Blick auf den Altevatnet

    Nach dem Damm und einer kurzen Suche nach dem Weg ging es noch einmal fast 2 km bergauf auf einer Schotterstraße, die aber zum Glück gesperrt ist. Zumindest in der Theorie, wie wir bald feststellen mussten.
    Ein paar km östlich des Biette Jovvna cohkka gibt es eine Samisiedlung, die über den NKL angefahren wird. Somit hatten wir wieder eine ATV-Trasse vor der Nase, aber diesmal lief der Pfad nur abschnittsweise deckungsgleich.



    Kurz nachdem wir einem Sami auf einem ATV sowie einer Joggerin begegnet sind, schlugen wir im Salvvasvaggi unser Lager auf, abermals behindert von Wind, der sich legte, sobald die Zelte standen.
    Da der Zeltplatz nach Norden exponiert war, machte ich mir Hoffnungen, noch ein letztes Mitternachtssonnenbild zu machen, bevor sie wieder anfängt, unterzugehen.

    Leider war der Gronfjellet bei Innset dann doch im Weg, so dass ich hier nur ein 23:15 Uhr-Sonnenbild bieten kann.



    Kurz nach dem Foto war die Sonne dann weg und binnen Minuten sank die Temperatur in meinem Zelt von 26° auf 13°.
    Erst kann man die Daunentüte nicht mal anschauen und dann kann man nicht schnell genug drinliegen.

    Leider war die Nacht nicht allzu erholsam. Bis in die frühen Morgenstunden fuhren Sami mit ihren Vehikeln (manche sogar mit Anhänger, damit´s richtig schön laut wird) Richtung Innset und zurück.
    Geändert von GandalftheGrey (12.12.2017 um 09:11 Uhr)

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #17
    9. Tag, 15.05.2014

    Beim Frühstück war das Wetter noch gut, aber kurz nach dem Loslaufen zog sich der Himmel zu und es sag ganz danach aus, als würde dies der erste Regentag auf der Tour werden. Den Regen in der Nacht von Tag 4 auf Tag 5 zähle ich hier nicht, da er weder aufs Wandern noch aufs Zeltverpacken irgendwelche Auswirkungen hatte.
    Immerhin hatten die Blutsauger heute keine Lust auf Treibjagd und ließen uns weitestgehend in Ruhe.
    Bei der Furt am Zusammenfluss von Salvasjakka und Lairivaggejakka war mal wieder Schuhe ausziehen für alle angesagt, was für mich die dritte Furt in Sandalen bedeutete. Das Wasser war nicht gerade warm und meine Neoprensocken zogen neidische Blicke auf sich. Meine Blicke schweiften aber eher in die Umgebung, denn kurz vor dem Fluss hatten wir fünf Seeadler aufgescheucht und ich hab es nicht geschafft, auch nur einen zu fotografieren, was mir ganz gewaltig auf den Zeiger ging.

    Nach einer Weile kam die Samisiedlung/Rentiersammelstelle Lairivaggegardi in Sicht.



    Wir machten gerade eine kurze Pause auf Höhe der Hütten, als es dann tatsächlich anfing zu tröpfeln. Da ich meinen Rucksach eh gerade unten hatte, hab ich gleich mal meine Regenjacke angezogen und die Regenhülle über den Rucksack gestülpt.
    Nach wenigen hundert Metern gehen wusste ich, dass das eine voreilige Aktion gewesen ist. Es blieb bei ein paar Tropfen.

    Die tief liegenden Wolken sorgen in Verbindung mit dem Schnee allerdings für beeindruckende Kulissen:


    vorne ein Schneefeld, dann offenes Gelände bis zur Kuppe und im Hintergrund ein schneebedeckter Berg mit Gletscher, dessen Gipfel in den Wolken verschwunden ist

    Die Schneefelder im Lairevaggi waren stellenweise nicht mehr die stabilsten und gerade an den Rändern brachen wir häufig ein. Den Vogel schoss aber mal wieder ich ab, als ich mitten in einem Feld mit beiden Beinen gleichzeitig bis zu den Knien einbrach und plötzlich wie ein abgesägter Gartenzwerg dastand. Wenigstens war der Bach unter der schwachen Stelle nicht tief, sonst hätte ich mir nasse Füße geholt.

    Nach dem Lairivaggi ging es erst mal wieder abwärts bis zum Riksoelva. Bisweilen zwar der Pfad zwar etwas nass, aber trotzdem war er recht angenehm zu laufen.


    Blick auf den Cahppesbakti

    Als der Riskoelva in Sicht kam, waren wir richtig froh, dass es diesmal eine Brücke gab.



    Oder auch nicht... In der Karte war eine verzeichnet, aber der Weg wollte davon nichts wissen und hat uns eine weitere saukalte und lange Furt beschert. Da ich keine Lust hatte, zweimal an einem Tag meine Sandalen zu bemühen, bin ich von Höhe der Markierung vor dem Schneefelds aus in einem weiten -S- über den Fluß, war zwar ein vielfaches länger war als der direkte Weg, aber mir trotzdem etliche Minuten Vorsprung verschafft hat. Die Zeit konnte ich auch gut gebrauchen, denn durch das kühle Wetter brauchte es um einiges länger, um meine Socken einigermaßen ausdampfen zu lassen. Das Schuh- und Sockenlüften bei jeder Gelegenheit hab ich mir in den vergangenen Tagen angewöhnt, da die Lundhags sich bei häufigem Wasserkontakt in Sachen Atmungsaktivität bei der Hitze irgendwann doch eher einem vollwertigen Gummistiefel angenähert haben.
    Nachdem alle über den Fluß waren, haben wir erst einmal Mittagspause gemacht und durften feststellen, dass die Bremsen mittlerweile doch Hunger gekriegt haben und uns beim Aufstieg entlang des Ganesbakti begleiten wollten.
    Der Anstieg begann erst einmal mit der Querung des Savzajakka, der prall mit Schmelzwasser gefüllt war und eher nicht so aussah, als würde er sich gut furten lassen. Das Weiterkommen ermöglichte dann letztendliche eine nicht gerade vertrauenserweckende, aber trotzdem stabile Schneebrücke, die bis zum Tourende die letzte sein sollte.



    Nach dem Ganesbakti zeigte sich das Fjäll nochmal von seiner besten Seite und präsentierte uns ein Blütenmeer nach dem anderen.


    Silberwurz

    Der Blick in Richtung Abisko sah zwar vielversprechend aus, aber leider waren die meisten Berge in Wolken gehüllt, so dass das vermutlich grandiose Panorama kaum zur Geltung kam.
    Auf Höhe des Tornesvasslia verloren wir den Weg dann mal für einen knappen Kilometer, da wir mehr auf die Aussicht ins Tal als den Pfad geachtet haben. Wir sind dann einfach dem Hangverlauf gefolgt und standen bald wieder auf dem Weg.
    Und dann im Wald.
    Diesmal war es zwar nicht tropisch-schwül, aber dafür machten die Bremsen uns das Leben so schwer, dass wir auf eine Pause an der Lappjordhytta verzichteten und uns gleich an den verflixt steilen Abstieg nach Schweden machten.
    Hier konnte ich dann immerhin den Einfluss von Höhe auf die Vegetation beobachten und bekam Pflanzenwachstum im Zeitraffer präsentiert. Blumen, die zu Beginn des Abstiegs noch nicht einmal Blüten entwickelt hatten, standen 150 Hm weiter unten in voller Blüte.

    An der Grenze machten wir noch einmal eine Verschnaufpause, die aber auch nicht lange dauerte.



    Auf der schwedischen Seite wurde der Weg dann schlagartig schlechter. Die Markierungen waren kaum noch zu sehen, der Pfad war stellenweise total zugewachsen und vom Schnee umgeworfene Birken zwangen uns häufig zu Umwegen oder tiefster Gangart. Einmal legte sich einer der beiden anderen Herren sogar in bester Flachköppermanier der Länge nach hin, weil er über einen im Unterwuchs verborgenen Ast stolperte.



    Gegen Abend erreichten wir dann die Pålnostugan, die erste schwedische Hütte am NKL.

    Leider war sie ziemlich ranzig und verdreckt und innen mit 25°C ziemlich warm, so dass wir auf keinen Fall die Nacht darin verbringen wollten. An der Hütte gibt es ausgezeichneten Handyempfang, sogar Internet geht, und so kam uns die Idee, ein Bootstaxi aufzutreiben und damit vielleicht sogar noch heute in Abisko anzukommen. In der aktuellen Auflage von Peter Bickels Reiseführer ist ein Kontakt genannt, der sogar einen Internetauftritt hat, auf dem er sein Bootstaxi bewirbt.

    Nach zig Versuchen, Peter´s Fjällkonsult ans Telefon zu kriegen, hat es dann endlich geklappt, und ich musste mir sagen lassen, dass er das Boot vor vier Jahren verkauft hat. Also nix mit Bootstaxi.
    Als Alternative haben sich BKK überlegt, den Bus von Riksgränsen nach Kiruna abzufangen. Anhand des Fahrplans haben wir dann errechnet, dass er ungefähr um 10:30 Uhr am Kreuzungspunkt von NKL und E10 vorbeikommen müsste. Da die Hütte aber noch gut 7 km von der Straße entfernt ist, war heute mal Wecker stellen angesagt, da wir um spätestens 07:30 losmarschieren sollten.
    Ich habe beschlossen, ebenfalls den Bus zu nehmen, da der Weg bis Abisko laut Karte überwiegend in Straßennähe entlang führt und obendrein fast komplett durch Wald gehen würde, so dass ich das Mühsal von Lappjord bis Pålno dann gleich auf 22 km Länge nochmal erleben müsste, untermalt von Verkehrslärm.
    Außerdem wäre ich mit dem Bus vormittags am Supermarkt und nachmittags auf dem Kungsleden, statt erst nach Ladenschluß in Abisko anzukommen (wenn überhaupt noch an dem Tag) und dann erst am nächsten Tag den 3. Abschnitt beginnen zu können.

    Nachdem klar war, dass wir morgen laufen müssen, haben wir dann nach dem Abendessen die Zelte im Umfeld der Hütte verteilt. Ich habe mich für eine ebene Stelle direkt am Torneträsk entschieden, weil da die Aussicht besser war als hinter der Hütte im Wald.
    Leider begann es zu regnen, kaum dass das Zelt stand und so hatte ich nichts vom Blick über den See.
    Aus dem Regen wurde dann noch recht zügig ein Gewitter, das aber diesmal weiter weg blieb als beim letzten Mal. Außerdem war der Zeltplatz diesmal alles andere als exponiert, und so schlief ich bald ein.


    10. Tag, 16.07.2014

    Um kurz vor 06:00 Uhr wurde ich noch vor dem Wecker wach und musste erst einmal feststellen, dass das Außenzelt beidseitig klatschnass war. Nach einem gründlichen Lappeneinsatz (Stoff, nicht Mensch) war das Zelt sogar wieder trocken verpackbar.
    Beim Frühstück vererbten mir BKK dann ein Kilo Schnellkochspaghetti, die sie übrig hatten und zwei Päckchen Tomatensauce. Da das Kilo für mich 6 Portionen waren und ich nur zwei Saucen in meinem Besitz hatte, setzte ich gleich Nudelzubehör auf meine Einkaufsliste.

    Der Weg bis zur Straße auf den ersten (waldigen) Kilometern war ebenso schlecht in Schuss wie gestern, nur dass er heute auch noch nass war. Wir auch bald, da wir eifrig das Wasser von den Blättern streiften. Regenklamotten wären hier sinnvoll gewesen, aber wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nicht praktikabel.

    Um kurz vor 10:00 Uhr erreichten wir die Straße und bezogen auf einem kleinen Parkplatz in Fahrtrichtung des Busses Stellung.
    Der Bus kam dann schließlich mit 10 Minuten Verspätung und hat tatsächlich auf meinen ausgestreckten Daumen reagiert, obwohl wir nicht an einer offiziellen Haltestelle standen.

    Nach 20 Minuten Fahrt kamen wir in Abisko an und ich musste mich von meiner Reisebegleitung verabschieden. Obwohl ich die Tour als Solotour begonnen hatte, habe ich meine Begleitung sehr zu schätzen gelernt, so dass ich dem bevorstehenden Solo-Abschnitt mit gemischten Gefühlen entgegen sah.

    Lange haben mich diese Gefühle aber nicht geplagt, denn ich stellte fest, dass ich einen gravierenden Fehler gemacht habe, als ich das Ticket bis "Abisko-Trainstation" gelöst habe. Die Touriststation, die ca. 3 km vom Supermarkt entfernt ist, hat nämlich auch einen Bahnhof, was ich zwar eigentlich wusste, aber irgendwie im Eifer des Gefechts beim Ticketkauf nicht bedacht habe. Ich hätte also eigentlich noch 3 km weiter fahren sollen bis zum Bahnhof "Abisko-Östra", der in unmittelbarer Nähe zum Supermarkt COOP Lapporten liegt.

    Nachdem jammern nicht hilft, bin ich dann auf dem Fußweg neben der Straße von der Tourist-Station bis zum Supermarkt gelatscht, was gerade mal eine halbe Stunde gedauert hat.
    Das Einkaufen selbst benötigte dann mehr Zeit, obwohl ich eigentlich recht wenig nachkaufen musste.
    Bislang hatte ich auf der Tour einen Schnitt von 18 km am Tag, aber ich manche Tagesetappen früher beendet hätte, wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, ging ich für den Einkauf von einem Schnitt von 15 km pro Tag aus und beschloss, dafür die Reserve wegzulassen. Ich brauchte demnach Futter für 16 Tage.
    Da ich noch für vier Tage Frühstück Abendessen von zu Hause übrig hatte und die Spaghetti von BKK für sechs Abende reichen würden, musste ich nur für sechs weitere Tage Abendessen kaufen. Das Mittagessen wollte ich komplett von bisher ungenutzten Müsliriegeln und Knäckebrot bestreiten und das Frühstück wäre mit zwei Packungen Müsli abgedeckt.

    Leider gab es erstaunlich wenig trekkinggeeignetes Futter, und so musste ich bei manchen Sachen improvisieren.
    Tomatensauce gab es nur im Glas und nicht im Beutel, daher mussten dann mehrere Tüten mit mexikanischer Hühnersuppe als Geschmack für die Spaghetti herhalten.
    Hartgeräucherten und damit haltbaren Speck suchte ich vergebens. Als Ersatz mussten dann 1,5 Kilo ungarische Salami dienen, die mich knappe 600 Kronen gekostet hat und damit dreiviertel der Gesamtkosten des Einkaufs ausmachten.

    Nachdem ich meine Vorräte wenigstens einigermaßen gemäß meiner Ansprüche und Vorstellungen wieder aufgefüllt hatte, ging es zurück zum anderen Bahnhof, wo der 3. Abschnitt des NKL begann.
    Die ersten ca. 65 km des Abschnitts teilt sich der NKL mit dem Kungsleden, was bedeutete, dass der Weg jetzt erst einmal stärker frequentiert sein würde. Obwohl ich das wusste, war der Einstieg doch ein gewisser Schock.


    Pforte zum Königsweg


    "Wanderautobahn" trifft es eigentlich recht gut

    Nach 9 Tagen auf Pfaden, die so schmal waren, dass man nicht nebeneinander laufen konnte, waren die ersten Kilometer des Kungsleden irgendwie surreal. Hier könnte ich ohne Probleme mit meinem Auto fahren! (Zumindest die ersten zwei km).
    Am Abiskojåkka machte ich erst einmal Mittagspause, da sich ausnahmsweise mal die Sonne zeigte. Das Wetter schlug aber bald wieder um und es begann sogar leicht zu regnen. Nach über einer Woche fast ununterbrochener Hitze und Trockenheit genoss ich den Regen sogar, auch wenn die Kamera deswegen kaum Auslauf bekam, und verzichtete auf meine Regenklamotten. Außerdem war ich eh nassgeschwitzt.

    Der Kungsleden war von der Wegbeschaffenheit her völlig anders, als ich es bisher gewohnt war. Über so ziemlich jede feuchte Stelle führt ein Bohlenweg und jedes noch so kleine Rinnsal wird von einer mehr oder weniger großen Brücke überspannt. Richtiger Luxus im Vergleich zum NKL.


    Blick von einer Brücke aus; hier könnte man eigentlich problemlos furten

    Gegen 16:00 Uhr baute ich gute 2 km vor der Abiskojaurestugorna mein Zelt auf, diesmal mit größerem Abstand zum See, um die Kondenswasserbildung zu reduzieren.


    Blick auf den Abiskojaure

    Kurz nach dem Aufbau wurde der Regen heftiger und ich musste erst einmal noch warten, bis ich mich ans Kochen machen konnte.
    Die Zeit bis dahin nutzte ich, um bei ausgehängtem Innenzelt meinen Einkauf in Ruhe umzupacken. Beim Supermarkt war mir zu viel los und zu wenig Platz, um da den ganzen Rucksack aus- und umzuräumen. Besser wäre es allerdings trotzdem gewesen, denn ich hatte natürlich ein paar lebensnotwendige Sachen vergessen. Ohne Milchpulver und Zucker würde das neu erworbene Müsli wohl eher fies schmecken. Tja, selbst Schuld...
    Ein weiterer Vorteil des Umpackens in Abisko wäre gewesen, dass ich den Müll gleich losgeworden wäre. Aber es gab ja noch ein paar Hütten auf dem Weg, wo ich das nachholen konnte.

    In einer Regenpause traute ich mich dann icaridinbenetzt doch mal ins Freie und testete die Salami auf Kochtauglichkeit.
    Nach ein paar Minuten fiel mir dann auf, dass neben vergessenen Lebensmitteln heute noch etwas gefehlt hat... wo waren eigentlich die Blutsauger? Und warum hab ich mich bitte eingeschmiert, wenn keine da sind?
    Ich merkte irgendwie erst jetzt, dass seit Abisko kaum noch Moskitos vorhanden waren und die Bremsen gar nicht mehr in Erscheinung getreten sind. Irgendwie unheimlich...

    Später lag ich dann im Zelt und wunderte mich, dass trotz der fortgeschrittenen Stunde immer noch Leute Richtung Hütte unterwegs waren. Scheinbar hat am späten Nachmittag nochmal ein Bus oder Zug eine Ladung Wanderer ausgespuckt, die alle unbedingt noch Strecke schaffen wollten.

    Nachdem auch noch eine Moorschneehuhnfamilie lautstark an meinem Zelt vorbeigezogen war, schlief in mit der Hoffnung ein, dass am nächsten Tag das Wetter wieder besser sein würde.
    Geändert von GandalftheGrey (10.08.2014 um 07:26 Uhr)

  18. AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #18
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Als der Riskoelva in Sicht kam, waren wir richtig froh, dass es diesmal eine Brücke gab.



    Oder auch nicht... In der Karte war eine verzeichnet, aber der Weg wollte davon nichts wissen und hat uns eine weitere saukalte und lange Furt beschert.
    Die Brücke gibt es seit über 10 Jahren nur noch auf den Karten und ich vermute schwer dass das auch so bleibt. Also von den Karten wird sie vielleicht mal verschwinden... Auf meiner Tour wäre man da auch in Halbschuhen mit trockenen Füssen rüber gekommen.
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    An der Hütte gibt es ausgezeichneten Handyempfang, sogar Internet geht, und so kam uns die Idee, ein Bootstaxi aufzutreiben und damit vielleicht sogar noch heute in Abisko anzukommen. In der aktuellen Auflage von Peter Bickels Reiseführer ist ein Kontakt genannt, der sogar einen Internetauftritt hat, auf dem er sein Bootstaxi bewirbt.

    Nach zig Versuchen, Peter´s Fjällkonsult ans Telefon zu kriegen, hat es dann endlich geklappt, und ich musste mir sagen lassen, dass er das Boot vor vier Jahren verkauft hat. Also nix mit Bootstaxi.
    Auf der Webseite werden schon seit Jahren nur noch die Winteraktivitäten beworben. Irgendwo hier im Forum findet sich auch ein Thread dazu und zu einem eventuellen (vielleicht auch nicht mehr aktuellen) Alternativanbieter.
    Peter Bickel hat die letzte Auflage im Winter 2010 überarbeitet (Habe gerade in meinen Mailwechsel mit ihm geschaut), damals war es wohl noch aktuell.
    Der Weg von der Kreuzung mit der E10 bis Abisko wäre schon einfacher zu laufen gewesen als der Weg von der Grenze bis dort, wäre quasi ein Vorgeschmack auf den Kungsleden gewesen, aber wenn man noch weiter will würde ich den auch ablürzen.
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Lange haben mich diese Gefühle aber nicht geplagt, denn ich stellte fest, dass ich einen gravierenden Fehler gemacht habe, als ich das Ticket bis "Abisko-Trainstation" gelöst habe. Die Touriststation, die ca. 3 km vom Supermarkt entfernt ist, hat nämlich auch einen Bahnhof, was ich zwar eigentlich wusste, aber irgendwie im Eifer des Gefechts beim Ticketkauf nicht bedacht habe. Ich hätte also eigentlich noch 3 km weiter fahren sollen bis zum Bahnhof "Abisko-Östra", der in unmittelbarer Nähe zum Supermarkt COOP Lapporten liegt.
    Du hättest auch in den Shop der Touriststation schauen können, der hat bei den Sachen die dort erhältlich sind ein ähnliches Preisniveau wie der Supermarkt. - Aber Speck oder eine grosse Salami hättest du dort vergeblich gesucht...
    Zitat Zitat von GandalftheGrey Beitrag anzeigen
    Gegen 16:00 Uhr baute ich gute 2 km vor der Abiskojaurestugorna mein Zelt auf, diesmal mit größerem Abstand zum See, um die Kondenswasserbildung zu reduzieren.
    Hier gibt es halt nochmal, das letzte Mal, Kritik wegen der Wahl des Zeltplatzes.
    Im Abisko Nationalpark ist das zelten ausser an den ausgewiesenen Zeltplätzen (Abisko Turiststation, Rastplatz Nissonjohka, Abiskojaurestugan) verboten.
    Das wird hier im Forum immer wieder thematisiert, steht am Eingangsportal in Abisko und auch auf den Hinweistafeln zum Nationalpark unterwegs.
    Und trotzdem sehe ich eigentlich jedes Mal wenn ich durch den Nationalpark laufe mindestens ein Zelt an unerlaubter Stelle.

    Der Reisebericht gefällt mir natürlich trotz meiner kritischen Bemerkungen nach wie vor sehr gut.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #19
    "Forbidden to pitch a tent, except where indicated" hab ich schon gelesen, aber irgendwie hab ich wohl die Karte neben den Regulations falsch gelesen. Für mich hatte es so ausgesehen, als wäre das Zelten komplett entlang des Kungsleden erlaubt.

    Gut, dass du da drauf hingewiesen hast, auch wenn ich jetzt ein schlechtes Gewissen wegen meiner dauernden Camperei in verbotenen Zonen habe.

  20. Fuchs
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    AW: [FI][NO][SE] Von Kilpisjärvi nach Vaisaluokta, Tropenfeeling am Nordkalottle

    #20
    Dein Bericht gefällt mir sehr gut und auch die Fotos finde ich gelungen!

    Allerdings höre ich hier zum ersten Mal daß es in Lappland auch Bremsen gibt
    Um die Plage beneide ich dich nicht!
    Dann bin ich ja froh daß ich auf meinen Lapplandtreks bis jetzt noch keine einzige von den Biestern gesehen habe

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