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  1. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #41
    Mitreisende: codenascher, Schmetterling
    Danke Eberhard, von dem Lottoaufstand (und wahrscheinlich vielen anderen Sachen) stand in unseren Albanien Reiseführern natürlich nix drinne... der gezeigte Bunker in Valbona war einer von dreien direkt am Grundstück des verfallenen Gebäudes. Sicherlich zum Schutz dessen errichtet und nicht allgemein um die Durchfahrt durchs Dorf zu schützen?!


    Rick, du alleine hättest es nicht geschafft unseren Tisch leer zu futtern Zu beobachten war aber, dass generell große Mengen auf dem Tischen standen und die hälfte eben zurück ging. So kann man wenigstens von allem ein bisschen probieren Und niemals Steak in Albanien bestellen, die können es einfach nicht

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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  2. Fuchs
    Avatar von ranunkelruebe
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #42
    !
    Danke!!!

  3. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #43
    Bitte Weiter gehts



    20.07.2014 Valbona – Theth

    Nach einer erholsamen Nacht (lags am Bett oder dem Schnaps?) wollen wir früh starten und an dem Hotel von gestern Abend frühstücken. Als wir uns gerade anschicken los zu laufen werden wir natürlich noch auf einen Kaffee eingeladen. Mittlerweile gefällt mir dieses Ritual echt gut!

    Keine hundert Meter auf der Straße werden wir zurück gerufen. Anscheinend war in unserem spottbilligen Übernachtungspreis selbst das Frühstück inklusive. Etwas genervt laufen wir zurück und setzen uns an den großen Tisch vor dem Haus. Wir bekommen Bratkartoffeln satt und dazu frisch gebackenes Brot! Lecker, war also doch nicht so verkehrt, wieder zurück zu kommen
    Zum Hotel laufen wir dennoch, da wir hier noch etwas frisches Gemüse und Brot kaufen wollen. Nachdem dies erledigt ist, fahren wir wieder mit dem Taxi hinauf zum Fusha e Gjes Hotel.
    Immer wieder Taxi… Andersrum, wenn man sich fürn Euro pro Person ne halbe Stunde Asphalt sparen kann...

    Vom Hotel aus folgen wir erst einmal dem großen breiten trockenen Flussbett. An einem vermeintlichen Abzweig verlassen wir dieses und folgen einem kleinen Pfad vorbei an grünen Wiesen, welche im starken Kontrast zu dem ausgetrockneten Flussbett und der Hitze stehen! Allerdings entpuppt sich unser Pfad als Sackgasse und somit laufen wir das kurze Stück wieder zurück.


    So kann man sich den Urlaub doch gut gehen lassen



    Den drei polnischen Wanderern die uns gefolgt sind zwinge ich selbstverständlich erst einmal ein Gespräch auf, als wir ihnen entgegen kommen. Gemeinsam laufen wir die nächsten Kilometer bis zu dem kleinen Dörfchen Rragrami am Talende.

    Hier trennen sich erst einmal unsere Wege, da Susi und ich auf eine kalte Limo am Wegesrand bleiben. Vorbei an kleinen Büschen und Bäumen steigen wir weiter auf. Die ungewohnte Hitze vom Vortag scheint sich in diesem Tal bereits vormittags voll entfaltet zu haben.

    Sehnsüchtig warten wir auf das Erscheinen von „Simons Bar“ von der uns unsere Briten erzählten. Vor und hinter dem Pass soll es wohl jeweils ne kleine Kneipe geben! Bis wir sie mit eigenen Augen sehen, wollen wir es noch nicht so recht glauben.
    „Simonis Bar“ gibt es tatsächlich!!! Hier hat direkt am Weg ein geschäftstüchtiger Albaner mit viel Liebe eine kleine Bar gebaut! Gekühlte Getränke, Tee, Schnaps, alles was das Wanderer – oder Backpackerherz höher schlagen lässt. Simoni verbringt die kompletten Sommermonate hier oben!


    Simonis Bar


    Kurz vor dem Pass

    Die Polen sitzen hier ebenfalls im Schatten des Wellblechdachs und erfrischen sich. Nach bald einer Stunde laufen wir weiter. Oberhalb des Passes Quafa e Valbones suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen mit Aussicht um unser Mittagessen zu konsumieren. Nebenbei sacke ich noch meinen ersten Albanischen Geocache ein


    Blick zurück in Valbona Tal

    Von dort geht es runter nach Theth. Eh wir in den Buchenwald eintauchen sammel ich noch eine ganze Menge frischer Pfefferminz ein. Im Buchenwald selbst dauert es nicht lang, und wir erreichen eine Lichtung, an der sich eine weitere Bar an den Hang schmiegt! Irre! Die Bar wirkt noch liebevoller zusammengeschustert aus, als Simonis Bar. Ich gönne mir ein Bier, Susi begnügt sich mit Limonade.



    Der folgende Teil des Buchenwaldes scheint wieder einmal sehr alt zu sein. Herrlich!
    Die letzten Meter des Tages geht es wieder sehr steil runter, meine Füße in den Laufschuhen haben hier tatsächlich ein wenig Probleme… Rutschen tun wir allerdings beide


    dort unten liegt Theth, ein sehr lang gezogenes Dorf

    Am Dorfeingang von Theth folgen wir direkt einem „Camping“ Schild, entscheiden uns dann aber doch für ein Guesthouse… Das Schild hierfür verspricht verheißungsvoll: Camping, Restaurant, Cafebar….
    Das Guesthouse sieht auf dem ersten Blick in den Garten leicht herunter gekommen aus. Ein altes Mütterchen, anscheinend nicht mehr ganz frisch auf den Ohren, sitzt mit dem Rücken zu uns in ihrem Garten und hört unser Hallo nicht. Als ich ihr näher komme schaut sie von ihrer Arbeit auf. Sie kümmerte sich gerade um die Innereien der Ziege, dessen Fell samt Hörnern zu ihrer linken liegt. Zeitgleich kommt gerade ne große Sau um die Hausecke und ein junges Fohlen vollkommnet den surrealen Anblick! Wir wollen auf jeden Fall hier bleiben!

    Dooferweise haben wir erst einmal unheimliche Probleme mit der Verständigung… Erst als sie ihr Smartphone (!) zückt und ihren Sohn anruft, können wir uns (auf Englisch) verständigen.

    Wir einigen uns auf den Übernachtungspreis, sollen seiner Mutter aber ein wenig zur Hand gehen. (Wir haben den Preis ein wenig gedrückt, da das Guesthouse normalerweise für 24h, sprich mit drei Mahlzeiten vermietet wird)
    Während wir eine Runde siedeln und das Abendlicht genießen erscheint der zweite Sohn des Hauses. Er wirkt auf uns bescheiden gesagt, wie der Nichtsnutz des Hauses Kümmert sich dann immerhin um das warme Wasser, damit wir uns auf dem windschiefen Plumpsklo ein wenig frisch machen können. Hier wäscht man sich die Füße mit Blick auf nen kapitalen Kackhaufen




    Die kleine Schlange hat es sich in der "sanitären Einrichtung" gemütlich gemacht



    Susi hilft in der Küche und ein Stündchen später bekommen wir das tollste Abendessen der gesamten Tour aufgetischt! Fürs Bett gibts noch ne Kerze, gibt es im gesamten Haus immerhin zwei (!) nackte Glühbirnen… Dieses Guesthouse ist sicherlich der wahr gewordene Traum eines jeden Ostblockromantikers



    17,2km 983hm



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    Geändert von codenascher (29.06.2015 um 18:52 Uhr)

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  4. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #44
    Zum Besuch verschiedener AbOrte des Balkans gehören neben hohem Schuhwerk ein resistenter Magen.
    Darüber lacht mein schwarzes Herz.

    Eine Frage nach erhaltenem Bauwerken aus den Zeiten des Kanun, den sogenannten Kullas, gab es da noch viele zu sehen?

    Danke für euren Bericht.
    Geändert von Abt (06.11.2014 um 11:30 Uhr)

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #45
    Mal eine Frage an die Balkanwanderer. Bei mir steht die Tour nächstes Jahr auch auf dem Plan. Ich kann 3 Wochen locker machen. Allerdings nur Ende Mai bis Mitte Juni. Ist das in der Zeit von den Wegverhältnissen machbar? Was meint ihr?

  6. AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #46
    Zitat Zitat von Baciu Beitrag anzeigen
    ... Ende Mai bis Mitte Juni. Ist das in der Zeit von den Wegverhältnissen machbar? Was meint ihr?
    Das hängt sicherlich sehr von den Schneeverhältnissen ab, und die sind von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich (siehe diese Grafik). Im Fühjahr 2013 lag sehr viel Schnee, 2014 sehr wenig. Informieren kannst du dich über die aktuelle Situation in Montenegro hier: www.meteo.co.me

    Gruß Michael

  7. Erfahren

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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #47
    Zitat Zitat von Baciu Beitrag anzeigen
    Mal eine Frage an die Balkanwanderer. Bei mir steht die Tour nächstes Jahr auch auf dem Plan. Ich kann 3 Wochen locker machen. Allerdings nur Ende Mai bis Mitte Juni. Ist das in der Zeit von den Wegverhältnissen machbar? Was meint ihr?
    http://zbulo.org/gipfel-des-balkans-...#tabs-2050-0-1

    sg immo

  8. Erfahren
    Avatar von Schmetterling
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #48
    @ Abt: Wir haben von der Wirtin Plastiklatschen bekommen...

    Hier noch ein Bildernachtrag.










  9. Erfahren
    Avatar von Schmetterling
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #49
    21.7.2014 Theth - Vusanje


    Heute warteten stramme 1400 Höhenmeter auf uns und wir stellten den Wecker auf 6 Uhr, um wenigstens den ersten Teil des Weges bei angenehmen Temperaturen zu gehen. Als wir die Holztreppe nach unten polterten, hatte das Mütterchen bereits den Tisch mit Brot, Marmelade und Honig gedeckt. Im Tageslicht, das durch die kleinen Fensterchen fiel, wurde die bittere Armut erst so richtig sichtbar: Im kleinen Raum standen ein Bett, ein Tisch, an dem wir aßen und eine wackelige Kommode. Das andere Zimmer gegenüber des Flurs wurde von ihrem Sohn bewohnt. Hinten gab es eine kleine fensterlose Küche mit gemaurtem Holzofen zum Kochen. Unter dem Dach war eine weitere Kammer abgeteilt, da fast völlig von 3 Betten eingenommen wurden. Hier haben wir geschlafen. Fensterscheiben gab es nicht, genauso wenig wie elektrisches Licht. Die Wände im Erdgeschoss waren fleckig von Schimmel und von ein paar mit Klebestreifen befestigten Heiligenbildchen verziert. Die Alte hatte bereits Schwierigkeiten beim Gehen und schien nicht sehr viel Hilfe von ihrem Sohn zu bekommen. Wir hofften, dass noch viele Touristen den Weg hierher finden würden… Zum Abschied schenkten wir ihr noch eine Tafel Schokolade und die letzte Gaskartusche, die wir sicher nicht mehr brauchen würden.
    Als wir uns um halb acht aufmachten, war es bereits fast unerträglich warm und ich fragte mich, wie das wohl um die Mittagszeit werden würde. Zunächst folgten wir aber noch ganz bequem einem Fuhrweg im Tal. Ich hatte bereits einiges an Wasser intus und kurz bevor wir am Talende den Pass angingen, tankten wir beide noch einmal ordentlich. Es war soo warm! Die weißen Berge um uns strahlten Hitze und Trockenheit förmlich aus. Ich packte mir 3 Liter Wasser ins Gepäck, was Sven zu einem leicht spöttischen Spruch animierte. Schließlich waren wir in den vergangenen Tagen immer regelmäßig an Quellen vorbeigekommen. Aber wenn ich mir die Berge hier so ansah, hatte ich meine Zweifel, ob das so weitergehen würde. Seit dem Valbona-Tal hatte sich der Charakter der Berge deutlich geändert – es gab weniger Wälder, die Berge waren kahler und aus weißem Stein. Das bedeutete, dass Wasser sehr schnell versickert.





    Langsam machten wir uns an den Aufstieg durch einen lichten Kiefernwalds entlang einer mächtigen Schutthalde. Wenigstens waren die Markierungen hier ausgezeichnet und wir konnten den Weg kaum verfehlen. Weiter oben gönnten wir uns eine kurze Stärkungspause im Schatten einer hohen Felswand. Ich hatte das Gefühl, gar nicht so viel trinken zu können wie ich Durst hatte. Kurze Zeit später kam uns ein junges deutsches Pärchen entgegen, das oben gezeltet hatte. Sie berichteten, dass es dort kein Wasser gebe und dass as Vusanje kommende Wanderer berichtetet hatten, dass alle Quellen ausgetrocknet seien. Das klang eindeutig nicht gut, zumal es heute mit 10 Stunden eine sehr lange Etappe sein würde. Innerlich schickte ich ein böses „Siehste!“ in Svens Richtung, aber das half uns jetzt auch nicht weiter. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass ein Stück vor Vusanje ein großer Gletschersee liegen müsste. Eigentlich wollten wir weit vorher campen, aber so würden wir eben bis zum See durchkommen müssen. Bis dorthin würde es nach dem nahen Pass nur noch bergab gehen und das würden wir schon irgendwie schaffen.
    Wir gingen etwas entmutig das letzte Stück bis zum Pass an. Ich widerstand der Versuchung, ständig zu trinken. Inzwischen war es unerträglich heiß und die weißen Wände strahlten zusätzliche Hitze ab. Ich hatte leichte Kreislaufprobleme und konnte nur noch langsam weiter. Zum Glück war der Pass nicht mehr weit.



    Oben angekommen genossen noch einmal den Ausblick in Richtung Theth und gönnten uns oberhalb eines Schafstümpels eine kleine Pause. Der Tümpel sah leicht grünlich aus und war von zwei Schafsherden bevölkert, die wir bald kreuzten. Hier kamen wir auch das erste Mal mit den albanischen Schäferhunden in Kontakt, die fast wie Bären aussahen. Besonders einer bellte uns giftig an und kam jedes Mal ein Stück näher, wenn wir ihm den Rücken umdrehten. Aber auch hier half der Trick des imaginären Steinewerfens ganz gut und wir konnten ihn in Schach halten.



    Endlich hatten wir uns durch die Schafsherde gedrängelt und einen weiteren kleinen Pass überschritten – und waren überwältigt vom Panorama, das sich uns bot: schroffe weiße Felsen soweit das Auge reichte, das ganze garniert mit zahlreichen kleinen Bunkern. Vergessen waren die Sorgen um das Trinkwasser. Wir schritten aus, fotografierten und genossen. Auf einer kleinen Wiese nahe einer alten Grenzstation packten wir das Mittagessen aus und saßen einfach nur da und genossen. Brian hatte uns schon angekündigt, dass dieser Tag der spektakulärste der Tour sei und er hatte Recht!



    Als die Schafherde mitsamt Köter gefährlich nahe kamen, rafften wir uns auf und liefen weiter. In sanften Serpentinen lief der Weg hinab in ein Hochtal mit ausgetrocknetem Flusslauf. Plötzlich hörte ich rechts von mir ein leises Gluckern und tatsächlich fand sich ein kleines Rinnsal, das aus den großen Steinbrocken hervortrat. Welch ein Glück! Wir tankten noch einmal ordentlich und füllten die Vorräte auf. Damit würden wie nun heute locker bis zum Abend durchkommen.
    Der anschließende Weg war einfach nur wunderbar! Eben schlängelte er sich durch das Hochtal, durch hohe Wiesen und entlang imposanter Felswände. Leider fanden wir danach kein Wasser mehr und so mussten wir unseren Plan aufgeben, hier oben zu zelten.



    Wir hofften auf den eingezeichneten Gletschersee. Dorthin ging es aber zunächst viele anstrengende Höhenmeter bergab. Endlose Serpentinen schlängelten durch einen lichten Buchenwald. Inzwischen hatte ich langsam immer größere Lust, endlich anzukommen und den heutigen Tag zu beenden. Unten überquerten wir eine Eben und kamen an die Grenze zwischen Albanien und Montenegro – die völlig unspektakulär von einer umgefallenen Grenzpyramide gekennzeichnet wurde. Irgendwie hatten wir uns das spektakulärer vorgestellt.



    Nun gut, wenigstens müsste direkt hier der große See liegen, von dem allerdings keine Spur zu sehen war. Nach Konsultation von Karte und GPS dämmerte uns, dass er ausgetrocknet war und wir uns auf dessen Grund befanden. Der See wird durch Gletscherwasser gespeist und da es im Winter kaum geschneit hatte, hatte es keine Zufuhr gegeben. Die Enttäuschung war groß. Jetzt hieß es so weit zu laufen, bis es Wasser gab.
    Unmotiviert machten wir uns an den weiteren Abstieg, der erstmal ein Anstieg durch brombeergarniertes Gestrüpp bedeutete. Kaum waren wir aus Albanien raus, hörten auch die guten Markierungen wieder auf. Mitten im Gestrüpp trafen wir auf eine Gruppe Bulgaren, die auf den … steigen wollten, den höchsten Berg Albaniens. Wir schauten sie mit großen Augen an, denn den Zustieg hatten wir oben unterhalb des Passes gesehen. Es war schon später Nachmittag und wir sagten ihnen auch, dass es bis oben kein Wasser geben würde. Sie bestanden aber darauf, dass auf ihrer Karte einen direkten von hier aus geben müsse. Unserer vergangenen Erfahrung nach zweifelten wir daran, dass dieser Weg auffindbar war. Zu ihrem Glück kam ein Hirte des Wegs, der diesen Weg tatsächlich kannte. Wir liefen zusammen ein Stück zurück und trennten uns an einer breiten Kreuzung. Zum Abschied bekamen wir ein paar frisch geerntete Äpfel, die wir heißhungrig genossen. Das erste Obst seit Ewigkeiten!
    Für uns ging es auf breiter Fuhrstraße bergab. Inzwischen hatte ich wirklich null Bock mehr und meine Füße brannten wie Hölle. Aber es half nichts, immer noch war von Wasser nichts zu sehen. Also schleppte ich mich weiter. Kurz vor Vusanje kamen wir an einem See Namens „Blaues Auge“ vorbei. Sven hatten tatsächlich noch die Nerven, nach einem Geocache zu suchen. Ich nicht mehr, ich hockte mich neben den Weg und wartete. Nach kurzer Zeit kam er völlig begeistert zurück: erstens sei der See irre cool und zweitens habe er dort um die Ecke eine super Zeltweise gefunden. Also schleppte ich mich noch die paar Meter. Der See war tatsächlich beeindruckend! Wie aus dem Nichts sprudelten unglaubliche Wassermengen aus der Erde und ergossen sich in einem relativen großen Fluss. Das Wasser war tiefblau – quasi eine kleine Version des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb.



    Gleich um die Ecke lag eine super schöne Wiese – wie geschaffen für unser Zelt. Wir ließen uns mit dem Aufbau etwas Zeit, da unsere auserkorene Waschstelle noch von einem Liebespärchen „besetzt“ war. Und waschen wollte ich mich unbedingt, mein ganzer Körper schien nur noch aus klebrigem Schweiß zu bestehen. Die Waschaktion gestaltete sich dann als nicht ganz so einfach, da wir von einer Horde Mücken überfallen wurden, der einzigen auf dieser Tour.
    Es war ein lauer Abend, allerdings wurde wieder nichts aus einem romantischen Abend vor dem Zelt. Noch bevor wir den Kocher angeschmissen hatten, fing es an zu regnen. Das Leben kann manchmal ganz schön ungerecht sein.

  10. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #50
    Baciu, sollte dieser Winter wieder so mild sein, wie die letzten beiden Jahre, sollte der POB machbar sein. Wirklich hoch sind ja nur die Pässe.

    und weiter gehts!

    21.07.2014 Theti – Vusanje





    Ziemlich mittig gehts über den Pass


    Blick zurück ins Tal

    Am Quafa Pejës Pass genießen wir die Aussicht, wobei es erwartungsgemäß echt diesig ist. Hinter dem Pass machen wir oberhalb des Liqeni i Pejës ein kleines Päuschen. Drunten am See unterhalten sich zwei Hirten. Des einen kleine Herde futtert unweit unseres Pfades, die andere wesentlich größere Herde wird weiter oben von drei Kötern lautstark in Schach gehalten.



    Vorbei an der kleinen Herde laufen wir auf die größere Herde zu. Zwei der Köter stellen sich uns in den Weg und kriegen sich mit dem bellen gar nicht mehr ein. Einen Steinwurf andeutend machen sie kurz Platz um von hinten und der Seite weiter bedrohlich zu knurren und Angriffe zu simulieren. Kranker scheiß, mir geht mittlerweile echt die Muffe… In jeder Hand zwei drei Steine laufen wir weiter. Interessanterweise kommt der dritte Köter, mit Halsband, entspannt dazu. Anstelle zu bellen, lässt der sich aber streicheln. Wohl eher der Haushund den der Hofhund!? Zum Ende passiert zum Glück nix und wir laufen wieder entspannt weiter.


    Mistvieh...


    und sein braver Kumpel - mit Halsband


    noch einmal der Blick zurück zum Pass

    Es folgt die landschaftlich interessanteste Etappe der gesamten Tour! Links, rechts und natürlich nach vorne, schaffen die Kalkriesen um uns herum eine unglaublich geile Kulisse. Dazwischen immer wieder Hoxha Pilze und ansonsten nur karge Vegetation!


    Matterhorn?


    die alte Grenzstation

    Zum Glück vernimmt Susi ein Stündchen nach unserer Mittagspause ein leichtes Gurgeln. Ich bin doch glatt an einem kleinen Rinnsal vorbei gelaufen. Wir tanken ordentlich nach und füllen diesmal die Faltflaschen komplett auf. Sicher ist sicher Dieser Vorrat muss mindestens bis zur Grenze halten. Dort wollen wir am vermutlich malerisch gelegenen See Liqeni Geshtares Čemerikino campieren und sollten Wasser satt haben!

    Aber erstmal laufen wir über ein schönes großes Plateau. Auch hier links und rechts die Felstürme



    Über einen selbstgebauten Zaun betreten wir die Weidefläche zweier Hirten. Bei ihren Baracken ein wenig weiter links sehen wir Wasser, haben aber noch genug und laufen weiter. Danach geht es durch ein nicht enden wollenden Birkenwald bis zur Grenze steil herunter. Knappe 200 Höhenmeter weiter unten gibt es endlich auch mal wieder ein paar Erdbeeren


    verwittertes Kalkgestein

    Wir passieren einen umgefallenen Grenzstein. Joah, unser angestrebter See, den gibt es in diesem Sommer nicht…. Anstelle des herbeigesehnten Nass liegt hier einfach nur eine große Brachfläche… Nix Schnee im Winter, nix See im Sommer


    Und ein (vor)letztes mal Albanien!

    Vor uns kämpfen sich vier Bulgaren durchs Dickicht den kleinen Hang herunter. Wie erwartet, zurück in Montenegro ist es prompt vorbei mit den guten Markierungen…

    Die vier sind auf dem Weg zum Maja Jezercës (oder auch Jezerca genannt), seines Zeichens ehemals höchster Berg Albaniens. Diese Rolle nimmt mittlerweile der Maja e Korabit, auf der mazedonischen Grenze ein. Dies ist aber anscheinend noch nicht bis nach Bulgarien vorgedrungen

    Ich bin dennoch neidisch auf die vier. Wasser wird es die nächsten Kilometer weiterhin nicht geben. Arg, schlechte Nachrichten… Wie sich heraus stellt, sind sie an ihrem geplanten Abzweig vorbei gerannt und somit laufen wir ein Stück gemeinsam. Sollten wir mal Bulgarien bereisen, sollen wir uns ruhig melden! Der Pirin soll doch sehr schön sein und für ne gemeinsame Tour wäre man immer zu haben. TOP

    Susi und ich laufen weiter, lustlos und dehydriert folgen wir dem Fuhrweg. Die spektakulären Berggipfel der albanischen Seite liegen hinter uns und der montenigrische Teil sieht irgendwie vollkommen langweilig aus. Zum Glück ist die Sonne bereits hinter den Gipfeln verschwunden und somit ist es zumindest nicht mehr ganz so heiß…

    Links und rechts des Weges liegen unzählige Zeltplätze, doch ohne Wasser alles nebensächlich :/ Wir hoffen, dass der nächste See (kleiner als der Liqeni Geshtares Čemerikino) auch vorhanden ist. Weiter wollen und können wir dann auch nicht mehr…

    Als wir endlich den Oko Skakavice erreichen wundern wir uns über Wasserrauschen!? Ein Fluss? Wo soll der denn plötzlich herkommen? Susi bleibt am Weg stehen und ich laufe die paar Meter runter zum See, Überraschung, hier fließt ein kräftiger Fluss aus dem kleinen See!!!!! Woohoo

    Der Oko Skakavice ist eine wasserreiche Karstquelle wie auch der Blautopf auf der schwäbischen Alb!!! Irre, ich habe noch nie so etwas gesehen. Dieses blau!!!! Gebannt löse ich meinen Blick und umrunde das Kleinod. Tada, vorbei an einer Astbarriere stehe ich auf einer Weide! Schnell zurück zu Susi erzähle ich von unserem Schlafplatz für diese Nacht. Aufatmen ihrerseits. Nur verständlich, warum der See in unserer Karte auch als „blue eye“ betitelt wird.

    26,2km 1206hm



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    Geändert von codenascher (29.06.2015 um 18:53 Uhr)

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  11. Alter Hase
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    #51
    Und weiter im Text:


    22.07.2014 Vusanje – Polenlager (unterhalb des Zla Kolata)

    Nach einer ungemütlichen Nacht, es hat die ganze Nacht über gewittert, lassen wir uns seeeehr viel Zeit beim Aufstehen! Nach dem Frühstück bleiben wir noch gute zwei Stunden in den Schlafsäcken und lesen, lauschen den Regentropfen.


    dieses blau!!!





    Vorbei an dem Oko Skakavice, der noch immer genauso faszinierend auf mich wirkt wie noch am Vorabend, laufen wir das kurze Stück nach Vusanje. Direkt am Dorfeingang steht ein Container, der des Wanderersherz höher schlagen lässt! Obst, Gemüse, Konserven, Chips, kalte Getränke, Wurst, auch Steckkartuschen liegen aus.

    Wir ziehen unsere Mittagspause ein Stündchen vor und schlemmen erst einmal ausführlich. Im Anbetracht der kurzen Tour heute findet natürlich auch einiges an Leckereien den Weg in unsere Rucksäcke


    vor Vusanje

    Direkt nach dem Shop laufen wir an einem Parkplatz vorbei, auf dem viele Autos mit polnischen Kennzeichen stehen und nen Mädel mit Gletscherbrille auf dem Kopf allerhand Klettergerödel zusammenpackt! Sie ist mit ihrem Partner und einer Riesentruppe zum Höhlenklettern hier! Weiter oben in den Bergen steht ihr Standlager. Sehr geil.

    Wir laufen weiter, die Luft ist mittlerweile unendlich schwül. Sicherlich werden wir bis zu unserem heutigen Tagesziel noch einmal Nass… Das Gewitter der letzten Nacht scheint noch nicht alles gewesen zu sein. Die ersten kleineren Huschen lassen wir noch so über uns ertragen, als sich dann der Himmel doch komplett entläd, ziehen wir unsere Regenklamotten an und setzen uns in ein kleines Wäldchen und wettern unter alten verkrüppelten Buchen ab.


    traumhaft schöne alte Buchenwälder, immer wieder!

    Hier treffen wir drei der Caver, die gerade zu den Autos runter laufen, Müll wegbringen und Bier holen (welches es übrigens in 2l Plasteflaschen am Container gibt) Vielleicht befindet sich ihr Lager ja auf unserer Route geht es mir bereits durch den Kopf

    Auf den Regen folgt wieder Sonnenschein. An einer großen Wiese begegnen wir einem gut gelaunten älteren Herren nebst Gattin und vermutlich seiner Enkelin. Sie sammeln Bergkräuter.

    Er würde gerne mit uns ins Gespräch kommen, dies scheitert allerdings leider an der Sprache. Einzig das wir deutsche sind, können wir ihm beibringen. Singend und lustig gestikulierend versucht er uns seine Enkelin aufs Auge zu drücken, nach Deutschland, dort wo Wein und Nektar in Strömen fließen. Oder so ähnlich. Zumindest deuten wir dies aus seinen Versuchen uns sein Anliegen zu erklären

    Weiter oben erreichen uns rufe aus dem Wald. Noch mehr Caver! Sie sammeln gerade Pilze fürs Abendbrot und laden uns dazu ein Gast zu sein! Ihr Lager liegt nur noch ein kurzes Stück den Pfad hinauf. Von der Lage als Startpunkt für unsere morgige Wanderung wäre dieser Platz hier schon bald perfekt. Wir sehen auch einige idyllisch gelegene Fleckchen rechts des Weges. Aber erst einmal müssen wir unsere Neugierde befriedigen und uns die Zeltstadt der Polen anschauen.

    Als wir das Lager erreichen stockt uns der Atem. Hier stehen gut zwanzig Zelte auf einem Plateau, dazu Küchen – und Aufenthaltszelt, eine Dusche, natürlich eine angezapfte Quelle (über Gartenschläuche) und als Highlight, nen Swimmingpool!!!
    Wir sagen hallo und werden sogleich auf einen Tee eingeladen, wenn wir möchten, können wir natürlich auch gerne hier unser Zelt aufschlagen. Wir überlegen nicht lange und bauen auch gleich nachdem unsere Teetassen geleert sind unser Zelt auf. Zuvor erfahren wir natürlich schon einmal alles Wissenswerte über das „Polenlager“ wie wir es von nun an nennen.
    Bereits seit 2009 kommen sie für insgesamt drei Wochen im Sommer hier hoch. Die schweren Sachen werden mit Pferden hinauf geschafft. Neben den Polen sind auch ein paar Serben mit von der Partie. Von Geologen, über Hobbykletterer bis zu Grashüpferforschern ist hier alles vertreten!

    Den restlichen Nachmittag lauschen wir den Erzählungen der momentan anwesenden Kletterer und teilen natürlich auch unsere Erlebnisse. Freundlicherweise kann ich heute Abend, wenn die Generatoren laufen meine Akkus fürs GPS aufladen. Somit sollte ich problemlos bis zum Ende der Tour kommen.

    Der Nachmittag verstreicht und nach unserem Abendbrot im eigenen Zelt gesellen wir uns zu der mittlerweile doppelt so großen Gruppe. Die Kletterer von heute Mittag sind ebenfalls wieder da und somit ist die Bierversorgung der nächsten zwei Abende ebenfalls gesichert.

    Der Pilzeintopf schmeckt vorzüglich! Einzig einer der Serben (kurz geschorenes Haar, stahlblaue Augen und dazu ein Pilzmesser in der Hand…) findet es nicht witzig, wenn wir vom Kosovo sprechen… „its Serbia…“


    9,2km 880hm



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    Geändert von codenascher (29.06.2015 um 18:53 Uhr)

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  12. Gerne im Forum
    Avatar von Palle
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #52
    Huh,
    ist das ein schöner Bericht! - hab die ersten drei Seiten gerade genüsslich verschlungen.Die Fotos von Land und Leuten sind auch sehr geil. Ich mag den ganzen Osten überhaupt sehr. Vom PoB hab ich tatsächlich das erste Mal im Globi-Magazin gelesen, aber wenn der Artikel so schlecht sein soll ...
    Mal eine Frage: in dem Artikel stand ja auch, dass auf einem Teil der Strecke immer noch Minengefahr besteht und man daher möglichst auf den Wegen bleiben soll. Wie habt ihr das erlebt, gab es Warnhinweise und habt ihr euch dadurch sehr eingeschränkt gefühlt?

    Hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung,
    viele Grüße
    Palle

  13. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #53
    Na so isses typisch:

    Der seine arbeit macht, wird Mistvieh...gescholten.....

    und der Faulpelz wird braver Kumpel - mit Halsband gelobt

    Aber, meine Frage,- braucht das Wasser eine bestimmte Tiefe, damit es zu dieser Blaufärbung kommt?

  14. Erfahren
    Avatar von EbsEls
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #54
    Zitat Zitat von Abt Beitrag anzeigen
    Aber, meine Frage,- braucht das Wasser eine bestimmte Tiefe, damit es zu dieser Blaufärbung kommt?
    Antwort auf OT-Frage: Ja, so ca. 2,5 m. Der rote Anteil des Lichts wird nach Durchlaufen von ca. 5 m Wasser vollständig absorbiert, vom gelben ist auch schon was weg ...
    Bei 2,5 m Wassertiefe ist das vom Grund des Sees reflektierte rote Licht weg - es bleibt nur noch das blaue Licht übrig, was man dann als "Blautopf" wahrnimmt.
    Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
    Eberhard Elsner

  15. Erfahren
    Avatar von Schmetterling
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #55
    Hüstel, hier geht es endlich mal weiter - mit zwei Bildernachträgen.


    Blick zurück auf Albanien



    Der Besitzer dieser Hütte wollte uns seine Enkelin schmackhaft machen

  16. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #56
    23.07.2014 Zla Kolata

    Obwohl der heutige Tag unser Gipfeltag für den höchsten Berg Montenegros ist, bleiben wir länger in den Schlafsäcken. Unser Lager liegt im Schatten, um uns herum Nebel und Wolken. Letztendlich starten wir um kurz nach acht mit leichtem Gepäck auf dem Rücken in Richtung Gipfel! Wie erwartet gibt es kein Wasser auf dem Weg nach oben und somit hat jeder von uns drei Liter im Rucksack.



    Der Zla Kolata

    Der Aufstieg soll ab dem knapp 20 Minuten entfernten Wegweiser 3,5h dauern. Laut der Rückseite unserer Karte gar vier. Der ein oder andere Pole bestätigte diese Angaben ebenfalls, nebenbei soll der Weg recht anspruchsvoll und schwer zu finden sein.
    Das Wetter ist mal wieder nicht so optimal Gipfeltauglich... Unterwegs zieht es sich mal wieder zu. Die Wolken bilden bis auf kleinere Löcher zwischendurch eine geschlossene Decke. Da wir bis zum Pass zwischen Maja Kolata und Zla Kolata eh im Schatten laufen, ist dies aber nicht so schlimm. Entgegen der Vorwarnungen ist der Aufstieg einwandfrei markiert und ein verfranzen, zumindest mit freier Sicht quasi ausgeschlossen.





    Der Gipfel


    links der Maja Kolata


    Gipfelcairn


    der höchste Geocache Montenegros



    Letztendlich stehen wir nach 2:45h auf dem mit 2533 Metern Höhe höchsten Berg Montenegros. Zu zweit ist es auch eindeutig schöner als alleine auf dem Gjeravica. Leider ist uns das Wetter eben nicht so hold, und bis auf wenige kurze Augenblicke bleibt uns eine schöne Aussicht verwehrt…. Nach einer dreiviertel Stunde laufen wir runter. Bereits um zwei erreichen wir nach gerade einmal 2:10h unser Zelt – Feierabend!


    Der Maja Kolata vom Wegweiser aus - guckt wie ein alter Herr ins Tal



    Wir vergammeln den Nachmittag im Zelt, draußen ist es windig und unangenehm. In den Tälern gewittert es. Bis auf wenige Tropfen bekommen wir zum Gluck aber nichts davon ab.

    Den Abend verbringen wir erst im Gemeinschaftszelt und später, als krönenden Abschluss am Lagerfeuer. Hier werden endlich auch mal Schnapspullen rumgereicht. „We drink like serbian people, fast and hard“ serbischer Kräuterlikör und irgendwas polnisch selbstgebrannt…
    Da es mir entweder zu „fast“ war, oder ich den Schnaps einfach nicht so recht vertragen wollte, verkrümeln wir uns bereits um halb elf in Richtung Zelt. Mit Magenbeschwerden werde ich diese Nacht kaum ein Auge zu tun… Und Nein, ich habe nicht zu viel getrunken

    10,7km 887hm


    GPX Datei:
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    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX
    Geändert von codenascher (29.06.2015 um 18:54 Uhr)

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  17. Erfahren
    Avatar von Schmetterling
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #57
    Und noch ein kleiner Bildernachschlag von mir.


    Morgendlicher Blick ins Tal


    Unser "Polenlager"


    Blick vom Zla Kolata


    Sven sucht mal wieder Schätze


    Das obligatorsche Gipfel-Carrazza muss auch dieses Mal sein

  18. Fuchs
    Avatar von ranunkelruebe
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #58

  19. Gerne im Forum

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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #59
    Danke für diesen genialen Reisebericht! Der Peaks of the Balkan Trail steht jetzt auf meiner Wander-Wunschliste

    Oben wurde schon mal nach der Minengefahr gefragt. Das würde mich auch interessieren. Kann man sein Zelt gefahrlos ein bisschen abseits des Weges auf einer Wiese aufschlagen oder besteht da tatsächlich noch ein Risiko?
    Geändert von kra23 (10.12.2014 um 21:41 Uhr)

  20. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [AL][KO][MNE] Peaks of the Balkans Trail - Wandern in den Verwunschenen Berg

    #60
    Danke für den freundlichen Kommentar und die Sterne

    Uns wurde in Peja sowie in Plav versichert, dass die Region geräumt sei. Wir haben nirgens Schilder gesehen und haben wie man an den Bildern ja sieht eigentlich überall gezeltet.
    Um der eventuellen nächsten Frage vorweg zu nehmen, wir haben die ganze Zeit über Wasser direkt aus den Quellen und Bächen getrunken.
    Geändert von codenascher (10.12.2014 um 22:02 Uhr)

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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